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Der Konzertbesuchsthread

Konzerte, Platten & Musik im TV
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mattkru
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von mattkru » Mi 19. Jun 2019, 14:37

Als Vorband sollte man folgendes einfach nicht machen:
- Sich selbst komplett abfeiern und so tun, als wenn das Publikum extra nur wegen ihnen gekommen wäre.
- Dem eher skeptischen Publikum dann den Mittelfinger zeigen, weil es nicht entsprechend reagiert.

Ohne dieses Gehabe hätte ich der Band durchaus eine Chance gegeben.
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Flecha
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Flecha » Mi 19. Jun 2019, 15:05

SammyJankis hat geschrieben:
Mi 19. Jun 2019, 14:02
Für mich passt die Band anders als bspw. Power Trip nicht auf die riesigen Bühnen, obwohl sie sich von der Masse an Hardcore Bands abheben.
Ist für mich auf der wichtigste Punkt. Als Gojira-Support fand ich sie ziemlich stark, gerade einmal drei Monate später bei System of a Down in der Arena hat das allerdings kaum gewirkt und dort auch niemanden interessiert.
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mattkru
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von mattkru » Fr 21. Jun 2019, 07:54

Gestern also die Backstreet Boys in der Kölner Lanxess Arena. Irgendwie weiß ich nicht so richtig, was ich von dem Konzert halten soll. Es war schon die perfekte Pop-Show mit bombastischer Lichtshow und Bühnenbild. 17000 Leute, die völlig aus den Häuschen waren und einem Hit nach dem anderen. Auch die fünf Jungs waren in perfekter Form und sehr gut drauf.
Aber im Gegensatz zu Justin Timberlake im letzten Jahr hat mich dieses Konzert einfach nicht so richtig gekickt. Keine Ahnung, woran das lag.
Vielleicht hat mir einfach eine Live-Band gefehlt. Die Musik kam halt aus der Konserve.
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SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Fr 21. Jun 2019, 18:28

So, muss hier mal einige Sachen nachholen:

Am Dienstag war es für mich dann endlich auch soweit und ich konnte endlich Tool sehen. Auf meiner "Muss ich noch sehen Liste" steht die Band auf Platz 2, mit weitem Abstand vor Platz 3. Also war es alles andere als ein Random Konzert. An dem Tag lief allerdings so ziemlich alles schief, was schieflaufen kann. Wir wollten um 16:30 Uhr losfahren. Daraus wurde nach diversen Zugverspätungen, Zuausfällen und einer Bombenentschäfung mit Streckensperrung schließlich 18:00 Uhr. Waren dann ca. gegen 20:10 Uhr am Ziggo Dome. Einlass hätte man besser regeln können, aber es ging nich einigermaßen vorwärts. Halle gefiel für eine so große Arena. Merch kurz gecheckt. Leider mal wieder Folgendes festgestellt: Je größer die Band, desto einfallsloser der Merch. Dazu noch 35 Euro für ein Shirt, natürlich Gildan, darauf druckt jede Hinterhofband. Kann man mal machen. Sehr schön auch, dass Poster 40 Euro kosten und signierte Poster 200 Euro. Also kosten Autogramme der Band 160 Euro. Schnapper. Haben natürlich den Support verpasst, aber mal ehrlich: Wen juckt an diesem Abend der Support? Haben dann trotz später Ankunftszeit auch noch einen halbwegs guten Platz im Innenraum bekommen.

Tool - Gleiche Setlist wie in Berlin, also keine Überraschungen. Beim Opener war der Sound nicht so gut, hatte schon Befürchtungen, dass mir das das Set versaut, aber ab dem zweiten Song "The Pot" lief dann alles glatt. Top Sound. Besagter Song war auch gleich für mich ein Higlight. Genauso wie die nachfolgenden "Parabol/Parabola", großartig. Die Aufmachung mit den Videos zum jeweiligen Song fand ich gelungen. Dazu die behutsam eingesetzten Lichteffekte, simpel aber effektiv. Ich hatte die das Gefühl, dass nicht die Musik im Vordergrund stand. Dazu passt auch das Verhalten der Band, vor allem in Person von Maynard. Der Herr stand stehts auf seiner Erhebung neben dem Drummer, die vor dem Set noch jemandem mit einem Dyson Staubsauger gesäubert hat, und hat in der Regel zur Seite gerichtet gesungen. Nicht ein einziges Mal während des gesamten Sets wurde ein Scheinwerfer direkt auf ihn gerichtet. Das sah bei dem Rest der Band etwas anders aus, aber auch hier war es nicht übertrieben. Einzig die langen Drum Parts hätte ich nicht unbedingt gebraucht. War aber auch nicht weiter schlimm. Ich war das ein oder andere Mal wirklich überwältigt von der Soundgewalt. Absolut top und das lange Warten auf eine Europa Tour hat sich auf jeden Fall gelohnt. Sehr schön fand ich auch die Zeitanzeige zur Verdeutlichung, wann die Zugabe beginnt. Diese fand mit "Vicarious" und "Stinkfest" einen großartigen Abschluss. Wahnsinnsshow. Bin happy die Band nächste Woche noch einmal zu sehen. Nun allerdings zum negativen Teil des Abends, dem Publikum. Um mich herum hat sich alles gesammelt, was ich auf Konzerten verachte. Das Foto-/Videoverbot zu übersehen war nicht möglich. Was passiert beim ersten Song? Vor mir fangen zwei Leute an zu filmen. Man ist also bereit, 70 Euro für eine Band zu bezahlen, aber die einfach Bitte dieser Band, nicht zu filmen oder zu knipsen, respektiert man nicht. Klasse. Direkt angesprochen. Die Leute waren unangenehm berührt und haben es gelassen. Einen Song später startet die nächste Person vor mir eine Handysession. Auch der hat es auf meine Bitte sein lassen. Habe mir also viele Freunde gemacht. Soweit, so gut. Bleiben noch die Leute, die nicht verstehen, dass auch ruhige Stellen zum Song gehören und nicht zusätzliche Pausen sind, in denen man sich unterhalten kann, Bierbecher werfende Vollidioten und Leute, die oberkörperfrei einen Pit starten. Mein Misanthropie Level war am Anschlag. Das steht aber auf einem anderen Blatt Papier und konnte mir den Abend nicht vollends zerstören. Dafür war die Show zu gut.


Am Mittwoch war ich auf dem Sommerfest der Ruhr-Universität Bochum. Seit Jahren wird hier an diesem Tag ein Musikprogramm auf zwei Bühnen geboten. Die meisten Leute sind zwar eher für den Suff da und auch ich hab mehr abgehangen und veganes Essen gegessen, aber ein paar Acts habe ich dann doch geguckt.

Walking on Rivers - Solide Folkband, die mir vor allem dadurch ein Begriff ist, dass der Frontmann mal Drummer in einer astreinen Hardcore Band war. Diese gibt es allerdings nicht mehr und mit seiner aktuellen Band hat er, von dem was ich so lese, auch einiges mehr an Erfolg. Kam bei noch strahlendem Sonnenschein auch beim Publikum gut an. Klar, wird nicht meine Lieblingsband, aber es war ganz angenehm, dem ganzen zu lauschen.

BLINKER - Eine Dude mit Gitarre und Begleitung am Schlagzeug. Ab und an hat er auch mal ohne seine Gitarre gesungen. Da kam dann eine ganze Menge vom Band. Generell war es irgendwie Indie Pop/Rock, aber auch ein Bisschen Hip Hop. Vor allem war es aber öde und die Ansagen waren unfassbar unangenehm. Schlimm.

Tom Allan & the Strangest - Ganz solider Indie Rock/Britpop. Es goss wie aus Eimer, aber ein harter Kern (ohne mich) bleib vor der Bühne stehen und hatte seinen Spaß. War in Ordnung.

MC Fitti - War fasziniert, dass es den noch gibt. Der Peak war doch ca. vor 4-5 Jahren. Ist seitdem noch irgendetwas Relevantes bei dem Mann passiert? Ich weiß es nicht. Trotzdem wurde er ganz gut abgefeiert von der Menge. Ich fand es ziemlich öde und hab noch 20-30 Minuten den Heimweg angetreten. Somit bin ich auch das Chaos bei der Abreise nach dem Feuerwerk aus dem Weg gegangen, also alles richtig gemacht.


Gestern war ich bei Envy in Oberhausen im Druckluft. Nach Tool direkt die nächste Band, die seit Ewigkeiten nicht mehr auf Tour war. Hier ging auch die Anreise besser vonstatten als am Dienstag. Die Show war sehr gut besucht, nahezu ausverkauft. Habe schon mit so etwas gerechnet, aber es ist dann doch immer wieder überrascht, wenn der laden komplett voll ist. Die Supportband The Tidal Sleep hatte leider abgesagt, sehr schade.

Envy - Meine Erwartungen waren hoch, aber sie wurden übertroffen. Das war ganz, ganz großartig. Drei Gitarren, eine Wahnsinnssoundwand und 5-10 Minuten Songs irgendwo zwischen Post-Rock und Post-Hardcore. Anders als am Dienstag hielten sich die Idioten in der Crowd in Grenzen und ich konnte das Konzert voll udn ganz genießen. Wunderschöne, ruhige Post-Rock Parts reihten sich an krachende Post-Hardcore Abschnitte. Jeremy Bolm von Touche Amore ist riesiger Fan der Band und nach der Show muss ich sagen, dass man das auf jeden Fall sehr krass heraushört. Die Band klingt stark nach Envy, auch gesanglich. Also, jeder, der Touche Amore hört, sollte hier reinhören. Es ist die bessere Variante. Spielzeit war mit 85-90 Minuten auch länger als ich es erwartet habe. Auch ohne Support haben sich hier die 18 Euro voll und ganz gelohnt. Lange nicht mehr zwei so guute Shows in einer Woche besucht.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Blackstar » Sa 22. Jun 2019, 08:21

Gestern war im Rahmen der Fete de la Musique in Berlin die sogenannte French Night im Kesselhaus der Kulturbrauerei. Vor Jahren bin ich da mal reingestolpert, weil dort meine liebsten Elektrokünstler - Ez3kiel - gespielt haben. Gestern bin ich wieder dort hin, dieses mal standen Malik Djoudi und Tambour Battant auf dem Zettel. Die French Night scheint immer eine sichere Bank zu sein, zumindest war es jetzt das zweite Mal, dass ich da war und das zweite mal sehr sehr gut. Einziges Problem ist die Spielzeit. Einlass 22 Uhr, Beginn 22.30, Tambour Battant endeten dann gegen 1. Da aber diesmal der 21. ein Freitag war, ging das.

Dank vorheriger Verpflichtungen hab ich von Malik Djoudi viel verpasst, als ich ankam klang es jedoch recht gut. Ruhiger Elektro im Stile von James Blake. Allerdings soll laut meinen Freunden der erste Teil des Sets zu monoton gewesen sein. Gegen halb 12 starteten dann Tambour Battant, die ich im Vorfeld als so eine Art Dubstep mit vereinzelten Reggaeanleihen ausgemacht hatte. Letztere hielten sich zum Glück sehr zurück. Es war halt ziemlich tanzbarer, mit streckenweise Killerbreaks versetzter Dubstep. Als es gen Mitte etwas monoton zu werden drohte, kippte das Set glücklicherweise Richtung hartem Techno (? bin kein Experte). Die wären ein guter Act für die Ballerstage beim Melt (Bigwheel, gibt es die eigentlich noch). Fazit: Eine Stunde durchgetanzt, beim kaputten Fuß in Vorbereitung zum Full Force schonmal die Belastbarkeit getestet (aua) und insgesamt war das ein großartiger Abend. Wenn die mal in eurer Nähe spielen und ihr Bock auf Abrisselektro ohne Spacken habt, geht da hin.




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mattkru
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von mattkru » So 23. Jun 2019, 09:59

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe ‚1LIVE 3 Tage wach in Gelsenkirchen‘ waren wir vorgestern und gestern bei Radio-Konzerten von Dermot Kennedy und Matt Simons im Hans-Sachs-Haus bzw. in der Altstadtkirche. Beide Konzerte waren in relativ kleinen Locations und entsprechend ausverkauft. Speziell Dermot Kennedy wird man zukünftig nicht mehr in einem so kleinen Rahmen sehen (es waren 450 Leute da; im Herbst spielt er bereits im Kölner Paladium).
Beide Konzerte fand ich sehr gut; auch wenn ich im Vorfeld halt nur ihre Radio-Hits kannte (‚Power Over Me‘ bzw. ‚Catch and Release‘ und ‚We Can Do Better‘).

Nach dem Konzert am Donnerstag war es aber etwas skuril: wir wollten noch was essen, aber es hatte schon fast alles dicht. Also waren wir zwei Straßen weiter in einem drittklassigen Dönerladen. Plötzlich kam Lauv (der kurz vorher auch ein Radiokonzert spielte) rein, guckte sich kurz um und ging dann wieder raus. Meine Frau ist dann sofort in ihrem ‚90er-Jahre-Boyband-Groupie-Modus‘ gewechselt und ist hinterher für ein Foto. Als wir dann danach noch mal beim Hans-Sachs-Haus waren, hatten wir dort auch noch kurz Dermot Kennedy getroffen. Auf dem Weg nach Hause strahlte meine Frau dann durchgehend wie ein Honigkuchenpferd.


Der Konzert-Marathon im Juni ist dann erstmal vorbei. War jetzt doch etwas sehr viel
(10 Termine in 22 Tagen). Ich frage mich, wie Sammy so ein Pensum dauerhaft durchhält.
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SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Di 2. Jul 2019, 23:09

Ich war am Samstag in Mannheim auf der Release Show von Spirit Crusher. Kein Hardcore Release in Deutschland wurde wohl herbeigesehnt. Platte ist gut geworden, auch wenn ich mir noch unsicher bin, wo sie im bandinternen Ranking im Vgerleich zur Demo und zur 7 Inch steht. Also Mannheim, genauer gesagt das Jugendzentrum Forum. Musste erstmal nach Bochum, um von dort die dreistündige Fahrt anzutreten. Nachdem ich am Vortag beim Werchter und erst um 5 Uhr zuhause war gab es sicherlich angenehmeres, aber manchmal muss man es einfach durchziehen. Das JZ war sehr schön. Gab zwei Räume, die Sh.ow fand im kleineren Raum statt. Schätze so 150-200 Besucher. Ansonsten viel Platz für Merch und Essen. War cool.

Slon - Opener aus Trier und Umgebung. Sound war für mich mit modernen, etwas schrammligeren UK Bands vergleichbar. Show war gut. Ein Bisschen Bewegung gab es schon, aber nicht allzu viel. Bei 34 Grad Außentemperatur und sechs Bands kann man das den Zuschauern aber auch nicht verübeln.

xDevourx - 90s SxE Metalcore, hatten glaube ich den geringsten Zuschauerzuspruch. Unverständlich, denn mir haben die Shows bisher immer gut gefallen. Bis auf 1-2 Tanzeinlagen war auch nichts los. Da war in der Vergangenheit deutlich mehr los, aber wen wundert es. Die Crowd sparte weiter ihre Kräfte.

Night Force - Eine von ca. 14 Hardcore Bands aus Mannheim. Die Band spielt pro Jahr eine handvoll Shows, das hier war tatsächlich meine Premiere und meine Güte, es war so gut. Kurzes Set, absolut wütend. Wer auf No Tolerance und The Rival Mob steht wird hier seine absolute Freude haben. Die hatte auch die Crowd, denn ab jetzt war die Hölle los. Side to Side, durchgehend, dazu Mosh und textsichere Leute in den ersten Reihen. Ein Vorgeschmack auf das, was noch folgen sollte. Sehr guter Gig, muss ich unbedingt noch einmal sehen.

Domain - Eine weitere Band aus Mannheim, eher fixer 80s Hardcore. Spielten ihre letzte Show. Kein Song geht länger als 2 Minuten und dementsprechend schnell war es auch vorbei, aber auch hier war jede Sekunde klasse. Mosh, Singalongs, Stage Dives. Eine kleine Steigerung zum Vorgänger. Dazu Konfetti und gute Ansagen. Eine würdige letzte Show.

Coldburn - Haben für mich wieder einmal gezeigt, dass sie ihren Zenit überschritten haben. Die Mehrzahl der Leute machte ein Päuschen. Die Band zog ihre normale Show ab. Hab mir 4-5 Songs gegeben, aber dann auch den Raum verlassen.

Spirit Crusher - Räucherstäbchen an, kurze Danksagung und ab ging die Post. Es ging los mit der ersten Single der Platte "Potential in Kindness" und es wurde direkt mal gezeigt was Sache ist. Die Crowd war direkt voll dabei, absolutes Chaos. Direkt beim ersten Singalong wurde die Bühne gestürmt und die Drums fast abgerissen. Die Niveau hielt sich. Die neuen Songs brauchen sicherlich noch ein paar Durchläufe bis alle sie vollständig verinnerlicht haben, aber die älteren Stücke werden sicherlich nicht vernachlässigt. Von den Crowdreaktionen her hat die Band mit allem, was vorher geschehen ist, den Boden gewischt. Es war eine gropartige Stimmung, ohne Gewalt, trotz durchgehendem Mosh und absolut chaotischen Zuständen. Als Cover gab es dieses Mal "Screaming for Change" von Uniform Choice, welches ebenfalls super angenommen wurde. Abgeschlossen wurde das Set mit "Gamechanger" von der 7 Inch, ein würdiges Ende und die wohl beste Show einer deutschen Hardcore Band seit der letzten Gone to Waste Show. Die lange Anfahrt hat sich gelohnt. Spirit Crusher untermauern ihren Status als vielleicht beste deutsche Hardcore Band.
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scarred
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von scarred » Di 9. Jul 2019, 00:21

Was für eine geile live Band sind denn Foxing bitte?! Top gig

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Finn » Di 9. Jul 2019, 00:51

scarred hat geschrieben:
Di 9. Jul 2019, 00:21
Was für eine geile live Band sind denn Foxing bitte?! Top gig
Hier gibt es nichts hinzuzufügen!

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Do 11. Jul 2019, 13:18

Ich war am Dienstag bei God Is An Astronaut in Essen im Turock. Wie immer ohne Vorband, wie immer wurde das nicht vernüftig kommuniziert. Wir leben im 21. Jahrhundert. Ist es zu viel verlangt von Veranstaltern auf die einfache Frage nach einem Support einzugehen? Schlimm. Show war mit 28 Euro Originalpreis auch ziemlich teuer. Habe zum Glück kurz vorher einige günstigere Tickets ergattern können. Das Turock war gut besucht, wenn auch nicht übervoll. Leer ist es dort sowieso nie.

God Is An Astronaut - Haben abgeliefert. In den letzten Jahren habe ich doch einige Shows gesehen, die zwar gut waren, aber irgendwie fehlte das gewisse Etwas. Diese hier war wieder deutlich besser. Auch setlisttechnisch. Ein guter Mix, aber der überwiegende Teil kam von den früheren Alben. Es war schön, endlich mal wieder "Remembrance Day" zu hören. Elektronische Melodien mit Härte verbinden kann wohl kaum eine Band aus dem Genre so gut. Der Sound im Turock war dort, wo ich stand, auch dem Ganzen angemessen. Nach knapp 70 Minuten ging es zum ersten Mal von der Bühne. Danach gab es noch zwei Songs, das Set wurde mit "Fire Flies and Empty Skies", welches auch für eine gewisse Zeit aus der Setlist verbannt wurde. Sehr guter Auftritt, die Band hat mich wieder.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von LongNose » Do 11. Jul 2019, 13:49

War am Montag bei Vampire Weekend im Volkshaus Zürich (Kapa 1600 Leute).
Konzert war nicht ausverkauft und Beginn war ursprünglich auf 20.30 Uhr terminiert.
Einige Tage davor wurde dann bekannt dass es keinen Support geben wird, die Band aber gerne etwas länger spielen möchte und daher bereits um 20 Uhr startet.
Geil!
Das Konzert war dann mit 2 Stunden und 15 Minuten Spielzeit immernoch kurzweilig. Brillant aufgelegte Band die quer durch deren Diskographie gespielt hat. Einige Jahre darauf gewartet und kein bisschen enttäuscht. In Zürich spielten sie zuletzt 2009! Es durften dann gegen Schluss auch noch 2 Songs vom Publikum gewählt werden u.a. war dies dann Bambina und Giving Up the Gun.

Toller Abend, tolle Band, direkt froh wurden die nicht an einem Majorfestival hier in der Schweiz verheizt 😉 Anscheinend soll es dieses Mal auch nicht mehr ein Jahrzehnt dauern bis die Band zurückkommt. Ich bin gespannt.
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Max-Powers
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Max-Powers » Do 11. Jul 2019, 14:03

LongNose hat geschrieben:
Do 11. Jul 2019, 13:49
War am Montag bei Vampire Weekend im Volkshaus Zürich (Kapa 1600 Leute).
Konzert war nicht ausverkauft und Beginn war ursprünglich auf 20.30 Uhr terminiert.
Einige Tage davor wurde dann bekannt dass es keinen Support geben wird, die Band aber gerne etwas länger spielen möchte und daher bereits um 20 Uhr startet.
Geil!
Das Konzert war dann mit 2 Stunden und 15 Minuten Spielzeit immernoch kurzweilig. Brillant aufgelegte Band die quer durch deren Diskographie gespielt hat. Einige Jahre darauf gewartet und kein bisschen enttäuscht. In Zürich spielten sie zuletzt 2009! Es durften dann gegen Schluss auch noch 2 Songs vom Publikum gewählt werden u.a. war dies dann Bambina und Giving Up the Gun.

Toller Abend, tolle Band, direkt froh wurden die nicht an einem Majorfestival hier in der Schweiz verheizt 😉 Anscheinend soll es dieses Mal auch nicht mehr ein Jahrzehnt dauern bis die Band zurückkommt. Ich bin gespannt.
Ich beneide dich sehr um diesen Konzertbesuch! Seit dem Auftritt beim Southside 2010 warte ich auf eine Gelegenheit die mal wieder zu sehen ...
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Cris » Do 11. Jul 2019, 16:02

In Deutschland gibt es ja leider bisher auch keine Daten :sadno:

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Rieper » Do 11. Jul 2019, 21:45

LongNose hat geschrieben:
Do 11. Jul 2019, 13:49
War am Montag bei Vampire Weekend im Volkshaus Zürich (Kapa 1600 Leute).
Für den Abend hatte ich bereits ein Ticket für Weezer. Schade, dass zwei Bands, deren Musik mir so viel bedeutet, an einem Abend in der selben Stadt spielen. Zum Glück ist jetzt ein Städtetrip im November nach Paris inklusive Konzert von Vampire Weekend geplant. So konnte ich mit gutem Gewissen zu Weezer gehen, die ich bislang noch nie gesehen habe.

Sie spielten am Montagabend im Züricher X-Tra. Kapazität liegt hier bei 1800 Leuten und am Wochenende gab es auf jeden Fall Tickets online noch zu erwerben, eine Abendkasse gab es aber nicht. Es war auch ziemlich voll. Die Setlist war ähnlich wie die auf der gesamten Tour. Alle großen Hits, bei paar Songs wechseln sie aber durch. Highlights waren für mich direkt hintereinander "In The Garage" und "The Good Life".

Es hat Spaß gemacht und das mit dem Hut war hier ähnlich. Rivers Cuomo kam ohne Hut auch etwas aufgedrehter und witziger rüber. Zumindest war es mein Eindruck. Toller Abend und das angenehmste Publikum, das ich jemals in Zürich erlebt habe. Wenig Gequatsche und wenig Gequätsche. Spielzeit von ca. 80 Minuten war perfekt, da ich es mit dem Zug dann noch über die Grenze nach Deutschland geschafft habe.

Vor knapp zwei Wochen war ich noch bei Stimmen on Tour im kleinen Dorf Oberhof im Cafe Verkehrt. Das Stimmen-Festival ist eine Konzertreihe und findet im Juli in Lörrach statt (aber auch mit Veranstaltungen in der nahen Schweiz und ab und zu in Frankreich). Wenige Tage vor dem Festivals gibt es seit einigen Jahren jeweils eine kleine Tour durch fünf Städte bzw. Dörfer der Gegend. Sicherlich auch um das Festival zu promoten und der Eintritt ist kostenlos. In jeder Stadt bzw. jedem Dorf spielen die gleichen beiden Acts. So waren es in diesem Jahr And The Golden Choir und Mikaela Davis. In Oberhof spielten sie in einer Scheune vor ca. 40-50 Zuschauern. Wir waren mit Abtand die jüngsten Menschen im Publikum, welches sehr angenehm war. Beide Konzerte dauerten jeweils eine Stunde.

And The Golden Choir ist live sehr toll. Tobias Siebert steckt hinter dem Projekt. Er steht alleine auf der Bühne und spielt dabei unzählige Instrumente, von welchen ich einige noch nie gesehen habe. Natürlich singt er auch und spielt während jedem Song nur ein Instrument. Die anderen Instrumente lässt er über eine Schallplatte laufen. Nach jedem Song musste er die Platte wechseln. Es war kurzweilig, beeindruckend und Tobias Siebert war sehr gut gelaunt. Sympathischer Auftritt.

Mikaela Davis war ganz toll an der Harfe. Mit dabei hatte sie noch einen Gitarristen. Mehr war da nicht, aber das hat gereicht...im positiven Sinne. So gefällt es mir noch besser im Vergleich zur Schallplatte, auf der stets Schlagzeug und so weiter zu hören sind.

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von nilolium » Fr 12. Jul 2019, 20:03

LongNose hat geschrieben:
Do 11. Jul 2019, 13:49
War am Montag bei Vampire Weekend im Volkshaus Zürich (Kapa 1600 Leute).
Konzert war nicht ausverkauft und Beginn war ursprünglich auf 20.30 Uhr terminiert.
Einige Tage davor wurde dann bekannt dass es keinen Support geben wird, die Band aber gerne etwas länger spielen möchte und daher bereits um 20 Uhr startet.
Geil!
Das Konzert war dann mit 2 Stunden und 15 Minuten Spielzeit immernoch kurzweilig. Brillant aufgelegte Band die quer durch deren Diskographie gespielt hat. Einige Jahre darauf gewartet und kein bisschen enttäuscht. In Zürich spielten sie zuletzt 2009! Es durften dann gegen Schluss auch noch 2 Songs vom Publikum gewählt werden u.a. war dies dann Bambina und Giving Up the Gun.

Toller Abend, tolle Band, direkt froh wurden die nicht an einem Majorfestival hier in der Schweiz verheizt 😉 Anscheinend soll es dieses Mal auch nicht mehr ein Jahrzehnt dauern bis die Band zurückkommt. Ich bin gespannt.
puh derbe neidisch, das klingt wahnsinnig toll. vampire weekend aufm glasto waren viiiieeeel zu schnell vorbei, ging leider nur ne stunde. hat so spaß gemacht!

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von akropeter » Sa 13. Jul 2019, 00:21

Elbow und New Order in Lucca war der Wahnsinn. Vielleicht schreib ich nach dem Urlaub noch einen kurzen Bericht.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Sa 13. Jul 2019, 09:46

Ich war gestern in Köln im AZ bei Existence. Leider nur mäßig besucht, vielleicht 30-40 Zahlende. Da hätte ich mit deutlich mehr gerechnet. Die 2018er Show an gleicher Stelle war deutlich besser besucht. Könnte aber auch den damligen Supports gelegen haben.

Powerage - Hardcore im Stile von No Tolerance. Dieses Jahr bereits einmal gesehen. Ist immer eine solide Sache. Publikum war noch sehr verhalten und die halbe Stunde war trotzdem vollkommen in Ordnung.

Blood Sermon - Recht neue Band aus Schweden. Haben dieses Jahr ihre erste EP rausgehauen und so wie es scheint wird direkt eine Full Length folgen. Das Promo Tape dazu gibt es auf jeden Fall schon. Die Band spielt etwas düster gehaltenen, metallisch beeinflussten Metal. Das Set fing recht solide an, wurde aber immer stärker. Auch das Publikum taute auf und zum Schluss gab es doch recht viel Bewegung. Guter Gig.

Existence - Klingen schon sehr stark nach den heute angesagten UK Bands. Man kann es ihnen nicht verübeln, da der Sound auch astrein ist. Der Sänger ist vielleicht der kleine, aber feine Unterschied, da er eine sehr grunzig verzerrte Stimme hat. Kommt sicherlich nicht jeder mit klar. Set war auch gut, wieder viel Mosh. Kam allerdings nicht an den 2018er Gig heran, aber damals war die Crowd zahlenmäßig auch angemessen.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von mattkru » Sa 13. Jul 2019, 22:09

Freitag waren wir bei P!nk im Hannover. Sie spielte in der HDI Arena und laut der Medienmeldungen waren 45000 Besucher da.
Wir hatten Front of Stage Karten und hatten schon vor, möglichst weit nach vorne zu kommen. Also waren wir um 13:30 Uhr vor Ort (3,5 Stunden vor Einlass). Die Warterei nahm kein Ende und die grimmigem ‚Kampflesben‘ (ich hasse dieses Klischee, aber es traf mal wieder leider total zu) um uns herum und das angesagte Gewitter mit Starkregen machten es nicht besser (zum Glück blieb es ab 18 Uhr trocken).
Beim Einlass dann den Carl Lewis gemacht und es in die erste Reihe direkt am Laufsteg (in den Innenraum) geschafft. Die Plätze waren schon ziemlich geil. Leider war die Bühne etwas zu hoch, so das man später von der Begleitband eigentlich nur den Gitarristen richtig gut sehen konnte (konnte ich aber mit Leben).

Die Voracts waren
- DJ Kitcutup: legte ab 18 Uhr und zwischen den Bands auf. Quasi Bastard-Pop mit allen Hits der letzten 40 Jahren.
- Bang Bang Romeo: eine tolle Mischung aus Gossip und Pretty Girls Make Graves. Haben mich sofort als Fan gewonnen.
- Vance Joy: wirkte eher deplaziert. Einzig Riptide wurde richtig abgefeiert.


Und dann kam P!nk.
Was soll ich sagen. Das war vielleicht mein bisher bestes Konzert. Ein Hit folgte dem anderen. Die Show war unfassbar gut; Band, Tänzer, Licht, Sound, Akrobatik, Kostüme, ... einfach alles war absolut perfekt. Und wie unglaublich ist bitte diese Frau? Sie singt grandios, ist unglaublich sympathisch, machte tolle Ansagen, flog durchs Stadion, und und und... :herzen2:
Es ist absolut gerechtfertig, das sie ein Weltstar ist und an der Spitze steht!


Die Setlist:

Get the Party Started
Beautiful Trauma
Just Like a Pill
Who Knew
Funhouse
Hustle
Secrets
Try
Just Give Me a Reason
River
Just Like Fire
What About Us
For Now
90 Days
Time After Time
Walk Me Home
I am Here
F**king Perfect
Raise Your Glass
Blow Me (One Last Kiss)
Can We Pretend
So What
Glitter in the Air
Zuletzt geändert von mattkru am So 14. Jul 2019, 11:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Cris » So 14. Jul 2019, 00:08

Der Konzertbesuchsthread erweitert meinen Horizont - sehr spannend.
Auf Vampire Weekend in Zürich bin ich wirklich neidisch.

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hecht0r
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von hecht0r » Mi 17. Jul 2019, 09:23

Dad-Rock Wochen gehen weiter. Letzte Woche Bob Dylan, heute John Fogerty mit Vaddern :headbang:

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SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » So 21. Jul 2019, 14:56

Ich war gestern und vorgestern jeweils bei Have Heart, die ersten beiden Europa Shows seit 2009. Heute spielt die Band noch zweimal in Leeds. Dann hat die Sache auch wieder ein Ende. Wie krass der Run auf die Tickets war habe ich ja bereits einmal erläuert. Zuerst warenn es nur vier Shows, die alle direkt ausverkauft waren. Leute haben Tickets für Shows gesucht und waren bereit, überall hinzufliegen. Es wurden vier weitere Shows veröffentlicht, die auch alle direkt ausverkauft waren. Ein richtiges Rockstarding. Es gibt im Bereich des Hardcore Punks wohl keine Band, deren Reunion so ein Echo ausgelöst hätte und jettzt kommt mir hier bitte keiner mit Refused. :D Ich persönlich würde wohl bei Inside Out noch etwas mehr ausrasten, aber das ist so unrealitisch, dass ich da gar nicht drüber nachdenken möchte. Die ersten vier Shows in den Staaten wurden bereits gespielt und sahen alle top aus. Vor allem die zweite Show in Boston, eine Outdoor Show vor 8.000-10.0000 Leuten hat noch einmal unterstrichen, wie viele Leute diese Reunion in diesem doch recht kleinen Genre bewegt. Ich selbst hatte zuerst nur Karten für Würzburg, habe allerdings durch einen Freund, der wenig bis gar nichts mit Hardcore zu tun hat, zwei Karten bekommen. Danke dafür an dieser Stelle. Die Würzburgkarte verkaufen stand allerdings nie zur Debatte. Das hätte wahrscheinlich auch nicht geklappt, da, wie bei Hardcore Shows üblich, zum Schluss wieder so viele Karten verkauft wurden, dass im Endeffekt jede Person, die hinwollte, auch eine Karte bekommen hat. Für Würzburg wurden die Karten zum Schluss verschenkt. Verrückte Welt. Was man noch erwähnen muss ist auch die Tatsache, wie viel Mitsprache die Band bei den Shows hatte. Alle Fotografen und Fotografinnen mussten persönlich genehmigt werden und die Supports waren ebenfalls alle selbst ausgewählt.


Der Tag der Würzburg Show startete mit einer langen Autofahrt. Arbeitsbedingt konnten wir erst um 15:30 Uhr im Pott los. Laut Google Maps betrg die Fahrzeit 3 h 45 min. Daraus wurden dann im Endeffekt über fünf Stunden. Alleine der Weg nach Köln strapazierte die Nerven aller Mitfahrer enorm. Haben in Würzburg zum Glück einen sehr guten und auch noch kostenlosen Parkplatz bekommen und waren pünktlich zu der Band in der Halle, die ich wirklich sehen wollte. Es war einfach perverse groß. Alleine mit der Menschenmenge, die vor der Halle abhing hätte man 3-5 normale Hardcore Shows ausverkaufen können. Generell könnte man nach diesem Tag meinen, dass eigentlich alle zukünfigen Hardcore Shows ausverkauft sein müssten, aber gut, die Leute kamen auch aus ganz Europa. Trotzdem war es surreal, dass eine Band aus diesem Bereich einmal 2000-2500 in einer Halle vereint. Die Hallle hatte absolut keinen Charme und frische Luft war Mangelware. Schlimm. Es gab zwar keine Absperrung vor der Bühne, dafür allerdings einen an den Seiten offenen Wellenbrecher. Verrückt, einfach nur verrückt.

Mil-Spec - Zum ersten Mal auf Europa Tour mit insgesamt vier Shows (oder fünf, unsicher, ob sie heute beide Leeds Shows spielen). Es ist natürlich cool, vor Have Heart zu spielen, aber auch undankbar, da man leicht untergeht. Das passiert hier auch. Der Sound ist cool und könnte auch hier Gefallen finden. Die "Changes" EP kann ich jedem Foristen nur ans Herz legen. Die Band muss allerdings noch an ihrer Bühnenpräsenz arbeiten. Da ist Luft nach oben. Dementsprechend wirkte die Band trotz cooler Songs und einigen Leuten vor der Bühne, die die Band abgefeiert haben, doch etwas verloren. Der Sound war leider auch unterirdisch

Abuse of Power - Waren zum ersten Mal mit Free in Europa, nun also auch passenderweise mit Have Heart unterwegs. Die Band hat dieses Jahr ihr Debütalbum veröffentlicht und dabei eine etwas ruhigere Gangart an den Tag gelegt. Der Groove ost allerdings geblieben. Hier gab es einen guten Mix aus alten und neuen Tracks. Der Sound war immer noch scheiße, aber die Crowd wachte nach und nach und es gab erste Stage Dives und Singalongs. Es gab zwei Securities, die am rechten und linken vorderen Teil der Bühne standen, also dort, wo die meisten Stage Diver auf die Bühne gehen bzw in die Menge springen und man merkte, dass die beiden so etwas nicht jeden Tag oder sogar noch nie erlebt haben. Ihre Blicke waren irgendwo zwischen Belustigung und Fassungslosigkeit. Herrlich und sie waren sich offensichtlich nicht bewusst, was noch kommen sollte.

Have Heart - Die Umbaupause dauerte etwas länger. Man lag aber auch vor dem Zeitplan und hat im Endeffekt zu früh angefangen. Angesichts der Rückfahrt für meine Mitfahrer und mich eine positive Sache. Die Halle wurde abgedunkelt, die Band kam auf die Bühne, riesiger Applaus. Es gibt auf Hardcore Shows so gut wie nie Applaus, wenn eine Band auf die Bühne kommt. Die Band stand auf der Bühne, alles bereit und dann kam das Intro. Ein Cover von Bob Marleys "War" von Sinead O'Connor. Hier der Link. Die Halle war recht schnell ruhig und das Lied lief tatsächlich in voller Länge während die Band in Position stand. Es war mit Abstand das beste Intro, was ich je erlebt habe, ganz ganz groß. Gänsehaut. Die Spannung war greifbar. Für solche Momente gehe ich auf Konzerte und quetsche mich mit fünf Leuten in Kleinwagen für Stunden. Danach begann das Set mit "The Machinist" und die Halle ist explodiert. Es war viel zu voll vor der Bühne, ein unfassbares Gedrücke und Geschiebe. Wie auf einem großen Konzert. Allerdings gab es zusätzlich alles was das Hardcore Herz begehrt und hier für Diskussionsstoff sorgen würde. Stage Dives, Salti ins Publikum, Headwalks und unfassbaree Singalongs. Nach ca. 15 Sekunden wurde Pat Flynn zum ersten Mal halb begraben. Der Song ist vielleicht mein Liebling und als Opener großartig. Es war einfach nur crazy, was vor und auf der Bühne abging. Der Sound war eine Frechheit, was aber wiederum auch egal war, da die Leute so laut waren, dass die Songs quasi von alleine klappten. Mit der Zeit wurde es etwas besser, aber immer noch weit von gut entfernt. Die Security haben ihren Job darauf beschränkt, darauf zu achten, dass niemand stirbt. Die Bühne wurde im vorderen Bereich durch zwei kleine Geländer, von denen sich eins unter dem Gewicht der Leute, die die Bühne enterten, verbogen hat. Ab einem gewissen Zeitpunkt füllte sich die Bühne an den Seiten mit Leuten, die sich nach meinem Gefühl nur eine Pause von dem Chaos gönnen wollten. Diese wurden irgendwann gebeten, die Bühne zu verlassen, da der Stagemanager Schiss hatte, dass die Bühne einbricht. Was im Endeffekt zum Schluss eh ad adsurdum geführt wurde, aber dazu später mehr. Es gab insgesamt 18 Songs, 50 Minuten Spielzeit, alle kamen auf ihre Kosten. Highlights wohl u.a. "Unbreakable" und "Armed with a Mind". Zwischendurch gab es auch lange Ansagen von Pat Flynn, kein 08/15, sinnvoll und durchdacht. Habe nicht anderes erwartet. Zum Abschluss gab es natürlich "Watch Me Rise" und natürlich wurde unter den bangen Blicken der Security die Bühne gestürmt. Völliges Chaos, großartiges Ende. Trotz des Mistsounds war es etwas ganz Besonderes.


Gestern ging es dann nach Köln in die Essigfabrik. Mieseste Location Kölns, zeigte sich mal wieder von ihrer besten Seite. Kein Wiedereinlass. Man hat also die Wahl in den Pausen drinnen in der Hitze auszulaufen oder draußen dicht an dicht zu stehen, ein Träumchen. Der Sound war immer noch scheiße, aber im Vergleich zu Würzburg gut. Es ist schon etwas tragisch, dass die Popularität dieser Band zu Shows in diesen Hallen mit all ihren negativen Auswirkungen führt. Sehr schade.

Spark - Habe wenig erwartet, aber es war ein Bisschen was los vor der Bühne. Der Sound ist angelehnt an einigen 80er Bands, kann man eigentlich nichts falsch machen. Guter Beginn.

Mil-Spec - Besserer Sound als in Würzburg. Ansonsten gleiche Show wie am Vortrag. Die Bühnenpräsenz ist immer noch ausbaufähig. Ich hoffe, dass die Jungs noch einmal rüberkommen, aber dann kleinere Hallen bespielen.

Abuse of Power - Auch hier war der Sound besser. Ansonsten fand ich es noch einen Ticken besser als in Würzburg, wobei es nicht an die bisher beste Show, die ich gesehen habe, 2017 in Essen herankommt. Hier war dann auch schon gut was los, was Singalongs und Mosh anging. Guter Auftritt.

Spirit Crusher - Ich war sehr gespannt, wie gut die Band ankommt und wurde sehr positiv überrascht. Ab Sekunde 1 herschte das Chaos vor und auf der Bühne. Nach knapp 15 Sekunden des Openers "Potential in Kindness" war dann auch das Mikro hinüber, welches zum Glück so schnell gewechselt werden konnte, dass der Sänger pünktlich zum Singalong völlig begraben wurde. Die Leute waren textsicher, der Mosh war hart und die Stage Dives wild. Es gibt weiterhin Songs von der EP und auch von der Demo, die noch besser ankommen, aber das Album wächst. Hab Bock auf weitere Shows. Beste deustche Hardcore Band im Moment. Kein Weg führt an dieser band vorbei.

Have Heart - Dieses Mal ohne das Intro. Es ging sofort zur Sache, dieses Mal mit "Unbreakable" als Opener. Der dritte oder vierte Stage Diver landete auch direkt neben mit auf dem Boden und hat sich sein Knie komplett zerschossen. Das tat mir wirklich sehr leid für den Mann. Sound wieder nicht gut, aber besser als der Matsch in Würzburg. Die Leute sind wieder völlig eskaliert. Wild war es. Es wurde alles gespielt, was ich mir erwartet habe. Es gab wieder gute Ansage, u.a. eine sehr schöne über Kinderrechte. Das ist dem Sänger im Moment ein großer Anliegen. Generell war es immer noch sehr groß, aber es hatte eher den Charme einer Hardcore Show. Deswegen würde ich diese Show noch etwas höher anordnen. Hier war der Bühnensturm beim abschließenden "Watch Me Rise" auch noch etwas krasser. Auch Pat Flynn hat es sich nicht nehmen lassen und ist gestagedived, genauso wie ein Gitarrist inklusive Instrument, was ein ziemliches Chaos ausgelöst hat, weil genau danach ein Menschen mit einem Salto auf ihm landete. :D Außerdem sei noch zu erwähnen, dass Angel Du$t in Köln gespielt haben im MTC und die Band hat ihre Show anscheinend sehr schnell durchgezogen und war pünktlich zum Set in der Essigfabrik und hat sich die Show angesehen bzw auch aktiv an der Eskalation teilgenommen. Ich finde es immer schön zu sehen, wenn Bandmitglieder erfolgreicher Bands immer noch selbst Fans sind und dies auch ausleben. Insgesamt waren es zwei sehr schöne Veranstaltungen. Es war keine random Reunion. Man hat gemerkt, wie viel es den Leuten bedeutet hat, diese Band noch einmal zu sehen. Ich finde es auch okay, wenn das eine einmalige Sache bleibt. Die Mitglieder haben so viele Bands, dann lieber noch einmal mit Fiddlehead oder Free, wobei mir letztere auch rein musikalisch noch besser gefallen als Have Heart. Checkt Have Heart trotzdem aus und fragt euch, warum die im Gegensatz zu Modern Life Is War hier nicht angekommen sind, checkt Mil-Spec, die hier gut ankommen könnten. Wie bereits im anderen Thread gesagt habe ich zum ersten Mal im meinem Leben das Gefühl, alles gesehen zu haben. Ich könnte aufhören mit Konzerten und es wäre okay. Ich weiß nicht, ob es in Zukunft noch einmal etwas geben wird, was mich so mitnimmt im positiven Sinne.
Zuletzt geändert von SammyJankis am So 21. Jul 2019, 19:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von mattkru » So 21. Jul 2019, 17:27

Sehr schöner Bericht. Vielen Dank!
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von DerAffenmensch » So 28. Jul 2019, 12:04

Im Rahmen der Kulturarena Jena war ich beim Konzert von Kettcar.

Ich war nie wirklich Fan, fand das zwar immer solide, aber hab es eigentlich nicht wirklich privat gehört. Aber wenn sie hier schonmal spielen für 16€ (!), dann kann man die mal mitnehmen. Und ich wurde nicht enttäuscht.
Also die Location ist natürlich top. Open-Air Theater mit großem Stehbereich und genügend Sitzplätzen an den Rängen. Der Catering-Bereich ist bloß wie immer maßlos überfüllt, da steht man dann gern mal ne Weile. Aber ändern lässt sich das auch nicht.
Ausverkauft war das Konzert nicht, aber wenn ich es richtig mitbekommen habe, wurden sogar später noch Leute gratis reingelassen. Fand ich cool! Der Wiebusch hatte vor dem Konzert auch noch einen Vortrag über Kunst und Politik.

Man man man. Wie sympathisch kann eine Band eigentlich sein? Die sind echt übertrieben nett und witzig. Alle Ansagen und Anekdoten zwischendrin waren echt super. Allerdings kann ich mir kaum vorstellen, dass das bisher das Konzert mit dem größten Publikum für die war. Aber auch musikalisch war das echt ein tolles und auch bewegendes Konzert. Im Prinzip haben sie sich durch ihren Katalog gespielt und viele Hits rausgehaun. Gerade auch die Ansagen zu "Sommer 89" und "Der Tag wird kommen" kamen extrem gut an. Das wirklich alle Arme bei "Der Tag wird kommen" in die Luft gehen zur Ansage "Jena, seid ihr mit uns", war wirklich ein motivierendes Bild. Ich stand halt ganz hinten un das sah schon beeindruckend aus.
Wenn sie mal wieder in der Nähe sind, gehe ich gerne hin und kann es auch nur jedem empfehlen, die mal mitzunehmen. Aber wahrscheinlich bin ich eh der einzige hier, der die noch nich gesehen hatte :mrgreen:

Rettung
Money Left to Burn
Palo Alto
Sommer '89 (Er schnitt Löcher in den Zaun)
Benzin und Kartoffelchips
48 Stunden
Balu
Balkon gegenüber
Der Tag wird kommen
Den Revolver entsichern
Im Taxi weinen
Ankunftshalle
Auf den billigen Plätzen
Ich danke der Academy
Deiche

Encore:
Trostbrücke Süd
Kein Außen mehr
Landungsbrücken raus

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Baltimore » So 28. Jul 2019, 12:10

Hab sie auf der Tour 4 mal gesehen und irgenwann fand ich es einfach nur noch langweilig, weil es halt immer dasselbe war.

Das erste Konzert war aber schon gut.
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We ruled the world,
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von defpro » Di 30. Jul 2019, 17:48

Hab auch noch 2 Konzerte nachzutragen:

Vor 2 Wochen war ich bei Rolo Tomassi im Wiesbadener Kesselhaus.

Vorband waren Cryptodira, von denen ich jedoch nur noch die letzten beiden Songs mitbekommen habe. Die klangen sehr Mathcore-lastig mit harten Breaks. Hab mich etwas geärgert, nicht früher vor Ort gewesen zu sein. Sehr berührend auch die finale Ansprache des Gitarristen, dessen kürzlich verstorbener Vater in Wiesbaden aufgewachsen ist (vermutlich war dessen Vater im Rahmen der U.S. Army Garrison hier stationiert) und den es sehr mitgenommen hat, zum ersten Mal diesen Ort zu besuchen... ziemlich emotional.

Den Stil von Rolo Tomassi in Worte zu fassen, ist sehr schwierig. Deren Mathcore wird mit einer Vielzahl weiterer Stile verknüpft, darunter Post-Rock, Post-Metal, Jazz (vor allem die Drums), auf der letzen Platte zudem auch Black Metal und Post-Hardcore. Die Main-Vocals übernimmt dabei Sängerin Eva Spence, die spielerisch zwischen harten Screams und eingänigem Klargesang wechselt, was für mich auch den größten Reiz der Band ausmacht. Bei einigen (zumeist älteren) Songs wird sie von ihrem Bruder und Keyboarder James unterstützt. Ich kenne die Band erst seit der letzten Platte "Time Will Die and Love Will Bury It", die für mich eines der Highlights 2018 war. Die Empfehlung kam auch hier aus dem Forum (weiß leider grad nicht mehr von wem). Auf dieser Platte lag bei dem Gig auch der Fokus, das Album wurde (abgesehen von dem eher ruhigen Abschlusstrack) komplett gespielt. Und was soll ich sagen: Es war einfach wunderschön :herzen2: Gerade Eva hat eine krasse Bühnenpräsenz, sodass unweigerlich die Aufmerksamkeit die meiste Zeit auf sie gerichtet war, was mir zwischendurch schon fast ein wenig leid tat, da wirklich alle Band-Mitglieder an ihren Instrumenten Meisterleistungen ablieferten. Ist mir vor ein paar Monaten auch schon bei Pagan aufgefallen, dass bei Konzerten von Bands mit weiblichen Vocals im Heavy-Bereich nochmal ein ganz eigenes Level an Bühnenausstrahlung erreicht wird.
Aufgelockert wurden die zum Teil sehr atmosphärischen Songs der aktuellen Platte von 4 Songs des Vorgängers "Grievances", die noch deutlich mehr in Richtung Mathcore gehen. Hier gab es auch die meiste Action im Publikum. Privat höre ich eher weniger Mathcore, obwohl ich hin und wieder mal Sachen finde, die mir ganz gut gefallen (die letzte Converge bspw.). Evtl. sollte ich das mal ändern, weil das hier hat mir erstaunlich gut gefallen. Nur als Zum-Takt-Kopfnicker bzw. -Headbanger haben mich diese vertrackten Takt- und Tempowechsel teilweise etwas aus dem Konzept gebracht :lol: Highlights sind schwer auszumachen. Emotional besonders mitgenommen haben mich das post-rockige/-metallige "Contretemps", das unverschämt poppige "Aftermath" sowie die atmosphärische Krönung in Form des Finalsongs "A Flood of Light" (kennen hier vielleicht einige noch aus dem Song-des-Jahres-Contest 2018).

Bislang eines der großen Konzerthighlights dieses Jahres! Muss mich auch hier mal in den Back-Katalog der Band reinhören. Besonders gespannt bin ich auf die zweite Platte, die tatsächlich von Diplo produziert wurde :lolol:

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Vorletzten Freitag ging es für mich zu Bon Iver in den Kulturpark Wiesbaden. Dem Schlachthof-Team ist mit dieser exklusiven Buchung in diesem Jahr ein ziemlicher Coup gelungen. Dadurch war es etwas leichter zu verschmerzen, dass es im Gegensatz zu den 5 Konzerten im letzten Jahr diesmal nur für 2 Open-Air-Konzerte gelangt hat. Das zweite Konzert war übrigens Frank Turner/Muff Potter, das sich mit nur 3.000 Besuchern wohl ziemlich miserabel verkauft hat, was bei einer Exklusivität von 0,0% aber auch eigentlich niemanden wundern sollte. Bei Bon Iver lief es dagegen besser: Es wurde von 9.000 Besuchern gesprochen (bei einer Kapazität von 10.000), ein paar Leute weniger dürften es in der Realität wohl dennoch gewesen sein, da auf FB und vor Ort noch viele Leute ihr Ticket loswerden wollten. Am letzten Samstag haben Die Toten Hosen anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Wiesbadener Biker-Clubs Black Devils (die eng mit der Band befreundet sind) im Schlachthof gespielt. Verstehe ich nicht, wieso man die Bühne nicht noch eine Woche länger hat stehen lassen und daraus ein Open-Air-Event gemacht hat.

Die Organisation war ein Traum. Die riesige Schlange, die sich bis 18.30 Uhr vor dem Gelände gebildet hatte, war pünktlich zu Einlassbeginn in nullkommanix aufgelöst. Für den großzügig bemessenen FOS-Bereich konnte man sich auch ganz entspannt Bändchen abholen und danach das weitläufige Gelände erkunden. Gastronomisch gab es hier eigentlich alles, was das Herz begehrt, genügend Sitzgelegenheiten waren auch vorhanden, Viva con Agua und Amnesty International waren mit Infoständen vor Ort. Das Wetter war ebenfalls bestens, alle Leute super entspannt und mit Nora, Saeglopur und ein paar Ringrockern durfte ich auch noch ein paar Forums-Leute persönlich kennenlernen.

Auf das Konzert selbst habe ich mich natürlich sehr gefreut, schließlich sieht man die Herren nicht gerade häufig in Deutschland, wenn man nicht unbedingt eine Berlinreise auf sich nehmen will. Nach der Tour-Absage 2017 hatten Justin & Co. also nun die Gelegenheit, wieder Boden gut zu machen. Es gab keine Vorband, sondern 2 Sets, die durch eine Pause von (was auch sonst) exakt 22 Minuten getrennt wurden. Den Beginn machten 3 Songs der letzten Platte und ich muss zugeben, dass ich anfangs ein wenig Probleme hatte, in das Konzert hineinzufinden, auch wenn die Stimmverfremdungsakrobatik auf "715 - CREEKS" live schon beeindruckend war. Ab "Towers" und dem immer weiter fortschreitenden Sonnenuntergang hatten mich Bon Iver jedoch fest im Griff. Mit der stärkeren Dunkelheit kamen auch vermehrt Lichteffekte zum Einsatz, die allesamt großartig aussahen. Zu den Highlights der ersten Hälfte gehörten neben dem rührenden "Hey, Ma" als einzigem neuen Stück auch "Blood Bank" sowie der Abschluss-Song "Perth", welcher eh schon zu meinen Lieblingsstücken der Band zählt, auch wenn ich die fehlenden Horn-Parts schon ein klein wenig vermisst habe (die Bläser-Fraktion ist bei der diesjährigen Tour nicht mit dabei). Als Ausgleich gab es dafür bei vielen Liedern jedoch ausgiebige Saxophon-Parts, die stellenweise fast schon Jam-Charakter hatten und voll und ganz überzeugen konnten.

Die zweite Hälfte begann direkt mit dem großartigen "Skinny Love", das einzige Stück, welches nur von Justin solo performt wurde. Die anderen Songs des Debüts wurden alle mal mehr, mal weniger stark an den Bandkontext angepasst, was mir besonders gut bei "Creature Fear" gefallen hat, was zum Ende in fast schon Shoegaze-artige Klangwände kulminierte. "Holocene" sowie der in meinen Augen live am besten funktionierende 22-Song "33 "GOD"" gehörten zu den weiteren Highlights. Generell ließ die Setlist eigentlich kaum Wünsche offen. Auch die "For Emma..."-Fraktion, die ja in den letzten Jahren live öfters vernachlässigt wurde, kam voll auf ihre Kosten. Ein großes Lob muss ich auch an das (FOS-)Publikum aussprechen. Ich hatte gerade bei den "22, A Million"-Songs schon Zustände befürchtet, wie sie hier von aktuellen Ben Howard-Konzerten berichtet wurden, aber es gab wirklich kaum Gequatsche. Der einzige Negativpunkt, der mir einfällt, ist Amnesty Internation, die es für eine gute Idee hielten, einen Luftballon mit ihrem Logo in die Menge zu schmeißen, was bei so einer Band natürlich überhaupt nicht passt. Ein genervter Zuschauer hat auch den Ballon irgendwann aus der Luft gerissen.

Mit "For Emma" und "22 (OVER S∞∞N)" wurde dieser tolle Konzertabend beschlossen und man merkte der Band an, wie der enorme Publikumszuspruch sie doch auch emotional mitgenommen hat. Ich benutze das Attribut in letzter Zeit zwar häufiger, aber auch hier: eines DER Konzerthighlights 2019! Ich hoffe, dass der Open-Air-Sommer 2020 eine ähnlich hohe Qualität beibehalten kann (und quantitativ wieder etwas zulegt).


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