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Festivalberichte

Alien Brody
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Re: Festivalberichte

Beitrag von Alien Brody » Di 22. Sep 2026, 18:55

7Ostrich hat geschrieben: ↑
So 20. Sep 2026, 23:11
Ich war traditionellerweise Do-Fr auf dem RBF 2026 und habe folgende Acts gesehen:

Donnerstag:
  • Nastyjoe (Stage 15): Etwas düsterer Indie Rock im ehemaligen Drafthouse. Fand ich anfangs ok, in der zweiten Hälfte hat sich das dann noch einmal gesteigert und ich fand es dann doch ziemlich cool. Kann man im Auge behalten.
  • Jewls (Pooca Bar): RBF heißt auch immer, neue Orte zu entdecken, die Pooca Bar war einer davon. Die Band hat einige coole Lieder, die Sängerin hatte versucht, das Publikum zum mitmachen zu animieren, was mal mehr, mal weniger gut funktioniert hat. War aber souverän gemacht und fand ich nicht knirschig. Kann man sich auch gut noch mal geben. Musikalisch ähnlicher Vibe wie Nastyjoe, vielleicht etwas poppiger.
  • New Constellations (Knust): Jetzt wurde es klar poppiger. Das Duo war total sympathisch und die Musik hat mir größtenteils gut gefallen, an manchen Stellen dann aber doch etwas verloren. War Indie Pop mit Synthie und funky Gitarrenarbeit.
  • Gans (Molotow): Einlass war erstaunlich unproblematisch. Etwas stumpfe post-punkige Musik, teils mit Techno Beats, teils mit Querflöte. War mir manchmal etwas zu quatschig, zum moshen aber natürlich gut geeignet.
Freitag:
  • Ditter (25 Club): Hat mir sehr gut gefallen. Indie Pop, der mir ähnliche Vibes gibt wie Confidence Man, Fcukers oder Sleigh Bells, wenn auch nicht ganz so abgedreht und etwas rock-orientierter. Werde ich auf alle Fälle im Auge behalten!
  • too many tabs (Imperial Theater): Klar kann man darüber streiten, ob das RBF unbedingt Live Podcasts von solch doch schon sehr etablierten Podcats veranstalten muss. Aber gleichzeitig finde ich es schön, die Möglichkeit zu haben, auch mal so etwas anzuschauen und ich hatte eine super Zeit. Es wurden die tabs zu Wise Guys und zum Perfekten Dinner (was tbh mehr eine Nacherzählung einer bestimmten Folge und kein echtes rabbit hole war) geschlossen.
  • Chinese American Bear (Mojo): Aufgrund einiger ärgerlicher Überschneidungen (White Flowers vs. Django Django vs. Taroug vs. Falafel essen) erst eine größere Pause gehabt und dann zeitig beim Mojo angestellt, wodurch wir Premium-Plätze für Chinese American Bear hatten. Und das hat super Spaß gemacht! Sehr gut tanzbarer Indie Pop, der mit seinem Sound, der an Foster The People, The Marías oder auch MGMT erinnert, sicherlich nicht das Rad neu erfindet, aber einfach live super Spaß macht. Auch super sympathische Band.
  • Lime Garden (Docks): Hatte ich auf dem Maifeld Derby und auf dem Dockville schon einmal gesehen. Solider Indie Rock, der mich aber leider nicht ganz packt abgesehen vom Hit Clockwork.
  • ALT BLK ERA (Betty): Spaßige härtere Band mit Einflüssen aus härterer Rock- bis Metalmusik und drum n bass. Leider war der Sound für mich nicht druckvoll genug, insbesondere die Gitarre fand ich zu leise. Gemosht wurde aber nach einer gewissen Auftauzeit dann doch.
  • Fat Dog (Docks): Zurück ins Docks, um mir die doch etwas stumpfe Musik von Fat Dog zu geben. Das Publikum ging gut mit, ich fand es auf Dauer etwas anstrengend. @MairzyDoats hat es recht trefflich als Mischung aus Idles und Meute beschrieben.
Samstag:
  • Ninon (Spielbude XL): Den Samstag hab ich eher entspannt angehen lassen und leider ließ mir auch der Timetable keine allzu große Wahl. Ich wollte unbedingt in die Elphi, wodurch man zwangsläufig einiges verpasst und gleichzeitig spielten auch die meisten interesssanten Sachen erst später. Immerhin zwei interessante Acts haben dann aber doch zeitlich gepasst. Ninon machen Indie Pop mit einer etwas düsteren, dramatischen Atmosphäre, womit man mich ganz gut kriegt. Vor dem Auftritt wurde das Musikvideo zum Lied "Family Dinner" präsentiert. Dieses klang deutlich elektronischer als die übrigen Lieder und fand ich spannend!
  • Modern Woman (Nochtspeicher): Das war mein musikalisches Highlight, Post-irgendwas, düster, Geige, Saxophon, alles dabei. Empfehlung fürs Forum!
  • Anna von Hausswolff (Elphi): Auch hier hat so ziemlich alles gepasst. Der düstere Sound hat in majestätischer Wucht die Elphi erzittert und die Lichtshow blitzte wie ein Unwetter am Nachthimmel oder tauchte die Orgelpfeifen in ein verwunschenes Grün. Sonst war ich nach Elphi-Konzerten hinsichtlich des Sounds immer ein bisschen verhalten, aber hier war es wirklich perfekt. Mein einziger Kritikpunkt wäre, dass die Spielzeit leider nicht voll ausgenutzt wurde. Mindestens Aging Young Woman hätte ich noch gerne gehört. Wäre auch ein ganz guter Kontrast gewesen, denn abgesehen von The Whole Woman, das ich live noch 1000x schöner finde als auf Platte, gab es kaum Verschnaufspausen von den dröhnenden Epen, die zum besten gegeben wurden.
Zu dem Festival selbst kann ich eigentlich nichts Neues sagen. Hat wieder Spaß gemacht, habe viele bekannte Gesichter gesehen (tatsächlich war ich nur auf 2 Konzerten alleine) und habe auch bei meinem fünften Festivalbesuch nicht die Situation gehabt, dass ich irgendwo nicht mehr reinkam. Liegt vermutlich daran, dass ich in aller Regel nicht allzu knapp plane und manche Sachen dann zugunsten weniger Stress bereits im Vorfeld opfere (dieses Jahr z.B. Django Django). Schade nur, dass es dieses Mal bei mir leider gar keine Zeit dafür gab, ein Kiok-Bierchen gemeinschaftlich wegzucornern. Tatsächlich war es am Ende mein erstes komplett alk-freies RBF, das finde ich auch eigentlich gar nicht mal so verkehrt. Ich hoffe, wir werden auch zukünftig viele weitere schöne Ausgaben von dem Festival noch erleben dürfen.
Da hatten wir genau eine Überschneidung :) Sind dir bei New Constellations auch die Ohren weggeflogen? Fand's sehr heftig, vor allem die Vocals in den Höhen :screck:

Anna von Hauswolff hatte ich mich total drauf gefreut, aber dann kam eine Verabredung mit Stars, Metric und Broken Social Scene dazwischen ... Hat sie echt die Orgel in der Elbphilharmonie gespielt? Hab das Ding noch nie in Aktion erlebt ...

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7Ostrich
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Re: Festivalberichte

Beitrag von 7Ostrich » Do 24. Sep 2026, 11:26

@Alien Brody den Soundcheck fand ich super laut, beim Konzert hatte ich dann Gehörschutz drin, daher hab ich da keine Probleme gehabt.
Ja, sie hat die Hausorgel gespielt. Die hat einen extra Spieltisch für die Bühne, der dann wsl mit Midi oder so die Orgel anspielt, die ja an der Seite bisschen weiter weg ist. War schon sehr cool, aber durch den mächtigen Sound der ganzen Band konnte man auch nicht immer ausmachen, was davon die Orgel ist.
Ich bin hier nicht zufällig, ich kenn mich aus

Christmas-King 2020

Musikantenscheune of Death

Alien Brody
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Re: Festivalberichte

Beitrag von Alien Brody » Fr 25. Sep 2026, 00:05

7Ostrich hat geschrieben: ↑
Do 24. Sep 2026, 11:26
@Alien Brody den Soundcheck fand ich super laut, beim Konzert hatte ich dann Gehörschutz drin, daher hab ich da keine Probleme gehabt.
Ja, sie hat die Hausorgel gespielt. Die hat einen extra Spieltisch für die Bühne, der dann wsl mit Midi oder so die Orgel anspielt, die ja an der Seite bisschen weiter weg ist. War schon sehr cool, aber durch den mächtigen Sound der ganzen Band konnte man auch nicht immer ausmachen, was davon die Orgel ist.
Klingt mega! Wär ich gern dabei gewesen ...

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SammyJankis
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Re: Festivalberichte

Beitrag von SammyJankis » Fr 9. Okt 2026, 11:16

Ich war am 27. und 28.08 (Donnerstag & Freitag) auf dem Hit the City Fest in Eindhoven in den Niederlanden. Es ist im Endeffekt aufgezogen wie das Reeperbahnfestival, also Shows in vielen Locations in der Innenstadt von Eindhoven. Allerdings ist diese Veranstaltung kostenlos und an zwei Tagen gab es Acts, für die sich der Ausflug gelohnt hat.


Donnerstag:

Donnerstag war die Opening Night, bei der nur eine Location bespielt wurde, das Effennaar. Dies ist auch die größte Location, die genutzt wird. Kapazität liegt so bei 1000-1200 würde ich schätzen. Es war natürlich brechend voll, was angesichts der Acts auch kein Wunder war. War ein bunter Mix aus Leuten, die offensichtlich für bestimmte Bands vor Ort waren, und Leuten, die dank kostenlosen Eintritt einfach nen netten Abend mit Musik verbringen wollten.

Croithe - Band aus Irland. Sound ging so in Richtung Indie/Post-Punk. Hier und da waren auch Shoegaze Einflüsse bemerkbar. Gute Unterhaltung. War für die erste von drei Bands ein runder Beginn. Leider war die Crowd sehr unruhig. Viel Bewegung für Bier holen etc.. Hatte damit allerdings auch im Vorfeld gerechnet. Haben uns nach dem Gig Plätze auf der Empore gesucht, was deutlich angenehmer war.

Deadletter - Wieder Post-Punk, aber dieses Mal mit stärkeren Wave Einflüssen. Fands alles andere als spannend und die Bühnenpräsenz auch etwas zu dick aufgetragen. Zusätzlich gab es fast eine Stunde Spielzeit, womit ich nicht gerechnet hatte. Gut für die Band, die bei der Crowd allgemein gut ankam, schlecht für mich.

High Vis - Der Grund meiner Anwesenheit, zur Zeit einfach ohne jeden Zweifel eine der besten Bands. Gab eine vergleichbare Setlist zu Essen im Juli. Weiterhin wird nichts außen vor gelassen anstatt dass die aktuelle Platte wie so oft den Hauptteil einnimmt. Crowd war für eine kostenlose Show auf einer solchen Veranstaltung nach etwas gemächlicherem Start auch voll dabei. Allerdings hat man schon gemerkt, dass einige Leute nicht mit dem gerechnet haben, was auf und vor der Bühne so los war. Dementsprechend endete gefühlt jeder Stage Dive, der nach außen und nicht in die Mitte ging, damit, dass ein oder mehrere Leute am Boden lagen. Wirkte aber nicht so als wär was Ernstes passiert. Insgesamt natürlich schon besser gesehen, aber keine Band macht mir momentan so viel Spaß. War hier auch nicht anders und dass es nicht an die UK Shows in kleinem Rahmen rankommt ist auch vollkommen okay.


Freitag:

Im Endeffekt für eine Band hingefahren. Durch wenig Zeit an dem Tag auch erst spät aus Duisburg losgekommen. Sind dann im Endeffekt nach Ankunft direkt zur Location, Café the Jack, kleine Rockkneipe mit Bühne. Bis kurz vor Showgebinn war es sauleer, hat sich dann aber noch gut gefüllt.

Crouch - Mittlerweile schon einige Male gesehen und die Band liefert jedes Mal ab. Sound war zu Beginn nicht so gut und auch die Stimme des Sängers wirkte etwas angeschlagen. Ansonsten wurde wieder der neuen Platte viel Raum gegeben. Sehr straighter Sludge, viele Tempowechsel. Die Band hat schon für das Genre einen recht markanten Sound. Kann allen nur einen Showbesuch empfehlen.

Danach noch erfolglos versucht, bei ner anderen Band reinzukommen und in Anbetracht der Tatsache, dass es bis zur nächsten für mich spannenden Band 1,5 Stunden Zeit waren, entspannt den Heimweg angetreten.


Fazit:

Veranstaltung ist absolut zu empfehlen. Habe mir auch mal die Line Ups der letzten Jahre angeguckt und es gab durchweg interessante Acts. Bei Gelegenheit und passenden Acts gerne wieder.
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SammyJankis
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Re: Festivalberichte

Beitrag von SammyJankis » So 11. Okt 2026, 11:36

Ich war am 05.09. (Samstag) in Dortmund auf dem Zu Herbe Open Air. Location war das Außengelände des Fritz-Henßler-Hauses, fußläufig 10-15 Minuten vom Hauptbahnhof entfernt. Während der Zeit, in der ich vor Ort war, würde ich die Zuschauerzahl auf 200-300 schätzen. Durchschnittsalter war sehr jung, hatte ich auch mit gerechnet. Veranstaltung war kostenlos.

Fabri - Cloud Rap, fühlte mich so 8-10 Jahre zurückversetzt. Als würde Juicy Süß spielen. Hatte unter den Zuschauenden eine große Fanbase. Da waren einige durchgehend textsicher. Stimmung war also ziemlich gut. Mich hat es eher kalt gelassen.

Le$ola - Gab im Anschluss ein 40-45 minütiges DJ Set. Viele Hits aus dem Hip-Hop Bereich, ab und an ging es in Richtung Elektro. Hat nur wenig Zuspruch bekommen.

Patina Records - Der Grund meiner Anwesenheit. Hip-Hop Gruppierung aus Dortmund. Starten seit knapp einem Jahr ziemlich durch. Unterhaltsamer Gig. Drei Leute haben den Hauptteil gerappt, aber auch der DJ durfte mal ans Mic. Hängen geblieben ist der Song mit dem Faithless "Insomnia" Sample. Unsicher, ob ich Geld dafür ausgeben würde, aber für lau hat es sich auf jeden Fall gelohnt. Das war auch die Meinung meines Mitfahrers.


Fazit:

Eine gut organisierte Umsonst Veranstaltung, die vor allem eine junge Crowd anzieht. Sehr cool. Bei Gelegenheit je nach Line Up gerne wieder.
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wolkenburger
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Re: Festivalberichte

Beitrag von wolkenburger » Mo 12. Okt 2026, 17:13

Ich war am Wochenende auf dem PEOPLE Festival im Funkhaus Berlin.

Das ganze hat mit einem "normalen" Festival am Ende recht wenig zu tun und richtet sich vor allem an Menschen, die offen sind, neue Musik zu erfahren und nichts zu erwarten, sondern sich treiben zu lassen. FOMO war allerdings auch bei mir am Wochenende immer mal ein Thema, ich bin aber trozdem extrem glücklich und beseelt über alles, was ich da am Wochenende gesehen habe.

Beim Einlass wurde man in eine von 6 Gruppen eingeteilt und konnte dann einem Plan entnehmen, wo man sich wann hinbegeben musste, um eine seiner exklusiven Sessions sehen zu dürfen. Das ganze fand dabei im Funkhaus in Berlin statt. Die Sessions in Saal 1 und 2 und in den Studios, zusätzliches Programm und das Abendprogramm in der Shedhalle. Ich kann hier nur berichten, was ich gesehen habe.

Samstag

Am Samstag waren wir schon relativ zeitig am Gelände, weshalb wir in Gruppe 1 zugeteilt wurden. Das ermöglichte uns auch eine zusätzliche, nicht geplante Session vor offiziellem Beginn in Saal 1, was auch schon hier ein großes Highlight war. Hier hatte sich nämlich kurzfristig das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin eingefunden und spielte erst ein Stück von Bryce Dessner und im Anschluss noch weiter Lieder als orchestrale Begleitung mit Gordi & SOAK, Ye Vagabonds den Kings of Convenience und Angie McMahon. Hier wurde zu Beginn gleich ganz dick aufgetragen und das war auch wunderschön.

Anschließend durften wir eine Session in Saal 2 hören, bei der mehrere Sängerinen (ich kannte nur Lea und Fuensanta Mendez) mit Begleitung von Bläsern und Streichern und Band wunderschön neu interpretierte eigene Lieder aufführten. Auch hier ganz wunderbar (wie übrigens am Ende eigentlich jede Session, die wir hören durften).

Im Saal 1 folgte dann eins der Highlights des Wochenendes. Eine Session-Band rund um Leonard Cohens Sohn Adam Cohen (und Enkel Cassius Cohen) führten anlässlich des 10-Jährigen Jubiläums von Cohens Todestag zusammen mit (u.a) Angie McMahon, Ye Vagabonds, Ben Howard, Leif Vollebekk, Casper Clausen und Lucy Clearwater ihre Lieblings-Cohen-Songs auf. Das war unfassbar schön und auch emotional. Highlights für mich Leif Vollebekks "In My Secret Life" und Ben Howards "Bird on a Wire".

Die nächste Session führte uns dann in die Studios, wo wir erst Tommy WÁ und anschließend Lucy Clearwater & Andrew Barr (Teil der Barr Brothers) sehen durften. Insbesondere zweiteres hat mir persönlich unglaublich gut gefallen!

Zum Abschluss des Session-Tages durften wir nochmal in Saal 1, wo die Kings of Convenience neues Material zusammen mit Streichern und bei einem Song auch mit Zach Condon von Beirut präsentierten. Ich hatte die Kings of Convenience bisher live immer verpasst und mich daher sehr gefreut, sie auch endlich mal sehen zu können und das neue Material hat in mir definitv Vorfreude aufs neue Album ausgelöst.

Am Abend sollte dann das "People Mixtape" in der People Hall (Shedhalle) stattfinden. Und hier war auch die einzige Enttäuschung des Wochenendes für mich persönlich. Angekündigt waren hier unter anderem "Ben Howard & Choir" sowie "Bonaparte & Friends". Am Ende gab es dann aber irgendwie scheinbar organisatorische Probleme und wir haben beide nicht gesehen. Ich weiß nicht, ob wir sie einfach verpasst haben. Stattdessen haben wir ein gutes Konzert von Efterklang gesehen, aber schon währenddessen und auch danach war bei mir dann die Luft einfach ein bisschen raus und wir haben stattdessen noch etwas am Feuer gesessen und die Stimmung genossen, während drin noch Marijuana Deathsquad gespielt hat. Trotzdem war der Tag ein voller Erfolg und die Freude auf Tag 2 auch riesengroß.

Sonntag

Am Sonntag wieder zurück zum Gelände, auch diesmal lohnte sich das zeitige Kommen und wir durften noch eine Klanginstallation rund um Trever Hagen betrachten, der dazu Trompete spielte und von Tänzerinnen begleitet wurde. Ein sehr athmosphärischer Beginn des Tages. Anschließend ging es in Saal 1 weiter, wo eine große Gruppe Musiker*innen, u.a Gail Ann Dorsay, Bonaparte, Rozi Plain, Nick Zinner (Yeah Yeah Yeahs), Alex Sommers (und viele mehr, die ich nicht kannte) ein post-rockiges Instrumental-Stück aufführten, welches den Morgen gleich mit reichlich Energie startete. Anschließend spielte Moses Sumney noch 3 Stücke. Das war allerdings der einzige Punkt, wo der kollaborative Aspekt nicht so richtig rüber kam, da er hier Solo, bzw. von seinem Gitarristen begleitet seine Musik zeigte und dabei etwas isoliert wirkte.

Anschließen durften wir in die Studios und hatten hier das Glück in einem Studio eine von David Kitt organisierte Session u.a. mit Ben Howard, Fionn Regan, Rozi Plain und Amanda Bergmann die zu Kitt's Beats vom Modularen Synthesizer folkige Stücke präsentierten. Das hätte ich auch gerne noch deutlich länger angehört und man hat allen Musiker*innen angesehen, das sie sehr viel Spaß in dieser Konstellation hatten.

Zurück in Saal 1 folgte die zweite Tribute Session des Tages. Angeleitet von Shara Nova (u.a. bekannt aus Sufjan Stevens Band) wurden Stücke von Sinéad O'Connor präsentiert und ihr Leben und Werk gewürdigt. Mit dabei waren auch hier wieder Gordi & Soak. Highlight für mich war Melena Whitcher die ein von Max Whitcher arrangiertes Stück nur mit Begleitung vom Streichquartett gesungen hat. Gänsehaut!

Die letzte Session des Tages folgte für uns im Saal 2 und hatte auch hier nochmal ein Highlight parat. Eine Gruppe bestehend aus Mouse on Mars, Regis Molina, Sinkane, Naeem, Rozi Plain, Ben Lanz und beim letzten Track auch Aaron & Bryce Dessner gab elektrisierenden Afro-Jazz vom feinsten zum Besten. Hier wurde auch kräftig mitgefilmt und ich hoffe, das kann man sich irgendwann nochmal anschauen, denn das war musikalisch überragend!

Der Abend war diesmal bedeutend besser organisiert und hatte noch einige Highlights für uns zu bieten. Den Anfang machte die Shinji Masuko Super Band. Anschließend kam der "Honky Tonk Circle", organisiert von Amanda Bergmann und u.a. bestehend aus Leif Vollebekk, Angie McMahon, Lucy Clearwater, David Kitt, Andrew Barr, Chris Egan und Zach Condon und spielte Country und Americana-Songs mit wunderschönem Harmonie-Gesang und perfekt für die abendliche Stimmung.

Anschließend gab es eine Beirut & Friends Session. Auch hier war ich unglaublich froh, da ich es bisher nie geschafft hatte, ein Beirut-Konzert mitzunehmen. Es waren zwar "nur" 4 Songs, aber die waren wunderschön. Zum Abschluss gab es noch "Postcards from Italy" und für mich war die Welt völlig in Ordnung.

Krönender Abschluss des Sontag war das The National Mixtape. Da 4/5 der Band anwesend waren (alle aus Matt Berninger) entschloss sich die Band für jeden Song eine andere Sänger*in auf die Bühne zu holen und mit ihnen zu performen. Gespielt wurden
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Dadurch ging für mich das Wochenende nochmal mit einem absoluten Highlight zuende. Man sah allen Beteiligten an, dass sie eine wunderbare Zeit hatten. Die Künstler*innen waren ja schon die ganze Woche zusammen gewesen und hatten das dargebotene Erarbeitet. Das nun sehen zu dürfen fühlte sich wie ein absolutes Privileg an. Ich würde bei einer Neuauflage sofort wieder nach Berlin fahren. Es war einfach wunderbar.
Klar spielt ab und zu der Gedanke an das, was gerade in anderen Sälen abläuft mit. Was verpasst man gerade? Welche Einmalige Konstellation? Ein Blick auf Social Media verrät, das es noch viele andere tolle Dinge zu sehen gab, aber ich bin definitv glücklich und zufrieden mit dem Gesehenen. Die hier befürchteten Aki Bosse und Henning May, die auch im Line-Up vermerkt waren, habe ich übrigens nicht gesehen.
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Wishkah
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Re: Festivalberichte

Beitrag von Wishkah » Mo 12. Okt 2026, 17:38

Vielen Dank für den aufschlussreichen Bericht! :smile:

Ich bin ja am Wochenende nach reichlich Überlegung im Voraus zu Hause geblieben, wobei mir die Entscheidung am Ende durch eine Erkältung, die mich die Woche über geplagt hatte, etwas leichter gemacht wurde.

Dein Bericht bestätigt und nimmt mir gleichzeitig die FOMO-Befürchtungen. Ich hatte mich auf jeden Fall gefragt, wie genau das Festival abläuft. Die Frage ist jetzt größtenteils beantwortet. Das würde mir schon sehr schwerfallen, vor Ort zu sein, und einzigartige Auftritte, die parallel stattfinden, zu verpassen, weil man in der "falschen" Gruppe gelandet ist. Gleichzeitig scheint es ja unheimlich viele tolle Momente gegeben zu haben.

Als ich gestern auf Reddit vom angekündigten The National Mixtape mitbekommen hatte, war ich schon etwas traurig, nicht dort zu sein. War das denn offen für alle oder gab es da auch Zugangsbeschränkungen durch Gruppeneinteilung oder zusätzliche Tickets?

Bei einer erneuten Ausgabe würde ich mir wahrscheinlich einfach mal ein Ticket holen.

Die wichtigste Frage bleibt aber offen:
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wolkenburger
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Re: Festivalberichte

Beitrag von wolkenburger » Mo 12. Okt 2026, 21:11

Für den Abend gab es noch zusätzliche Tickets für die Öffentlichkeit und da konnten dann auch alle mit Tages- & Wochenendtickets gemeinsam hin!

Für Sonntag abend konnte man sogar noch Freunde kostenlos mitnehmen, scheinbar wurden da nicht soo viele Tickets verkauft.
Wishkah hat geschrieben: ↑
Mo 12. Okt 2026, 17:38
Die wichtigste Frage bleibt aber offen:
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Habe mir hier selbst ein 3-Song Limit auferlegt. Damit schaffen es für das Wochenende immerhin einige auf die Liste :mrgreen:
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