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Der Konzertbesuchsthread

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hendrik
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von hendrik » So 17. Feb 2019, 13:10

Madrugada stand bei mir auch auf dem Zettel, hab's aber doch gelassen. Letztlich ärgere ich mich ein wenig, dass ich es nicht mitgenommen habe. Naja, vielleicht die April-Show. Mit der liebäugel ich auch sehr. Ich muss mich wohl doch um eine Karte bemühen...

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akropeter
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von akropeter » Mo 18. Feb 2019, 00:19

Madrugada war heute in Hamburg richtig gut. Toller Sound und auch sonst war das Docks absolut in Ordnung. Ungewöhnlich fand ich nur, dass der Laden eine halbe Stunde vor Beginn schon picke packe voll war. Hatte vielleicht mit dem altersdurchschnitt des Publikums zu tun.
Glauben Sie ja nicht wer sie sind!

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Mondgesicht
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Mondgesicht » Mo 18. Feb 2019, 10:12

Blackstar hat geschrieben:
Sa 16. Feb 2019, 16:44
Gestern waren Amenra im Hamburger Knust und ich war auch da. Das Amenra die momentan beste Liveband überhaupt sind, stand schon mehrfach in diesem Thread, passte auch gestern wieder - auch wenn das Hamburger Publikum (ähnlich wie in Berlin) so eine überragende Show gar nicht verdient hat, aber dazu später mehr.

Support waren Lingua Ignota und E-L-R. Von ersterer habe ich nur den Schluss mitbekommen, was etwas spät dran, das war aber eher nicht so meines. Stellt euch vor, eine Frau würde markerschütternd heulen und dabei singen. So klang das, wobei es teilweise schon recht heftigen drone/doomgeballer-Sound vom Band dazu gab. E-L-R waren dann zwei Frauen und ein Typ, die so klassischen Sludge gemacht haben. Sehr melodisch, recht gut auch - auf jeden Fall ein perfekter Support zum reinkommen. Einziges Manko: Die Damen haben auch gesungen, zumindest hatten sie den Mund am Mikro. Gehört hat man davon nichts.

Amenra kamen dann gegen 22 45 Uhr auf die Bühne (Beginn war 21 Uhr) und fingen erstmal recht ruhig an. Dabei fiel auf, dass einige der Vorbandsabbler es immernoch nicht begriffen hatten, dass jetzt hier heute abend ein Konzert ist. Insbesondere eine Frau im oberen Rang hat so dermaßen laut mit ihren Leuten geredet, bzw. geschrien, dass wirklich jeder im Saal das hören konnte. Nach 10-15 Minuten hat dann mal jemand unter tosendem Applaus "halt die Fresse" geschrien in einer ruhigen Stelle, was einigemaßen geholfen hat. Auch später bei den Highlights der Setlist gab es aber immer wieder irgendwelche Typen, die scheinbar zu Amenra gehen, um während der Songs zu labern (in den leisen Stellen wirklich ätzend). Ansonsten war es viel zu voll. Immerhin hat keiner geraucht.

Setlist war sehr, sehr gut. Aus der ersten Hälfte bekomme ich keine Titel zusammen, waren aber Hauptsächlich Mass V und VI - Stücke. Überragend wurde es kurz nach der Mitte: Es fing an mit "Boden", als nach einer kurzen Pause auf einmal die ersten Takte des sonst nie gespielten "A Solitary Reign" anfingen. Allein dafür lohnte es sich. Direkt danach wurde "Am Kreuz" durchgeballert, wobei es da bei mir zu einer Schrecksekunde kam. "Lingua Ignota" kam auf die Bühne und stellte sich erstmal nur neben Colin, der am Boden hockte. Ich hatte in dem Moment etwas Angst, dass nun eine der "speziellen" Shows von Colin losgeht, die anzuschauen ja nicht jedermanns Sache ist. Schlussendlich hat sie zum Glück dann nur den Gesangspart bei "Am Kreuz" übernommen. Zum Abschluss gab es dann noch meinen Zweitliebsten Amenra-Song: "Nowena", bei dem diesmal sowohl Lingua Ignota als auch E-L-R für ein Ballerfinale (drei mal Gitarre, zwei mal Bass und dazu das Geschrei von Colin und der Frau) auf die Bühne kamen. Sehr, sehr groß. Knapp 90 Minuten Spielzeit waren auch sehr ordentlich.

Sie haben A Solitary Reign gespielt!!!!!!einself!!
Fand das Konzert ab „Halt die Fresse“ einfach nur überragend. :mrgreen:

defpro
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von defpro » Mo 18. Feb 2019, 11:50

Ich war gestern bei Amenra im ausverkauften Wiesbadener Kesselhaus. Da Blackstar sich schon ausführlich hierzu geäußert hat, halte ich mich etwas kürzer.

Lingua Ignota habe ich komplett verpasst, von E-L-R habe ich immerhin noch die letzten beiden Songs mitbekommen. Ich hätte deren Stil jetzt eher als melodischen Post-Metal bezeichnet. War schon sehr nett anzuhören, auf Songlänge vielleicht etwas zu eintönig. Es war im Prinzip komplett instrumental, einzelne zaghafte Vocals waren nur schwach im Hintergrund zu vernehmen. Ich gehe mal davon aus, dass das so gewollt war, da der restliche Sound auch astrein ausgesteuert war. Hat aber definitiv Spaß gemacht.

Zu Amenra kann ich mich anschließen: Die waren mal wieder absolut überragend. Besonders den Sound muss ich positiv hervorheben: Das klang alles wunderbar wuchtig, besonders beim Übergang von leisen zu lauten Passagen. Zudem freut es mich immer besonders, wenn bei Konzerten eine vernünftige Lautstärke gewählt wird. Häufig ist es ja zu laut ohne Ohrenschutz, aber zu leise mit. Hier war es mit Stöpseln genau richtig. Nur Colin war am Anfang etwas zu leise, das wurde aber direkt behoben. Quasseler im Publikum hatten wir zum Glück keine. Ganz im Gegenteil, es war erstaunlich ruhig. Für 2/3 des Konzerts wurde sogar der Applaus zwischen den Songs weggelassen. Ich war positiv überrascht.
Die Performance der Band war natürlich auch wieder spitze. Colin hat sich sogar 6x zum Publikum umgedreht. Hatte ich auch nicht so häufig in Erinnerung.

Das einzige Contra, wenn man es so nennen will, war (abgesehen von meiner eigenen körperlichen Fitness aufgrund von Erkältung und Kater) die Setlist. Für sich genommen war die natürlich super, aber Blackstar hat mich mit "A Solitary Reign" schon ziemlich wuschig gemacht, das Hoffen auf den Song war jedoch leider vergebens. Zudem wurde auch an anderen Stellen an der Setlist getauscht, sodass im Endeffekt mit Ausnahme von "Thurifer Et Clamor Ad Te Veniat" die gleiche Setlist auf dem Papier stand, die ich vor einem Dreivierteljahr von der Band auch schon in Frankfurt gesehen habe. Ist aber natürlich alles Meckern auf sehr hohem Niveau und gerade die Tatsache, dass nicht jeden Abend das gleiche Set gespielt wird, kann man der Band nicht hoch genug anrechnen.
Auch das Triple-Finale mit den beiden Vorbands gab es bei uns nicht. Ich vermute mal, dass der Platz auf der Bühne schlicht und einfach nicht ausgereicht hat. Schade.

Bin mal gespannt, wie groß die Band noch wird. Ich befürchte, dass beim nächsten Tourzyklus eher die große Halle nebenan angepeilt wird (es sei ihnen natürlich gegönnt). Es scheint sich in der Szene definitiv herumgesprochen zu haben, welches Live-Juwel sich hinter Amenra versteckt.

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SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Mo 18. Feb 2019, 12:00

defpro hat geschrieben:
Mo 18. Feb 2019, 11:50
Das einzige Contra, wenn man es so nennen will, war (abgesehen von meiner eigenen körperlichen Fitness aufgrund von Erkältung und Kater) die Setlist. Für sich genommen war die natürlich super, aber Blackstar hat mich mit "A Solitary Reign" schon ziemlich wuschig gemacht, das Hoffen auf den Song war jedoch leider vergebens. Zudem wurde auch an anderen Stellen an der Setlist getauscht, sodass im Endeffekt mit Ausnahme von "Thurifer Et Clamor Ad Te Veniat" die gleiche Setlist auf dem Papier stand, die ich vor einem Dreivierteljahr von der Band auch schon in Frankfurt gesehen habe. Ist aber natürlich alles Meckern auf sehr hohem Niveau und gerade die Tatsache, dass nicht jeden Abend das gleiche Set gespielt wird, kann man der Band nicht hoch genug anrechnen.
Viel Variation gab es bei den Setlisten irgendwie nie. Hätte mich auch nicht gewundert, wenn es bei den Deutschland Shows immer die gleichen Songs in der gleichen Reihenfolge gibt. Glaube, die Inzenierung mit den Videos, die ja doch eine gewisse Abstimmung erfordern, gibt große Änderungen nicht her. Vor dem Release der Mass VI habe ich auch gefühlt 5-6x exakt die gleiche Setlist gesehen.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Blackstar » Mo 18. Feb 2019, 12:06

SammyJankis hat geschrieben:
Mo 18. Feb 2019, 12:00
defpro hat geschrieben:
Mo 18. Feb 2019, 11:50
Das einzige Contra, wenn man es so nennen will, war (abgesehen von meiner eigenen körperlichen Fitness aufgrund von Erkältung und Kater) die Setlist. Für sich genommen war die natürlich super, aber Blackstar hat mich mit "A Solitary Reign" schon ziemlich wuschig gemacht, das Hoffen auf den Song war jedoch leider vergebens. Zudem wurde auch an anderen Stellen an der Setlist getauscht, sodass im Endeffekt mit Ausnahme von "Thurifer Et Clamor Ad Te Veniat" die gleiche Setlist auf dem Papier stand, die ich vor einem Dreivierteljahr von der Band auch schon in Frankfurt gesehen habe. Ist aber natürlich alles Meckern auf sehr hohem Niveau und gerade die Tatsache, dass nicht jeden Abend das gleiche Set gespielt wird, kann man der Band nicht hoch genug anrechnen.
Viel Variation gab es bei den Setlisten irgendwie nie. Hätte mich auch nicht gewundert, wenn es bei den Deutschland Shows immer die gleichen Songs in der gleichen Reihenfolge gibt. Glaube, die Inzenierung mit den Videos, die ja doch eine gewisse Abstimmung erfordern, gibt große Änderungen nicht her. Vor dem Release der Mass VI habe ich auch gefühlt 5-6x exakt die gleiche Setlist gesehen.
Das hatte ich ja auch immer so gesehen, bei den drei aktuellen Shows (Hamburg, Berlin, Wiesbaden) wurde jedoch jedes Mal eine komplett unterschiedliche Setlist gespielt.
Ich hätte deren Stil jetzt eher als melodischen Post-Metal bezeichnet.
Ja, das passt viel besser.

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von defpro » Mo 18. Feb 2019, 12:27

SammyJankis hat geschrieben:
Mo 18. Feb 2019, 12:00
defpro hat geschrieben:
Mo 18. Feb 2019, 11:50
Das einzige Contra, wenn man es so nennen will, war (abgesehen von meiner eigenen körperlichen Fitness aufgrund von Erkältung und Kater) die Setlist. Für sich genommen war die natürlich super, aber Blackstar hat mich mit "A Solitary Reign" schon ziemlich wuschig gemacht, das Hoffen auf den Song war jedoch leider vergebens. Zudem wurde auch an anderen Stellen an der Setlist getauscht, sodass im Endeffekt mit Ausnahme von "Thurifer Et Clamor Ad Te Veniat" die gleiche Setlist auf dem Papier stand, die ich vor einem Dreivierteljahr von der Band auch schon in Frankfurt gesehen habe. Ist aber natürlich alles Meckern auf sehr hohem Niveau und gerade die Tatsache, dass nicht jeden Abend das gleiche Set gespielt wird, kann man der Band nicht hoch genug anrechnen.
Viel Variation gab es bei den Setlisten irgendwie nie. Hätte mich auch nicht gewundert, wenn es bei den Deutschland Shows immer die gleichen Songs in der gleichen Reihenfolge gibt. Glaube, die Inzenierung mit den Videos, die ja doch eine gewisse Abstimmung erfordern, gibt große Änderungen nicht her. Vor dem Release der Mass VI habe ich auch gefühlt 5-6x exakt die gleiche Setlist gesehen.
Wenn meine Erinnerungen mich nicht trügen, dann müssten die Visualisierungen im Vergleich zur letzten Tour andere gewesen sein. Vielleicht werden auch einzelne Visuals in ihrer Länge verändert, damit sie für 2 Songs verwendet werden können oder man verwendet für manche Songs alte Visuals der letzten Tour. Denn wie Blackstar schon schreibt: Aktuell variiert die Band in ihrem Set erstaunlich viel.

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SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Di 19. Feb 2019, 12:02

Ich war gestern bei Amenra in Dortmund im JunkYard. Show war ausverkauft und dementsprechend voll war es. Im Gegensatz zu meinem letzten Besuch dort wurde auch stark kontrolliert. Etwas übertrieben, aber gut. Die Security war freundlich, man kann nicht meckern.

Lingua Ignota - Ein Frau Kapelle mit Keyboard im Zuschauerraum. Geboten wurde irgendwas im Bereich Dark Ambient/Drone/Doom. Es gab dabei durchaus unterschiedliche Parts. Zum einen gab es wie bereits berichtet viel Doomiges vom Band, wobei die Dame umherlief und wahlweise sang oder schrie. Dabei trug sie auch eine Menge "Baulampen" mit sich herum, die sie auch ab und an irgendwo ablegte oder auf den Boden schlug. Zum anderen gab viele Parts, bei denen sie nur am Keyboard stand und selbst spielte. Songs gab es nciht wirklich, eine halbe Stunde ging das Ganze und ich wurde durchaus überzeugt. Klar, sicherlich anstrengend zu verfolgen, aber ich wurde mitgerissen.

E-L-R - Am Anfang leider mit schlechtem Sound, den Gesang hat man kaum gehört. Wurde dann aber immer besser, sodass die letzten beiden Songs das Highlight des Sets waren. Vom Grundsound her klang es für mich stark nach Russian Circles, wenn auch nicht so brachial. Zwischendurch gab es aber vermehrt Ausflüge in Richtung Black Metal/Blackgaze. War vor allem durch den Schluss ein versöhnlicher Auftritt.

Amenra - Mittlerweile unglaublich oft gesehen, aber immer wieder ein Erlebnis. Fasse mich auch etwas kürzer. Setlist war wieder ein Bisschen anders. Finde ich gut, dass sie etwas durchmixen. Der Sänger hat sich erstaunlich oft umgedreht. Okay, aber das variiert schon seit Ewigkeiten. Gab auch mal Shows, bei denen er die gesamte Zeit mit dem Rücken zum Publikum gesungen hat. Der Mikrosound war leider ausbaufähig, was dazu führte, dass an einer Stelle das Mikro auch mal unsanft auf dem Boden landete. Ich glaube allerdings, dass es generell das Miaximum war, was man aus dem Laden rausholen konnte. Leider sind auch die Videos der niedrigen Decke etwas zum Opfer gefallen. Klingt jetzt aber alles negativer als es war, denn die Band liefert einfach ab. Probs noch kurz an die beiden Dudes neben mir, von denen einer der beiden einen kompletten Song filmen wollte, dafür "Boden" auswählte, unwissend darüber wie lange der Song geht. Der hatte am Ende des Songs einen schweren Arm. :D Der Abschluss mit den Features der Supports war absolut klasse. Hat mich an den Church of Ra Label Evening 2014 erinnert als mit Amenra zum Schluss mit 10-15 zusätzlichen Leuten auf der Bühne standen, u.a. von Oathbreaker und The Black Heart Rebellion, und gespielt haben. Bis heute die beste Amenra Show, die ich je gesehen habe. Daran kam der gestrige Abend natürlich nicht heran, aber es war trotzdem klasse. Erste Amenra Show dieses Jahr. Mal sehen, wie viele folgen werden. Habe die leise Hoffnung auf ein Special 20th Aniversary Set in Kortrijk oder Brüssel.
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Dieter Meyers
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Dieter Meyers » Fr 22. Feb 2019, 10:57

akropeter hat geschrieben:
Mo 18. Feb 2019, 00:19
Madrugada war heute in Hamburg richtig gut. Toller Sound und auch sonst war das Docks absolut in Ordnung. Ungewöhnlich fand ich nur, dass der Laden eine halbe Stunde vor Beginn schon picke packe voll war. Hatte vielleicht mit dem altersdurchschnitt des Publikums zu tun.

Gleiches gilt für Köln. Neue Location (Carlswerk Victoria) konnte sehr überzeugen. Könnte auch noch deutlich mehr Menschen fassen (zur Zeit gehen die Wohl bis maximal 1600). Dadurch wahr gerad nach hinten raus mehr als genug Platz. Gastronomie ist noch optimierungsbedürftig, aber ist ja auch alles noch rech neu. Madrugada schienen super auflegelt. Da mir die Industrial Silence mit am besten gefällt waren für mich die Highlights im Gegensatz zu Blackstars Meinung auch eher in der ersten Hälfte des Konzerts.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Blackstar » Mo 25. Feb 2019, 20:51

Hatte mich bei Amenra Hamburg übrigens vertan und Nowena und Aorte.Ritual verwechselt.



So war das auch in Hamburg.

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Bloodflood
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Bloodflood » Mi 27. Feb 2019, 13:42

Ich war am vergangenen Freitag in der kleinen Kieler Schaubude bei Die Nerven. Das Konzert war weit im voraus ausverkauft, der kleine Raum entsprechend voll und stickig.

Vorband waren Walls & Birds von denen ich vorher lediglich einen Song kannte, den sie leider nicht spielten. Schwer zu beschreiben was für einen Sound sie haben, würde es mal als Singer/Songwriter Musik mit Synths beschreiben. War ein sehr kurzweiliger Auftritt der Spaß gemacht hat und insbesondere vom Witz und der Komik in den Ansagen des Sängers lebte. Musikalisch passte es zwar nicht so sehr zu den Nerven, war dennoch ein guter Auftritt. Gestört haben nur zwei Leute im Publikum die sich auch über ruhige Passagen hinweg laut unterhalten und gelacht haben. Gerade in so einem kleinen Club sehr störend.

Die Nerven haben dann danach für mich den perfekten Konzertauftakt 2019 abgeliefert. Fake war mein Album des Jahres '18 und die Erwartungen meinerseits dementsprechend hoch, die Band hat sie dennoch vollkommen erfüllt. Die Setlist war ungefähr zur Hälfte mit den neuen Songs besetzt, die andere Hälfte zog sich quer durch die Diskografie der Band. Zum Auftakt gab es das poppige Niemals dem direkt Frei folgte. Das Publikum war von Anfang an dabei und auch bei älteren Liedern teils textsicher. Highlights neben den beiden bereits erwähnten Liedern waren für mich Der letzte Tanzende, Explosionen und Barfuß durch die Scherben. Es ist einfach sehr beeindruckend wie die drei es schaffen, mit nur drei Instrumenten, so einen dichten Sound zu kreieren. Da saß wirklich alles, perfekt eingespielt und abgestimmt. Hervorzuheben sind auch die fairen Merchpreise, Shirts gab es so weit ich mich erinnere für 15€, Sweater 25€ und Vinyl für 18€.


Am Samstag war ich dann in Hamburg im Molotow bei Karies. Die Show war nicht ausverkauft.

Vorband waren Pigeon. Hatte es im Vorfeld verpasst mich mit ihnen zu beschäftigen und kannte dementsprechend nichts. Es war ein guter 35-minütiger Auftritt. Die Band macht krachigen Post-Punk bei dem der Drummer als Sänger fungiert. Der Gesang steht jedoch zumeist eher ein wenig im Hintergrund. Hat mir insgesamt ganz gut gefallen und passte auch zur Hauptband.

Der anschließende Auftritt von Karies hat mir auch gut gefallen, litt aber vielleicht noch ein wenig unter dem überragenden Nerven Konzert am Vortag. So ganz kam ich nicht rein. Auch hier gab's natürlich eine große Prise vom neuen Album, hervorzuheben wären hier für mich Nebenstraßen und Haverie. Aber auch die beiden Vorgänger kamen nicht zu kurz und es war insgesamt ein kurzweiliges Set. Zu erwähnen ist vielleicht noch das es Live doch durchaus roher war als der etwas poppigere Sound vom neuen Album.

defpro
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von defpro » Mi 27. Feb 2019, 14:22

Hab hier noch einen Konzertnachtrag, den ich hier aber nicht unter den Tisch kehren möchte. Am 06.02. war ich bei OG Keemo im Frankfurter Elfer Club. Ich kannte die Location noch gar nicht. Ist ein kleiner Kellerclub, Kapazität ist schätzungsweise 150-200 Leute.

Als Support waren Binho und Lukees aus Keemos Crew, dem Zonkeymobb, am Start. Waren meistens normale Straßenbeats, gegen Ende kamen noch 2 Songs auf Trap-Beats, bei denen das Publikum schon ordentlich abging. War eine gute Einstimmung.

OG Keemo ist ein Rapper aus Mannheim und seit 2017 bei Chimperator gesignt. Ich verfolge ihn bereits seit seiner 2017-EP "Neptun", das Release von "Skalp" Ende letzten Jahres hat dafür gesorgt, dass auch innerhalb der Szene vermehrt Leute auf ihn aufmerksam wurden, auch wenn er noch weit von einem breiten Mainstream-Erfolg entfernt ist. Verdient hätte er diesen auf jeden Fall, denn es gibt aktuell eigentlich kaum einen deutschen Rapper, der astreine Savage-Parts mit deepen Themen verknüpft und dies auch noch lyrisch ansprechend aufbereiten kann. Dazu kommen die großartigen Beats seines Produzenten Funkvater Frank, der sich weder an gängigen Trap-Sounds noch an 90er-Boombap orientiert, sondern einen ganz eigenen dopen Sound kreiert. Der kleine Hype hat Früchte getragen: Keemos erste Solo-Tour war in allen Städten ausverkauft.

Das Konzert war mächtig. Keemo hat eine unglaubliche Präsenz am Mic und die Crowd war hochmotiviert. Meinen Grundsatz, mich eigentlich nicht mehr an Moshpits zu beteiligen, musste ich auch ziemlich schnell aufgeben, da gefühlt 90% der Menge während des kompletten Konzerts ein einziger spingender Haufen war. Hat einfach unglaublich Spaß gemacht.
Die Setlist bestand aus dem kompletten "Skalp"-Mixtape, garniert mit Highlights der "Neptun"-EP, einzelnen Lose-Tracks sowie 2 komplett neuen Songs. Zu jedem Song ist die Menge komplett ausgerastet, nur bei dem "Nani"-Skit (Keemos "Love-Song") gab es eine kleine Verschnaufpause. Zwischendurch wurde einem glücklichen Herren aus der Zuschauerriege noch sein vollständiges Kopfhaar abrasiert... er schien zumindest sehr glücklich damit. Zur Zugabe stürzte sich Keemo zu "Trap" auch noch selbst in die Menge.

Fazit: Bis jetzt eines der Konzert-Highlights in diesem Jahr (Merchpreise mit 5 € für das "Skalp"-Mixtape auch sehr fair). Die Herbst/Winter-Tour wurde schon angekündigt (diesmal in etwas größeren Clubs) und ich werde Wiesbaden auf jeden Fall mitnehmen. Wer Deutschrap angesichts von Afrotrap und Shisha-Bar-Mucke schon abgeschrieben hat, dem kann ich nur empfehlen, bei OG Keemo mal reinzuhören. Gibt eigentlich aktuell kaum etwas besseres in diesem Bereich.

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Emslaender
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Emslaender » Mi 27. Feb 2019, 14:30

habe ich Ende des Jahres auch noch kennenlernern dürfen. Das aktuelle Mixtape ist in der Tat echt gut. Ist ja momentan auch Support von Dendemann.
Wünsche 2016: RATM, Biffy Clyro, Phoenix,Deftones,Refused,Run the Jewels,Japandroids,...trail of dead,Portugal.the Man,the Smith Street Band,Karate Andi,the National,Major Lazer,Weezer,Royal Blood,Ben Howard,Modern life is War,Dendemann,Zugezogen Maskulin

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von defpro » Mi 27. Feb 2019, 14:34

Emslaender hat geschrieben:
Mi 27. Feb 2019, 14:30
habe ich Ende des Jahres auch noch kennenlernern dürfen. Das aktuelle Mixtape ist in der Tat echt gut. Ist ja momentan auch Support von Dendemann.
Ja, der kommt aktuell ziemlich rum. Bei der letzten RIN-Tour war er auch Support.

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Stebbie » Do 28. Feb 2019, 12:29

AM Montag habe ich nach Jahren des Verpassens endlich mal wieder ...Trail of Dead gesehen, dazu mit dem Dresdner Beatpol auch gleich mal eine neue Location auschecken können. Es waren immerhin acht Jahre, seit dem ich die Band das letzte mal im Hamburger Bunker gesehen habe, witzigerweise war die damalige Tour auch die letzte, während der sie in Dresden spielten.

Support waren Mignon, die mir aus irgendeinem Grund etwas sagten, ohne dass ich dieses Fitzelchen an Vertrautheit beim Namen konkret zuordnen könnte - vermutlich mal beim Reeperbahn Festival oder so auf dem Plan gehabt. Musikalisch war das phasenweise in Ordnung, irgendwo im Umfeld von Hole anzusiedeln, aber gerade zur Mitte hin hatte man das Gefühl, dass die Band nicht so ganz weiß, was sie eigentlich will. War okay, mehr aber auch nicht.

Im Zentrum der gegenwärtigen Tour von ...Trail of Dead steht das 20. Jubiläum von Madonna, was jetzt nicht unbedingt zu meinen Lieblingen zählt - dürfte vielleicht sogar das Album sein, welches ich am seltensten gehört hab, und meinem Gefühl nach ging es dem Großteil des Publikums nicht anders, weshalb es fast schon einen entschuldigenden Ton hatte, als Conrad Keely nach dem Madonna-Set ankündigte, dass es das nun gewesen sei und man noch ein paar weitere Songs spielen wird - Richter Scale Madness vom Selftitled, vier Songs von Source, Tags & Codes (Another Morning Stoner, Homage, IT Was There That i Saw You, Relative Ways) und natürlich Will You Smile Again? von Worlds Apart - und was für einen 2000e Flashback ich beim letzten weider hatte, irgendwie immer noch einer der Songs, die ich mit diesem Jahrzehnt verbinde (MTV's to blame).

Insgesamt ein mit 85 Minuten etwas kurzes Set, bei de wohl gerade Fans der neueren Platten nicht ganz so mitgekommen sein dürften. Aber da das Publikum eh im Schnitt um die 35 Jahre gewesen sein dürfte, hat es wohl auch keine Rolle gespielt. War schön, die Band mal wieder gesehen zu haben und war auch ein toller Anlass, um mal die ganzen Platten wieder zu hören, nachdem ich sie die letzten Jahren ein wenig aus dem Blick verloren habe. Gerne wieder, spätestens 2022 mit einem Source, Tags & Codes-Set :mrgreen:
(c) 26.06.2006

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SvenHü » Do 28. Feb 2019, 18:50

Stebbie hat geschrieben:
Do 28. Feb 2019, 12:29
Gerne wieder, spätestens 2022 mit einem Source, Tags & Codes-Set :mrgreen:
Gab es doch auch gerade erst im letzten Jahr? War großartig. :smile:
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von LongNose » Mo 4. Mär 2019, 10:58

Ich war am Samstag beim Radarfestival in Zürich unterwegs. Das Festival fand nun zum zweiten Mal statt in diversen Clubs rund um die Langstrasse und nennt sich auch Festival for New Music. Sprich Entdeckerfestival.

Gesehen habe ich 4 wahnsinnig tolle Auftritte. War ein sehr solider Abend.
Angefangen mit Lucia aus Glasgow.
Das war ein Einstand nach Mass. Wer Gitarrenmusik mag ist hier richtig. Lauter wilder Alternative Rock mit gehörig Attitüde.

Weiter gings zu The Howl & the Hum. Denen wird soviel ich mitbekommen habe der grosse Durchbruch bereits nachgesagt. Als ich auf Spotify reingehört habe war ich aber eher so semimässig angetan. Muss aber eingestehen dass die Band live echt ein tolles, abwechslungsreiches Set geboten hat. Dunkler hypnotischer Gittarren Pop.

Danach eine kleine Pause und weiter zu Georgia. Ich bin bereits vor 2-3 Jahren im Internet ein erstes Mal auf die Dame aufmerksam geworden, habe Ihren Output danach aber aus den Augen verloren.
Der Klub wurde ordentlich aufgeheizt. Diverse Drumpads und Ihre Stimme, dazu Beats ab Band und ordentlich Strobo. Das Publikum ging wunderbar mit. Genre? Puh, Electro Pop? Aber nicht so Chvrches Electro Pop. Keine Ahnung wie man das nennen soll.

Als ob der Abend nicht schon viel zufriedenstellender war als überhaupt gedacht, kam zum Abschluss das Zückerchen, Highlight sondergleichen. Kann mich gerade nicht erinnern wann ich zum letzten Mal so euphorisiert nach einem Konzert war. Die Rede ist von Boy Azooga aus Cardiff.
Das Debutalbum wurde letztes Jahr releast und war auch in einigen Bestenlisten kleinerer Blogs zu finden. Live war das Funk, Psychedelica, Rock, whatever, pure Energie, pure Spielfreude.

Es lohnen sich also alle Bands live zu entdecken falls diese bei euch in der Nähe spielen. Boy Azooga ist gar ein absolutes Muss. Die werden hoffentlich bald wieder in meiner Nähe unterwegs sein.

Hörtipps:

Lucia - Melted Ice Cream
Lucia - Summertime
The Howl & The Hum - I Wish I Was A Shark
The Howl & The Hum - Godmanchester Chinese Bridge
Georgia - Started Out Georgia - Feel It
Boy Azooga - Loner Boogie
Boy Azooga - Face Behind Her Cigarette
Ehemals: IndieDance
http://ooam.ch/

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Max-Powers
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Max-Powers » Mo 4. Mär 2019, 14:56

Ich war am Samstag bei Florence and the Machine in der Münchner Olympiahalle.

Es war mein erstes Konzert in der Olympiahalle und ich bin eigentlich kein Fan von solch großen Locations. Einlass, Garderobe und Getränkekauf liefen dann aber doch erstaunlich reibungslos und auch der Sound war (zumindest da wo wir standen) erste Sahne. Einziges Manko: 0,5 Liter Bier für 5 Euro. Die bezahle ich aber gerne, wenn ich dafür um ein Konzert im Zenith rumkomme.

Die Vorband (seit wann kündigt man die eigentlich als "Special Guest" an?) Young Fathers taugte mir mit ihren (für meine Ohren) ungewöhnlichen Hip-Hop Klängen eigentlich ganz gut. Das Publikum zeigte sich jedoch auch beim Hit In My View unbeeindruckt, so dass der Funken irgendwie nicht so richtig überspringen wollte. Sound hätte hier mMn auch etwas druckvoller sein können.

Nach einer Dreiviertelstunde Pause betraten gegen 21:15 Uhr dann Florence and the Machine die Bühne, die mich ein wenig an den Messestand eines Saunaherstellers erinnerte (Beispielbild vom Auftritt aus Seattle). Was für eine Energie Florence Welch dann über fast 2 Stunden mal wieder auf die Bühne gebracht hat, lässt sich für mich nur schwer in Worte fassen. Spätestens als nach dem etwas ruhigeren Einstieg "June" mit "Hunger" eines meiner persönlichen Highlights folgte, war ich bereits mit ausreichend Gänsehaut für einen ganzen Horrorfilmabend gesegnet. Mein emotionales Highlight des Abends gab es dann vor dem Song "Patricia". Bei dessen Ansage reagierten die 15.000 Zuschauer auf ein "We are from South London in England, but we are also European" von Florence Welch mit einem gefühlt eine Minute andauernden, ohrenbetäubenden Applaus, was die Dame sichtlich zu Tränen rührte. Ich hatte ja gehofft, dass es "Spectrum" für die Europatour mal wieder ins Set schafft. Dem war jedoch nicht so. Trotzdem war das am Samstag schon jetzt eines meiner Konzerthighlights des Jahres. Ich kann für die kommenden Deutschlandtermine also nur eine uneingeschränkte Besuchsempfehlung aussprechen!
Meine Interessen sind Koks, Prostituierte und Reisen.

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von defpro » Mo 4. Mär 2019, 15:46

Ich war am letzten Mittwoch bei HEALTH im Nachtleben in Frankfurt. Im Vorfeld hatte ich mich über die Location gewundert, da ich die Band größer eingeschätzt hatte. Tatsächlich war das Nachtleben jedoch zum Voract nur spärlich und zu HEALTH auch nur zu 75-80% gefüllt. Sehr schade. Die Band hätte deutlich mehr Beachtung verdient.

Support war Born In Flamez, ein 1-Frau-Projekt aus Berlin. Ging in die IDM-Richtung, teilweise mit elektronisch verfremdeten Vocals, war aber recht tanzbar. Zum Abschluss gab es noch ein überraschend poppiges Vocal-Cover auf dem Instrumental von Gesaffelsteins "Aleph". Ich habe nicht den kompletten Auftritt mitbekommen, aber der Gig war wohl mit 45 Minuten für einen Support ziemlich lang.

Der HEALTH-Auftritt im Anschluss war für dafür etwas kürzer als erwartet, aber dafür auch sehr intensiv. Ursprünglich als Noise-Rock-Band mit leichten elektronischen Einflüssen gegründet hat sich der Sound der Band über die Jahre zu einem Hybriden aus Industrial, EBM, Dance-Punk entwickelt, der in einem ständigen Kontrast zu den unverschämt-poppigen Vocals von Sänger Jake Duzsik steht. Als Paradebeispiel sei hier die 2015-Platte "Death Magic" erwähnt, die auch den größten Teil des Sets ausmachte. Mit dem neuen Album hatte ich zunächst meine Schwierigkeiten, da dieses in puncto Eingängigkeit gegenüber dem Vorgänger etwas zurücksteht. Nach mehreren Durchgängen kristallisierten sich aber auch hier die Favoriten heraus, besonders "FEEL NOTHING" konnte live überzeugen.

Besonders live merkt man der Band ihre Noise-Rock-Vergangenheit an. Neben insgesamt 3 Stücken aus der Frühphase der Band wurden auch aktuellere Stück wie "CRUSHER" deutlich noisiger dargeboten. Man konnte richtig spüren, wie sehr sich die Band darüber freut, neben den ganzen elektronischen Spielereien einfach mal wieder richtig drauf los zu schrammeln. Solche Songs, die in direktem Kontrast zu lupenreinen Synthpop-Hits wie "DARK ENOUGH" oder "TEARS" vom Max Payne 3-Soundtrack stehen, verdeutlichen die musikalische Vielseitigkeit der Band.

Etwas schade war, dass die technischen Gegebenheiten im Nachtleben keine Lightshow zuließen. So ein Sound schreit geradezu nach ausufernden Lichteffekten. Die Band machte dies aber mit ihrer unglaublichen Spielfreude wieder wett. Besonders Drummer BJ Miller muss hier erwähnt werden: Ich habe vermutlich noch nie jemanden gesehen, der seine Drums mit einer solchen Härte malträtiert. Ich will gar nicht wissen, was der Herr für einen Drumstick-Verschleiß hat. Beim vorletzten Song hat es schon einen entzwei gerissen und die Ersatzsticks sahen auch alle schon ziemlich mitgenommen aus :lol:

Der Vorteil an den nicht ganz optimalen Verkaufszahlen war, dass man immer genügend Platz zum Tanzen hatte, was vom Publikum auch dankend angenommen wurde. Nach einer knappen Stunde war das Konzert auch schon wieder vorbei, allerdings wurden die 18 Songs auch ohne größere Pausen durchgezogen. Merchpreise waren auch mehr als fair, sodass ich mich dort auch großzügig bedient habe. Empfehle jedem, der mit dem Stil grundsätzlich was anfangen kann, mal bei der Band reinzuhören!

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von KingDome » Mo 4. Mär 2019, 16:17

Max-Powers hat geschrieben:
Mo 4. Mär 2019, 14:56
Ich war am Samstag bei Florence and the Machine in der Münchner Olympiahalle.
ich war auch am Samstag in der Olympiahalle und kann alles bestätigen. Es war ein ganz ganz tolles Konzert. Unglaublich wieviel Liebe in dieser Person steckt :herzen2:

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von DerAffenmensch » Mo 4. Mär 2019, 16:30

defpro hat geschrieben:
Mo 4. Mär 2019, 15:46
Ich war am letzten Mittwoch bei HEALTH im Nachtleben in Frankfurt. Im Vorfeld hatte ich mich über die Location gewundert, da ich die Band größer eingeschätzt hatte. Tatsächlich war das Nachtleben jedoch zum Voract nur spärlich und zu HEALTH auch nur zu 75-80% gefüllt. Sehr schade. Die Band hätte deutlich mehr Beachtung verdient.
Ich hatte eigentlich n Ticket für Leipzig war aber leider krank. Danke deswegn schon für den Bericht. Ich hatte es geahnt – und es hätte mir auch gefallen –, dass sie mehr von Death Magic gespielt haben. Ich mag zwar die neue Platte, aber eingängig find ich sie auch nicht. In Leipzig haben sie im Täubchental gespielt, das konnten sie auch nciht ausverkaufen. Ist aber auch ne größere Location.

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von fipsi » Mo 4. Mär 2019, 16:41

DerAffenmensch hat geschrieben:
Mo 4. Mär 2019, 16:30
defpro hat geschrieben:
Mo 4. Mär 2019, 15:46
Ich war am letzten Mittwoch bei HEALTH im Nachtleben in Frankfurt. Im Vorfeld hatte ich mich über die Location gewundert, da ich die Band größer eingeschätzt hatte. Tatsächlich war das Nachtleben jedoch zum Voract nur spärlich und zu HEALTH auch nur zu 75-80% gefüllt. Sehr schade. Die Band hätte deutlich mehr Beachtung verdient.
Ich hatte eigentlich n Ticket für Leipzig war aber leider krank. Danke deswegn schon für den Bericht. Ich hatte es geahnt – und es hätte mir auch gefallen –, dass sie mehr von Death Magic gespielt haben. Ich mag zwar die neue Platte, aber eingängig find ich sie auch nicht. In Leipzig haben sie im Täubchental gespielt, das konnten sie auch nciht ausverkaufen. Ist aber auch ne größere Location.
Sie haben sogar nur im kleinen Vorraum des Täubchenthals gespielt. Ich wollte da eigentlich auch hin, aber war dann verplant.
It's already dead

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von DerAffenmensch » Mo 4. Mär 2019, 17:33

fipsi hat geschrieben:
Mo 4. Mär 2019, 16:41
DerAffenmensch hat geschrieben:
Mo 4. Mär 2019, 16:30
defpro hat geschrieben:
Mo 4. Mär 2019, 15:46
Ich war am letzten Mittwoch bei HEALTH im Nachtleben in Frankfurt. Im Vorfeld hatte ich mich über die Location gewundert, da ich die Band größer eingeschätzt hatte. Tatsächlich war das Nachtleben jedoch zum Voract nur spärlich und zu HEALTH auch nur zu 75-80% gefüllt. Sehr schade. Die Band hätte deutlich mehr Beachtung verdient.
Ich hatte eigentlich n Ticket für Leipzig war aber leider krank. Danke deswegn schon für den Bericht. Ich hatte es geahnt – und es hätte mir auch gefallen –, dass sie mehr von Death Magic gespielt haben. Ich mag zwar die neue Platte, aber eingängig find ich sie auch nicht. In Leipzig haben sie im Täubchental gespielt, das konnten sie auch nciht ausverkaufen. Ist aber auch ne größere Location.
Sie haben sogar nur im kleinen Vorraum des Täubchenthals gespielt. Ich wollte da eigentlich auch hin, aber war dann verplant.
Uff das ist hart. Da hätte ich aber auch gedacht, dass die ausverkaufen...

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Di 5. Mär 2019, 09:28

Ich war gestern bei Bohren & der Club of Gore in Bochum in der Christuskirche. Habe die Band das letzte Mal auch dort gesehen, ich meine sogar, dass es auch Rosenmontag war. Der laden war auf jeden Fall sehr gut gefüllt. Publikum aber durchweg angenehm und es ist immer nur ein Glas während des Sets zu Bruch gegangen.

Bohren & der Club of Gore haben etwas über 100 Minuten gespielt. Wie üblich wurde das Licht stark gedimmt, sodass man die drei Mitglieder zwar sehen,a ber keine Gesichter erkennen konnte. Alle waren passend zu Rosenmontag verkleidet. Es war sehr gut. Ich könnte auch jede Person verstehen, die das als langweilig abtut, aber in meinen Augen schafft es die Band mit ihrem Dark jazz/Ambient perfekt, eine Stimmugn zu erzeugen, die einen in ihren Bann zieht. Alles ist sehr langsam aufgebaut. Das Saxophon dringt immer wieder durch die Verbindung von Schlagzeug und Kontrobass. Auch weitere Instrumente wie ein Piano kommen zum Einsatz. Zwischen den Songs gibt es absolut sinnlose Ansagen des Saxophonisten, den man am ehesten als Frontmann bezeichnen könnte. Erinnert mich von seinem Auftreten her ein wenig an Helge Schneider, was auch in der Hinsicht gut passt, dass dieser wie auch die Band aus Mülheim an der Ruhr kommen. Für 22 Euro EIntritt auf jeden Fall eine lohnenswerte Sache. Kann die Band nur empfehlen.
Creating chaos that I can't escape
this climate of fear controlling my days

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von DerAffenmensch » Do 7. Mär 2019, 17:28

So ich war letzten Freitag im Kassablanca in Jena bei The Black Heart Rebellion plays A Girl Walks Home Alone At Night

Es handelt sich hierbei um ein ganz besonderes Konzert, da es die Live-Vertonung des Spielfilms "A Girl Walks Home Alone At Night" ist. Es gab 120 Plätze wovon noch 20 frei waren. Das Kassa war bei Betreten in rotem Licht getaucht, ganz im Design der Platte, und die Bühne wurde durch einen großen roten Vorhang verdeckt – eben wie im Kino. Pünktlich um 9 gingen dann die Vorhänge beiseite und es ertönten die ersten Klänge. Oberhalb der sitzenden Musiker war die Leinwand, sodass man jederzeit entweder den Film oder die Band verfolgen konnte. Sie hatten auch allerlei Equipment dabei. Etwas unglücklich war die Organisation der Untertitel: Gut fand ich ja, dass der iranische Film in Originalton, also persisch gezeigt, gezeigt wurde. Nur war es leider so, dass die eigentlichen Untertitel in niederländisch waren und darunter dann nochmal ein schwarzer Bereich mit englischen Untertiteln. Ich find es eh schon immer nicht leicht mit Untertiteln zu gucken, weil man dann nicht mehr viel sieht, aber so musste man sich etwas mehr "beeilen". Nach 10-15 Minuten war ich dann in meiner Sehgewohnheit aber auch drauf eingestellt. Die Darbietung der Musik war klasse. Die Jungs haben so on point gespielt und dem Film eine ganz tolle sphärische Untermalung gegeben. Aber auch die "Songs" des Soundtracks waren super umgesetzt. Mein persönliches Highlight aber war, als in einer Szene eine Platte aufgelegt wurde und die Band ihren Song "Body Breakers" in einer verkürzten Version performt haben. Das hat so großartig auf den Film gepasst. Ich kann nur empfehlen, wenn man die Möglichkeit hat, sich das unbedingt anzuschauen oder sich auch so die Band anzuhören.


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