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Gedanken eines Schalentiers

Von Spam bis Gott und die Welt
olli77
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Re: Gedanken eines Schalentiers

Beitrag von olli77 » Fr 26. Jan 2024, 06:58

Das wars für mich definitiv auch bis zum vergangenen Wochenende.

Die ganzen Menschen allerdings zu sehen, welche sich gegen die ganze :poo: stellen, hat mir aber wieder etwas Hoffnung gemacht .

Allerdings will ich jetzt nicht nur mein ganzes Geld für Konzerte raushauen, sondern mehr reisen. Und wenn ich irgendwo hängen bleibe....na dann solls halt so sein :headbang:

mattkru
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Re: Gedanken eines Schalentiers

Beitrag von mattkru » Fr 26. Jan 2024, 08:00

In jedem anderen Land gibt es auch zu viele Arschlöcher.
The fact that there's a highway to hell, but only a stairway to heaven says a lot about anticipated traffic numbers.

olli77
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Re: Gedanken eines Schalentiers

Beitrag von olli77 » Fr 26. Jan 2024, 08:36

Aber da ist wenigstens dann das Wetter besser :headbang:

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Declan_de_Barra
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Re: Gedanken eines Schalentiers

Beitrag von Declan_de_Barra » Fr 26. Jan 2024, 08:41

mattkru hat geschrieben:
Fr 26. Jan 2024, 08:00
In jedem anderen Land gibt es auch zu viele Arschlöcher.
Das stimmt zwar, aber der Auswanderungsgedanke kommt für genug Menschen in letzter Zeit aus ernsthafter Sorge um die eigene Gesundheit oder der von Freunden und Familie und nicht nur, weil es in Deutschland Arschlöcher gibt.

fipsi
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Re: Gedanken eines Schalentiers

Beitrag von fipsi » Fr 26. Jan 2024, 09:07

Die Frage, ob es im Ausland besser ist habe ich mir letztens bei dem Artikel von Kevin Prince Boateng schon gestellt. Die Betrachtung von Europa und wie viel sich da gleicht ist schon erschreckend.

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Declan_de_Barra
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Re: Gedanken eines Schalentiers

Beitrag von Declan_de_Barra » Fr 26. Jan 2024, 09:29

Naja, was ist schon das Ausland. Die Welt ist groß. Es geht mir auch nicht darum, dass es überall anders nun entspannter aussieht. Das muss man natürlich von der eigenen Lebenslage abhängig machen. Diese Argumentation, dass auch das Ausland kacke ist stört mich jedoch, auch wenn du und der Rest es hier nicht so meinen. Die kam und kommt einfach so unglaublich oft aus Ecken, die Deutschland als ein gallisches Dorf in Europa darstellen wollen und wollten. Es wurde so oft darüber geredet wie schlimm die rechten Parteien in Europa sind, ob nun Frankreich, Österreich, die Niederlande, Italien, Polen oder Ungarn. Soooo schlimm wie da ist es in Deutschland ja nicht, wir haben eine wehrhafte Demokratie, die AFD ist bei uns nicht Regierungsverantwortung und wir haben ja aus unserer Vergangenheit gelernt.

Dabei war Deutschland für viele Menschen schon länger gar nicht sooo lebenswert. Jetzt ist es nochmal übler geworden und beinahe alle Parteien übernehmen irgendwelche rechten Forderungen und unsere wunderbare deutsche Erinnerungskultur zeigt sich, indem die Gedenkveranstaltung im Landtag von Sachsen-Anhalt abgesagt werden muss, weil fucking Bauern demonstrieren.

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Norakete
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Re: Gedanken eines Schalentiers

Beitrag von Norakete » Sa 27. Jan 2024, 02:48

mattkru hat geschrieben:
Fr 26. Jan 2024, 08:00
In jedem anderen Land gibt es auch zu viele Arschlöcher.
Spätestens wenn dann aber die Union-AfD-Koalition damit anfängt, die Rechte queerer Menschen einzuschränken, muss man sich dann aber die Frage stellen, an welchen anderen Orten es vllt weniger Arschlöcher (in Riegierungsverantwortung) gibt.

Kanada wäre vermutlich meine erste Wahl.
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mehlsack
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Re: Gedanken eines Schalentiers

Beitrag von mehlsack » Mo 5. Feb 2024, 20:56

Komme gerade absolut nicht klar auf den absurdesten Twist, den ich innerhalb von zwei Sätzen jemals bei Wikipedia gelesen habe:

Im Wikipedia Artikel über Akon heißt es:
Ferner ist Akon Gründer der Wohltätigkeitsorganisation „Konfidence“, die sich der Hilfe für unterprivilegierte Kinder in Afrika verschrieben hat. Er ist gleichzeitig Besitzer einer Diamantenmine in Südafrika.
:doof:

mattkru
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Re: Gedanken eines Schalentiers

Beitrag von mattkru » Di 6. Feb 2024, 07:43

mehlsack hat geschrieben:
Mo 5. Feb 2024, 20:56
Komme gerade absolut nicht klar auf den absurdesten Twist, den ich innerhalb von zwei Sätzen jemals bei Wikipedia gelesen habe:

Im Wikipedia Artikel über Akon heißt es:
Ferner ist Akon Gründer der Wohltätigkeitsorganisation „Konfidence“, die sich der Hilfe für unterprivilegierte Kinder in Afrika verschrieben hat. Er ist gleichzeitig Besitzer einer Diamantenmine in Südafrika.
:doof:
Von selbst kommt keine eigene Stadt:
Akon City is a planned community in the M'bour Department of Senegal by Senegalese singer and entrepreneur Akon. The project was first announced by Akon in 2018.[1] Akon said in October 2022 that construction on the city's first phase would begin construction in 2023 and would open in 2026. Akon said he was inspired by the movie Black Panther, and he refers to Akon City as a "real-life Wakanda" that uses the latest technologies of blockchain and cryptocurrency
https://en.m.wikipedia.org/wiki/Akon_City,_Senegal
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Stebbie
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Re: Gedanken eines Schalentiers

Beitrag von Stebbie » Do 8. Feb 2024, 13:12

Es ist einfach unfassbar krass, was berufstätige Eltern im Winter leisten (müssen). Was sich in vielen Familien und Kitas für Dramen abspielen, ohne dass es gesellschaftlich oder in den Medien auch nur irgendeine nennenswerte Rolle spielt.
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Rieper
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Re: Gedanken eines Schalentiers

Beitrag von Rieper » Do 8. Feb 2024, 14:24

Stebbie hat geschrieben:
Do 8. Feb 2024, 13:12
Es ist einfach unfassbar krass, was berufstätige Eltern im Winter leisten (müssen). Was sich in vielen Familien und Kitas für Dramen abspielen, ohne dass es gesellschaftlich oder in den Medien auch nur irgendeine nennenswerte Rolle spielt.
Zum Beispiel? Würde da auch nicht verallgemeinern wollen.

Noch krasser finde ich es bei Alleinerziehenden. Die haben meinen allergrößten Respekt.

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Re: Gedanken eines Schalentiers

Beitrag von Stebbie » Fr 9. Feb 2024, 20:27

Ja, die haben noch einige zusätzliche Herausforderungen, gerade was Armutsgefährdung angeht. Aber mit Blick auf die Wintermonate würde ich da keine Competition aufmachen wollen, weil es da vor allem um die Carenetzwerke und das spezifische Modell ankommt. Und da kann es ein/e Alleinerziehende*r mit breitem Netzwerk und vll. nur einem Kind, das man im Krankheitsfall vll. auch mal ein paar Tage zum Ex-Partner geben kann, durchaus weniger von betroffen sein als etwa eine Familie mit 2+ (Klein-)Kindern und ohne helfende Strukturen.

im Grunde sieht es bei uns derzeit so aus, dass egal mit wem man redet, alle aus dem allerletzten Loch pfeifen. In manchen Fällen hört man die absurdesten Geschichten von verzweifelten Eltern, die ihre Kinder in die Betreuung geben und dann bewusst nicht erreichbar sind, um Kinder vorzeitig abzuholen - einfach, weil sie nicht mehr können oder Angst um ihren Job und somit Existenzängste haben.

Wir selbst haben da noch den benefit, dass ich ein flexibles Arbeitszeitmodell habe und problemlos ins Homeoffice wechseln kann - und damit eigentlich das Gros Fälle unbürokratisch abfangen kann. Das erspart einem viel stress, weil wir seit Anfang Dezember fast immer jemanden krank zuhause hatten - führt aber auch dazu, dass ich, ganz persönlich gesprochen, seitdem quasi durchweg von fünf Uhr morgens bis Mitternachts auf den Beinen bin. Und das nur mal als ganz anekdotisches Beispiel für viele Familien in meinem Umfeld.
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Suitemeister
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Re: Gedanken eines Schalentiers

Beitrag von Suitemeister » So 11. Feb 2024, 10:53

Ich verstehe deinen Punkt, auch aus eigener Erfahrung.
Ich bin mir nur nicht ganz sicher, worauf du hinauswillst? Hast du Lösungsvorschläge oder wolltest du dir nur mal den Frust von der Seele reden? :D

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Re: Gedanken eines Schalentiers

Beitrag von Stebbie » So 11. Feb 2024, 12:50

Frust und Verwunderung darüber loswerden, das sowas gesellschaftlich lediglich ein Schulterzucken erzeugt.
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Baron von Goenn
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Re: Gedanken eines Schalentiers

Beitrag von Baron von Goenn » So 11. Feb 2024, 13:07

Was würdest du gesellschaftlich denn erwarten bzw. wünschen wie damit umgegangen wird? (Meine ich nicht provokant, sondern ganz ernst)

Rieper
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Re: Gedanken eines Schalentiers

Beitrag von Rieper » So 11. Feb 2024, 15:03

So wie du es schreibst, braucht es vor allem Verständnis von Seite der Arbeitgeber:innen? Wo findet das Schulterzucken statt? Ich habe da eine andere Wahrnehmung, was aber deiner, natürlich nicht widersprechen muss. Ist ja gut möglich, dass es so ist.

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glutexo2000
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Re: Gedanken eines Schalentiers

Beitrag von glutexo2000 » So 11. Feb 2024, 16:16

Rieper hat geschrieben:So wie du es schreibst, braucht es vor allem Verständnis von Seite der Arbeitgeber:innen? Wo findet das Schulterzucken statt? Ich habe da eine andere Wahrnehmung, was aber deiner, natürlich nicht widersprechen muss. Ist ja gut möglich, dass es so ist.
Naja wie eingangs, erwähnt findet das Schulterzucken zB. in der Gesellschaft und in den Medien statt. Aber ja, auch bei Arbeitgeber:innen und wie ich die Antworten hier wahrnehme, auch hier irgendwie :/ Stimme Stebbies Beitrag zu 100% zu.
Bei mir nervt es mich vor allem bei der Elterngeneration, ob das jetzt die eigenen Eltern sind oder der Vorgesetzte, dem ich mitteilen muss, dass ich mich kindkrank melde. Früher gab es einfach oft ein viel engeres (lokal gesehen), familieres Netzwerk und es waren nicht beide Elternteile gezwungen zu arbeiten. Das sind zwei zentrale Punkte für mich, die in ihrer Relevanz oft übersehen werden.

Rieper
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Re: Gedanken eines Schalentiers

Beitrag von Rieper » So 11. Feb 2024, 17:44

glutexo2000 hat geschrieben:
So 11. Feb 2024, 16:16
Rieper hat geschrieben:So wie du es schreibst, braucht es vor allem Verständnis von Seite der Arbeitgeber:innen? Wo findet das Schulterzucken statt? Ich habe da eine andere Wahrnehmung, was aber deiner, natürlich nicht widersprechen muss. Ist ja gut möglich, dass es so ist.
Naja wie eingangs, erwähnt findet das Schulterzucken zB. in der Gesellschaft und in den Medien statt. Aber ja, auch bei Arbeitgeber:innen und wie ich die Antworten hier wahrnehme, auch hier irgendwie :/ Stimme Stebbies Beitrag zu 100% zu.
Bei mir nervt es mich vor allem bei der Elterngeneration, ob das jetzt die eigenen Eltern sind oder der Vorgesetzte, dem ich mitteilen muss, dass ich mich kindkrank melde. Früher gab es einfach oft ein viel engeres (lokal gesehen), familieres Netzwerk und es waren nicht beide Elternteile gezwungen zu arbeiten. Das sind zwei zentrale Punkte für mich, die in ihrer Relevanz oft übersehen werden.
Das mit der Elterngeneration spreche ich dir nicht ab. Aber insgesamt sehe ich die Dinge zum Teil anders und nehme auch die öffentliche Diskussion anders wahr.

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Re: Gedanken eines Schalentiers

Beitrag von glutexo2000 » Mo 12. Feb 2024, 00:46

Rieper hat geschrieben:
glutexo2000 hat geschrieben:
So 11. Feb 2024, 16:16
Rieper hat geschrieben:So wie du es schreibst, braucht es vor allem Verständnis von Seite der Arbeitgeber:innen? Wo findet das Schulterzucken statt? Ich habe da eine andere Wahrnehmung, was aber deiner, natürlich nicht widersprechen muss. Ist ja gut möglich, dass es so ist.
Naja wie eingangs, erwähnt findet das Schulterzucken zB. in der Gesellschaft und in den Medien statt. Aber ja, auch bei Arbeitgeber:innen und wie ich die Antworten hier wahrnehme, auch hier irgendwie :/ Stimme Stebbies Beitrag zu 100% zu.
Bei mir nervt es mich vor allem bei der Elterngeneration, ob das jetzt die eigenen Eltern sind oder der Vorgesetzte, dem ich mitteilen muss, dass ich mich kindkrank melde. Früher gab es einfach oft ein viel engeres (lokal gesehen), familieres Netzwerk und es waren nicht beide Elternteile gezwungen zu arbeiten. Das sind zwei zentrale Punkte für mich, die in ihrer Relevanz oft übersehen werden.
Das mit der Elterngeneration spreche ich dir nicht ab. Aber insgesamt sehe ich die Dinge zum Teil anders und nehme auch die öffentliche Diskussion anders wahr.
Wie denn?

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Re: Gedanken eines Schalentiers

Beitrag von Rieper » Mo 12. Feb 2024, 08:45

Insgesamt geht es mir an sich nicht um das Thema, ob eine Überforderung der Eltern vorhanden ist oder nicht, sondern vor allem darum, dass ich mehr als nur ein Schulterzucken bei dem Thema wahrnehme. Ich nehme tatsächlich Diskussionen wahr, sowohl medial als auch gesellschaftlich. Es geht mir vor allem darum. Eine die Diskussionen und den Druck, würde es in Sachen Kinderbetreuung nicht den Ausbau geben, den es bereits gibt, auch wenn dieser noch nicht ausreicht.

Nicht nur der "Zwang" der Arbeit, der in vielen Fällen vorhanden ist, sondern oftmals wollen auch beide arbeiten. Was sich aber auch sehr gewandelt hat sind weitere Umstände: Bei uns sind viel mehr Ganztagesplätze in Kindergärten und an Schulen vorhanden, als dies noch vor 15-30 Jahren der Fall war. Ein warmes Mittagessen hat damals keine Schule hier angeboten, inzwischen machen das immer mehr, gerade auch Grundschulen, wenn auch noch zu wenige. Das kann durch ein fehlendes familiäres Umfeld teilweise wettgemacht werden. Gerade auch der Punkt mit dem warmen Mittagessen. Hier sind aber die Kosten noch ein Problem. Ganztagsschulen sind im Kommen. Nur ist die Politik von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und dann gibt es auch noch innerhalb der Landkreise – so wie hier – erhebliche Unterschiede. Und mir ist auch bewusst, dass ein Ganztagesplatz nichts bringt, wenn ein Kind krank ist. Aber es kann auch schon Erleichterung für Eltern schaffen, wenn das Kind täglich bis 16/17 Uhr umsorgt ist.

Aber schon krass. Vielleicht/wahrscheinlich ist es auch durch die regionalen Unterschiede spürbar anders. Zumindest in unserem erweiterten lokalen/regionalen Bekanntenkreis kenne ich keine Eltern, die Probleme haben, wenn sie daheimbleiben müssen, weil ein Kind krank ist und die gesetzlichen Kinderkrankentage in Anspruch genommen werden müssen. Deswegen hat niemand Angst seinen/ihren Job zu verlieren. Und da ist es egal, ob sie Grenzgänger:innen in die Schweiz sind und im Ingenieurwesen arbeiten oder als Lehrkraft in Deutschland oder Handwerker:innen sind usw. Die Krankentage pro Elternteil werden in unserem Bekanntenkreis auch genutzt. (Eine Ausnahme gibt es: Durch meine Arbeit kenne ich viele Geflüchtete, die über Zeitarbeitsfirmen beschäftigt sind. Die haben immer Angst ihre Arbeit zu verlieren, auch wenn sie selbst krank sind und Fieber haben oder ähnliches. Somit gehen sie krank zur Arbeit.)

Elterngeld (quasi Elternzeit) wird in der Regel zwischen den Eltern aufgeteilt und viele (nicht alle) kommen damit als Unterstützung auch gut zurecht, also in unserem Bekanntenkreis. Ich kenne persönlich keine Elternpaare, auf die das mit dem „aus dem allerletzten Loch pfeifen" in Bezug auf Kinder zutrifft, zumindest aktuell. Daher würde ich das nicht verallgemeinern, und zwar von keiner Seite. Natürlich kenne ich Eltern, auf die das mit der Überforderung mal zugetroffen ist, aber momentan geht es bei uns im Freundeskreis. Und das ist dann nicht nur bei uns, sondern auch bei ehemaligen Kommilitonen der Fall. Es kommt sicher auch auf die Branche an, in der die Eltern jeweils arbeiten und natürlich auch auf sonstige Gegebenheiten (Ganztagskindergarten, Ganztagsschule, Hausaufgabenbetreuung, familiäres Umfeld etc.).

Und ich finde, dass in Deutschland (wohl mit regionalen Unterschiede) schon Rücksicht auf Eltern genommen wird und ein Diskurs darüber stattfindet und nicht nur ein Schulterzucken ausgelöst wird bei dem Thema. Wie gesagt, kann überall anders aussehen. Erziehung und Elternsein kann hart sein, keine Frage, auch ich habe da schon viel leidtragendes gesehen und erlebt. Die Zeit der Pandemie war ziemlich hart. Hier habe ich viel Leid von Eltern mitgekriegt, die sich nicht gehört gefühlt haben.

Und es erscheint ja auch viel diskutierte Literatur zur Care-Arbeit (z.B. Theresa Bücker) und gerade während und nach der Pandemie fand/findet da doch ein gesellschaftlicher Diskurs statt. In welchem Umfang, darüber kann diskutiert werden. Aber es wurde ja auch öffentlich darüber diskutiert und wird es weiterhin. Mirna Funk war/ist zum Beispiel eine Autorin, die eine andere Position einnahm/einnimmt und es kam oft zu Diskussionen. Sie sieht Erzierhung nicht als Care-Arbeit, sondern als Geschenk, so kurzgesagt. Will damit sagen, dass ich eine öffentliche Diskussion wahrnehme. Meine Freundin folgt da im Internet vielen Leuten, die auf Insta und so weiter über die Care-Arbeit (vor allem in Bezug auf Kindern) berichten und darüber diskutieren. Zumindest kriege ich da schon viel mit und dort gibt es viel Diskussionen.

In meiner Arbeit geht es z.B. darum Termine bei der Erziehungsberatung zu vermitteln oder Plätze im Schulhort, Mittagsbetreuung und weiteres zu organisieren. Es ist auch ein gewisses Angebot da, was natürlich hier gut sein kann und in der nächsten Stadt schon wieder schlecht. Und es kommt auf die Finanzierung an. Beispiel: Der eine Ort hier gibt Busfahrkarten für 5 Euro aus, damit die Kinder in der Stadt Bus fahren können und im nächsten Ort müssen die Eltern so eine Karte für 30 Euro kaufen. Das kann halt nicht sein. Da braucht es Druck auch auf kommunale Politik. Und diesen gibt es ja auch. Ausbau von Ganztagesangeboten, warme Mittagessen und so weiter würde ja sonst nicht stattfinden. Der gesetzliche Anspruch auf Ganztagesplätze wird in zwei Jahren nach und nach eingeführt. Viele Kommunen und Städte hier in der Region bieten es jetzt schon an. Es kann und muss noch mehr und besser sein, aber es ist nicht so, dass da nur mit den Schultern gezuckt wird. Bin da ja auf eurer Seite, aber sehe die Dinge stellenweise etwas anders. Es passiert schon viel in der Richtung, gerade über kommunale/regionale Politik. Um kurz hier in der Region zu bleiben: Das Angebot für Ganztagesplätze in Kindergärten und Schulen ist vorhanden, auch in Krippen. Schwierigkeiten gibt es vor allem bei Halbtagesplätzen in Kindergärten. Da es an Erzieher:innen mangelt, wird mit Personal in der Regel erst das Ganztagsangebot gefüllt. Und da kann es passieren, dass Eltern für 3-Jährige keinen Platz bis 12 Uhr finden.

Nach meinem Studium habe ich als stellvertretende Leitung in einer großen Kindertagesstätte gearbeitet. Das ist inzwischen über 6 Jahre her und keine Ahnung wie es heute ist. Aber es ist uns nicht untergekommen, dass Eltern bewusst nicht erreichbar waren. Zumindest haben wir das nicht mitgekriegt. Irgendwie wurden sie immer erreicht, wenn es irgendetwas gab und die Eltern erreicht werden mussten. Ist zum Glück selten vorgekommen. Und bei allem Verständnis für Eltern, ist das kein Weg dann bewusst nicht erreichbar zu sein. Es kann Notfälle geben und Erzieher:innen und Sozialarbeiter:innen sind dann die Leidtragenden, die sich ebenfalls darüber beschweren, dass sie medial kaum Gehör finden und stellenweise überfordert sind. Ein Kreislauf.

Dass die Eltern, für die es zu viel ist, Aufmerksamkeit suchen ist richtig. Vielleicht ist es auch branchenabhägnig, aber ich habe Bekannte, die sich Firmen/Arbeitgeber:innen nach verschiedenen Aspekten suchen. Da gehört auch eine Freundlichkeit der Arbeitgeber:innen in Bezug auf Kinder dazu. Bei uns hier gibt es in den meisten Branchen einen Mangel an Arbeitskräften, da können sich Firmen, Wohlfahrtsverbände etc. nicht leisten nicht entgegenkommend zu sein. Kann natürlich überall und individuell gesehen anders sein, dem widerspreche ich nicht. Aber ein Pauschalisieren finde ich auch nicht korrekt. Genauso wenig pauschalisiere ich, dass es überall und bei allen gut läuft. Mit sind die Probleme durchaus bewusst.

Und so wie ihr es hier schreibt, liegt es ja vor allem an Arbeitgeber:innen. Oder was wären weitere Verbesserungsvorschläge? Mehr Druck auf die Politik? Ich bin bei dem Thema für jeden Diskurs offen. Ich spreche niemandem die evtl. Überforderung ab, aber kriege halt auch andere Beispiele mit.

Edit: Noch ein Punkt. Bei uns in der Region läuft ebenfalls so einiges nicht gut. Oftmals wäre es bei Kindern von Flüchtlingen, die noch nicht so lange in Deutschland sind, gut wenn sie die Nachmittagsbetreuung besuchen dürften. Hier gibt es aber für sie in der Regel leider keine Kostenübernahme und gerade in der Anfangszeit in Deutschland können sich viele Flüchtlinge die Nachmittagsbetreuung nicht leisten. Auf Grund des "Platzmangels" dürfen in BaWü Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht werden, in denen sie pro Person 4 qm Wohnraum haben. Bis vor 1/1,5 Jahren waren es 7 qm. Da kann sich jede:r vorstellen, was das auslösen kann bei Eltern und Kindern. Und in diesen Unterkünften bleiben die Menschen in der Regel mindestens zwei Jahre. Wenn sie Glück haben, dürfen sie früher raus. Oft werden es aber auch bis zu drei Jahre oder mehr.

Und wenn es um Care-Arbeit geht, erfahre ich gerade eine krasse Nummer bei einer Kollegin was die Pflege ihres Vaters angeht. Eigentlich braucht dieser eine Ganztagspflege. Das Pflegeheim können sie sich nicht leisten, auch gibt es hierzu zu wenig Unterstützung vom Amt. Krankentage gibt es nicht und sie muss weiter ganztags arbeiten, da sie auf das Geld angewiesen ist. Tagespflege oder ähnliches ist nicht mehr möglich. Sie pfeift aus dem letzten Loch. Auch sie meint natürlich, dass in der Gesellschaft dieses Thema kaum stattfindet. Bei ihr ist ebenfalls fast jeden Tag Drama.

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Quadrophobia
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Re: Gedanken eines Schalentiers

Beitrag von Quadrophobia » Mo 12. Feb 2024, 09:26

Also ich weiß nicht wie es anderswo ist, aber in Hamburg, insbesondere in zentralen Vierteln, sind viele Kitas nah am Kollaps. Es kommt in meinem Umfeld nahezu täglich vor, dass Eltern angerufen und angefleht werden, ihre Kinder zu Hause zu lassen, weil es mitunter nur noch zwei "Erzieher*innen" (nicht selten dann auch noch junge SPAs) gibt, die den Tag übernehmen können und 40 Kinder einfach nicht schaffen. In meinem Job sind mindestens 3/4 meiner Kolleg*innen Eltern von Kindern im Kita Alter und das Büro ist teilweise völlig verwaist, weil Kitas Notbetrieb oder ganz geschlossen haben.

In den Kitas herrscht massive Personalnot, weil viele, insbesondere junge Kräfte, sich von dem ziemlich geringen Gehalt die exorbitanten Mieten nicht mehr leisten können, die verbleibenden Erzieher*innen sind völlig überarbeitet und fallen reihenweise aus, viele Kitas haben ihre Öffnungszeiten schon radikal gekürzt. Dazu kommt, dass grade ja superviele Virus-Erkrankungen zirkulieren und das wenige Personal dann auch noch krankheitsbedingt ausfällt.

Dazu kommt noch die katastrophale ärztliche Versorgung, mitunter verbringen meine Kolleg*innen einen ganzen Tag im Wartezimmer eine Pediatrie-Praxis, nur um dann gesagt zu bekommen, dass es das Medikament, dass das Kind bräuchte, aktuell nicht gibt.

In dem sehr armen Stadtteil, in dem ich früher gewohnt habe, war es die Regel, dass 8-10 jährige ihre kleinen Geschwister beaufsichtigen, weil die - oft alleinerziehenden - Eltern keinen vollen Kita Platz bekommen haben, weil viele gezwungen waren, unangemeldet zu arbeiten oder in Gig-Jobs für die man kein 100% Platz bekommt, aber natürlich trotzdem mindestens 40 Stunden schuften mussten.

Die Lösung wäre eigentlich sehr einfach, das ist vor allem eine Geld Frage. Anders als in vielen anderen Berufen gibt es (in Hamburg) keinen wirklichen Personalnotstand und auch die Bereitschaft zur Ausbildung ist - trotz sehr langer Ausbildungszeit und schlechter Vergütung - ziemlich hoch. Aber obwohl es ja weitreichendste Auswirkungen hat, wird da nahezu nichts dran geändert und das Problem privatisiert.

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Re: Gedanken eines Schalentiers

Beitrag von Rieper » Mo 12. Feb 2024, 10:41

Quadrophobia hat geschrieben:
Mo 12. Feb 2024, 09:26
Also ich weiß nicht wie es anderswo ist, aber in Hamburg, insbesondere in zentralen Vierteln, sind viele Kitas nah am Kollaps. Es kommt in meinem Umfeld nahezu täglich vor, dass Eltern angerufen und angefleht werden, ihre Kinder zu Hause zu lassen, weil es mitunter nur noch zwei "Erzieher*innen" (nicht selten dann auch noch junge SPAs) gibt, die den Tag übernehmen können und 40 Kinder einfach nicht schaffen. In meinem Job sind mindestens 3/4 meiner Kolleg*innen Eltern von Kindern im Kita Alter und das Büro ist teilweise völlig verwaist, weil Kitas Notbetrieb oder ganz geschlossen haben.

In den Kitas herrscht massive Personalnot, weil viele, insbesondere junge Kräfte, sich von dem ziemlich geringen Gehalt die exorbitanten Mieten nicht mehr leisten können, die verbleibenden Erzieher*innen sind völlig überarbeitet und fallen reihenweise aus, viele Kitas haben ihre Öffnungszeiten schon radikal gekürzt. Dazu kommt, dass grade ja superviele Virus-Erkrankungen zirkulieren und das wenige Personal dann auch noch krankheitsbedingt ausfällt.

Dazu kommt noch die katastrophale ärztliche Versorgung, mitunter verbringen meine Kolleg*innen einen ganzen Tag im Wartezimmer eine Pediatrie-Praxis, nur um dann gesagt zu bekommen, dass es das Medikament, dass das Kind bräuchte, aktuell nicht gibt.

In dem sehr armen Stadtteil, in dem ich früher gewohnt habe, war es die Regel, dass 8-10 jährige ihre kleinen Geschwister beaufsichtigen, weil die - oft alleinerziehenden - Eltern keinen vollen Kita Platz bekommen haben, weil viele gezwungen waren, unangemeldet zu arbeiten oder in Gig-Jobs für die man kein 100% Platz bekommt, aber natürlich trotzdem mindestens 40 Stunden schuften mussten.

Die Lösung wäre eigentlich sehr einfach, das ist vor allem eine Geld Frage. Anders als in vielen anderen Berufen gibt es (in Hamburg) keinen wirklichen Personalnotstand und auch die Bereitschaft zur Ausbildung ist - trotz sehr langer Ausbildungszeit und schlechter Vergütung - ziemlich hoch. Aber obwohl es ja weitreichendste Auswirkungen hat, wird da nahezu nichts dran geändert und das Problem privatisiert.
Wie gesagt. Hier gibt es beim Personal in Kindergärten ebenfalls Probleme, gerade bei Halbtagsplätzen. Das Personal soll in BaWü jetzt fachfremd besetzt werden. Der Fachkräftekatalog wird hierfür aufgeweicht. Der pädagogischen Arbeit schadet es, aber so können mehr Plätze angeboten werden. Die Politik versucht diesen Weg zu gehen, anstatt bessere Ausbildungsbedingungen zu schaffen. Die Ausbildung zum Erzieher, zur Erzieherin, ist teilweise unentgeltlich.

Durch das fehlende Personal kriegen viele Eltern für ihre drei- oder vierjährigen Kindern keinen Platz, weil Gruppen nicht besetzt werden können. So gibt es Kindergärten, die neu gebaut werden, aber nur das untere Stockwerk genutzt wird. In der Regel wird dann geschaut, dass Eltern die arbeiten, einen Platz für die Kinder kriegen. Bezieher:innen von Bürgergeld oder Asylbewerberleistungen erhalten oft keinen Platz. Manchmal erst wenige Monate vor der Einschulung. Damit erhofft sich das pädagogische Personal, dass Kinder noch etwas Deutsch lernen.

Probleme mit Fachärzt:innen gibt es hier zuhauf (Dermatologie, Onkologie etc. sind hier eine absolute Katastrophe), Kinderäzt:innen gibt es zum Glück so viele, dass es keine Probleme gibt eine Praxis zu finden. Durch die ländliche Prägung gibt es Schwierigkeiten in der Mobilität, aber das ist ein anderes Thema. Mir ist durchaus bewusst, dass es woanders anders aussieht.

Den Punkt mit Alleinerziehenden in prekären Lagen sehe ich ebenfalls, ich bin explizit auf Elternpaare eingegangen, da es das Thema war. Aber da bin ich voll bei dir.

Edit: Zum Thema Wohnungen wollte ich noch etwas schreiben. Unser ländlich geprägter Landkreis platzt ebenfalls aus allen Nähten, was die Wohnungen angeht und vor allem in den kleinen Städten (in den Dörfern geht es). Sozialwohnungen werden so gut wie keine mehr gebaut. Einzimmerwohnung mit 20 qm gibt es hier auch für 800-900 Euro. Ein Mietspiegel ist sowieso nicht vorhanden. Prekär ist die Lage direkt am Hochrhein, hier gibt es städtische Strukturen und ein ÖPNV-System, welches in Ordnung ist. Wir haben viele Grenzgänger:innen in die Schweiz und zugleich viele Leute aus der Schweiz, die Immobilien auf dieser Seite des Rheins kaufen, was die Preise nach oben treibt. Durch die Nähe aus der Schweiz gibt es viele andere Vorteile, aber das mit den Immobilien kaufen ist nicht so cool. Zudem werden inzwischen Wohnungen und Häuser von Investoren gekauft, die in Katar oder Kuwait sitzen. Kaltmietpreise in Großstädten sind natürlich weitaus höher, aber inzwischen sind auch hier um die 15 Euro normal. 12-13 Euro eigentlich Standard. Inzwischen auch 20 Euro keine Seltenheit. Da werden für 80 qm 1600 Euro fällig. Und das in einer ländlich geprägten Region.

Ein Beispiel: Neubauwohnungen in einem Quartier direkt an einer Bundesstraße mit 90-100 qm Wohnfläche gibt es aktuell hier für 410.000 Euro zu erwerben.

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Baron von Goenn
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Re: Gedanken eines Schalentiers

Beitrag von Baron von Goenn » Mo 12. Feb 2024, 11:28

Ich war am Wochenende in Alkmaar und habe einen Kumpel besucht. Sie erwarten das zweite Kind und er kann an zwei Tagen in der Woche Elternzeit nehmen, sodass seine Frau nach einem halben Jahr auch schon wieder mit der Arbeit anfangen kann. Generell ist es wohl so, dass Eltern gerne so schnell wie möglich wieder anfangen wollen zu arbeiten und das auch funktioniert. In den Kindergärten gibt es nur die eine Regel, dass Kinder mit Fieber nicht kommen dürfen. Alles andere geht, sprich Kindkrank gibt es nur in ganz seltenen Fällen. Auch die Betreuungszeiten in Kindergärten ist krass, bis 17:30 ist z. B. nicht unüblich. Die Kinder können auch mitten im Jahr in den Kindergarten und mit vier Jahren kommen sie in die Grundschule (wahrscheinlich inhaltlich wie Vorschule). Da gibt es auch nicht einen Einschlungstermin, sondern man geht da mitten im Jahr in die erste Klasse. So entstehen natürlich auch keine Betreuungslücken. Ich find das schon ziemlich nice muss ich sagen.
Bier ist schmackhaft und ein hervorragendes Getränk.

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Re: Gedanken eines Schalentiers

Beitrag von Stebbie » Mo 12. Feb 2024, 20:14

Fast alles von dem, was gesagt wurde, ist absolut richtig. Ich habe auch keine Patentlösung und ich bin selbst aufgrund der flexiblen Arbeitszeit und einem gut bezahlten Job auch noch in einer guten Ausgangsposition, allerdings kann es gesellschaftlich nicht sein, dass ein nennenswerter Teil der Bevölkerung von Mitte November bis Mitte Februar quasi im Krisenmodus ist.

Da empfinde ich auch Kinderkranktage als bestenfalls nett gemeintes Trostpflaster, da es bei fehlender Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber eigentlich nur ein erkaufter freier Tag ist (bei Nicht-Fortzahlung erhält man den Tag kein Lohn/Gehalt, sondern kann sich 70% über die Krankenkasse zurückholen).

Das ganze wird dann ja noch durch all die anderen Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt verstärkt, so dass man unter den Bedingungen natürlich keinerlei Chance hat, auf einem prekären Jobmarkt gegen eine Konkurrenz aus Junggesell*innen ohne Careverpflichtungen zu bestehen (was wiederum den mentalen Druck verstärkt).

Hier bräuchten wir eigentlich wirklich eine Frage darüber, wie wir für uns als Gesellschaft die Care-Arbeit einordnen wollen (ich hatte auch das Buch von Teresa Bücker gelesen und diverse Podcasts gehört). Aber da bin ich realistisch genug, um einzusehen, dass das auf absehbare Zeit nicht kommen wird.
(c) 26.06.2006

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Re: Gedanken eines Schalentiers

Beitrag von Suitemeister » Mi 21. Feb 2024, 09:30

Ich verstehe die Anliegen der Belegschaften des ÖPNV und der DB vollkommen. Darüber möchte ich gar nicht diskutieren. Aber die aktuellen Streikserien im öffentlichen Nah- und Fernverkehr sind Wasser auf die Mühlen der Verkehrswendeskseptiker. Hands down, ich bin glaub ich so weit davon entfernt wie nie zuvor, das Auto abzuschaffen. Ich kann's mir einfach nicht leisten, alle Nase lang von Streiks betroffen zu sein.


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