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Contra-Thread

Von Spam bis Gott und die Welt
mattkru
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Re: Contra-Thread

Beitrag von mattkru » Fr 3. Jul 2020, 11:37

Danke für die tolle Antwort.

Macht es eigentlich Sinn, für diese Art Gespräche über die Gesellschaft als soziales Gebilde einen eigenen Thread aufzumachen? Es ist weder Zeitgeschehen, noch passt es so richtig in Politik.

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Quadrophobia
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Re: Contra-Thread

Beitrag von Quadrophobia » Fr 3. Jul 2020, 18:13

mattkru hat geschrieben:
Fr 3. Jul 2020, 11:37
Danke für die tolle Antwort.

Macht es eigentlich Sinn, für diese Art Gespräche über die Gesellschaft als soziales Gebilde einen eigenen Thread aufzumachen? Es ist weder Zeitgeschehen, noch passt es so richtig in Politik.
Würde ich lieber im Politik Thread machen. Es ist finde ich nah genug am Threadthema, um da auch solche Hintergründe zu thematisieren.

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Norakete
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Re: Contra-Thread

Beitrag von Norakete » Mi 8. Jul 2020, 00:32

https://www.queer.de/detail.php?article ... kommentare

Zu Beginn dieses Quatsches konnte ich noch etwas drüber lachen, mittlerweile empfinde ich immer mehr Verachtung. Kann dieser Frau bitte endlich jemand den Twitter-Zugang wegnehmen?
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mattkru
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Re: Contra-Thread

Beitrag von mattkru » Mi 8. Jul 2020, 07:56

Norakete hat geschrieben:
Mi 8. Jul 2020, 00:32
https://www.queer.de/detail.php?article ... kommentare

Zu Beginn dieses Quatsches konnte ich noch etwas drüber lachen, mittlerweile empfinde ich immer mehr Verachtung. Kann dieser Frau bitte endlich jemand den Twitter-Zugang wegnehmen?
Was soll dieser Mist nur? Ich verstehe diese Frau einfach nicht.

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Re: Contra-Thread

Beitrag von Blackstar » Mi 8. Jul 2020, 09:44

Denke mir dann immer: Hat die keine anderen Probleme, als völlig unnötig sowas von sich zu geben. Nächster Gedanke: Achja, Internet. Da war ja was.

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NeonGolden
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Re: Contra-Thread

Beitrag von NeonGolden » Mi 8. Jul 2020, 11:37

Ohje, auch für Frau Rowling scheint sich die Erde mittlerweile ein bis zwei Nummern zu schnell zu drehen, während sie gleichzeitig trotzdem für sich beansprucht mit ihrem reichweitenbedingt brüllend lauten Mitteilungsorgan an diversen Diskursen teilnehmen zu müssen.
Da muss man ja fast Mitleid haben, wenn jemand offenbar keine Freunde hat, die einen an so einem Blindflug hindern könnten.

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Re: Contra-Thread

Beitrag von Blackstar » Mi 8. Jul 2020, 13:15


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Re: Contra-Thread

Beitrag von Flecha » Mi 8. Jul 2020, 13:34

Blackstar hat geschrieben:
Mi 8. Jul 2020, 13:15
https://www.tagesschau.de/investigativ/ ... t-103.html

Die Esoterik schlägt zurück.
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Re: Contra-Thread

Beitrag von NeonGolden » Mi 8. Jul 2020, 14:23

Wie praktisch, dass sie eine nach Städten sortierte Liste mit den unterstützenden Ärzten bereitstellen. Zum Glück keine Einschläge in meiner Umgebung.

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Taksim
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Re: Contra-Thread

Beitrag von Taksim » Mi 8. Jul 2020, 18:47

Zu JK Rowling:
Ich weiß, dass ich eine etwas andere Sichtweise als die meisten hier habe, was ihre Aussagen angeht und hab echt lange überlegt, ob ich das heiße Eisen überhaupt anfassen soll, da die Diskussion so schnell so heftig wird. Was an sich schon ein schlechtes Zeichen ist. Kurz gesagt halte ich es persönlich für möglich, dass man sich für die Rechte von Transmenschen einsetzt UND sich darüber empört, dass Frauen aus ihren Sportarten gedrängt werden oder in Gefängnissen misshandelt werden von biologischen Männern, die sich als Frauen identifizieren oder Transfrauen. Genauso wie ich finde, dass man sich gegen Diskriminierung von Muslimen einsetzen muss UND die Homophobie und Frauenverachtung, die in vielen muslimischen Gesellschaften verbreitet ist, verurteilen muss.

Häufig habe ich das Gefühl man muss sich für das eine oder das andere entscheiden. Aber zumindest wollte ich anregen, ob ihr ihr ausführliches Statement zu ihrer Sichtweise auf Transpersonen gelesen habt, was für meine Begriffe sehr viel nuancierter ist, als dass der Großteil der Berichterstattung um ihre Aussagen vermuten lässt:

https://www.jkrowling.com/opinions/j-k- ... er-issues/

Und zum anderen wurde passenderweise kürzlich ein öffentlicher Brief von einer Menge Menschen des öffentlichen Lebens, Autoren, Journalisten, Denker gepostet, der sich gegen Cancel Culture ausspricht. JK Rowling ist auch dabei. Können wir uns zumindest darauf einigen?:

https://harpers.org/a-letter-on-justice ... en-debate/

Edit: Zumindest halte ich ein Statement wie dieses für wichtig, weil ich allein den kurzen Text hier mehrfach gelesen habe und persönlich nicht finde, etwas herausragend kontroverses zu sagen, aber gleichzeitig das Gefühl habe ich würde mich wahnsinnig weit aus dem Fenster lehnen und wäre wahnsinnig provokant. Was wirklich nicht so gemeint ist.

Und das geht mir hier so, wo ich überzeugt bin so gut wie nur mit aufgeschlossenen, gut informierten, reflektierten Menschen zu interagieren :smile:
In vielen anderen Domänen, natürlich vor allem Twitter, wäre das nochmal 1000x krasser.
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Re: Contra-Thread

Beitrag von dattelpalme » Mi 8. Jul 2020, 21:33

Taksim hat geschrieben:
Mi 8. Jul 2020, 18:47
Zu JK Rowling:
Ich weiß, dass ich eine etwas andere Sichtweise als die meisten hier habe, was ihre Aussagen angeht und hab echt lange überlegt, ob ich das heiße Eisen überhaupt anfassen soll, da die Diskussion so schnell so heftig wird. Was an sich schon ein schlechtes Zeichen ist. Kurz gesagt halte ich es persönlich für möglich, dass man sich für die Rechte von Transmenschen einsetzt UND sich darüber empört, dass Frauen aus ihren Sportarten gedrängt werden oder in Gefängnissen misshandelt werden von biologischen Männern, die sich als Frauen identifizieren oder Transfrauen. Genauso wie ich finde, dass man sich gegen Diskriminierung von Muslimen einsetzen muss UND die Homophobie und Frauenverachtung, die in vielen muslimischen Gesellschaften verbreitet ist, verurteilen muss.
Danke dafür. Kann ich mich uneingeschränkt anschließen.

Hier ein recht differenzierter Blickwinkel (auch, wenn wahrscheinlich alleine der Autor zur persona non grata erklärt wird. Wurde vor einigen Jahren bei einem Vortrag an der Uni unter übelsten Umständen ausgeladen):

https://www.zeit.de/kultur/2020-06/joan ... kt-twitter

Edit: Der Artikel wurde vor derm „neusten“ Tweet J.K. Rowlings veröffentlicht. Das klingt natürlich schon sehr schräg omg. Hab es mir allerdings noch nicht angesehen.
„Die Welt geht vor die Hunde Mädchen, traurig aber wahr.“

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Quadrophobia
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Re: Contra-Thread

Beitrag von Quadrophobia » Mi 8. Jul 2020, 22:16


Taksim hat geschrieben:Zu JK Rowling:
Ich weiß, dass ich eine etwas andere Sichtweise als die meisten hier habe, was ihre Aussagen angeht und hab echt lange überlegt, ob ich das heiße Eisen überhaupt anfassen soll, da die Diskussion so schnell so heftig wird. Was an sich schon ein schlechtes Zeichen ist. Kurz gesagt halte ich es persönlich für möglich, dass man sich für die Rechte von Transmenschen einsetzt UND sich darüber empört, dass Frauen aus ihren Sportarten gedrängt werden oder in Gefängnissen misshandelt werden von biologischen Männern, die sich als Frauen identifizieren oder Transfrauen. Genauso wie ich finde, dass man sich gegen Diskriminierung von Muslimen einsetzen muss UND die Homophobie und Frauenverachtung, die in vielen muslimischen Gesellschaften verbreitet ist, verurteilen muss.

Häufig habe ich das Gefühl man muss sich für das eine oder das andere entscheiden. Aber zumindest wollte ich anregen, ob ihr ihr ausführliches Statement zu ihrer Sichtweise auf Transpersonen gelesen habt, was für meine Begriffe sehr viel nuancierter ist, als dass der Großteil der Berichterstattung um ihre Aussagen vermuten lässt:

https://www.jkrowling.com/opinions/j-k- ... er-issues/

Und zum anderen wurde passenderweise kürzlich ein öffentlicher Brief von einer Menge Menschen des öffentlichen Lebens, Autoren, Journalisten, Denker gepostet, der sich gegen Cancel Culture ausspricht. JK Rowling ist auch dabei. Können wir uns zumindest darauf einigen?:

https://harpers.org/a-letter-on-justice ... en-debate/

Edit: Zumindest halte ich ein Statement wie dieses für wichtig, weil ich allein den kurzen Text hier mehrfach gelesen habe und persönlich nicht finde, etwas herausragend kontroverses zu sagen, aber gleichzeitig das Gefühl habe ich würde mich wahnsinnig weit aus dem Fenster lehnen und wäre wahnsinnig provokant. Was wirklich nicht so gemeint ist.

Und das geht mir hier so, wo ich überzeugt bin so gut wie nur mit aufgeschlossenen, gut informierten, reflektierten Menschen zu interagieren Bild
In vielen anderen Domänen, natürlich vor allem Twitter, wäre das nochmal 1000x krasser.
Triggerwarnung: Sexueller Missbrauch


Einigem kann ich mich durchaus anschließen. Ich halte nichts von Cancel Culture, weil es elitär ist und ein Problem nur aus der jeweiligen Sphäre drängt, politisch aber rein gar nichts löst.

Der Beitrag auf der JKR Seite hat mich aber schon beim erstem Mal lesen ratlos zurückgelassen. Er hat valide Punkte, wie dass es eine Katastrophe wäre, den Begriff "Frau" rechtlich umzudeuten. Das ermöglicht der Rechtsaußen Regierung, die es in England nun mal gibt, einen erheblichen Backlash gegen Gleichbehandlungsgesetze etc. Das ist allerdings auch der einzige Punkt, von dem ich fachlich etwas verstehe.

Auch Angriffe auf Forschende, die sie erwähnt sind abzulehnen. Es handelt sich hier aber keinesfalls um das breite Problem für die Freiheit der Forschung, das sie suggeriert.

Viele der anderen Sichtweisen ihrerseits halte ich hingegen für hochproblematisch. Vermeintliche überdiagnosen von Gender Dysphoria und (O-ton) um sich werfen mit Hormontherapie ist eine Behauptung, die negiert, was für ein unglaublich belastender Akt eine Geschlechtsangleichung für Betroffene ist. Sie hat dazu ja auch keine konkreten Belege.


Das Argument von Übergriffen durch Cis-Männer, die sich als Trans tarnen, ist hypothetisch natürlich valide, aber auch das wird von ihr stilisiert, ala würde selbstverständlich aus der rechtlichen Anerkennung von Transpersonen folgen. Ob diese Möglichkeit besteht, hängt wiederum direkt von der entsprechenden rechtlichen Handhabung ab, zu der ich mich ja oben schon positioniert habe. Auch ist das Problem ja nicht, dass Cis-Männer sich jetzt als Trans tarnen können, um zu vergewaltigen, sondern dass Cis-Männer vergewaltigen. Natürlich sollten keine Schutzräume für Frauen geschwächt werden, aber diesea Argument bewegt sich für mich viel zu weit im Konjunktiv.


Dass die Diskussion um JKR Person völlig aus dem Ruder gelaufen ist, spielt am Ende am ehesten ihr selbst in die Karten. Die heftigen Reaktionen lassen Außenstehende eher zu ihrer Position tendieren, weil Emotionalität in Diskursen häufig als mangelnde Rationalität verstanden wird, was ja wiederum eine. Patriarchale Struktur ist.

Ob aber Trans-Allies, die selbst heteronormative cis-Menschen sind, mit der Härte der Diskussion irgendwem geholfen haben, wage ich zu bezweifeln.

Allein um vorangegangenen Satz zu verstehen, muss man ja schon tiefer in der Thematik sein, als es die Mehrheit der Menschen je war.

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Norakete
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Re: Contra-Thread

Beitrag von Norakete » Mi 8. Jul 2020, 22:25

Taksim hat geschrieben:
Mi 8. Jul 2020, 18:47
Kurz gesagt halte ich es persönlich für möglich, dass man sich für die Rechte von Transmenschen einsetzt UND sich darüber empört, dass Frauen aus ihren Sportarten gedrängt werden oder in Gefängnissen misshandelt werden von biologischen Männern, die sich als Frauen identifizieren oder Transfrauen. Genauso wie ich finde, dass man sich gegen Diskriminierung von Muslimen einsetzen muss UND die Homophobie und Frauenverachtung, die in vielen muslimischen Gesellschaften verbreitet ist, verurteilen muss.
Stimme dir prinzipiell zu, dass das beides Themen sind, über die man diskutieren sollte - sofern es sachlich geschieht. Das sehe ich in der Praxis leider oft nicht gegeben. Genauso wie Rechtspopulisten auf einmal sehr gerne den vermeintlichen Feministen in sich entdecken, wenn es um darum geht, den Islam dahingehend zu attackieren, werden auf ähnliche Weise leider meist hauptsächlich alle Transpersonen pauschal für derartige Problematiken verantwortlich gemacht.

Taksim hat geschrieben:
Mi 8. Jul 2020, 18:47
Aber zumindest wollte ich anregen, ob ihr ihr ausführliches Statement zu ihrer Sichtweise auf Transpersonen gelesen habt, was für meine Begriffe sehr viel nuancierter ist, als dass der Großteil der Berichterstattung um ihre Aussagen vermuten lässt:
Habe ich nicht und ich möchte Just Kidding Rowlings Homepage auch nicht mit meinen Klicks beehren. Ich habe mitbekommen, was sie bei Twitter treibt: seit längerer Zeit verteilt sie Likes für offen transphobe Tweets verteidigt andere Personen, die sich transphob äußern. Nun hat sie endgültig den Vogel abgeschossen und benutzt gar eine Minderheit (Homosexuelle) als Schutzschild gegen eine andere (Transpersonen). Dieser Vergleich jetzt zwischen der für uns teils lebensrettender Hormonersatztherapie mit der aufgezwungenen unwürdigen Konversionstherapie ist vorne und hinten so derbe falsch und verletzend und sinnlos, wenn man bedenkt, dass Transpersonen (wie jeder andere auch) homo-, bi- oder heterosexuell sein können bzw. sind. Ihrer "Logik" zufolge würde es auch keinen Sinn machen, dass ich als Transfrau auf Frauen stehe - ach halt, ihrer Meinung nach bin ich ja ein "erwachsener Mann, der behauptet, eine Lesbe zu sein" (siehe hier :roll:

Das alles geschieht auf Twitter, wo ihr etwa 15 Mio. Menschen folgen. Da muss ich nicht lesen, was sie ggf. an anderer Stelle ausführlicher formuliert, wenn sie auf dieser großen Plattform so großen Unsinn verbreitet.

Natürlich bin ich bei der Thematik befangen und so konnte ich den Beitrag jetzt auch nicht frei von Emotionen verfassen. Dir sei noch gesagt, dass sich meine Empörung ausschließlich gegen JKR richtet, nicht gegen dich @Taksim. Nicht dass das falsch rüberkommt.
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Taksim
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Re: Contra-Thread

Beitrag von Taksim » Do 9. Jul 2020, 13:35

Erstmal danke für eure aufgeräumte Reaktionen.
Kann einiges nachvollziehen, bleibe aber dabei, dass auch Raum für Narrative sein muss, die drohen unterzugehen, da sie häufig mit Transphobie-Beschuldigungen niedergeschrieen werden. Katie Herzog wäre da ein prominentes Beispiel, die tief in die Kehrseite von Transitionen eingestiegen ist und über Menschen geschrieben hat, die es massivst bereut haben.
Quadrophobia hat geschrieben:
Mi 8. Jul 2020, 22:16
Viele der anderen Sichtweisen ihrerseits halte ich hingegen für hochproblematisch. Vermeintliche überdiagnosen von Gender Dysphoria und (O-ton) um sich werfen mit Hormontherapie ist eine Behauptung, die negiert, was für ein unglaublich belastender Akt eine Geschlechtsangleichung für Betroffene ist. Sie hat dazu ja auch keine konkreten Belege.
Artikel wie der und andere liefern zumindest für mich genug Belege, dass es ein existierendes Phänomen ist. Und nochmal, das zu thematisieren negiert in keinster Weise, dass Menschen, die es wirklich wollen, begleitet und unterstützt werden. Ich weiß nicht, ob dir das als "Beleg" reicht, aber bei JK Rowling haben sich auch zahlreiche Therapeuten gemeldet, die sich dazu genötigt fühlen, Transsexualität festzustellen anstatt genau zu untersuchen, ob sich ein junger Mensch vlt. zu einer homosexuellen Person entwickeln wird. Das mag anekdotisch sein, aber es existiert. Allein das wird häufig komplett geleugnet.
Hand in Hand gehen damit Bestrebungen, Hormontherapie früher und früher zuzulassen ohne genau zu wissen, wie sich das auf die menschliche Biologie in der Entwicklung auswirkt. Das halte ich für nicht verantwortbar. Erneut, keine Sichtweise, die momentan in der Mainstream-Diskussion Platz findet.
Quadrophobia hat geschrieben:
Mi 8. Jul 2020, 22:16
Das Argument von Übergriffen durch Cis-Männer, die sich als Trans tarnen, ist hypothetisch natürlich valide, aber auch das wird von ihr stilisiert, ala würde selbstverständlich aus der rechtlichen Anerkennung von Transpersonen folgen. Ob diese Möglichkeit besteht, hängt wiederum direkt von der entsprechenden rechtlichen Handhabung ab, zu der ich mich ja oben schon positioniert habe. Auch ist das Problem ja nicht, dass Cis-Männer sich jetzt als Trans tarnen können, um zu vergewaltigen, sondern dass Cis-Männer vergewaltigen. Natürlich sollten keine Schutzräume für Frauen geschwächt werden, aber diesea Argument bewegt sich für mich viel zu weit im Konjunktiv.
Ich würde nicht mal sagen, dass sie sich "tarnen" oder bewusst einen Plan aushecken. Oder zumindest muss man davon nicht ausgehen. Erneut mögen da meine Kenntnisse anekdotisch sein, aber Geschichten dass Frauen in besagten Gefängnissen, auf Toiletten oder auch in politischen Organisationen* bedrängt werden gibt es zu viele, als das man das ignorieren kann. Um Gleichberechtigung von Transpersonen zu gewährleisten passiert das aber und das halte ich eben nicht für notwendig.

*Ich müsste es nochmal genau recherchieren, aber spontan fällt mir die Geschichte von einem kanadischen Stadtrat o.ä. ein, der einer Einrichtung für Frauen, die Opfer einer Vergewaltigung wurden, die Finanzierung entzogen hat, da sie Transfrauen nicht zulassen wollten.
Norakete hat geschrieben:
Mi 8. Jul 2020, 22:25

Stimme dir prinzipiell zu, dass das beides Themen sind, über die man diskutieren sollte - sofern es sachlich geschieht. Das sehe ich in der Praxis leider oft nicht gegeben. Genauso wie Rechtspopulisten auf einmal sehr gerne den vermeintlichen Feministen in sich entdecken, wenn es um darum geht, den Islam dahingehend zu attackieren, werden auf ähnliche Weise leider meist hauptsächlich alle Transpersonen pauschal für derartige Problematiken verantwortlich gemacht.
Und das ist natürlich quatsch. Gibt ja auch genug Transpersonen, die sich gegen diese Entwicklungen aussprechen.
Norakete hat geschrieben:
Mi 8. Jul 2020, 22:25
Natürlich bin ich bei der Thematik befangen und so konnte ich den Beitrag jetzt auch nicht frei von Emotionen verfassen. Dir sei noch gesagt, dass sich meine Empörung ausschließlich gegen JKR richtet, nicht gegen dich @Taksim. Nicht dass das falsch rüberkommt.
Kam es nicht, keine Sorge :smile:
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mattkru
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Re: Contra-Thread

Beitrag von mattkru » Do 9. Jul 2020, 14:18

Gab es wirklich mal Vorfälle, bei denen (Cis-)Frauen von Transfrauen im öffentlichen Raum vergewaltigt worden sind oder sind das nur hypothetische Szenarien, um Angst und Misstrauen zu schüren?

Gibt es eigentlich ähnliche Angstkonstrukte gegenüber Transmännern?

Blackstar
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Re: Contra-Thread

Beitrag von Blackstar » Do 9. Jul 2020, 14:32


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Norakete
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Re: Contra-Thread

Beitrag von Norakete » Do 9. Jul 2020, 15:25

Katie Herzog wäre da ein prominentes Beispiel, die tief in die Kehrseite von Transitionen eingestiegen ist und über Menschen geschrieben hat, die es massivst bereut haben.
(...)
Artikel wie der und andere liefern zumindest für mich genug Belege, dass es ein existierendes Phänomen ist. Und nochmal, das zu thematisieren negiert in keinster Weise, dass Menschen, die es wirklich wollen, begleitet und unterstützt werden. Ich weiß nicht, ob dir das als "Beleg" reicht, aber bei JK Rowling haben sich auch zahlreiche Therapeuten gemeldet, die sich dazu genötigt fühlen, Transsexualität festzustellen anstatt genau zu untersuchen, ob sich ein junger Mensch vlt. zu einer homosexuellen Person entwickeln wird. Das mag anekdotisch sein, aber es existiert. Allein das wird häufig komplett geleugnet.
Kann dir zustimmen, dass es ein real existentes Phänomen ist. Das ganze wird jetzt sehr ausführlich, geht aber nicht anders.

Triggerwarnung: sexueller Missbrauch

Ich habe mich über die Thematik auch schon mit meiner Ärztin unterhalten, bei der ich meine Hormonersatztherapie begonnen habe. Sie ist Frauenärztin mit der Zusatzbezeichnung Sexualmedizin, betreut und behandelt eine hohe Zahl an Transpersonen und schreibt außerdem Gutachten für das Amtsgericht bei Namensänderungen. Kurz gesagt, sie kennt sich für eine cisgeschlechtliche Person ziemlich gut aus. Sie hat im Laufe ihres Berufslebens auch schon Patient*innen bzw. zu begutachtende Personen vor sich gehabt, die (Achtung, kritische Formulierung) von sich geglaubt haben, trans zu sein. Dabei gibt es völlig unterschiedliche Hintergründe: das können Personen sein, die in ihrer frühen Kindheit Opfer sexuellen Missbrauchs wurden und sich infolge dessen (unterbewusst) nach außen als besonders stark geben wollen und deshalb ein Leben als (trans-)Mann anstreben. Das alles ist psychologisch weitaus komplexer als ich das hier ausführen kann oder überhaupt vollends begreifen kann. Aber laut meiner Ärztin sind in den letzten Jahren immer mehr Personen bei ihr vorstellig geworden, die dahingehend eine grob ähnliche Biografie vorweisen. Für diese Personen ist eine Transition und HRT logischerweise nicht der richtige Weg.

Es kommt auch vor, dass Personen zu Therapeuten/Ärzten oder gar Selbsthilfegruppen gehen, damit andere Personen oder Ärzte ihnen die Frage beantworten, ob sie denn nun eigentlich trans sind oder nicht. Ich rede jetzt nicht "das habe ich da bei JKR oder sonst wo im Internet gelesen", sondern von Dingen, die ich in meinem persönlichen Umfeld erlebt und mitbekommen habe. Es gibt also durchaus Personen, eine Transition begonnen und abgebrochen haben (in beide Richtungen). Daher kann ich im Prinzip auch nachvollziehen, warum einige bei der Reform des TSG (Transsexuellengesetz) eine gewisse Form von Kontrolle/Sicherheit der Diagnose als Voraussetzung für eine Namensänderung fordern. Es ist aber einfach auch eine extrem komplizierte Angelegenheit. Ich selbst habe auch etwa 25 Jahre benötigt, um mir darüber bewusst zu werden und mir einzugestehen, dass ich trans bin. Das war ein wahnsinnig langer und schwieriger Prozess der Selbstfindung und Selbsterkenntnis. Für die Namensänderung habe ich mich auch knapp 3h mit einer (mir völlig fremden) Gutachterin über intimste Details meiner Biografie unterhalten. Und selbst wenn wir uns 3 Tage lang unterhalten hätte, hätte sie nicht mit 100%iger Sicherheit bestimmen können, ob ich trans bin. Am Ende ist es dann doch nur die Person selbst, die diese Frage für sich beantworten muss.

Ich kann auch lediglich die Situation in Deutschland bewerten, weil das Prozedere einer Transition mit Ärzten und Behörden in jedem Land extrem unterschiedlich ist. Bei den Storys von JKR und den Therapeuten, die sich bei ihr gemeldet haben, werden rechtliche Bedingungen unterschiedlichster Länder durchmischt.
Für Deutschland trifft das von JKR beschriebene Horrorszenario, dass Ärzte leichtfertig Hormone verschreiben würden und voreilig entsprechende Diagnosen ausstellen, nach meinem Empfinden nun mal überhaupt nicht zu. Eher im Gegenteil. Habe es oft genug miterlebt, dass es Betroffenen enorm schwer gemacht wird, bis sie überhaupt mal Termine bei Therapeuten bekommen und bis sie dann letztendlich die Indikation ausgestellt bekommen. Im Anschluss folgt noch Arztsuche und Terminfindung bei behandelnden Endokrinologen oder anderen Fachärzten. Von der Tortur der Namensänderung will ich gar nicht erst anfangen.

Hand in Hand gehen damit Bestrebungen, Hormontherapie früher und früher zuzulassen ohne genau zu wissen, wie sich das auf die menschliche Biologie in der Entwicklung auswirkt. Das halte ich für nicht verantwortbar. Erneut, keine Sichtweise, die momentan in der Mainstream-Diskussion Platz findet.
Das ist ein sehr großer Konflikt und eine Frage, auf die ich selbst auch keine richtige Antwort parat habe. Auf der einen Seite steht: je früher man eine Hormonbehandlung beginnt (zunächst mit Hormonblockern zur Verhinderung der biologischen Pubertät und später eben mit entsprechenden Gegenhormonen), umso "besser ist das Resultat". Das heißt konkret beispielsweise, wenn einem gar nicht erst ein Bart wächst, hat man nicht das große Problem, ihn wieder los zu werden. Im späteren Leben ist es zudem ein massiver Vorteil, wenn man nicht ständig als Transperson enttarnt wird, weil man aufgrund des Aussehens nicht stealth leben kann.
Auf der anderen Seite eben das von dir angesprochene Problem, dass die Auswirkungen auf die langfristige Gesundheit dabei sehr schwer abzusehen sind. Und eben die Unsicherheit, wenn Kinder sich mit 10 Jahren als trans outen, es aber dann wirklich "nur eine Phase war" - denn auch wenn "es ist doch nur eine Phase" ein wahnsinnig ätzendes und nerviges Klischee aller LGBTQ+ Personen ist, ist auch so etwas existent, wenn auch selten (Beispiel kann ich auf Wunsch gerne noch erläutern).


Quadrophobia hat geschrieben:
Mi 8. Jul 2020, 22:16
Das Argument von Übergriffen durch Cis-Männer, die sich als Trans tarnen, ist hypothetisch natürlich valide, aber auch das wird von ihr stilisiert, ala würde selbstverständlich aus der rechtlichen Anerkennung von Transpersonen folgen. Ob diese Möglichkeit besteht, hängt wiederum direkt von der entsprechenden rechtlichen Handhabung ab, zu der ich mich ja oben schon positioniert habe. Auch ist das Problem ja nicht, dass Cis-Männer sich jetzt als Trans tarnen können, um zu vergewaltigen, sondern dass Cis-Männer vergewaltigen. Natürlich sollten keine Schutzräume für Frauen geschwächt werden, aber diesea Argument bewegt sich für mich viel zu weit im Konjunktiv.
Ich würde nicht mal sagen, dass sie sich "tarnen" oder bewusst einen Plan aushecken. Oder zumindest muss man davon nicht ausgehen. Erneut mögen da meine Kenntnisse anekdotisch sein, aber Geschichten dass Frauen in besagten Gefängnissen, auf Toiletten oder auch in politischen Organisationen* bedrängt werden gibt es zu viele, als das man das ignorieren kann. Um Gleichberechtigung von Transpersonen zu gewährleisten passiert das aber und das halte ich eben nicht für notwendig.
Ich kann wenig darüber sagen, wie häufig Vorfälle dieser Art sind, ich kann nur von meinen Erfahrungen berichten. Für mich sind öffentliche Toiletten oder Duschen (Stichwort Festival) oder sonstige Einrichtungen, in denen nach Männlein und Weiblein getrennt wird, seit Jahren extrem anstrengend und belastend. Ich bemühe mich stets, in der Öffentlichkeit so weiblich/feminin wie möglich auszusehen, damit möglichst nicht rauskommt, dass ich trans bin (oder in Augen von unwissenden Außenstehenden "in Wirklichkeit ein Mann"). Auf Toiletten fühle ich mich immer wieder so halb beobachtet und so halb, als würde ich hier heimlich etwas verbotenes tun. Selbst hier in Deutschland. Bevor ich begonnen habe, an meiner Stimme zu arbeiten, habe ich auf Toiletten nach Möglichkeit gar nicht zu sprechen, damit ich nicht "auffliege". Das ist im Alltag mental wahnsinnig anstrengend. Von der Panik, die ich davor hatte, letztes Jahr beim Flughafen in Dubai während des Umsteigens auf Toilette zu müssen, will ich gar nicht erst anfangen. Das ist meine Lebensrealität, die zum Glück mit zunehmender Wirkung der Hormone (und spätestens nach der OP) nach und nach besser wird. So wie mir geht es auch anderen Transfrauen, mit denen ich gesprochen habe. Und dann liest und hört man von TERFs, dass Transfrauen nur darauf aus seien, Frauen in sanitären Einrichtungen zu belästigen oder gar zu vergewaltigen. Da fällt es mir schwer, meinen Puls ruhig zu halten. Sehe es wie Quadro, dass sich dieses Problem viel zu sehr im Konjunktiv bewegt, da meine Lebensrealität und die aller Trans-Personen, die ich kenne, eine völlig andere ist. Wir möchten einfach nur auf Toiletten gehen, ohne dass es in Streit und Handgreiflichkeiten mit Reinigungspersonal oder anderen Besuchern endet.
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Tambourine-Man
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Re: Contra-Thread

Beitrag von Tambourine-Man » Fr 10. Jul 2020, 11:16

Seine Mailadresse für einen Download eines Albums (voucher zur vinyl) angeben zu müssen finde ich ja noch okay, aber nen eigener Account dafür ist schon sehr nervig.
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NeonGolden
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Re: Contra-Thread

Beitrag von NeonGolden » Do 16. Jul 2020, 13:56

Woher stammt eigentlich dieser Mythos, dass man in einer betrieblichen Ausbildung finanziell deutlich besser aufgestellt ist, als in einem Studium?
Meine Freundin fällt gerade nach ihrem nachgeholten Abitur von Schüler-BAföG + Minijob (ca. 1200€) auf das reine Ausbildungsentgelt (netto ca. 650€) runter und kann weder einen Minijob ausüben (vertraglich untersagt), noch zusätzliche Förderung in Anspruch nehmen, weil ich als ihr "Lebenspartner" zu viel verdiene. Im Studium hingegen käme sie wieder auf ein ähnliches Einkommen wie bisher (mit BAföG-Schulden natürlich).
Für mich ergibt es irgendwie keinen Sinn, dass wir finanziell deutlich besser dastehen würden, wenn wir getrennte Haushalte und eigene Wohnungen hätten. Mal abgesehen davon, dass sie damit in eine gewisse Abhängigkeit mir gegenüber getrieben wird, was sie bzw. uns schon aus Prinzip stört.
Am Ende wird uns das wohl nicht in Existenznöte bringen, aber es ärgert mich schon ziemlich, dass man Ersparnisse aufbrauchen muss bzw. nicht weiter aufbauen kann, weil solche (etwas spezielleren) Ausbildungswege derart dämlich finanziell reguliert sind.

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Re: Contra-Thread

Beitrag von Blackstar » Do 16. Jul 2020, 14:02

Das hat allerdings wenig mit dem Ausbildungsweg zu tun, sondern den partnerschaftlichen Verpflichtungen in diesem Land.
Im Studium hingegen käme sie wieder auf ein ähnliches Einkommen wie bisher (mit BAföG-Schulden natürlich).
Ich bin mir nicht sicher, ob sie in der Konstellation Anspruch auf Bafög hätte.

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Re: Contra-Thread

Beitrag von Suitemeister » Do 16. Jul 2020, 14:04

Blackstar hat geschrieben:
Do 16. Jul 2020, 14:02
Das hat allerdings wenig mit dem Ausbildungsweg zu tun, sondern den partnerschaftlichen Verpflichtungen in diesem Land.
Was ich aber trotzdem für fragwürdig halte, solange es keinen Trauschein gibt.
(Ich habe den Bums auch schon durch wegen Arbeitslosigkeit, Krankheit, Wohngeld und so.)

Kann NeonGoldens Einwand, gerade bzgl. der finanziellen Abhängigkeit, in die man sich zwangsläufig begeben muss, durchaus nachvollziehen.

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Re: Contra-Thread

Beitrag von Blackstar » Do 16. Jul 2020, 14:07

Was ich aber trotzdem für fragwürdig halte, solange es keinen Trauschein gibt.
(Ich habe den Bums auch schon durch wegen Arbeitslosigkeit, Krankheit, Wohngeld und so.)
Absolut, same here. Bin ja schon froh, dass dieses jahr mal gekippt wurde, dass Lebensgefährten zur Beteiligung der Pflegekosten der Eltern des jeweiligen Partners herangezogen werden konnten.
Kann NeonGoldens Einwand, gerade bzgl. der finanziellen Abhängigkeit, in die man sich zwangsläufig begeben muss, durchaus nachvollziehen.
Würde Mindestlohn auch für die Ausbildung gelten, hätten wir den Spaß nicht. Aber dafür bräuchte es sozial orientierte Parteien in diesem Land und die gibt es nicht.

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Re: Contra-Thread

Beitrag von Declan_de_Barra » Do 16. Jul 2020, 14:08

NeonGolden hat geschrieben:
Do 16. Jul 2020, 13:56
Woher stammt eigentlich dieser Mythos, dass man in einer betrieblichen Ausbildung finanziell deutlich besser aufgestellt ist, als in einem Studium?
Das kommt ja immer drauf an. Das Problem bezüglich des Studiums sind halt die Situationen in denen einem kein bafög zusteht, da sinnvoll studieren und in dem Umfang arbeiten schwer möglich ist.

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Re: Contra-Thread

Beitrag von NeonGolden » Do 16. Jul 2020, 14:28

Blackstar hat geschrieben:
Do 16. Jul 2020, 14:02
Ich bin mir nicht sicher, ob sie in der Konstellation Anspruch auf Bafög hätte.
Wieso? Weil dann auch mein Gehalt angerechnet würde? Da von ihren Eltern nichts zu erwarten ist, hat sie beim Schüler-BAföG bisher auch den Höchstsatz bekommen. Aber ok, das würde meine Gegenüberstellung etwas torpedieren.
Suitemeister hat geschrieben:
Do 16. Jul 2020, 14:04
Blackstar hat geschrieben:
Do 16. Jul 2020, 14:02
Das hat allerdings wenig mit dem Ausbildungsweg zu tun, sondern den partnerschaftlichen Verpflichtungen in diesem Land.
Was ich aber trotzdem für fragwürdig halte, solange es keinen Trauschein gibt.
(Ich habe den Bums auch schon durch wegen Arbeitslosigkeit, Krankheit, Wohngeld und so.)
Eben. Sofern wir verheiratet wären, könnte ich es ja nachvollziehen, da man dadurch andere finanzielle Privilegien hinzugewinnt. So hat man in einer "einfachen" Partnerschaft nur die Nachteile beider Welten.
Blackstar hat geschrieben:
Do 16. Jul 2020, 14:07
Würde Mindestlohn auch für die Ausbildung gelten, hätten wir den Spaß nicht. Aber dafür bräuchte es sozial orientierte Parteien in diesem Land und die gibt es nicht.
Dadurch, dass man in der Ausbildung ja nur einen Teil der Zeit arbeitet, dürfte der Stundenlohn sogar deutlich über dem Mindestlohn liegen.

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Re: Contra-Thread

Beitrag von Blackstar » Do 16. Jul 2020, 14:34

Wieso? Weil dann auch mein Gehalt angerechnet würde? Da von ihren Eltern nichts zu erwarten ist, hat sie beim Schüler-BAföG bisher auch den Höchstsatz bekommen. Aber ok, das würde meine Gegenüberstellung etwas torpedieren.
Gerade mal geschaut. Scheint tatsächlich einer der wenigen Punkte zu sein, wo das keine Rolle spielt.


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