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Der Konzertbesuchsthread

Konzerte, Platten & Musik im TV
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Wishkah
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Wishkah » Fr 12. Mai 2023, 20:04

Schon ein paar Tage her, aber ich komme jetzt erst dazu:

Ich war am vergangenen Freitag in der Barclays Arena beim letzten der drei Hamburg-Konzerte auf der Abschiedstour von Elton John.

Ursprünglich hatte ich Tickets für Berlin. Da das unter der Woche mit der Arbeit zeitlich aber etwas stressig geworden wäre und es glücklicherweise kurzfristig noch tolle Plätze für Hamburg im Vorverkauf gab, bin ich die Tickets für Berlin wieder losgeworden und habe stattdessen meine Mutter mit dem Konzertbesuch in Hamburg überrascht.

Ich bin nicht der allergrößte Riesenfan und stecke auch nicht wahnsinnig tief in der Diskografie, liebe die zahlreichen bekannten Hits von Elton John aber und seine Stimme ist einfach einmalig. Von daher wollte ich diese letzte(n) Gelegenheit(en) auf der Abschiedstour unbedingt mitnehmen.

Wir waren pünktlich um 17:30 Uhr zum Einlass an der Arena. Der Einlass verlief sehr schnell und entspannt. Im Gegensatz zum Stadion nebenan, wo der HSV an dem Abend gegen Paderborn gespielt hat (leider nur 2:2), war auch noch nicht viel los. Gab aber auch ausschließlich feste Sitzplätze, von daher musste man nicht unbedingt so früh da sein. Wir haben die Zeit bis zum Konzertbeginn noch mit einem Getränk überbrückt und sind dann in die sich langsam füllende Arena zu unseren Plätzen gegangen. Unterrang, ganz vorne rechts, schräg-seitlich der Bühne. Großartige Sicht auf das schöne Bühnenbild mit einer offenen Bühne. Beste Voraussetzungen für einen guten Abend.

Um 19:30 Uhr war die Arena komplett voll und es wurde dunkel. Unter euphorischem Jubel kam Elton John mit seiner Band auf die Bühne und es ging direkt los. Einen Support-Act gab es nicht.

Es folgte ein dreistündiges Konzert, unterteilt in drei Akte, mit einer bunten Auswahl aus dem gesamten Werk von Elton John. Die Setlist ist über die ganze Tour hinweg gleich, von daher gab es keine Überraschungen. Damit konnte ich aber gut leben. Meine Vorfreude konzentrierte sich eben auf Hits wie "Tiny Dancer", "Rocket Man", "I'm Still Standing" und "Your Song". Die kamen auch alle und sorgten für reichlich Gänsehaut. Es ist schon Wahnsinn, was für eine Präsenz und unheimlich starke Stimme Elton John mit seinen 76 Jahren immer noch hat. Und auch lustig, wie er einerseits federleicht und flink die Finger über das Klavier gejagt hat und andererseits dann seinem Alter entsprechend in den Pausen von der Bühne gestapft ist.

Auch abseits der Musik hat alles gepasst. Der Sound war für Arena-Verhältnisse wirklich gut und ziemlich druckvoll. Die große Videoleinwand hat für eine stimmige Visualisierung der Musik gesorgt. Es gab eine schöne Lichtshow und in den passenden Momenten einen Konfettiregen. Das Publikum war durchgängig sehr gut drauf und vor allem im Innenraum auch ordentlich in Tanzlaune. Und zwischendurch hat Elton John immer wieder ein paar Anekdoten aus seiner langen Karriere mit dem Publikum geteilt.

Zum Abschluss gab es mit "Goodbye Yellow Brick Road" noch den Titelsong der Tour, bevor Elton John unter tosendem Applaus mit einem Lift hinter das Bühnenbild gefahren wurde. Und damit fand ein wirklich wunderschöner und musikalisch großartiger Abend sein Ende. :herzen2:

Für nächsten Freitag ist dann als persönliche Zugabe noch das allerletzte Deutschland-Konzert in Köln geplant. Auch dafür gab es kurzfristig noch tolle Plätze im Vorverkauf. Jetzt drücke ich nur die Daumen, dass das auch stattfindet – das Konzert morgen in Mannheim wurde leider aufgrund eines viralen Infektes von Elton John kurzfristig abgesagt. Aber eine Woche ist ja noch Zeit. Das wird schon. :smile:

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SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Sa 13. Mai 2023, 10:31

Ich war gestern in Oberhausen bei Bib im Druckluft. Vier Bands mit einer US Band dabei für 11 Euro VVK, Preise wie vor zehn Jahren, natürlich Pflichtveranstaltung. Erster Dämpfer bei der frühen Ankunft. Im Druckluft wird auch eigentlich Essen angeboten, unter Anderem vegane Pizza, und meine bessere Hälfte und ich wollten vor der Show essen. Der perfekte Plan, leider gab es dann doch keine Pizza. Also noch kurzer Abstecher zum Hauptbahnhof für eine Stärkung. Ist zum Glück fußläufig entspannt erreichbar. Der Einlass/Beginn verschob sich auch etwas, aber aufn Freitag hat es mich nicht groß gestört. Schätze es waren so 100-120 Leute da. Natürlich passen mehr ins Druckluft, aber die Crowd stand durchgehend recht weit vorne und so wirkte es deutlich voller als es vielleicht war.

Hyperlilly – Erster Gig, ich war wirklich gespannt. Ich gehe, wie wahrscheinlich auch der Letzte hier mittlerweile gemerkt hat, sehr gerne zu Hardcore Shows, aber eine Sache bekommt man dort sehr selten: Abwechslung. 3-4 Bands, die alle ähnlich klingen, sind oft der Standard. Gestern war das nicht so, denn Hyperlilly ist eine Shoegaze Band. In den Staaten sind solche Genre Mix Shows häufiger zu sehen (man denke an Bands wie Soul Blind und Fleshwater) und ich bin froh, dass es mittlerweile auch hier ankommt. Die Show an sich war für einen ersten Gig absolut stabil. Gesang fand ich etwas zu leise, wobei das nach meiner Erfahrung bei Shoegaze oft der Fall ist, aber hier hätte es doch etwas mehr sein dürfen. Die Crowd hat es auch gut aufgenommen. Gerne wieder.

Phiz – Erst letzte Woche gesehen, dort mit einigen groben Patzern. Davon war gestern nichts zu merken. Der neue Drummer hat nen guten Job gemacht. Leider ist 1-2x das Mikro ausgefallen, aber das wurde routiniert gelöst. Hier gab es dann auch zum ersten Mal Bewegung an diesem Tag, zwar noch nicht allzu viel, aber es ließ erahnen, dass heute einiges geht. Ich kann hier nur weiter betonen, dass die Band vor allem im Zusammenhang mit dem Gesang mit viel Hall, einen für Hardcore-Verhältnisse recht eigenständigen Sound hat, der auch gut ankommt. Gönne ich denen, mal sehn, wann ich sie wiedersehe. Hab noch Shows im Juni und September aufm Schirm.

Suspect – Kölner Band, die in meinen Augen etwas von Echo Chamber überstrahlt werden, aber gestern war es ein Wahnsinns Gig. Wer auf diese Hardcore Bands mit dem roughen UK Sound a la The Flex steht, macht hier absolut gar nichts falsch. Die Stimme des Sängers passt auch perfekt dazu. Der hat früher auch bei Seconds of Peace gesungen, aber damals klang es völlig anders, wenn ich mich richtig erinnere, eine gute Weiterentwicklung. Spätestens jetzt war vor der Bühne die Hölle los, durchgehend Side to Sides, viel 2-Steps, alle hatten ihren Spaß, keine Gewalt. Textsicherheit war auch gegeben. Die Show kam insgesamt nicht ganz an den Gig am Rosenmontag in Köln dieses Jahr ran, aber es hat nicht viel gefehlt. Nächste Woche dropt die neue 7 Inch, wird gekauft. Auch hier ist es nur eine Frage der Zeit, bis der nächste Gig mitgenommen wird.

Bib – War vom Sound her, als würde man Suspect mit Phiz mischen, wobei von Phiz eher der hallige Gesang übernommen wurde. Es war absolut wild und mir fällt abgesehen von Spy in Essen letztes Jahr keine Ruhrpott Show ein, die so gut war in den letzten Jahren. Durchweg Chaos vor der Bühne. Side to Sides, Mosh, richtig viele Stage Dives trotz niedriger Bühne, textsichere Leute. Alle hatten ihren Spaß. Als der Sänger die Menge dazu aufgefordert hat nach vorne zu kommen wurde das sogar gemacht und beim nächsten Song war die ganze Bühne voll mit Stage Divern. Der Sound hat mir auch vollkommen zugesagt, obwohl ich leider nicht so wirklich die Zeit hatte, mich einzuhören. Großartige Show. Ich glaube, hier hätten auch Leute Spaß gehabt, denen Hardcore unbekannt ist bzw. die dem skeptisch gegenüberstehen. Fazit bleibt nur, dass US-Bands, deren Namen aus drei Buchstaben bestehen, im Moment komplett abliefern. Gel, Spy, Bib oder auch Gag, das kann kein Zufall sein.
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SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » So 14. Mai 2023, 14:40

Ich war gestern in Essen bei Slope in der Zeche Carl. Die Show lief unter dem Namen Slope Vernissage. Beginn der Bands war um 20 Uhr, Einlass allerdings schon um 18 Uhr. Die Band hat viele Requisiten aus den Musikvideos der vergangenen Jahre ausgestellt. Es wurde auf jeden Fall viel Herzblut reingesteckt und war auch ganz interessant. Mir persönlich wäre eine „normale“ Show mit vier anstatt zwei Bands lieber gewesen, aber ich bin auch nicht der große Fan von Musikvideos und habe dahingehend sicherlich weniger Bezug zu diesem künstlerischen Aspekt als andere Besucher*innen. Hangout war bei gutem Wetter allerdings klasse, nur die übertriebenen Getränkepreise hätte nicht sein müssen. Es waren so zwischen 250 und 300 Leute anwesend, recht hohes Durchschnittsalter, der Raum wirkte allerdings trotzdem etwas zu leer für eine Hardcore Show.

Harm/Shelter – War überrascht als vor einigen Wochen ein neuer Song veröffentlicht wurde. Dachte bis dato, dass es die Band nicht mehr gibt. Die Jungs hatten so 2015-2017 ihren Peak und nach dem Debüt war ich mir relativ sicher, dass die eine feste, große Institution im deutschen Hardcore werden, aber irgendwie kam dann nichts mehr. Nun also wieder am Start, soundtechnisch hat sich nichts verändert, leider. Denn der recht moshlastige Hardcore der Band, der damals schwer angesagt war, wirkte gestern etwas aus der Zeit gefallen. Die Publikumsreaktionen waren auch bis auf verzeinzelten Mosh eher verhalten. Irgendwie war es für mich ein egaler Auftritt.

Slope – Die Show war echt groß aufgezogen, vor allem, wenn man sonstige Hardcore Shows gewöhnt ist. Vor allem die Lichtshow war wirklich beeindruckend. Leider gab es zu Beginn noch ein paar technische Probleme, aber der Gig wurde im Endeffekt routiniert über die Bühne gebracht. Bei der Setlist gab es neben Songs der letzten Platte, die viele Funk Anleihen beinhaltet, natürlich auch einiges von den ersten beiden EPs. Von den Publikumsreaktionen her kamen die alten Sachen deutlich besser an. Da war einfach richtig Alarm mit Mosh, Singalongs und vereinzelten Stage Dives. Dahingehend war für mich auch der Abschluss mit zwei alten Songs und einem weiteren alten Song als Zugabe klasse. Ansonsten habe ich trotz der großen Aufmachung sicherlich schon einige bessere Sets der Band erlebt. Da Hardcore so stark auf Publikumsinteraktionen zugeschnitten ist, fällt in meinen Augen viel stärker auf, was für das Publikum der Peak der Discographie ist. Oft sind es halt für viele, da schließe ich mich nicht aus, die alten Sachen und mit fortlaufenden Veröffentlichungen braucht man vielleicht sogar ein komplett neues Publikum, welches den neueren Output stärker feiert, so wie es Turnstile sehr erfolgreich geschafft haben. Bin gespannt, wie sich das hier entwickelt.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von down » Mo 15. Mai 2023, 19:09

Ich war gestern in Brüssel bei Beyoncé. Das Publikum war auf jeden Fall extrem international, es kamen Leute von überall.

Das Stadion wurde, anders als sonst, an der langen Seite mit der Bühne versehen, so konnte man von den Tribünen top sehen und war nicht so weit weg. Es gab aber eine VIP/FOS Bereiche, sodass normale Steher wirklich hinten stehen, wo nicht viel passiert und teilweise durch Treppen zum Circle in der Mitte die Sicht versperrt ist.

Es gab keinen Voract und die Show ging von ca. 20:15 - 22:45. Die Bühne war auf jeden Fall gigantisch und irre, was da im Hintergrund alles aufgebaut sein muss und dann durch ein großes Tor in der Mitte immer wieder platziert wurde. (vorm Stadion müssen das weit über 100 LKWs und mehr als 20 Nightliner gewesen sein). Es war generell viel Show mit Tänzer:innen, einem fetten Auto mit dem sie auf der Bühne ins Publikum fuhr, auf einem Pferd schwebte sie durch die Luft etc - aber am Ende kam der Punkt Konzert mir zu kurz. Irgendwie war mir das zu viel Outfits wechseln, weshalb alle 5 Songs eine Unterbrechung entstanden ist. Das „Konzept“ hat mir bei Lady Gaga auch schon nicht gefallen.

Gefühlt hat sie das komplette neue Album gespielt, wo man sich z.T. schon paar mehr alte Nummern gewünscht hätte.

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SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Do 18. Mai 2023, 09:47

Ich war am Dienstag in Köln bei Militarie Gun im Tsunami Club. Die Tour wurde sehr kurzfristig angekündigt, ich war ziemlich überrascht. Die Gelegenheit, die Band nochmal in einem so kleinem Rahmen zu sehen, konnte man sich eigentlich nicht entgehen lassen. Show war auf ziemlich gut besucht, keine Ahnung, ob sie ausverkauft war, könnte aber sein. War aufgrund der Maloche leider spät dran, aber habe zum Glück nur einen kleinen Teil des Openers verpasst. Noch ein kurzes Wort zum Eintrittspreis, der mit 12 Euro lächerlich gering war. Zum Vergleich: Die Show letztes Jahr im Helios hat, wenn ich mich richtig erinnere, 20 Euro gekostet. Da war es dann komischerweise traurig leer.

Desire Line – Wie gesagt, einen kleinen Teil verpasst. Sound ging in Richtung Emo, passte sehr gut als Support. Klang auch so weit nicht verkehrt, aber aufgrund des Anreisestresses musste ich erstmal etwas runterkommen und konnte den Gig deswegen nicht so wirklich genießen. Ist ziemlich an mir vorbeigegangen, werde der Band aber sicherlich nochmal eine Chance geben.

Wrong Man – Vor zwei Wochen erst als Support von Show Me the Body gesehen, nun also ein zweites Mal. Sind auch Tour Support von Militarie Gun auf der Tour, eine gute Wahl. Sound immer noch punkig, habe letztens gelesen, dass wohl Quicksand ein großer Einfluss sein sollen, passt gut. In Bochum hat es mir noch ein Bisschen besser gefallen, aber auch dieses Mal war es unterhaltsam. Und laut eigener Aussage sind sie im Oktober schon wieder in Köln, wird bei Gelegenheit sicherlich mitgenommen.

Militarie Gun – Es ging relativ gemächlich los, die Leute haben entspannt gelauscht, keine Bewegung. Der Sound ist an der Schnittstelle von Emo und Hardcore, fliegt vielleicht noch etwas stärker unter dem Radar als bspw. Anxious, aber das wird sich sicherlich ändern. Die haben eigentlich den perfekten Sound, um auch außerhalb der Hardcore Bubble groß zu werden. Mit fortlaufendem Set wurde es dann wilder und wilder. Kein Mosh, passt auch null. Dafür viel Pogo, Rumgespringe und Singalongs inklusive vereinzelter Stage Dives. Richtig eskalativ wurde es dann beim neuen Song „Do It Faster“ und dem anschließenden „Ain’t No Flowers“. Durchweg positive Vibes, ein richtig schönes Konzert, auch, wenn die sicherlich nie meine Lieblingsband werden. Für 12 Euro Eintritt konnte hier niemand meckern. Sind btw nächsten Monat als Support von Rival Schools schon wieder in Deutschland. Falls jemand hingeht, unbedingt den Support auschecken.
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SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Do 18. Mai 2023, 10:17

Gestern war ich in Duisburg bei Daevar im Stapeltor. Die Show war eine weitere im Vorfeld des Platzhirsch Festivals, wo mittlerweile auch die ersten Acts bestätigt wurden, unter anderem Perfektomat und der Retrogott, holt mich komplett ab. Vor der Show noch lecker vegan gegessen in der Innenstadt, anschließend hin zur Location. Gute Ausgangssituation für einen schönen Abend. Leider waren nur so knapp 50 Leute anwesend.

Magma Waves – Zum ersten Mal seit fünf Jahren oder so gesehen, dachte auch um ehrlich zu sein, dass die Band still und leise gequittet hat. Nun geht’s also doch weiter. Neben Kokomo ist die Band die zweite große Säule der Duisburger Post-Rock Szene. Immer noch schöne Melodien in den Songs, ordentlich Ausbrüche. Klar, die riesige Wall of Sound wird hier nicht aufgebaut, aber es ist einfach ein gut anzuhörender Sound. Ist auch nach Jahren immer noch gut.

[Bolt] – Sind mittlerweile zu dritt. Früher als Duo wurde richtig schwerer Drone produziert, der sicherlich nichts für jeden ist. Nun hat man sich etwas geöffnet und andere Genres einfließen lassen. Klar, es ist immer noch Drone und das 40 Minuten Set besteht immer noch aus einem „Song“, aber es gibt diverse Black Metal Parts, die richtig wütend daherkamen. Hat die Sache ordentlich aufgelockert und mir richtig gut gefallen. Hebt die Band in meinen Augen auch auf ein neues Level. Auf jeden Fall bisher bester Gig, den ich bisher von den Jungs gesehen habe. Bester Gig des Abends.

Daevar – Stoner aus Köln, schwere, schleppender Riffs. An sich ganz cool, aber ich habe seit geraumer Zeit das Gefühl, dass meine Stoner Zeit von einigen Ausnahmen abgesehen vorbei ist. Dementsprechend ist der Gig für mich etwas vor sich hingeplätschert. War sicherlich alles andere als schlecht, aber brauch ich nicht nochmal.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von mattkru » Sa 20. Mai 2023, 20:04

Ich war gestern bei Elton John in der ausverkauften Lanxess Arena in Köln (dritter Abend in Folge).

Das war einfach nur ein unfassbar gutes Konzert. Es könnte bei mir unter die Top 10 kommen, vielleicht sogar Top 5. Bereits bei den ersten Akkorden von ‚Bennie and the Jets‘ wusste ich, dass der Abend gut werden wird. 2,5 Stunden war ich am Grinsen und hatte feuchte Augen. Und dabei war ich eigentlich nie ein wirklich großer Elton John Fan. Was für eine Bühnenpräsenz!




Wer von euch zum Glastonbury fährt, sollte sich ihn unbedingt angucken!!!
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Wishkah
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Wishkah » Sa 20. Mai 2023, 20:57

Wir waren gestern auch da. :smile:

Meinem Bericht aus Hamburg vor zwei Wochen kann ich mich eigentlich wieder nur anschließen:
► Text anzeigen
Kurz: Es war wieder wahnsinnig schön! :herzen2:

In Hamburg hatte ich mit meiner Mutter sehr ähnliche Plätze wie ihr offensichtlich gestern in Köln. Mit meiner Freundin saß ich gestern stattdessen recht weit vorne auf der Klavier-Seite im Innenraum. Das hat nochmal für einen anderen Blickwinkel gesorgt.

Ansonsten die einzigen Unterschiede zu Hamburg:
1. Die Anspannung vorher, ob das Konzert nach dem gesundheitsbedingt ausgefallenen Mannheim-Termin überhaupt stattfindet. Anfang der Woche gab es da aber schon Entwarnung und man hat Elton John gestern auch wirklich gar nichts angemerkt. Starke Leistung in dem Alter. Und sehr bitter für alle Mannheimer.

Und 2. Die nochmals verstärkte emotionale Komponente. Es war ja nun das allerletzte Deutschland-Konzert und das hat man vor allem zum Ende hin auch gemerkt. In seinen abschließenden Worten vor dem letzten Song wirkte Elton John sichtlich gerührt. Das war gestern schon ein historischer Rahmen, dem wir da beiwohnen durften.

Alles in allem wirklich ganz toll und ich bin sehr dankbar, in so kurzer Zeit gleich zweimal diese Gelegenheit gehabt zu haben und diese Songs live hören und sehen zu dürfen. Mach es gut, Rocket Man! :clap: :wave:

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SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Fr 26. Mai 2023, 15:29

Ich war gestern in Dortmund bei Mono im Junkyard. Wirklich sehr gutes Billing mit drei Bands. Hätte deswegen mit einem ausverkauften Abend gerechnet, aber es waren weniger Leute da als ich dachte. Schade, fand die 28 Euro Eintritt auch eigentlich fair. Naja, hab mich im Vorfeld gut unterhalten und Merch ausgecheckt, aber irgendwie sieht Post-Rock Merch immer gleich aus.

Nordic Giants – Sind ne Band, die auf Platte in meinen Augen nicht funktioniert, aber live sehr gut sind. Es werden diverse Kurzfilme gezeigt, die jeweils mit einem Song untermalt werden. Der Fokus liegt stark auf den Videos anstatt auf den beiden Mitgliedern. Es ist sehr stark cineastisch angehaucht. Finde es eine schöne Abwechslung im Vergleich zu den Standard Post-Rock Bands und hat mir auch beim dritten mal gut gefallen. Leider war die Spielzeit mit 30 Minuten zu kurz, aber bei drei Bands auf einem Donnerstag kann man da auch nicht viel mehr erwarten.

GGGOLDDD – Letztes Jahr als Support von Amenra gesehen und für gut gefunden. Gestern war es noch ein Ticken besser, aber ich hatte es nicht so elektronisch in Erinnerung. Ein Bekannter, der die Band schon länger verfolgt, konnte mir das auch bestätigen. Ansonsten bewegt der Sound sich irgendwo im Post-Punk Bereich, die Sängerin überzeugt stimmlich und der Dude an den Percussions gefällt auch sehr gut. In meinen Augen auch eine Band, die sich gut vor Mono macht.

Mono – „Riptide“ von der letzten Platte als Opener, ich war direkt drin. Als eine der wenigen Post-Rock Bands veröffentlichen Mono beständig klasse Alben, wo bei anderen Genregrößen eher die Luft raus ist. Es wurde viel von den beiden letzten Platten gespielt. Insgesamt war es wie eigentlich immer ein klasse Gig, hab die Band über die Jahre immer mal wieder gesehen und wurde nie enttäuscht. Klasse Wall of Sounds, starke Ausbrüche und die Spannung, wann der riesige Gong genutzt wird. Etwas getrübt wurde der Gig nur dadurch, dass hinter mir zwei Dudes standen, die immer während des Beginns eines Songs reden mussten, gleichzeitig aber am Ende am lautesten gejubelt haben, einfach nur weird sowas, aber hat mir den Gig nicht versaut. Mit „Ashes in the Snow“ wurde das Hauptset nach 70 Minuten beendet inkl. Gongschlag, mein Highlight des Sets. Danach gab es die einzige Ansage des Gigs, ganz bescheidene Danksagung, und mit einem weiteren Song als Zugabe wurde das Set beendet. Nächste Tour wird safe wieder besucht, wenn es zeitlich passt.
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Wishkah
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Wishkah » Sa 27. Mai 2023, 01:29

Ich war vorhin bei Peter Gabriel in der Berliner Waldbühne.

Vorab: Ich kenne und mag ein paar seiner Songs, bin aber ansonsten in seiner Diskografie nicht wahnsinnig bewandert und als die Tour vor ein paar Monaten in den Vorverkauf ging, hatte ich eigentlich erst darauf verzichtet. Aber dann hatte ich ein paar Tage später noch einmal die Gelegenheit und bin doch schwach geworden... Wie das eben manchmal so ist.

Wenn ich damals gewusst hätte, dass das Berlin-Konzert auf den Tag meines Wohnungsumzugs fallen würde, wäre ich sicherlich beim Verzicht geblieben. Ich bin das Ticket aber auch nicht mehr losgeworden. Und verfallen lassen wollte ich es bei dem Preis nicht. Also stand heute eben beides im Programm. Und ich bin jetzt wirklich kaputt. :doof:

Die Waldbühne war bei schönem Wetter sehr gut gefüllt. Das Publikum im Durchschnitt um einiges älter als ich und eher die typische Bier-und-Bratwurst-Eventversammlung. Aber insgesamt doch sehr gut erträglich und gut gestimmt. Ich hatte einen Platz im Unterrang, ein paar Reihen hinter den Stehplätzen, mit sehr gutem Blick auf das Geschehen. Immer wieder eine tolle Kulisse. Auch wenn es jedes Mal wieder etwas nervig ist, wenn die Ränge zum Konzertbeginn voll sind und immer noch mehr Leute kommen, die für eben jene Ränge aber Tickets haben. Das geht nie so wirklich auf, wenn es keine festen Platznummern gibt und bringt immer etwas Unruhe. Hat sich diesmal aber recht schnell wieder gelegt.

Um Punkt 19 Uhr kam Peter Gabriel auf die Bühne und hat – anfänglich verkleidet im orangenen Outfit seiner Crew – eine einleitende Rede auf Deutsch abgelesen (was nicht das letzte Mal an dem Abend so geschehen ist). Eine Vorband gab es nicht, sodass es im Anschluss gleich losging. Zwei Akustiksongs, der erste Song eine deutsche Version von "Here Comes the Flood" mit einem weiteren Bandmusiker und im Anschluss mit "Growing Up" gleich einen Klassiker hinterher, diesmal mit der ganzen Band. Das restliche Konzert wurde dann dominiert von neuen Songs des noch nicht veröffentlichten kommenden Albums. Nicht nur die diversen Vorab-Singles, sondern noch einige Songs mehr. Eine mutige Entscheidung. Daneben gab es aber auch immer wieder Hits wie "Sledgehammer", "Red Rain", "Solsbury Hill" und "In Your Eyes", die vom Publikum euphorisch gefeiert wurden.

Musikalisch hat mir der Abend wirklich gut gefallen. Die Stimme von Peter Gabriel ist auch mit 73 Jahren immer noch wahnsinnig stark. Seine Band war super. Der Sound insgesamt überragend. Wirklich glasklar und es war jedes Mal ein akustischer Genuss, wenn die Bläser oder Streicher eingesetzt haben. Oder die Background-/Begleit-Sängerinnen, die auch sehr stark waren. Die Licht- und Videoeffekte haben erst im letzten Drittel der Show in der einsetzenden Dämmerung so richtig gezündet. Open-Air halt, davor war es einfach noch zu hell. War spätestens dann aber auch sehr stark. Und lobenswerterweise wurden auch immer wieder die verantwortlichen Artists für die bildliche Untermalung genannt.

Nach etwa drei Stunden Programmzeit (mit zwei längeren Zwischenpausen) war Schluss. Zum Abschluss gab es "Biko", den das Publikum mit einem enthusiastischen Chor begleitet hat. Und dann war der Abend vorbei.

Für mich war es ein wirklich schöner Konzertabend eines Musikers, der nie zu meinen ganz großen Favoriten gehört hat. Durch dieses Konzert hat er sich aber auf jeden Fall wieder auf mein Radar gespielt. Ich bin gespannt auf das Album. :popcorn:

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Sa 27. Mai 2023, 14:25

Ich war gestern in Rheinberg im Zuff!07 auf einer lokalen Hardcore Show. Rheinberg ist quasi die Stadt, bei der vom Ruhrgebiet aus gesehen die Zivilisation aufhört, was auch bedeutet, dass die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr mies ist, vor allem wenn es um die Rückfahrt geht. Vielleicht war das auch einer der Gründe, dass es gestern zum ersten Mal seit einiger Zeit eine schlecht besuchte Show in der Gegend gab. Vor allem gegen Ende wurde es richtig leer. Dazu gab es noch ordentlich Verspätung im Zeitplan. Ich merke einfach, dass ich zu alt werde für Shows, die bis 1 Uhr dauern.

Voices of Violence – Für die erste von sieben Bands war schon ordentlich Alarm vor der Bühne. Auch, wenns nicht allzu voll war, wurde hart gemosht. Die Mucke ist auch stumpf und lädt dazu ein. Für mich persönlich genau an der Grenze, an der ich es noch ganz cool finde. Einziger Kritikpunkt, dass mal wieder die anfangs getragenen Sturmhauben abgenommen wurden. Einfach auflassen, das holt mich komplett ab. Am besten noch „The Ultimate Doom“ von Shockwave covern.

Long Drop – Ich hab schon echt viele Shows gesehen, aber was ich noch nicht gesehen habe, ist eine Hardcore Band mit Drumcomputer. Der etatmäßige Drummer war mit seiner anderen Band unterwegs, man wollte aber trotzdem spielen. War irgendwie weird und hab ich auch erst einmal bei ner Black Metal Band auf irgendeiner AZ Show gesehen. Damals wie gestern war es eher mau. Der Sound gestern hat mir auch nicht gefallen, zu stumpf.

Neck Lock – Wie gewohnt mit „For Whom the Bells Tolls“ als Intro, aber es zündet nie so wirklich krass. Das macht mich immer noch fertig. Ich habe mal gesehen, wie Brutality Will Prevail „Seek & Destroy“ als Intro gespielt haben und der Raum ist explodiert. Naja, Show danach war aber gewohnt gut. Die Band ist im Moment eifrig, was Shows spielen angeht und man merkt es in meinen Augen auch. Der recht harte Hardcore Sound erfindet sicherlich das Rad nicht neu, aber muss er auch nicht. Guter Gig. Publikum war auch voll drinnen.

Cruel Division – Namen vorher noch nie gehört, die Überraschung des Abends. Es war im Endeffekt ne Metalband. Die Hardcoreanteile gingen gegen null, bisschen Crust war drinnen, aber es war astrein. Vor allem die Stimme des Sängers, beeindruckendes Organ und variabel. Sollte sofort eine Zweiband gründen und H8000 Mucke machen. Leider hatte die Band einige technische Probleme. Zuerst musste bei den Drums was ausgetauscht werden, später ist mehrfach eine Gitarre ausgefallen. Dennoch bester Gig des Abends.

Backstabbed – Zurück zum Hardcore, war in Ordnung, aber mehr auch nicht. Hatte irgendwie das Gefühl, dass die Band ihren Sound noch nicht so wirklich gefunden hat. Es gab Rapparts a la Gridiron, dann stumpfe Beatdown Parts, dann wurds punkiger. War irgendwie strange. Darüber haben mit die Backing Vocals gar nicht gefallen. Das abschließende „Counting Worms“ Cover von Knocked Loose kam aber bei der Crowd sehr gut an.

Wrecked Culture – Joa, war ganz solider stumpfer Hardcore. Nichts Besonderes. Man muss dazu sagen, dass zu diesem Zeitpunkt meine Müdigkeit so stark fortgeschritten war, dass auch Cold World hätten spielen können, ich hätte nichts mehr gefühlt.

Hostile – Noch nie verstanden. Es ist Hardcore, es ist Black Metal, aber irgendwie ist es gar nichts. Dafür aber gestern zum 10. Mal gesehen. Kleines Jubiläum, keine Ahnung wie das passieren konnte.
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Rieper
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Rieper » So 28. Mai 2023, 08:50

Ich war gestern Abend bei Built to Spill in Zürich im Bogen F. Ich mag das Bogen F. Der Sound mag vielleicht nicht der beste sein, aber es ist eine schöne Location, mein Lieblingsclub für Konzerte in Zürich, auch was das Booking angeht. Was für aber mich schade ist, dass der Support hier immer erst um 21 Uhr beginnt. Mag gerade am Wochenende vielleicht in Ordnung sein, aber auf Grund der Zugverbindungen könnte es gerne auch schon etwas früher los gehen für mich. Unter der Woche sowieso. Der Laden war ausverkauft. Das Publikum war in Ordnung und das Durchschnittsalter dürfte dann doch recht hoch gewesen sein. V

Support sind aktuell The French Tips, ebenfalls aus Idaho. Ich die Band ganz gut. Bassistin und die Gitarrenspielerin haben ihre Instrumente nach ca. der Hälfte getauscht. Gesungen haben beide, wie auch manchmal die Schlagzeugerin. Es war hier schon ordentlich was los. An einigen Stellen hat es mich an The Kills oder die Yeah Yeah Yeahs erinnert, nur meist schneller und lauter.

Built to Spill haben anschließend ca. 90 Minuten lang gespielt. Und wie immer bei Built to Spill, ist die Setlist an jedem Konzert unterschiedlich. Nicht nur die Reihenfolge wird geändert, sondern auch Songs zum Teil ausgetauscht. Ich war zufrieden mit der Songauswahl, das schöne Else wurde ebenso gespielt wie Fool’s Gold, Reasons oder Distopian Dream Girl. Einzig Carry the Zero hat gefehlt, welches sie an den beiden Abenden zuvor gespielt haben. Doug Martsch redet nur selten mit dem Publikum, strahlt aber trotzdem Sympathie und Nähe aus, was an der schönen warmen Stimme liegt. Tolle Band und ein schöner Abend.


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