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Unplugged Zocken: Spiele zum Anfassen

Von Spam bis Gott und die Welt
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Monkeyson
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Re: Unplugged Zocken: Spiele zum Anfassen

Beitrag von Monkeyson » Mo 8. Aug 2016, 10:48

Orpel hat geschrieben:Auf der Empfehlungsliste waren übrigens zudem 7 Wonders: Duel ( :herzen2: ), Mombasa und Blood Rage. Letzteres will ich auch unbedingt mal zocken, weil die Figuren einfach nur fett aussehen und das Spielprinzip mich bei Hunter & Cron schon sehr angesprochen hatte.
Blood Rage kann ich mit Einschränkungen empfehlen, ich denke aber, dass es nach mehreren Partien sogar noch besser wird. Ganz zu Anfang beeindrucken natürlich die tollen Miniaturen und die thematische Eingliederung. Dann gibt es aber ein paar Aspekte, die etwas künstlich wirken (man kann nicht kämpfen, wenn bereits geplündert wurde), etwas verwirrend (Unterscheidung der kleinen Miniaturen, zumal verschieden aussehende für den gleichen Kriegertyp stehen) oder etwas zufällig (starke vs. schwache Karten). Das letzte dürfte sich jedoch erübrigen, wenn man das Deck gut genug kennt, um sich die besten Kombos zu sichern. Dann wiederum sollte man jedoch nicht gegen Anfänger spielen, die hoffnungslos unterlegen sein dürften (ein generelles Problem bei Spielen mit Deck Building).

Bei Mombasa hatte ich fest mit einem verdienten Kennerspielpreis gerechnet, aber da werden ja auch nur noch Familienspiele mit geringfügig mehr Regeltext prämiert. Deutscher Spielepreis vielleicht, wenngleich da die internationale Konkurrenz (Pandemic Legacy) nicht so einfach ignoriert werden wird wie beim Spiel des Jahres.

Diese Woche schaue ich mir dann mal etwas skeptisch, etwas erwartungsfroh den neuesten Hype "Scythe" an...

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Orpel
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Re: Unplugged Zocken: Spiele zum Anfassen

Beitrag von Orpel » Di 9. Aug 2016, 12:45

Oh ja, Scythe habe ich auch auf dem (Einkaufs-)Zettel. Ist das überhaupt schon raus bzw. wie kommst du da ran?
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Monkeyson
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Re: Unplugged Zocken: Spiele zum Anfassen

Beitrag von Monkeyson » Mi 24. Aug 2016, 18:52

Orpel hat geschrieben:Oh ja, Scythe habe ich auch auf dem (Einkaufs-)Zettel. Ist das überhaupt schon raus bzw. wie kommst du da ran?
Freunde aus meiner Spielerunde über ihren Support bei Kickstarter (und dann gleich mit allem Pipapo wie z.B. dem größeren Spielbrett). Sieht auch echt beeindruckend aus und spielt sich überzeugend. Nur das Thema passt nicht in allen Belangen, aber das hält mich nicht davon ab, eine zweite Partie herbeizusehnen!

dattelpalme
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Re: Unplugged Zocken: Spiele zum Anfassen

Beitrag von dattelpalme » Di 20. Sep 2016, 10:18

in letzter zeit auch mal "funkenschlag" ausprobiert. macht schon spaß! allerdings auch schnell klar, dass es quasi ein rechenspiel ist. menschen, die mathe mögen, werden dieses spiel lieben ;) zwar spielen auch andere faktoren eine rolle (auge drauf haben, was die anderen so machen; gucken, wie man baut), die im endeffekt aber dem rechnen untergeordnet sind ^^ aber auch für alle anderen macht es spaß, da das endergebnis doch immer sehr knapp ist und man nicht irgendwann frustriert liegen bleibt.

durch zufall letztens noch auf "die portale von molthar" gestoßen. gehört auf jeden fall zu den etwas strategischeren kartenspielen, die auch sehr gut zu zweit funktionieren. man braucht so 1-2 runden, um die karten und ihre fähigkeiten zu kennen, dann aber hat man den dreh schnell raus. kann ich für so zwischendurch-spiele auf jeden fall weiterempfehlen!

wie befürchtet, sind wir aber bei "pandemic legacy" nicht weitergekommen...wenn der zeitliche abstand zu groß wird, fällt es schwer, sich nochmal drauf einzulassen -.- wird bestimmt bald, hoffentlich.

ansonsten würde ich sagen, dass die beste investition immer noch "mysterium" war. "codenames" ist zwar auch richtig nice, aber das macht meines erachtens wirklich erst richtig spaß ab 6 spieler*innen+. und die kriegt man halt eher seltener zusammen.

bald steht die spielemesse an! jemand von euch vor ort? ich weiß nicht, ob ich es schaffe, habe mir aber vorsorglich mal ne liste gemacht :mrgreen: kann mir jemand sagen, welcher tag am "sinnvollsten" ist, wenn man nur an einem tag kommen kann?

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Baron Samedi
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Re: Unplugged Zocken: Spiele zum Anfassen

Beitrag von Baron Samedi » Di 27. Sep 2016, 09:34

Isle of Skye hat nun auch den Weg ins Haus gefunden. Und es ist ein ganz großartiges Spiel. Selbst mit zwei Spielern vollkommen zu empfehlen. Durch die vor jedem Spiel neu ausgelosten Punkteregeln verläuft jede Partie anders.
Grundsätzlich geht es darum, dass man sich mit quadratischen Landschaftsplättchen seine eigenes Königreich baut. Dabei werden jede Runde erst mal Preise für die frisch gezogenen Plättchen ausgerufen. Je nach dem ob man ein Plättchen los haben möchte oder unbedingt braucht zockt man natürlich, um entweder einen guten Preis zu erzielen oder das Plättchen eben behalten und selbst verbauen zu können. Das führt zur einer witzigen Zocker-Komponente.
Die optische Gestaltung des Spiels fand ich anfangs auf Bildern eher mäßig. Wenn man es vor sich liegen hat ist es aber durchaus passend und ansprechend. Vielleicht nicht das schönste Spiel das ich kenne, aber das zählt ja nicht in erster Linie. Es erinnert ein wenig an das aus den 80ern stammende Ravensburger Spiel Contact - kennt das noch jemand? Ich hab das als Kind geliebt und selbst allein stundenlang gespielt.

Lost Cities wurde inzwischen auch einige Male gespielt. Und das macht mal richtig süchtig. Hier haben wir es mit einem waschechten Zweispielerspiel zu tun. Die Story des Spiels (Expeditionen zu entlegenen, wundersamen Orten auf der ganzen Welt) hat mit dem eigentlichen Spiel mal so rein gar nichts zu tun, was mich erst einmal ein wenig irritiert hat. Irgendwie hab ich mich schon auf ein Abenteurerspiel eingestellt, was es einfach nicht ist. Es geht im Grunde 'nur' um das möglichst geschickte Ablegen von Zahlenkarten, was auf eine gewisse Weise Skip-Bo nicht ganz unähnlich ist. Das bedeutet allerdings auch, dass es eine ähnlich geniale Spielmechanik hat welche nicht so schnell langweilig wird, wenn man auf so was steht. Allerdings würde ich sagen, dass es taktischer geprägt ist als Skip-Bo. Beim Ablegen der Karten versucht man möglichst nichts zu machen was dem Gegner hilft, was zu sehr verzwickten und interessanten Situationen führt, da man sich dabei auch ruck zuck selbst was verbauen kann. Außerdem ist die Zeit ein nicht uninteressanter Faktor: Das Spiel endet, sobald der Nachziehstapel aufgebraucht ist, was gegen Ende je nach Spielweise unbedingt herausgezögert werden muss. Sehr empfehlenswert wenn man Zahlenablegespiele mag.

Auf einen Mysterium-Abend freue ich mich jetzt auch mal wieder. Genau das Richtige für die Jahreszeit. Bei Pandemic Legacy bezweifle ich auch, dass wir hier genügend Stammpersonal zusammenbekommen. Solange ich das nicht weiß, werde ich die Investition wohl scheuen.

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Mastodoniel
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Re: Unplugged Zocken: Spiele zum Anfassen

Beitrag von Mastodoniel » Di 27. Sep 2016, 13:10

Baron Samedi hat geschrieben:Isle of Skye hat nun auch den Weg ins Haus gefunden. Und es ist ein ganz großartiges Spiel. Selbst mit zwei Spielern vollkommen zu empfehlen. Durch die vor jedem Spiel neu ausgelosten Punkteregeln verläuft jede Partie anders.
Grundsätzlich geht es darum, dass man sich mit quadratischen Landschaftsplättchen seine eigenes Königreich baut. Dabei werden jede Runde erst mal Preise für die frisch gezogenen Plättchen ausgerufen. Je nach dem ob man ein Plättchen los haben möchte oder unbedingt braucht zockt man natürlich, um entweder einen guten Preis zu erzielen oder das Plättchen eben behalten und selbst verbauen zu können. Das führt zur einer witzigen Zocker-Komponente.
Die optische Gestaltung des Spiels fand ich anfangs auf Bildern eher mäßig. Wenn man es vor sich liegen hat ist es aber durchaus passend und ansprechend. Vielleicht nicht das schönste Spiel das ich kenne, aber das zählt ja nicht in erster Linie. Es erinnert ein wenig an das aus den 80ern stammende Ravensburger Spiel Contact - kennt das noch jemand? Ich hab das als Kind geliebt und selbst allein stundenlang gespielt.
Das haben wir seit letzter Woche auch. Leider war noch keine Zeit da, um es zu spielen. Dein Bericht macht aber Lust drauf.

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Orpel
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Re: Unplugged Zocken: Spiele zum Anfassen

Beitrag von Orpel » Mo 10. Okt 2016, 18:36

Wir fahren am Donnerstag Abend zur Messe und sind das erste Mal 3 volle Tage da. :popcorn: Unsere to play Listen sind auch schon fertig.

Freue mich persönlich am Meisten auf Terraforming Mars.
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NevermindBred
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Re: Unplugged Zocken: Spiele zum Anfassen

Beitrag von NevermindBred » Mo 10. Okt 2016, 18:42

Orpel hat geschrieben:Wir fahren am Donnerstag Abend zur Messe und sind das erste Mal 3 volle Tage da. :popcorn: Unsere to play Listen sind auch schon fertig.

Freue mich persönlich am Meisten auf Terraforming Mars.
Wo findet diese Spielemesse statt? :popcorn:

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Orpel
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Re: Unplugged Zocken: Spiele zum Anfassen

Beitrag von Orpel » Mo 10. Okt 2016, 19:29

Die Spiel 2016 (die größte Brettspielmesse der Welt) findet in Essen statt. Wenn man nur einen Tag hinfährt, würde ich Freitag oder Sonntag empfehlen. Samstag platzt die Messe normalerweise aus allen Nähten.

Hier eine kurze Top 10 der Spiele, auf die wir uns am Meisten freuen:

Colony
Unfair
Mystic Vale
Terraforming Mars
Great Western Trail
Mea Culpa
First Class
Automania
Hands in the Sea
Sea of Clouds
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dattelpalme
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Re: Unplugged Zocken: Spiele zum Anfassen

Beitrag von dattelpalme » Di 11. Okt 2016, 00:21

fahre leider samstag. und sonntag. schaff ich da 14 stände?

liste:
the last friday
pursuit of happiness
(hop! in klammern, weil wahrscheinlich eh zu voll/ausverkauft)
around the world in 80 days
club der erfinder
ghostbusters
the perfumer
the dragon & flagon
fabelsaft
sea of clouds
(oceanos)
glück auf
captain sonar (werde ich nicht kaufen, aber was ein geiles spiel!)
macroscope
london dread

ist schon was her, dass ich die liste erstellt hab, aber ich freue mich am meisten auf pursuit of happiness, around the world in 80 days und london dread :)

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Orpel
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Re: Unplugged Zocken: Spiele zum Anfassen

Beitrag von Orpel » Fr 14. Okt 2016, 07:38

Ja, 14 Stände schaffst du, kommt aber auf deine Erwartungen an. Wir haben am Tag ca. 8-10 Spiele geschafft, teils angeteast, teils halb gespielt, teils komplett gespielt. Es ist auf jeden Fall sinnvoll, gezielt Stände anzulaufen, sonst schafft man nicht so viel. Gleich geht es hoch, um 10 wollen wir pünktlich bei Schwerkraft (Terraforming Mars) auf der Matte stehen :)

Captain Sonar haut mich auch total vom Hocker, wüsste aber nicht, wie man dafür 8 Spielenerds an einen Tisch bekommen soll.
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dudikoff
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Re: Unplugged Zocken: Spiele zum Anfassen

Beitrag von dudikoff » Fr 14. Okt 2016, 08:11

Die Spiele für die Mannschaftsmeisterschaft im Brettspiel stehen fest. Als da wären:

Strategiespiel: Auf den Spuren von Marco Polo
Familienspiel: Kingdom Builder
Kartenspiel: Port Royal
Glücksspiel: Qwixx

Mir ist nur Kingdom Builder bekannt. Hat hier jemand Erfahrungen mit den anderen Spielen? Wir überlegen, ob wir mal wieder starten.

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akropeter
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Re: RE: Re: Unplugged Zocken: Spiele zum Anfassen

Beitrag von akropeter » Fr 14. Okt 2016, 08:25

dudikoff hat geschrieben:Die Spiele für die Mannschaftsmeisterschaft im Brettspiel stehen fest. Als da wären:

Strategiespiel: Auf den Spuren von Marco Polo
Familienspiel: Kingdom Builder
Kartenspiel: Port Royal
Glücksspiel: Qwixx

Mir ist nur Kingdom Builder bekannt. Hat hier jemand Erfahrungen mit den anderen Spielen? Wir überlegen, ob wir mal wieder starten.
Qwixx ist ein witziges Würfelspiel. Das macht Laune erfordert ein gewisses maß an Taktik, basiert aber logischerweise auf dem Glücksfaktor.
Glauben Sie ja nicht wer sie sind!

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Re: Unplugged Zocken: Spiele zum Anfassen

Beitrag von Monkeyson » Fr 14. Okt 2016, 09:19

dattelpalme hat geschrieben:in letzter zeit auch mal "funkenschlag" ausprobiert. macht schon spaß! allerdings auch schnell klar, dass es quasi ein rechenspiel ist. menschen, die mathe mögen, werden dieses spiel lieben ;) zwar spielen auch andere faktoren eine rolle (auge drauf haben, was die anderen so machen; gucken, wie man baut), die im endeffekt aber dem rechnen untergeordnet sind ^^ aber auch für alle anderen macht es spaß, da das endergebnis doch immer sehr knapp ist und man nicht irgendwann frustriert liegen bleibt.
Das ist das Schöne an diesem Spiel: Wer keine Lust zum Rechnen hat, kann auch mal Intuition walten lassen und muss nicht befürchten, abgehängt zu werden. Ganz im Gegenteil, wer früh vorne liegt, wird beim Kauf neuer Kraftwerke und Rohstoffe benachteiligt, so dass alles schön bis zum Schluss knapp bleibt. Eins meiner Lieblingsspiele, gerade durch die permanente Interaktion mit den Mitspielern!

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Re: Unplugged Zocken: Spiele zum Anfassen

Beitrag von Monkeyson » Fr 14. Okt 2016, 09:19

Mastodoniel hat geschrieben:
Baron Samedi hat geschrieben:Isle of Skye hat nun auch den Weg ins Haus gefunden. Und es ist ein ganz großartiges Spiel. Selbst mit zwei Spielern vollkommen zu empfehlen. Durch die vor jedem Spiel neu ausgelosten Punkteregeln verläuft jede Partie anders.
Grundsätzlich geht es darum, dass man sich mit quadratischen Landschaftsplättchen seine eigenes Königreich baut. Dabei werden jede Runde erst mal Preise für die frisch gezogenen Plättchen ausgerufen. Je nach dem ob man ein Plättchen los haben möchte oder unbedingt braucht zockt man natürlich, um entweder einen guten Preis zu erzielen oder das Plättchen eben behalten und selbst verbauen zu können. Das führt zur einer witzigen Zocker-Komponente.
Die optische Gestaltung des Spiels fand ich anfangs auf Bildern eher mäßig. Wenn man es vor sich liegen hat ist es aber durchaus passend und ansprechend. Vielleicht nicht das schönste Spiel das ich kenne, aber das zählt ja nicht in erster Linie. Es erinnert ein wenig an das aus den 80ern stammende Ravensburger Spiel Contact - kennt das noch jemand? Ich hab das als Kind geliebt und selbst allein stundenlang gespielt.
Das haben wir seit letzter Woche auch. Leider war noch keine Zeit da, um es zu spielen. Dein Bericht macht aber Lust drauf.
Mir hat das auch viel Freude gebracht. Und das, obschon ich anfangs eher skeptisch war, weil ich Pandemic Legacy und T.I.M.E Stories als die verdienteren Sieger beim Kennerspiel des Jahres gesehen hätte (von dem her, was man so hört - ich kenn die beide nicht).

Aber der Mechanismus des Bepreisens eigener Plättchen funktioniert prima. Man kann eigentlich nicht rechnen, wie gerade von Dattelpalme in Bezug auf Funkenschlag kritisch angemerkt, sondern muss sich intuitiv überlegen, was einem die einzelnen Plättchen selbst wert wären bzw. sind.

Das habe ich bislang nur bei einem anderen Spiel noch besser umgesetzt erlebt, welches ich hier vor einigen Monaten mal empfohlen habe:
Monkeyson hat geschrieben:Castles of Mad King Ludwig

Grandioses Spiel, bei dem jeder als Baumeister für König Ludwig (das ist der mit Neuschwanenstein) ein Schloss nach dessen Geschmack kreieren muss. Dabei honoriert dieser immer mal andere Raumtypen und Konstellationen, zudem gibt manche Kombination Pluspunkte, manche wirkt sich negativ aus (z.B. eine Kegelbahn neben dem Schlafgemach). Je Runde bestimmt ein anderer Spieler die Preise für neue Räume, darf aber dafür als letzter wählen, was als Mechanismus sehr überzeugend funktioniert.

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Re: Unplugged Zocken: Spiele zum Anfassen

Beitrag von Monkeyson » Fr 14. Okt 2016, 09:30

Orpel hat geschrieben:Wir fahren am Donnerstag Abend zur Messe und sind das erste Mal 3 volle Tage da. :popcorn: Unsere to play Listen sind auch schon fertig.

Freue mich persönlich am Meisten auf Terraforming Mars.
Terraforming Mars ist der Knaller! Endlich mal ein Thema jenseits von Kriegsgetümmel und mittelalterlichem Handel, welches als Brettspielumsetzung super funktioniert. Man begibt sich in die Rolle eines von verschiedenen Unternehmen, die sich zur Aufgabe gemacht haben, die Marsoberfläche lebensfreundlich zu gestalten. Je nach Unternehmensspezifika kann man dazu besonders gut forschen, besonders gut Teile des Mars begrünen, besonders gut Stahl oder Titan abbauen et cetera. Mit Hilfe der Rohstoffe wird eines der vielen fantastischen Projekte umgesetzt, die im Kartenstapel versteckt sind. Ozeane entstehen, die Temperatur steigt und auch der Sauerstoffgehalt an der Oberfläche. Für vieles gibt es Siegpunkte, manches schadet aber auch einfach nur den Mitspielern, so dass für jede Menge Interaktion gesorgt ist. Zumal die Plättchenanlegemöglichkeiten begrenzt sind und auch nur bestimmte Missionsziele bewertet werden. Das Ganze basiert auf höchst wissenschaftlichen Überlegungen und wurde daher bereits vom Gründer der Mars Society gelobt. Für Freunde des Science in Science-Fiction ein absolutes Muss!

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Re: RE: Re: Unplugged Zocken: Spiele zum Anfassen

Beitrag von elch » Fr 14. Okt 2016, 10:49

akropeter hat geschrieben:
dudikoff hat geschrieben:Die Spiele für die Mannschaftsmeisterschaft im Brettspiel stehen fest. Als da wären:

Strategiespiel: Auf den Spuren von Marco Polo
Familienspiel: Kingdom Builder
Kartenspiel: Port Royal
Glücksspiel: Qwixx

Mir ist nur Kingdom Builder bekannt. Hat hier jemand Erfahrungen mit den anderen Spielen? Wir überlegen, ob wir mal wieder starten.
Qwixx ist ein witziges Würfelspiel. Das macht Laune erfordert ein gewisses maß an Taktik, basiert aber logischerweise auf dem Glücksfaktor.
joa, qwixx ist schön für zwischendurch.

port royal ist ein gutes spiel! hat meiner meinung nach aber das problem, dass auf den mit- oder gegenspieler nicht genügend "eingewirkt" werden kann und relativ schnell klar ist, wer das spiel in der runde gewinnen wird.

und ich freue mich weiterhin auf eure zwischenberichte aus essen. danke dafür.
Und dieser Jubel geht auf´s Haus

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Re: Unplugged Zocken: Spiele zum Anfassen

Beitrag von nilolium » Sa 15. Okt 2016, 21:20

es ist so krass, wie "codenames" wirklich überall einschlägt wie ne bombe. mittlerweile habens aus meinem näheren freundeskreis schon drei leute und allen, mit denen ich es neu spiele, sind begeistert. nur toll :)

mysterium habe ich mittlerweile auch ein paar mal gespielt. da springt der funke irgendwie nicht so ganz über, obwohl es natürlich sehr kurzweilig und spaßig ist. braucht vielleicht noch ein paar runden

ich freue mich sehr, dass es diesen thread gibt. :)

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Orpel
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Re: Unplugged Zocken: Spiele zum Anfassen

Beitrag von Orpel » Mo 17. Okt 2016, 17:02

dudikoff hat geschrieben:Die Spiele für die Mannschaftsmeisterschaft im Brettspiel stehen fest. Als da wären:

Strategiespiel: Auf den Spuren von Marco Polo
Familienspiel: Kingdom Builder
Kartenspiel: Port Royal
Glücksspiel: Qwixx

Mir ist nur Kingdom Builder bekannt. Hat hier jemand Erfahrungen mit den anderen Spielen? Wir überlegen, ob wir mal wieder starten.

Auf den Spuren von Marco Polo ist einer meiner absoluten Lieblingstitel. Habe ich selbst erst vor 2 Monaten das erste Mal gespielt, und mir jetzt auf der SPIEL günstig geschossen. Kann ich absolut empfehlen, und hat ja auch letztes Jahr völlig zurecht den deutschen Spielepreis gewonnen. Alleine der Aktionsmechanismus mit den Würfeln... :herzen2:

Port Royal kenne und habe ich noch als Händler der Karibik. Schönes kurzweiliges Spiel.

Qwixx spielen wir gerne mit den Großeltern meiner Freundin oder im Urlaub mit einem All Inclusive Cocktail in der anderen Hand. Ist ganz witzig, aber für eine Meisterschaft!?!?

Und nun zu meiner diesjährigen Messeerfahrung. Habe superviel zu berichten, aber ich muss mich aus Zeitgründen kürzer fassen.

Erstmal die gekauften Spiele mit einem kurzen Kommentar in unbestimmter Reihenfolge:

Terraforming Mars - Jaaaaaaaaaaa, habe eines der ca. 300 deutschen Exemplare ergattert. Ist nun bis Januar 2017 ausverkauft. Bin dafür aber auch nach dem Opening wie ein Trottel durch die halbe Messe gelaufen. Hatten am tag davor auch die Möglichkeit, eine kurze Runde zu spielen. Bin wie Monkeyson total begeistert. Eines der , wenn nicht sogar d a s Messehighlight(s)!

First Class - Unterwegs im Orient Express:Hier handelt es sich um ein Kartenspiel mit Eisenbahnsetting, ist aber gar nicht so komplex, wie ich zu Beginn vermutet habe. Der Spieler baut Streckennetze aus, baut Züge und schickt Schaffner durch den Zug, und das alles, um Siegpunkte zu erhalten. Der Charme des Spiels liegt darin, dass man sehr oft dran kommt und es sich schnell spielt, und trotzdem gibt es zahlreiche taktische Möglichkeiten. Ist v.a. auch mit Ein Fest für Odin und Great Western Trail Erster der Fairplayliste geworden.

Great Western Trail: Haben wir nur kurz beim Spielen zugeguckt.... und gekauft. Man treibt seine Rinderherde durch Texas nach Kansas. Dabei hat man allerhand Möglichkeiten, auf seiner Route Geschäfte abzuschließen, mit Indianern anzubändeln usw., um in Kansas mit teuren Rindern anzukommen, um diese wiederum zu verkaufen. Die Spielmechanik ist sehr schnell, man kommt ebenfalls relativ schnell dran, wie bei First Class auch. Mehr weiß ich noch nicht, aber ich berichte.

Colony: Das Spiel wird überall als Dominion mit Würfeln beschrieben, und die Leute haben Recht. Wobei ich das im Gegensatz zu einigen anderen nicht als Problem sehe, da ich absoluter Dominion Nerd bin. Wir haben zu dritt gespielt und es hat wirklich richtig Spaß gemacht. Im Grunde ist es ein Kartendeckbuilder, wobei man mit Würfeln die Aktionen bestimmt und ausführt. Auf den Karten sind Siegpunkte vermerkt, wer am Ende 16 Siegpunkte hat, hat gewonnen. Dabei gibt es auch Angriffs- oder Verteidigungskarten, die aber gefühlt noch keinen spielentscheidenden Effekt wie einige Dominion Angriffskarten (z.B. Kerkermeister) haben. Es riecht also förmlich nach Erweiterungen. Die Aufmachung ist sehr schick, das Spielprinzip funktioniert, und ganz außergewöhnlich im Vergleich zu vielen anderen Spielen: es gibt beschriebene Fächer in der Spielbox, in denen die Karten einsortiert werden können. Einziger Nachteil: Es ist kostet saftige 50 € und ist bisher nur auf englisch erhältlich, dafür aber auch relativ sprachneutral. Ich konnte glücklicherweise für 25€ eine der Messedemos mitnehmen, nachdem ich ne halbe Stunde gebettelt hatte ;) Heute abend spielen wir dann die erste Runde :D

Mit List und Tücke: Kleines, aber feines Kartenspiel im Stile von Love Letter. Man kann sich also auch hier gegenseitig ärgern. Ein Spiel dauert ca. 20 Minuten, ist für Zwischendurch also besonders geeignet.

Sea of Clouds: Haben wir nicht gespielt, aber gekauft, weil es sehr günstig zu haben war und das Spielprinzip interessant klingt und ich ein Faible für Piratenspiele habe, in welchen es um Rum geht. ;)

Colt Express 2. Marshall & Gefangene : Haben wir blind gekauft, weil die 1. Erweiterung sowie der Delorean in den letzten Jahren so richtig stark waren.

Mea Culpa Das Thema fand ich im Vorwege schon sehr interessant, und auch das Spielbrett gibt einiges her. Es geht darum, dass man trotz eines sündenhaftes Lebens inkl. Diebstählen und Freudenhausbesuchen durch das Sammeln von Ablassbriefen (=in unterschiedlicher farblicher Kombination Siegpunkte) in den Himmel kommt. Interessant ist vor allem, dass man quasi betrügen muss, um das Spiel zu gewinnen. Wer es übertreibt, büßt schnell für seine Sünden. Das Niveau ist mindestens im Kennerbereich angesiedelt. Mehr wird man in den kommenden Partien sehen. Ich persönlich hatte meinen Spaß, wobei 38€ auch recht happig sind.

Fabelsaft ist sicherlich einer der Favoriten auf das Spiel des Jahres 2017, weil das erste Familienspiel mit einer Art Legacymodus. Eigentlich ein ganz simples Kartenspiel, bei dem zu Beginn eine Auslage von 6 Tieren á 4 Karten mit unterschiedlichen Fähigkeiten ausliegt. Entweder nutzt man die Aktion, die auf diesen Tieren vermerkt ist, oder man kauft die Karte mit den Früchten, die man durch die Aktionen generiert. Nach jedem Kauf einer Karte wird eine Neue vom allgemeinen nicht (!) gemischten Nachziehstapel nachgelegt. Dadurch kommen immer wieder neue Tiere mit neuen Aktionen, Fähigkeiten und Spielmechanismen ins Spiel, und andere Stapel verschwinden vom Spieltisch. Wer zuerst 4 Fabelsäfte gekauft hat, gewinnt. Danach kann man das Spiel direkt in der neuen Kombination abspeichern oder starten und jedes Spiel wird damit anders. Da die Spieler immer unterschiedliche Entscheidungen treffen, ist jedes Spiel anders. Insgesamt gibt es wohl 59 Tiere. Ist sicherlich auf die nächsten Jahre gesehen auch gut erweiterbar. Das Thema fand ich langweilig, aber das Spiel ist wirklich großartig. Ein Muss für jede Familie!

Krazy Wordz haben wir nur kurz angesehen, und dann gekauft. Würde ich als kurzweilige Partyvariante von Nobody is perfect beschreiben. Man denkt sich zu einem vorbestimmten Thema einen Begriff aus, und danach raten alle, wer was gesagt haben könnte. Da ist sicherlich Trinkspielpotential vorhanden.

Ulm: So wenig mich das Thema interessiert, so toll ist das Spiel. Man spielt Händler, die dabei helfen, die Stadt Ulm mit den Kathedralen zu errichten. Dabei gibt es einen innovativen Altionsmechanismus, bei dem die Spieler über eine zufällig gezogene Matrix ihre 3 Aktionen wählen und diese dann ausspielt. Dabei hat jede Aktion, die man wählt, extreme Auswirkungen auf den Spielverlauf, da man nur in bestimmten Gebieten unterschiedliche Vorteile erhält, man aber nicht mehr in das Gebiet zurück kann, wenn man es einmal verlassen hat. Das Spiel ist für mich die Überraschung der Messe. Hat uns 2 Stunden gefesselt und alle Mitspieler haben direkt danach zugeschlagen.

Zusätzlich gekauft haben wir noch Robinson Crusoe (fehlt noch in der Spielesammlung) und das asynchrone Zweispielerspiel Raptor, welches an Jurassic Park erinnert. Einer spielt die Raptoren, der andere die Jäger, beide mit unterschiedlichen Aktionsmöglichkeiten. Haben wir noch nicht gespielt, hole ich aber noch nach.

Gespielt, aber nicht gekauft:

Mystic Vale (2-4 Spieler) ist ein spannendes innovatives Deckbuilding Kartenspiel. Jeder Spieler bekommt einen vorbestimmten Handkartensatz (20 Karten, glaube ich). Jede einzelne Handkarte ist hier in eine Plastikhülle verpackt und hat jeweils 3 Slots, von denen zu Beginn des Spiels 0-1 Slots belegt sind. Die Karten in der Auslage sind durchsichtig, so dass man eine gekaufte Karte in eine ausgespielte Handkarte stecken kann und diese damit für die nächste Verwendung upgradet. So werden die Handkarten also stärker und stärker, ohne dass neue Karten dazu kommen. Zusätzlich gibt es Siegpunktkarten, die man sich nehmen kann, wenn man die jeweils passenden Upgrades gekauft hat. Diese werden dann extra ausgelegt. Die Mechanik hat auf der Messe hervorragend funktioniert. Ich kann mir gut vorstellen, dass der eine oder andere diese Mechanik in den kommenden Jahren abkupfern wird, weil es dadurch viel mehr Möglichkeiten gibt als bisher. Das Spiel hat auf der Messe übrigens nur 28 € gekostet. Leider war das Spiel ausverkauft, als wir zuschlagen wollten. Werde ich aber sofort bestellen, sobald es raus ist.

Rising 5 ist quasi Mastermind mit Superhelden-/Weltraumthema mit großartiger Aufmachung, eingebundener App und allerlei drum herum. Das Kickstarterspiel hat im Vorfeld dadurch mein Interesse geweckt. Wir haben eine Runde spielen dürfen, und es war ehrlich gesagt eine Katastrophe. Die Erklärung war schlecht, das Spiel war langweilig und die Erklärer hatten allerhand technische Probleme, die Akkus der Iphones am Laufen zu halten. Ich weiß nicht, warum man dafür so viel Geld ausgeben sollte.

Hit Z Road ist ein kleines Familienspiel im Zombiegewand mit großartiger Story (Kind überlebt Zombieapokalypse, und bastelt aus einigen gefundenen Gimmicks während der langen Reise ein Brettspiel, um die eigene Geschichte zu erzählen) und einem supertollen Endzeitdesign mit großem Augenzwinkern. Es geht darum, dass jeder Spieler sich für eine Route, bestehend aus jeweils 2 Karten, entscheiden muss, dort Extras findet, Zombiehorden bekämpft (per Würfel+Plättchen) und dabei möglichst bis zum Ende überlebt. Klingt total spannend, ist es grundsätzlich auch. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass es auf Dauer zu eintönig wird, weil das Prinzip immer und immer das Gleiche ist. Für 32€ ist es leider wahrlich kein Schnapper, für 16 € hätt ich diesen Hingucker wohl mitgenommen.

Captains of the Golden Age hat im Vorfeld damit angegeben, 0% Glück und 100% Skill zu beinhalten. Das Piraten- bzw. Seefahrersetting find ich eh immer wieder gut, daher haben wir uns eine Runde gegönnt. Ziel ist es, mit dem eigenen Schiff Pfeffer von einer Stadt in eine andere Stadt zu verfrachten. Pfeffer wird gegen Rohstoffe eingetauscht, welchen man auf verschiedenen Inseln erhält. Das Schiff selbst kann man mit dem gesammelten Material ausbauen, um schneller zu fahren, mehr zu lagern oder andere Schiffe zu entern bzw. sich zu verteidigen. Sobald man auf offener See fährt, bekommt man Karten, mit denen man die o.g. Aktionen ausführen kann. Diese werden nicht beliebig aus einem gemischten Deck gezogen, sondern aktiv und völlig frei aus dem Nachziehstapel ausgewählt. Dadurch ist der Glücksfaktor eliminiert. Ich fand es sehr erfrischend, allerdings kam das Spiel bei meinen Mitspielern nicht so gut an, weil die Optik eher comichaft wirkt und 45€ doch ziemlich saftig sind. Kann ich dennoch empfehlen.

Pixie Queen ist mit Abstand das komplexeste Spiel, welches wir auf der Messe gespielt haben, zumindest hat sich der Erklärbär ziemlich schwer getan und alle waren sich einig, dass das jetzt ganz schön harter Tobak war. Liegt vielleicht auch daran, dass wir Spieler waren. Während Hit Z Road für mich das schönste Design hatte, hat Pixie Queen m.E. das coolste und innovativste Thema zu bieten. Gundsätzlich geht es darum, dass man über kleine Arbeiter (= Pixies) herrscht und diese so einsetzen und opfern muss, dass die Pixie Queen satt und damit zufrieden ist. Dabei gibt es zig mögliche Aktionen, die teilweise alle aufeinander aufbauen. Es wird geerntet, gehandelt, gebetet usw., was das Zeug hält. Wer Worker Placement Spiele mit Anspruch mag, kann hier zuschlagen. Ich fand es etwas zu anstrengend, aber die Rahmenbedingungen (abends, 5 Spieler, englischsprachiger Holländer, der das Spiel zum ersten Mal erklärt) hatten nicht so gepasst.

Wir sind auch in den Genuss gekommen, The Last Friday zu spielen. Wie dattelpalme schon beschrieben hat, ist es quasi Scotland Yard mit Freitag der 13. Setting. Es gibt insgesamt 4 Chapter, die sich allesamt unterschiedlich spielen. (1. Chapter: Maniac jagt Studenten, 2. Chapter: Armee jagt Jahre später den Maniac etc.). Wir haben das 1. Chapter gespielt, und man hatte wirklich Angst, gefasst zu werden. 2 aus 5 sind auch entkommen, er Rest wurde niedergemetzelt. In Sachen Spielmechanik hat es das gleiche Problem wie Scotland Yard, es wird auf Dauer zu eintönig, glaube mich zumindest. Selbst die unterschiedlichen Chapter werden auf lange Sicht nicht reichen. Es bleibt trotzdem ein cooles Partyspiel, was man in unterschiedlichen Runden sicher mal auspacken kann. Es war ausverkauft, als wir es gespielt haben, und kommt auch erst im nächsten Monat offiziell heraus, glaube ich.

Agent Undercover oder auch Spyfall ist ein einfaches Partyspiel für bis zu 8 Spieler. 7 Leute sehen auf ihren Karten einen Ort, einer sieht einen Spion. Die 7 Leute müssen durch Fragereien zum Ort bzw. Beruf erraten, wer der Spion ist, während der Spion versucht, sich nicht zu erkennen zu geben, und stattdessen den Ort herauszufinden. Ob das funktioniert, wird man wohl auf dem Rolling Stone Weekender sehen. ;) Kostet bei Amazon derzeit nur 17€, auf der Messe war es teurer.

Captain Sonar oder Hoch die Becher sowie viele andere tolle Neuheiten haben wir leider nicht geschafft.

Fazit: Die Messe war wieder großartig. Die Preise sind teilweise echt günstig, und man kann sehr gut handeln und Pakete schnüren. Man merkt richtig, dass der Markt mehr denn je boomt. Vor 5 Jahren standen wir noch vor dem CGE Stand, der aus 2 Tischen und 3 Leuten bestand. Heute fahren selbst die mittelgroßen Verlage teilweise richtig auf. Samstag war es ab mittags einfach viel zu voll, da haben wir die kleineren Hallen durchkämmt. Freitag war es i.O., Sonntag war es verhältnismäßig leer im Vergleich. Die Vorfreude auf das nächste Jahr ist schon wieder sehr hoch (festivallike halt ;)), und natürlich freuen wir uns auf die ganzen Spieleabende, die ab sofort anstehen :D

...und irgendwas habe ich bestimmt immer noch vergessen... ;)
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Re: Unplugged Zocken: Spiele zum Anfassen

Beitrag von Orpel » Mo 17. Okt 2016, 17:06

Monkeyson hat geschrieben:Castles of Mad King Ludwig

Grandioses Spiel, bei dem jeder als Baumeister für König Ludwig (das ist der mit Neuschwanenstein) ein Schloss nach dessen Geschmack kreieren muss. Dabei honoriert dieser immer mal andere Raumtypen und Konstellationen, zudem gibt manche Kombination Pluspunkte, manche wirkt sich negativ aus (z.B. eine Kegelbahn neben dem Schlafgemach). Je Runde bestimmt ein anderer Spieler die Preise für neue Räume, darf aber dafür als letzter wählen, was als Mechanismus sehr überzeugend funktioniert.
Oh, das habe ich auch vor 2 Monaten gespielt. Hat mir auch sehr gut gefallen, vor allem, weil mein Schloss später wirklich Sinn gemacht hat :D Kann ich auch nur empfehlen, werd ich mir sicher auch irgendwann mal gönnen.

Isle of Skye ist persönlich nicht so mein Fall. Ich mag diesen Carcassone Mechanismus einfach nicht, damit kann man mich jagen, genauso wie der Tetrismechanismus aus Cottage Garden, ein Fest für Odin oder Patchwork.
Ich spiel da lieber Tetris auf dem Gameboy ;)
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Re: Unplugged Zocken: Spiele zum Anfassen

Beitrag von dattelpalme » Di 18. Okt 2016, 00:31

war unter anderem gesundheitsbedingt doch nur am samstag da. muss auch sagen, dass ein tag für meine belange völlig ausreichend ist, wobei ich beim nächsten mal wohl versuchen würde, donnerstag zu kommen. dieses jahr gab es wieder einen besucherrekord von - glaube ich - 175.000 und nächstes jahr soll wie dieses jahr eine weitere halle hinzukommen. die leute sind ganz schön krass drauf ^^ aber ist auch schön zu sehen, dass brettspiele aufgrund des digitalen wahnsinns nicht aussterben, sondern ganz im gegenteil.

meine "bescheidenen" anschaffungen waren:

- the pursuit of happiness.
leider bisher keine veröffentlichung auf deutsch vorgesehen. ein workerplacement/ressourcen-management spiel, dessen ziel es ist, ein möglichst glückliches leben zu führen (und stress zu vermeiden). das spiel durchläuft eine teenager-phase, mehrere erwachsenen-phasen bis hin zum rentneralter. man kann beziehungen eingehen, jobs annehmen, dinge kaufen, aktivitäten ausführen etc. und damit unterschiedliche ressourcen erwerben und wieder ausgeben. ist ein bisschen so wie sims als brettspiel ;) hab das spiel auch angetestet und ich mag einfach workerplacement-spiele und das thema find ich auch spitze :) wenn allerdings vier spieler*innen am tisch sitzen, die bei jedem worker ewig nachdenken, kann es halt auch insgesamt ewig dauern. das spiel lebt von einer gewissen intuition, für knallharte strateg*innen schon durchaus spielbar, aber der spaß würde dann drunter leiden. so zumindest meine einschätzung.

- london dread.
ein kooperatives spiel (horrorszenario im viktorianischen london), bei dem jede person in die rolle einer/s detektiv*in steigt. man hat dann 12 minuten zeit, um seine investigative route durch london zu planen, um bestimmte karten zu finden. wenn alle karten gefunden sind, müssen die spieler*innen sich noch einer finalen aufgabe stellen. war mehr oder weniger ein blindkauf, da ich wiederum sowohl kooperative als auch detektionsspiele geilomeilo finde. konnte es auch nicht antesten, da die wenigen tische immer besetzt waren.

- roll for the galaxy.
glaube von anfang 2016, also eigentlich keine neuheit. gab schon eine erweiterung auf der messe. ein würfelspiel, worauf ich ja eigentlich gar nicht stehe, aber eben mit erheblichem workerplacement-anteil und nicht so viel glücksanteil wie man es von würfelspielen gewohnt ist ;). ziel ist es ein weltraumimperium aufzubauen, indem man zum beispiel neue welten erforscht oder technische entwicklungen abschließt.

- glück auf - das kartenspiel.
war ein geschenk für meine ruhrpott-eltern, das ich dann auch mit ihnen gespielt habe. ist doch komplexer als ich es erwartet habe bzw. es IST komplex, da man auf sehr unterschiedliche weise an siegpunkte kommt. auch wieder worker-placement (dieses mal passer der begriff auch mal zu 100%, da wirklich arbeiter eingesetzt werden). es geht darum loren zu schaffen, die wiederum auf waggons transportiert werden müssen, um diese dann auszuliefern und damit aufträge abschließen zu können, grob gesagt. der mechanismus hat mir wahnsinnig gut gefallen, da bei einer aktion, die bereits gewählt wurde, immer ein arbeiter mehr eingesetzt werden muss als die person zuvor eingesetzt hat. durch die eh schon komplexen wahlmöglichkeiten kommt dadurch noch der taktische faktor hinzu, bei bestimmten aktionen extra mehr arbeiter einzusetzen, um die mitspieler*innen zu ärgern. mich hat geärgert, dass das kennerspiel nun bei meinen spielefaulen eltern wahrscheinlich im schrank vergammelt.

bei sea of clouds hab ich zugeguckt, thema gefällt mir. ich war mir am ende aber nicht so ganz sicher, wieviel glück bzw. zufall da eine rolle spielt. hat mir aber besser gefallen als around the world in 80 days, das wunderschön illustriert ist, aber nach meiner einschätzung dann leider doch keinen tiefgang hat. dann haben wir (hab zwei dudes kennengelernt) noch exit ausprobiert. find ich ja auch toll, nur eben ärgerlich, dass es dann nach einer runde von 30 minuten nicht mehr spielbar ist, auch, wenn der 12 euro relativ wenig sind. ich würde mich sehr freuen, wenn in zukunft mehr brettspiele in die rätselrichtung gingen, aber eben so, dass es mehrmals sinn macht. das gehypte hop und macroscope hab ich mir nur angesehen, weil ich es direkt super albern fand. the last friday war samstag zumindest an einem stand bereits ausverkauft, hab dann aber später woanders leute spielen sehen. auch das ist ja ein detektionsspiel in richtung scotland yard, nur in cooler, aber da bin ich irgendwie bisschen skeptisch geblieben. dann noch x nimmt ausprobiert, das auf jeden fall potential hat, das bessere der nimmt-reihen zu sein, meiner meinung nach. fabelsaft sah auch sehr interessant aus, das werde ich mir wahrscheinlich irgendwann im nachgang noch zulegen. und dann hab ich noch beim größten puzzle der welt mitgemacht uuuund bestimmt was vergessen ^^

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Re: Unplugged Zocken: Spiele zum Anfassen

Beitrag von Declan_de_Barra » Di 18. Okt 2016, 01:21

Habe die Woche nochmal Risiko Evolution gespielt, immernoch super. :herzen2:

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Re: Unplugged Zocken: Spiele zum Anfassen

Beitrag von JackJones » Di 18. Okt 2016, 11:31

Da es im Müller grad 20% auf alle Spiele gibt, hab ich mir gestern Keltis und Isle of Sky geholt. Und gerade auf letzteres bin ich aufgrund der vielen Empfehlungen hier sehr gespannt :)

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Re: Unplugged Zocken: Spiele zum Anfassen

Beitrag von Orpel » Di 18. Okt 2016, 14:48

Mein Messebeitrag zur Spiel 2016 oben ist nun ziemlich vollständig. Wer vielleicht auch Lust bekommen hat und sich für die Messe oder auch das eine oder andere Spiel interessiert, sollte sich das Video mal angucken.

Ich finde, die haben die diesjährige Ausgabe seeeehr stimmig zusammengefasst, und zwar hier:

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Re: Unplugged Zocken: Spiele zum Anfassen

Beitrag von Orpel » Mi 19. Okt 2016, 12:21

Monkeyson hat geschrieben:
Orpel hat geschrieben:Wir fahren am Donnerstag Abend zur Messe und sind das erste Mal 3 volle Tage da. :popcorn: Unsere to play Listen sind auch schon fertig.

Freue mich persönlich am Meisten auf Terraforming Mars.
Terraforming Mars ist der Knaller! Endlich mal ein Thema jenseits von Kriegsgetümmel und mittelalterlichem Handel, welches als Brettspielumsetzung super funktioniert. Man begibt sich in die Rolle eines von verschiedenen Unternehmen, die sich zur Aufgabe gemacht haben, die Marsoberfläche lebensfreundlich zu gestalten. Je nach Unternehmensspezifika kann man dazu besonders gut forschen, besonders gut Teile des Mars begrünen, besonders gut Stahl oder Titan abbauen et cetera. Mit Hilfe der Rohstoffe wird eines der vielen fantastischen Projekte umgesetzt, die im Kartenstapel versteckt sind. Ozeane entstehen, die Temperatur steigt und auch der Sauerstoffgehalt an der Oberfläche. Für vieles gibt es Siegpunkte, manches schadet aber auch einfach nur den Mitspielern, so dass für jede Menge Interaktion gesorgt ist. Zumal die Plättchenanlegemöglichkeiten begrenzt sind und auch nur bestimmte Missionsziele bewertet werden. Das Ganze basiert auf höchst wissenschaftlichen Überlegungen und wurde daher bereits vom Gründer der Mars Society gelobt. Für Freunde des Science in Science-Fiction ein absolutes Muss!
Wir haben gestern abend zu dritt die erste Runde Terraforming Mars in heimische Gefilden gespielt, und ich muss sagen, das war eines der tollsten Spielerlebnisse, welches ich bisher je erlebt habe. Das Material ist einzigartig (goldene Würfel, wie geil ist das denn?), der Spielplan ist übersichtlich, die Karten sind allesamt einzigartig und bieten 1344645053534 Möglichkeiten, der Spielmechanismus ist logisch bzw. gar nicht so komplex und funktioniert hervorragend, es gibt einige Kuriositäten, die ich hier nicht spoilern möchte, die deutsche Übersetzung ist vollends gelungen, selbst die Anleitung ist stark und lässt keine Fragen offen. Ich habe somit keinen Kritikpunkt ausmachen können. Die Spielzeit hat bei unserem ersten Spiel ca. 3 Stunden betragen, aber die Zeit verging wie im Fluge. Ich denke, wenn man es beherrscht, ist 2,5 Stunden Spielzeit durchaus realistisch. Interessanterweise kann man das Spiel auch zu 5t spielen, die Spielzeit dürfte hier die gleiche sein. Dem Fazit von Monkeyson muss ich noch hinzufügen: Auch für 'Nicht Science'-Freunde ein Muss!
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