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Politik

Von Spam bis Gott und die Welt
therewillbefireworks
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Re: Politik

Beitrag von therewillbefireworks » So 23. Feb 2020, 18:49

Wishkah hat geschrieben:
So 23. Feb 2020, 18:23
Hamburg. :herzen2: :herzen2: :herzen2:

Hoffentlich bleibt es dabei.
!!
¯\_(ツ)_/¯

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Quadrophobia
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Re: Politik

Beitrag von Quadrophobia » So 23. Feb 2020, 19:15

Die erste Hochrechnung sieht die AfD auch bei 4,7 :herzen2: :herzen2: :herzen2:


Ich bin dennoch vorsichtig, was die Schadenfreude angeht. Es geht beim aktuellen Stand nur um etwa 2000-2500 Stimmen, die die AfD ins Rathaus bringen würden. Das könnte noch eng werden. Trotzdem natürlich klasse Ergebnis :thumbs:

Hier gibts übrigens die Live Daten

https://www.wahlen-hamburg.de/wahlen.ph ... 8&stimme=2

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nilolium
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Re: Politik

Beitrag von nilolium » So 23. Feb 2020, 22:40

Was ist los Wilhelmsburg. :evil:

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7Ostrich
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Re: Politik

Beitrag von 7Ostrich » So 23. Feb 2020, 22:56

Bin zufrieden mit Altona, allerdings gerade mal 30 % Wahlbeteiligung in meinem Wahlkreis, mhm..

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Re: Politik

Beitrag von Stebbie » Mo 24. Feb 2020, 11:16

nilolium hat geschrieben:
So 23. Feb 2020, 22:40
Was ist los Wilhelmsburg. :evil:
CDU und AfD zusammen bei nicht einmal 13 %, ist doch ein Spitzenergebnis! Da muss man auch ein wenig demographische Vielfalt aushalten können.

Insgesamt trotz der Kirsche auf der Sahnetorte immer noch ein stabiles und enorm erfreuliches Ergebnis in Hamburg. Allerdings missfällt mir ein wenig die für Hamburg nicht untypische Selbstbesoffenheit, denn es ist immer noch die Hamburger SPD, es sind immer noch die Hamburger Grünen, die Stadt der Verantwortlichen von G20 und somit nicht ohne Grund die Stadt von Schill. Dennoch wird es vermutlich noch mehr dazu führen, dass sich Hamburger selbst genug sind und glauben, dass der Faschismus auf dem Rathaus- oder Wandsbek Markt besiegt werden kann - vollkommen ungeachtet, dass auch vor 1931 gerade der Norden ein schwieriges Pflaster für die NSDAP war, nicht jedoch ohne ausreichend Anknüpfungspunkte für die Partei zu bieten. Von daher sollte man in Hamburg achtsam und entschlossen sein, aber nicht den Blick an die Stadtgrenzen und über diese hinweg scheuen.
7Ostrich hat geschrieben:
So 23. Feb 2020, 22:56
Bin zufrieden mit Altona, allerdings gerade mal 30 % Wahlbeteiligung in meinem Wahlkreis, mhm..
Fällt ja für einige Bezirke auf, auch in Hamburg-Mitte mit St. Pauli. Aber bin mir da gerade nicht sicher, ob bei den Wahlbeteiligungen auf Lokalebene auch die Briefwähler mit drin sind, die mit rund einem Drittel aller Wähler doch schon markant sind. Zumindest finden sich in den Bezirken Altona, Mitte oder Wandsbek kaum Lokale mit einer Beteiligung jenseits der 50%, weshalb ich vermute, dass die Briefwähler da nicht berücksichtigt sind - diese sind ja zumindest auch in den Ergebnislisten in separaten Briefwahlkreisen aufgeführt.
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dattelpalme
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Re: Politik

Beitrag von dattelpalme » Mo 24. Feb 2020, 17:29

Mir fällt es gerade schwer, kein Bundeslandbashing zu betreiben...
„Die Welt geht vor die Hunde Mädchen, traurig aber wahr.“

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slowdive
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Re: Politik

Beitrag von slowdive » Di 25. Feb 2020, 16:47

Seit gestern wird übrigens in der Causa Assange verhandelt. Heute wieder ein gelungenes Interview in der Republik. Diesmal mit Wikileaks-Chefredaktor Kristinn Hrafnsson.

https://www.republik.ch/2020/02/24/sie- ... urnalisten

Anbei aus dem Gerichtssaal:








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Taksim
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Re: Politik

Beitrag von Taksim » Mi 8. Apr 2020, 18:48

Puh, jetzt endgültig Joe Biden. I'm very worried.

Und trotzdem zögert Trump keine drei Sekunden um schon mal das Szenario "Wahlbetrug" ins Spiel zu bringen, was er dann bei einer möglichen Wahlniederlage wieder auspacken kann.

"I don't know."

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NeonGolden
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Re: Politik

Beitrag von NeonGolden » Mi 8. Apr 2020, 19:28

Ich kann mir aktuell nicht vorstellen, dass eine zweite Amtszeit von Trump noch verhindert werden kann. Er kann sich eigentlich alles erlauben, seiner Gefolgschaft scheint das reichlich egal zu sein. Gleichzeitig gab es schon mit Biden und Sanders keinen Kandidaten, dem ich aktuell eine Wende zugetraut hätte. Sanders fehlt ganz klar der Zuspruch in der Mitte, während Biden im Duell einfach gegrillt wird.
Am Ende dürfte das Sanders-Movement mangels Durchschlagskraft eher kontraproduktiv gewesen sein.

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slowdive
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Re: Politik

Beitrag von slowdive » Mi 8. Apr 2020, 19:28

Trump mit einer treffenden Wahlanalyse:

NeonGolden hat geschrieben:
Mi 8. Apr 2020, 19:28
Am Ende dürfte das Sanders-Movement mangels Durchschlagskraft eher kontraproduktiv gewesen sein.
Ich weiß nichtmal, ob das stimmt, wenn man rein pragmatische Faktoren ranzieht, aber in allen anderen Belangen dürfte das einzig progressive, eigentlich auch wählbare Movement in einem Land wie den USA alles andere als kontraproduktiv (gewesen) sein.

Was bleibt zu sagen, außer: AOE2024!

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Norakete
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Re: Politik

Beitrag von Norakete » Mi 8. Apr 2020, 19:39

slowdive hat geschrieben:
Mi 8. Apr 2020, 19:28
Was bleibt zu sagen, außer: AOE2024!
Kann es nur befürworten, wenn Age of Empires in den USA bis dahin populärer wird.
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Quadrophobia
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Re: Politik

Beitrag von Quadrophobia » Do 9. Apr 2020, 09:46

slowdive hat geschrieben:
Mi 8. Apr 2020, 19:28
Trump mit einer treffenden Wahlanalyse:

NeonGolden hat geschrieben:
Mi 8. Apr 2020, 19:28
Am Ende dürfte das Sanders-Movement mangels Durchschlagskraft eher kontraproduktiv gewesen sein.
Ich weiß nichtmal, ob das stimmt, wenn man rein pragmatische Faktoren ranzieht, aber in allen anderen Belangen dürfte das einzig progressive, eigentlich auch wählbare Movement in einem Land wie den USA alles andere als kontraproduktiv (gewesen) sein.

Was bleibt zu sagen, außer: AOE2024!
Warren wäre durchaus eine vernünftige Alternative gewesen, linker und klüger als Biden und einender als Sanders.

Bleibt natürlich die Frage, ob man die Bernie Bros 2024 hinter die Kandidatur einer Frau bekommt.

Das Problem mit einem Großteil der Bernie Supporter ist eben, dass sie sich für Politprofis halten, aber sich 2016 trotzdem von Trumps Kampagne haben überzeugen lassen, nicht wählen zu gehen, wenn Sanders nicht nominiert wird. Die Trump Kampage versteht es eben auch unter die berechtigte Kritik am DNC diverse Verschwörungstheorien zu säen, die bei dem Bauchgefühl-Politik Teil der Sanders Supporter auf fruchtbaren Boden treffen.

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Monkeyson
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Re: Politik

Beitrag von Monkeyson » Do 9. Apr 2020, 10:18

Quadrophobia hat geschrieben:
Do 9. Apr 2020, 09:46
Das Problem mit einem Großteil der Bernie Supporter ist eben, dass sie sich für Politprofis halten, aber sich 2016 trotzdem von Trumps Kampagne haben überzeugen lassen, nicht wählen zu gehen, wenn Sanders nicht nominiert wird.
Da kann man aber auch unabhängig von Äußerungen Trumps aus eigenen Überzeugungen drauf kommen. Hilft ja der Linken nicht sonderlich, wenn Pseudolinke an der Macht den republikanischen Kurs mehr oder minder weiterführen.

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Re: Politik

Beitrag von Stebbie » Do 9. Apr 2020, 10:18

slowdive hat geschrieben:
Mi 8. Apr 2020, 19:28
Trump mit einer treffenden Wahlanalyse:

NeonGolden hat geschrieben:
Mi 8. Apr 2020, 19:28
Am Ende dürfte das Sanders-Movement mangels Durchschlagskraft eher kontraproduktiv gewesen sein.
Ich weiß nichtmal, ob das stimmt, wenn man rein pragmatische Faktoren ranzieht, aber in allen anderen Belangen dürfte das einzig progressive, eigentlich auch wählbare Movement in einem Land wie den USA alles andere als kontraproduktiv (gewesen) sein.

Was bleibt zu sagen, außer: AOE2024!
Natürlich: Schuld ist die Frau, die sich erdreistete ihren eigenen Hut in den Ring zu werfen, auf keinen Fall der (bei aller Sympatie) populistische und für viele Wählergruppen nicht anschlussfähige Wahlkampf... :doof:

Ein großer Pluspunkt für Joe Biden ist, dass große Teile der afroamerikanischen Community es ihm hoch anrechnen, dass er sich im entscheidenden Moment bereit erklärt hat, sich hinter einen schwarzen Kandidaten zu stellen und dessen Führungsanspruch zu akzeptieren - das macht ihn für die schwarze Community gefühlt zu einen der ihren. Bernie Sanders hatte seinerseits nicht die Größe, seine Ambitionen und die seiner Anhänger hinter die Kandidatur von Elizabeth Warren zu stellen, um somit endlich eine weibliche Präsidentin zu ermöglichen. Wenngleich sie vielleicht die kompetenteste aller Kandidatinnen und Kandidaten gewesen wäre.

Alexandra Ocasio-Cortez (denke mal, sie meinst du mit AOE ;-) )wird 2024 zwar kandidieren können, kann mir ab er kaum vorstellen, dass sie da schon genügend Gewicht für eine ernsthafte Kandidatur besitzen wird. Ich sehe in ihr derzeit (natürlich aus der Ferne betrachtet) auch eher eine wirkmächtige Parlamentarierin, keine Amtsträgerin.
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Re: Politik

Beitrag von Monkeyson » Do 9. Apr 2020, 10:22

Norakete hat geschrieben:
Mi 8. Apr 2020, 19:39
slowdive hat geschrieben:
Mi 8. Apr 2020, 19:28
Was bleibt zu sagen, außer: AOE2024!
Kann es nur befürworten, wenn Age of Empires in den USA bis dahin populärer wird.
Kann es nur befürworten, wenn die Axis of Evil in den USA bis dahin zurückschlägt.

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Re: Politik

Beitrag von Quadrophobia » Do 9. Apr 2020, 10:23

Monkeyson hat geschrieben:
Do 9. Apr 2020, 10:18
Quadrophobia hat geschrieben:
Do 9. Apr 2020, 09:46
Das Problem mit einem Großteil der Bernie Supporter ist eben, dass sie sich für Politprofis halten, aber sich 2016 trotzdem von Trumps Kampagne haben überzeugen lassen, nicht wählen zu gehen, wenn Sanders nicht nominiert wird.
Da kann man aber auch unabhängig von Äußerungen Trumps aus eigenen Überzeugungen drauf kommen. Hilft ja der Linken nicht sonderlich, wenn Pseudolinke an der Macht den republikanischen Kurs mehr oder minder weiterführen.
Das hat halt noch nie auch nur im Ansatz gestimmt. Für alle Immigrant*innen, Afroamerikaner*innen, LGBTIQ, Frauen* und Arbeiter*innen ist es ein lebenswichtiger Unterschied, ob Trump oder Clinton/Biden Präsident*in ist. Das ist genau das Problem: Gut situierte Bernie Bros sehen keine Policy Unterschiede, wenn sie sie nicht betreffen und setzen die Politik fälschlicherweise gleich, obwohl ein Republikaner im weißen Haus für untere Klassen und Minderheiten lebensbedrohlich ist.

Den Fehler haben schon die britischen Labour-Sozialist*innen gemacht. Sie haben geglaubt, dass ihr intellektueller Sozialismus ausreicht, um die Arbeiter*innen überall für sich zu gewinnen. Nur, dass die dann halt lieber die Tories gewählt haben, weil Corbyn ein konzeptloser Dogmatiker ist, dessen Sozialismusfantasien nichts mit der politischen Realität zu tun hatten (und auch nie zu einem wünschenswerten demokratischen Sozialismus geführt hätten). Bernie ist sicherlich intelligenter und macht vernünftigere Politik. Aber seine Bros machen den gleichen Fehler, wie die Corbyn Anhänger*innen und schalten auf Stur, wenn Bernie raus ist, anstatt die politisch richtige Entscheidung zu treffen und Biden zu wählen, auch wenn der ein Arschloch ist. Sie würde vielen Menschen das Leben retten.
Zuletzt geändert von Quadrophobia am Do 9. Apr 2020, 10:30, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Politik

Beitrag von Monkeyson » Do 9. Apr 2020, 10:26

Stebbie hat geschrieben:
Do 9. Apr 2020, 10:18
Bernie Sanders hatte seinerseits nicht die Größe, seine Ambitionen und die seiner Anhänger hinter die Kandidatur von Elizabeth Warren zu stellen, um somit endlich eine weibliche Präsidentin zu ermöglichen.
Das verkennt aber ein bisschen die Wirkmächtigkeiten der beiden. Würde eher argumentieren, dass Elizabeth Warren nicht die Größe hatte, ihre Ambitionen und die ihrer Anhänger hinter die Kandidatur eines chancenreicheren Kandidaten zu stellen, um somit endlich eine*n demokratische*n Präsident*in zu ermöglichen, gleich welchen Geschlechts.

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Re: Politik

Beitrag von Monkeyson » Do 9. Apr 2020, 10:35

Quadrophobia hat geschrieben:
Do 9. Apr 2020, 10:23
Für alle Immigrant*innen, Afroamerikaner*innen, LGBTIQ, Frauen* und Arbeiter*innen ist es ein lebenswichtiger Unterschied, ob Trump oder Clinton/Biden Präsident*in ist.
Guter Punkt, deswegen schrieb ich ja auch "mehr oder minder". Außenpolitisch z.B. sieht das schon anders aus.

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Re: Politik

Beitrag von Stebbie » Do 9. Apr 2020, 10:37

willst du jetzt wirklich eine (im übertragenen Sinne) colorblind Argumentation fahren und der Frau sagen, es ginge am Ende nicht ums Geschlecht, sondern um die Politik? Das spiegelt nur leider nicht die Lebenswirklichkeit vieler Menschen wider.

Zumal ich es für einen ziemlich populären Mythos halte, dass Sanders der aussichtsreichere Kandidat gewesen wäre. Er schafft es ja noch nicht einmal attraktiv genug innerhalb seiner eigenen Partei zu sein, wo es jenseits seiner Stammklientel nur wenig Wachstumspotential gibt, wie soll er dann nach einer direkten Auseinandersetzung auch nur einen Wähler der GOP für sich gewinnen? Wäre es der Bewegung um die Sache gegangen, um das was am Ende dabei herumkommt, dann wäre Warren eigentlich die politisch wie symbolisch attraktive Lösung, nur fehlt es der Bewegung am Willen zum politischen Kompromiss - siehe dazu auch den weiter oben gebrachten Vergleich zu Labour.
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Re: Politik

Beitrag von Quadrophobia » Do 9. Apr 2020, 10:46

Warren wäre imho die beste Kandidatin gewesen. Als sie raus war, war Sanders mein Wunschkandidat und wenn es jetzt Biden wird, dann muss es eben Biden richten. Diese Transferleistung scheint aber bei diversen Bernie Bros nicht zu funktionieren, was schon einen Anteil daran hatte, dass Clinton 2016 verloren hat.

Da herrscht leider die in der intellektuellen Linken weit verbreitete Auffassung, dass man selbst die einzig richtige Sicht auf Politik hätte und die anderen das nur mal kapieren müssten. Da es in der Realität aber eben Menschen gibt, die aufgrund anderer Lebensrealitäten andere Haltungen haben, verliert man halt auch mal gegen einen Biden/eine Clinton. Und da hört der Solidaritätsgedanke bei vielen Bernie Bros anscheinend auf, sonst hätten sie gegen Trump gestimmt.

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Re: Politik

Beitrag von Monkeyson » Do 9. Apr 2020, 10:51

Stebbie hat geschrieben:
Do 9. Apr 2020, 10:37
Zumal ich es für einen ziemlich populären Mythos halte, dass Sanders der aussichtsreichere Kandidat gewesen wäre. Er schafft es ja noch nicht einmal attraktiv genug innerhalb seiner eigenen Partei zu sein, [...]
627 ggü. 81 Delegierten zum Zeitpunkt ihres Ausscheidens sprechen eine andere Sprache. Sicherlich kann man über diese Metrik hinaus auch noch andere strategische Überlegungen einfließen lassen, aber da begibt man sich ins Spekulative.
Stebbie hat geschrieben:
Do 9. Apr 2020, 10:37
[...] dann wäre Warren eigentlich die politisch wie symbolisch attraktive Lösung, [...]
Willst du diese dem Narrativ hinter Sanders absprechen? Auch eine Form von Blindness.

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Re: Politik

Beitrag von Monkeyson » Do 9. Apr 2020, 10:55

Quadrophobia hat geschrieben:
Do 9. Apr 2020, 10:46
[...] dann muss es eben Biden richten. Diese Transferleistung scheint aber bei diversen Bernie Bros nicht zu funktionieren, [...]
Transferleistung klingt jetzt ganz nach Zwangsläufigkeit über deinen subjektiven Standpunkt hinaus. Das wiederum entspräche der von dir kritisierten...
Quadrophobia hat geschrieben:
Do 9. Apr 2020, 10:46
Auffassung, dass man selbst die einzig richtige Sicht auf Politik hätte und die anderen das nur mal kapieren müssten.

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Re: Politik

Beitrag von slowdive » Do 9. Apr 2020, 11:01

Quadrophobia hat geschrieben:
Do 9. Apr 2020, 10:46
Da herrscht leider die in der intellektuellen Linken weit verbreitete Auffassung, dass man selbst die einzig richtige Sicht auf Politik hätte und die anderen das nur mal kapieren müssten. Da es in der Realität aber eben Menschen gibt, die aufgrund anderer Lebensrealitäten andere Haltungen haben, verliert man halt auch mal gegen einen Biden/eine Clinton. Und da hört der Solidaritätsgedanke bei vielen Bernie Bros anscheinend auf, sonst hätten sie gegen Trump gestimmt.
Halte das ehrlich für reichlich reduktionistisch. Auch, wenn deine Punkte sicherlich richtig sind, spricht da doch ein ziemlich idealistisches Konzept von Realpolitik und politischer Meinungsbildung, das reale Faktoren so ziemlich ignoriert, wie z.B. die (auch Finanz-)Macht des demokratischen Establishments, dessen Ziele häufig nicht denen dienen, die sie nun wählen.

Biden würde ich nun auch wählen (auch wenn es sich natürlich grauenvoll anfühlt, da die soziale Frage komplett ignoriert wird). Trotzdem denke ich, dass man ruhig ein wenig bedröppelt sein darf, wenn identitätspolitische Faktoren den Vorzug für einer tatsächlichen Politik für marginalisierte Gruppen erhält. Sicher, diese Kritik wird von den Bernie-Bros so doof wie verkürzt artikuliert, trotzdem sollte dies einer fundierten Kritik an diesem Faktor, den es – was mich betrifft – abzulehnen gilt, nicht im Wege stehen.

Wünsche mir, dass ich unrecht behalte, aber ich fürchte der Slogan "Wählt mich, ich bin nicht Donald Trump" wird ebenso wenig ausreichen wie der Slogan "Wählt mich, ich bin eine Frau". Jetzt schon ein Evergreen ist hingegen: "Sanders und seine Linke sind schuld, das wir verloren haben."

Edit: Warren wäre übrigens auch meine erste Wahl gewesen.

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Re: Politik

Beitrag von Monkeyson » Do 9. Apr 2020, 11:07

Stebbie hat geschrieben:
Do 9. Apr 2020, 10:18
Alexandra Ocasio-Cortez (denke mal, sie meinst du mit AOE ;-) )wird 2024 zwar kandidieren können, kann mir ab er kaum vorstellen, dass sie da schon genügend Gewicht für eine ernsthafte Kandidatur besitzen wird. Ich sehe in ihr derzeit (natürlich aus der Ferne betrachtet) auch eher eine wirkmächtige Parlamentarierin, keine Amtsträgerin.
Statt AOE/AOC wähne ich dann eher den Herrn Buttigieg vorne. Der wird sich von seinem Ausstieg kurz vor dem Super Tuesday ja irgendwas erhofft haben bzw vllt schon einen wichtigen Posten hinter Biden in Aussicht gestellt bekommen haben (Vize?). Trump hat das seinerzeit dafür nutzen können, die Geschichte von der von Sanders gestohlenen Kandidatur wieder auszupacken.


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Re: Politik

Beitrag von Quadrophobia » Do 9. Apr 2020, 11:24

Monkeyson hat geschrieben:
Do 9. Apr 2020, 10:55
Quadrophobia hat geschrieben:
Do 9. Apr 2020, 10:46
[...] dann muss es eben Biden richten. Diese Transferleistung scheint aber bei diversen Bernie Bros nicht zu funktionieren, [...]
Transferleistung klingt jetzt ganz nach Zwangsläufigkeit über deinen subjektiven Standpunkt hinaus. Das wiederum entspräche der von dir kritisierten...
Quadrophobia hat geschrieben:
Do 9. Apr 2020, 10:46
Auffassung, dass man selbst die einzig richtige Sicht auf Politik hätte und die anderen das nur mal kapieren müssten.
Es ist ja auch eine strukturelle Zwangsläufigkeit in einem Präsidentiellen Mehrheitswahlsystem. Für inhaltliche Ansichten gilt das halt nicht.


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