> Festival Community Magazin - klickst Du hier <

Politik

Von Spam bis Gott und die Welt
Gogo
Beiträge: 240
Registriert: Mo 7. Dez 2015, 23:06
Kontaktdaten:

Re: Politik

Beitrag von Gogo » Mi 13. Jan 2021, 15:08

Und ich muss mir wohl doch wieder Frage stellen, welche Partei wähle ich nun, wenn kein Statement kommen sollte, was ich nicht erwarte. Da ich in den letzten Wahlen, sofern es ging, Die PARTEI gewählt habe.

Mit welchen Idealen/Vorstellungen geht ihr an die Wahl bzw. an die Parteien heran? Macht ihr gewisse Abstriche?

Benutzeravatar
Declan_de_Barra
Hausmeister
Beiträge: 8660
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:37
Wohnort: Depreston

Re: Politik

Beitrag von Declan_de_Barra » Mi 13. Jan 2021, 15:14

Gogo hat geschrieben:
Mi 13. Jan 2021, 15:08
Und ich muss mir wohl doch wieder Frage stellen, welche Partei wähle ich nun, wenn kein Statement kommen sollte, was ich nicht erwarte. Da ich in den letzten Wahlen, sofern es ging, Die PARTEI gewählt habe.

Mit welchen Idealen/Vorstellungen geht ihr an die Wahl bzw. an die Parteien heran? Macht ihr gewisse Abstriche?
Ich finde es auch arg schwer und will mich eigentlich nocht festlegen. Klar ist, dass es nie die perfekte Partei gibt. Von den politischen Ideen sollte mir eigentlich Die Linke am nähsten stehen, die schafft es aber nicht sich von den antisemitischen Strömungen und Querdenkern sinnvoll zu distanzieren. Diese Probleme bestehen bei den Grünen nicht in dem Ausmaß, dafür für mich persönlich zu wenig links.

Benutzeravatar
Quadrophobia
Beiträge: 12006
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:15
Wohnort: Hamburg/Göteborg
Kontaktdaten:

Re: Politik

Beitrag von Quadrophobia » Mi 13. Jan 2021, 15:17

Gogo hat geschrieben:
Mi 13. Jan 2021, 15:08
Und ich muss mir wohl doch wieder Frage stellen, welche Partei wähle ich nun, wenn kein Statement kommen sollte, was ich nicht erwarte. Da ich in den letzten Wahlen, sofern es ging, Die PARTEI gewählt habe.

Mit welchen Idealen/Vorstellungen geht ihr an die Wahl bzw. an die Parteien heran? Macht ihr gewisse Abstriche?
Also im Grunde ist für mich Sozial/Verteilungspolitik das wichtigste, die einzige Partei, die das in DE annähernd vernünftig berücksichtigt, ist die Linke, die ich aber aufgrund der völligen Ignoranz der Parteispitze gegenüber Antisemitismus, Querfront und Verschwörungsmythen nicht wählen kann. Eine Partei mit Wagenknecht und Hunko in kritischen Positionen ist halt auch nicht an einer Abgrenzung nach Rechts interessiert. Die völlig kopflose und unsolidarische Haltunge zum Thema Corona mal ganz außen vor. Die sind einfach nicht mehr zu retten. Mein lokaler Abgeordnert hält an der These fest, Corona sei eine Waffe der Amerikaner und die Partei findet daran wohl nichts weiter problematisch...

realistische Entscheidung also zwischen SPD und Grünen. Tuen sich halt wenig, was am Ende wohl bedeutet, dass die Partei die Stimme kriegt, die eher einen Friedrich Merz als Kanzler verhindert, sollte es dazu kommen.

Gogo
Beiträge: 240
Registriert: Mo 7. Dez 2015, 23:06
Kontaktdaten:

Re: Politik

Beitrag von Gogo » Mi 13. Jan 2021, 15:28

Declan_de_Barra hat geschrieben:
Mi 13. Jan 2021, 15:14
Gogo hat geschrieben:
Mi 13. Jan 2021, 15:08
Und ich muss mir wohl doch wieder Frage stellen, welche Partei wähle ich nun, wenn kein Statement kommen sollte, was ich nicht erwarte. Da ich in den letzten Wahlen, sofern es ging, Die PARTEI gewählt habe.

Mit welchen Idealen/Vorstellungen geht ihr an die Wahl bzw. an die Parteien heran? Macht ihr gewisse Abstriche?
Ich finde es auch arg schwer und will mich eigentlich nocht festlegen. Klar ist, dass es nie die perfekte Partei gibt. Von den politischen Ideen sollte mir eigentlich Die Linke am nähsten stehen, die schafft es aber nicht sich von den antisemitischen Strömungen und Querdenkern sinnvoll zu distanzieren. Diese Probleme bestehen bei den Grünen nicht in dem Ausmaß, dafür für mich persönlich zu wenig links.
Ja und das ist der Punkt, warum ich noch nie Die Linke gewählt habe. Zu viele komische Strömungen sind da mit dabei. Und ja die Grünen, habe ich bisher nur ein einziges mal gewählt, ich glaube das war sogar 2011 bei der Landestagswahl in BaWü, als ich zum ersten Mal wählen gehen durfte.

dattelpalme
Beiträge: 1096
Registriert: Mo 14. Sep 2015, 11:05

Re: Politik

Beitrag von dattelpalme » Mi 13. Jan 2021, 15:41

Ich denke dieses Jahr tatsächlich das erste Mal ernsthaft darüber nach SPD zu wählen. Scholz könnte da gerade das größte Hindernis sein. Ansonsten muss sich noch zeigen, ob sie den Weg einschlagen, der bisher nur konturenhaft zu erkennen ist.
Sonst halt Linkspartei, aber irgendwie tut sich da ja gar nichts. Wenn Kipping auch noch wegfällt, gute Nacht. Habe im Gegensatz zu Quadro auf Länderebene andere Erfahrungen gemacht. Mit Kristina Vogt haben wir eine sehr gute Wirtschaftssenatorin.
„Die Welt geht vor die Hunde Mädchen, traurig aber wahr.“

Gogo
Beiträge: 240
Registriert: Mo 7. Dez 2015, 23:06
Kontaktdaten:

Re: Politik

Beitrag von Gogo » Mi 13. Jan 2021, 19:25

Scholz ist für mich ein absolutes Argument, die SPD nicht zu wählen.

dattelpalme
Beiträge: 1096
Registriert: Mo 14. Sep 2015, 11:05

Re: Politik

Beitrag von dattelpalme » Mi 13. Jan 2021, 19:35

Bei einem linken Parteivorsitz inkl. Kevin Kühnert kommt es bei mir eher drauf an, wer sich inhaltlich besser durchsetzen wird. So oder so wird Scholz Kompromisse eingehen müssen. Mal sehen, wie es sich entwickelt, noch finde ich es durchaus spannend :popcorn:
„Die Welt geht vor die Hunde Mädchen, traurig aber wahr.“

Benutzeravatar
SammyJankis
Beiträge: 5855
Registriert: So 13. Sep 2015, 14:46

Re: Politik

Beitrag von SammyJankis » Mi 13. Jan 2021, 19:42

Stellungnahme von Sonneborn:

Bild
There is panic on the streets

Lastfm

Karo
Beiträge: 249
Registriert: Do 19. Nov 2015, 18:49

Re: Politik

Beitrag von Karo » Mi 13. Jan 2021, 19:57

Kann die Verärgerung von Nico Semsrott über das Shirt und die damit verbundene Wiederaufnahme überholter und diskriminierender Klischees (und auch hinsichtlich fehlender Kritikfähigkeit/Einsicht und Größe) verstehen.

Einen Austritt habe ich aber nach längerer Überlegung nicht in Erwägung gezogen, da jede Partei strittige und unbeliebte Mitglieder, Vorsitzende und Verbände hat.

Das Statement ist fällig gewesen und gut, dass es da ist. Danke für‘s Posten @SammyJankis

Benutzeravatar
MairzyDoats
Beiträge: 2183
Registriert: Mo 14. Sep 2015, 11:28

Re: Politik

Beitrag von MairzyDoats » Mi 13. Jan 2021, 22:21

Finde das Statement von Sonneborn jetzt allerdings auch nicht so pralle muss ich sagen.

Die Erklärung von Witzen gehöre nicht zu seiner Berufsbeschreibung - es hat ihn auch bestimmt niemand darum gebeten, lang und breit den Witz zu erklären, als hätte den nicht ohnehin jeder verstanden. Für mich zwar ganz interessant, da ich mich wirklich gefragt habe, warum man diesen Witz bringt und ob ich irgend einen Aspekt wirklich nicht verstanden hatte - aber nein, ich habe schon alles begriffen, was daran witzig sein sollte. Es ist aber einfach nur nicht witzig und komplett verständlich verletztend. Es muss einfach einen anderen Weg geben, diesen Witz zu bringen, ohne direkt selbst auf komplett überholte rassistische Klischees zurückzufallen. Er gibt aber nicht einmal direkt zu, dass er Menschen rassistisch beleidigt hat, sondern räumt ein, dass Leute sich dadurch rassistisch beleidigt fühlen, was ja immer ein gern gesehener Kniff bei dieser Art von Entschuldigungen ist.

Ich finde aber auch, dass dieser Witz schwer zu entschuldigen ist. Da sich Sonneborn ja schon irgendwie als Satiriker begreift, ist er halt kein einfach kein sonderlich guter. Der Witz war gestrig und die Entschuldigung auch, vor allem für einen theoretisch sehr wortgewandten Menschen.
Hallo wie geht willkommen in meiner Signatur. Lass dir hier bitte richtig gut gehen einfach, Käffchen für dich

Benutzeravatar
Declan_de_Barra
Hausmeister
Beiträge: 8660
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:37
Wohnort: Depreston

Re: Politik

Beitrag von Declan_de_Barra » Mi 13. Jan 2021, 22:33

Was ich übrigens gar nicht wusste: Nach der Kritik an dem Bild hat Sonneborn das retweetet:
► Text zeigen
Daher wirkt die Stellungnahme eher nach versuchter Schadensbegrenzug als nach wirklicher Reflektion.

Karo
Beiträge: 249
Registriert: Do 19. Nov 2015, 18:49

Re: Politik

Beitrag von Karo » Do 14. Jan 2021, 07:50

MairzyDoats hat geschrieben:
Mi 13. Jan 2021, 22:21
Finde das Statement von Sonneborn jetzt allerdings auch nicht so pralle muss ich sagen.

[...]

Der Witz war gestrig und die Entschuldigung auch, vor allem für einen theoretisch sehr wortgewandten Menschen.
Bin ich völlig bei dir. Finde seinen Umgang damit, gerade hinsichtlich des Nachtretens, was Declan schreibt, unreflektiert, unkritisch und mehr als unschön.

Benutzeravatar
NeonGolden
Beiträge: 1687
Registriert: Di 15. Sep 2015, 09:14

Re: Politik

Beitrag von NeonGolden » Do 14. Jan 2021, 11:25

Declan_de_Barra hat geschrieben:
Mi 13. Jan 2021, 22:33
Was ich übrigens gar nicht wusste: Nach der Kritik an dem Bild hat Sonneborn das retweetet:
► Text zeigen
Daher wirkt die Stellungnahme eher nach versuchter Schadensbegrenzug als nach wirklicher Reflektion.
Ich denke, dass er seine T-Shirt-Aktion nach wie vor nicht als Problem sieht, welches unkommentiert nicht existieren darf und da kann ich sogar etwas Verständnis für aufbringen. Der Mann ist absoluter Profi und wird sich niemals freiwillig in eine Position begeben, in der er nachträglich eine von ihm veranlasste Aktion bereut bzw. pauschal dafür um Verzeihung bittet. Das hätte nämlich zur Folge, dass seine Aussagen beliebig werden und er nur noch jemand ist, der austestet was er sagen darf und was nicht. Ich denke nicht, dass dies seiner Auffassung von Satire bzw. seiner eigenen Rolle entspricht und er hat ja auch angedeutet, dass er sich demnächst nochmal ausführlich dazu äußern möchte.
Das Titanic-Cover dürfte er retweetet haben um aufzuzeigen, dass er solche Dinger bereits in der Vergangenheit vielfach rausgehauen hat. Und ich finde da hat er sogar einen Punkt: mir wäre sein T-Shirt ohne den Aufschrei gar nicht besonders aufgefallen, weil es dem entspricht, was ich von ihm gewohnt bin - Humor, den ich oft nicht verstehe und meistens für geschmacklos halte. Aufgrund seines ansonsten sehr intelligenten Auftretens gepaart mit dem großen Zuspruch, den er über die Jahre immer bekommen hat, lief das dann bei mir aber trotzdem unter Satire mit Daseinsberechtigung.

Am Ende wirft die ganze Nummer durchaus interessante Fragen auf. Verlieren satirische Aktionen ihre Daseinsberechtigung, weil sich Menschen davon angegriffen/verletzt fühlen? Ist eine Aussage per se als rassistisch einzuordnen, weil sie rassistische Klischees beinhaltet? Werden letztere verstärkt oder abgeschwächt indem man sie mit solchen Aktionen thematisiert?

Benutzeravatar
smi
Beiträge: 576
Registriert: Do 7. Feb 2019, 09:12

Re: Politik

Beitrag von smi » Do 14. Jan 2021, 11:31

Was Sonneborn im EU Parlament aufdeckt und mit der Partei bewirkt ist für eine "Sonstige"-Partei schon sehr gut (die "Geldverkauf" geschichte um der AFD Einahmequellen zu begrenzen z.B.). Aber die Person Sonneborn hat mich schon immer wieder mal gestört und für mindestens Face-Palms gesorgt.

Nico Statement ist gut und richtig. Sonneborns Statement ist dünn, da müssen jetzt aber auch Taten folgen. Was ich schlimm finde, ist der Beisreflex mit dem viele "intelligente Protestwähler" ihren "GröFaZ" ohne Reflexion gegen (mmn. völlig gerechtfertigter) Kritik verteidigen.
SammyJankis hat geschrieben:
Mi 13. Jan 2021, 15:01
viel abwechselnd mit Ja und Nein abstimmen
1. Durch die Verhältnisse sind in 99% der Fällen ist es auch völlig egal wie er abstimmt.
2. Durch Hinweise (u.a. aus der Grünen-Fraktion) kommt es immer mal wieder vor, dass er sich absichtlich Verwählt.

smi

mattkru
Beiträge: 4878
Registriert: So 31. Jan 2016, 18:34

Re: Politik

Beitrag von mattkru » Do 14. Jan 2021, 11:33

NeonGolden hat geschrieben:
Do 14. Jan 2021, 11:25
Am Ende wirft die ganze Nummer durchaus interessante Fragen auf. Verlieren satirische Aktionen ihre Daseinsberechtigung, weil sich Menschen davon angegriffen/verletzt fühlen? Ist eine Aussage per se als rassistisch einzuordnen, weil sie rassistische Klischees beinhaltet? Werden letztere verstärkt oder abgeschwächt indem man sie mit solchen Aktionen thematisiert?
Jeder Witz/jede Satire lacht über jemanden. Dadurch kann immer jemand sich angegriffen fühlen.

Ich hatte letztens schon so einen Gedanken: darf ein 100 % politisch korrekt denkender Mensch noch Humor haben? Und falls ja, worüber lacht er dann?

Benutzeravatar
Quadrophobia
Beiträge: 12006
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:15
Wohnort: Hamburg/Göteborg
Kontaktdaten:

Re: Politik

Beitrag von Quadrophobia » Do 14. Jan 2021, 11:36

mattkru hat geschrieben:
Do 14. Jan 2021, 11:33
NeonGolden hat geschrieben:
Do 14. Jan 2021, 11:25
Am Ende wirft die ganze Nummer durchaus interessante Fragen auf. Verlieren satirische Aktionen ihre Daseinsberechtigung, weil sich Menschen davon angegriffen/verletzt fühlen? Ist eine Aussage per se als rassistisch einzuordnen, weil sie rassistische Klischees beinhaltet? Werden letztere verstärkt oder abgeschwächt indem man sie mit solchen Aktionen thematisiert?
Jeder Witz/jede Satire lacht über jemanden. Dadurch kann immer jemand sich angegriffen fühlen.

Ich hatte letztens schon so einen Gedanken: darf ein 100 % politisch korrekt denkender Mensch noch Humor haben? Und falls ja, worüber lacht er dann?
Sorry, aber diese Form von Relativismus ist einfach völlig weltfremd und destruktiv.

Bild

Es macht einen riesigen Unterschied, ob ich mich über Donald Trump lustig mache und so seine Autorität anzweifle oder ob ich mich über Asiat*innen lustig mache und so ihre diskriminierte Stellung in der Gesellschaft verfestigt.

Außerdem bin ich zu mindestens 98,3% PC und lache ziemlich viel.

Benutzeravatar
Engholm
Technikelse
Beiträge: 1538
Registriert: So 13. Sep 2015, 11:25
Wohnort: Halsbek
Geschlecht:
Kontaktdaten:

Re: Politik

Beitrag von Engholm » Do 14. Jan 2021, 11:38

Karo hat geschrieben:
Mi 13. Jan 2021, 19:57
Einen Austritt habe ich aber nach längerer Überlegung nicht in Erwägung gezogen, da jede Partei strittige und unbeliebte Mitglieder, Vorsitzende und Verbände hat.
Wobei bei Semsrott nach eigener Aussage wohl auch noch Dinge aus der Vergangenheit dazukommen und das jetzt der Tropfen zuviel im Fass war. Er ist ja etwas näher an Sonneborn dran, hat sicherlich größere Gründe als nur diese eine Sache.

Übrigens sollte gute Satire den Punkt Blackfacing und Asiatenwitze schon lange hinter sich gelassen haben.

mattkru
Beiträge: 4878
Registriert: So 31. Jan 2016, 18:34

Re: Politik

Beitrag von mattkru » Do 14. Jan 2021, 11:46

Quadrophobia hat geschrieben:
Do 14. Jan 2021, 11:36
mattkru hat geschrieben:
Do 14. Jan 2021, 11:33
NeonGolden hat geschrieben:
Do 14. Jan 2021, 11:25
Am Ende wirft die ganze Nummer durchaus interessante Fragen auf. Verlieren satirische Aktionen ihre Daseinsberechtigung, weil sich Menschen davon angegriffen/verletzt fühlen? Ist eine Aussage per se als rassistisch einzuordnen, weil sie rassistische Klischees beinhaltet? Werden letztere verstärkt oder abgeschwächt indem man sie mit solchen Aktionen thematisiert?
Jeder Witz/jede Satire lacht über jemanden. Dadurch kann immer jemand sich angegriffen fühlen.

Ich hatte letztens schon so einen Gedanken: darf ein 100 % politisch korrekt denkender Mensch noch Humor haben? Und falls ja, worüber lacht er dann?
Sorry, aber diese Form von Relativismus ist einfach völlig weltfremd und destruktiv.

Es macht einen riesigen Unterschied, ob ich mich über Donald Trump lustig mache und so seine Autorität anzweifle oder ob ich mich über Asiat*innen lustig mache und so ihre diskriminierte Stellung in der Gesellschaft verfestigt.

Außerdem bin ich zu mindestens 98,3% PC und lache ziemlich viel.
Wo liest du raus, dass ich was relativiere? Wo genau beziehe ich mich in meinen Beitrag auf die ‚Satire‘ von Sonneborn.
NeonGoldens Beitrag war allgemein gehalten.

Benutzeravatar
Stebbie
Hausmeister
Beiträge: 5992
Registriert: Di 15. Sep 2015, 10:44
Wohnort: I'm just trying to get home

Re: Politik

Beitrag von Stebbie » Do 14. Jan 2021, 11:52

Manchmal machen Satiriker den Fehler und sehen Satire als reinen Selbstzweck. Dabei verfolgt Satire ja stehts einen Zweck, sonst wäre es Blödelei, und dieser Zweck erübrigt sich von selbst, wenn nach unten getreten wird. Ganz einfach. Das führt in der Konsequenz dazu, dass ein und derselbe satirische Rückgriff auf chinesischen Stereotypen aus der Feder eines Uiguren oder aus Tibet seine Legitimation verlieren kann, wenn er aus dem Mund eines weißen Mannes aus einer ehem. Kolonialmacht (der Faktor wird hier oft vergessen) kommt.
(c) 26.06.2006

Benutzeravatar
NeonGolden
Beiträge: 1687
Registriert: Di 15. Sep 2015, 09:14

Re: Politik

Beitrag von NeonGolden » Do 14. Jan 2021, 11:54

Quadrophobia hat geschrieben:
Do 14. Jan 2021, 11:36
Es macht einen riesigen Unterschied, ob ich mich über Donald Trump lustig mache und so seine Autorität anzweifle oder ob ich mich über Asiat*innen lustig mache und so ihre diskriminierte Stellung in der Gesellschaft verfestigt.
Hm, ja. Für den klassischen "So reden Chinesen Deutsch"-Witz, wie er vor 10 bis 20 Jahren weite Verbreitung hatte und der auch tatsächlich nichts anderes geleistet hat als Diskriminierung zu fördern, würde ich das so unterschreiben.
Aber glaubst du, dass die Aktion von Sonneborn tatsächlich diese Wirkung hat? Ich bin mir da nicht so sicher. Zum Einen ist die Kernaussage der T-Shirt-Aktion eine andere und deutlich komplexere und zum Anderen dürfte sich die Wirkung solcher "Witze" doch auch verändert haben im zeitgenössischen Bewusstsein, oder?
Hat Böhmermanns Erdogan-Gedicht Klischees gegenüber Muslimen und mithin ihre diskriminierte Stellung gefestigt oder angegriffen?

Benutzeravatar
NeonGolden
Beiträge: 1687
Registriert: Di 15. Sep 2015, 09:14

Re: Politik

Beitrag von NeonGolden » Do 14. Jan 2021, 12:10

Stebbie hat geschrieben:
Do 14. Jan 2021, 11:52
Manchmal machen Satiriker den Fehler und sehen Satire als reinen Selbstzweck. Dabei verfolgt Satire ja stehts einen Zweck, sonst wäre es Blödelei, und dieser Zweck erübrigt sich von selbst, wenn nach unten getreten wird. Ganz einfach. Das führt in der Konsequenz dazu, dass ein und derselbe satirische Rückgriff auf chinesischen Stereotypen aus der Feder eines Uiguren oder aus Tibet seine Legitimation verlieren kann, wenn er aus dem Mund eines weißen Mannes aus einer ehem. Kolonialmacht (der Faktor wird hier oft vergessen) kommt.
Ja, guter Punkt und das ist tatsächlich ein gutes Hilfsmittel zur Prüfung.

In diesem Fall ist der Adressat ja aber Donald Trump. Klar, das chinesische Stereotyp ist trotzdem da, aber das soll ja ganz offensichtlich auch nicht das Witzige sein. Man kann es ja auch durchaus so deuten, dass der Gruß an Trump in seiner bzw. für ihn verständlichen Sprache verfasst wurde. In seiner Welt reden Chinesen so.

Benutzeravatar
Quadrophobia
Beiträge: 12006
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:15
Wohnort: Hamburg/Göteborg
Kontaktdaten:

Re: Politik

Beitrag von Quadrophobia » Do 14. Jan 2021, 12:23

mattkru hat geschrieben:
Do 14. Jan 2021, 11:46
Quadrophobia hat geschrieben:
Do 14. Jan 2021, 11:36
mattkru hat geschrieben:
Do 14. Jan 2021, 11:33


Jeder Witz/jede Satire lacht über jemanden. Dadurch kann immer jemand sich angegriffen fühlen.

Ich hatte letztens schon so einen Gedanken: darf ein 100 % politisch korrekt denkender Mensch noch Humor haben? Und falls ja, worüber lacht er dann?
Sorry, aber diese Form von Relativismus ist einfach völlig weltfremd und destruktiv.

Es macht einen riesigen Unterschied, ob ich mich über Donald Trump lustig mache und so seine Autorität anzweifle oder ob ich mich über Asiat*innen lustig mache und so ihre diskriminierte Stellung in der Gesellschaft verfestigt.

Außerdem bin ich zu mindestens 98,3% PC und lache ziemlich viel.
Wo liest du raus, dass ich was relativiere? Wo genau beziehe ich mich in meinen Beitrag auf die ‚Satire‘ von Sonneborn.
NeonGoldens Beitrag war allgemein gehalten.
Wenn du sagst "Durch jede Form von Satire kann sich jemand angegriffen fühlen" relativierst du, dass es da massive Unterschiede gibt. Das war gar kein Vorwurf, dass du den Rassismus von Sonneborn oder so relativierst, sondern dass du die diversen Nuancen einer Debatte mit dieser Universalaussage relativierst. Man könnte es auch Totschlagargument nennen.

mattkru
Beiträge: 4878
Registriert: So 31. Jan 2016, 18:34

Re: Politik

Beitrag von mattkru » Do 14. Jan 2021, 12:44

Quadrophobia hat geschrieben:
Do 14. Jan 2021, 12:23
mattkru hat geschrieben:
Do 14. Jan 2021, 11:46
Quadrophobia hat geschrieben:
Do 14. Jan 2021, 11:36


Sorry, aber diese Form von Relativismus ist einfach völlig weltfremd und destruktiv.

Es macht einen riesigen Unterschied, ob ich mich über Donald Trump lustig mache und so seine Autorität anzweifle oder ob ich mich über Asiat*innen lustig mache und so ihre diskriminierte Stellung in der Gesellschaft verfestigt.

Außerdem bin ich zu mindestens 98,3% PC und lache ziemlich viel.
Wo liest du raus, dass ich was relativiere? Wo genau beziehe ich mich in meinen Beitrag auf die ‚Satire‘ von Sonneborn.
NeonGoldens Beitrag war allgemein gehalten.
Wenn du sagst "Durch jede Form von Satire kann sich jemand angegriffen fühlen" relativierst du, dass es da massive Unterschiede gibt. Das war gar kein Vorwurf, dass du den Rassismus von Sonneborn oder so relativierst, sondern dass du die diversen Nuancen einer Debatte mit dieser Universalaussage relativierst. Man könnte es auch Totschlagargument nennen.
Gut, ich verstehe deinen Punkt und du hast recht.

Benutzeravatar
slowdive
Beiträge: 3872
Registriert: So 13. Sep 2015, 13:17
Wohnort: Hannover

Re: Politik

Beitrag von slowdive » Do 14. Jan 2021, 12:55

Es ging ja auch nicht zuletzt um den empathielosen Umgang mit Leuten, die den Post kritisiert haben, und nicht undingt darum, was Satire jetzt ist und darf (vor allem ins Nico Semsrotts Post)? Das ist für mich auch das Problematischste, nicht unbedingt der "Witz" an sich (der sicher daneben war). Also diese völlige von-oben-herab-Sturheit gegenüber prinziepiellen Mitstreitern und Mitstreiterinnen. Macht mir immer betroffen, wenn Leute, die eigentlich auf der meines Erachtens Seite stehen, so empathielos sind. :|

Karo
Beiträge: 249
Registriert: Do 19. Nov 2015, 18:49

Re: Politik

Beitrag von Karo » Do 14. Jan 2021, 13:11

slowdive hat geschrieben:
Do 14. Jan 2021, 12:55
Es ging ja auch nicht zuletzt um den empathielosen Umgang mit Leuten, die den Post kritisiert haben, und nicht undingt darum, was Satire jetzt ist und darf (vor allem ins Nico Semsrotts Post)? Das ist für mich auch das Problematischste, nicht unbedingt der "Witz" an sich (der sicher daneben war). Also diese völlige von-oben-herab-Sturheit gegenüber prinziepiellen Mitstreitern und Mitstreiterinnen. Macht mir immer betroffen, wenn Leute, die eigentlich auf der meines Erachtens Seite stehen, so empathielos sind. :|
So habe ich Nico Semsrotts Stellungnahme und Entscheidungsbegründung auch aufgefasst. Wie Engholm oben schrieb:
Engholm hat geschrieben:
Do 14. Jan 2021, 11:38
Wobei bei Semsrott nach eigener Aussage wohl auch noch Dinge aus der Vergangenheit dazukommen und das jetzt der Tropfen zuviel im Fass war. Er ist ja etwas näher an Sonneborn dran, hat sicherlich größere Gründe als nur diese eine Sache.

Übrigens sollte gute Satire den Punkt Blackfacing und Asiatenwitze schon lange hinter sich gelassen haben.
Vielen von den "witzigen" Dingen, die Sonneborn postet oder sagt, gehen völlig an mir vorbei. Also ja, absolut bei euch!

Mir ging es mit meiner "Stellungnahme" *hüstel* um die Überlegung von Gogo, ob eine PARTEI-Mitgliedschaft jetzt beendet werden sollte oder nicht. Darüber habe ich einige Zeit nachgedacht und kam dann zu dem Schluss: Was die PARTEI in einigen Kreisverbänden und Aktionen an Arbeit (zur politischen Aufklärung) leistet finde ich trotz des häufig strittigen GröVaZ unterstützenswert.


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 24 Gäste