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Contra-Thread

Von Spam bis Gott und die Welt
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NeonGolden
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Re: Contra-Thread

Beitrag von NeonGolden » Di 3. Nov 2020, 12:54

Suitemeister hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 12:42
Es kann doch nicht sein, dass man nachts/abend nach einem Konzert für nichtmal 10 km 1,5 Stunden braucht um nach Hause zu kommen (wenn es überhaupt noch geht) - und ich wohne schon halbwegs zentral! Daher bin ich auch der Meinung, dass gerade bei der Transition von der Straße auf die Schiene erst das Angebot und dann die Nachfrage kommt.
Da bin ich voll bei dir, sowas müsste der Nahverkehr regeln. Und auch die Forderung nach mehr Angebot würde ich unterstützen, allerdings in Kombination mit ausgeweiteten Fahr- und Parkverbotszonen. Dazu ein einfacherer, appbasierter Ticketkauf, der überregional funktioniert, sodass man nicht für jede Stadt unterschiedliche Apps braucht. Und vor allem müssen die einfacher funktionieren. In Braunschweig ist es eine Qual spontan digital ein Busticket zu kaufen.

Suitemeister
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Re: Contra-Thread

Beitrag von Suitemeister » Di 3. Nov 2020, 13:04

Ohja, regional verschiedene Apps sind echt schlimm. So ein Abfuck jedesmal.

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miwo
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Re: Contra-Thread

Beitrag von miwo » Di 3. Nov 2020, 13:08

Stebbie hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 12:23
Declan_de_Barra hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 11:25
Stebbie hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 10:56
Ganz unabhängig von der grundsätzlichen Frage, ob die Bahn als quasi-stattliches Unternehmen auch hier kulant sein sollte oder nicht: Das Problem zeigt doch eigentlich ganz gut, was geschieht, wenn man sich als Unternehmen einmal kulant zeigt - es wird als Präzedenz gesehen und zum Normalfall erhoben, dabei war es doch allen klar, dass es ein einmaliges Entgegenkommen im Frühjahr war.

Ich bin da ganz bei NeonGolden. Ich bin ja nun selbst auch Vielfahrer und daher vll. geübter als manch anderer, aber mich würde interessieren, wie konkret ihr bei der Buchung vorgeht, dass ihr plötzlich andere Tarife im Warenkorb habt? Wenn ich ganz normal eine Reise buche, dann zeigen mir sowohl Homepage als auch App die vier gängigen Optionen (Super-Sparpreis, Sparpreis, Normalpreis, 1. Klasse) ìn vier Spalten incl. aller wesentlichen Konditionen an - darunter auch die Stornobedinungen und Zugbindenn. Wie offen soll das denn noch kommuniziert werden?





Sehe ich entschieden anders. Es wurde seit Frühling immer und immer wieder auf allen möglichen Kanälen davor gewarnt, mit was für einer Entwicklung ab Herbst zu rechnen sein wird. Das es nun so kommt wie es kommt war nun weder Insiderwissen noch kam es, wenn man nicht gerade Hendrik Streeck heißt, großartig überraschend.

Seid doch froh, dass ihr im Frühjahr überhaupt noch was von eurer Buchung gesehen habt (bzw. gesehen haben könntet), ich hatte für Mitte März eine Konferenzreise nach Aberdeen gebucht und von den rund 250 € nicht einen Cent von Airlines und Hotels wiedergesehen, weil ich für ein paar Euro Ersparnis auf Flexoptionen oder Versicherungen verzichtet habe. So ist das Leben halt manchmal, man lernt aus dem eigenen Geiz.
Ich finde es auch nicht schwer die Konditionen bei der Bahn nachzuvollziehen.

Und klar, man kann jetzt argumentieren, dass man ja Glück hatte was von der Bahn zurückzubekommen. Fakt ist aber, dass man für über 100 Euro gebucht hat, eine Situation entstanden ist, mit der man auch bei der Buchung von Super-Sparpreisen nicht annähernd für realistisch gehalten hat. Man hat dafür aus Kulanz einen Gutschein bekommen, der innerhalb von einem guten halben Jahr eingelöst werden musste, obwohl auch da null absehbar, wann man sich wie frei bewegen kann. Das ist von Seiten der Bahn natürlich alles rechtens, dann muss man sich aber aucht wundern, wenn die Leute eher Auto fahren. Ganz einfach.
Ja, das muss man als Bahn vielleicht. Aber man muss als Bahnfahrer, der einen auf ein halbes Jahr gültigen Gutschein bekommen hat, vielleicht auch antizipieren können, dass eine Verlegung des Urlaubs in den November möglicherweise nicht die klügste Option ist. Wenn Kunden trotz umfassender Informationslage die falschen Entscheidungen treffen, dann muss man sie dafür nicht auch noch belohnen - auch wenn man es natürlich rein theoretisch könnte, wenn man es wollen würde.
Stimmt, da kann man natürlich besser die 140 Euro als Gutschein direkt verfallen lassen, als das Glück zu versuchen und den Urlaub mit dem Gutschein zu verschieben. Zumal die mit Gutschein umgebuchten Fahrten Ende Juli gebucht worden sind, wo ein zweiter Lockdown weit und breit nicht in Sicht war.
Immerhin war das Hotel kulant, sodass kein Cent bezahlt werden musste.
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Re: Contra-Thread

Beitrag von Declan_de_Barra » Di 3. Nov 2020, 13:35

Stebbie hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 12:23
Declan_de_Barra hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 11:25
Stebbie hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 10:56
Ganz unabhängig von der grundsätzlichen Frage, ob die Bahn als quasi-stattliches Unternehmen auch hier kulant sein sollte oder nicht: Das Problem zeigt doch eigentlich ganz gut, was geschieht, wenn man sich als Unternehmen einmal kulant zeigt - es wird als Präzedenz gesehen und zum Normalfall erhoben, dabei war es doch allen klar, dass es ein einmaliges Entgegenkommen im Frühjahr war.

Ich bin da ganz bei NeonGolden. Ich bin ja nun selbst auch Vielfahrer und daher vll. geübter als manch anderer, aber mich würde interessieren, wie konkret ihr bei der Buchung vorgeht, dass ihr plötzlich andere Tarife im Warenkorb habt? Wenn ich ganz normal eine Reise buche, dann zeigen mir sowohl Homepage als auch App die vier gängigen Optionen (Super-Sparpreis, Sparpreis, Normalpreis, 1. Klasse) ìn vier Spalten incl. aller wesentlichen Konditionen an - darunter auch die Stornobedinungen und Zugbindenn. Wie offen soll das denn noch kommuniziert werden?





Sehe ich entschieden anders. Es wurde seit Frühling immer und immer wieder auf allen möglichen Kanälen davor gewarnt, mit was für einer Entwicklung ab Herbst zu rechnen sein wird. Das es nun so kommt wie es kommt war nun weder Insiderwissen noch kam es, wenn man nicht gerade Hendrik Streeck heißt, großartig überraschend.

Seid doch froh, dass ihr im Frühjahr überhaupt noch was von eurer Buchung gesehen habt (bzw. gesehen haben könntet), ich hatte für Mitte März eine Konferenzreise nach Aberdeen gebucht und von den rund 250 € nicht einen Cent von Airlines und Hotels wiedergesehen, weil ich für ein paar Euro Ersparnis auf Flexoptionen oder Versicherungen verzichtet habe. So ist das Leben halt manchmal, man lernt aus dem eigenen Geiz.
Ich finde es auch nicht schwer die Konditionen bei der Bahn nachzuvollziehen.

Und klar, man kann jetzt argumentieren, dass man ja Glück hatte was von der Bahn zurückzubekommen. Fakt ist aber, dass man für über 100 Euro gebucht hat, eine Situation entstanden ist, mit der man auch bei der Buchung von Super-Sparpreisen nicht annähernd für realistisch gehalten hat. Man hat dafür aus Kulanz einen Gutschein bekommen, der innerhalb von einem guten halben Jahr eingelöst werden musste, obwohl auch da null absehbar, wann man sich wie frei bewegen kann. Das ist von Seiten der Bahn natürlich alles rechtens, dann muss man sich aber aucht wundern, wenn die Leute eher Auto fahren. Ganz einfach.
Ja, das muss man als Bahn vielleicht. Aber man muss als Bahnfahrer, der einen auf ein halbes Jahr gültigen Gutschein bekommen hat, vielleicht auch antizipieren können, dass eine Verlegung des Urlaubs in den November möglicherweise nicht die klügste Option ist. Wenn Kunden trotz umfassender Informationslage die falschen Entscheidungen treffen, dann muss man sie dafür nicht auch noch belohnen - auch wenn man es natürlich rein theoretisch könnte, wenn man es wollen würde.
"Falsche Entscheidung" finde ich nicht nachvollziehbar. Es ist ja nicht so, dass klar war, das im November wieder alles zu ist. Das hätte vorher und nachher auch der Fall sein können. Genauso ist es nachvollziehbar nicht im Sommer, bei Millionen innerdeutschen Reisenden, zu fahren. Dazu kommen einfach private Pläne, Urlaubsmöglichkeiten etc.. Das ist halt eine Extremsituation und im Endeffekt leidet darunter der Urlauber, der für eine dreistündige Zugfahrt nach Berlin 140 Euro gezahlt hat und diese nicht antreten kann. Und dann ist auch mehr als nachvollziehbar das ganze fürs nächste Mal nicht mehr in Betracht zu ziehen.

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Tambourine-Man
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Re: Contra-Thread

Beitrag von Tambourine-Man » Di 3. Nov 2020, 13:37

NeonGolden hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 12:54
Dazu ein einfacherer, appbasierter Ticketkauf, der überregional funktioniert, sodass man nicht für jede Stadt unterschiedliche Apps braucht. Und vor allem müssen die einfacher funktionieren. In Braunschweig ist es eine Qual spontan digital ein Busticket zu kaufen.
Suitemeister hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 13:04
Ohja, regional verschiedene Apps sind echt schlimm. So ein Abfuck jedesmal.
Aber genau das kann die DB App doch seit einem Jahr (oder sogar länger?). Und ich meine da wären auch bundesweit alle integriert. Sehr angenehm und natürlich absolut überfällig. Hat bei mir bisher überall wo ich war gut geklappt.
Einzelne Apps laden ist halt wirklich ein no-go. Als guter Alman, der ich bin, habe ich nichtmal die App des Verkehrsverbunds meines Wohnorts, sondern (neben DB) nur die App vom hvv, weil man da 3% bei Online-Kauf spart :D :D
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NeonGolden
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Re: Contra-Thread

Beitrag von NeonGolden » Di 3. Nov 2020, 14:29

Tambourine-Man hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 13:37
Aber genau das kann die DB App doch seit einem Jahr (oder sogar länger?). Und ich meine da wären auch bundesweit alle integriert.
Also in Braunschweig und Umgebung kann sie das definitiv nicht.

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Re: Contra-Thread

Beitrag von Tambourine-Man » Di 3. Nov 2020, 14:32

NeonGolden hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 14:29
Tambourine-Man hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 13:37
Aber genau das kann die DB App doch seit einem Jahr (oder sogar länger?). Und ich meine da wären auch bundesweit alle integriert.
Also in Braunschweig und Umgebung kann sie das definitiv nicht.
Einmal googlen ist oftmals besser als gefährliches Halbwissen, sorry dafür.
Hier ist eine Übersichtskarte (DB)
Scheint so, dass die größten Städte Deutschlands immerhin recht gut abgedeckt sind.
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NeonGolden
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Re: Contra-Thread

Beitrag von NeonGolden » Di 3. Nov 2020, 14:38

Tambourine-Man hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 14:32
Einmal googlen ist oftmals besser als gefährliches Halbwissen, sorry dafür.
Hier ist eine Übersichtskarte (DB)
Scheint so, dass die größten Städte Deutschlands immerhin recht gut abgedeckt sind.
Das sieht ja tatsächlich halbwegs gut aus. Bedauerlich, dass wieder nicht alle mitmachen wollen.
Für die Buchung von Öffi-Tickets würde ich mir das dann aber noch einfacher wünschen als mit der DB-App. Ein großer Button "Ticket" im Homescreen, direkt verknüpft mit dem Zahlungsmittel. Ich will maximal zwei oder dreimal tippen müssen.

Blackstar
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Re: Contra-Thread

Beitrag von Blackstar » Di 3. Nov 2020, 15:04

NeonGolden hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 14:29
Tambourine-Man hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 13:37
Aber genau das kann die DB App doch seit einem Jahr (oder sogar länger?). Und ich meine da wären auch bundesweit alle integriert.
Also in Braunschweig und Umgebung kann sie das definitiv nicht.
Übrigens kann die App hier wieder Dinge, die die Bahn über ihre Webseite nicht kann. Wer sich den Spaß machen möchte und beispielsweise ein Ticket von Potsdam nach Berlin kaufen will kann das dort nicht und auch über den Verkehrsverbund geht das nicht.

defpro
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Re: Contra-Thread

Beitrag von defpro » Di 3. Nov 2020, 15:21

Tambourine-Man hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 11:07
Wer meint das Auto sei mit einer Tankfüllung bezahlt, disqualifiziert sich halt eigentlich schon instant für weitere Diskussionen.
Spannend ist halt wie der Faktor "das Auto ist ja schon da" reinspielt, wenn man die Fixkosten berücksichtigt, also welchen Effekt zusätzlich gefahrene Kilometer haben. Verschleiß ist natürlich analog zu Verbrauch variable. Bei der Vesicherung ist es abhängig von der Struktur, also den vereinbarten Kilometern. Zumindest bei den Posten Anschaffung, Kfz-Steuer oder TÜV kommt es zu einem sinken der durchschnittlichen Fixkosten pro km.
Berechnet halt in der Realität erst recht niemand, aber naja.

Deutlich konkurrenzfähiger ist die Bahn bei Betrachtung aller Kosten auf jeden Fall, aber trotzdem nicht direkt attraktiv genug für Wenigfahrer mit bis zu 5 Fernreisen im Jahr, wo ein Auto vorhanden und die Anschaffung einer Bahncard (sind ja auch erstmal Fixkosten) keine Option ist. Die Frage ist aber auch ob sie das jemals sein kann und sein sollte...
Meinst du nicht, dass es auch zur Aufgabe der Bahn gehören sollte, für solche Leute eine vernünftige preisliche Alternative zum Auto zu bieten? Ich denke, das dürfte schon eine relativ große Bevölkerungsgruppe umschließen (mich eingeschlossen). Zumindest sehe ich hier ein größeres Potential, Leute zum Umsteigen zu bewegen als dem Berufspendler täglich einen 1,5 Stunden längeren Arbeitsweg zuzumuten. Die Hürden sind natürlich hoch, weil man sich an den Komfort und die Flexiblität des Autos gewöhnt hat. Da müsste die Bahn eigentlich mit Kampfpreisen a la Fernbusse antworten, um solche Leute auf die Schiene zu ziehen. Aktuell ist dagegen eher das Gegenteil der Fall und man merkt ja schon an diversen "trotzigen" Reaktionen hier im Thread, dass die fehlende Kulanz der Bahn im Rahmen der Pandemie nicht gerade förderlich für dieses Vorhaben ist.
Bei der Lufthansa hat man z. B. einen Gutschein erhalten, den man bis zum 31.01.21 für eine Buchung jedes beliebigen Fluges seiner Wahl verwenden kann. Etwas Vergleichbares wäre doch bestimmt auch bei der Bahn möglich gewesen.

Zum Betrieb von nicht wirtschaftlichen Strecken wurde ja auch schon etwas gesagt. Da wurde in den letzten Jahrzehnten einfach so viel kaputtgespart und gestrichen, dass ich auf solche Behauptungen mittlerweile nicht mehr viel gebe, zumal die Fahrgastzahlen ja auch von Jahr zu Jahr stark ansteigen. Die Bahn als eigenständiges Unternehmen kann vor allem infrastrukturell gesehen vermutlich niemals wirtschaftlich handeln und muss immer staatlich subventioniert werden. Hier sollte durch kontinuierlichen Streckenausbau und höhere Frequenz (vor allem nachts) erst mal ein stärkeres Angebot geschaffen und die Entwicklung ein paar Jahrzehnte beobachtet werden. Ich bin mir sicher, dass dann auch die entsprechende Nachfrage aufkommen wird.

Konzerte bzw. Veranstaltungen mit ungewissem Ende sind ja eher ein Sonderfall. Hier könnte man evtl. einen separaten Tarif anbieten, mit dem man innerhalb eines bestimmten Abend/Nacht-Zeitfensters flexibel reisen kann. Zu diesen Zeiten sollten die Züge ja verhältnismäßig leer sein und der zeitlich abgesteckte Rahmen bietet zumindest noch gewisse Möglichkeiten zur logistischen Vorausplanung. Jetzt einfach mal als spontaner Vorschlag, ohne dass ich irgendwelche Kenntnisse in dieser Materie hätte.

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Quadrophobia
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Re: Contra-Thread

Beitrag von Quadrophobia » Di 3. Nov 2020, 15:28

Diese Art der Kampfpreise gibt es ja auch - allerdings nur auf ohnehin schon sehr gut bedienten Strecken wie Hamburg - Berlin, wo wohl niemand mehr unter rationalen Gesichtspunkten das Auto nehmen wird, wenn nicht andere Faktoren dafür sprechen.

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NeonGolden
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Re: Contra-Thread

Beitrag von NeonGolden » Di 3. Nov 2020, 16:29

defpro hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 15:21
Meinst du nicht, dass es auch zur Aufgabe der Bahn gehören sollte, für solche Leute eine vernünftige preisliche Alternative zum Auto zu bieten? Ich denke, das dürfte schon eine relativ große Bevölkerungsgruppe umschließen (mich eingeschlossen). Zumindest sehe ich hier ein größeres Potential, Leute zum Umsteigen zu bewegen als dem Berufspendler täglich einen 1,5 Stunden längeren Arbeitsweg zuzumuten.
Was für einen Umstieg meinst du? Auto abschaffen und auf Bus/Bahn/Fahrrad/Carsharing umsteigen? Das macht ja wohl kaum jemand wegen 5 Fernreisen im Jahr, oder? Wer besitzt denn ein Auto für hauptsächlich solche Zwecke? Das lohnt sich doch niemals. :?
defpro hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 15:21
Die Hürden sind natürlich hoch, weil man sich an den Komfort und die Flexiblität des Autos gewöhnt hat. Da müsste die Bahn eigentlich mit Kampfpreisen a la Fernbusse antworten, um solche Leute auf die Schiene zu ziehen.
Hat die Bahn nicht schon längst Kampfpreise am Start? Ich bin jetzt in diesem Sommer zu zweit für 60€ p.P. von Braunschweig nach Villingen und wieder zurück (mit einer BC25, die man aktuell fast geschenkt bekommt). Das sind 5€ pro 100 Autokilometer. Und während einer sich im Auto 6 Stunden lang hochkonzentrieren muss, kann man im Zug bequem lesen, spielen oder Serien schauen.
Solange es um reinen Personenverkehr ohne größere Transporte geht, ist die Bahn für Fernreisen kaum zu schlagen finde ich. Verbesserungspotential würde ich aber trotzdem noch einiges sehen.
defpro hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 15:21
Bei der Lufthansa hat man z. B. einen Gutschein erhalten, den man bis zum 31.01.21 für eine Buchung jedes beliebigen Fluges seiner Wahl verwenden kann. Etwas Vergleichbares wäre doch bestimmt auch bei der Bahn möglich gewesen.
Ich weiß nicht ob man das Supersparpreis-Produkt der Deutschen Bahn mit Flugtickets der Lufthansa vergleichen sollte. Normale Flex-Tickets lassen sich ja auch problemlos stornieren. In der Hinsicht bietet die Bahn sogar den besseren Service als die Lufthansa.

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smi
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Re: Contra-Thread

Beitrag von smi » Di 3. Nov 2020, 17:19

NeonGolden hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 16:29
Was für einen Umstieg meinst du? Auto abschaffen und auf Bus/Bahn/Fahrrad/Carsharing umsteigen? Das macht ja wohl kaum jemand wegen 5 Fernreisen im Jahr, oder? Wer besitzt denn ein Auto für hauptsächlich solche Zwecke? Das lohnt sich doch niemals. :?
Kenne viele Hamburger die in Hamburg leben und arbeiten. Ihren Arebitsweg mit Öffis und/oder Rad machen und trotzdem ein Auto haben für eben diese Fernreisen. Allerdings meistens Camper oder umgebauter Transporter und den werden sie so oder so behalten...

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Re: Contra-Thread

Beitrag von defpro » Di 3. Nov 2020, 18:02

NeonGolden hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 16:29
defpro hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 15:21
Meinst du nicht, dass es auch zur Aufgabe der Bahn gehören sollte, für solche Leute eine vernünftige preisliche Alternative zum Auto zu bieten? Ich denke, das dürfte schon eine relativ große Bevölkerungsgruppe umschließen (mich eingeschlossen). Zumindest sehe ich hier ein größeres Potential, Leute zum Umsteigen zu bewegen als dem Berufspendler täglich einen 1,5 Stunden längeren Arbeitsweg zuzumuten.
Was für einen Umstieg meinst du? Auto abschaffen und auf Bus/Bahn/Fahrrad/Carsharing umsteigen? Das macht ja wohl kaum jemand wegen 5 Fernreisen im Jahr, oder? Wer besitzt denn ein Auto für hauptsächlich solche Zwecke? Das lohnt sich doch niemals. :?
Nein, gemeint war, statt des eigenen Autos die Bahn bei Fernreisen zu nutzen, und zwar für Personen, die zur von Thorsten beschriebenen Zielgruppe gehören, also eben Wenigfahrer ohne Bahncard.
NeonGolden hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 16:29
defpro hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 15:21
Die Hürden sind natürlich hoch, weil man sich an den Komfort und die Flexiblität des Autos gewöhnt hat. Da müsste die Bahn eigentlich mit Kampfpreisen a la Fernbusse antworten, um solche Leute auf die Schiene zu ziehen.
Hat die Bahn nicht schon längst Kampfpreise am Start? Ich bin jetzt in diesem Sommer zu zweit für 60€ p.P. von Braunschweig nach Villingen und wieder zurück (mit einer BC25, die man aktuell fast geschenkt bekommt). Das sind 5€ pro 100 Autokilometer. Und während einer sich im Auto 6 Stunden lang hochkonzentrieren muss, kann man im Zug bequem lesen, spielen oder Serien schauen.
Solange es um reinen Personenverkehr ohne größere Transporte geht, ist die Bahn für Fernreisen kaum zu schlagen finde ich. Verbesserungspotential würde ich aber trotzdem noch einiges sehen.
Ich bin wie gesagt kein Experte und kann daher auch nicht sagen, welche Preise so üblich sind. Hab mal beispielhaft nach einer Verbindung von Wiesbaden nach München in 3 Monaten geschaut. Da würde ich 58 € Super-Sparpreis bzw. 70 € Sparpreis zahlen (pro Person wohlgemerkt). BC25-Rabatt müsste man noch abziehen, wobei die sich ja anscheinend erst ab Bahnreisen iHv 250 € pro Jahr lohnt, was bei mir z. B. nicht der Fall wäre. Nach meiner Erfahrung waren die Preise für Fernreisen auch eher in meinem Preissegment als in deinem angesiedelt, aber vielleicht kenne ich auch gewisse Tipps und Tricks nicht, wie die Kosten minimiert werden können.

Ich persönlich finde Autofahren mit vernünftiger Musik und Begleitung eigentlich auch ganz angenehm. Hat beides so seine Vor- und Nachteile, aber wenn ich dann mal im ICE sitze und dieser auch pünktlich fährt, dann kann da das Auto natürlich nur schwer mithalten :smile: Sind eher die Begleitumstände wie lange Vorausplanung, Nahverkehr zum ICE, Verspätungen, Unflexibilität und Gepäckschlepperei beim Umsteigen, die da noch negativ mit reinspielen (beim Auto dafür Stau, Rush Hour, Parkplatzsuche und halt die Konzentration beim Fahren an sich).

Wobei sich die Bahn ja vor allem bei weiten Strecken durch die Zeitersparnis rechnet. Wenn ich jetzt mit der Bahn von Wiesbaden nach Köln auf ein Konzert will, dann kostet das trotz Supersparpreis mehr als das Auto (selbst bei einer Person) und dauert auch trotz Rush Hour länger. Und da sind noch nicht die Taxikosten einberechnet, weil ich so spät vom Hbf nicht mehr mit dem Bus nach Hause komme. So bewegt man halt keine Leute zum Umstieg. An dem zeitlichen Aspekt wird kurzfristig vermutlich nix zu machen sein, sodass es eigentlich nur über den Preis funktionieren kann. Und das klappt auch nur bei Leuten, die hierdurch aktiv versuchen wollen, ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern und bereit sind, gewisse Einschränkungen/Umstellungen in Kauf zu nehmen. Aber irgendwie muss man ja auch noch die erreichen, denen dieses Thema bislang völlig schnuppe ist.
NeonGolden hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 16:29
defpro hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 15:21
Bei der Lufthansa hat man z. B. einen Gutschein erhalten, den man bis zum 31.01.21 für eine Buchung jedes beliebigen Fluges seiner Wahl verwenden kann. Etwas Vergleichbares wäre doch bestimmt auch bei der Bahn möglich gewesen.
Ich weiß nicht ob man das Supersparpreis-Produkt der Deutschen Bahn mit Flugtickets der Lufthansa vergleichen sollte. Normale Flex-Tickets lassen sich ja auch problemlos stornieren. In der Hinsicht bietet die Bahn sogar den besseren Service als die Lufthansa.
Bei der Lufthansa gibt es ja auch klassische und flexible Tarife, von denen unter normalen Bedingungen auch nur letztere stornierbar sind. Das o. g. Angebot gilt aber explizit für normalerweise nicht stornierbare Tickets. Von daher lässt sich das mMn schon vergleichen.

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Tambourine-Man
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Re: Contra-Thread

Beitrag von Tambourine-Man » Di 3. Nov 2020, 21:29

defpro hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 15:21
Tambourine-Man hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 11:07
Wer meint das Auto sei mit einer Tankfüllung bezahlt, disqualifiziert sich halt eigentlich schon instant für weitere Diskussionen.
Spannend ist halt wie der Faktor "das Auto ist ja schon da" reinspielt, wenn man die Fixkosten berücksichtigt, also welchen Effekt zusätzlich gefahrene Kilometer haben. Verschleiß ist natürlich analog zu Verbrauch variable. Bei der Vesicherung ist es abhängig von der Struktur, also den vereinbarten Kilometern. Zumindest bei den Posten Anschaffung, Kfz-Steuer oder TÜV kommt es zu einem sinken der durchschnittlichen Fixkosten pro km.
Berechnet halt in der Realität erst recht niemand, aber naja.

Deutlich konkurrenzfähiger ist die Bahn bei Betrachtung aller Kosten auf jeden Fall, aber trotzdem nicht direkt attraktiv genug für Wenigfahrer mit bis zu 5 Fernreisen im Jahr, wo ein Auto vorhanden und die Anschaffung einer Bahncard (sind ja auch erstmal Fixkosten) keine Option ist. Die Frage ist aber auch ob sie das jemals sein kann und sein sollte...
Meinst du nicht, dass es auch zur Aufgabe der Bahn gehören sollte, für solche Leute eine vernünftige preisliche Alternative zum Auto zu bieten? Ich denke, das dürfte schon eine relativ große Bevölkerungsgruppe umschließen (mich eingeschlossen). Zumindest sehe ich hier ein größeres Potential, Leute zum Umsteigen zu bewegen als dem Berufspendler täglich einen 1,5 Stunden längeren Arbeitsweg zuzumuten. Die Hürden sind natürlich hoch, weil man sich an den Komfort und die Flexiblität des Autos gewöhnt hat. Da müsste die Bahn eigentlich mit Kampfpreisen a la Fernbusse antworten, um solche Leute auf die Schiene zu ziehen. Aktuell ist dagegen eher das Gegenteil der Fall und man merkt ja schon an diversen "trotzigen" Reaktionen hier im Thread, dass die fehlende Kulanz der Bahn im Rahmen der Pandemie nicht gerade förderlich für dieses Vorhaben ist.
Bei der Lufthansa hat man z. B. einen Gutschein erhalten, den man bis zum 31.01.21 für eine Buchung jedes beliebigen Fluges seiner Wahl verwenden kann. Etwas Vergleichbares wäre doch bestimmt auch bei der Bahn möglich gewesen.

Zum Betrieb von nicht wirtschaftlichen Strecken wurde ja auch schon etwas gesagt. Da wurde in den letzten Jahrzehnten einfach so viel kaputtgespart und gestrichen, dass ich auf solche Behauptungen mittlerweile nicht mehr viel gebe, zumal die Fahrgastzahlen ja auch von Jahr zu Jahr stark ansteigen. Die Bahn als eigenständiges Unternehmen kann vor allem infrastrukturell gesehen vermutlich niemals wirtschaftlich handeln und muss immer staatlich subventioniert werden. Hier sollte durch kontinuierlichen Streckenausbau und höhere Frequenz (vor allem nachts) erst mal ein stärkeres Angebot geschaffen und die Entwicklung ein paar Jahrzehnte beobachtet werden. Ich bin mir sicher, dass dann auch die entsprechende Nachfrage aufkommen wird.

Konzerte bzw. Veranstaltungen mit ungewissem Ende sind ja eher ein Sonderfall. Hier könnte man evtl. einen separaten Tarif anbieten, mit dem man innerhalb eines bestimmten Abend/Nacht-Zeitfensters flexibel reisen kann. Zu diesen Zeiten sollten die Züge ja verhältnismäßig leer sein und der zeitlich abgesteckte Rahmen bietet zumindest noch gewisse Möglichkeiten zur logistischen Vorausplanung. Jetzt einfach mal als spontaner Vorschlag, ohne dass ich irgendwelche Kenntnisse in dieser Materie hätte.
Man muss erstmal ganz strikt zwischen Regional- und Fernverkehr trennen. Beides ist liberalisiert, aber sehr unterscheidlich. Im Regionalverkehr greift die Daseinsvorsorge. Der Staat schreibt ein Streckenpaket aus und Dienstleister bewerben sich. Da wird vorab genau kalkuliert, wie viele Gelder wohl durch die Fahrgastumsätze reinkommen und was für einen wirtschaftlichen Betrieb notwendig ist und der Staat muss eben je nachdem mehr oder weniger drauflegen. Da kann der Staat einfacher politisch steuern was angeboten werden soll, er zahlt im Zweifel die Zeche.

Der Fernverkehr ist aber so liberalisiert, dass wir uns theoretisch für den nächsten Fahrplan auf einen Verbindungsslot bewerben und den FeCo-Train ins Leben rufen könnten. Klar kann die Bahn innerhalb ihres Angebots quersubventionieren und hat da als quasi-Monopolistin andere Möglichkeiten, aber im Prinzip dürfte es keine unrentablen Verbindungen geben.
Von staatlicher Seite ist es viel schwieriger da zu subventionieren, weil es eben nachfragegesteuerter ist als im Regionalverkehr. Freitag und Sonntag sind bei der Bahn die Hauptreisetage und das wird sich im privaten Bereich auch kaum ändern bzw. das ist ja genau die Zielgruppe, die ich grob umrissen habe. Wenn man aber die Kapazitäten dafür erhöht, muss man die Züge halt aber auch für 5 weitere Tage in der Woche bezahlen. Das ist alles schon verdammt fixkostenintensiv, da kannst du mit den Kampfpreisen, die man bräuchte kaum bestehen. Jedes Sparticket mit MyBahncard (Angebot für Personen unter 27) wird halt auch wieder von Geschäftsreisenden quersubventioniert.
Will sagen: Im Fernverkehr ist die staatliche Lenkung echt schwer, zumindest in der derzeitigen Organisationsform, aber um die kommen wir nicht drum herum, weil die Entscheidung zur Bahn-Liberalisierung vor über 30 Jahren auf EU-Ebene getroffen wurde und bestand hat.
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Re: Contra-Thread

Beitrag von tOmAtE » Di 3. Nov 2020, 22:05

Suitemeister hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 11:44
Solange die Bahn nicht quasi rund um die Uhr alle halbwegs wichtigen Verbindungen bedient, ist ein Auto einfach unabkömmlich. Als Leipziger habe ich zwar das Glück, dass in der eigenen Stadt relativ viele Konzerte stattfinden. Trotzdem gibt es immer viele interessante Bands, die als nächste Option halt einfach nur Berlin ansteuern. Wenn ich also ein Konzert in Berlin besuche, muss ich das möglicherweise frühzeitig verlassen um noch den letzten Zug zu bekommen.
Das ist aber ja auch ein Punkt, den Locations und Veranstalter:innen mal ändern könnten. Gerade in Berlin kommt das ja gerne mal vor: Einlass 20 Uhr, Beginn geplant 21 Uhr. Ne halbe Stunde später spielt der Support und das eigentliche Konzert geht dann frühestens gegen 22 Uhr los. Und das auch unter der Woche.
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Re: Contra-Thread

Beitrag von Suitemeister » Mi 4. Nov 2020, 07:55

tOmAtE hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 22:05
Suitemeister hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 11:44
Solange die Bahn nicht quasi rund um die Uhr alle halbwegs wichtigen Verbindungen bedient, ist ein Auto einfach unabkömmlich. Als Leipziger habe ich zwar das Glück, dass in der eigenen Stadt relativ viele Konzerte stattfinden. Trotzdem gibt es immer viele interessante Bands, die als nächste Option halt einfach nur Berlin ansteuern. Wenn ich also ein Konzert in Berlin besuche, muss ich das möglicherweise frühzeitig verlassen um noch den letzten Zug zu bekommen.
Das ist aber ja auch ein Punkt, den Locations und Veranstalter:innen mal ändern könnten. Gerade in Berlin kommt das ja gerne mal vor: Einlass 20 Uhr, Beginn geplant 21 Uhr. Ne halbe Stunde später spielt der Support und das eigentliche Konzert geht dann frühestens gegen 22 Uhr los. Und das auch unter der Woche.
Da gebe ich dir vollumfänglich Recht. Zumal dann noch dazukommt, dass der nächste Tag für Besucher von außerhalb einfach komplett im Eimer ist.

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Tambourine-Man
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Re: Contra-Thread

Beitrag von Tambourine-Man » Mi 4. Nov 2020, 10:06

Off Topic
Suitemeister hat geschrieben:
Mi 4. Nov 2020, 07:55
tOmAtE hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 22:05
Suitemeister hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 11:44
Solange die Bahn nicht quasi rund um die Uhr alle halbwegs wichtigen Verbindungen bedient, ist ein Auto einfach unabkömmlich. Als Leipziger habe ich zwar das Glück, dass in der eigenen Stadt relativ viele Konzerte stattfinden. Trotzdem gibt es immer viele interessante Bands, die als nächste Option halt einfach nur Berlin ansteuern. Wenn ich also ein Konzert in Berlin besuche, muss ich das möglicherweise frühzeitig verlassen um noch den letzten Zug zu bekommen.
Das ist aber ja auch ein Punkt, den Locations und Veranstalter:innen mal ändern könnten. Gerade in Berlin kommt das ja gerne mal vor: Einlass 20 Uhr, Beginn geplant 21 Uhr. Ne halbe Stunde später spielt der Support und das eigentliche Konzert geht dann frühestens gegen 22 Uhr los. Und das auch unter der Woche.
Da gebe ich dir vollumfänglich Recht. Zumal dann noch dazukommt, dass der nächste Tag für Besucher von außerhalb einfach komplett im Eimer ist.
Ihr seid eben einfach nicht mehr Rock'n'Roll genug!!!11 ;)
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NeonGolden
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Re: Contra-Thread

Beitrag von NeonGolden » Mi 4. Nov 2020, 10:34

defpro hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 18:02
Nein, gemeint war, statt des eigenen Autos die Bahn bei Fernreisen zu nutzen, und zwar für Personen, die zur von Thorsten beschriebenen Zielgruppe gehören, also eben Wenigfahrer ohne Bahncard.
Diese Leute müssen dann aber zwangsläufig erstmal ein Auto besitzen und unterhalten. An dem Punkte hatte ich angesetzt und habe die These verfolgt, dass man die Leute nicht vom Auto wegbekommt, indem man Fernreisen mit der Bahn attraktiver macht, sondern indem man die gefühlte Notwendigkeit eines eigenen PKWs stärker untergräbt - und dafür müsste der Nah- und Regionalverkehr attraktiver werden.
Gegen ein bereits vorhandenes Auto kann die Bahn einfach nicht anstinken - weil die Kostenrechnung einfach nicht vergleichbar ist.
defpro hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 18:02
Ich bin wie gesagt kein Experte und kann daher auch nicht sagen, welche Preise so üblich sind. Hab mal beispielhaft nach einer Verbindung von Wiesbaden nach München in 3 Monaten geschaut. Da würde ich 58 € Super-Sparpreis bzw. 70 € Sparpreis zahlen (pro Person wohlgemerkt). BC25-Rabatt müsste man noch abziehen, wobei die sich ja anscheinend erst ab Bahnreisen iHv 250 € pro Jahr lohnt, was bei mir z. B. nicht der Fall wäre. Nach meiner Erfahrung waren die Preise für Fernreisen auch eher in meinem Preissegment als in deinem angesiedelt, aber vielleicht kenne ich auch gewisse Tipps und Tricks nicht, wie die Kosten minimiert werden können.
Das ist natürlich auch stark von den Reisetagen und Verbindungen abhängig und ich will auch gar nicht behaupten, dass man mit der Bahn immer super günstig irgendwohin kommt. Am Ende ist es immer ein Gesamtpaket aus Kosten, Komfort und Umweltverträglichkeit und abhängig von der Art der Reise, die man unternehmen will. Das muss natürlich jeder für sich und für den jeweiligen Fall austüfteln.
defpro hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 18:02
Und das klappt auch nur bei Leuten, die hierdurch aktiv versuchen wollen, ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern und bereit sind, gewisse Einschränkungen/Umstellungen in Kauf zu nehmen. Aber irgendwie muss man ja auch noch die erreichen, denen dieses Thema bislang völlig schnuppe ist.
Wer ohnehin ein Auto besitzt und dieses so nutzt, dass es sich wirtschaftlich lohnt, wird mit dem Umstieg auf die Bahn bei Fernreisen seinen ökologischen Fußabdruck auch nicht nennenswert verbessern.
NeonGolden hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 16:29
Bei der Lufthansa gibt es ja auch klassische und flexible Tarife, von denen unter normalen Bedingungen auch nur letztere stornierbar sind. Das o. g. Angebot gilt aber explizit für normalerweise nicht stornierbare Tickets. Von daher lässt sich das mMn schon vergleichen.
Ok, da kenne ich mich zu wenig aus. Das ist dann tatsächlich guter Service von der Lufthansa. Ich finde es dennoch schwierig angesichts der Umstände die Bahn zum Buhmann zu machen, wenn die Züge tatsächlich fahren und du auch fahren darfst.

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Re: Contra-Thread

Beitrag von therewillbefireworks » Sa 7. Nov 2020, 17:12

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¯\_(ツ)_/¯

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Re: Contra-Thread

Beitrag von tOmAtE » Sa 7. Nov 2020, 18:00

Tambourine-Man hat geschrieben:
Mi 4. Nov 2020, 10:06
Off Topic
Suitemeister hat geschrieben:
Mi 4. Nov 2020, 07:55
tOmAtE hat geschrieben:
Di 3. Nov 2020, 22:05

Ihr seid eben einfach nicht mehr Rock'n'Roll genug!!!11 ;)

Das Argument wird tatsächlich gerne gebracht. Von wegen pünktlich zu spielen ist ja kein Rock & Roll/Punk.

Hardcore-Konzerte fangen aber aus irgendeinem Grund pünktlich um 19 Uhr an und um 21 Uhr ist das Konzert vorbei und es haben vier Bands gespielt :D
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Re: Contra-Thread

Beitrag von SammyJankis » Sa 7. Nov 2020, 21:47

tOmAtE hat geschrieben:
Sa 7. Nov 2020, 18:00
Tambourine-Man hat geschrieben:
Mi 4. Nov 2020, 10:06
Off Topic
Suitemeister hat geschrieben:
Mi 4. Nov 2020, 07:55

Das Argument wird tatsächlich gerne gebracht. Von wegen pünktlich zu spielen ist ja kein Rock & Roll/Punk.

Hardcore-Konzerte fangen aber aus irgendeinem Grund pünktlich um 19 Uhr an und um 21 Uhr ist das Konzert vorbei und es haben vier Bands gespielt :D
Naja, da ist das Spektrum aber auch ziemlich groß. Ich war auch schon auf Hardcore Shows, bei denen bei Einlass 19Uhr der Vernastalter um 18:45 Uhr aufgetaucht ist. :D
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Re: Contra-Thread

Beitrag von Suitemeister » Mi 11. Nov 2020, 21:30

Vodafone ist echt der hinterletzte Dreckshurenladen.
Montag 15:00 bis Dienstag 12:30: Komplettausfall.
Seit heute ca. 16:00 schon wieder alles komplett weg. TV, Internet. Und das in Zeiten von Corona und Homeoffice.

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Re: Contra-Thread

Beitrag von NeonGolden » Do 12. Nov 2020, 14:18

Via Kabel- oder Telefonnetz?

Mit ersterem habe ich bei Vodafone bisher nur gute Erfahrungen. Auch als kürzlich der Neuanschluss für meine Freundin nicht auf Anhieb funktionierte, bekamen wir am Wochenende über die Hotline ohne Warteschlange sofort Hilfe.

Störungshotline schon probiert?

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Re: Contra-Thread

Beitrag von Suitemeister » Do 12. Nov 2020, 20:28

Kabelnetz.
Wenn der Anschluss funktioniert, ist er gut. 400 mbit sind schon ne Hausnummer. Aber diese ständigen sich wiederholenden Komplettausfälle gehen gar nicht.
Hotline hat natürlich auch nichts geholfen, weil man von der maschinellen Stimme natürlich ins Nirvana geleitet wird, wenn man angibt, eine Störung am Kabelnetz zu haben und die auch bei Vodafone bekannt ist...:D


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