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Wer ist es? User stellen sich vor

Von Spam bis Gott und die Welt
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Ruby
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Re: Wer ist es? User stellen sich vor

Beitrag von Ruby » Mi 3. Jan 2018, 17:08

Norakete hat geschrieben:
Mi 3. Jan 2018, 17:02
Ruby hat geschrieben:
Mi 3. Jan 2018, 16:50
Denke, dass es in dem Teil Hessens eher noch konservativ zugeht.
Absolut! Mein Kirchenaustritt war ja schon ein Schock :lolol:
Dachte mir letztens auch mal: wenn ich ganz einfach nur schwul wäre, wär es irgendwie einfacher, mich zu outen, weil dann sofort jeder versteht, was Sache ist. Andererseits wurde ich wegen meiner lackierten Fingernägeln hier auch schon gefragt, ob das denn "in die Richtung Schwuchtel" gehe. Also vielleicht auch nicht :doof:
Freue mich jedenfalls schon sehr darauf, nach meinem Master wieder ins Rheinland zu ziehen. Da sind die meisten Menschen einfach so viel offener und toleranter.
Auf jeden Fall sind sie das!
Denke auch "schwul" ist für die meisten leichter einzuordnen. Manche wollen es noch heilen :lolol: , aber ein paar Hängengebliebene gibt es ja immer. :roll:
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SammyJankis
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Re: Wer ist es? User stellen sich vor

Beitrag von SammyJankis » Mi 3. Jan 2018, 17:11

Norakete hat geschrieben:
Mi 3. Jan 2018, 17:02
Ruby hat geschrieben:
Mi 3. Jan 2018, 16:50
Denke, dass es in dem Teil Hessens eher noch konservativ zugeht.
Absolut! Mein Kirchenaustritt war ja schon ein Schock :lolol:
Dachte mir letztens auch mal: wenn ich ganz einfach nur schwul wäre, wär es irgendwie einfacher, mich zu outen, weil dann sofort jeder versteht, was Sache ist. Andererseits wurde ich wegen meiner lackierten Fingernägeln hier auch schon gefragt, ob das denn "in die Richtung Schwuchtel" gehe. Also vielleicht auch nicht :doof:
Freue mich jedenfalls schon sehr darauf, nach meinem Master wieder ins Rheinland zu ziehen. Da sind die meisten Menschen einfach so viel offener und toleranter.
Hat dich das ein Familienmitglied/Freund/Bekannter gefragt? Die Aussage macht mich richtig fertig.
Ich finde es btw auch sehr gut, wie du das handhabst, habe aber auch vollstes Verständnis, wenn du hier jetzt irgendwas nicht beantworten möchtest.
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Norakete
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Re: Wer ist es? User stellen sich vor

Beitrag von Norakete » Mi 3. Jan 2018, 17:14

SammyJankis hat geschrieben:
Mi 3. Jan 2018, 17:11
Norakete hat geschrieben:
Mi 3. Jan 2018, 17:02
Ruby hat geschrieben:
Mi 3. Jan 2018, 16:50
Denke, dass es in dem Teil Hessens eher noch konservativ zugeht.
Absolut! Mein Kirchenaustritt war ja schon ein Schock :lolol:
Dachte mir letztens auch mal: wenn ich ganz einfach nur schwul wäre, wär es irgendwie einfacher, mich zu outen, weil dann sofort jeder versteht, was Sache ist. Andererseits wurde ich wegen meiner lackierten Fingernägeln hier auch schon gefragt, ob das denn "in die Richtung Schwuchtel" gehe. Also vielleicht auch nicht :doof:
Freue mich jedenfalls schon sehr darauf, nach meinem Master wieder ins Rheinland zu ziehen. Da sind die meisten Menschen einfach so viel offener und toleranter.
Hat dich das ein Familienmitglied/Freund/Bekannter gefragt? Die Aussage macht mich richtig fertig.
Ich finde es btw auch sehr gut, wie du das handhabst, habe aber auch vollstes Verständnis, wenn du hier jetzt irgendwas nicht beantworten möchtest.
Mein Vater.

Und wenn mir irgendeine Frage zu persönlich sein sollte, sage ich es einfach und dann ist das auch kein Problem :)

Blackstar
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Re: Wer ist es? User stellen sich vor

Beitrag von Blackstar » Mi 3. Jan 2018, 17:26

Mir brennts recht unter den Nägeln hier mal 1-2 Stories zu zu schreiben, die ich selbst kenne/erlebt / im Freundeskreis gehört habe.
Aber besser nicht. Mir ist das Forum hier zu offen einsehbar und eventuell lassen sich da Rückschlüsse ziehen. Wie dem auch sei: du machst das schon. :smile:

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Norakete
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Re: Wer ist es? User stellen sich vor

Beitrag von Norakete » Mi 3. Jan 2018, 17:38

Blackstar hat geschrieben:
Mi 3. Jan 2018, 17:26
Wie dem auch sei: du machst das schon. :smile:
Danke, das denke ich auch. :) Ich merke ja auch, wie sowohl in dieser neuen Rolle und insgesamt als Mensch mein Selbstbewusstsein immer weiter wächst und das, nachdem ich mich vor gar nicht all zu langer Zeit noch in einem totalen depressivem Loch befand. Hatte ich anfangs noch Angst, dass meine komischen Mitbewohner in Zwickau meine lackierten Nägel bemerken könnten, denke ich mir mittlerweile nur noch "so what?" und ziehe mehr oder weniger mein Ding durch.
Insgesamt ist das alles doch unglaublich befreiend für mich und ich kann auch sagen, dass es trotz all der Schwierigkeiten, die damit verbunden sind, so deutlich besser ist als es wäre, wenn ich quasi als Tobi weiterleben müsste.

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Emslaender
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Re: Wer ist es? User stellen sich vor

Beitrag von Emslaender » Mi 3. Jan 2018, 17:59

Oh, ich dachte eigtl. in den letzten beiden Tagen, dass das mit dem weiblichen Namen nur irgendeine Spielerei/ein Forenscherz sei. Hätte nicht gedacht, dass du transsexuell bist. Auf jeden Fall ein sehr mutiger Schritt von dir, ist ja gesellschaftlich nochmals eine ganz andere Kiste als sich als homosexuell zu outen. (subjektive Wahrnehmung)
Es scheint ja überwiegend positiv in deinem Umfeld aufgenommen zu werden und dir geht es dadurch besser. Daher war es für dich wohl der richtige Schritt.
Wünsche dir daher, dass du mit deiner neuen Identität glücklich wirst, auch wenn es sicherlich viele Barrikaden geben wird.

PS: Aus reiner Neugier eine Frage, die du nicht beantworten musst: Merkt man sowas wirklich schon im Kindesalter oder hat es sich über die Jahre irgendwie entwickelt?
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Norakete
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Re: Wer ist es? User stellen sich vor

Beitrag von Norakete » Mi 3. Jan 2018, 19:22

Emslaender hat geschrieben:
Mi 3. Jan 2018, 17:59
PS: Aus reiner Neugier eine Frage, die du nicht beantworten musst: Merkt man sowas wirklich schon im Kindesalter oder hat es sich über die Jahre irgendwie entwickelt?
Prinzipiell ist das bei jedem individuell anders, wann man das für sich merkt. Es gibt Menschen, die schon als Kind lieber mit Puppen spielen als mit Spielzeugautos, die lieber Kleider und Röcke tragen und die sich als Teenie dann auch gerne schminken wollen etc. (oder eben andersrum). Dann gibt es wiederum auch welche, die mit Mitte 40 eigentlich fest im Leben stehen, Familie inkl. Kinder haben und es dann so richtig "merken" bzw. es ausleben möchten. Irgendetwas ist da natürlich auch dann schon länger in einem drin, wird aber (unbewusst) unterdrückt/ignoriert oder manche kommen auch damit zurecht, wenn sie es nur zuhause gelegentlich ausleben. Die Grenzen sind da fließend. Das ist zumindest mein Eindruck, den ich in gewissen Foren und durch andere Erfahrungsberichte bekommen habe.

Bei mir war es so, dass ich schon immer irgendwie nicht ganz glücklich mit mir selbst und unzufrieden mit meinem Körper war. Das war ein sehr undefiniertes Gefühl, aber irgendetwas war schon immer da und ich wusste nicht so wirklich, was es ist und woher es kommt, aber es hat mich unglücklich gemacht, mal mehr und mal weniger. Das ging gerade im letzten Jahr dann soweit, dass ich phasenweise depressiv war und kaum Selbstwertgefühl hatte, wobei letzteres eigentlich auch schon immer so war. Als ich Ende letzten Jahres dann angefangen habe, meine weibliche Seite zu entdecken und zu erforschen, habe ich gemerkt, wie viel Freude mir das bereitet und das hat mir psychisch total aus dem Loch geholfen, in dem ich mich befand.

Um nun mal so wirklich auf deine Frage zu antworten: Anzeichen dafür gab es rückblickend schon im Kindesalter und als Teenager, aber das war nicht allzu stark ausgeprägt und ich habe es damals auch nicht als solche wahrgenommen.

Ohne jetzt explizit Werbung machen zu wollen: auf meinem Instagram-Profil gibt es diesbezüglich auch ein wenig zu lesen (die Beiträge ab dem 09.12.) und vielleicht hat der/die ein oder andere ja Interesse daran, das ganze zu verfolgen: Instagram :)

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Emslaender
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Re: Wer ist es? User stellen sich vor

Beitrag von Emslaender » Mi 3. Jan 2018, 19:44

Danke. Interessanter Einblick. Kann es mir halt nicht ansatzweise vorstellen wie es ist im falschen Körper geboren zu sein. Bin daher immer der Meinung, dass Leute, die sich outen, ein extrem großes Selbstbewusstsein haben müssen. Du schreibst ja selbst, dass es in der Gesellschaft schwierig ist. Habe beruflich bedingt auch mit einem/einer Transsexuellen zu tun und da hört man oft von seinen Arbeitskollegen: "Ekelig", "bah"...halt abwertende Kommentare.

Ich bin ehrlich: Ich hätte Anfangs glaube ich auch ein wenig Probleme damit wenn in meinem Umfeld Jemand transsexuell wäre. Hier in der Provinz kennt man es nicht und die Leute haben wirklich teilweise extreme Vorurteile. Daher ist man selbst auch irgendwie ein wenig voreingenommen, auch wenn man eigtl. wirklich versucht weltoffen zu sein. Ich denke aber nach wenigen Tagen hätte ich dann auch wenig bis gar keine Probleme damit. Es wäre für mich nur ungewohnt. Was der Bauer nicht kennt... (Ich glaube dieser Absatz ist beschissener formuliert als er gemeint ist. Ich hoffe und glaube du verstehst was ich meine und fasst es nicht als Beleidigung auf)

Ich habe aber schon grundsätzlich das Gefühl, dass unsere Gesellschaft ein wenig Toleranter geworden ist. Letztes Jahr hat sich hier im Kaff Jemand als schwul geoutet, der eh schon immer ein wenig Typ Außenseiter war. Die Leute machen ab und an noch ihre Witze darüber, im Großen und Ganzen hat er aber zumindest für mich überraschenderweise keine Probleme. Ist sogar weiterhin in der Freiwilligen Feuerwehr...Im Grunde genommen führt er dasselbe Leben wie vorher, scheint nur persönlich glücklicher zu sein. Alles richtig gemacht.

Ich bin froh heterosexuell zu sien. Ich glaube es wäre einfach nur total anstrengend und würde mir auf die Psyche gehen wenn ich mich ständig für eine eigtl. total natürliche Sache wie meine Sexualität rechtfertigen müsste. Ich hoffe du findest den richtigen Weg für dich und lässt dich von dämlichen Kommentaren und Beleidigungen nicht unterkriegen.
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Re: Wer ist es? User stellen sich vor

Beitrag von MetalFan94 » Mi 3. Jan 2018, 20:46

Mega Interessant.
Ich hatte in der Berufschule jemand bei mir in der Klasse, der sich während der Schulzeit geoutet und dann seine Hormontherapie begonnen hat. Es war am Anfang schon etwas ungewöhnlich ihn bei seinem neuen Namen zu nennen, aber geahnt hat man es bei ihm schon vorher. Gab da auch absolut kein Problem - trotz katholischer Privatschule. Hatte aber auch ne verdammt coole Klasse und Lehrer. Hab mich deshalb auch schonmal bewusst mit dem Thema auseinandergesetzt. Ich meine wenn man in Dortmund aufwächst, hat man vermutlich eh schon mal alles gehört und gesehen, das merkt man besonders dann wenn man Bekannte vom Land trifft. Aber auch hier ist eine Sache der Generationen- je jünger je toleranter lässt sich da als verallgemeinerte Faustregel festhalten.
Kleiner FunFact: Mein Vater dachte Jahrelang ich wäre ich schwul und ich hab ihn ein wenig aus trotz und Provokation in diesem Glauben gelassen. Das ich darnach als 18jähriger mit einer 14 jährigen Freundin ankam, hat die Situation aber nicht wirklich verbessert, weil mein Vater mich dann als pädophil beschimpft hat. Man muss dazu sagen,das ich schon immer jünger aussah als ich bin. Naja das Verhältnis zwischen mir und meinem Vater ist doch sehr eigen. Meine Mutter hat das alles immer nicht gejuckt
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Ruby
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Re: Wer ist es? User stellen sich vor

Beitrag von Ruby » Mi 3. Jan 2018, 21:10

Ich bin echt froh, dass ich diesbezüglich in einer toleranten Familie aufgewachsen bin (bin 75 geboren). Mein Großonkel und auch mein Kinderarzt waren z.B. schwul, da wurde nie ein Fass aufgemacht und es war für mich nichts außergewöhnliches. Meine Töchter habe ich diesbezüglich auch schon im Kindergartenalter aufgeklärt. Möchte nicht, dass sie sich "falsch" fühlen, sollten sie nicht hetero sein. Transsexualität war auch schon Thema, aber das ist für Kinder noch etwas schwieriger zu begreifen.

Ich kann mir vorstellen, dass Anzeichen im Kindesalter fliessend sind. Ich habe z.B. früher lieber mit Jungs gespielt und eine zeitlang sah ich auch wie einer aus und fand das ganz toll. :mrgreen: Das hat sich aber nie so entwickelt, dass ich mich im falschen Körper gefühlt habe. Ganz davon abgesehen ist sowas bei Mädchen auch eher akzeptiert als wenn es umgekehrt ist. :sadno:
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Re: Wer ist es? User stellen sich vor

Beitrag von Suitemeister » Do 4. Jan 2018, 09:58

Emslaender hat geschrieben:
Mi 3. Jan 2018, 19:44
Ich bin ehrlich: Ich hätte Anfangs glaube ich auch ein wenig Probleme damit wenn in meinem Umfeld Jemand transsexuell wäre. Hier in der Provinz kennt man es nicht und die Leute haben wirklich teilweise extreme Vorurteile. Daher ist man selbst auch irgendwie ein wenig voreingenommen, auch wenn man eigtl. wirklich versucht weltoffen zu sein. Ich denke aber nach wenigen Tagen hätte ich dann auch wenig bis gar keine Probleme damit. Es wäre für mich nur ungewohnt. Was der Bauer nicht kennt... (Ich glaube dieser Absatz ist beschissener formuliert als er gemeint ist. Ich hoffe und glaube du verstehst was ich meine und fasst es nicht als Beleidigung auf)
Ich denke schon, dass klar wird, was du meinst und dass es in keinster Weise despektierlich gemeint ist. Ich glaube das ist auch durchaus menschlich, dass man Unbekanntem gegenüber erst einmal reserviert ist.

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Norakete
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Re: Wer ist es? User stellen sich vor

Beitrag von Norakete » Do 4. Jan 2018, 12:12

Suitemeister hat geschrieben:
Do 4. Jan 2018, 09:58
Emslaender hat geschrieben:
Mi 3. Jan 2018, 19:44
...
Ich denke schon, dass klar wird, was du meinst und dass es in keinster Weise despektierlich gemeint ist. Ich glaube das ist auch durchaus menschlich, dass man Unbekanntem gegenüber erst einmal reserviert ist.
Exakt. So wie ich euch alle hier "kenne" muss sich eigentlich niemand Sorgen machen, etwas beleidigendes zu fragen/schreiben. Und sollte doch mal etwas despektierlich rüberkommen, dann ist das sicherlich nicht mit Absicht und wenn ich es anspreche, wird das dann auch geklärt - alles cool. Also lieber einmal zu viel gefragt als zu wenig. :)
Mir ist ja durchaus bewusst, dass man in seinem täglichen Umfeld in der Regel selten mit diesem Thema konfrontiert wird, deshalb bin ich da gerne bereit, eure Fragen zu beantworten. Gerade weil ich hier so viel unterwegs bin, habe ich logischerweise ja ein Interesse daran, aufzuklären.

@Emsländer:
Dass die Gesellschaft toleranter geworden ist: Definitiv. Man sieht es ja schon beim Thema Homosexualität. Laut Umfragen haben hierzulande immer weniger Leute ein Problem damit. Die Intoleranten sind da zwar immer noch sehr laut, aber deutlich in der Minderheit. Und auch bei Transgender sind in den letzten Jahrzehnten deutliche Fortschritte zu erkennen, auch wenn dort noch sehr viel getan werden muss.
Und du hast natürlich Recht, dass es langfristig anstrengend wird, wenn ich mich ständig erklären und dafür rechtfertigen muss. Bisher ist das alles ja noch relativ neu und aufregend, da redet man logischerweise auch gerne darüber. Vor allem von Frauen kommen dann ja sehr oft auch Tipps bezüglich allerlei Dinge (make-up, Kleidung etc.). Und auch dumme Sprüche oder gar Beleidigungen sind natürlich alles andere als schön. Dadurch, dass ich im Alltag (zumindest in Zwickau und in Hessen) meistens noch als Tobi unterwegs bin, hielt sich das bisher allerdings in Grenzen. Mir ist auch klar, dass im Laufe der Zeit vieles nicht einfach werden wird, es wird noch anstrengend werden, sei es wegen Beleidigungen, peinlichen Situationen oder lediglich weil man ständig im Mittelpunkt steht. Aber all das ist nicht so schlimm, wie den Rest meines Lebens als Mann weiterleben zu müssen und einfach nicht ich selbst sein zu können. Daher bin ich insgesamt doch optimistisch.

@Ruby
"Ganz davon abgesehen ist sowas bei Mädchen auch eher akzeptiert als wenn es umgekehrt ist."
Jap. Als Mädchen/Frau mit kurzen Haaren und Männer-Klamotten rumzulaufen ist ja absolut kein Problem. Als Junge/Mann mit Kleid und mit make-up steht man allerdings sofort im Mittelpunkt. Deshalb liegt das Durchschnittsalter, in dem Transfrauen sich outen und/oder ihren Körper verändern auch wesentlich höher. Habe da die Zahlen von im Durchschnitt 37 bei Transfrauen und irgendwas unter 20 bei Transmännern im Kopf, allerdings bin ich mir nicht mehr sicher, ob sich das auf körperliche Veränderungen, nur die OP oder das Outing bezieht. Das müsste ich jetzt nochmal recherchieren, aber es ist denke ich klar, worauf ich hinaus möchte.

dattelpalme
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Re: Wer ist es? User stellen sich vor

Beitrag von dattelpalme » Do 4. Jan 2018, 13:50

apropos hessen und transsexualität: in marburg gibt es sehr viele (offen) transsexuelle. also falls du mal da bist, kannst du ohne probleme tobi irgendwo anders lassen ;)

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Ruby
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Re: Wer ist es? User stellen sich vor

Beitrag von Ruby » Do 4. Jan 2018, 16:14

Norakete hat geschrieben:
Do 4. Jan 2018, 12:12

@Ruby
"Ganz davon abgesehen ist sowas bei Mädchen auch eher akzeptiert als wenn es umgekehrt ist."
Jap. Als Mädchen/Frau mit kurzen Haaren und Männer-Klamotten rumzulaufen ist ja absolut kein Problem. Als Junge/Mann mit Kleid und mit make-up steht man allerdings sofort im Mittelpunkt. Deshalb liegt das Durchschnittsalter, in dem Transfrauen sich outen und/oder ihren Körper verändern auch wesentlich höher. Habe da die Zahlen von im Durchschnitt 37 bei Transfrauen und irgendwas unter 20 bei Transmännern im Kopf, allerdings bin ich mir nicht mehr sicher, ob sich das auf körperliche Veränderungen, nur die OP oder das Outing bezieht. Das müsste ich jetzt nochmal recherchieren, aber es ist denke ich klar, worauf ich hinaus möchte.
Kann mir sehr gut vorstellen, dass das so ist. :| Dazu gehört dann ganz schön viel Selbstbewusstsein, gerade wenn man eben nicht der Typ Mensch ist, der gerne im Mittelpunkt steht.
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Re: Wer ist es? User stellen sich vor

Beitrag von glutexo2000 » Do 4. Jan 2018, 16:34

Endlich kein Tobi mehr. Hab seine Posts eh nie gern gelesen :doof: ;)

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Re: Wer ist es? User stellen sich vor

Beitrag von Norakete » Do 4. Jan 2018, 17:55

dattelpalme hat geschrieben:
Do 4. Jan 2018, 13:50
apropos hessen und transsexualität: in marburg gibt es sehr viele (offen) transsexuelle. also falls du mal da bist, kannst du ohne probleme tobi irgendwo anders lassen ;)
Das ist prinzipiell schon mal sehr gut zu wissen, danke. Bin eigentlich sehr zufrieden mit meiner derzeitigen Situation: in Sachsen habe ich meine SMJG-Stammtische, die 2 mal im Monat in Leipzig stattfinden. Dort kann ich problemlos Nora sein (Leipzig beschde). Zudem bin ich ja doch noch mehr oder weniger regelmäßig in NRW bei Freunden, wo das auch absolut kein Problem ist. Ansonsten habe ich noch das Internet, wo ich natürlich ich selbst sein kann (beide Foren, die wichtigsten Whatsapp-Gruppen, Instagram, etc.). Das reicht auch hoffentlich vorübergehend für die nächsten 2,5 Jahre, von denen ich ja sowieso noch 3 Semester in China verbringe, wenn alles klappt. :)
glutexo2000 hat geschrieben:
Do 4. Jan 2018, 16:34
Endlich kein Tobi mehr. Hab seine Posts eh nie gern gelesen :doof: ;)
:bäh: :clown:

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Re: Wer ist es? User stellen sich vor

Beitrag von Blackstar » Do 4. Jan 2018, 18:42

Geile Vice-Fragerunde hier. :lolol:

Mich würd mal interessieren, wenn du das Thema Therapie ansprichst, wer sowas eigentlich zahlt.

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Re: Wer ist es? User stellen sich vor

Beitrag von Norakete » Do 4. Jan 2018, 19:01

Blackstar hat geschrieben:
Do 4. Jan 2018, 18:42
Mich würd mal interessieren, wenn du das Thema Therapie ansprichst, wer sowas eigentlich zahlt.
Man benötigt psychiatrische Gutachten, die belegen, dass im aktuellen Zustand/Körper ein Leidensdruck vorliegt, dann wird das in der Regel von der Krankenkasse übernommen.

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Re: Wer ist es? User stellen sich vor

Beitrag von Blackstar » Do 4. Jan 2018, 21:15

Norakete hat geschrieben:
Do 4. Jan 2018, 19:01
Blackstar hat geschrieben:
Do 4. Jan 2018, 18:42
Mich würd mal interessieren, wenn du das Thema Therapie ansprichst, wer sowas eigentlich zahlt.
Man benötigt psychiatrische Gutachten, die belegen, dass im aktuellen Zustand/Körper ein Leidensdruck vorliegt, dann wird das in der Regel von der Krankenkasse übernommen.
Ah, da hat der Versicherungstyp wieder was gelernt :-)

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Re: Wer ist es? User stellen sich vor

Beitrag von Wishkah » Fr 5. Jan 2018, 09:34

Norakete hat geschrieben:
Do 4. Jan 2018, 17:55
Das reicht auch hoffentlich vorübergehend für die nächsten 2,5 Jahre, von denen ich ja sowieso noch 3 Semester in China verbringe, wenn alles klappt. :)
Wie sieht denn die Lage in China aus? Kannst du da als Nora leben oder müsstest du in der Zeit den Tobi wieder rauskramen?

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Re: Wer ist es? User stellen sich vor

Beitrag von Norakete » Fr 5. Jan 2018, 12:32

Wishkah hat geschrieben:
Fr 5. Jan 2018, 09:34
Norakete hat geschrieben:
Do 4. Jan 2018, 17:55
Das reicht auch hoffentlich vorübergehend für die nächsten 2,5 Jahre, von denen ich ja sowieso noch 3 Semester in China verbringe, wenn alles klappt. :)
Wie sieht denn die Lage in China aus? Kannst du da als Nora leben oder müsstest du in der Zeit den Tobi wieder rauskramen?
Da bin ich mir gar nicht so sicher. In einigen Großstädten gibt es wohl auch LGBT-Szenen, auf dem Land natürlich nicht. Meine Auslandssemester werde ich dann vermutlich ganz "normal" als Tobi antreten (bzw. mit meinem chinesischen männlichen Namen), einfach auch um ggf. Schwierigkeiten bei der Einreise und an der Uni zu vermeiden, sollte es Verwirrungen um mein offizielles formelles Geschlecht geben etc. Chinesen lieben Bürokratie, das wird alles schon kompliziert genug, mal von der Sprachbarriere ganz abgesehen.
Nach meiner Transformation (inkl. Namens- oder Personenstandsänderung, da muss ich mich noch genauer informieren) wird es als Nora dann schon alles funktionieren, hoffe ich zumindest :doof:

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Re: Wer ist es? User stellen sich vor

Beitrag von Unterfangen » Fr 5. Jan 2018, 18:56

Norakete hat geschrieben:
Fr 5. Jan 2018, 12:32
Wishkah hat geschrieben:
Fr 5. Jan 2018, 09:34
Norakete hat geschrieben:
Do 4. Jan 2018, 17:55
Das reicht auch hoffentlich vorübergehend für die nächsten 2,5 Jahre, von denen ich ja sowieso noch 3 Semester in China verbringe, wenn alles klappt. :)
Wie sieht denn die Lage in China aus? Kannst du da als Nora leben oder müsstest du in der Zeit den Tobi wieder rauskramen?
Da bin ich mir gar nicht so sicher. In einigen Großstädten gibt es wohl auch LGBT-Szenen, auf dem Land natürlich nicht. Meine Auslandssemester werde ich dann vermutlich ganz "normal" als Tobi antreten (bzw. mit meinem chinesischen männlichen Namen), einfach auch um ggf. Schwierigkeiten bei der Einreise und an der Uni zu vermeiden, sollte es Verwirrungen um mein offizielles formelles Geschlecht geben etc. Chinesen lieben Bürokratie, das wird alles schon kompliziert genug, mal von der Sprachbarriere ganz abgesehen.
Nach meiner Transformation (inkl. Namens- oder Personenstandsänderung, da muss ich mich noch genauer informieren) wird es als Nora dann schon alles funktionieren, hoffe ich zumindest :doof:
Wie kommst du auf den Namen Nora, wenn ich fragen darf? :)

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Re: Wer ist es? User stellen sich vor

Beitrag von Norakete » Sa 6. Jan 2018, 02:13

Unterfangen hat geschrieben:
Fr 5. Jan 2018, 18:56
Wie kommst du auf den Namen Nora, wenn ich fragen darf? :)
Der Name schwirrt mir schon seit einigen Jahren im Kopf herum. Wenn irgendjemand in meinem Umfeld schwanger wurde oder es allgemein um das Thema Babynamen ging, war das immer mein heimlicher Favorit, habe ihn aber glaube ich stets für mich behalten. Eigene Kinder wollte ich nie und ungenutzt möchte ich den Namen nicht lassen, also habe ich ihn mir einfach selbst gegeben. :doof: wirklich darüber nachgedacht habe ich aber eigentlich nicht, es war für mich irgendwie von Anfang an klar, dass das der Name für meine drag persona wird - es hat ja ursprünglich mal als cross-dressing-Projekt angefangen.

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Re: Wer ist es? User stellen sich vor

Beitrag von Wishkah » Sa 6. Jan 2018, 10:57

In Wirklichkeit hast du dir doch einfach einen Namen gesucht, mit dem ein Wortspiel im Forum funktioniert!

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Re: Wer ist es? User stellen sich vor

Beitrag von Norakete » Sa 6. Jan 2018, 15:30

Wishkah hat geschrieben:
Sa 6. Jan 2018, 10:57
In Wirklichkeit hast du dir doch einfach einen Namen gesucht, mit dem ein Wortspiel im Forum funktioniert!
Das hatte selbstverständlich eine sehr hohe Priorität!


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