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Der Konzertbesuchsthread

Konzerte, Platten & Musik im TV
Rieper
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Rieper » Mo 4. Dez 2023, 21:50

Marc1904 hat geschrieben:
Mo 4. Dez 2023, 21:14
Dann war ich am Freitag in Hamburg bei Roosevelt.


Beim Merch hat man 30€ für die Vinyl genommen. Mit Unterschrift 40€ - das fand ich krass unverschämt.

:lolol:

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Flecha
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Flecha » Fr 8. Dez 2023, 07:27

Ich war gestern bei Sleep Token und Health in der Hamburger edel-optics-Arena.

Vorab schon mal: ein rundum gelungener Konzertabend. Der Bahnstreik hätte dem aber leicht einen Strich durch die Rechnung machen können. Seit 22 Uhr wird ja auch der Personennahverkehr bestreitk und nach Wilhelmsburg fährt vom Hauptbahnhof bzw. zurück nur die S-Bahn, die von DB betrieben wird. Glücklicherweise konnten Freunde uns kurzfristig mit dem Auto einsammeln. Etwaige Busse sowie das MOIA/Taxi-Netz dürften bei dem ausverkauften Konzert entsprechend überlastet gewesen sein.

Das Highlight der Show war für mich eigentlich bereits die Vorband: Health, grob: Industrial meets Synthwave, sind in den vergangenen Jahren zu einem meiner Favoriten aufgestiegen und hatten schon als Support von Perturbator vor einem Jahr komplett rasiert. Gestern ist ja auch das neue Album Rat Wars erschienen, von dem es natürlich einige Songs, u.a. die vorab veröffentlichten Banger Hateful (Studioversion feat. Sierra, ebenfalls groß) und Ashamed. Das Godflesh-Feature Sicko wurde leider ausgelassen, aber habe ich mir schon gedacht. Wenn die Feature-Acts nicht dabei sind (wie im Fall Perturbator) werden normalerweise auch die Disco4-Songs ausgelassen. Dazu reingemixt Klassiker wie Stonefist und Feel Nothing. Rundum gelungene 45 Minuten, hätte auch gut und gerne länger sein können, bitte als nächstes eine Solotour. Arena-Bühne passt darüber hinaus super zur Band. Sleep Token haben ja eine recht aufwendige Lichtshow und von der Installation hat auch Health profitiert. Dazu war der Sound überaus druckvoll.

Der Mainact selbst hat dann, würde ich sagen, rund 105 Minuten gespielt. Großer Fokus natürlich auf dem aktuellen Album Take Me Back to Eden, aber auch reichlich Songs von den Vorgängern, darunter The Offering als Zugabe, was sicher der härteste Song im Set war. Die neueren Singles Chokehold (Opener), The Summoning oder auch Alkaline von 2021 wurden natürlich alle gespielt. Der Titeltrack zum Album als Closer mit über 8 Minuten ein richtiges Brett, auch sehr emotional.

Beeindruckend: die Band hat ja, u. a. begünstigt von TikTok und Support-Slots bei Architects sowie Slipknot und Festival-Auftritten eigentlich auf allen Metal-Majors, einen unvergleichlichen Hype erfahren. Glaube, sie haben vorher noch nie eine Headliner-Show in Hamburg gespielt und dann halt gleich eine Halle ausverkauft, die im Frühjahr Kreator trotz Paket mit Lamb of God und Municipal Waste nur gerade so, wenn überhaupt, vollbekommen haben. Das Publikum war sehr divers, der Altersschnitt aber sicher unter 30. Und ich hab bei einer Metalband selten ein so euphorisches Publikum erlebt. Mitgesungen und auch riesige Pits zu den doch eigentlich in den Metalparts eher schweren und langsameren Songs.

Die Musik spaltet die Gemüter ja etwas - ich bezeichne es immer gern als Kind von Meshuggah und Imagine Dragons, so unwahrscheinlich das klingen mag. Djent und Groove Metal werden da mit Indie Rock und mitunter Rapparts sowie sehr souligen Passagen gemischt. Zwischendurch drohte es mal, sich etwas zu ziehen mit den sehr ruhigen Parts, aber die Band hat immer wieder gut aufgeweckt, wenn die Metalparts dann anfingen. :lol:

Die Show hat mich jedenfalls darin bestätigt, dass die Band diesen Status so schnell komplett zu recht erreicht hat. Trotz dessen, dass sie komplett maskiert auftreten (Sänger Vessel, ein Gitarrist, ein Bassist, der Drummer und drei Background Sänger*innen), diese "Mystik" um die Band mit ihrem Konzept um die Gottheit Sleep aber eigentlich gar nicht zur Geltung kommt UND es null Ansagen gab, haben sie eine irre Bühnenpräsenz. Und rein technisch macht ihnen niemand was vor. Der Drummer ist da mMn. der stärkste Part, richtig richtig gut. Der Sänger hat zudem eine krasse Range, die Live nicht an Ausdruck gegenüber den Studioaufnahmen abstinkt (was ich zuvor befürchtet hatte). Und dann eben die Lichtshow, zu jedem Song ein neuer, aber immer passender Einsatz, hat null genervt oder so.

Minuspunkt: Merchkosten. Hab jetzt nur bei Health geguckt, aber T-Shirts für 45 Euro. WTF. Klar: die Halle hat denen da safe, wie man das in den letzten Monaten so oft gehört hat, was von abgeknöpft, denn im Bandshop kosten die 30 Euro. Aber mal ehrlich: mich welcher Berechtigung? Die haben ihre eigene Verkäuferin dabeigehabt und einen effing Tisch gegenüber von dem eigentlichen Merch-Raum mit Tresen bekommen, wo neben der mitgebrachten Platte quasi nichts mehr raufgepasst hat.

Das Konzertticket hat ebenfalls rund 45 Euro gekostet. Das wird sicher bei der nächsten Tour noch mal steigen (denke, dass sie dann ggf auch schon in der Barclays spielen), daher bin ich ganz froh, es jetzt mitgenommen zu haben. Vielleicht dann das nächste Mal bei ner Wacken-Headlinershow 2025.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » So 10. Dez 2023, 16:10

Ich war am Sonntag, 26.11.2023, in Darmstadt bei World of Pleasure in der Oettinger Villa, World of Pleasure und Age of Apocalypse in einer Woche separat auf Tour in Europa, das ist schon ne Ansage. World of Pleasure haben leider kein NRW-Date gespielt. Also wurde gewählt zwischen Antwerpen auf einem Mittwoch oder Damrstadt am Sonntag. Die Wahl fiel vor allem aufgrund der wunderschönen Location in Darmstadt leicht. Natürlich hieß das auch wieder eine lange Autofahrt, aber sonntags waren die Autobahnen zum Glück frei und es gab keine Zwischenfälle. Show war nicht ausverkauft, aber sehr gut gefüllt. Darunter gefühlt halb Hardcore NRW.

Desiderate – Neue Band aus Nürnberg, haben eine Demo draußen, die mir sehr gut gefällt. Glaube, es war der zweite Gig, dafür eine souveräne Leistung. Sound geht laut eigener Beschreibung Richtung Buried Alive und early-Hatebreed. Passt. Was auch passte, was das Cover: Hatebreed – „Burn the Lies”. Da ging einiges. Guter Start in den Abend.

Pus – Werden von mal zu mal besser. Mit Abstand bester Gig, den ich von der Band bisher gesehen habe. Klar, keine Singalongs, da die Texte auf Russisch sind, aber macht überhaupt nichts. Der Sound ist fies, lädt zur Bewegung ein. Die Sängerin ist angepisst. Gutes Ding.

Face Your Fears – Auch hier das beste Set, was ich bisher von der jungen Band aus Hannover bisher gesehen habe. Sound ist klassischer Hardcore, sehr wütend. Der Mosh vor der Bühne wurde härter, die Anzahl des textsicheren Leute in Reihe 1 höher. War ein guter Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte.

Force of Denial – Erst zwei Tage zuvor gesehen, dort war es schon astrein. Aber diese Show hat alles getoppt. Unfassbar, was hier ging. Wie viele Leute die Texte der EP, die drei Tage vorher rausgekommen ist, schon konnten. Von den alten Tracks ganz zu schweigen. Dazu beängstigend harter Mosh. Diese Band wird ihren Weg gehen, nicht nur in Deutschland.

World of Pleasure – Astreine Show, da kann man nichts sagen. Ultramilitante Vegan Edge Lyrics mit einem Sound irgendwo an der Schnittstelle Hardcore – Metalcore. Dazu viele Elektrosamples, ist trotz der Härte eine absolut positive Stimmung. Die Leute haben noch einmal alles gegeben. Zwischendurch gab es noch ein Feature des Cauldron Sängers. Top Gig, besser als der in Glasgow im April, was ich so nicht erwartet hätte. Die Fahrt nach Darmstadt hat sich mal wieder gelohnt.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » So 10. Dez 2023, 17:41

Ich war am Mittwoch, 29.11.2023, in Köln bei Militarie Gun im Gebäude 9. Die Band spielte zum dritten Mal innerhalb eines halben Jahres in Köln. Der Ticketpreis lag bei knapp 30 Euro. Ich war von Anfang an skeptisch, ob das funktionieren würde. Schlussendlich waren vielleicht 100 Zahlende im Gebäude 9 anwesend, es war traurig, aber in meinen Augen auch kein Wunder. Die Show im Juni hat 12 Euro gekostet und war in einem 150 Leute Laden. Dazu die Show als Support von Rival Schools. Man hatte eben die, teilweise viel günstigeren, Möglichkeiten, die Band schon zu sehen. Daran ändert auch der US-Support nichts, der dieses Mal mit dabei war. Aus anderen Städten habe ich ähnlich traurige Storys über die Anzahl der Zahlenden gehört. Man muss dazu sagen, dass die Tour in Deutschland von einer großen Agentur gebucht wurde. Da hat man sich wohl etwas verschätzt, was Zugkraft und Preise angeht. Ist damals bspw. auch bei Turnstile 2015 nach hinten losgegangen. Merchpreise waren allerdings fair, da kann man nichts sagen.

TV Cult – Lokaler Support, wie schon vor Kurzem bei High Vis. Es war wieder ein grundsolider Gig der Post-Punk Truppe. Ich werde sicherlich kein Die Hard Fan, aber als Opener kann man die Band jederzeit bedenkenlos mitnehmen.

Gumm – Ohne die Band hätte ich die Tour wohl auch ausgelassen. Junge Band aus den Staaten. Sound ist recht melodischer Hardcore, der ähnlich wie Militarie Gun das Potential hat, auch außerhalb der Hardcore Bubble Fans zu finden. Performance war vollkommen in Ordnung, aber vor der Bühne natürlich gähnende Leere. Die Band hat sich nichts anmerken lassen, aber es kommt so einfach keine Stimmung auf. Hoffe, die finden nochmal den Weg rüber nach Europa.

Militarie Gun – Eigentlich alles 1 zu 1 wie bei Gumm. Die Band hat sich alle Mühe gegeben, aber bis auf ein paar Leute, die entspannt mitgesungen haben, wir reden hier nicht von Singalongs, kam keine Stimmung auf. Was ich allerdings positiv hervorheben muss, ist die Setlist, denn gefühlt wurde alles gespielt. Das waren bestimmt 20 Songs. Da hätte ich weniger erwartet. Dennoch einfach nur ein trauriger Abend, hätte ich mir schenken können.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » So 10. Dez 2023, 22:01

Ich war am Freitag, 01.12.2023 in Venlo, Niederlande, bei Wiegedood im Poppodium Grenswerk. Unglaublich, aber wahr, ich war noch nie auf ner Show in Venlo, obwohl das quasi umme Ecke liegt. Laden liegt in der Innenstadt, mies, aber trotzdem recht zügig nen Parkplatz bekommen. Aus dem geplanten Besuch einer Pommesbude wurde leider nichts, weil alles um 18 Uhr schließt, und das an einem Freitag. Die Location war typisch für die Niederlande ein moderner, renovierter Laden. Es waren leider überraschend wenig Leute vor Ort. Der Laden war trotz geschlossener Empore nicht einmal zur Hälfte gefüllt.

Alkahest – Namen vorher noch nie gelesen. Es war für mich ein Wechselbad der Gefühle. Ich würde es am ehesten als Progressive Death Metal beschreiben. Die Death Metal Parts waren astrein und die Stimme der Sängerin beeindruckend. Die progressiveren Parts kamen allerdings etwas gewollt daher. Teilweise wurde da auch ziemlich dick aufgetragen. Hat mich nicht abgeholt.

Wiegedood – Haben gewohnt abgeliefert. Sind glaube ich auch die Band, die ich, abgesehen von 2-3 lokalen Hardcore Bands seit der Pandemie am häufigsten gesehen habe. Und es ist eigentlich jedes Mal top. Erstmal ist es beeindruckend, so eine fiese Black Metal Soundwand mit nur drei Leuten zu erzeugen. Dann ist da der Sänger, der eine der beeindruckendsten Stimmen im Game hat. Sehr cool war, dass es bei einem Song bei einer ruhigen Stelle ein fast jazzartiges Zwischenspiel gab. Habe ich so auch noch nicht gesehen, top. Letzter Song war dann „FN SCAR 16“, welcher in einem elektronischen Outro endete. Auch das war eine Neuerung. Astreiner Auftritt wie eigentlich immer. Die Bochum Show im März ist schon notiert.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Sa 16. Dez 2023, 07:43

Ich war am Sonntag, 03.12.2023, in Bochum bei Amenra in der Zeche. Anfahrt zur Location ist etwas nervig, weil vom Hauptbahnhof nur ein Bus fährt, der auch mal gerne überfüllt ist, aber ich war früh dran, also alles cool. Show war glaube ich ausverkauft, aber der Laden ist so weitläufig, dass es sich trotzdem gut aushalten lässt.

Corecass – Ganz cooles Ambient-Projekt. Passte gut zu Amenra. Zwei Leute, darunter eine Dame mit Harfe. Unsicher, ob ich schon mal einen Act mit Harfe gesehen habe. Kann ich jetzt auch von meiner Liste streichen. Hat mich abgeholt. Was mich dagegen nicht abgeholt hat, waren die beiden Dudes, die sich Mitte des Sets vor mich stellten, nur gelabert haben und dann noch Stress anfangen wollten als eine Person sie darauf hinwies, bitte leiser zu sein. Ist immer dasselbe. Showerlebnis wurde aber nur leicht getrübt. Würde ich wieder gucken.

Amenra – Holen mich immer ab, es wird sich niemals ändern. Klar, es gibt son paar Songs, die ich gerne mal wieder live sehen würde oder überhaupt mal gerne sehen würde, allen voran „From Birth to Grave. From Shadow to Light“. Allerdings sind von meinen Lieblingsplatten, der „Mass III“ und „Mass IV“ weiterhin viele Songs in der Setlist. Ansonsten alles wie gehabt. Die Band fesselt einen, die Videos passen perfekt zum Sound. Es ist ein Gesamterlebnis auf allen Ebenen, was alle zumindest einmal erleben sollten. Für mich die beste Liveband, werde auch weiterhin kontinuierlich Shows besuchen. Meine Mitfahrer waren auch alle rundum zufrieden. Top Abend.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Sa 16. Dez 2023, 11:09

Ich war am Montag, 04.12.2023, in Köln bei Jesus Piece im Luxor. Wieder eine Hardcore Tour, die von einer großen Agentur gebucht wurde in Deutschland. Wieder eine zu große Halle. Es war am Ende nicht so katastrophal wie bei Militarie Gun, aber das Luxor war nicht mal halb gefüllt. Dazu gab es einen Support, der zwar durchaus seine Daseinsberechtigung hat und alles andere als mies ist. Wenn man das Ganze aber mit UK vergleicht, wo es jeden Abend drei Support gab, die alle auf ähnlichem Level sind, wenn nicht größer, muss man sich nicht wundern, dass die Leute wegbleiben.

Dogbite – Junge Band, glaub aus Leipzig/Berlin. Bedienen gerade ziemlich gut die harte Schiene a la Knocked Loose und kommen auch gut an. Haben diese auch schon supportet, nun also Jesus Piece. War ein solider Gig. Gab auch Bewegung vor der Bühne zu früher Stunde. Sound war auch in Ordnung, das Knocked Loose Cover wurde allerdings nicht mehr gespielt. In meinen Augen eine gute Entscheidung. Denke, die werden ihren Weg gehen mit diesem Sound und weitere Support Gigs an Land ziehen.

Jesus Piece – Fließender Übergang zur Hauptband. Am Sound hat sich quasi nichts geändert. Natürlich sind Jesus Piece routinierter und vor der Bühne war mehr los. Allerdings kam es schnell zum Clash zwischen Mosh und Pogo Kids. Man war sich nicht ganz einig, zum Glück ging das Ganze ohne Schlägereien aus. An dieser Stelle möchte ich den unangenehmen Dude im Weihnachtsmannkostüm hervorheben. Sobald einem solche Leute auf Shows begegnen, ist es ein sicheres Zeichen, dass die Band groß geworden ist. Ansonsten war es ein guter Gig, aber keinesfalls überragend. Generell konnte mich die Band live noch nicht vollständig überzeugen. Vielleicht beim nächsten Mal. Insgesamt war es auch ein nicht mehr als solider Abend.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Sa 16. Dez 2023, 12:00

Ich war am Freitag, 08.12.2023, in Essen bei Im Wasser im Emo-Keller. Eigentlich drei Bands auf dem Billing, konnten schlussendlich nur zwei spielen, weil die dritte aufgrund von Covid canceln musste. Gute Besserung an dieser Stelle. Dennoch war der Laden voll, schätze so 50-60 Zahlende, reicht dort vollkommen aus. Dazu guter Hangout und günstiger Einlass und Getränke, alles entspannt.

Tristis – Zu meiner Überraschung spielten zuerst Tristis und nicht Im Wasser. Aber wollte eh beide Acts sehen und es durften auch beide ein volles Set spielen. Tristis mit einer gewohnt guten Black Metal Show. Klar, beim Sound muss man in dem Laden etwas Abstriche machen. Es ist halt nur der Keller einer Kita mit 2,10 m Deckenhöhe. Gesang hätte lauter sein dürfen, aber an sich wars soweit in Ordnung. Hat auch beim dritten Mal dieses Jahr Spaß gemacht und wird weiterhin ausgecheckt. Im Gegensatz zu Dortmund vor einigen Wochen hat sich die Sängerin nicht mit einer schwarzen Flüssigkeit übergossen. Wäre bei dem Teppichboden in der Location wohl auch keine gute Idee gewesen.

Im Wasser – Endlich mal gesehen, nachdem ich bei den bisherigen Gigs immer verhindert war, und es hat sich gelohnt. Ein sehr schöner Mix aus Post-Rock und Screamo. Envy waren hier sicherlich ein großer Einfluss auf den Sound. Gesungen haben mehrere Leute, alle stimmlich gut. Der Sound war auch besser als bei Tristis. Insgesamt viel besser als ich es erwartet habe. Das war nicht mein letzter Gig. Einziger kleiner Kritikpunkt, aber das ist auch komplett subjektiv. Wenn man einmal ohne Mikro schreit als Höhepunkt von irgendeinem Song, find ich es ganz cool. Wenn das aber häufiger passiert, verliert es direkt seine Besonderheit. Würde das dosierter einsetzen, aber wie gesagt, subjektiv, gibt sicherlich ne Menge Leute, die das klasse finde. Insgesamt war es für 5-10 Euro Eintritt ein top Abend.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Sa 16. Dez 2023, 13:45

Ich war am Montag in Oberhausen bei Malevolence im Kulttempel. Vier Bands aufn Montag und Beginn 19:30 Uhr, das klang so als würde es nicht gut enden. Bin skeptisch hin. Show war ausverkauft, ziemlich voll. Hab aber einen guten Platz auf dem Empore ergattern können und konnte in den Umbaupausen sogar sitzen. Ein Segen für meinen müden Körper.

Guilt Trip – Einzige Band neben Malevolence, die mich wirklich interessiert hat. War ein grundsolider Gig zum Start in den Abend. Es gab Bewegung im Pit und deutlich mehr Textsichere vor der Bühne als ich es wartet habe. Muss aber gestehen, dass die Band weiterhin nicht mein Favorit ist aus UK und ich auch nicht ganz verstehen kann, wieso gerade sie so groß geworden sind. Aber sei ihnen gegönnt. Zum Abschluss gab es dann mit „Davidian“ ein Machine Head Cover, welches mich komplett abgeholt hat. Sehr starker Schlusspunkt.

Justice for the Damned – Metalcore/Deathcore Hybrid aus Australien. Lustigerweise bisher erst einmal gesehen, auch zusammen mit Malevolence. Damals war es die Knocked Loose Tour in Bochum, müsste Ende 2019 gewesen sein. Damals wie heute muss ich gestehen, dass die Band überhaupt nicht mein Fall ist. Das klingt für mich alles sehr pseudoböse und -hart. Da gibt es Besseres. Hatten aber auch ihre Fans vor der Bühne.

Sylosis – Recht alte Metalcore Band mit Melodic Death Metal Bands, Kategorie Unearth. Passten nicht so rein ins Tour Package und ich dachte auch zu Beginn, dass es sich um eine andere, mir noch unbekannte neue Band handelt. Show war musikalisch sicherlich besser als die der Band davor, aber der Gig ist ebenfalls komplett an mir vorbeigegangen. Brauch ich nicht nochmal.

Malevolence – Vor knapp 10 Jahren zum ersten Mal gesehen. Damals auf einem katastrophal organisierten Festival nachts um 2 Uhr vor 20 Leuten. Heute sind die Jungs gut im Geschäft und haben ne riesen Fanbase. Gig war musikalisch top. Die wissen, was sie machen. Vor allem die Herren an den Klampfen sind über jeden Zweifel erhaben und der Crowbar type Gesang des einen Gitarristen gefällt mir auch super. Der Sänger hat die Menge voll im Griff. Durchweg viele Stage Dives, Singalongs, im Pit war auch gut was los. Da die erste Platte ihr zehnjähriges Jubiläum feiert und dies auch zwischendurch erwähnt wurde, hatte ich Hoffnung auf einige alte Tracks. Leider gab es nur zwei Stücke vom ersten Album. Dafür natürlich viel von der neuen Platte, aber alles cool. Die gefällt mir auch. Was ich übertrieben fand war die Lichtshow. Teilweise hat man nichts gesehen durch Strobos etc., was ich bei Shows mit Stage Dives nicht ungefährlich finde, aber es ist alles gut gegangen. Die Spielzeit war auch angemessen. Bin nach knapp einer Stunde abgehauen, weil es mittlerweile halb 12 war, viel zu spät. Habe laut Setlist.fm noch ein Drum Solo und zwei Songs verpasst. Sollten also so 70 Minuten gewesen sein. War ein guter Abend, aber das nächste Mal werde ich es stärker von der Supports abhängig machen, ob ich die Tour mitnehme. Dafür sind die Tickets mittlerweile auch zu teuer.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » So 17. Dez 2023, 11:27

Ich war am Mittwoch in Köln bei Living Colour in der Kantine. Die Kantine ist schrecklich mit den Öffies zu erreichen, schon diverse Male gesagt, aber man kann es nicht oft genug wiederholen. Ich war allerdings früh dran und pünktlich vor Ort. War sehr gespannt auf die Crowd. Durchschnittsalter bestimmt 45, wenig Merch. Location war schätze ich so zu max zwei Dritteln gefüllt. Das mag auch am stattlichen Preis von 50 Euro gelegen haben.

Slope – Die Duisburger Hardcore Band durfte den Opener machen. Unsicher, ob mehr als eine Handvoll Leute in der Crowd die Band kannten. Dafür kamen sie allerdings ziemlich gut an. Es wurde mitgeklatscht und viel Applaus gespendet. Pits gab es keine, was mich bei dem Publikum auch überrascht hätte. Gespielt wurden vor allem Tracks der letzten Platte und die vorab veröffentlichten des kommenden Albums. Passt auch besser zu Living Colour als die alten Hardcore Songs. Guter Gig, Sound hat auch gepasst, netter Start in den Abend.

Living Colour – Exklusive Deutschland Show. Beim Blick auf den Merch fand ich spannend, dass es in den Niederlanden fünf oder sechs Shows gab. Die müssen da riesig sein, faszinierend. Aber das nur so nebenbei. Bin wirklich kein Überfan und es fällt komplett in die Kategorie „nett mal gesehen zu haben“. Aber die Herren haben abgeliefert, da kann man nichts sagen. Spielzeit war über zwei Stunden. In der Setlist hat nichts gefehlt. Allgemein war die Stimmung top. War ewig nicht mehr auf einer Show, auf der so viel gejubelt wurde. Gab auch Sachen, die ich nicht brauche, bspw. das Drum Solo. Das ist einfach nicht mein Fall. „Cult of Personality“ kam natürlich gegen Ende des Sets, CM Punk war nicht vor Ort, die größte Enttäuschung für mich. Am Ende nochmal zurück zur Spielzeit. Ich weiß, ich besuche primär Shows mit max 30 Minuten Sets, aber wie kann man sich regelmäßig Zwei Stunden Sets geben? Das ist unglaublich anstrengend.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » So 17. Dez 2023, 11:58

Ich war am Freitag in Dortmund bei ClearxCut im Rekorder. Der Laden wird Ende des Jahres geschlossen. Sehr schade. Keine Ahnung, ob es das letzte Konzert dort war, aber auf jeden Fall eines der letzten. Eigentlich sollten Moral Bombing den Support geben, aber mussten aufgrund der Corona Erkrankung eines Mitglieds kurzfristig canceln. Sehr schade, aber die spielen bekanntlich alle paar Wochen in der Nähe. Vor Ort war es ziemlich voll. Bestimmt 50 Zahlende, hätte mit weniger gerechnet. Eintritt 7-12 Euro auch fair.

To the Wire – Sind ganz kurzfristig als Support eingesprungen. Sound ist jetzt nicht total schlecht, aber alles an der Band versprüht das Label Boomercore. Das sind irgendwelche 40-Jährige, die gerne Youth of Today wären, aber nur Risk It! bei Wish bestellt sind. Set ging fast 40 Minuten, viel zu lang. Am Ende gabs mit „New Direction“ noch ein Gorilla Biscuits Cover, was die Sache aber auch nicht mehr gerettet hat.

ClearxCut – Vegan Edge Metalcore, klangen im Endeffekt wie Earth Crisis, was auf gar keinen Fall schlecht ist. Keine Bewegung vor der Bühne, etwas schade. Aber ansonsten guter Gig. Metallische Songs kamen gut rüber, die Stimme des Sängers wusste auch zu gefallen. Darüber hinaus sympathische Truppe und gute Ansagen zwischen den Songs. Der Ausflug nach Dortmund hat sich gelohnt.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Tambourine-Man » Mo 18. Dez 2023, 10:11

SammyJankis hat geschrieben:
Sa 16. Dez 2023, 12:00
Ich war am Freitag, 08.12.2023, in Essen bei Im Wasser im Emo-Keller. Eigentlich drei Bands auf dem Billing, konnten schlussendlich nur zwei spielen, weil die dritte aufgrund von Covid canceln musste. Gute Besserung an dieser Stelle. Dennoch war der Laden voll, schätze so 50-60 Zahlende, reicht dort vollkommen aus. Dazu guter Hangout und günstiger Einlass und Getränke, alles entspannt.

Im Wasser – Endlich mal gesehen, nachdem ich bei den bisherigen Gigs immer verhindert war, und es hat sich gelohnt. Ein sehr schöner Mix aus Post-Rock und Screamo. Envy waren hier sicherlich ein großer Einfluss auf den Sound. Gesungen haben mehrere Leute, alle stimmlich gut. Der Sound war auch besser als bei Tristis. Insgesamt viel besser als ich es erwartet habe. Das war nicht mein letzter Gig. Einziger kleiner Kritikpunkt, aber das ist auch komplett subjektiv. Wenn man einmal ohne Mikro schreit als Höhepunkt von irgendeinem Song, find ich es ganz cool. Wenn das aber häufiger passiert, verliert es direkt seine Besonderheit. Würde das dosierter einsetzen, aber wie gesagt, subjektiv, gibt sicherlich ne Menge Leute, die das klasse finde. Insgesamt war es für 5-10 Euro Eintritt ein top Abend.
:thumbs:
Auf den Bericht hatte ich gewartet. Wie an anderer Stelle geschrieben konnte ich die Anreise nach Essen leider nicht antreten. Liest sich aber top! Hoffe es ergibt sich zeitnah die Möglichkeit das nachzuholen
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Do 21. Dez 2023, 10:26

Ich war am Sonntag in Mülheim an der Ruhr bei Grim Silence im AZ. 7-12 Euro Eintritt, gewohnt günstige Getränke. Das Einzige, was mich gestresst hat, waren diverse anwesende Alt-Punks, die entweder auf das mittlerweile existierende Rauchverbot geschissen oder sich über (zu kurze) 15-20 minütige Hardcore Sets beschwert haben. Es war einfach nur unangenehm.

Placid – Band aus der Frankfurt/Mannheim Ecke machte den Opener. Ich glaube, eine Running Order wurde vorher nicht veröffentlicht. Sound ist ziemlich punkiger Hardcore mit viel Hall in der Stimme. Guck ich ganz gerne live und haben mal wieder überzeugt. Die Publikumsreaktionen waren natürlich nicht vergleichbar mit der Halloween Show in Wunstorf vor Kurzem, aber der Abend war eh anders wild.

Phase – Weiter ging es mit Youth Crew Hardcore. Dieses Jahr 5-6 x gesehen und es ist durchaus eine Entwicklung zu erkennen. Alles wirkt routinierter und die Sängerin kommt stärker aus sich heraus als noch zu Beginn. Die Demo gefällt mir auch gut. Werden auch im nächsten Jahr weiter ausgecheckt. Stehen mit ihrem Sound auch recht allein da in NRW.

Chemical Threat – Zum dritten Mal dieses Jahr gab es nach einer Phase Show nach kurzem Austausch eines Mitglieds ein 3-Track Secret Set inklusive namensgebenden 86 Mentality Cover. Mucke für die schrammeligere Fraktion. Hat wieder Laune gemacht.

Krude – Anfang des Jahres an gleicher Stelle zum ersten Mal gesehen. Dieser Auftritt hat mir besser gefallen. Auch hier recht wildes Hardcore Geschrammel. Kein Sänger, den Part haben sich Gitarrist und Bassist geteilt. Zwischendurch gab es noch ein Cro-Mags Cover, „World Peace“, damit macht man nie was falsch.

Grim Silence – Für mich ein typischer Vertreter des AZ-Hardcores. Weniger Wert auf Mosh und Breakdowns, alles etwas chaotischer. Hat den Abend allerdings gut abgerundet. War für einen Sonntag inkl. Hangout eine runde Sache.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Fr 22. Dez 2023, 13:09

Ich war gestern in Dortmund auf einer Show im FZW. Ab und zu finden dort von der Stadt unterstützte kleine Shows statt. In der Regel aus dem Punk-Spektrum. So war es auch gestern, wobei in jeder Band mindestens ein nicht-männliches Mitglied gespielt hat. Das lag den Veranstalter*innen wohl am Herzen. Insgesamt waren es 10 Bands für 10 Euro, lächerlich günstig, aber auch zu viel Programm für einen Donnerstag, obwohl die Bands auf zwei Bühnen abwechselnd ohne Pause gespielt haben. Warum Bier mit zwei Euro günstiger war als Softdrinks mit 3,30 Euro wird wohl für immer ein Rätsel sein. Gab zum Schluss natürlich auch viele Betrunkene, stressig.

Venlafvckscene – Grindpunk aus der Region, dieses Jahr auch 2-3 gesehen. Band kommt ohne Gitarre aus, ist gewöhnungsbedürftig, aber insgesamt ganz okay. Was auch gewöhnungsbedürftig ist, ist solche Bands außerhalb von AZs mit gutem Sound zu sehen.

LisaBouvier – Die erste von diversen Bands, die ich dem Riot Girl Punk zuschreiben würde. War nicht schlecht, aber hat mich ziemlich kalt gelassen.

Molly Punch – Punk mit einer Prise Grunge. War in Ordnung.

Split Acid – Abgesehen von den Bands, wegen denen ich vor Ort war, der beste Gig für mich. Auch wieder Punk, aber alles war ein Bisschen angepisster und chaotischer.

Marode – Wieder Punk, so langsam reichte es mir dann auch mit dem Genre. So großer Fan bin ich dann doch nicht. War einer der Gigs, die mich weniger abgeholt haben.

Jetski Accidents – Punk in Richtung Social Distortion, nicht so meins. Nachdem der Sänger mit Schiebermütze (Red Flag) ne unglaublich unlustige Ansage rausgehauen hat, hats mir dann auch gereicht.

Divine Sentence – Der Hauptgrund meines Erscheinens. 90s Metalcore aus der Schweiz, dieses Jahr diverse Male gesehen. An der Setlist hat sich nichts geändert. Alle Songs der Demo, zwei neue Songs (Promo kommt 2024), xRepentancex Cover und als Outro das King Nine Intro. Gewohnt gut, gewohnt hart. Kleine technische Probleme bei einem Song, aber who cares, kann passieren. Vor der Bühne weniger los als sonst, was auch daran liegen mag, dass die Veranstalter*innen keine großen Freund*innen von Violent Dancing sind. Eine schwierige Debatte, die niemals enden wird. Dennoch natürlich bester Gig des Abends. Es wirkte auch so, als hätte die Band viele neue Fans gewonnen.

WAUMIAU – Name ganz groß, hatten es allerdings schwer nach dem vorherigen Gig. Sound war, wie kann es anders sein, Punk. Ist an mir vorbeigegangen.

We Awake – Schon vor dem Gig war ich skeptisch, da Aufstellbanner auf der Bühne standen, was in der Regel ein Zeichen für schlechten Metalcore ist. Das war es dann auch, allerdings ohne Bass. Die Band wirkte sehr bemüht, aber es war eher unangenehm. Als hätten die Mitglieder einige große Metalcore Shows besucht und das Verhalten der dort spielenden Bands kopiert. War für mich der schlechteste Gig des Tages.

Wrecked Culture – Zweiter Grund meiner Anwesenheit. Ziemlich moshlastiger Hardcore aus Halle an der Saale. Fiese Stimme, fiese Breakdowns. Vor der Bühne war ne Menge los. Down to Nothing Cover war auch cool. Versöhnlicher Abschluss.
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AnacondaSniper
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von AnacondaSniper » Fr 22. Dez 2023, 14:24

SammyJankis hat geschrieben:
Fr 22. Dez 2023, 13:09

Jetski Accidents – Punk in Richtung Social Distortion, nicht so meins. Nachdem der Sänger mit Schiebermütze (Red Flag) ne unglaublich unlustige Ansage rausgehauen hat, hats mir dann auch gereicht.
Welche Ansage meinst du? Die mit dem Crustpunk? :mrgreen:

Ansonsten war es schon ein netter Abend. 6-7 Bands hätten aber gereicht. Auch war es witzig zu sehen das man am Äußerlichen schon gesehen hat, wer der Standard Bierschinken Typ war und wer für Divine Sentence / Wrecked Culture am Start war.

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Sa 23. Dez 2023, 14:08

Ich war gestern in Köln bei Gifts fort he Earth im Tsunami Club. Primärer Grund für den Besuch war das Treffen mit einem Freund, den ich länger nicht gesehen habe. Die Musik war am Abend eher Beiwerk, aber bei 10 Euro Eintritt kann man das mal machen. Der Laden war gut gefüllt, bestimmt 80 Zahlende. Wie ich später erfahren habe, war es die letzte Show der Hauptband. Da kommen nochmal alle raus.

Attic Ocean – Ein Drittel des Sets verpasst, weil die Deutsche Bahn auf der Hinfahrt wieder mal alles gegeben hat, um mich zu brechen. Würde die Band beim Shoegaze/Dream Pop mit Ausflügen in den Alternative Bereich einordnen. Sound war leider nicht allzu gut abgemsicht und irgendwie plätscherte es nur so vor sich hin. Fand den Open Air Gig in Mülheim an der Ruhr Mitte des Jahres stärker.

Gifts fort he Earth – Auch Shoegaze, aber alles war eine Spur energetischer und druckvoller. Der Sound war auch deutlich besser abgemischt. Hat insgesamt nicht mein Leben verändert, aber war für die knappe Stunde Spielzeit vollkommen in Ordnung. Wie bereits gesagt, letzte Show. Gleichzeitig wurde auch ein Album releast, dessen Songs den Großteil der Setlists ausmachten. Die Crowd war voll dabei und hat die Band ziemlich abgefeiert. Sicherlich ein schönes Ende für die Band.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Marc1904 » Do 28. Dez 2023, 13:30

Gestern, wie jedes Jahr, beim DONOTS JAK im Osnabrücker Rosenhof gewesen. Es war das erste von drei JahresAbschlussKonzerten. Und es ist immer wieder toll...zum einen trifft man Leute wieder, die jedes Jahr dort hinfahren und teils auch nur von dort kennt. Und zum anderen gibt es immer wieder eine tolle Setlist, welche nicht die 0-8-15 Songs von den Konzerten wiederspiegelt. Gestern gab es nur Songs aus der englischen Donots-Phase und somit ein freudiges Wiederhören von so geilen Hits wie Changes, Up Song oder You're so yesterday...

Publikum ging sehr ab - Band war gut aufgelegt - aber dennoch hatte ich den Eindruck sie haben sich noch etwas zurückgenommen um Energie für die beiden folgenden Tage zu sparen.

Heute geht es zum zweiten Teil - alles auf deutsch.

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Marc1904 » Fr 29. Dez 2023, 22:49

Gestern beim Donots JAK 2/3 gewesen. Es war fantastisch...27 Tracks - ausschließlich deutsche Donots Songs. Damit hat die Band wirklich ordentlich abgeliefert. Support Syff ging auch gut nach vorne und war schon ziemlich hart.

Kuriosum: Guido Donot hat Knoblauchzehen ins Publikum geworfen und selbst auch im Duell mit einem Zuschauer eine verspeist...es war so krass, das trotz ordentlich Moshpit, Circle-Pit und Co., der Laden ganz schön am mokkern war... :doof:

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » So 31. Dez 2023, 15:11

Ich war gestern in Essen bei End of Days im Don’t Panic. Letzte Show des Jahres für mich und es war ausverkauft. Vor Ort dann festgestellt, dass sogar der große Raum ausverkauft wurde, beeindruckend. Alter war für ne Hardcore Show recht hoch, aber damit hatte ich im Vorfeld gerechnet. Die Hauptband spielte ihre zweite Show seit der Reunion. Vorab muss ich sagen, dass ich auf einen Abend voller Gewalt eingestellt war und generell nur vorhatte, mir das Ganze entspannt vom Rand aus anzugucken.

Haywire – Meine Vermutung, dass es hoch hergehen würde, bestätigte sich direkt beim Opener. Es war die Hölle los und jeder ging mit äußerster Brutalität zur Sache. Musikalisch war es ganz in okay. Die Band macht sich einigermaßen und die Stimme der Sängerin hat auch das Set über gehalten. Ein Cover gab es auch: „Crowd War“ von CDC. Passender ging es nicht.

Dagger Threat – Einzige Band, die nicht aus NRW kam an diesem Abend. War auch tatsächlich leerer als erwartet. Sound geht stark in Richtung Code Orange. Man merkt darüber hinaus, dass die Jungs große Slipknot Fans sind. Auf Platte gibt mir das nicht viel, aber live weiß die Band eigentlich immer zu überzeugen. So war es gestern auch. Sicherlich schon besser gesehen, aber solider Gig.

Circle of Death – Erster Gig seit 2017. Es war nie meine Band und das ändert sich auch nicht. Ich will das Beatdown Genre nicht zu sehr runtermachen. Da gibt es auch Acts, mit denen ich was anfangen kann, aber hier ist es mir alles eine Spur zu stumpf. Die Crowd war gewalttechnisch auf ihrem Höhepunkt mit diversen Situationen, bei denen ich auch nicht so ganz verstehe, warum. Aber gut, damit habe ich gerechnet und mir das Treiben entspannt von der Seite angeguckt. Man muss nicht alles verstehen.

End of Days – Vor dem Set wurde das Terminator 2 Theme als Intro gespielt, auf jeden Fall guter Spannungsaufbau. Dann das Intro, es wurde das Intro von „Resist“ von All Out War gespielt und an dieser Stelle muss ich meine Verwunderung äußern. Ich blicke echt nicht, wie Leute etwas an stumpfsten Beatdown finden und sich gegenseitig kaputtkloppen, aber dann beim „Resist“ Intro, was objektiv eines der härtesten Stücke Musik ist, die je geschrieben wurden, stillstehen. Genug davon. Im Anschluss gab es ein Set aus allen Schaffensphasen der Band. Es wurde deutlich, dass man sich vom Hardcore der Anfangstage hin zum fast reinen Death Metal bewegt hat. Auf jeden Fall schön, dass alles abgedeckt wurde. Vor der Bühne war wieder ordentlich was los und diverse Leute waren textsicher. Dazu gab es noch weitere Cover: „Firestorm“ von Earth Crisis (diverse Menschen mit Bier in der Hand waren extrem textsicher), „Smash Your Enemies“ von Hatebreed und „Masterkiller“ von Merauder. Vor allem Letzteres als vorletzter Song des Sets wurde über alle Maßen abgefeiert. Beim letzten Song dann ein ziemlicher Downer in Form eines Voll KOs kurz vor Schluss. Gute Besserung an dieser Stelle. Insgesamt ein guter Abend, aber ich muss auch gestehen, dass mir die Shows in Düsseldorf und Köln deutlich besser gefallen. Generell ging im Jahr 2023 in Hardcore NRW einiges, bin gespannt wie 2024 wird.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Sa 6. Jan 2024, 23:18

Ich war gestern in Wuppertal bei Layers im Beatz und Kekse. Mein erster Besuch dort, süßes kleines, alternatives Cafe/Bar, bei dem ein Teil zur Konzertlocation hergerichtet wurde. Vor der Show hab ich dort noch nen Sandwich gegessen, lecker und preislich fair. Ich schätze, dass so 80 Leute vor Ort waren. Allerdings weiß ich nicht, wie viele Leute wirklich die Shows geguckt haben, vielleicht 50. Es war ein Hutkonzert. Eigentlich sollten drei Bands spielen, aber eine musste kurzfristig absagen.

Between Bodies – Der Grund meines Erscheinens. In meinen Augen die beste Band im Emo/Punk Bereich in Deutschland. Das Set war geprägt von den Songs des Debütalbums „Electric Sleep“. Der Sound hätte besser sein können, aber für eine Pay What You Want Show in dieser Location kann man nicht meckern. Leider waren einige Besucher*innen recht desinteressiert an der Show und dementsprechend laut. Habe ich allerdings im Vorfeld auch mitgerechnet. Dennoch ein schöner erster Gig im Jahr 2024.

Layers – Punk Rock der Art, die mich so gar nicht abholt. Hatte auch das Gefühl, dass die Band primär die Band des Sängers ist und der Rest eher so Beiwerk. Die standen brav in gleichen Klamotten, versprüht direkt The Hives oder Refused Vibes, im Hintergrund. Musik war ziemlich belanglos. Bin dann auch früher abgehauen.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von smi » So 7. Jan 2024, 02:49

SammyJankis hat geschrieben:
Sa 6. Jan 2024, 23:18
Between Bodies – Der Grund meines Erscheinens. In meinen Augen die beste Band im Emo/Punk Bereich in Deutschland.
Die stehen bei mir unter den deutschen Band auch ziemlich hoch auf der Liste.

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Quadrophobia » Mo 22. Jan 2024, 16:03

Ich war am Samstag bei Slowdive in Hamburg

Irgendwie hatte ich den VVK verpennt und hab mich dementsprechend zum ersten Mal in meinem Leben hinreißen lassen, über Originalpreis zu zahlen (vor allem aber Ticketswap Gebühren). Das Konzert war in der Großen Freiheit und da hat sich auch mit dem "neuen" Besitzer wenig verändert. Alles ist genau da wo es am wenigsten Sinn ergibt.

Vorband waren Pale Blue Eyes, die sehr passenden, leicht shoegazigen, leicht jangligen Indie-Rock gespielt haben. Verändert die Welt nicht, war aber auch keinesfalls schlecht. Auf Spotify klangen die eigentlich recht langweilig, wollte sie erst skippen und bin dann am Ende doch froh sie mitgenommen zu haben.

Rantteil:
Es war jetzt mein viertes oder fünftes Slowdive Konzert und obwohl es von Seiten der Band wirklich gut war, war es leider auch das enttäuschendste. Die Freiheit war einfach völlig überfüllt, die ohnehin schon stressigen Wege zum Klo oder an die Bar waren noch unmöglicher als sonst schon und leider bestätigte sich auch mal wieder mein Vorurteil gegenüber 45+ Konzertbesuchern (absichtlich nicht gegendert). Anstatt Leute, die zum Klo wollen durchzulassen, wird der Weg absichtlich dicht gemacht, zurückgeschoben und geschubst. Absolut unnötiges Verhalten und macht mir immer wieder klar, wie sehr ich diese Kultur der Rücksicht, wie ich sie sonst in der Hamburger Konzertszene sehem, schätze. Es ist auch jemand in der Crowd zusammengebrochen und das Personal musste sich quasi durchboxen, weil die Leute einfach keinen Platz gemacht haben (man muss aber auf der anderen Seite auch sagen, dass es einfach keinen Platz zum ausweichen gab. Das hat schon massiv meine Stimmung gedrückt, als dann völlig unnötigerweise und zum Ärger der Band um 21:30 die Curfew enforced wurde und Dagger von der Setlist fiel, war ich wirklich angepisst ob der 50€, die ich investiert hab. Das ist einfach massiv unprofessionell von Seiten der Venue, wie eigentlich auch alles andere an diesem Abend

Konzertteil:
Anders als am Anfang der Tour, als die Setlists noch sehr stark von alten Songs dominiert wurden, hat sich das heute die Waage gehalten. Eine gute Auswahl von Souvlaki, die Hits vom s/t, und die quasi obligatorischen Catch the Breeze, Crazy for You und Golden Hair reichen schon für die Perfekte Wall of Sound, dass die Songs vom neuen da etwas abfielen, war dann halb so wild. Schade war nur, dass nur im ersten Block die Lichtshow wirklich zur Geltung kam, da hats wirklich schön geballert.

Jetzt zum witzigen Teil: Ich hab meine Jacke von der Garderobe geholt und sie dann erst draußen angezogen. Und da steckte aus einem mir völlig unerfindlichen Grund ein Tourshirt im Ärmel!? Ich bin bis jetzt noch verdattert, wie das da hin kam, denn gekauft hab ichs nicht und es ist mir auch ne Nummer zu groß :lolol:

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Flecha » Mo 22. Jan 2024, 18:23

Konzerte in der Freiheit an nem Samstagabend sind auf jeden Fall zu meiden, wenn es geht.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von 7Ostrich » Mo 22. Jan 2024, 20:09

Hä, um 21:30 ist da schon Schluss? Ist danach Ballermann Disko oder was?
Ich bin hier nicht zufällig, ich kenn mich aus

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Finn » Mo 22. Jan 2024, 20:36

Ich war Freitag bei Linhay in der Loge. Dort war ich bisher noch nicht, obwohl ich es mir immer vorgenommen habe, weil häufig spannender Kram spielt, der mein Interesse weckt. Oben gemütliche Raucherkneipe mit fairen Preisen, dann nach einigem Fußmarsch im Berliner Untergrund ein kleiner Raum für 80-100 Leute oder so. Eintritt 8-12€, sehr fair, Laden war zu zwei Dritteln voll sag ich mal, viel norddeutsche Diaspora :grin:

Eröffnet wurde der Abend bereits um 19:30 von KK0KI (sprich:Cookie). Sofort spürte man, dass heute Gewalt in der Luft lag Ach warte, ist ja trotz vier Acts ein eher gemütliches Konzert und keine Sammy-Geschichte. Also, hier gab es Bedroom-Pop, wohl ihr erster Auftritt, dafür war es okay. Musikalisch tat es nicht weh, textlich gibt es, sag ich mal, Raum zur Verbesserung. Werd ich mich wohl nicht groß dran erinnern.

Weiter ging es mit I Shiver. Ziemlich cooler verträumter Singer/Songwriter Sound mit elektronischen Post-Rock-Elementen. Gefiel mir deutlich besser, da werde ich mal etwas recherchieren.

Als nächster Act kamen dann Baker Seats. Collegerock nennen sie das glaub ich, passt, denn der Sound war dann doch etwas angestaubt. Sonst aber ein solider Auftritt, bei dem mir aber auch nicht viel in Erinnerung geblieben ist.

Am Ende dann Linhay und das hat mir richtig gut gefallen. Evtl. bin ich als Emo-Fan aus Kiel leicht befangen, aber die Jungs haben einfach was auf dem Kasten. Es ging quer durch die überschaubare Discographie, natürlich mit Fokus auf der neuen, ziemlich guten, EP. Rundum guter und sympathischer Auftritt, perfekter Start ins Konzertjahr.


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