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Der Konzertbesuchsthread

Konzerte, Platten & Musik im TV
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glutexo2000
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von glutexo2000 » Mi 22. Aug 2018, 15:54

Wir standen schon weit vorne. 3 Reihe ca. Vllt liegt's echt daran.

defpro
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von defpro » Fr 24. Aug 2018, 13:30

Habe beschlossen, dass ich auch mal wieder konsequenter Konzertberichte schreiben muss.

Am 15.08. war ich bei The Soft Moon im Wiesbadener Kesselhaus. Lustigerweise bin ich auf die Band gestoßen, indem ich sie beim Durchstöbern der Neureleases mit der Band The Big Moon verwechselt hatte, deren letztes Album ich ebenfalls ganz cool fand :doof: Statt Indie-Rock spielen The Soft Moon jedoch einen Mix aus Post-Punk, Darkwave und Industrial Rock.

Voract war The Soft Moons Live-Drummer Matteo Vallicelli, der ein halbstündiges DJ-Set zwischen Ambient und Electronica gespielt hat. Das war ganz angenehm, da zu diesem Zeitpunkt schon eine ziemlich üble Hitze das Kesselhaus erfüllte, sodass ich froh war, mich so wenig wie möglich bewegen zu müssen. Ambientmusik ohne Beat finde ich meist weniger spannend, so auch hier, die Electronica-Tracks klangen aber ganz gut.

The Soft Moon lieferten im Anschluss eine energische Show ab. Eigentlich das Ein-Mann-Projekt von Luis Vasquez, werden die Live-Shows aktuell als Trio absolviert, wobei abgesehen von Bass und Drums alle anderen Instrumente von Luis bedient werden, sodass der Fokus der Show auch stark auf ihm liegt. So sprang Luis dann auch zwischen Synthesizer, Gitarre und Mikro hin und her, zu Beginn und Ende des Konzerts wurde auch noch eine zusätzliche Percussion-Drum auf die Bühne gekarrt, auf die mit aller Wucht eingeprügelt werden konnte.
Musikalisch werden oft die Nine Inch Nails als Vergleich herangezogen, zu denen ich komischerweise bislang noch keinen Zugang finden konnte. Mich erinnert der Stil mehr an das letzte HEALTH-Album "Death Magic". Der Fokus der Band liegt sehr stark auf dem instrumentalen Part, die Texte sind meist nur Beiwerk und bestehen oft sogar nur aus wenigen Zeilen, die mantraartig wiederholt werden. Unterstützt wird das Ganze durch eine düster-intensive Liveshow mit vielen Strobo-Effekten.

Die Setlist bot einen guten Querschnitt durch alle 4 Alben der Band, wobei ein leichter Fokus auf der aktuellen Platte "Criminal" lag, die ich hier nur jedem ans Herz legen kann, der mit diesem Genre etwas anfangen kann. Das Publikum war ebenfalls gut drauf, es wurde heftig getanzt, ab und an gab es auch ein paar kleinere Pits. Einziger Wermutstropfen war die mit 70 Minuten etwas knapp bemessene Spielzeit, wobei ich mich bei dem Eintrittspreis auch nicht beschweren will. Im Anschluss konnte ich mich am Merchstand noch mit 2 Platten eindecken, sodass einer Aufarbeitung des Back-Katalog der Band in den nächsten Wochen nichts mehr im Wege steht.

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Am 21.08. war ich bei King Gizzard & The Lizard Wizard in der Frankfurter Batschkapp. Ich bin doch überrascht, wie viel Publikum die Band mittlerweile zieht. Die "Wir veröffentlichen 5 Alben in 2017"-Aktion hat ihnen anscheinend einen großen Popularitätsschub verpasst. Obwohl ich in die 2016-Platte "Nonagon Infinity" mal reingehört hatte (und diese damals noch als langweilig abgetan hatte), bin auch ich erst im letzten Jahr auf die Australier aufmerksam geworden, die musikalisch in dem breiten Spektrum von Psychedelic/Garage/Progressive/Acid Rock angesiedelt sind, welches sie je nach Album auch mal um Jazz-, World Music- oder Spoken Word-Einflüsse erweitern.

Vorband waren die Australier Amyl And The Sniffers, deren Lofi-Garage Punk ich ursprünglich komplett sausen lassen wollte, mich nach den positiven Berichten im Haldern Pop-Thread dann doch noch umentschieden habe, sodass ich zumindest die letzten 20 Minuten noch sehen konnte. Musikalisch ist das absolut nicht meins, aber man muss sagen, dass die Band live schon Spaß gemacht hat. Insbesondere Sängerin Amy ist ein richtiges Energiebündel, die keine Sekunde still stand und selbst bei Instrumental-Passagen mit verrückten Tanzeinlagen die Menge begeisterte.

Bei King Gizzard & The Lizard Wizard hat mich überrascht, dass diese trotz ihres Bekanntheitsgrades für den Soundcheck keine Roadies eingestellt haben und alles selbst aufgebaut haben. Da das bei 7 Leuten (Sänger/Gitarrist, 2 weitere Gitarristen, 1 Bassist, 2 Drummer, 1 Keyboarder/Percussionist/Mundharmoniker-Spieler) ein Weilchen dauert, hat sich die Band etwas cooles einfallen lassen: Während des 20-minütigen Soundchecks wurde einfach parallel gejammt, sodass der Soundcheck quasi als Intro mit fließendem Übergang zum eigentlichen Konzert fungierte.

Das Konzert selbst war dann ein ziemlicher Abriss. Ab Minute 1 war der Moshpit geöffnet und wurde auch für die kommenden 90 Minuten nicht mehr geschlossen. Die Band zündete einen Hit nach dem anderen und das Publikum war stets voll mit dabei. Das Konzert war mehr eine lange Jamsession mit vielen fließenden Übergängen zwischen den Songs und wenig Pausen. Teilweise wurden die Songs auch spontan abgewandelt und Elemente von anderen Songs integriert. Unterstützt wurde dies mit auf die Songs abgestimmten Visuals.
Der Fokus lag natürlich auf den 2017-Alben, doch auch der umfangreiche Back-Katalog der Band wurde nicht vernachlässigt, sodass am Ende immerhin 7 der 13 seit 2012 veröffentlichten Alben Berücksichtigung fanden. Highlights sind schwer auszumachen. Besonders gefreut habe ich mich über die 3 Songs von "Flying Microtonal Banana" (sowie den geistigen Bruder "Crumbling Castle"), zudem ist mir aufgefallen, dass mit Wegfall der Spoken Word-Passagen die Songs von "Murder Of The Universe" extrem gewachsen sind.
Das Publikum war wie oben beschrieben sehr gut gelaunt. Es wurde getanzt, gepogt und laut mitgesungen. Aufgefallen ist mir besonders, wie vielfältig das Publikum aufgestellt war, was zeigt, dass die Band Leute aus unterschiedlichen Lagern zieht. Wenn die Band die Qualität des Outputs weiterhin so hoch hält, könnte ich mir vorstellen, dass die in Zukunft noch weiter wachsen werden.
Nach 90 Minuten war der Spaß vorbei, auch wenn viele Leute noch 10 Minuten nach einer Zugabe gerufen haben, welche jedoch nicht kam (was die Band auch wieder sympathisch macht). Insgesamt auf jeden Fall eines der Top-5-Konzerte dieses Jahr!

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SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Mo 27. Aug 2018, 14:10

Ich war gestern in Münster in der Baracke bei Big Cheese. Der Laden war gerammelt voll, aber super entspannte Atmosphäre, guter Hangout vor dem Laden, Familien mit Kindern. Schöne Sache. Und dazu wurde gegrillt und man konnte zu günstigen Preisen ordentlich speisen, was ich dann auch getan habe. Auch mit der Hauptgrund für mein Erscheinen. Wäre schön, wenn die DIY-Shows im Ruhrpott auch so ablaufen würden, aber da herrscht normalerweise Leere und es gibt vor allem Gewalt. Kann man sich auch mal geben, das, was gestern ablief, war aber doch etwas unterhaltsamer.

Savage - Neue Band, glaube überwiegend mit Mitgliedern aus Leipzig, aber da blick ich nicht so ganz durch. Der Sound war allerdings astrein, schön fixer Hardcore, der durchaus noch Mosh zuließ. Die Sängerin hat mich stimmlich an die Sängerin von Firewalker erinnert. Das war klasse. Guter Opener.

The Fog - Es wurde etwas rauer, hörbar vom Oi beeinflusst. Keineswegs schlecht, aber gestern in meinen Augen der schwächste Auftritt.

Illusion - Starteten mit einem True Blue Cover, welches sehr gut von der Crowd aufgenommen wurde. Bewegung und Singalongs waren direkt vorhanden. Anschließend folgte ein flottes Hardcore Set mit ordentlich Bewegung. Klar, sicherlich schon bessere Sachen gesehen, aber für einen Sonntag nach dem BBQ gibt es eigentlich nichts zu meckern.

Big Cheese - Die Band aus Uk, die wohl im Moment den größten Hype erfährt. Higher Power klammer ich da mal aus, da die schon in höhere Regionen vorgestoßen sind und nicht einfahc mehr eine Random Band sind. Der Sound ist eher mit The Flex, dessen Sänger in der Crowd beängsigend hart gemosht hat. Schnell, rau, aber trotzdem mit einem ordentlichen Groove. Gab auch einige textsichere Leute vor der Bühne. Natürlich auch Bewegung und den ein oder anderen Stage Dive. Bester Auftritt des Tages. Dürfen gerne häufiger rüberkommen, auch wenn der Name mehr als scheiße ist. Dazu passt auch der Anglerhutmerch. Auf eine trashige Art und Weise schon wieder irgendwie cool.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Fr 31. Aug 2018, 09:56

Ich war am Mittwoch in Dortmund im JunkYard bei Primitive Man. Ich war noch nie in dem Laden, da es damals bei Eyehategod nicht geklappt hat. Ich muss sagen: Top Location. Nette Lagerhalle mit Außenkomplex für Open Airs, gute Erreichbarkeit. Leider war es etwas warm in dem laden, aber das ist auch der einzig negative Punkt. Da der Preis auch absolut fair war bin ich gespannt auf weitere Shows. Da wird/soll in nächster Zeit einiges kommen im Sludge/Metal, aber auch im Hardcore Bereich.

Red Apollo - Schon länger nicht mehr gesehen, aber generell immer das Geld wert. So auch am Mittwoch. Die Band hat mittlerweile ihr drittes Album rausgehauen und wird in meinen Augen deutlich variabler. Wo es früher am ehesten dem Dark Hardcore mit Sludge Elementen zuzurechnen war, gibt es mittlerweile viele Ausflüge in andere Genres. Diverse Instrumentalparts huldige dem Post-Rock während andere Abschnitte eher dem Black Metal zuzuordnen sind. Alles gut ausbalanciert und überzeugend. Die Band ist eine Bank und hätte mehr Aufmerksamkeit verdient.

16 - Bevor ich zur Musik kommen: Der Name ist einfach nur schlecht. Zur Musik: Sludge, war in Ordnung, aber selbst für das genre monoton. Nach zwei Songs hat sich einfach alles nur wiederholt. Das ging dann leider knapp 50 Minuten so. Es war jetzt nicht brutalst schlecht, aber überzeugen konnte mich die Band auch nicht.

Primitive Man - Sicherlich auch recht eintönig, aber in meinen Augen durch den völlig anderen Aufbau mit Songübergängen, sodass man teilweise gar nciht kitbekommen hat, wann der eine Song endet und der andere beginnt und, nicht zu vergessen, die wohl dosierten Ausbrüche in Form von kurzen, aggressiven Metal Parts doch deutlich spannender. Und der Sänger, selbst von imposanter Statur, hat ein ziemlich übles Organ. Leider hatte die Band technische Probleme und konnte zwei Songs nicht spielen. Dementsprechend ein kurzes Set. Hat die Stimmung etwas getrübt, aber würde mir die Band bei Gelegenheit durchaus wieder geben. Für die 12,50 Euro, die ich gezahlt habe, auf jeden Fall ein lohnenswertes Konzert.
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Flecha
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Flecha » Fr 31. Aug 2018, 15:21

In Hamburg sind Red Apollo leider nicht dabei. Werde deshalb auch nicht hingehen.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » So 2. Sep 2018, 12:38

Ich war am Freitag in Bochum in der Matrix bei Harm's Way bzw. eigentlich Deez Nuts, aber dazu später mehr. Die Bands sollten eigentlich an diesem Tag in Krefeld im Rahmen eines Zwei-Tages-Festivals, welches allerdings unter ziemlich chaotischen Umständen inkl. Anschuldigungen gegen den Booker bzgl Rechtsextremismus und daraus resultierenden rechtlichen Verleudungsklagen abgesagt wurde. Dementsprechend brauchten die tourenden Bands eine neue Show, die absolut nicht sinnvoll ist, da niemand alle vier Bands abfeiert. Zusätzlich veranstaltete der Booker einen Kilometer weiter im Bahnhof Langendreer noch Sheer Terror. Zwei Hardcore Shows innerhalb eines Kilometers, das macht keinen Sinn, aber ich denke, dass die zweite Show auch nicht ganz freiwillig gebucht wurde. Wie dem auch sei, die Matrix war alles andere als gut gefüllt und ich kannte vielleicht 12 Leute vom sehen. Ich war ewig nicht mehr in der Location bzw. in der größten Halle, der Schlauch des Grauens. Darf auch nach Freitag gerne wieder Jahre dauern bis zum nächsten Aufeinandertreffen.

Renounced - Vor kurzem erst gesehen und nun der erste Auftritt in Deutschland, den ich gesehen habe. Ein Gitarrist von xViciousx übernahm wie schon in Belgien die zweite Gitarre, macht seine Sache aber gut. Der 90s Metalcore kam vielleicht bei zehn Leuten gut an, bei denen ich auch da Gefühl hatte, dass sie nicht für Deez Nuts gekommen sind. Sound war für Schlauchverhältnisse überraschend gut. Set war in Ordnung, gegen Ende gab es auch etwas Bewegung. Im Prinzip alles so, wie ich es erwartet hatte.

Sanction - Vorher nicht mit beschäftigt, dadurch sehr positiv überrascht. Sound war irgendwo zwischen einer stumpfen Beatdown Band und Renounced. An langsamen Breakdowns wurde nicht gespart, aber in regelmäßigen Abständen hat die ziemlich junge Truppe durchblicken lassen, dass sie doch einiges an ihren Instrumenten können. Vor der Bühne war auch einiges los, eine Menge Mosh. Bester Gig des Abends.

Harm's Way - Der Sound war unterirrdisch. Unglaublicher Matsch zu Beginn, wurde im Verlauf des Sets etwas besser, aber als gut kann man das zu kann man das zu keiner Zeit bezeichnen. Zwischen einigen Songs wurden Samples benutzt, die so leise waren, dass die Band nach dem ersten Song lautstark forderte, die Samples lauter zu stellen. Man muss dazu sagen. Der Sänger ist eine ziemliche Erscheinung und hat Oberarme, die meinen Oberschenkeln gleichen. Wer der Herr sich seines Oasis Shirts entledigt und am Rand der Bühne zum Mischer in wütendem Ton sagt: "Dude, turn up the samples", dann hätte ich als Mischer ziemlich Angst und würde dem nachkommen. Die Samples hatten dann auch eine gute Lautstärke, allerdings war der Sound durchweg immer noch so mies, dass es das Set ziemlich versaut hat. Vor der Bühne war wieder ein Bisschen was los. Dazu muss ich jetzt aber mal was sagen. Ich verstehe Menschen nicht, die sich a) jedes Mal, wenn sie irgendwie drei Ratschläge und zwei Roundhousekicks gemacht haben gegenseitig abklatschen oder b) durch den Mitte Mittelfinger zeigen. Unglaublich peinlich. Woher kommen diese Menschen?

Deez Nuts - Nicht geguckt, so wie gefühlt jeder, den ich kannte und mit dem ich mich unterhalten habe. Bezeichnend. :D
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Hullabaloo92
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Hullabaloo92 » Do 6. Sep 2018, 11:41

Zu Thirty Seconds to Mars gestern in Hannover in der TUI Arena fällt mir nur ein Zitat aus dem Film Mulholland Drive ein:

"Es gibt keine Band......und dennoch hören wir eine Band......alles ist nur eine Illusion."

Das war für mich gestern wie die Parodie eines Konzertes......Als ob die "Band" und die 8.500 Besucher nur mal so tun als wären sie gerade auf einem Konzert :D

Einziges Highlight: Don Broco aka die beste Vorband, die ich jemals gesehen habe <3

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von defpro » Do 6. Sep 2018, 13:14

Hullabaloo92 hat geschrieben:
Do 6. Sep 2018, 11:41
Zu Thirty Seconds to Mars gestern in Hannover in der TUI Arena fällt mir nur ein Zitat aus dem Film Mulholland Drive ein:

"Es gibt keine Band......und dennoch hören wir eine Band......alles ist nur eine Illusion."
Hach, ich muss den Film mal wieder sehen :herzen2: Am Sonntag seit ner halben Ewigkeit mal wieder "Lost Highway" geschaut, der mich auch wieder ziemlich gepackt hat.

Zu Harm's Way: Ich wollte eigentlich zum Gig im Schlachthof, hab es mir wegen Umzugs-Stress dann doch geklemmt. War vielleicht nicht die schlechteste Entscheidung. Hätte aber bei der Band wegen des Industrial-Einflusses gar nicht so viel Publikumsaction erwartet, kenne aber auch nur die aktuelle Platte.

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SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Fr 7. Sep 2018, 00:41

defpro hat geschrieben:
Do 6. Sep 2018, 13:14
Zu Harm's Way: Ich wollte eigentlich zum Gig im Schlachthof, hab es mir wegen Umzugs-Stress dann doch geklemmt. War vielleicht nicht die schlechteste Entscheidung. Hätte aber bei der Band wegen des Industrial-Einflusses gar nicht so viel Publikumsaction erwartet, kenne aber auch nur die aktuelle Platte.
Die älteren Sachen sind schon gut auf Mosh ausgelegt:
https://www.youtube.com/watch?v=XWrECNT37wE

Der Wiesbaden Gig war halt der normale Tourgig ohne Deez Nuts. Das hätte ich mir auch gewünscht.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von mattkru » So 9. Sep 2018, 10:05

Ich war am Freitag (meiner Frau zuliebe) bei Revolverheld und es war weniger schlimm als befürchtet. Die Produktion und der Sound war ziemlich ordentlich; die Band kann schon was an ihren Instrumenten und im Gegensatz zu anderen Bands wirkten die Ansagen nicht einstudiert. Wenn nur diese Texte nicht wären...
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von MetalFan94 » So 9. Sep 2018, 12:50

Nix gegen Revolverheld :oops:
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von mattkru » Mo 10. Sep 2018, 15:15

Deutscher Pop, die Zweite: gestern waren wir bei Adel Tawil (Open Air in Oelde). Ich hatte absolut keine Erwartungen und war im Endeffekt auch vorher nicht so in Konzertlaune, da ich mir am Freitag eine Erkältung eingefangen hatte (es ging runter auf 11 Grad).
Das Konzert war aber echt gut: viele Hits, tolle Band und schönes Licht. Der beste Moment war, als er bei ‚Vom selben Stern‘ in den Rolli-Bereich ging und jeden in den Arm genommen hat. Es klingt jetzt zwar kitschig, aber man hat sich nach dem Konzert einfach toll gefühlt weil die Stimmung so positiv war.
Der Support Benoby hatte mir auch gefallen.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von defpro » Mo 10. Sep 2018, 18:14

Ich war am Samstag bei Freundeskreis im Kulturpark Wiesbaden, das letzte von 5 Open-Air-Konzerten, die dieses Jahr erstmals seit der Pleite des Folklore Festivals auf dem neu gestalteten Gelände stattfanden. Vorab: Ich bin kein großer Freundeskreis-Fan, war also eigentlich nur zuliebe meiner Freundin da, die ebenfalls kein großer Freundeskreis-Fan ist und nur dahin wollte, um ihren Schlachthof-Geschenkgutschein endlich einzulösen (hätte ihn ja auch einfach mir schenken können :wink: ). Zudem war am gleichen Tag noch unser Umzug in die gemeinsame Wohnung angesetzt, weshalb wir etwas geschlaucht und auch wenig motiviert waren.

Der Kulturpark war sehr schön gestaltet, es gab eine vielfältige Auswahl verschiedener Getränke- und Essensstände und auch der Einlass ging trotz unserer späten Ankunft relativ flott. Wer in den Front Of Stage-Bereich kommen wollte, musste früher kommen und sich ein Bändchen abholen. Wir haben uns mit dem 2. Wellenbrecher begnügt, in dem man selbst 15 Minuten vor Beginn noch entspannt bis ganz nach vorne laufen konnte. Insgesamt waren 6.000 Leute da, das Gelände ist für 8.000 Leute ausgelegt.

Angekündigt war das Open Air als Freundeskreis feat. Afrob, Joy Denalane & Megaloh. Etwas verwirrend, da so nicht ganz klar war, ob die genannten Künstler alle eine Solo-Show spielen (so geschehen bei dem Beginner-Open Air mit Samy Deluxe und den Stieber Twins) oder "nur" Gäste im Rahmen der regulären Freundeskreis-Show sind, wobei der für ein Open Air relativ späte Beginn von 19.15 Uhr auf zweitere Option hindeutete.

Sehr enttäuschend war dann noch die Absage von Megaloh, der mich von allen Künstlern mit Abstand am meisten interessiert hätte. Hier hat sich leider keiner der Beteiligten mit Ruhm bekleckert, da dies im Vorfeld überhaupt nicht kommuniziert wurde. Laut Schlachthof ist die Absage zwar kurzfristig erfolgt, dennoch erwarte ich da vorher zumindest eine kurze Info mit kleiner Begründung. Hat mich sehr gewundert, da das Schlachthof-Team sonst auf Social Media immer eine sehr gute Informationspolitik pflegt. Von der Tourproduktion sowie Megaloh selbst kam auch keine Info. Am meisten hat mich gewundert, dass auch von den Akteuren auf der Bühne kein einziger Satz hierzu fiel. So kommt man sich als Besucher doch etwas verarscht vor. Würde mich auch mal interessieren, ob da (rein theoretisch) juristisch was machbar wäre, wenn einer von vier angekündigten Interpreten ersatzlos gestrichen wird.

Die Show selbst hat mir ganz gut gefallen. Der volle Sound im Rahmen des Band-Kontexts wertet die Musik schon sehr auf. Geboten wurde ein Querschnitt aus den beiden Freundeskreis-Alben, dem Solo-Output von Max Herre sowie einigen Afrob-Hits. Nach 10 Songs gab es zudem als kleines Intermezzo 4 Songs der aktuellen Platte "Gleisdreieck" von Joy Denalane.

Wie oben schon erwähnt: Ich hatte nie einen großartigen Bezug zu Freundeskreis und kann daher die Musik nur aus heutiger Sicht betrachten. Ab und an wirken die Sounds schon etwas angestaubt, aber gerade im Bandkontext haben für mich die meisten Songs dann doch besser funktioniert als auf Platte. Dennoch ist mir aufgefallen, dass bei unbekannteren Freundeskreis-Songs wie "Cross The Tracks" oder "Nebelschwadenbilder" im Publikum schnell Langeweile aufkam. Die meisten waren dann doch da, um die Hits zu hören. Die Solo-Sachen von Max sind vom Soundbild dagegen wesentlich konventioneller, was ich persönlich eher öde fand. Afrob kann man eigentlich nur mit der Nostalgie-Brille feiern, aus heutiger Sicht klinen die Sachen einfach hoffnungslos veraltet. Joy Denalane hat mir von allen Beteiligten am besten gefallen. Sie hat mit ihrem Gesang jeden Song massiv aufgewertet und auch ihre eingängigen Solo-Songs klangen wirklich super.

Den Abschluss des Konzerts bildete dann das großartige "Leg dein Ohr auf die Schiene der Geschichte" (inklusive Ansage zu den aktuellen Ereignissen in Chemnitz) sowie das Ton Steine Scherben-Cover "Halt dich an deiner Liebe fest", welches allerdings zu einem gefühlt 15-minütigen Jam ausgestreckt wurde, was doch etwas zu viel des Guten war (wobei sie für mich eigentlich schon verloren hatten, als auf den "Junior Murvin - Police & Thieves"-Beat eben nicht "Police & Thieves" kam). Insgesamt ging das Konzert gute 2,5 Stunden, da kann man sich also nicht beschweren und im Großen und Ganzen war es doch auch besser als erwartet :smile:

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Quadrophobia » Mo 10. Sep 2018, 19:18

Jursitische (Ersatz)Ansprüche hat man erst, wenn 50% des Line ups wegfallen und dann auch nur, wenn es die Schuld der Veranstalter ist.

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von defpro » Di 11. Sep 2018, 11:28

Quadrophobia hat geschrieben:
Mo 10. Sep 2018, 19:18
Jursitische (Ersatz)Ansprüche hat man erst, wenn 50% des Line ups wegfallen und dann auch nur, wenn es die Schuld der Veranstalter ist.
Ah, interessant zu wissen. :thumbs:

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Quadrophobia » Di 11. Sep 2018, 12:17

defpro hat geschrieben:
Di 11. Sep 2018, 11:28
Quadrophobia hat geschrieben:
Mo 10. Sep 2018, 19:18
Jursitische (Ersatz)Ansprüche hat man erst, wenn 50% des Line ups wegfallen und dann auch nur, wenn es die Schuld der Veranstalter ist.
Ah, interessant zu wissen. :thumbs:
Ist allerdings auch ne Regel, die ich von Festivals kenne, wie das auf Konzert(pakete) zutrifft weiß ich nicht genau.

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von GordonBleau » Di 11. Sep 2018, 13:18

Musikalisch wohl (hoffentlich) eher nicht relevant für dieses Forum, aber vielleicht doch interessant zu lesen:

Ich habe am Samstag Katastrophentourismus betrieben und eine Expedition nach Gelsenkirchen zu den Onkelz gemacht.

Die Karte bekam ich kurzfristig und geschenkt, weil die Begleitung eines Bekannten abgesprungen war und da die Onkelz in meiner Jugend irgendwie präsent waren, sagte ich zu. Ich fand es interessant, sowas mal live mitzuerleben und ob es irgendwelche Reaktionen auf die Vorfälle in Chemnitz etc. geben würde.

Zum eigentlich Konzert gibt es nicht viel zu sagen, das Bezahlkartensystem find ich sehr nervig.
Die Vorband war Sodom eine Metalband aus Gelsenkirchen, ist nicht meine Musik und fiel mir eigentlich nur auf, da sie als vorletztes Lied die Nationalhymne und danach das Steigerlied gespielt haben.
Der Sound bei den Onkelz war im Innenraum schon recht schlecht. Die Lieder erkannte man teilweise nur am Gesang der Zuschauer. Es ist aber schon imposant, wenn fast 60.000 jedes Lied mitsingen. Das war auch erwartungsgemäß das Einzige, was man hervorheben könnte.
Ansonsten habe ich noch nie soviel Dummheit, Mitläufer und Nazis auf einem Haufen gesehen. Der erste Hitlergruß hat mich noch schockiert, danach hat man diese einfach nur noch zur Kenntnis genommen. Die Gruppe von 20-25 Glatzköpfen mit Kleiderschrankstatur, Oberkörperfrei und rechten Tattoos, waren dann schon wieder eine andere Hausnummer, sowas kannte ich in diesem Ausmaß nur aus dem Fernsehen.

Das Wort "Chemnitz" fiel dann auch tatsächlich, aber eher nebensächlich als Ansage für ein Lied, ungefähr so: "In Zeiten von Chemnitz, AFD und Pegida fällt es schwer über die Presse zu schimpfen, aber dennoch Fahrt zur Hölle"

Habe mich selten so Unwohl an einem Ort gefühlt. Wenigstens kann ich nun davon berichten und mir braucht nun niemand mehr damit kommen, dass die Onkelz keine Sympathien für den rechten Block haben. Ansonsten würde man so ein Publikum ausschließen.

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von nilolium » Di 11. Sep 2018, 14:44

krass und interessant. mich schockiert wirklich am meisten, dasses wohl tatsächlich so klischeemäßig ist. hätte irgendwie nicht gedacht dass da so offen das fascho-sein zelebriert wird.

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SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » So 16. Sep 2018, 10:50

Durch einige verpassten Shows zwei Wochen kein Konzert. Schlimme Zeit. So kann es nicht weitergehen. Gestern war ich dann bei Vitamin X im JKC Troisdorf. Nette Location. War auch solide gefüllt. Acht Euro für das Line Up auch cool, Getränke lächerlich günstig. Distro und Second Bandshirt (Einnahmen wurde an das Frauenhaus Troisdorf gespendet) am Start. Also gute Vorraussetzungen.

Mofabande - Thrashiger Punk Rock. Gab in 30 Minuten Spielzeit locker 22 Songs. War soweit in Ordnung. leider offenbarte sich das Problem, welches sich durch den ganzen Abend zog, mieser Sound. Der Sänger war kaum zu hören. Das Publikum war auch noch recht verhalten. Solider Start, mehr auch nicht. Probs noch für die 7 Inch mit 13 (!!!) Songs, das muss man erstmal schaffen.

Lotus - Laufen mir dieses Jahr ziemlich oft über den Weg. Beim Ieperfest hat es mich nicht so gepackt. gestern war es besser, aber immer noch ausbaufähig. Sound orientiert sich an den Hardcore Bands der 00er a la Verse. Die machen ihre Sache in dem Punkt schon ganz gut, aber es hat noch nicht geklickt bei mir. Publikum war aber besser dabei und vor der Bühne bildete sich ein Pit.

AYS - Wie immer ein mächtiger, drückender Sound. Mikrosound natürlich wieder unter ferner Liefen. Vor der Bühne weiterhin ein Pit, ohne viel Gewalt, mehr Gepoge, auch mal ganz entspannt und angenehm. War insgesamt okay und macht immer Spaß, aber fällt natürlich im Vergleich zu den letztjährigen Shows in Düsseldorf und Köln ab. Habe aber auch nichts anderes erwartet.

Vitamin X - Umbaupause zog sich ewig. Ich hatte das Gefühl, dass der Soundmann schon gut einen im Tee und die Technik nicht mehr wirklich unter Kontrolle hatte. Set litt dann unter Rückkopplungen. Ich hab es endlich mal geschafft diese Band zu sehen, schon diverse Male verpasst und es war doch ganz cool. Schneller, thrahiger Hardcore, Sänger wirkte auch sympathisch. Vor der Bühne war auch immer noch was los inkl. Konfetti. leider wurde es durch das extrem betrunkene Publikum zunehmend anstrengender, weshalb meine Begleitung und ich etwas früher den Rückweg angetreten haben.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von defpro » Mi 19. Sep 2018, 15:14

Da ich aktuell beruflich für ein paar Tage in Berlin bin, wollte ich die Gelegenheit nutzen, hier auch erstmals ein paar Konzerte wahrzunehmen. Los ging es am Montag mit Dorian Sorriaux im Lidolino, dem kleinen Partykeller direkt neben dem "großen" Lido. Dorian Sorriaux ist eigentlich Gitarrist der Blues-Rock-Band Blues Pills, spielt aber solo klassischen Folk. Der Raum ist wirklich winzig (mein kleinstes Bezahl-Konzert überhaupt!) und es waren auch vermutlich nur ca. 15 zahlende Gäste vor Ort. Ich hätte wirklich gedacht, dass hier der Bekanntheitsgrad der Hauptband trotz anderem Genre ein stärkerer Publikumsanreiz ist. So hatte das Konzert eher eine entspannte Wohnzimmeratmosphäre. Immerhin haben so die Sitzgelegenheiten für fast alle Zuschauer und Musiker ausgereicht.

Den Abend eröffnet hat Niño Obenza mit klassischem Singer-Songwriter-Folk. Seine Stimme empfand ich als sehr angenehm, rein musikalisch klang es für mich eher wie schon tausend Mal gehört. Hier hätte ich mir etwas mehr Eingängigkeit gewünscht. Schlecht war es natürlich trotzdem nicht.

Weiter ging es mit Julian Pras, der mir mit seiner etwas androgyn klingenden Stimme und variationsreicheren Gitarrenmelodien schon wesentlich besser gefallen hat. Wunderbar ergänzt wurde er von seiner Partnerin (?) Helen Ferguson, die ebenfalls die Vocals übernahm und ihn je nach Song instrumental mit Gitarre, Schellenring sowie einem mir bis dato völlig unbekannten Instrument, was aussah wie eine Mischung aus Harfe und den Knöpfen eines Akkordeons, jedoch vom Sound am ehesten mit einer Ratsche verglichen werden kann, unterstütze. Besonders die Parts, in denen beide im Duett gesungen haben, klangen wirklich sehr schön und die grundsympathische Art der beiden konnte mich am Ende sogar noch zu einem ungeplanten CD-Kauf bewegen.

Dorian Sorriaux lieferte mit Unterstützung von Niño Obenza an Bass und Backing-Vocals zum Abschluss ein sehr schönes akustisches Set ab. Gespielt wurden die 4 Songs seiner in diesem Jahr veröffentlichten EP, 3 Van-Morrison-Coverversionen (erkannt habe ich "Into The Mystic"; ich sollte mal wieder mehr Van Morrison hören!) sowie weiteren bisher unveröffentlichten Songs. Da bei den Blues Pills die Gesangsparts vollständig von Elin Larsson übernommen werden, hätte ich nie gedacht, was für eine schöne Singstimme Dorian doch hat (das kann auf künftigen Platten gerne ausgebaut werden). Das Konzert hatte die angenehme Atmosphäre eines Proberaumauftritts, ein Verspieler wurde mit einer witzigen Bemerkung kommentiert und es gab lobende Worte für Amen Dunes, die gleichzeitig im größeren Lido ihren Auftritt hatten. Echt schön, einen Künstler, der mich schon mehrfach auf großen Bühnen begeistert hat, mal in so einem intimen Rahmen erleben zu dürfen und für Dorian eine spannende Möglichkeit, sich neben seiner Hauptband auch in anderen Gefilden musikalisch verwirklichen zu können.

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Fr 21. Sep 2018, 09:51

Ich war gestern bei Pöbel MC & Milli Dance in Duisburg im Djäzz, in meinen Augen der beste Laden in Duisburg. Großer Plus: Veganes/Vegetarisches Restaurant in 50m Entfernung, kann man gut verbinden. Leider finden dort viel zu selten relevante Konzerte für mich statt. Gestern war es gut gefüllt. Das Publikum hätte so 1 zu 1 auch auf ein Punkkonzert gepasst, was bei den politischen Standpunkten, die die beiden Protagonisten vertreten auch kein Wunder ist. Es sollte glaube ich auch einen Support geben, der aber abgesagt hat. Keine Ahnung, wer das überhaupt war. Hatte mich erst kurzfristig entschlossen hinzugehen.

Pöbel MC & Milli Dance - Ich war zunächst etwas skeptisch, da ich die Platte zwar ein paar Mal gehört habe, aber noch nicht vollends überzeugt war und ich wohl keinen weiten Weg auf mich genommen hätte. Im Nachhinein bin ich auf jeden Fall überzeugt. 90 Minuten Show, da kann man nicht meckern. Und man muss den es den beiden lassen, dass es ein schöner Mix war aus Sachen von der "Soli-Inkasso" und ältere Sologeschichten. Außerdem war es in der Form abwechslungsreich, dass es zwar stumpfere Songs zum Abgehen gab, die die Crowd (Hip Hop sind auch immer sehr dankbar) gut abgefeiert wurden, politischere bzw kritischere Songs aber nie in den Hintergrund gerieten. Dazu gab es natürlich Blödeleien, aber auch absolut vernüftige und gute Ansagen. Highlight in meinen Augen "Aufbruchsstimmung", passt leider sehr gut zur momentanen Situation. Das Publikum hat wie schon gesagt eigentlich alles dankbar angenommen, war textsicher und hatte Bock. Guter Abend.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Mi 26. Sep 2018, 08:52

Ich war gestern im AZ Mülheim bei Locktender. An sich kein Must See Event, aber es ist quasi auf dem Weg nach Hause und ich hatte Lust. Konzetr ging dann AZ standesgemäß eine halbe Stunde später los.

Deceits - Irgendwas zwischen Post-Rock und Post-Hardcore. Viele Tempowechsel. Ordentliche Klangwelten gepaart mit einer klagenden, aber durchaus angepissten Stimme. Für mich der beste Gig des Abends.

Lentic Waters - Hatte ich auch in der Post-Hardcore/Screamo Ecke eingeordnet, was wohl nach Unterhaltungen auch so stimmt. Allerdings wurde neues Zeug gespielt, welches nach meiner Auffassung eher in Richtung Post-Punk geht. Da das 1. nicht mein Fall ist und 2. der Sänger eine sehr schräge Singstimme hat ist der Auftritt leider hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben.

Locktender - Solider Post-Hardcore/Screamo aus den Staaten. Nichts Überragendes, aber für eine halbe Stunde durchaus unterhaltsam.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Do 27. Sep 2018, 08:42

Ich war gestern bei Deafheaven in Köln in der Essigfabrik. Reudigste Location in Köln, niemand mag Fließenböden und der Sound ist auch immer unterdurchschnittlich. Außerdem gibt es kein Re-Entry.Dort angekommen musste ich auch noch feststellen, dass die Menge an Zuschauern auch ins wesentlich schönere Gebäude 9 gepasst hätte.

Inter Arma - Guter, passender Support. Haupts'chlich war die Band in irgendwelchen Doom/Sludge Gefilden unterwegs. Langsames Riffing, viele Instrumental Parts. Zwischendurch gab es dann immer wieder schnelle Ausbrüche, die eher an Black Metal erinnerten. Stimme des Sängers war in Ordnung. Leider war der Drummer beim letzten (und ansonsten absolut fantastischen) Song völlig neben der Spur. Da hat nichts gepasst, wenn das Absicht war, habe ich es nicht verstanden.

Deafheaven - Der Sänger ist weiterhin ein weirder Dude, hat allerdings sein Verhalten auf der Bühne etwas verändert. In der Vergangenheit gab es dramatisch anmutende Handbewegungen, gestern war dies nur selten der Fall, dafür wurde häufiger getanzt. Außerdem hat er sich dei Haare wachsen lassen, was nicht dazu beiträgt, dass er weniger weird und gruselig wirkt. Sound war so lala, eigentlich okay, aber zwischendurch immer wieder Rückkopplungen. Essigfabrik regelt wie üblich. Geboten wurden überwiegend Songs vom neuen Album, hat gut gefallen. In meinen Augen auch eingängiger und seichter als die älteren Sachen. Die langen Post-Rock artigen Parts gefallen mir gut. Vom ersten Album wurde nichts gespielt. Schade drum, aber war zu erwarten. Nach fünf Songs ging es von der Bühne, danach gab es allerdings noch weitere drei Stücke. "Dream House" zum Abschluss, guter Closer wie schon in der Vergangenheit. Insgesamt ein guter Gig, sicherlich schon besser gesehen. Beim nächsten Mal aber bitte wieder im Gebäude 9. Das ist die perfekte Größe für die Band und ich glaube nicht, dass sie in den nächsten jahren noch wachsen. So eingängig ist die Mucke dann doch nicht.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von dusk » Do 27. Sep 2018, 11:01

SammyJankis hat geschrieben:
Do 27. Sep 2018, 08:42
Deafheaven - Der Sänger ist weiterhin ein weirder Dude, hat allerdings sein Verhalten auf der Bühne etwas verändert. In der Vergangenheit gab es dramatisch anmutende Handbewegungen, gestern war dies nur selten der Fall, dafür wurde häufiger getanzt. Außerdem hat er sich dei Haare wachsen lassen, was nicht dazu beiträgt, dass er weniger weird und gruselig wirkt. Sound war so lala, eigentlich okay, aber zwischendurch immer wieder Rückkopplungen. Essigfabrik regelt wie üblich. Geboten wurden überwiegend Songs vom neuen Album, hat gut gefallen. In meinen Augen auch eingängiger und seichter als die älteren Sachen. Die langen Post-Rock artigen Parts gefallen mir gut. Vom ersten Album wurde nichts gespielt. Schade drum, aber war zu erwarten. Nach fünf Songs ging es von der Bühne, danach gab es allerdings noch weitere drei Stücke. "Dream House" zum Abschluss, guter Closer wie schon in der Vergangenheit. Insgesamt ein guter Gig, sicherlich schon besser gesehen. Beim nächsten Mal aber bitte wieder im Gebäude 9. Das ist die perfekte Größe für die Band und ich glaube nicht, dass sie in den nächsten jahren noch wachsen. So eingängig ist die Mucke dann doch nicht.
Danke für den Bericht. Macht Lust auf den Auftritt beim Soulcruscher am 06.10. !

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von DerAffenmensch » Sa 29. Sep 2018, 12:57

So sauviele Konzerte gesehen, ohne einen Bericht zu schreiben. Schande über meine Faulheit.

Gestern ging es zu The Hirsch Effekt ins F-Haus in Jena.

Los ging es gegen 19:30 mit Solus 3000 aus Ilmenau/ Erfurt vor ca. 30 Leuten bei einer Venue bei der schätzungsweise 500 Leute reingehen. Solus 3000 machen - das ist nicht wertend gemeint - typischen Post-Rock in Richtung Long Distance Calling würd ich sagen. Kann man sich geben. Haben 3 Songs gespielt und dann war die halbe Stunde auch schon rum.
Weiter ging es dann mit der Prog-Metal-Band Syntension. Das war gar nich meins. Das mögen alles gute Musiker sein, aber Songs sind da nicht entstanden. Ich hatte eher das Gefühl, dass es sich dabei um verschiedene Parts handelte, wo immer mal ein Instrument im Vordergrund ist und die entsprechende Person mal zeigen kann, was sie letztens an der Musikhochschule gelernt hat. Übergänge? Fehlanzeige. Das wirkte mir alles zu sehr zusammengeschustert. Naja und mich persönlich nervt dann noch dieser typische Metal-Gestus, aber seis drum. Also wenn man auf 80s Prog-Metal steht, war das bestimmt geil.
Und dann gings auch los mit der Hauptband The Hirsch Effekt. Die Tour findet ja aufgrund des 10-jährigen Jubiläums statt und dementsprechend wurde aus dem gesamten Katalog gespielt. Da dürfte jeder auf seine Kosten gekommen sein. Leider hat sich an der Besucherzahl nicht zuviel geändert. ich schätz mal 60-70 Leute waren da. Das ist ziemlich traurig dafür, dass die ein unglaublich gutes Konzert gespielt haben. Erstmal war der Sound astrein, toll differenziert. Dann haben die Jungs wieder ne richtig schicke Lichtshow ausgepackt. Und es war eine super intensive Show, die haben richtig abgeliefert. Für mich ganz besonders war die Zugabe, es wurde eine Akustikversion mit Gitarre und Cello von Datorie gespielt und bei der Zeile "Anstatt dass du gegangen bist, kommst du einfach nicht mehr her" sind bei mir dann alle Dämme gebrochen. Bei wem schonmal ne Fernbeziehung zubruch gegangen ist, kann das wohl nachvollziehen. Ja und das ist mir noch nie bei einem Konzert passiert, da haben sie mich richtig zerlegt :grin: Aber so blöd das klingt, war das echt eine tolle Erfahrung, dass Live-Musik sowas auslösen kann und deswegen gehört das Konzert zu einer der ganz Besonderen für mich.

Heute gehts dann zum Deaf Row Fest ins Kassa


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