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Der neue Filmthread oder guckt denn keiner mehr Filme?

Von Spam bis Gott und die Welt
Karo
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Re: Der neue Filmthread oder guckt denn keiner mehr Filme?

Beitrag von Karo » Do 13. Sep 2018, 13:54

fipsi hat geschrieben:
Do 13. Sep 2018, 11:52
Henry Cavill wird mit der Witcher-Serie jetzt auch erstmal genug zu tun haben.
Der Buch-und-Computerspiel-Witcher kommt als Serie?! Wie kuhl! Bestimmt Netflix, oder?

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Taksim
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Re: Der neue Filmthread oder guckt denn keiner mehr Filme?

Beitrag von Taksim » Mo 17. Sep 2018, 18:38

Hab am Wochenende im Rahmen des Oldenburger Filmfestes Galveston und First Reformed gesehen.

Galveston ist das englischsprachige Debüt von Melanie Laurent, die man als Shosanna in Inglourious Basterds kennt. Sie erzählt eine melancholische Outlaw-Ballade im Stile von Terrence Malicks "Badlands" oder auch David Lowerys "Ain't them Body Saints". Der Attentäter Roy (Ben Foster) entkommt nur knapp einer Falle seines Bosses und befindet sich fortan auf der Flucht. In dem Set-Up ist auch die junge Rocky (einfach mega: Elle Fanning) involviert, die er fortan unter seine Fittiche nimmt. Zusammen fahren sie quer durch Texas, jedoch nicht ohne Rockys kleine Schwester mitzunehmen.
Geprägt ist der Film von vielen stillen Impressionen des persönlichen Dramas der Hauptcharaktere und der verlassenen Weite Texas. Roy frisst seine Trauer eher in sich rein und Rocky versucht sie wegzulächeln, doch wenn sie ausbricht, dann so richtig. Gerade für Elle Fanning ist das noch mal ein gewaltiger Schritt nach vorne und vlt. ihre reifste Performance bisher. Wenn nicht nach dem tollen Run, den sie bisher abgeliefert hat, eh klar wäre, dass sie mal ne ganz große wird, ist das mit dem Film spätestens gesichert.

First Reformed ist der neueste Film von "Taxi Driver"-Autor Paul Schrader. Es geht um den einsamen Priester Ernst Toller, der sich mit einigen persönlichen Problemen, wie seinem schlechten gesundheitlichen Zustand, als auch mit einer größeren spirituellen Krise auseinandersetzen muss. Er wird mit dem Disput von einem Ehepaar aus seiner Gemeinde konfrontiert, die ihr erstes Kind erwarten. Die Frau Mary möchte es unbedingt, doch ihr Mann - ein überzeugter Umweltaktivist - hält es für unverantwortlich in diese Welt, die zunehmend von Naturkatastrophen heimgesucht wird, ein Kind zu setzen.
Dieser Idealismus inspiriert Toller auch durch radikalere Maßnahmen Sinn und Zweck in seinem sonst sehr monotonen, leeren Leben zu finden. Dementsprechend gibt es thematisch einige Parallelen zu Taxi Driver und auch einige visuelle Referenzen sind zu entdecken (einmal betrachtet er sich sogar ausgiebig vor einem Spiegel!).
Doch ist "First Reformed" noch mal um einiges nüchterner, minimalistischer und elegischer. Ebenso wie Schraders eigenes Werk ist da auch viel Tarkowski oder auch Ingmar Bergman drin. Den ganzen Film unterliegt eine unheimlich subtile Angespanntheit. Vor allem Ethan Hawke bringt grandios die innere Unruhe, die trotz der stoischen Befangenheit, die den Charakter auszeichnet, deutlich wird, auf die Leinwand.
Was ich eben für Elle Fanning gesagt habe, gilt interessanterweise ein Stück weit auch für ihn, dass der Film noch mal einen deutlichen Reifeschritt in seinem Schaffen darstellt. Zumindest habe ich ihn noch nicht in so einer gesetzten, getragenen Performance gesehen. Er ist ja gerne mal der impulsive Jungspund oder mittlerweile der junggebliebene Erwachsene, doch hier wirkt der Charakter eher älter als der Schauspieler.

Also für beides ziemlich uneingeschränkte Empfehlung!
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Re: Der neue Filmthread oder guckt denn keiner mehr Filme?

Beitrag von Baltimore » Di 18. Sep 2018, 21:28

Hatte heute nen Monolithen in meinem Briefkasten: "Out 1: Noli me tangere" von Jacques Rivette von 1971.
Der Film besteht aus 8 Teilen und dauert insgesamt 773 (!) min. Gibt ansonsten auch noch ne Kurzfassung auf den Scheiben, die nur 4 Stunden geht.

Hoffe ich finde in den nächsten Monaten Zeit, den Film an einem Wochenende zu sehen.
Bin echt gespannt...
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Re: Der neue Filmthread oder guckt denn keiner mehr Filme?

Beitrag von mattkru » Mi 19. Sep 2018, 09:32

Erster Trailer für Captain Marvel ist da:

[BBvideo=560,315][/BBvideo]

Irgendwie sieht das ja ein bisschen aus wie der furchtbare Green Lantern Film, aber eigentlich braucht man sich beim MCU ja keine großen Sorgen machen.
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Re: Der neue Filmthread oder guckt denn keiner mehr Filme?

Beitrag von fipsi » Mi 19. Sep 2018, 09:37

Brie Larson :herzen2:

Der Trailer ist ernster als ich es erwartet hätte. Bin gespannt wie das 90er Setting umgesetzt wird. Das Promobild mit dem Nine Inch Nails-Shirt könnten vielleicht schon die Richtung des Soundtracks andeuten.
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Re: Der neue Filmthread oder guckt denn keiner mehr Filme?

Beitrag von mattkru » Mi 19. Sep 2018, 09:48

fipsi hat geschrieben:
Mi 19. Sep 2018, 09:37
Brie Larson :herzen2:

Der Trailer ist ernster als ich es erwartet hätte. Bin gespannt wie das 90er Setting umgesetzt wird. Das Promobild mit dem Nine Inch Nails-Shirt könnten vielleicht schon die Richtung des Soundtracks andeuten.
Geil, das war mir noch gar nicht aufgefallen!

https://www.imdb.com/title/tt4154664/me ... 1409317120
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Re: Der neue Filmthread oder guckt denn keiner mehr Filme?

Beitrag von Taksim » Mi 19. Sep 2018, 12:20

Wobei sie sich mit Original-Songs ja immer sehr zurückhalten. Led Zeppelin in Thor oder Alt-J in Civil War fallen ja schon deutlich auf.
Oder meinst du, dass Trent Reznor vlt. was machen würde? Das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, auch wenn es herrlich wäre.

Der Trailer sah mir in einigen Teilen ein bisschen zu sehr nach effektgeladener Space-Schlachten aus. Und die Effekte sehen dabei nicht so richtig überzeugend aus. Mal gucken, aber Brie Larson ist natürlich eine super spannende Besetzung.
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Re: Der neue Filmthread oder guckt denn keiner mehr Filme?

Beitrag von fipsi » Mi 19. Sep 2018, 12:29

Nicht Trent Reznor speziell, aber ich denke schon der Film wird dann mit einem passenden 90s-Sound ausgestattet. Vielleicht gibt es dann 1-2 Songs aus der Zeit.
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Re: Der neue Filmthread oder guckt denn keiner mehr Filme?

Beitrag von mattkru » Fr 21. Sep 2018, 06:59

Taksim hat geschrieben:
Mi 19. Sep 2018, 12:20
Wobei sie sich mit Original-Songs ja immer sehr zurückhalten. Led Zeppelin in Thor oder Alt-J in Civil War fallen ja schon deutlich auf.
Oder meinst du, dass Trent Reznor vlt. was machen würde? Das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, auch wenn es herrlich wäre.

Der Trailer sah mir in einigen Teilen ein bisschen zu sehr nach effektgeladener Space-Schlachten aus. Und die Effekte sehen dabei nicht so richtig überzeugend aus. Mal gucken, aber Brie Larson ist natürlich eine super spannende Besetzung.
Er hat wohl andere Sachen zu tun:
„Facebook (gestern Abend)“ hat geschrieben:Trent and Atticus will be composing music for HBO’s WATCHMEN series, from executive producer and writer Damon Lindelof. Debuts 2019
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Re: Der neue Filmthread oder guckt denn keiner mehr Filme?

Beitrag von ThomZorke » Mi 17. Okt 2018, 02:07

Ich war in den vergangenen Tagen auf dem London Film Festival unterwegs. Bei den meisten Vorstellungen waren Regisseur und Schauspieler/innen auch da. Ich hätte nicht gedacht, dass ich da wieder zu einem kleinen Fanboy werde, aber es war schon sehr cool einige Gesichter mal in echt zu sehen und die Diskussionen vor und nach den Filmen waren auch immer spannend.

Voraussichtlich ab dem 14.12. auf Netflix abrufbar (und mit etwas Glück vorher nochmal im Kino...)

Roma

Was für ein Meisterwerk! Ich habe selten einen Film erlebt, in dem wirklich jedes Bild so durchdacht war und auch auf einer Leinwand an einer Wand hängen könnte. Der Film war ein Herzensprojekt von Alfonso Cuarón und die Kritiker haben den FIlm bereits öfters als sein "magnus opum" bezeichnet.
Die Geschichte selbst klingt erstmal nicht sonderlich spektakulär oder außergewöhnlich, allerdings ist der Film autobiografisch von Alfonso Cuaróns Jugend geprägt: im Mittelpunkt steht das Hausmädchen Cleo, dass 1970/71 in einer Mittelklassefamilie in Mexico tätig ist. Im Verlaufe des Films kommt es zu großen Veränderungen in ihrem Leben und im Leben der Familie.
Das alles wird in Bildern erzählt, die sich im Kopf festbrennen. Ganz in schwarzweiß gehalten, sind sämtliche Szenen fantastisch durchchoreografiert, voller Details und in beeindruckenden Bildern festgehalten. Ich liebe "Children of Men", weil er handwerklich dermaßen ausgefeilt ist und inszenatorisch perfekt bis ins letzte Detail und Roma steht dem in nichts nach.
Die Handlung schreitet eher gemächlich voran und das wird sicher den ein oder anderen Netflix-Zuschauer langweilen. Dort erscheint der Film nämlich im Dezember. Netflix überlegt wohl noch den Film zuvor normal im Kino zu zeigen und wenn sie das machen sollten, kann ich nur sagen: hin da! Die Bilder sollte man auf einer großen Leinwand gesehen haben!

Suspiria

Nach "Call me by your name" nun also ein Ausflug ins Horror-Genre von Luca Gaudagnino in Form einer Neuinszenierung von Dario Argentos Klassiker "Suspiria". Ebenfalls hervorzuheben, dass Thom Yorke hier seinen ersten Soundtrack produziert hat.
Eine amerikanische Tänzerin wird an einer Berliner Tanzschule aufgenommen und muss festellen, dass die Schule von Hexen geleitet wird.
Man merkt schon, es ist richtige Genre-Kost. Wer sich nicht darauf einstellt, wird an dem Film auch keine Freunde haben, denn gerade zum Schluss ist es Horror durch und durch. Wohingegen der Film am Anfang eine packende Athmosphäre aufbaut und vor allem durch die Inszenierung viel Spannung aufgebaut wird, ohne dass etwas passiert, wird der Horror gegen Ende auch sehr bildlich umgesetzt. Das hat einie Leute in der Vorführung dezent verstört.
Tilda Swinton ist einfach immer eine pure Freude, Dakota Johnson macht ihre Sachhe auch gut und der Soundtrack von Thom Yorke trägt wesentlich zur Athmosphäre bei. Da ich den Film gerade vorhin erst gesehen habe, bin ich noch dezent verstört und mein Eindruck ist noch nicht ganz geformt...

Ab 15.11. in den deutschen Kinos.

Widows

Steve McQueen ("12 Years A Slave") macht einen klassischen Heist-Thriller nach einem Drehbuch von Gillian Flynn (Gone Girl). Das mag für einige etwas enttäuschend klingen, allerdings sollte man nicht zu früh urteilen.
Zu Beginn sieht man eine Diebesbande, die aus durchaus bekannten Schauspielern besteht (Liam Neeson, Jon Bernthal). Doch ihr Raubzug geht schief und alle sterben (das ist kein Spoiler, sondern maximal die ersten 5 Minuten des Films und der Name des Films verrät es ja auch bereits). Eine Witwe findet ein Notizbuch mit Anleitungen für einen weiteren Raubzug und da das Geld dringend benötigt wird, tut sie sich mit den übrigen Witwen zusammen und sie machen sich an die Planung.
In Sachen Story also nichts, was man so nicht schon öfters gesehen hätte. Allerdings sind die Charaktere dermaßen sympathisch, dass die Zeit nur so verfliegt. Viola Davis, Elizabeth Debicki, Brian Tyree Henry (Paper Boi!) machen ihren Job alle hervorragend. Die Regie ist, keine große Überraschung, ebenfalls sehr gut und das Ergebnis ist somit ein kurzweiliger Thriller mit packenden Charakteren.

Ab dem 22.11. in den deutschen Kinos.

Thunder Road

Beeindruckend, was man mit meinem Budget von 250.000$ auf die Beine stellen kann. Der Film von Jim Cunnings basiert auf seinem gleichnamigen Kurzfilm, den ich sehr empfehlen kann.
Die Mutter des Polizisten Jim Arnaud ist gerade verstorben und er stellt sich auf ihrer Beerdigung, nunja, etwas eigen an. Als ob das nicht reicht, kommen Probleme in der Ehe, mit der Erziehung des Kindes und berufliche Probleme hinzu.
Ein berührendes Drama, dem es an Schwarzen Humor nicht fehlt. Mich hat es vom Gefühl ein bisschen an "Three Billboards..." erinnert. In einer Sekunde lacht man, in der nächsten Sekunden bleibt das Lachen im Halse stecken, in der nächsten Sekunde kommen die Tränen und dann lacht man wieder. Man sollte dieser Low Budget Perle definitiv eine Chance geben. Wessen Augen am Ende des Films trocken bleiben, mit dem stimmt was nicht!

Kein deutsches Veröffentlichungsdatum bekannt.

The Guilty

Der Film geht für Dänemark ins Rennen um den "Besten ausländischen Film" bei den Oscars.
Polizist Asger Holm hat Mist gebaut und wurde dazu verdonnert, Notrufe entgegenzunehmen. Als ihn der Notruf einer entführten Frau erreicht, versucht er zu helfen, so gut er kann, obwohl er dabei stets an seinen Platz am Telefon gebunden ist.
Der Film spielt komplett in der Telefonzentrale und man sieht fast ausschließlich Asger. Alles andere hört man nur. Dieses Mittel ist geschickt eingesetzt und baut so Spannung auf, da man ebeneso wie Asger gespannt auf die Stimme am anderen Ende der Leitung wartet. Allerdings hat er sich für mich dann doch etwas gezogen, vor allem, da ich die meisten Twists schon vorher kommen sah. Dennoch hat einen der Film gut mitgenommen.

Der Film erscheint morgen (18.10.) in ausgewählten deutschen Kinos.

Bonus, weil Serie: The Little Drummer Girl

Nach "The Night Manager" die nächste John le Carré-Serie der BBC. Auch hier wuder in Sachen Produktion nicht gespart: Regie führte Park Chan-wook ("Oldboy", "The Handmaiden") und unter den Darstellern befinden sich Michael Shannon, Alexander Skarsgård und Florence Pugh.
Als eine Bombe im Haus eines israelischen Attachés explodiert, versucht der israelische Geheimdienst die Schuldigen aufzutreiben. Währenddessen verfolgt man die Geschichte einer jungen Schauspielerin, deren Schauspieltruppe von einem anonymen Wohltäter auf Reise nach Griechenland geschickt wird. Keine große Überraschung: die beiden Welten begegnen sich.
Man sollte kein zweites "The Night Manager" erwarten. Dafür setzt "The Little Drummer Girl" viel mehr auf Athmosphäre und Stil. Alles ist in schönem Retro 70-er Jahre Look gehalten und aufwändig umgesetzt. Durchaus charmant.
Merkwürdig aber doch die Figur der weiblichen Hauptdarstellerin: eine Frau, die nichts außer Schauspielen kann (das hat Florence Pugh persönlich so gesagt) wird von Alexander Skarsgård wie Mist behandelt, natürlich verliebt sie sich trotzdem in ihn, und von weisen Männern in die Welt der Spionage eingeführt... Ok, der Roman ist aus 1984 aber vielleicht hätte man das ja doch mal etwas updaten können...

Starzplay hat sich für Deutschland die Rechte an der Serie gesichert, eine zeitnahe Ausstrahlung nach dem Start im UK am 28.10. sollte also wahrscheinlich sein.

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Re: Der neue Filmthread oder guckt denn keiner mehr Filme?

Beitrag von Stebbie » Mi 21. Nov 2018, 23:00

Hab eben den neuen Film der Coen-Brüder gesehen, The Ballad of Buster Scruggs, der vor wenigen Tagen auf Netflix erschienen ist. Es ist - wie gewohnt - mal wieder ein unglaublich gut gecasteter Film, mit tollen Dialogen, skurrilen Charakteren und dieses Mal auch tollen Bildern. Der Film erzählt, anders als es der Titel vermuten lässt, sechs Episoden des 'Wild West', die lediglich durch den Rahmen miteinander verbunden sind. Drei der Episoden waren richtig, richtig gut, allem voran die titelgebende und die vorletzte, eine fiel hingegen ein wenig ab - aber lohnt sich auf jeden Fall den it 133 Minuten etwas langen Film zu schauen.

war vielleicht auch eine gute Idee ihn bei Netflix zu bringen, da er für das Kino - trotz der tollen Bilder - vielleicht etwas fordernd gewesen wäre.
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Re: Der neue Filmthread oder guckt denn keiner mehr Filme?

Beitrag von Johnson » Fr 23. Nov 2018, 00:03

Stebbie hat geschrieben:
Mi 21. Nov 2018, 23:00
The Ballad of Buster Scruggs
Drei der Episoden waren richtig, richtig gut, allem voran die titelgebende und die vorletzte, eine fiel hingegen ein wenig ab - aber lohnt sich auf jeden Fall den it 133 Minuten etwas langen Film zu schauen.
Habe den Film heute Abend gesehen. Hat mir sehr gut gefallen - der Film ist, wie du schon schriebst, etwas zu lang, aber ansonsten gibt es wenig auszusetzen. Die Veranschaulichung der vielen brutalen Szenen haben an Fargo erinnert.

Welche Episoden fandest du denn gut, welche fiel in deinen Augen ab?

Die titelgebende Episode fand ich ganz nett, aber nicht so gut wie du offenbar. Die Episoden 3 bis 5 haben mir am besten gefallen.

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Re: Der neue Filmthread oder guckt denn keiner mehr Filme?

Beitrag von Stebbie » Fr 23. Nov 2018, 14:06

Definitiv die Episoden 4 und 5, also All Gold Canyon und The Gal Who Got Rattled, aber auch die Episoden 1, 3 und 6 fand ich ziemlich cool, auch wenn die letzte auf die stärkste Kritik stieß. Aber sie war dann auch dank der Dialoge und Charaktere wieder total im Stile der Coen-Brüder.
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Re: Der neue Filmthread oder guckt denn keiner mehr Filme?

Beitrag von Taksim » Mo 26. Nov 2018, 13:56

Johnson hat geschrieben:
Fr 23. Nov 2018, 00:03
Stebbie hat geschrieben:
Mi 21. Nov 2018, 23:00
The Ballad of Buster Scruggs
Drei der Episoden waren richtig, richtig gut, allem voran die titelgebende und die vorletzte, eine fiel hingegen ein wenig ab - aber lohnt sich auf jeden Fall den it 133 Minuten etwas langen Film zu schauen.
Habe den Film heute Abend gesehen. Hat mir sehr gut gefallen - der Film ist, wie du schon schriebst, etwas zu lang, aber ansonsten gibt es wenig auszusetzen. Die Veranschaulichung der vielen brutalen Szenen haben an Fargo erinnert.
Gerade die erste Episode fand ich schon fast Django Unchained-mäßig, in seiner Vermischung von brutaler Gewalt und Witz. Die abrupten sowie man muss schon sagen kreativen Tode fand ich auch gelungen.
Das ziemlich unvergleichliche Feeling eines Coenbrüder-Films bringt dieser absolut rüber, aber einige Episoden fielen für mich auch klar ab. Gerade All Gold Canyon fand ich etwas redundant, die vorletzte vielleich etwas zu lang und die letzte hat es so am Ende wieder herausgerissen. Der Dialog hat die Szenen davor aber nicht genug getragen.
Die dritte Episode mit Liam Neeson fand ich dafür stark, auch wenn die durchaus auch Momente der Wiederholung hatte. Aber am Ende gab es dafür einen starken Payoff, plus insgesamt einen unerwartet zeitgemäßen Kommentar auf Entertainmentindustrie und den Kampf der Medien um Aufmerksamkeit in einem völlig anachronistischen Setting. Das war schon clever.

Also sehenswert, aber bei weiten nicht oben bei den besten Coens dabei.
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Re: Der neue Filmthread oder guckt denn keiner mehr Filme?

Beitrag von Sjælland » Mo 26. Nov 2018, 18:01

Bad Times at the El Royale lief jetzt auch endlich mal dieses Wochenende hier im Kino. Hat sich auf jeden Fall gelohnt, eine spaßige Hommage an Quentin Tarantino mit einem unkonventionellen Hauptdarsteller - dem Hotel. Sollte man sich auf jeden Fall mal anschauen. Schauspielerisch waren auch größtenteils tolle Leistungen zu bewundern, beispielsweise Dakota Johnson, Jon Hamm und natürlich Jeff Bridges. Schön auch, dass der Film auch teils wirkliche Überraschungen bietet, allerdings sind die verschiedenen Episoden manchmal vielleicht ein wenig zu abdriftend in unwichtige Details. Aber der Film spielt geschickt mit dem Zuschauer, lässt ihn auch mal eine falsche Fährte aufnehmen und gleichzeitig befriedigt er auch den Glauben zu wissen, was als nächstes passiert - mal so, mal so. Wie gesagt, sehenswert.

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Re: Der neue Filmthread oder guckt denn keiner mehr Filme?

Beitrag von Taksim » Sa 8. Dez 2018, 18:39

Heute mal kurz das DVD-Regal durchstöbert und da lag der Film "Terminal" mit Margot Robbie und Simon Pegg. Der ging ja mal komplett unter! Als der Trailer kam war ich eigentlich ziemlich gespannt, der war auch schön mysteriös gehalten. Aber dann hat man ja gar nix mehr gehört, keine Interviews, keine Promo und hinterher auch keine Reaktion.
Hat den irgendjemand gesehen?
Zuletzt geändert von Taksim am Sa 8. Dez 2018, 23:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der neue Filmthread oder guckt denn keiner mehr Filme?

Beitrag von ThomZorke » Sa 8. Dez 2018, 23:20

Also ich hab schon einiges darüber gelesen, weil der Film von Kritikern komplett zerrissen wurde. Gesehen hab ich ihn aber nicht.

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Re: Der neue Filmthread oder guckt denn keiner mehr Filme?

Beitrag von fipsi » Sa 15. Dez 2018, 00:05

ThomZorke hat geschrieben:
Mi 17. Okt 2018, 02:07
Voraussichtlich ab dem 14.12. auf Netflix abrufbar (und mit etwas Glück vorher nochmal im Kino...)

Roma

Was für ein Meisterwerk! Ich habe selten einen Film erlebt, in dem wirklich jedes Bild so durchdacht war und auch auf einer Leinwand an einer Wand hängen könnte. Der Film war ein Herzensprojekt von Alfonso Cuarón und die Kritiker haben den FIlm bereits öfters als sein "magnus opum" bezeichnet.
Die Geschichte selbst klingt erstmal nicht sonderlich spektakulär oder außergewöhnlich, allerdings ist der Film autobiografisch von Alfonso Cuaróns Jugend geprägt: im Mittelpunkt steht das Hausmädchen Cleo, dass 1970/71 in einer Mittelklassefamilie in Mexico tätig ist. Im Verlaufe des Films kommt es zu großen Veränderungen in ihrem Leben und im Leben der Familie.
Das alles wird in Bildern erzählt, die sich im Kopf festbrennen. Ganz in schwarzweiß gehalten, sind sämtliche Szenen fantastisch durchchoreografiert, voller Details und in beeindruckenden Bildern festgehalten. Ich liebe "Children of Men", weil er handwerklich dermaßen ausgefeilt ist und inszenatorisch perfekt bis ins letzte Detail und Roma steht dem in nichts nach.
Die Handlung schreitet eher gemächlich voran und das wird sicher den ein oder anderen Netflix-Zuschauer langweilen. Dort erscheint der Film nämlich im Dezember. Netflix überlegt wohl noch den Film zuvor normal im Kino zu zeigen und wenn sie das machen sollten, kann ich nur sagen: hin da! Die Bilder sollte man auf einer großen Leinwand gesehen haben!
Ich habe den Film letzte Woche im Kino gesehen und war auch schwer beeindruckt. Definitiv einer der besten Filme des Jahres.

Zudem habe ich heute Under the Silver Lake gesehen. Der neue Film von David Robert Mitchell (It Follows) hat schon bei den Filmfestspielen in Cannes für Furore gesorgt und wurde in den USA immer noch nicht veröffentlicht. In Deutschland läuft der Film aber schon und ich kann ihm jeden empfehlen, der auf eine schräge Handlung steht. Von der Synopsis her hätte ich eine lockere Mysterycomedy erwartet, aber es wird dann doch deutlich anders. Der Vergleich zu David Lynch ist dabei wohl nicht zu sehr weitgeholt, aber passt wohl auch mehr vom Stil als Inhalt.

Das größte Problem für viele dürften wohl sein, dass die Handlung teilweise überhaupt nicht nachvollziehbar ist. Der von Andrew Garfield gespielte Hauptcharakter stolpert von einer komischen Situation in die andere. Dabei werden mehrere Nebenplots angeschnitten, die nicht immer komplett auserzählt werden oder drastisch abgebrochen werden. Dadurch bleiben natürlich viele Fragen offen, was den Eindruck der Sinnlosigkeit erweckt. Wer eine große Bedeutungsebene reininterpretieren will, wird das wohl nur schwer schaffen. Ich denke daher kam der Film bei den Kritikern auch nicht so gut an.

Dennoch schaffte es der Film mich sehr zu unterhalten. Es gibt viele Momente, die unglaublich witzig sind einfach. Zudem gelingt es mit einigen Nebenplots eine gute Spur Horror reinzubringen. Dadurch gab es doch viel Abwechslung, doe es schafft in über zwei Stunden einige Highlights zu liefern. Definitiv auch einer der interessantesten Filme des Jahres.
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