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Der Konzertbesuchsthread

Konzerte, Platten & Musik im TV
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SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Fr 6. Nov 2026, 12:30

Ich war am Samstag in Darmstadt beim Halloween Mosh in der Oetinger Villa. Pflichtveranstaltung und dieses Jahr auch wirklich an Halloween. Es war allerdings nicht ausverkauft wie sonst, was dafür spricht, dass der Termin an Halloween nicht ideal ist.

Show No Mercy - Neue Band aus der Darmstadt Ecke. Demo ist am Tag vorher gedroppt und hat mich abgeholt. Schönes Ding irgendwo zwischen Metal und Hardcore, hat auch live gut funktioniert. Metallica Intro ging auch sehr hart. Zu der frühen Uhrzeit war noch nicht so viel los, aber dennoch eine Band, die ich weiterverfolgen werde.

Game of Life - Sind kurzfristig nach dem Ausfall von Recession eingesprungen. War die gleiche Setlist wir in Düsseldorf die Woche davor inkl. Breakdown Cover. Bisher bestes Set, was ich von den Jungs gesehen habe. Crowd war jetzt auch voll drin. Für mich Gig des Abends.

Exan - Wie immer grundsolides Set. Die Band hat sich einfach gemacht durch die vielen Shows, die sie spielen. Freut mich richtig. Der punkige, kratzige Hardcore Sound ist zumindest in Deutschland recht eigenständig. Mir fällt da hoc keine Band aus der Gegend ein, die so klingt. Da muss man eher nach UK schauen. Leider war Sound nicht so dolle abgemischt, aber für Hardcore noch aushaltbar. Crowd war drin, hätte mich allerdings auch stark gewundert, wer derlei Sound in der Villa nicht funktionieren würde.

No Laughing Matter - Haben mit Ersatz an Bass und einer Gitarre gespielt. An sich gutes Set, Band hat ordentlich Potential und das wurde auch gewürdigt. Allerdings gab es ne Menge technischer Probleme inkl einer Rückkopplung, die über mehrere Minuten nicht stoppen wollte, sodass das Set unterbrochen werden musste. Gleichzeitig wurde noch ein Herr aus der Crowd entfernt, der auf die Bitte, sich nicht mit einer Glasflasche an/in den Pit zu stellen, sehr ungehalten reagiert hat. Stimmung war dann schon merklich gedrückt. Die Band hat ihr Set aber schlussendlich noch gut über die Bühne gebracht inkl. Cro-Mags Cover. Technische Probleme können immer mal auftreten, nächstes Set wird besser.

69 Mentality - Das traditionelle Cover Set gab es dieses Jahr zu meiner Überraschung nicht am Ende. Man muss aber auch sagen, dass 86 Mentality im Vergleich zu Hatebreed schon ein Deep Dive ist. Hat dennoch besser funktioniert als ich dachte. Aber einige Abstimmungsprobleme waren schon offensichtlich. Im Anschluss an die 86 Mentality Cover gab es noch einige Hardcore Classics. Am besten haben dabei Hatebreed und Floorpunch funktioniert. War schon cool, aber fand die Cover Sets in den Vorjahren besser.

Spirit Crusher - Diese Band ist Darmstadt ist immer eine Bank. So auch dieses Mal. Harter Mosh, Singalongs, Stage Dives, alles was das Hardcore Herz begehrt. Muss aber sagen, dass es die schlechteste Darmstadt Show war, die ich gesehen habe. Band ist mit neuem Album im Gepäck und haben viel von der Platte gespielt, im Gegenzug nichts mehr von Demo und EP. Hätte für ne bessere Aufteilung und Reaktion der Crowd zwei EP Tracks dringelassen und dafür 1-2 neue raus. Mal sehen wie sich das entwickelt.

Preemptive Strike - Haben vor einer deutlich geschrumpften Crowd den Abend abgeschlossen. Ging los mit nem Minor Threat Cover. Im Anschluss die üblichen Tracks im Stile von Boston late 00s/early 10s Hardcore. War trotz weniger Leute eins der besten Sets des Abends. Crowd hat nochmal alles gegeben. Insgesamt war es wie immer ein schöner Abend, aber kein Vergleich zum fantastischen letzten Jahr. Das sollte aber auch nicht die Messlatte sein.
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SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Sa 7. Nov 2026, 14:13

Ich war am Sonntag in Köln bei Nasty im Gebäude 9. War im Endeffekt für drei der vier Supports am Start. Zum Glück auch vorher nen Ticket für nen 10er weniger geschossen. OP war schon happig für Hardcore. Gebäude 9 war aber ausverkauft. Habe einen Clash erwartet zwischen Morecore Crowd und den 25-40 Leuten, die wie ich offensichtlich aus denselben Gründen vor Ort waren wie ich. Crowd teilweise nur schlimm. In meinem Umfeld gab es Gespräche, bei denen jedes Zweite Wort Hurensohn war. Hab schon etwas an meiner Entscheidung gezweifelt, die Show zu besuchen.

Eternal Enemy - Deutsche Final Resting Place, hatten nen kleinen Hype, sodass es sogar nen Feature auf dem neuen Nasty Album gibt. Raum war zum Zeitpunkt des Sets sperrlich besucht. Band hat trotzdem durchgezogen, stumpf Ding, hart an der Grenze des Vertretbaren. Vor der Bühne Mosh von den Leuten, von denen ich es erwartet habe. Guter Start in den Abend, aber lieber auf kleiner Bühne im DIY Kontext.

Once and for All - Drei Mitglieder spielen auch bei Eternal Enemy, Umbaupause ging also fix. Sound ist straight up Hardcore ohne viel drumherum. Sehr hart, Cold as Life würden sich freuen. Hier ging deutlich mehr. Natürlich standen gleichzeitig diverse Leute mit Flaschen am Pit. Gab also allerhand Diskussionen und Scherben. Unnötig. Hat dem guten Set aber keinen Abbruch getan. Gab mit Hatebreed auch nen neues Cover, was sich sehr gut in die Setlist eingefügt hat. Für mich bester Auftritt des Abends.

Pintglass - Das war wirklich schlimm. UK Beatdown, selbstverständlich mit zwei Sängern, mit Alkohol Malocher Gimmick. Alle Mitglieder hatten Warnwesten an. Diese konnte man natürlich auch am Merch erwerben. Sound ist einfach nur stumpf und mies, null spannend, null Abwechslung. Natürlich wurde auch nen Bass Drop benutzt. Lange nicht mehr so eine beschissene Hardcore Band gesehen.

Crawlspace - Hätte nicht gedacht, dass ich die Band mal ne Tour spielen sehe. In den 10er Jahren gab es vielleicht 2-3 Gigs pro Jahr. Im Endeffekt war es nen ähnliches Bild wie bei den beiden Openern. Die gleichen Leute wussten Bescheid, die gleichen Leute haben hart gemosht. Weiter Leute mit Flaschen am Pit, weiterhin Glasbruch und Stress. Ich checke es nicht. Set war trotzdem superhart. Hatte ne gute Zeit.

Nasty - Letztes Mal vor so 5-6 Jahren gesehen. Seitdem sind auch Alben dazugekommen, die ich alle genau einmal gehört habe. Hängen geblieben ist nichts. Kannte von der Setlist ganze zwei Songs. Die ganze Aufmachung ist schon stark auf ne große Crowd ausgelegt. Ein gewisser Partyfaktor lässt sich hier nicht verleugnen. Gab auf jeden Fall massig Singalongs und Stage Dives. Set ist aber dennoch an mir vorbeigegangen. Mittlerweile einfach viel zu oft gesehen und im Endeffekt auch nicht meine Mucke. Dennoch sicherlich verdient, dass die so viele Leute ziehen und insgesamt wars auch nen guter Abend.
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Wishkah
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Wishkah » So 8. Nov 2026, 15:18

06.11.2026 Mogwai (+ Forest Swords), Elbphilharmonie, Hamburg

Ich war am Freitag bei Mogwai in der Elbphilharmonie in Hamburg.

Die schottischen Post-Rock-Veteranen feiern ihr 30-jähriges Jubiläum und spielen in diesem Rahmen in einigen klassischen Konzertsälen in Europa. Ich hatte die Band zwar erst im vergangenen Jahr in Berlin live gesehen, aber ein Konzert in der Elbphilharmonie und das auch noch zeitlich passend zum Wochenendbeginn klang zu verlockend, um darauf zu verzichten. Also bin ich am frühen Freitagnachmittag nach der Arbeit in den ICE nach Hamburg gestiegen.

Der Einlass in den großen Saal der Elbphilharmonie begann um 19 Uhr. Ich war kurz vorher da, habe noch einen Blick zum Merchstand geworfen, mir ein Getränk gegönnt und mich dann zu meinem Platz begeben. An der Garderobe und an den Eingängen zum Saal wurden Ohrstöpsel verteilt. In der Elbphilharmonie nicht unbedingt üblich, bei der Band aber sicherlich die vernünftige Wahl. Beim Gedanken an mein erstes Mogwai-Konzert vor 15 Jahren im Hamburger Grünspan – damals war ich im Gegensatz zu heute meistens noch ohne Gehörschutz bei Konzerten unterwegs – fiept immer noch ein kleiner Tinnitus durch meine Ohren.

Das Konzert war jedenfalls ausverkauft. Bei diesem besonderen Rahmen nicht verwunderlich. Beim Vorverkauf hatte ich Glück gehabt. Erste Reihe mittig auf dem untersten Rang frontal zur Bühne. Mein favorisierter Platz mit bester Sicht auf das Geschehen. Der Saal füllte sich dann auch so langsam. Bis es pünktlich um 19 Uhr mit dem Support losging.

Forest Swords durfte den Abend eröffnen. Der britische Musiker präsentierte 45 Minuten lang ein sehr ambientelastiges Set. Synthesizerflächen und elektronisch-verzerrte Töne füllten den Raum. Erst im Laufe des Auftritts kamen etwas dynamischere Phasen und treibendere Beats hinzu. Mir hat das insgesamt ganz gut gefallen. Als die zu Beginn noch lose wirkenden Sounds zunehmend an Struktur gewannen und sich zu klaren Songs entwickelten, waren da ein paar richtig schöne Momente dabei. Das würde ich mir nochmal anschauen.

Es folgte eine halbstündige Umbaupause. Gegen 21:15 Uhr wurden die Lichter im Saal wieder gedimmt und Mogwai kamen auf die Bühne. Die Band legte mit "Heard About You Last Night" los. Schöner Start! Das weitere Set setzte sich dann aus Songs der gesamten Diskographie zusammen. Darunter auch einige Raritäten, die in den vergangenen Jahren nur selten ihren Weg in das Live-Programm schafften – "Christmas Steps", "Small Children in the Background" und "Scotland's Shame" zum Beispiel. Grundsätzlich stand an diesem Abend die Musik klar im Vordergrund. Zwischen den Songs gab es an Ansagen maximal ein kurzes "Thank you" oder "Danke". Die Lichtshow war – wie von der Elbphilharmonie gewohnt – ebenfalls eher zurückhaltend. Ein paar farbliche Lichtkegel und aufblitzende Akzente gab es, mehr nicht. Es bliebt zudem recht hell, was in der Elbphilharmonie typisch ist. Das finde ich manchmal schade, weil für meinen Geschmack dadurch etwas an Stimmung verloren geht. Dafür war der Sound glasklar und die Band ließ es sich trotz klassischem Konzertsaal nicht nehmen, die Lautstärke ordentlich aufzudrehen. Wenn die brachial-krachigen Gitarrenwände einsetzten, war ich sehr glücklich über meine Ohrstöpsel. Das hatte vermutlich auch den angenehmen Nebeneffekt, dass vom zu dieser Jahreszeit gängigen Husten des Publikums wenig zu hören war. Aber auch in den ruhigeren Phasen blieb der Saal angenehm aufmerksam.

Das reguläre Set wurde mit "Every Country's Sun" beendet. Bis dahin war es ein schönes Konzert, bei dem ich allerdings zwei, drei persönliche Favoriten wie "White Noise", "I Know You Are But What Am I" oder "I'm Jim Morrison, I'm Dead" vermisst habe. Die kamen auch in der Zugabe leider nicht mehr. Dafür gab es noch beide Teile von "New Paths to Helicon", was sehr stark war. Und nach etwa 105 Minuten Spielzeit wurde der Abend gegen 23 Uhr mit "You're Lionel Richie" beendet, bevor die Band sich in den Feierabend verabschiedete. Ein schöner Schlusspunkt.

Insgesamt war es ein sehr guter Auftritt in einem für so ein besonderes Jubiläum würdigen Rahmen. Da gibt es nichts zu meckern. Für mich war es jetzt das dritte Konzert der Band und ich bin immer wieder sehr angetan. Mal schauen, ob morgen für mich noch die persönliche Zugabe in Berlin folgt. Ein Ticket ist zwar vorhanden, aber das parallel stattfindende Bleachers-Konzert ist auch sehr verlockend... Das wird wohl recht spontan entschieden.


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