Der Konzertbesuchsthread
- SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Ich war am 11.09. (Freitag) in Bochum bei Bulldoze in der Trompete. Vorher vegane Dürüm gegessen, guter Start in den Abend. War etwas skeptisch bzgl. der Show, aber im Endeffekt doch Lust gehabt und hingegangen. War leerer als erwartet, aber noch genug für eine halbwegs solide Show.
Life Beyond - Ruhrpott Band #1, erst seit 2-3 Jahren aktiv. Spielen auch eher selten oder die Shows fliegen unter meinem Radar. Find den Sound auch recht egal. So Standard NYHC influenced Hardcore der stumpferen Sorte. Vor der Bühne war noch nix los.
Strength - Ruhrpott Band #2. Gibt es schon ewig. Spielen jetzt nach Jahren Pause wieder Shows. Fänds in solchen Situationen in der Regel besser, wenn man dann direkt was Neues startet. Band ist leider ziemlich mies. Richtig öder, pseudoböser Stumpf Sound ohne irgendwelche Finesse. Set hat sich gezogen wie Kaugummi.
Torch - Einzige Band mit Mitgliedern, die jünger waren als ich. Sound war chaotischer, nah am Mathcore. Anders als die vorherigen Bands, aber auch nicht wirklich mein Fall. Zusätzlich sollte niemand "Counting Worms" von Knocked Loose covern. Nehmt doch Bands, die nicht gerade auf ihrem Höhepunkt sind.
Bulldoze - Hatte nach den Supports wenig Hoffnung, dass nun nen gutes Set folgen würde, aber wurde positiv überrascht. Gab harten Mosh und einige Textsichere vor der Bühne. Die Band schafft es mit ihren OG Beatdown Sound auch mehr als nur Breakdowns zu liefern. Könnten sich viele Bands des Genres, vor allem in Deutschland, ne Scheibe von abschneiden. Trotzdem bin ich mit dem Gefühl nach Hause, dass da mehr hätte gehen können in einer anderen Konstellation mit besseren Supports.
Life Beyond - Ruhrpott Band #1, erst seit 2-3 Jahren aktiv. Spielen auch eher selten oder die Shows fliegen unter meinem Radar. Find den Sound auch recht egal. So Standard NYHC influenced Hardcore der stumpferen Sorte. Vor der Bühne war noch nix los.
Strength - Ruhrpott Band #2. Gibt es schon ewig. Spielen jetzt nach Jahren Pause wieder Shows. Fänds in solchen Situationen in der Regel besser, wenn man dann direkt was Neues startet. Band ist leider ziemlich mies. Richtig öder, pseudoböser Stumpf Sound ohne irgendwelche Finesse. Set hat sich gezogen wie Kaugummi.
Torch - Einzige Band mit Mitgliedern, die jünger waren als ich. Sound war chaotischer, nah am Mathcore. Anders als die vorherigen Bands, aber auch nicht wirklich mein Fall. Zusätzlich sollte niemand "Counting Worms" von Knocked Loose covern. Nehmt doch Bands, die nicht gerade auf ihrem Höhepunkt sind.
Bulldoze - Hatte nach den Supports wenig Hoffnung, dass nun nen gutes Set folgen würde, aber wurde positiv überrascht. Gab harten Mosh und einige Textsichere vor der Bühne. Die Band schafft es mit ihren OG Beatdown Sound auch mehr als nur Breakdowns zu liefern. Könnten sich viele Bands des Genres, vor allem in Deutschland, ne Scheibe von abschneiden. Trotzdem bin ich mit dem Gefühl nach Hause, dass da mehr hätte gehen können in einer anderen Konstellation mit besseren Supports.
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- SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Ich war am 12.09. (Samstag) in Wermelskirchen bei Risk It! im AJZ Bahndamm. Tatsächlich noch nie dort gewesen. schönes AJZ. Etwas ärgerlich ist die Stufe genau vor der Bühne, aber das stört wahrscheinlich bei den meisten Shows nicht. Show war gut besucht, gab auch einen Merchflohmarkt, bei dem ich auch fündig geworden bin.
Backwood - Band aus dem Sauerland. Bisher nur auf Flyern gelesen, nun auch mal live gesehen. War Standard Hardcore, nicht besonders spannend. Es war auch noch nichts los.
Maximum Pain - Neue Band mit Leuten mit allerlei Banderfahrung, erste Show. Demo wusste zu gefallen. Klar wird hier nichts neu erfunden, aber wo passiert das schon beim Hardcore. Leider war auch hier noch wenig bis nichts los. Insgesamt solide, Set hätte nen Cover vertragen können.
Crime Dawg - Punkiger Hardcore. Hier war die Stimmung zum ersten Mal besser ohne, dass es zu wild wurde. Das Cro-Mags "World Peace" Cover war wie immer eines des Highlights. Schon besser gesehen, aber hatte im Vorfeld auch nicht damit gerechnet, dass der Abend mehr als solide wird.
Not 4 Me - Spaßband, die nur so 2-3 Shows pro Jahr spielt. Ganze Attitüde inkl. Lyrics ist übertrieben auf Straight Edge gepolt. Gab dann auch durchweg Witze auf Kosten von Non Edgern. Fanden nicht alle in der Crowd lustig, mich haben sie abgeholt. Sound is Fast Straight Edge, weiß zu gefallen. Am Ende gab es noch Coversongs, wobei ich mich gerade nur noch an Floorpunch zum Abschluss erinnere. Für mich Gig des Abends.
Risk It! - Wieder einmal festgestellt, dass ich komplett durch bin mit der Band und nach meinem Gefühl geht es vielen Leuten so. Neues Album kommt nächstes Jahr, Songs klingen wie immer. Bin nach 10-15 Minuten abgehauen. Insgesamt war der Abend nicht mehr als solide. In der Location soll aber in Zukunft mehr gehen, bin gespannt.
Backwood - Band aus dem Sauerland. Bisher nur auf Flyern gelesen, nun auch mal live gesehen. War Standard Hardcore, nicht besonders spannend. Es war auch noch nichts los.
Maximum Pain - Neue Band mit Leuten mit allerlei Banderfahrung, erste Show. Demo wusste zu gefallen. Klar wird hier nichts neu erfunden, aber wo passiert das schon beim Hardcore. Leider war auch hier noch wenig bis nichts los. Insgesamt solide, Set hätte nen Cover vertragen können.
Crime Dawg - Punkiger Hardcore. Hier war die Stimmung zum ersten Mal besser ohne, dass es zu wild wurde. Das Cro-Mags "World Peace" Cover war wie immer eines des Highlights. Schon besser gesehen, aber hatte im Vorfeld auch nicht damit gerechnet, dass der Abend mehr als solide wird.
Not 4 Me - Spaßband, die nur so 2-3 Shows pro Jahr spielt. Ganze Attitüde inkl. Lyrics ist übertrieben auf Straight Edge gepolt. Gab dann auch durchweg Witze auf Kosten von Non Edgern. Fanden nicht alle in der Crowd lustig, mich haben sie abgeholt. Sound is Fast Straight Edge, weiß zu gefallen. Am Ende gab es noch Coversongs, wobei ich mich gerade nur noch an Floorpunch zum Abschluss erinnere. Für mich Gig des Abends.
Risk It! - Wieder einmal festgestellt, dass ich komplett durch bin mit der Band und nach meinem Gefühl geht es vielen Leuten so. Neues Album kommt nächstes Jahr, Songs klingen wie immer. Bin nach 10-15 Minuten abgehauen. Insgesamt war der Abend nicht mehr als solide. In der Location soll aber in Zukunft mehr gehen, bin gespannt.
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- SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Ich war am 17.09. (Donnerstag) in Bristol bei Hestia in der Rossi Bar. War an dem Wochenende auf nem Hardcore Fest und bin einen Tag vorher angereist. Da es keine Preshow gab bin hab ich mal geguckt, was es sonst so gibt und bin auf ner Local Show in ner kleinen Bar gelandet. Eintritt 6 Pfund geschenkt. War allerdings traurig leer, vielleicht 20 Zahlende.
Sundaughter - Junge Shoegaze Band. Da saß natürlich noch nicht alles, aber gute Ansätze, Potential ist auf jeden Fall vorhanden. Beste Band des Abends.
Honeyglow - Irgendwo zwischen Indie und Post-Punk. War unglaublich öde. Das Auftreten der Band, die sich augenscheinlich ziemlich cool gefühlt haben, hat es nicht besser gemacht.
Hestia - Weitere Indie Band. Luft war bei der Crowd komplett raus. Ich hatte mittlerweile fiese Kopfschmerzen. Dementsprechend ist der Gig an mir vorbeigegangen.
Sundaughter - Junge Shoegaze Band. Da saß natürlich noch nicht alles, aber gute Ansätze, Potential ist auf jeden Fall vorhanden. Beste Band des Abends.
Honeyglow - Irgendwo zwischen Indie und Post-Punk. War unglaublich öde. Das Auftreten der Band, die sich augenscheinlich ziemlich cool gefühlt haben, hat es nicht besser gemacht.
Hestia - Weitere Indie Band. Luft war bei der Crowd komplett raus. Ich hatte mittlerweile fiese Kopfschmerzen. Dementsprechend ist der Gig an mir vorbeigegangen.
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- Quadrophobia
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Ich war gestern bei Makthaverskan auf der Frau Hedi in Hamburg
Das war sicherlich eins der coolsten und surrealsten Konzerte meines Lebens. Das lag vor allem an der Venue. Die Hedi ist eine alte Hafenbarkasse und die Konzerte finden bei laufender Fahrt statt. Das Ganze war also vor nächtlicher Hafenkulisse und Containerschiffbackdrop. Ich glaube ich hatte noch nie so eine krasse Szenerie bei einem Konzert. Dazu ist der Abstand zu "Bühne" - die Instrumente stehen an der längsseite des Schiffs - eigentlich von überall sehr gering. Es war mit 19€ auch einfach brutal günstig, wenn man aktuelle Konzertpreise ansetzt und - Fun Fact - einfach nen Euro günstiger als auf einer normalen Barkasse ne Hafenrundfahrt zu machen. Kleinen Schmunzler gab es noch, weil sich eine Gruppe in die Schlange verirrt hatte, die dachte das wäre die Fähre zum Michael Jackson Musical. Bisschen andere Crowd
Support kam von BleachTV aus Hamburg. Musikalisch Faust aufs Auge vor Makthaverskan, Post-Punk/Wave mit ein bisschen stärkerem Einschlag zu letzterem als beim Hauptact. Wirklich cool, mit der Mukke kannst du bei mir nichts falsch machen und wir standen perfekt. Sound auch überraschend gut dafür dass man hier offensichtlich kein richtiges Soundsystem installieren kann. Gefiel.
Makthaverskan hab ich irgendwie noch nie gesehen, obwohl mich die Band spätestens seit dem zweiten Album und noch viel mehr seit meiner Göteborg Zeit begleitet. War sehr weit oben auf meiner Must-See List und in dem Setting wars einfach doppelt cool. Maja Milner hatte ein paar Stimmprobleme aber ansonsten war das von vorne bis hinten fantastisch. Das Konzert war der Tourauftakt, trotzdem saß alles perfekt, die Songs vom neuen Album kamen richtig gut, insbesondere der eher ruhig-tragende "Black Waters", der natürlich extrem vom Ambiente profitiert hat. Nach hinten raus dann alle Hits von s/t 2&3 und da gabs trotz sehr eingeschränktem Platz sogar viel Bewegung im eher älteren Publikum. "This Time" im Schatten von Containerriesen hat auch noch mal krass gehitted. Lediglich beim letzten Song "Asleep" als zweite Zugabe ist die Stimme dann komplett weggebrochen aber das war zu verschmerzen.
Das war sicherlich eins der coolsten und surrealsten Konzerte meines Lebens. Das lag vor allem an der Venue. Die Hedi ist eine alte Hafenbarkasse und die Konzerte finden bei laufender Fahrt statt. Das Ganze war also vor nächtlicher Hafenkulisse und Containerschiffbackdrop. Ich glaube ich hatte noch nie so eine krasse Szenerie bei einem Konzert. Dazu ist der Abstand zu "Bühne" - die Instrumente stehen an der längsseite des Schiffs - eigentlich von überall sehr gering. Es war mit 19€ auch einfach brutal günstig, wenn man aktuelle Konzertpreise ansetzt und - Fun Fact - einfach nen Euro günstiger als auf einer normalen Barkasse ne Hafenrundfahrt zu machen. Kleinen Schmunzler gab es noch, weil sich eine Gruppe in die Schlange verirrt hatte, die dachte das wäre die Fähre zum Michael Jackson Musical. Bisschen andere Crowd
Support kam von BleachTV aus Hamburg. Musikalisch Faust aufs Auge vor Makthaverskan, Post-Punk/Wave mit ein bisschen stärkerem Einschlag zu letzterem als beim Hauptact. Wirklich cool, mit der Mukke kannst du bei mir nichts falsch machen und wir standen perfekt. Sound auch überraschend gut dafür dass man hier offensichtlich kein richtiges Soundsystem installieren kann. Gefiel.
Makthaverskan hab ich irgendwie noch nie gesehen, obwohl mich die Band spätestens seit dem zweiten Album und noch viel mehr seit meiner Göteborg Zeit begleitet. War sehr weit oben auf meiner Must-See List und in dem Setting wars einfach doppelt cool. Maja Milner hatte ein paar Stimmprobleme aber ansonsten war das von vorne bis hinten fantastisch. Das Konzert war der Tourauftakt, trotzdem saß alles perfekt, die Songs vom neuen Album kamen richtig gut, insbesondere der eher ruhig-tragende "Black Waters", der natürlich extrem vom Ambiente profitiert hat. Nach hinten raus dann alle Hits von s/t 2&3 und da gabs trotz sehr eingeschränktem Platz sogar viel Bewegung im eher älteren Publikum. "This Time" im Schatten von Containerriesen hat auch noch mal krass gehitted. Lediglich beim letzten Song "Asleep" als zweite Zugabe ist die Stimme dann komplett weggebrochen aber das war zu verschmerzen.
Re: Der Konzertbesuchsthread
Klingt echt nach einem tollen Erlebnis. Ich habe es auch noch nicht geschafft die Band zu sehen.
Re: Der Konzertbesuchsthread
Da schließe ich mich an, klingt ganz fantastisch und ich würde die Band auch gerne mal sehen. Leider nichts in der Nähe dieses Mal. Warte noch auf die Westkust/Agent Blå/Makthaverskan Triple-Header-Show. 
Re: Der Konzertbesuchsthread
Westkust müssten dafür erstmal eine Reunion feiern, was ich aber sehr begrüßen würde.
- Quadrophobia
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Das Konzert in der Astra Stube (RIP) habe ich damals auch verpasst
- MairzyDoats
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Ich war gestern zeitgleich auf einem anderen Hamburger Schiff: Babe Haven und Latter haben auf der MS Stubnitz gespielt. Zwei US-Bands jeweils mit ihrer allerersten Europa-Show. Es war eher wie eine Co-Headliner-Show aufgezogen, glaube es ist auch nicht klar, welche Band größer ist, evtl wechseln die auch mal die Reihenfolge. Es war nicht viel los, vielleicht so 80 Leute da, aber die Bands wurden wirklich sehr warm in Europa empfangen vom sonst häufig so reservierten Hamburger Publikum. Ein tl;dr vorweg: Kann sehr empfehlen, da in den anderen Städten hinzugehen, die Tour hat ja gerade erst angefangen. Machen noch Halt in Berlin, Dresden, Hannover, Stuttgart, München und Köln (und natürlich in den Ländern um Deutschland herum).
Ich hatte da tatsächlich einfach durch den Stubnitz Newsletter von erfahren (die hauen da auch manchmal Rabattcodes rein, also Empfehlung) und für 15 Euro dann ein No Brainer.
Latter aus Chicago haben den Anfang gemacht und waren auch der Hauptgrund für meinen Besuch. Noise-Rock mit Post-Punk und so Spoken-Word Anteilen, dabei aber sehr eingängig. Einfach von der ersten Sekunde an einen richtig heftigen Sound hingelegt, der bestens zu dem industriellen Charme des Stubnitz-Innenraums passte. Das Publikum hat diese Energie wunderbar gespiegelt, es wurde viel getanzt und irgendwann auch gemosht. Die Band zeigte sich sehr dankbar für den Tourauftakt. Die Sängerin hat einfach eine richtig krasse und mitreißende Performance hingelegt. Es gipfelte in einem Teil Performance Art, der manchen hier evtl nicht zusagen würde, aber nun. Ich fands sehr gut. Großes Highlight, danach gab es erstmal einen kollektiven Run auf den Merch-Stand. Kann die Audiotree Session der Band empfehlen, um sich ein Bild zu machen.
Ich war schon glücklich, aber Babe Haven haben dann auch nochmal richtig abgeliefert. Die Band beschreibt sich selbst als "High energy queer Punk Band", checke ich, aber mit dem zweiten Album kam da sehr viel Nu Metal mit rein. Auch hier einfach einen krassen Sound auf die Bühne gebracht, das Publikum war von Anfang an dabei, gab durchgehend einen Moshpit. Hat für mich nochmal deutlich besser live funktioniert als auf Platte.
Würde mich nicht wundern, wenn die Bands beide in Europa noch n bisschen größere Wellen schlagen, hoffe ich kann sie bald wieder sehen. Könnte sie mir auch auf dem Amplifire gut vorstellen, auch wenn die Energie da womöglich direkt wieder am Publikum abprallt. Mal schauen. Für mich war der Abend eins der Jahreshighlights und ich kann wie gesagt sehr empfehlen, da für unter 20 Euro mal hinzugehen.
Ich hatte da tatsächlich einfach durch den Stubnitz Newsletter von erfahren (die hauen da auch manchmal Rabattcodes rein, also Empfehlung) und für 15 Euro dann ein No Brainer.
Latter aus Chicago haben den Anfang gemacht und waren auch der Hauptgrund für meinen Besuch. Noise-Rock mit Post-Punk und so Spoken-Word Anteilen, dabei aber sehr eingängig. Einfach von der ersten Sekunde an einen richtig heftigen Sound hingelegt, der bestens zu dem industriellen Charme des Stubnitz-Innenraums passte. Das Publikum hat diese Energie wunderbar gespiegelt, es wurde viel getanzt und irgendwann auch gemosht. Die Band zeigte sich sehr dankbar für den Tourauftakt. Die Sängerin hat einfach eine richtig krasse und mitreißende Performance hingelegt. Es gipfelte in einem Teil Performance Art, der manchen hier evtl nicht zusagen würde, aber nun. Ich fands sehr gut. Großes Highlight, danach gab es erstmal einen kollektiven Run auf den Merch-Stand. Kann die Audiotree Session der Band empfehlen, um sich ein Bild zu machen.
Ich war schon glücklich, aber Babe Haven haben dann auch nochmal richtig abgeliefert. Die Band beschreibt sich selbst als "High energy queer Punk Band", checke ich, aber mit dem zweiten Album kam da sehr viel Nu Metal mit rein. Auch hier einfach einen krassen Sound auf die Bühne gebracht, das Publikum war von Anfang an dabei, gab durchgehend einen Moshpit. Hat für mich nochmal deutlich besser live funktioniert als auf Platte.
Würde mich nicht wundern, wenn die Bands beide in Europa noch n bisschen größere Wellen schlagen, hoffe ich kann sie bald wieder sehen. Könnte sie mir auch auf dem Amplifire gut vorstellen, auch wenn die Energie da womöglich direkt wieder am Publikum abprallt. Mal schauen. Für mich war der Abend eins der Jahreshighlights und ich kann wie gesagt sehr empfehlen, da für unter 20 Euro mal hinzugehen.
Hallo wie geht willkommen in meiner Signatur. Lass dir hier bitte richtig gut gehen einfach, Käffchen für dich
Re: Der Konzertbesuchsthread
15.10.2026 The Strokes (+ Fat White Family, Alex Cameron), Uber Arena, Berlin
Ich war am Donnerstag bei The Strokes in der Uber Arena in Berlin.
Allzu viele Gelegenheiten hat man nicht, die vermutlich prägendste Band des Indie-Rocks der 2000er hierzulande live zu sehen. Meine beiden bisherigen Konzerte der Band waren Festivalauftritte. Umso mehr habe ich mich auf dieses Solo-Konzert gefreut – auch, wenn die ausverkaufte Uber Arena weit weg vom ursprünglichen Garagenrock-Image ist. Aber gut, die Popularität der Band scheint auch im Jahr 2026 ungebrochen groß zu sein.
Einlass in der Uber Arena war um 18 Uhr. Ich war ein paar Minuten später da. Der Andrang war noch nicht wahnsinnig groß, sodass ich wenige Minuten später schon auf meinem Sitzplatz im schräg-seitlichen Unterrang nah an der Bühne war. Wenn ich die Wahl habe, sitze ich eigentlich immer da. Auch diesmal hat es – trotz der hohen Ticketnachfrage – problemlos geklappt
Die Arena füllte sich langsam. Um 19 Uhr ging es mit dem ersten Support-Act los. Alex Cameron, ein australischer Singer-Songwriter, kam in Begleitung einer Keyboarderin und eines Gitarristen auf die nur spärlich rot-beleuchtete Bühne. Eine halbe Stunde lang gab es dann seine Songs, die mich nicht so wirklich abholen konnten. Gesang über schlichten E-Gitarren-Akkorden. Zwischendurch auch mal ein willkürlich wirkendes Bongo-Solo des Frontmanns, der ansonsten ohne Instrumente auskam. Das lief aber alles eher so im Hintergrund an mir vorbei.
Nach einer kurzen Umbaupause ging es schon um 19:45 Uhr mit dem zweiten Support-Act weiter. Fat White Family, eine britische Post-Punk-Band, die an diesem Abend von einem mir unbekannten Mann und einem kleinen Jungen angekündigt wurde. Grundsätzlich fand ich den Auftritt unterhaltsamer, was sicherlich auch daran lag, dass die Band musikalisch (und auch personell) breiter aufgestellt war als der erste Voract. Umgehauen hat mich das aber auch nicht. Und ich fand es schon fast etwas aufdringlich, dass der Frontmann das Publikum diverse Male darum bat, doch bitte am Merchstand noch etwas Geld da zu lassen, um die Band – und seine 17-jährige Tochter zu Hause ("She's so pure") – zu unterstützen. Aber gut, nach einer Dreiviertelstunde war auch der Teil geschafft.
Die nächste Umbaupause folgte. Mittlerweile war die Arena komplett voll. Das Publikum war alterstechnisch bunt gemischt und erwartungsgemäß sehr international aufgestellt. Laut Zeitplan sollte es um 21 Uhr weitergehen. Ein paar Minuten länger hat es dann aber doch noch gedauert, bis es mit dem Hauptact des Abends weiterging.
Gegen 21:15 Uhr kamen The Strokes endlich auf die Bühne. Als die ersten Töne von "Going Shopping", der ersten Single des aktuellen Albums "Reality Awaits", erklangen, blieb im Unterrang um mich herum kaum jemand sitzen. Die Euphorie war groß. Tatsächlich kam bei mir aber in den ersten Minuten direkt etwas Ernüchterung auf, weil der Sound wirklich nicht gut war. Die Gitarren zu laut, der Gesang von Frontmann Julian Casablancas dafür kaum auszumachen. Das blieb aber zum Glück nicht lange so. "Soma" direkt im Anschluss klang schon viel besser. Und von da an hatte ich dann auch sehr viel Spaß. Das lag natürlich vorrangig an der Musik. Ein Hit nach dem anderen, ergänzt durch einige neue Songs. Das Publikum blieb gut gestimmt und bewegungsfreudig. Vorne im Innenraum sah es aus sicherer Distanz ziemlich wild aus, aber auch in den Rängen waren die Anwesenden sichtlich in Tanzlaune. Bei "Reptilia" brannte zum Beispiel die Hütte. Oder auch bei "Juicebox". Für sehr gute Stimmung sorgte zudem "You Only Live Once", über den ich mich (ohne vorher in die aktuellen Setlisten geguckt zu haben) sehr gefreut habe. Da haben die Gitarristen Albert Hammond Jr. und Nick Valensi auch einfach eine unheimliche Palette an Riffs für die Ewigkeit geschaffen. Letzterer setzt bei dieser Tour übrigens leider aus persönlichen Gründen weiterhin aus und wird durch Steve Schiltz von der New Yorker Indierock-Band Longwave ersetzt. Hätte ich das nicht gewusst, wäre es mir aber zumindest musikalisch nicht aufgefallen.
Frontmann Julian Casablancas blieb an diesem Abend für seine Verhältnisse angenehm zurückhaltend. Da hatte ich ihn bei der einzigen Ausgabe des Tempelhof Sounds in Berlin vor vier Jahren noch ganz anders in Erinnerung, wo ihm der Spagat zwischen Entertainment und Fremdscham nicht immer gelang. An diesem Abend lag der Fokus bei ihm im Liam-Gallagher-Gedächtnislook auf der Musik. Dazu gehörte auch eine spontane Songwriting-Session auf der Bühne, bei der ein neues Gitarrenriff fast zu einer halbwegs ausgearbeiteten Songidee führte.
Im letzten Abschnitt des Abends wurde mit Songs wie "One Way Trigger", "Someday", "Take It or Leave It" und "Last Nite" noch ein richtiges Hit-Feuerwerk gezündet. Das war richtig stark. Ähnlich sah es auch auf der visuellen Ebene aus. Das Bühnenbild sorgte durchgängig für eine angemessene Untermalung. Es gab Videoleinwände, diverse Lichtinstallationen und immer mal wieder sogar ein paar Lasereffekte. The Strokes sind keine Band, bei der ich sowas unbedingt erwarte, aber in dem Rahmen einer großen Arena war das schon passend.
Zum Abschluss gab es eine Zugabe, die mit "New York City Cops" gleich noch einmal alle übrigen Energiereserven bündelte. Es folgte "Threat of Joy". Und als würdiges Finale das atmosphärische "Ode to the Mets". Dann verabschiedete sich die Band nach etwa 105 Minuten Spielzeit in den verdienten Feierabend. Was für ein starker Abend! Eine sehr gut aufgelegte Band, ein euphorisches Publikum, eine runde Setlist... Was will man mehr? Na gut, vielleicht noch einen Song von "Angles". Aber irgendein kleiner Wunsch bleibt ja immer offen. Ich war auf jeden Fall sehr glücklich!
Ich war am Donnerstag bei The Strokes in der Uber Arena in Berlin.
Allzu viele Gelegenheiten hat man nicht, die vermutlich prägendste Band des Indie-Rocks der 2000er hierzulande live zu sehen. Meine beiden bisherigen Konzerte der Band waren Festivalauftritte. Umso mehr habe ich mich auf dieses Solo-Konzert gefreut – auch, wenn die ausverkaufte Uber Arena weit weg vom ursprünglichen Garagenrock-Image ist. Aber gut, die Popularität der Band scheint auch im Jahr 2026 ungebrochen groß zu sein.
Einlass in der Uber Arena war um 18 Uhr. Ich war ein paar Minuten später da. Der Andrang war noch nicht wahnsinnig groß, sodass ich wenige Minuten später schon auf meinem Sitzplatz im schräg-seitlichen Unterrang nah an der Bühne war. Wenn ich die Wahl habe, sitze ich eigentlich immer da. Auch diesmal hat es – trotz der hohen Ticketnachfrage – problemlos geklappt
Die Arena füllte sich langsam. Um 19 Uhr ging es mit dem ersten Support-Act los. Alex Cameron, ein australischer Singer-Songwriter, kam in Begleitung einer Keyboarderin und eines Gitarristen auf die nur spärlich rot-beleuchtete Bühne. Eine halbe Stunde lang gab es dann seine Songs, die mich nicht so wirklich abholen konnten. Gesang über schlichten E-Gitarren-Akkorden. Zwischendurch auch mal ein willkürlich wirkendes Bongo-Solo des Frontmanns, der ansonsten ohne Instrumente auskam. Das lief aber alles eher so im Hintergrund an mir vorbei.
Nach einer kurzen Umbaupause ging es schon um 19:45 Uhr mit dem zweiten Support-Act weiter. Fat White Family, eine britische Post-Punk-Band, die an diesem Abend von einem mir unbekannten Mann und einem kleinen Jungen angekündigt wurde. Grundsätzlich fand ich den Auftritt unterhaltsamer, was sicherlich auch daran lag, dass die Band musikalisch (und auch personell) breiter aufgestellt war als der erste Voract. Umgehauen hat mich das aber auch nicht. Und ich fand es schon fast etwas aufdringlich, dass der Frontmann das Publikum diverse Male darum bat, doch bitte am Merchstand noch etwas Geld da zu lassen, um die Band – und seine 17-jährige Tochter zu Hause ("She's so pure") – zu unterstützen. Aber gut, nach einer Dreiviertelstunde war auch der Teil geschafft.
Die nächste Umbaupause folgte. Mittlerweile war die Arena komplett voll. Das Publikum war alterstechnisch bunt gemischt und erwartungsgemäß sehr international aufgestellt. Laut Zeitplan sollte es um 21 Uhr weitergehen. Ein paar Minuten länger hat es dann aber doch noch gedauert, bis es mit dem Hauptact des Abends weiterging.
Gegen 21:15 Uhr kamen The Strokes endlich auf die Bühne. Als die ersten Töne von "Going Shopping", der ersten Single des aktuellen Albums "Reality Awaits", erklangen, blieb im Unterrang um mich herum kaum jemand sitzen. Die Euphorie war groß. Tatsächlich kam bei mir aber in den ersten Minuten direkt etwas Ernüchterung auf, weil der Sound wirklich nicht gut war. Die Gitarren zu laut, der Gesang von Frontmann Julian Casablancas dafür kaum auszumachen. Das blieb aber zum Glück nicht lange so. "Soma" direkt im Anschluss klang schon viel besser. Und von da an hatte ich dann auch sehr viel Spaß. Das lag natürlich vorrangig an der Musik. Ein Hit nach dem anderen, ergänzt durch einige neue Songs. Das Publikum blieb gut gestimmt und bewegungsfreudig. Vorne im Innenraum sah es aus sicherer Distanz ziemlich wild aus, aber auch in den Rängen waren die Anwesenden sichtlich in Tanzlaune. Bei "Reptilia" brannte zum Beispiel die Hütte. Oder auch bei "Juicebox". Für sehr gute Stimmung sorgte zudem "You Only Live Once", über den ich mich (ohne vorher in die aktuellen Setlisten geguckt zu haben) sehr gefreut habe. Da haben die Gitarristen Albert Hammond Jr. und Nick Valensi auch einfach eine unheimliche Palette an Riffs für die Ewigkeit geschaffen. Letzterer setzt bei dieser Tour übrigens leider aus persönlichen Gründen weiterhin aus und wird durch Steve Schiltz von der New Yorker Indierock-Band Longwave ersetzt. Hätte ich das nicht gewusst, wäre es mir aber zumindest musikalisch nicht aufgefallen.
Frontmann Julian Casablancas blieb an diesem Abend für seine Verhältnisse angenehm zurückhaltend. Da hatte ich ihn bei der einzigen Ausgabe des Tempelhof Sounds in Berlin vor vier Jahren noch ganz anders in Erinnerung, wo ihm der Spagat zwischen Entertainment und Fremdscham nicht immer gelang. An diesem Abend lag der Fokus bei ihm im Liam-Gallagher-Gedächtnislook auf der Musik. Dazu gehörte auch eine spontane Songwriting-Session auf der Bühne, bei der ein neues Gitarrenriff fast zu einer halbwegs ausgearbeiteten Songidee führte.
Im letzten Abschnitt des Abends wurde mit Songs wie "One Way Trigger", "Someday", "Take It or Leave It" und "Last Nite" noch ein richtiges Hit-Feuerwerk gezündet. Das war richtig stark. Ähnlich sah es auch auf der visuellen Ebene aus. Das Bühnenbild sorgte durchgängig für eine angemessene Untermalung. Es gab Videoleinwände, diverse Lichtinstallationen und immer mal wieder sogar ein paar Lasereffekte. The Strokes sind keine Band, bei der ich sowas unbedingt erwarte, aber in dem Rahmen einer großen Arena war das schon passend.
Zum Abschluss gab es eine Zugabe, die mit "New York City Cops" gleich noch einmal alle übrigen Energiereserven bündelte. Es folgte "Threat of Joy". Und als würdiges Finale das atmosphärische "Ode to the Mets". Dann verabschiedete sich die Band nach etwa 105 Minuten Spielzeit in den verdienten Feierabend. Was für ein starker Abend! Eine sehr gut aufgelegte Band, ein euphorisches Publikum, eine runde Setlist... Was will man mehr? Na gut, vielleicht noch einen Song von "Angles". Aber irgendein kleiner Wunsch bleibt ja immer offen. Ich war auf jeden Fall sehr glücklich!
- Baron von Goenn
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Kann ich so unterschreiben, allerdings war die Masse an Handys vor der Bühne schlimm. Habe das so noch nicht erlebt. Teilweise tanzten die Menschen gar nicht, weil sie filmen mussten und man wurde böse angeschaut, wenn man da mal gestört hat. Ultra nervig. Da war das vor 6 Jahren in der Columbiahalle deutlich nicer.
Gestern haben wir dann noch Band of Horses im Astra Kulturhaus mitgenommen. Das war nostalgisch sweet und die Location hat uns richtig gut gefallen (waren zum ersten Mal dort). Der Sound war mittel, aber das war okay so.
Gestern haben wir dann noch Band of Horses im Astra Kulturhaus mitgenommen. Das war nostalgisch sweet und die Location hat uns richtig gut gefallen (waren zum ersten Mal dort). Der Sound war mittel, aber das war okay so.
Bier ist schmackhaft und ein hervorragendes Getränk.
Re: Der Konzertbesuchsthread
Das Konzert hatte ich auch lange auf meiner Liste. Habe die Band noch nicht live gesehen und so ein Jubiläumskonzert ist ja eigentlich immer ganz schön. Ich war gestern sogar in Berlin. Da aber am Nachmittag ein anderes Konzert schon so großartig war, hatte ich genug für den Tag und habe dann doch darauf verzichtet. Schade, aber ist eben so.Baron von Goenn hat geschrieben: ↑Mo 19. Okt 2026, 12:43Gestern haben wir dann noch Band of Horses im Astra Kulturhaus mitgenommen. Das war nostalgisch sweet und die Location hat uns richtig gut gefallen (waren zum ersten Mal dort). Der Sound war mittel, aber das war okay so.
Stattdessen gab es gestern:
18.10.2026 Ólafur Arnalds, Admiralspalast, Berlin
Wir waren gestern bei Ólafur Arnalds im Admiralspalast in Berlin.
Live hatte es bislang mit dem isländischen Multiinstrumentalisten und mir leider noch nicht geklappt. Zumindest solo, mit seinem Electro-Projekt Kiasmos hatte ich schon zweimal das Vergnügen. Aber ansonsten habe ich von seinen Konzerten in den letzten Jahren zu meinem Ärger immer erst im Nachhinein erfahren. Auch diesmal wäre es fast wieder so gekommen. Zwei Konzerte im Admiralspalast sollte es geben, am Samstag- und am Sonntagabend. Als ich das gesehen habe, waren beide Konzerte aber natürlich schon ausverkauft. Zum Glück war die Nachfrage so groß, dass noch ein zusätzlicher Termin angekündigt wurde, nämlich in Form eines Matinee-Konzertes am Sonntagnachmittag. Und bevor auch hier alle Tickets verkauft waren, habe ich noch schnell zugeschlagen. Irgendwann musste es ja endlich mal klappen.
Wir waren am Sonntag gegen 14 Uhr am Admiralspalast. Da es ausschließlich feste Sitzplätze gab, haben wir ganz gemütlich im Foyer noch ein Getränk zu uns genommen. Der Konzertbeginn war offiziell für 15 Uhr angesetzt. Wir sind ein paar Minuten vorher zu unseren Plätzen gegangen. Erste Reihe auf der rechten Seite des Balkons. Optimale Sicht über das Geschehen.
Der Saal füllte sich erst sehr gemächlich und ab dem ersten Einlassgong immer schneller. Wie üblich bei Konzerten dieser Art, war das Publikum sehr bunt durchmischt. Vom Bandshirt bis zum Anzug war auch kleidungstechnisch alles dabei.
Gegen 15:15 Uhr wurde es dunkel im Saal. Ólafur Arnalds kam alleine auf die Bühne und setzte sich an sein Klavier. Bevor er anfing zu spielen, drehte er eine Glühbirne in eine von der Decke hängende Fassung, die er dann leuchtend über sich pendeln ließ. Ansonsten blieb das Bühnenbild erst einmal recht düster. Die Atmosphäre war geschaffen. Und musikalisch passte sein intimes Klavierspiel in diesem ersten Teil des Nachmittags perfekt dazu.
Die folgenden zwei Stunden waren im Grunde nicht nur ein Konzert, sondern eine künstlerische Performance. Auf der Bühne waren mehrere Stehleinwände aufgebaut, die mit Videoprojektionen bespielt wurden. Hinter den Leinwänden kamen nach und nach mehrere Musikerinnen und Musiker dazu, die die Klaviermelodien von Ólafur Arnalds zu umfassenden Arrangements ausbauten. Dazu gehörten verschiedene Streichinstrumente, Synthesizer und auch ein Schlagzeug. Die Leinwände wurden nach und nach abgebaut, sodass sich im Laufe des Abends ein musikalisches Ensemble um Ólafur Arnalds versammelte. Von den ruhigeren Klavierliedern ging es über bis zu ausufernden Electro-Beats (darunter auch ein Teil von Kiasmos) mit passender Lichtshow, bei denen das ganze Publikum tanzte und sich der Admiralspalast zum Techno-Club verwandelte. Erst ein inszenierter Stromausfall unterbrach die Ekstase schlagartig und brachte wieder Ruhe in den Saal.
Ólafur Arnalds selbst richtete zwischen den Songs immer wieder das Wort an sein Publikum. Das fing schon in der Einleitung an, als er berichtete, wie er solche Ansagen vor seinen Konzerten vorbereiten würde und sich stets Gedanken über die Publikumsreaktionen machen würde – bis er das Mikrofon weglegte und sich überraschend herausstellte, dass die Ansage aufgezeichnet war und entsprechend weiterlief, sodass er die restliche Rede selbst musikalisch am Klavier begleiten konnte. Im späteren Verlauf des Konzertes wurden kurze Videobotschaften von Menschen abgespielt, die über Momente aus ihrem Leben berichteten, die zu schnell vergangen waren. Ólafur Arnalds erzählte von einer Totenwache in Irland, bei der er sich von einem Freund verabschieden musste. Das war schon alles sehr emotional und rundete das Konzerterlebnis in einer besonderen Art und Weise ab.
Zum Ende des Nachmittagskonzerts traten plötzlich zahlreiche Personen vom Saal auf die Bühne, saßen dort erst als zusätzliches Publikum und lauschten dem Geschehen, bis sie später in einem großen Finale selbst als Chor in Erscheinung traten. Wie im Anschluss berichtet wurde, handelte es sich um untereinander fremde Personen, die erst wenige Tage zuvor erstmals gemeinsam musizierten und das dargebotene Lied einübten.
Nach etwa zwei Stunden Spielzeit verließen der Chor sowie die begleitenden Musikerinnen und Musiker die Bühne. Nur Ólafur Arnalds kam zurück, schloss den Kreis mit seiner erneut pendelnden Leuchte und beendete den Abend am Klavier. Die letzten Töne kamen von einer Geige, die verborgen aus dem Hintergrund das Publikum nach diesem großartigen Konzerterlebnis zurück in die Realität führte. Das werde ich auf jeden Fall lange in Erinnerung behalten.
Re: Der Konzertbesuchsthread
Diese Woche zweimal unterwegs gewesen:
Gestern bei der In League With Satan-Tour von Dimmu Borgir und Behemoth in der Georg-Elser-Halle in Hamburg.
Damit einen weiteren Location-Punkt abgehakt in der Stadt. Bisher hatte es mich in die "neue" Halle auf dem Bunker noch nicht verschlagen. War auch eigentlich gar nicht geplant, denn ursprünglich sollte die Show in der Inselpark-Arena in Wilhelmsburg stattfinden. Diese Art von größeren Metal-Shows waren da in den letzten 2-3 Jahren recht erfolgreich. Kreator hab ich da 2x mit großen Supports wie Lamb of God oder Anthrax gesehen, Sepultura haben dort ihre Abschluss-HH-Show ausverkauft und Machine Head waren dort im Frühjahr. Für die Kapazität von knapp 4.000 wurden hier aber (für satte 80 Euro) offenbar nicht genug Tickets an die Person gebracht. Die Georg-Elser-Halle ist knapp die Hälfe davon mit einer Kapazität von maximal 2.200 laut Website. Dort war es dann auch sehr gut gefüllt, zumindest am Ende. Positiv: Probleme an den Bars (2 waren auf, eine hinten, eine rechts von der Bühne aus - neben dem Merch) gab es keine, musste niemand ewig warten. Garderobe ging neben einer von Menschen besetzten oben auf dem kleinen Rang auch unten bei den WCs/Raucher-Area in Lockern. Die waren recht teuer, haben 8 Euro für einen "großen" Spind zu zweit bezahlt. 2 natürlich nicht mega faltbare Lederjacken (Meddl) und ein kleiner Rucksack mit Laptopn meiner Freundin passten da gerade so rein. Dafür ging es nach dem Konzert mega fix, die wiederzubekommen. Geht alles übers Handy, mit dem man den Locker ab- und aufschließt. Sound war völlig okay, standen jeweils vorn links (auf die Bühne gucken) und bis auf den ersten Dimmu-Song, der noch recht breiig war, ging das echt gut klar. Publikum allgemein wie man das erwartet, aber denke höchstens 60-65% Männer. Das ist bei BM aber häufig so, dass es nicht ganz so eindeutig aufgeteilt ist wie bei Death oder Thrash. Natürlich 3-4 schwierige Patches/Shirts gesehen (Taake, Burzum). Letztere wurden offenbar auch in einer Gigpause kurz angespielt, dann aber sofort ausgemacht. ICh habs nicht erkannt, da nie gehört, aber einer meiner Mitfahrer machte uns direkt drauf aufmerksam. Da hat Spotify entweder den Algorithmus laufen lassen oder man wollte nicht zugeben, die in der Playlist zu haben.
Es ging los mit Dark Funeral, Old School Black Metal aus Schweden. Für mich von den ganzen wirklich alten BM-Eisen aus Skandinavien in den letzten Jahren absolut die solideste und ein großer Grund, warum wir Tickets gekauft haben. Keinerlei Rechts-Ausfälle und bringen auch nach 30 Jahren im Game noch gute neue Musik raus. Leider vom mMn wirklich guten "We Are the Apocalypse" nur ein Song (Let the Devil in, klar). Dafür natürlich auch einer von The Secrets of the Black Arts aus 1996 (der Titletrack). Extremes Geballer, die Blasts sind echt Peak. Stimme dabei immer glasklar raushörbar. Klar ist das alles sehr theatralisch (sind ja alle Bands auf der Tour) und ein bisschen Comic-haft. Aber ich feier es. Gab auch positives Feedback aus der Crowd, wobei es bei Beginn 19 Uhr noch nicht sooo voll war. Aber wann gibt es bei Metalshows auch kein positives Feedback? Mit 30-40 Minuten mir persönlich etwas zu kurz, aber trotzdem sehr gut.
Danach Behemoth, die sich mit Dimmu als Double-Headliner-Act immer abwechseln, wenn ich das richtig verstanden habe. Wahrscheinlich die Band, die ich aus dem Line-Up privat am wenigsten gehört habe, obwohl gerade die früheren Death-Metal-lastigeren Alben mir schon taugen. Live aber immer komplett solide. Sehr choreographierte Show mit 1-2 halben Outfitwechseln, die aber auch sehr viel Ästhetik beinahltet, die ich mag. Statt dem üblichen Pyro gab es Wasserdampf(?), da die Halle jetzt nicht SO wahnsinnig hohe Decken hat. Komplett sinnvoll und reicht mir als Effekt völlig. Publikum war voll drin, auch sehr stark von Sänger Nergal immer wieder eingefordert. Gab Songs von Demigod und zum Abschluss sogar einen von Satanica aus 1999.
Dimmu Borgir schlossen den Abend ab. Hab ich früher extrem viel gehört und das schien vielen anderen so zu gehen. Stimmungs-Peak auf jeden Fall. Ob die neuen Alben sich gut verkaufen, weiß ich gar nicht, aber die Songs davon wurden auch gut abgefeiert. Aber dann wiederum nicht so stark wie die Banger (Mourning Palace, Progenies, Serpentine Offering und so). Hab viele nostalgische Vibes gehabt. Zuletzt hab ich Dimmu Borgir 2007 live gesehen. Damals mit Amon Amarth als Support, die wiederum am Mittwoch in HH die große Arena geheadlint haben. So kann's laufen. Auch hier sehr schönes Bühnenbild. Aber insgesamt weniger Choreographie und Elemente als bei Behemoth. Kurz vor dem Abschluss (Progenies of the Great Apocalypse) kam Nergal noch mal auf die Bühne, um den Venom-Song In League With Satan auf die Bühne. Sehr passend, so heißt ja die Tour! Tribut an Cronos natürlich, der vor nicht allzu langer Zeit gestorben ist. Spannend fand ich, dass die Parts in den Dimmu-Songs, die der schon 2009 aus der Band ausgetretene Bassist/Sänger ICS Vortex gesungen hat, weder innerhalb der Band ersetzt werden, noch ausgespart, noch laut vom Band kommen. Sie werden eingespielt, aber irgendwie mehr als so eine Art Echo (so hab ich das wahrgenommen) und das Publikum wird halt aufgefordert, auch mitzusingen. Finde die hohen Clean-Parts ja mitunter die Higlights und was die Band früher zu einem Standout in der Mainstream-BM-Szene gemacht hat.
--
Am Montag zuvor war ich auf bei Deathchant auf der MS Stubnitz. Ganz andere Veranstaltung. 20 Euro statt 80 Euro, alternative Location statt Mehrzweckhalle und circa 80 Leute statt knapp über 2.000. Konzert aber richtig, richtig gut. Support kam von Grim Rhythm aus Australien. Trio, die punkigen Stoner Rock ohne Gesang machen. Instrumental war das super stark - sehr catchy, aber auch hart. Aber an der einen oder anderen Stelle haben mir da schon Vocals gefehlt, kann ich nicht anders sagen. Muss ich nicht in meine Playlist aufnehmen, würde ich mir live aber als Support wieder angucken. Deathchant selbst haben den Laden komplett auseinander genommen. Musikalisch beschreiben lässt es sich, finde ich, gut mit den Worten einer Freundin, die mit war: The Sword, aber mit Lemmy am Gesang. Metal-lastiger Stoner/Heavy Rock. Hatten viel Spaß und Ehre, dass die Band sehr viele Ansagen Mental-Health-Themen gewidmet haben. Gern wieder.
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Gestern bei der In League With Satan-Tour von Dimmu Borgir und Behemoth in der Georg-Elser-Halle in Hamburg.
Damit einen weiteren Location-Punkt abgehakt in der Stadt. Bisher hatte es mich in die "neue" Halle auf dem Bunker noch nicht verschlagen. War auch eigentlich gar nicht geplant, denn ursprünglich sollte die Show in der Inselpark-Arena in Wilhelmsburg stattfinden. Diese Art von größeren Metal-Shows waren da in den letzten 2-3 Jahren recht erfolgreich. Kreator hab ich da 2x mit großen Supports wie Lamb of God oder Anthrax gesehen, Sepultura haben dort ihre Abschluss-HH-Show ausverkauft und Machine Head waren dort im Frühjahr. Für die Kapazität von knapp 4.000 wurden hier aber (für satte 80 Euro) offenbar nicht genug Tickets an die Person gebracht. Die Georg-Elser-Halle ist knapp die Hälfe davon mit einer Kapazität von maximal 2.200 laut Website. Dort war es dann auch sehr gut gefüllt, zumindest am Ende. Positiv: Probleme an den Bars (2 waren auf, eine hinten, eine rechts von der Bühne aus - neben dem Merch) gab es keine, musste niemand ewig warten. Garderobe ging neben einer von Menschen besetzten oben auf dem kleinen Rang auch unten bei den WCs/Raucher-Area in Lockern. Die waren recht teuer, haben 8 Euro für einen "großen" Spind zu zweit bezahlt. 2 natürlich nicht mega faltbare Lederjacken (Meddl) und ein kleiner Rucksack mit Laptopn meiner Freundin passten da gerade so rein. Dafür ging es nach dem Konzert mega fix, die wiederzubekommen. Geht alles übers Handy, mit dem man den Locker ab- und aufschließt. Sound war völlig okay, standen jeweils vorn links (auf die Bühne gucken) und bis auf den ersten Dimmu-Song, der noch recht breiig war, ging das echt gut klar. Publikum allgemein wie man das erwartet, aber denke höchstens 60-65% Männer. Das ist bei BM aber häufig so, dass es nicht ganz so eindeutig aufgeteilt ist wie bei Death oder Thrash. Natürlich 3-4 schwierige Patches/Shirts gesehen (Taake, Burzum). Letztere wurden offenbar auch in einer Gigpause kurz angespielt, dann aber sofort ausgemacht. ICh habs nicht erkannt, da nie gehört, aber einer meiner Mitfahrer machte uns direkt drauf aufmerksam. Da hat Spotify entweder den Algorithmus laufen lassen oder man wollte nicht zugeben, die in der Playlist zu haben.
Es ging los mit Dark Funeral, Old School Black Metal aus Schweden. Für mich von den ganzen wirklich alten BM-Eisen aus Skandinavien in den letzten Jahren absolut die solideste und ein großer Grund, warum wir Tickets gekauft haben. Keinerlei Rechts-Ausfälle und bringen auch nach 30 Jahren im Game noch gute neue Musik raus. Leider vom mMn wirklich guten "We Are the Apocalypse" nur ein Song (Let the Devil in, klar). Dafür natürlich auch einer von The Secrets of the Black Arts aus 1996 (der Titletrack). Extremes Geballer, die Blasts sind echt Peak. Stimme dabei immer glasklar raushörbar. Klar ist das alles sehr theatralisch (sind ja alle Bands auf der Tour) und ein bisschen Comic-haft. Aber ich feier es. Gab auch positives Feedback aus der Crowd, wobei es bei Beginn 19 Uhr noch nicht sooo voll war. Aber wann gibt es bei Metalshows auch kein positives Feedback? Mit 30-40 Minuten mir persönlich etwas zu kurz, aber trotzdem sehr gut.
Danach Behemoth, die sich mit Dimmu als Double-Headliner-Act immer abwechseln, wenn ich das richtig verstanden habe. Wahrscheinlich die Band, die ich aus dem Line-Up privat am wenigsten gehört habe, obwohl gerade die früheren Death-Metal-lastigeren Alben mir schon taugen. Live aber immer komplett solide. Sehr choreographierte Show mit 1-2 halben Outfitwechseln, die aber auch sehr viel Ästhetik beinahltet, die ich mag. Statt dem üblichen Pyro gab es Wasserdampf(?), da die Halle jetzt nicht SO wahnsinnig hohe Decken hat. Komplett sinnvoll und reicht mir als Effekt völlig. Publikum war voll drin, auch sehr stark von Sänger Nergal immer wieder eingefordert. Gab Songs von Demigod und zum Abschluss sogar einen von Satanica aus 1999.
Dimmu Borgir schlossen den Abend ab. Hab ich früher extrem viel gehört und das schien vielen anderen so zu gehen. Stimmungs-Peak auf jeden Fall. Ob die neuen Alben sich gut verkaufen, weiß ich gar nicht, aber die Songs davon wurden auch gut abgefeiert. Aber dann wiederum nicht so stark wie die Banger (Mourning Palace, Progenies, Serpentine Offering und so). Hab viele nostalgische Vibes gehabt. Zuletzt hab ich Dimmu Borgir 2007 live gesehen. Damals mit Amon Amarth als Support, die wiederum am Mittwoch in HH die große Arena geheadlint haben. So kann's laufen. Auch hier sehr schönes Bühnenbild. Aber insgesamt weniger Choreographie und Elemente als bei Behemoth. Kurz vor dem Abschluss (Progenies of the Great Apocalypse) kam Nergal noch mal auf die Bühne, um den Venom-Song In League With Satan auf die Bühne. Sehr passend, so heißt ja die Tour! Tribut an Cronos natürlich, der vor nicht allzu langer Zeit gestorben ist. Spannend fand ich, dass die Parts in den Dimmu-Songs, die der schon 2009 aus der Band ausgetretene Bassist/Sänger ICS Vortex gesungen hat, weder innerhalb der Band ersetzt werden, noch ausgespart, noch laut vom Band kommen. Sie werden eingespielt, aber irgendwie mehr als so eine Art Echo (so hab ich das wahrgenommen) und das Publikum wird halt aufgefordert, auch mitzusingen. Finde die hohen Clean-Parts ja mitunter die Higlights und was die Band früher zu einem Standout in der Mainstream-BM-Szene gemacht hat.
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Am Montag zuvor war ich auf bei Deathchant auf der MS Stubnitz. Ganz andere Veranstaltung. 20 Euro statt 80 Euro, alternative Location statt Mehrzweckhalle und circa 80 Leute statt knapp über 2.000. Konzert aber richtig, richtig gut. Support kam von Grim Rhythm aus Australien. Trio, die punkigen Stoner Rock ohne Gesang machen. Instrumental war das super stark - sehr catchy, aber auch hart. Aber an der einen oder anderen Stelle haben mir da schon Vocals gefehlt, kann ich nicht anders sagen. Muss ich nicht in meine Playlist aufnehmen, würde ich mir live aber als Support wieder angucken. Deathchant selbst haben den Laden komplett auseinander genommen. Musikalisch beschreiben lässt es sich, finde ich, gut mit den Worten einer Freundin, die mit war: The Sword, aber mit Lemmy am Gesang. Metal-lastiger Stoner/Heavy Rock. Hatten viel Spaß und Ehre, dass die Band sehr viele Ansagen Mental-Health-Themen gewidmet haben. Gern wieder.
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Ich war gestern bei Jean-Michel Blais in Berlin. Der kanadische Pianist spielte an dem Tag zwei Sets für die Felt Room-Konzertreihe. Als Location diente ein Raum, der für schätzungsweise 50 Leute Platz auf unbequemen Stühlen bot. Intimer wird es wohl kaum. Ursprünglich hatte ich erwartet, dass er den Abend allein bestreiten wird. Es gab aber noch drei Streicher, die zusätzlich die wunderschönen Gesangsparts übernommen haben. Das war schon sehr beeindruckend. Im Fokus stand das neue Album Mirador, was sehr von der Live-Besetzung profitiert hat. Die Musik ist einfach nur schön und hat einen so positiven Charakter. Zwischen den Songs gab es immer wieder kurze Geschichten zur Entstehung des Albums und seines kreativen Werdeganges. Besonders beeindruckend war eine Ansage, dass man die Geräusche, die von außerhalb des Raumes kamen als Teil des Erlebnisses sehen sollte und nicht als Einschränkung. Ein Konzert lebt eben nicht nur von einer perfekten Umsetzung der Musik, sondern dem drumherum. An diesem Abend hat beides komplett gepasst. Das Publikum hat schön leise zugehört und wurde aber auch immer wieder in Dialoge eingebunden, die diese intime Stimmung besonders gemacht haben. Nach knapp 80 Minuten war einer zufällig gewählten Zugabe Schluss. Wirklich ein toller Abend mit einem sehr tollen und sympathischen Musiker. Es muss nicht immer das größte Konzerthaus der Stadt sein für so ein Highlight, auch wenn er es verdient hätte dort zu spielen. Das Konzert im kommenden März im deutlich größeren Heimathafen behalte ich definitiv im Blick.
- SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Ich war letzte Woche Freitag in Duisburg bei Industry im Stapeltor. Erste Show nach einem Monat gesundheitsbedingter Pause, hat mir schon gefehlt. Eigentlich sollten drei Bands spielen, aber Placid haben kurzfristig abgesagt. Sehr schade. Eintritt 10-15 Euro, es waren so 50-60 Zahlende vor Ort.
Phiz - Dieses Jahr tatsächlich noch nicht gesehen, war selbst etwas überrascht. Könnt jetzt auch nicht sagen, dass die Band sich rar gemacht hat. Show war gut. Die Band fährt diesen punkigen Hardcore Sound ohne Breakdowns, dafür mit viel Hall im Gesang. Speziell, aber weiß zu gefallen. Gab leider wenig Bewegung. Crowd war generell eher ruhig gestimmt. Das Durchschnittsalter allerdings auch recht hoch, also keine große Überraschung. Die Band klappt für mich allerdings auch ohne viel Aktion vor der Bühne. Als Support auch eine passende Wahl, war ne runde Angelegenheit.
Industry - Band aus Berlin, die einen 80er Punk Sound zelebriert. Auch hier gab es keine Bewegung, aber fands auch so passend. War für viele Anwesende augenscheinlich ein Highlight. Ich fands solide, was auch die passende Beschreibung für den Abend ist. Bin in erster Linie froh, dass in Duisburg mal wieder was in die Richtung geht. Hoffe, in der Location kommen weitere Shows.
Phiz - Dieses Jahr tatsächlich noch nicht gesehen, war selbst etwas überrascht. Könnt jetzt auch nicht sagen, dass die Band sich rar gemacht hat. Show war gut. Die Band fährt diesen punkigen Hardcore Sound ohne Breakdowns, dafür mit viel Hall im Gesang. Speziell, aber weiß zu gefallen. Gab leider wenig Bewegung. Crowd war generell eher ruhig gestimmt. Das Durchschnittsalter allerdings auch recht hoch, also keine große Überraschung. Die Band klappt für mich allerdings auch ohne viel Aktion vor der Bühne. Als Support auch eine passende Wahl, war ne runde Angelegenheit.
Industry - Band aus Berlin, die einen 80er Punk Sound zelebriert. Auch hier gab es keine Bewegung, aber fands auch so passend. War für viele Anwesende augenscheinlich ein Highlight. Ich fands solide, was auch die passende Beschreibung für den Abend ist. Bin in erster Linie froh, dass in Duisburg mal wieder was in die Richtung geht. Hoffe, in der Location kommen weitere Shows.
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- SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Ich war letzte Woche Mittwoch in Köln bei And So I Watch You From Afar im Gebäude 9. War bei der Ankunft in Deutz etwas verwirrt über die zahlreichen Nu Metal Shirts, vielleicht hat Post-Rock eine neue Zielgruppe erschlossen. Nach kurzer Recherche festgestellt, dass Korn an dem Abend in der Lanxess Arena spielten. Das Gebäude 9 war gut gefüllt. Zu Beginn des ersten Acts hatte ich kurz Bedenken, dass es traurig leer bleiben würde. Dies hat sich nicht bestätigt.
otay:onii - Vorher nicht mit beschäftigt. Eine Frau, die zu Industrial Sounds mit dem ein oder anderen experimentellen Zwischenspiel wahlweise Umhängekeyboard gespielt oder gesungen hat. Nach und nach kam auch mehr gutturaler Gesang hervor. Hatte was vom Frühwerk von Lingua Ignota. Zu Beginn noch skeptisch hat mich der Gig doch abgeholt. Nur das Gelaufe durchs Publikum hätte ich nicht gebraucht. Ansonsten gerne wieder.
Caspian - Haben eine Woche vorher ihre neue LP veröffentlicht. Gab natürlich auch eine Tracks davon. Alte Klassiker blieben trotzdem nicht außen vor. Caspian sind für mich eine Symbiose aus allem, was Post-Rock ausmacht. Sie haben schöne melodische Parts, sind allerdings auch in der Lage, eine gewaltige Wall of Sound aufzubauen. Ich war sicherlich mal stärker into Post-Rock, nen Wochenende dunk! Festival werde ich wohl nie wieder machen. Aber alle zwei Jahre Caspian und Co gerne. Die Band liefert ab.
And So I Watch You From Afar - Irgendwo zwischen Post und Math Rock besticht diese Band durch eine Spielfreude, die ich so selten zu Gesicht bekomme. Publikum war auch deutlich aufgeweckter als bei Caspian. Dennoch war es die schlechteste Show, die ich bisher von der Band gesehen habe. Setlist mit viel neuem Stuff hat mir gar nicht zugesagt. Leider musste ich auch die Zugabe skippen für eine Verbindung nach Hause. Es war keinesfalls schlecht, aber halt nicht auf dem Level, auf dem ich die Band sonst gesehen habe.
otay:onii - Vorher nicht mit beschäftigt. Eine Frau, die zu Industrial Sounds mit dem ein oder anderen experimentellen Zwischenspiel wahlweise Umhängekeyboard gespielt oder gesungen hat. Nach und nach kam auch mehr gutturaler Gesang hervor. Hatte was vom Frühwerk von Lingua Ignota. Zu Beginn noch skeptisch hat mich der Gig doch abgeholt. Nur das Gelaufe durchs Publikum hätte ich nicht gebraucht. Ansonsten gerne wieder.
Caspian - Haben eine Woche vorher ihre neue LP veröffentlicht. Gab natürlich auch eine Tracks davon. Alte Klassiker blieben trotzdem nicht außen vor. Caspian sind für mich eine Symbiose aus allem, was Post-Rock ausmacht. Sie haben schöne melodische Parts, sind allerdings auch in der Lage, eine gewaltige Wall of Sound aufzubauen. Ich war sicherlich mal stärker into Post-Rock, nen Wochenende dunk! Festival werde ich wohl nie wieder machen. Aber alle zwei Jahre Caspian und Co gerne. Die Band liefert ab.
And So I Watch You From Afar - Irgendwo zwischen Post und Math Rock besticht diese Band durch eine Spielfreude, die ich so selten zu Gesicht bekomme. Publikum war auch deutlich aufgeweckter als bei Caspian. Dennoch war es die schlechteste Show, die ich bisher von der Band gesehen habe. Setlist mit viel neuem Stuff hat mir gar nicht zugesagt. Leider musste ich auch die Zugabe skippen für eine Verbindung nach Hause. Es war keinesfalls schlecht, aber halt nicht auf dem Level, auf dem ich die Band sonst gesehen habe.
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Ich war am Donnerstag in Düsseldorf bei Cold Decay im Jugendkulturcafé Franzmann. Leider musste eine Band am Tag Show krankheitsbedingt absagen, aber drei Bands aufn Donnerstag reichen auch. 60-70 Zahlende bei 10-15 Euro AK auch solide.
Game of Life - Haben vor Kurzem ihre Demo veröffentlicht. Sound orientiert sich stark an early 00er Lockin Out Stuff. Sind damit nicht die einzige Band aus der Umgebung, die diese Schiene fährt. Gig hat gefallen, souverän runtergespielt mit ordentlich Bewegung in der Crowd. Zwei Cover, unter Anderem Breakdown, haben das Set abgerundet.
7 Swords - Im Endeffekt Game of Life mit einer Klampfe mehr und Wechsel an den Instrumenten. Sound geht allerdings in ne andere Richtung, deutlich wütender und somit auch moshlastiger. Pit war ne Ecke fieser als beim Opener. Die Jungs zeigen trotz jungen Alters ihre Variabilität. Gab noch ein Hatebreed Cover, funktioniert immer. Gutes Set.
Cold Decay - Vor einem Monat erst in größerem Rahmen gesehen. Nun also in kleinem Raum, passender. Würde es mal als stumpfen, aber durchaus intelligent gemachter Hardcore bezeichnen. Gab wieder ordentlich Mosh und vereinzelt Leute, die bei den Tracks der neuen Platte textsicher waren. Schön fand ich die Aussage des Sängers, dass vor 10 Jahren bei einer Band aus Frankreich an nem Donnerstag wahrscheinlich zehn Leute am Start gewesen wären. Wer im Raum alt genug war weiß, dass da viel Wahres drinsteckt. NRW Hardcore ist seit der Pandemie viel besser aufgestellt. Gutes Set, guter Donnerstagabend. Ende um kurz nach neun war auch sehr entspannt.
Game of Life - Haben vor Kurzem ihre Demo veröffentlicht. Sound orientiert sich stark an early 00er Lockin Out Stuff. Sind damit nicht die einzige Band aus der Umgebung, die diese Schiene fährt. Gig hat gefallen, souverän runtergespielt mit ordentlich Bewegung in der Crowd. Zwei Cover, unter Anderem Breakdown, haben das Set abgerundet.
7 Swords - Im Endeffekt Game of Life mit einer Klampfe mehr und Wechsel an den Instrumenten. Sound geht allerdings in ne andere Richtung, deutlich wütender und somit auch moshlastiger. Pit war ne Ecke fieser als beim Opener. Die Jungs zeigen trotz jungen Alters ihre Variabilität. Gab noch ein Hatebreed Cover, funktioniert immer. Gutes Set.
Cold Decay - Vor einem Monat erst in größerem Rahmen gesehen. Nun also in kleinem Raum, passender. Würde es mal als stumpfen, aber durchaus intelligent gemachter Hardcore bezeichnen. Gab wieder ordentlich Mosh und vereinzelt Leute, die bei den Tracks der neuen Platte textsicher waren. Schön fand ich die Aussage des Sängers, dass vor 10 Jahren bei einer Band aus Frankreich an nem Donnerstag wahrscheinlich zehn Leute am Start gewesen wären. Wer im Raum alt genug war weiß, dass da viel Wahres drinsteckt. NRW Hardcore ist seit der Pandemie viel besser aufgestellt. Gutes Set, guter Donnerstagabend. Ende um kurz nach neun war auch sehr entspannt.
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Ich war gestern bei Placebo der Arena Hamburg
Die Tour erfolgt anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des selbstbetitelten Debüts und behinhaltet - Spoiler, falls das wer noch nicht mibekommen hat und gespannt auf eine andere Show wartet - lediglich Songs der ersten beiden Alben. Ich glaube, dass das auf der einen Seite für einen gut laufenden VVK gesorgt hat. Denn bis auf die Ecken im Oberrang war die Arena sehr gut ausverkauft. Auf der anderen Seite hat man hier und da schon enttäuschte Stimmen gehört, warum denn Hits wie Special K, Bitter End, Song to Say Goodbye etc ausgespart wurden. Kann man natürlich sagen: 1x kurz lesen, was man da kauft, hätte geholfen. Aber bei über 10.000 Besucher*innen kann man das wohl auch nicht warten. Damit jetzt auch die 2. Tour hintereinander die Gelegenheits-Konzertgänger*innen womöglich verschreckt hat, nachdem 2022 ein sehr großer Fokus auf dem damals aktuellen Album lag und auch je nur ein Hit pro anderem Album (bzw 2 von Meds) gespielt wurden.
Aber wegen mir bitte einfach kein neues Album machen und in fünf Jahren dasselbe mit Black Market Music noch mal. Denn ich fand es ganz ganz ganz fantastisch.
Support kam von The Mirror Trap. Hatte von denen zuvor noch nie gehört, aber anscheinend haben die 2015 auch mal beim Hurricane gespielt. Indie/Alternative Rock mit wavigen Anleihen und diesen halbwegs postigen Gitarren-Parts, die irgendwie alle schottischen Indie-Bands haben. Der Sänger hat sehr viel Charisma versprüht und ich dachte die ganze Zeit, dass David Bowie VIELLEICHT sein Vorbild ist. So von der Bewegung her und so. Mit NIN-Shirt auch stabil unterwegs. Haben gut eingeheizt und wirkten sympathisch. Bei Placebo, die chronisch langweilige Supports bisher hatten meiner Erfahrung nach, ein Highlight.
Placebo selbst kamen um 21 Uhr auf die Bühne, nachdem zuvor eine Ansage auf Englisch (von Brian) und Deutsch (nicht vn Brian) kam, dass man die Handys bitte stecken lassen soll. Das gab es auf der letzten Tour auch schon und finde ich einen schönen Kompromiss zu diesen klobigen Taschen, die es zB bei Jack White oder Ghost gab und wo die Endgeräte dann reingeschlossen werden bis nach der Show. Und es wurde sich im Gegensatz zu 2022 auch in meinem Sichtfeld (10. Reihe Mitte circa) auch sehr gut dran gehalten. Generell um mich herum ein absolut unnerviges Publikum, was in der Arena ja gar nicht selbstverständlich ist. Da konnte man mitsingen und tanzen ganz befreit. Und die Setlist war für mich komplett ekstatisch. Insbesondere das Debüt hatte ich jahrelang gar nicht so auf dem Zettel, hat sich über die vergangenen fünf Jahre etwa aber zu meinem Liebling entwickelt. Allein Teenage Angst und Come Home wären mir das Eintrittsgeld fast schon wert gewesen. Die beste Performance gab es mMn - neben dem sowieso immer überragenden Without You I'm Nothing, diesmal leider ohne Bowie-Tribute wie 2016 - bei I Know. Aber auch darüber hinaus... 36 Degrees in einer wunderbaren, langsameren Version, Pure Morning als Opener, Nancy Boy als Abschluss des regulären Sets...
Ein ganz emotionaler Ritt. Zudem gab es die neuere Single Helen Keller, die im Grunde ja aber auch nur ein Reprise von H K Farewell mit Vocals ist.
Bei Allergic hat Brian Molko einen, seiner Aussage nach, VIP-Gast vorn angeraunzt, er habe sich blöd verhalten. Habe nicht mitbekommen, was da los war, aber passt bisschen zu dem Eindruck der letzten Konzerte. 2022 wollte er jemanden rausschmeißen, weil der anfing zu Pogen. Er sagte dann "We are not Limp Bizkit" und hier werde sich lieb gegenüber anderen Leuten verhalten. (EDIT: laut Augenzeuginnenbericht bei Insta hat der Typ halt einfach aufdringlich gefilmt und dann so eine Geld-Geste zu Brian gemacht, a la er habe ja dafür bezahlt. Was soll man dazu noch sagen, wenns richtig wiedergegeben wurde?). Ansonsten kaum Ansagen oder Interaktion, finde ich völlig in Ordnung. Lieber einen Song mehr spielen, wobei es am Ende natürlich insgesamt "nur" 17 waren. Alles in allem aber eine gut aufgelegte Band, allen voran Stefan, der so von meiner Position aus nicht älter als 30 aussah. Schon krass.
Die Zugabe war dann sicher etwas versöhnlich für die Leute, die vorher enttäuscht wurden mit dem ewigen Klassiker Every Me, Every You und dem Running Up That Hill Cover. I Feel You, das es bei anderen Shows gab, wurde leider ausgespart.
Die Tour erfolgt anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des selbstbetitelten Debüts und behinhaltet - Spoiler, falls das wer noch nicht mibekommen hat und gespannt auf eine andere Show wartet - lediglich Songs der ersten beiden Alben. Ich glaube, dass das auf der einen Seite für einen gut laufenden VVK gesorgt hat. Denn bis auf die Ecken im Oberrang war die Arena sehr gut ausverkauft. Auf der anderen Seite hat man hier und da schon enttäuschte Stimmen gehört, warum denn Hits wie Special K, Bitter End, Song to Say Goodbye etc ausgespart wurden. Kann man natürlich sagen: 1x kurz lesen, was man da kauft, hätte geholfen. Aber bei über 10.000 Besucher*innen kann man das wohl auch nicht warten. Damit jetzt auch die 2. Tour hintereinander die Gelegenheits-Konzertgänger*innen womöglich verschreckt hat, nachdem 2022 ein sehr großer Fokus auf dem damals aktuellen Album lag und auch je nur ein Hit pro anderem Album (bzw 2 von Meds) gespielt wurden.
Support kam von The Mirror Trap. Hatte von denen zuvor noch nie gehört, aber anscheinend haben die 2015 auch mal beim Hurricane gespielt. Indie/Alternative Rock mit wavigen Anleihen und diesen halbwegs postigen Gitarren-Parts, die irgendwie alle schottischen Indie-Bands haben. Der Sänger hat sehr viel Charisma versprüht und ich dachte die ganze Zeit, dass David Bowie VIELLEICHT sein Vorbild ist. So von der Bewegung her und so. Mit NIN-Shirt auch stabil unterwegs. Haben gut eingeheizt und wirkten sympathisch. Bei Placebo, die chronisch langweilige Supports bisher hatten meiner Erfahrung nach, ein Highlight.
Placebo selbst kamen um 21 Uhr auf die Bühne, nachdem zuvor eine Ansage auf Englisch (von Brian) und Deutsch (nicht vn Brian) kam, dass man die Handys bitte stecken lassen soll. Das gab es auf der letzten Tour auch schon und finde ich einen schönen Kompromiss zu diesen klobigen Taschen, die es zB bei Jack White oder Ghost gab und wo die Endgeräte dann reingeschlossen werden bis nach der Show. Und es wurde sich im Gegensatz zu 2022 auch in meinem Sichtfeld (10. Reihe Mitte circa) auch sehr gut dran gehalten. Generell um mich herum ein absolut unnerviges Publikum, was in der Arena ja gar nicht selbstverständlich ist. Da konnte man mitsingen und tanzen ganz befreit. Und die Setlist war für mich komplett ekstatisch. Insbesondere das Debüt hatte ich jahrelang gar nicht so auf dem Zettel, hat sich über die vergangenen fünf Jahre etwa aber zu meinem Liebling entwickelt. Allein Teenage Angst und Come Home wären mir das Eintrittsgeld fast schon wert gewesen. Die beste Performance gab es mMn - neben dem sowieso immer überragenden Without You I'm Nothing, diesmal leider ohne Bowie-Tribute wie 2016 - bei I Know. Aber auch darüber hinaus... 36 Degrees in einer wunderbaren, langsameren Version, Pure Morning als Opener, Nancy Boy als Abschluss des regulären Sets...
Bei Allergic hat Brian Molko einen, seiner Aussage nach, VIP-Gast vorn angeraunzt, er habe sich blöd verhalten. Habe nicht mitbekommen, was da los war, aber passt bisschen zu dem Eindruck der letzten Konzerte. 2022 wollte er jemanden rausschmeißen, weil der anfing zu Pogen. Er sagte dann "We are not Limp Bizkit" und hier werde sich lieb gegenüber anderen Leuten verhalten. (EDIT: laut Augenzeuginnenbericht bei Insta hat der Typ halt einfach aufdringlich gefilmt und dann so eine Geld-Geste zu Brian gemacht, a la er habe ja dafür bezahlt. Was soll man dazu noch sagen, wenns richtig wiedergegeben wurde?). Ansonsten kaum Ansagen oder Interaktion, finde ich völlig in Ordnung. Lieber einen Song mehr spielen, wobei es am Ende natürlich insgesamt "nur" 17 waren. Alles in allem aber eine gut aufgelegte Band, allen voran Stefan, der so von meiner Position aus nicht älter als 30 aussah. Schon krass.
Zuletzt geändert von Flecha am Mi 28. Okt 2026, 11:27, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Der Konzertbesuchsthread
27.10.2026 Angine de Poitrine (+ Gros Mené), Astra Kulturhaus, Berlin
Ich war vorhin bei Angine de Poitrine im Astra Kulturhaus in Berlin.
Ja, ich gebe es zu. Als ich im Frühjahr vom anstehenden Vorverkauf für das Konzert mitbekommen habe, hatte ich absolut keine Ahnung, wer oder was Angine de Poitrine überhaupt ist. Ich kannte keinen einzigen Song. Ich hatte damals noch nicht einmal den Namen der Band gehört. Trotzdem habe ich mich bereitwillig vom Hype anstecken lassen und mir mit einem glücklichen Händchen einfach ein Ticket gekauft. Für knapp 30 Euro kann man im Jahr 2026 nicht viel falsch machen.
Das Berlin-Konzert war (wie auch die anderen Deutschland-Termine) in wenigen Minuten ausverkauft. Es folgte eine Hochverlegung vom Festsaal Kreuzberg in das größere Astra Kulturhaus. Auch im zweiten Anlauf war das neue Ticketkontingent sofort vergriffen. Zum Glück ist es trotzdem nicht zu einer weiteren Hochverlegung gekommen, obwohl bestimmt noch mehr möglich gewesen wäre. Die Nachfrage auf dem Zweitmarkt war jedenfalls gigantisch. Das gab es zuletzt wohl nur bei Geese, die Anfang des Jahres ebenfalls im Astra Kulturhaus gespielt hatten. Die Gelegenheit hatte ich leider fahrlässig verstreichen lassen. Das sollte mir bei Angine de Poitrine nicht passieren.
Als ich mich zum ersten Mal mit der Musik des kanadischen Duos beschäftigt habe, war ich etwas überrascht. Denn wirklich spektakulär fand ich das nicht. Zumindest nicht in einem Ausmaß, das den Hype begründen würde, den die Band seit einigen Monaten mit sich bringt. Klar, das ist natürlich technisch versiert, aber auch keine Neuerfindung des Rads. Markante Kostüme und das Spiel mit geheimem Identitäten sollten heutzutage auch keine Sensation mehr sein. Aber das Gesamtpaket scheint ja trotzdem eine Wirkung zu haben, die sich für mich vielleicht live entfalten sollte.
Ich war eine gute halbe Stunde vor Einlassbeginn am Astra Kulturhaus. Vor mir hatte sich schon eine längere Schlange gebildet. Richtig voll wurde es aber erst nach meiner Ankunft. Glück gehabt, denn so konnte ich noch problemlos einen Platz ganz vorne an der Absperrung zur Bühne am linken Bühnenrand ergattern. Vor der Halle wurden übrigens Tickets für bis zu 150 Euro angeboten – ob jemand bei diesen Mondpreisen noch zugegriffen hat, kann ich aber nicht sagen.
Das ausverkaufte Astra Kulturhaus füllte sich. Pünktlich um 20 Uhr wurde es dunkel im Saal. Als Support kamen Gros Mené auf die Bühne. Das Trio aus Québec in Kanada sorgte eine knappe halbe Stunde lang mit ihrem Stoner-Rock für einen krachigen Einstieg. Eine verzerrte Gitarre, ein dröhnender Bass und ein wildes Schlagzeug. Ordentlich laut. Dazu gab es zweistimmigen, französischen Gesang. Das war schon ganz solide, sorgte bei mir aber auch nicht für Begeisterungsstürme.
Es folgte eine halbstündige Umbaupause. Die Bühne wurde komplett leergeräumt. Zwei viereckige Podeste wurden nebeneinander aufgebaut. Links mit diversen Gitarrenpedalen, Effektgeräten und einer Loopstation, rechts mit einem Schlagzeug. Dahinter eine in der Mitte geteilte Leinwand – eine Hälfte weiß, die andere Hälfte schwarz, mit jeweils kontrastierenden Punkten.
Kurz nach 21 Uhr wurde es dann wieder dunkel im Saal. Angine de Poitrine kamen auf die Bühne – in ihren Rollen als Khn de Poitrine an einer Doppelhals-Bass-/Gitarre und Klek de Poitrine am Schlagzeug. Beide erwartungsgemäß in den bekannten Kostümen. Das Konzert entsprach im Grunde einer künstlerischen Performance. Ansagen an das Publikum gab es nur in Form von verzerrten und unverständlichen Lauten mit gestenreichen Bewegungen der beiden Musiker. Das war mal ganz amüsant, mal auch etwas (zu) albern. Die tänzerischen Bewegungen und choreografischen Unterbrechungen fielen in ein ähnliches Muster. Musikalisch gab es die Songs des Debütalbums "Vol. 1" und des aktuellen Albums "Vol. II". Instrumentaler Math-Rock. Während mich das auf den Studioalben bislang nicht vollkommen umgehauen hat, war das live auf jeden Fall sehr druckvoll, tanzbar und unterhaltsam. Technisch war das definitiv beachtlich, wie nacheinander Bass- und Gitarrenspuren übereinander gelegt wurden und dazu das Schlagzeug einen treibenden Rhythmus servierte. Der Sound war zudem glücklicherweise vorne sehr klar, was ich im Astra Kulturhaus auch schon anders erlebt habe. Die Lichtshow war passend. Und das Publikum war sehr gut aufgelegt, viel in Bewegung und hat einige Instrumentalteile mitgesungen.
Zwischendurch gab es kleine technische Probleme am Schlagzeug, die aber ohne großes Aufsehen schnell gelöst werden konnten. Ansonsten war das insgesamt ein runder Auftritt. Hat Spaß gemacht. Und mit etwa 75 Minuten Spielzeit war das auch eine recht kurzweilige Geschichte. Das finde ich gar nicht verkehrt, denn ehrlich gesagt muss ich schon auch gestehen, dass mir das live zwar besser als auf den Alben gefallen hat – auf Dauer ist mir das aber trotzdem ab einem gewissen Punkt zu eintönig. Trotz aller technischer Raffinesse bietet mir das musikalisch zu wenig Abwechslung.
Aber ich will gar nicht meckern! Es war ein sehr unterhaltsamer Abend, der gegen 22:15 Uhr im rot beleuchteten Saal mit "Sherpa" ein würdiges Finale hatte. Auf die minutenlangen und noch sehr lautstarken Zugabe-Rufe des Publikums folgte keine Reaktion mehr. Ob der Hype jetzt in diesem Ausmaß gerechtfertigt ist, mag ich nach einem Auftritt nicht abschließend bewerten. Ein weiteres Solo-Konzert bräuchte ich aber vorerst nicht. Falls der Festival-Sommer im nächsten Jahr noch eine Gelegenheit bietet, würde ich mir das aber auch ein zweites Mal anschauen.
Ich war vorhin bei Angine de Poitrine im Astra Kulturhaus in Berlin.
Ja, ich gebe es zu. Als ich im Frühjahr vom anstehenden Vorverkauf für das Konzert mitbekommen habe, hatte ich absolut keine Ahnung, wer oder was Angine de Poitrine überhaupt ist. Ich kannte keinen einzigen Song. Ich hatte damals noch nicht einmal den Namen der Band gehört. Trotzdem habe ich mich bereitwillig vom Hype anstecken lassen und mir mit einem glücklichen Händchen einfach ein Ticket gekauft. Für knapp 30 Euro kann man im Jahr 2026 nicht viel falsch machen.
Das Berlin-Konzert war (wie auch die anderen Deutschland-Termine) in wenigen Minuten ausverkauft. Es folgte eine Hochverlegung vom Festsaal Kreuzberg in das größere Astra Kulturhaus. Auch im zweiten Anlauf war das neue Ticketkontingent sofort vergriffen. Zum Glück ist es trotzdem nicht zu einer weiteren Hochverlegung gekommen, obwohl bestimmt noch mehr möglich gewesen wäre. Die Nachfrage auf dem Zweitmarkt war jedenfalls gigantisch. Das gab es zuletzt wohl nur bei Geese, die Anfang des Jahres ebenfalls im Astra Kulturhaus gespielt hatten. Die Gelegenheit hatte ich leider fahrlässig verstreichen lassen. Das sollte mir bei Angine de Poitrine nicht passieren.
Als ich mich zum ersten Mal mit der Musik des kanadischen Duos beschäftigt habe, war ich etwas überrascht. Denn wirklich spektakulär fand ich das nicht. Zumindest nicht in einem Ausmaß, das den Hype begründen würde, den die Band seit einigen Monaten mit sich bringt. Klar, das ist natürlich technisch versiert, aber auch keine Neuerfindung des Rads. Markante Kostüme und das Spiel mit geheimem Identitäten sollten heutzutage auch keine Sensation mehr sein. Aber das Gesamtpaket scheint ja trotzdem eine Wirkung zu haben, die sich für mich vielleicht live entfalten sollte.
Ich war eine gute halbe Stunde vor Einlassbeginn am Astra Kulturhaus. Vor mir hatte sich schon eine längere Schlange gebildet. Richtig voll wurde es aber erst nach meiner Ankunft. Glück gehabt, denn so konnte ich noch problemlos einen Platz ganz vorne an der Absperrung zur Bühne am linken Bühnenrand ergattern. Vor der Halle wurden übrigens Tickets für bis zu 150 Euro angeboten – ob jemand bei diesen Mondpreisen noch zugegriffen hat, kann ich aber nicht sagen.
Das ausverkaufte Astra Kulturhaus füllte sich. Pünktlich um 20 Uhr wurde es dunkel im Saal. Als Support kamen Gros Mené auf die Bühne. Das Trio aus Québec in Kanada sorgte eine knappe halbe Stunde lang mit ihrem Stoner-Rock für einen krachigen Einstieg. Eine verzerrte Gitarre, ein dröhnender Bass und ein wildes Schlagzeug. Ordentlich laut. Dazu gab es zweistimmigen, französischen Gesang. Das war schon ganz solide, sorgte bei mir aber auch nicht für Begeisterungsstürme.
Es folgte eine halbstündige Umbaupause. Die Bühne wurde komplett leergeräumt. Zwei viereckige Podeste wurden nebeneinander aufgebaut. Links mit diversen Gitarrenpedalen, Effektgeräten und einer Loopstation, rechts mit einem Schlagzeug. Dahinter eine in der Mitte geteilte Leinwand – eine Hälfte weiß, die andere Hälfte schwarz, mit jeweils kontrastierenden Punkten.
Kurz nach 21 Uhr wurde es dann wieder dunkel im Saal. Angine de Poitrine kamen auf die Bühne – in ihren Rollen als Khn de Poitrine an einer Doppelhals-Bass-/Gitarre und Klek de Poitrine am Schlagzeug. Beide erwartungsgemäß in den bekannten Kostümen. Das Konzert entsprach im Grunde einer künstlerischen Performance. Ansagen an das Publikum gab es nur in Form von verzerrten und unverständlichen Lauten mit gestenreichen Bewegungen der beiden Musiker. Das war mal ganz amüsant, mal auch etwas (zu) albern. Die tänzerischen Bewegungen und choreografischen Unterbrechungen fielen in ein ähnliches Muster. Musikalisch gab es die Songs des Debütalbums "Vol. 1" und des aktuellen Albums "Vol. II". Instrumentaler Math-Rock. Während mich das auf den Studioalben bislang nicht vollkommen umgehauen hat, war das live auf jeden Fall sehr druckvoll, tanzbar und unterhaltsam. Technisch war das definitiv beachtlich, wie nacheinander Bass- und Gitarrenspuren übereinander gelegt wurden und dazu das Schlagzeug einen treibenden Rhythmus servierte. Der Sound war zudem glücklicherweise vorne sehr klar, was ich im Astra Kulturhaus auch schon anders erlebt habe. Die Lichtshow war passend. Und das Publikum war sehr gut aufgelegt, viel in Bewegung und hat einige Instrumentalteile mitgesungen.
Zwischendurch gab es kleine technische Probleme am Schlagzeug, die aber ohne großes Aufsehen schnell gelöst werden konnten. Ansonsten war das insgesamt ein runder Auftritt. Hat Spaß gemacht. Und mit etwa 75 Minuten Spielzeit war das auch eine recht kurzweilige Geschichte. Das finde ich gar nicht verkehrt, denn ehrlich gesagt muss ich schon auch gestehen, dass mir das live zwar besser als auf den Alben gefallen hat – auf Dauer ist mir das aber trotzdem ab einem gewissen Punkt zu eintönig. Trotz aller technischer Raffinesse bietet mir das musikalisch zu wenig Abwechslung.
Aber ich will gar nicht meckern! Es war ein sehr unterhaltsamer Abend, der gegen 22:15 Uhr im rot beleuchteten Saal mit "Sherpa" ein würdiges Finale hatte. Auf die minutenlangen und noch sehr lautstarken Zugabe-Rufe des Publikums folgte keine Reaktion mehr. Ob der Hype jetzt in diesem Ausmaß gerechtfertigt ist, mag ich nach einem Auftritt nicht abschließend bewerten. Ein weiteres Solo-Konzert bräuchte ich aber vorerst nicht. Falls der Festival-Sommer im nächsten Jahr noch eine Gelegenheit bietet, würde ich mir das aber auch ein zweites Mal anschauen.
- MairzyDoats
- Beiträge: 2878
- Registriert: Mo 14. Sep 2015, 11:28
Re: Der Konzertbesuchsthread
Ich war am Sonntag bei Bob Dylan in Bremen in der ÖVP-Arena. Ich hatte ja eigentlich nicht vor, hinzugehen, weil ich ihn letztes Jahr schon gesehen hatte und mir die aktuellen Setlisten beim VVK nicht so zusagten. Ich bin aber sehr froh, es doch gemacht zu haben. Auch wenn ich das seit 15 Jahren sage, aber so lange wird er das ja auch nicht mehr machen und da wollte ich doch noch eine Gelegenheit mitnehmen. Und das hat sich gelohnt.
Bob Dylan Konzerte sind so eine Sache für sich, es war mein 6. Dylan-Konzert und gefühlt hat es mittlerweile die Menge etwas besser verstanden, was man hier zu erwarten hat. Dennoch gibt es immer einige, die Dylan-Konzerte enttäuscht verlassen und so ganz kann ich es ihnen auch nicht verdenken. Bob Dylan kann seit etwa 30 Jahren schon nicht mehr so richtig singen und es ist eher ein krächziger Sprechgesang den man auch von seinen aktuellen Alben kennt. Auch alle anderen Songs werden immer an diesen altmodischen Blues/Rock'n'Roll-Stil angepasst. Das heißt, es ist immer ganz lustig mitzuerleben, wie alle bei jedem Song erstmal versuchen müssen die Lyrics zu identifizieren, um zu checken, welchen Song man da gerade vor sich hat. Er macht es einem auch nicht einfacher mit der Songauswahl, denn prinzipiell gibt es nicht den einen Song, den er immer spielt und häufig spielt er das ein oder andere Cover und auch immer Songs die auf keinem der 39 Studioalben zu finden sind.
Ich habe das Gefühl, von meinem gesamten doch recht breiten Musikgeschmack ist es mit am schwersten vermittelbar, dass ich das wirklich gut finde. Es fühlt sich an wie ein Guilty Pleasure und peak verkopftes Musik-Nerdtum. Aber was soll ich sagen, ich liebs.
Wie erwartet ging das Konzert mega pünktlich um 8 Uhr ohne Support los, evtl sogar 1 bis 2 Minuten zu früh. Das Licht in der Arena blieb größtenteils an, was komisch war, aber mit der Zeit hat man sich dran gewöhnt. Es war eine Handy-freie Show, das heißt am Eingang wurden erstmal tausende Handys mit Klapphüllen geyondrt, auch das fand ich angenehm. Wenn es eh nur Sitzplätze gibt, stört auch diese Tasche nicht so sehr.
Bei der letzten Tour saß Bob Dylan hinter dem Klavier, sodass die meisten Menschen ihn gar nicht sehen konnten, diesmal stand er die meiste Zeit, hat es wahrscheinlich einfacher gemacht, aber ich war froh über meinen Platz recht weit oben im rechten Unterrang.
Normalerweise gucke ich mir keine Setlisten an vorab, dieses mal hab ichs aus irgendeinem Grund getan und kurz bereut. Denn die Setlist hat sich doch nochmal geändert. Weniger neues Album und auf den ersten Blick habe ich direkt "Blind Willie McTell" gesehen, einen der besten Dylan Songs, auch ein non-Album-Track. Deshalb hab ich mir die Setlist auch nicht weiter angeguckt, hatte aber sehr große Vorfreude.
Diese wurde dann aber nochmal untergraben, weil in Bremen dann die Setlist doch nochmal über den Haufen geworfen wurde. "Blind Willie McTell" gab es nicht, stattdessen "Love Sick", zum Glück auch einer der besten Dylan-Songs. Generell gab es noch einen Song weniger vom neuen Album und die ein oder andere Überraschung, wie zB "Million Miles" zum ersten Mal seit 2014. "Girl From The North Country" habe ich auch noch nie live gesehen, da kamen mir fast die Tränen, das war wirklich schön. Von den 17 gespielten Songs hab ich dann 6 zum ersten Mal gehört, wenn man das Bo Diddley Cover nicht mitzählt. Ich war sehr glücklich am Ende, auch wenn das Konzert diesmal nur so 85 Minuten lang war. Das war ich schon gewohnt, aber das letzte Konzert war ne Ecke länger, auch wenn nicht mehr Songs gespielt wurden. Es gab wieder gar keine Ansagen, keine Zugabe, das schmeckt natürlich nicht allen, ich finds voll in Ordnung.
Ich konnte easy eine recht frühe Bahn zurück nehmen und war wieder mal glücklich und werde mir das bei Gelegenheit auch nochmal antun. Würde mich nur freuen, wenn er dann demnächst mal die Never Ending Tour fortsetzt und nicht mehr mit dem aktuellen Album und dementsprechendem Schwerpunkt tourt. Das wäre ja mega der Reverse Scorpions move, wenn die Never Ending Tour 2019 geendet wäre.
Bob Dylan Konzerte sind so eine Sache für sich, es war mein 6. Dylan-Konzert und gefühlt hat es mittlerweile die Menge etwas besser verstanden, was man hier zu erwarten hat. Dennoch gibt es immer einige, die Dylan-Konzerte enttäuscht verlassen und so ganz kann ich es ihnen auch nicht verdenken. Bob Dylan kann seit etwa 30 Jahren schon nicht mehr so richtig singen und es ist eher ein krächziger Sprechgesang den man auch von seinen aktuellen Alben kennt. Auch alle anderen Songs werden immer an diesen altmodischen Blues/Rock'n'Roll-Stil angepasst. Das heißt, es ist immer ganz lustig mitzuerleben, wie alle bei jedem Song erstmal versuchen müssen die Lyrics zu identifizieren, um zu checken, welchen Song man da gerade vor sich hat. Er macht es einem auch nicht einfacher mit der Songauswahl, denn prinzipiell gibt es nicht den einen Song, den er immer spielt und häufig spielt er das ein oder andere Cover und auch immer Songs die auf keinem der 39 Studioalben zu finden sind.
Ich habe das Gefühl, von meinem gesamten doch recht breiten Musikgeschmack ist es mit am schwersten vermittelbar, dass ich das wirklich gut finde. Es fühlt sich an wie ein Guilty Pleasure und peak verkopftes Musik-Nerdtum. Aber was soll ich sagen, ich liebs.
Wie erwartet ging das Konzert mega pünktlich um 8 Uhr ohne Support los, evtl sogar 1 bis 2 Minuten zu früh. Das Licht in der Arena blieb größtenteils an, was komisch war, aber mit der Zeit hat man sich dran gewöhnt. Es war eine Handy-freie Show, das heißt am Eingang wurden erstmal tausende Handys mit Klapphüllen geyondrt, auch das fand ich angenehm. Wenn es eh nur Sitzplätze gibt, stört auch diese Tasche nicht so sehr.
Bei der letzten Tour saß Bob Dylan hinter dem Klavier, sodass die meisten Menschen ihn gar nicht sehen konnten, diesmal stand er die meiste Zeit, hat es wahrscheinlich einfacher gemacht, aber ich war froh über meinen Platz recht weit oben im rechten Unterrang.
Normalerweise gucke ich mir keine Setlisten an vorab, dieses mal hab ichs aus irgendeinem Grund getan und kurz bereut. Denn die Setlist hat sich doch nochmal geändert. Weniger neues Album und auf den ersten Blick habe ich direkt "Blind Willie McTell" gesehen, einen der besten Dylan Songs, auch ein non-Album-Track. Deshalb hab ich mir die Setlist auch nicht weiter angeguckt, hatte aber sehr große Vorfreude.
Diese wurde dann aber nochmal untergraben, weil in Bremen dann die Setlist doch nochmal über den Haufen geworfen wurde. "Blind Willie McTell" gab es nicht, stattdessen "Love Sick", zum Glück auch einer der besten Dylan-Songs. Generell gab es noch einen Song weniger vom neuen Album und die ein oder andere Überraschung, wie zB "Million Miles" zum ersten Mal seit 2014. "Girl From The North Country" habe ich auch noch nie live gesehen, da kamen mir fast die Tränen, das war wirklich schön. Von den 17 gespielten Songs hab ich dann 6 zum ersten Mal gehört, wenn man das Bo Diddley Cover nicht mitzählt. Ich war sehr glücklich am Ende, auch wenn das Konzert diesmal nur so 85 Minuten lang war. Das war ich schon gewohnt, aber das letzte Konzert war ne Ecke länger, auch wenn nicht mehr Songs gespielt wurden. Es gab wieder gar keine Ansagen, keine Zugabe, das schmeckt natürlich nicht allen, ich finds voll in Ordnung.
Ich konnte easy eine recht frühe Bahn zurück nehmen und war wieder mal glücklich und werde mir das bei Gelegenheit auch nochmal antun. Würde mich nur freuen, wenn er dann demnächst mal die Never Ending Tour fortsetzt und nicht mehr mit dem aktuellen Album und dementsprechendem Schwerpunkt tourt. Das wäre ja mega der Reverse Scorpions move, wenn die Never Ending Tour 2019 geendet wäre.
Hallo wie geht willkommen in meiner Signatur. Lass dir hier bitte richtig gut gehen einfach, Käffchen für dich
- Quadrophobia
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Ich war am Montag bei The Radio Dept im Hotel Cecil in Kopenhagen
Es war ein ziemliche Ride. Ohne großes Tamtam angekündigt, war das das erste Konzert der Band seit 8 Jahren. Zwischenzeitlich sind mehrere neue Songs erschienen und die Band hat einen ziemlichen Hype abbekommen, vor allem "Pet Grief", das ja dieses Jahr auch 20-jähriges feiert, wird inzwischen sehr viel über den Shoegaze/Dream Pop-Ästhetik Hype von Tiktok getragen. Dementsprechen ist die Band inzwischen wahrscheinlich bekannter als je zuvor und hat auch einen nicht zu vernachlässigenden Mythos generiert, ohne dass sie dafür viel selbst getan hätte.
Die Band ist inzwischen meine absolute Lieblingsband und das liegen zu lassen war keine Option. Neben diesem gab es nur drei andere Konzerte in Göteborg, Stockholm und London und ich bin mir auch nicht sicher, ob da noch ne vernünftige Tour kommt, weil die Band recht viel DIY macht. Das Konzert war rasend schnell ausverkauft, in Skandinavien ist die Band einfach noch mal ne andere Hausnummer.
Nun denn: Ich war schon 2019 bei The Antlers an gleicher Stelle, ich mag das Hotel Cecil sehr gern. Oben gibt es eine Bar-Area, der Konzertraum ist unten und recht geräumig, denke da gehen 350 Leute rein. Sehr ähnlich zum neuen Molotow eigentlich. Hinten kann man auch sitzen, das wird später noch relevant (Cliffhanger Beginn). Es gab Preislich sehr fairen Merch mit dem ich mich natürlich eingedeckt habe.
Support kam von D4rkstar aus Göteborg, ein Typ mit Gitarre und Wavy bis Industrial Beats, Gefiel mir stellenweise ganz gut, manchmal ist mir bei sowas einfach zu wenig "live", um da wirklich zu connected. Passte aber gut zum Hauptact.
Unprekatischerweise ist mir nach dem Support auf einmal mein Kreislauf weggeklappt. Woran genau das gelegen hat, kann ich nicht so ganz sagen, aber ich bin sehr froh, dass da Leute waren, die sehr korrekt reagiert haben. Die Security und der Venue Manager haben mich nach draußen gebracht und mit Wasser versorgt, nach etwa 10 Minuten ging es mir schon deutlich besser und ich konnte rechtzeitig zu Beginn wieder runter. Zum Glück gibt es die Sitzgelegenheiten hinten, die haben mir das Konzert gerettet (Cliffhanger Ende).
Was dann folgte war fantastisch. Ich hatte vorher sehr gemische Berichte über die Live Qualitäten gelesen und die Band spielte in der Vergangenheit auch gerne mal Konzerte, die komplett ohne ihre "Hits" auskommen, aber das war alles super toll. Die Setlist hatte einen Schwerpunkt auf Pet Grief, es gab auch im Vorfeld ein Interview, in dem die Band erzählt, wie sie ihren Frieden mit der Platte gefunden haben, zu der sie immer gemischte Gefühle hatten. Ansonsten gabes einen wirklich bunten Mix aller Schaffensphasen inkl. einem neuen Song, der auf ne neue Platte hoffen lässt. Vor allem "Pulling Our Weight" hat starke Euphorie im Publikum ausgewählt, für mich waren mit "I Wanted YOu to Feel the Same" und "The Abscence of Birds" (den gabs überhaupt das erste mal live) zwei absolute Favourites schon früh dabei. Da es aber eine der Band ist, wo ich fast jeden Song liebe, hätten die auch eigentlich alles spielen können. Mit "The One" gabs sogar einen sehr rief in der Diskographie versteckten Deep Cut. Es saß noch nicht jeder Ton ganz, man merkte schon, dass die länger nicht live gespielt haben, aber das hat glaube ich niemanden gestört. Ich persönlich war froh, dass es etwas gerumpelt hat, weil der Sound der Band durch die programmierten Drums ja sehr distanziert und kühl wirkt, und die eigentliche EMotionalität udn Wärme aus dem Kontrast der Gitarren und der Vocals kommt, die da sozusagen drüber schweben. Das hat sich live noch mal verstärkt und passt einfach wunderbar zur Ästhetik der Band.[1] Die Zugabe war dann der absolute Overkill mit meinem Lieblingssong "Always a Relief", das hat mich noch mal sehr emotional werden lassen.
Insgesamt ein toller Abend, wobei ich solche größeren Konzert-Ausflüge glaube ich in Zukunft nicht mehr machen werde. Das ist nach dem Primavera 2022 jetzt das zweite Mal, dass ich gesundheitlich angeschlagen aus sowas rausgehe und das ist es bei aller Liebe nicht wert.
[1] Früher im Jahr hatte ich bei The Twilight Sad nämlich genau den Gegenteiligen Eindruck. Da kamen die melodischen Parts teilweise vom Band, was ich irgendwie abturnend fand.
Es war ein ziemliche Ride. Ohne großes Tamtam angekündigt, war das das erste Konzert der Band seit 8 Jahren. Zwischenzeitlich sind mehrere neue Songs erschienen und die Band hat einen ziemlichen Hype abbekommen, vor allem "Pet Grief", das ja dieses Jahr auch 20-jähriges feiert, wird inzwischen sehr viel über den Shoegaze/Dream Pop-Ästhetik Hype von Tiktok getragen. Dementsprechen ist die Band inzwischen wahrscheinlich bekannter als je zuvor und hat auch einen nicht zu vernachlässigenden Mythos generiert, ohne dass sie dafür viel selbst getan hätte.
Die Band ist inzwischen meine absolute Lieblingsband und das liegen zu lassen war keine Option. Neben diesem gab es nur drei andere Konzerte in Göteborg, Stockholm und London und ich bin mir auch nicht sicher, ob da noch ne vernünftige Tour kommt, weil die Band recht viel DIY macht. Das Konzert war rasend schnell ausverkauft, in Skandinavien ist die Band einfach noch mal ne andere Hausnummer.
Nun denn: Ich war schon 2019 bei The Antlers an gleicher Stelle, ich mag das Hotel Cecil sehr gern. Oben gibt es eine Bar-Area, der Konzertraum ist unten und recht geräumig, denke da gehen 350 Leute rein. Sehr ähnlich zum neuen Molotow eigentlich. Hinten kann man auch sitzen, das wird später noch relevant (Cliffhanger Beginn). Es gab Preislich sehr fairen Merch mit dem ich mich natürlich eingedeckt habe.
Support kam von D4rkstar aus Göteborg, ein Typ mit Gitarre und Wavy bis Industrial Beats, Gefiel mir stellenweise ganz gut, manchmal ist mir bei sowas einfach zu wenig "live", um da wirklich zu connected. Passte aber gut zum Hauptact.
Unprekatischerweise ist mir nach dem Support auf einmal mein Kreislauf weggeklappt. Woran genau das gelegen hat, kann ich nicht so ganz sagen, aber ich bin sehr froh, dass da Leute waren, die sehr korrekt reagiert haben. Die Security und der Venue Manager haben mich nach draußen gebracht und mit Wasser versorgt, nach etwa 10 Minuten ging es mir schon deutlich besser und ich konnte rechtzeitig zu Beginn wieder runter. Zum Glück gibt es die Sitzgelegenheiten hinten, die haben mir das Konzert gerettet (Cliffhanger Ende).
Was dann folgte war fantastisch. Ich hatte vorher sehr gemische Berichte über die Live Qualitäten gelesen und die Band spielte in der Vergangenheit auch gerne mal Konzerte, die komplett ohne ihre "Hits" auskommen, aber das war alles super toll. Die Setlist hatte einen Schwerpunkt auf Pet Grief, es gab auch im Vorfeld ein Interview, in dem die Band erzählt, wie sie ihren Frieden mit der Platte gefunden haben, zu der sie immer gemischte Gefühle hatten. Ansonsten gabes einen wirklich bunten Mix aller Schaffensphasen inkl. einem neuen Song, der auf ne neue Platte hoffen lässt. Vor allem "Pulling Our Weight" hat starke Euphorie im Publikum ausgewählt, für mich waren mit "I Wanted YOu to Feel the Same" und "The Abscence of Birds" (den gabs überhaupt das erste mal live) zwei absolute Favourites schon früh dabei. Da es aber eine der Band ist, wo ich fast jeden Song liebe, hätten die auch eigentlich alles spielen können. Mit "The One" gabs sogar einen sehr rief in der Diskographie versteckten Deep Cut. Es saß noch nicht jeder Ton ganz, man merkte schon, dass die länger nicht live gespielt haben, aber das hat glaube ich niemanden gestört. Ich persönlich war froh, dass es etwas gerumpelt hat, weil der Sound der Band durch die programmierten Drums ja sehr distanziert und kühl wirkt, und die eigentliche EMotionalität udn Wärme aus dem Kontrast der Gitarren und der Vocals kommt, die da sozusagen drüber schweben. Das hat sich live noch mal verstärkt und passt einfach wunderbar zur Ästhetik der Band.[1] Die Zugabe war dann der absolute Overkill mit meinem Lieblingssong "Always a Relief", das hat mich noch mal sehr emotional werden lassen.
Insgesamt ein toller Abend, wobei ich solche größeren Konzert-Ausflüge glaube ich in Zukunft nicht mehr machen werde. Das ist nach dem Primavera 2022 jetzt das zweite Mal, dass ich gesundheitlich angeschlagen aus sowas rausgehe und das ist es bei aller Liebe nicht wert.
[1] Früher im Jahr hatte ich bei The Twilight Sad nämlich genau den Gegenteiligen Eindruck. Da kamen die melodischen Parts teilweise vom Band, was ich irgendwie abturnend fand.
Re: Der Konzertbesuchsthread
Klingt super (also außer der Kreislauf-Geschichte)! Ich hatte keine Chance auf Tickets, bin jetzt auch nicht der Riesenfan. Aber mittlerweile lebe ich zwei Jahre in Kopenhagen und das Konzert 2019 war auch mein letztes im Hotel Cecil, weil die echt seltsames Booking haben und es sich nicht ergeben hat, ich mag den Laden nämlich auch wirklich gerne.
Re: Der Konzertbesuchsthread
Ich war gestern zum Tourauftakt bei Apsilon im Felsenkeller in Leipzig.
Als ich gesehen hab, dass das Tour im Felsenkeller stattfindet, bin ich erstmal davon ausgegangen, dass es das Naumanns wird. Umso überraschter war ich, dass es tatsächlich der Ballsaal war, und noch überraschter war ich, dass das Konzert etwa eine Woche vorher tatsächlich ausverkauft war. Ich war echt nicht ready dafür, wie schnell der Hype um ihn gewachsen ist.
War seit der Renovierung für mich das erste Konzert im Ballsaal, zuletzt hatte ich da 2024 The Chats gesehen. Der Umbau ist echt gelungen, der größte Teil des Zuschauerbereichs ist jetzt etwa 1,5m tiefer gelegt und hat eine eigene kleine Bar, aussen herum gibt es eine etwa 6-7m breite "Empore". Toiletten jeweils links und rechts von der Bühne an den Enden der Empore, Garderobe in der hinteren Ecke, entzerrt das ganze extrem gut und lässt auch viele Leute von weiter hinten gut sehen. Es hätten zwar bestimmt noch 200 Leute mehr reingepasst, aber ich werde mich nicht beschweren.
Support kam von Kayla Shyx, die ich bis zum Hurricane Announcement nur als Influencerin kannte, die einige meiner jüngeren Freunde mal erwähnt haben. Der Sound war durchwachsen, die Songs fand ich nett, aber sie hat leider sehr wenige davon gespielt. Viel Animation, Ansagen, Sprechchöre und Namedropping. 6 Songs hat sie am Ende gespielt, hätte mir wahrscheinlich besser gefallen wenn sie mehr gesungen statt geredet hätte, aber immerhin macht die Insta Story wo alle ihre ihr Blitzlicht hochhalten was her.
Keine 15 Minuten später stand dann Apsilon auf der Bühne. Die Bühnenshow war recht schlicht gehalten, trotzdem wurde viel rausgeholt und ich glaube ich hab seit langem keine Crowd erlebt, die von vorne bis hinten so mitgegangen ist. Er hat mehr oder weniger alle Hits gespielt, der Ballsaal hat bei jedem Song gebebt und mitgesungen. Einige Songs zum Teil mit Klavier auf der Bühne, bevor er in der Mitte der Show verschwand und mitten in der Crowd vor der Tontechnik auf einer kleinen Bühne wieder auftauchte und von dort 2 oder 3 seiner emotionaleren Lieder präsentierte. Mehrmals gab es zwischen Songs minutenlangen Applaus, ohne das er überhaupt dazu kam ein Wort zu sagen. Nach einer sehr kurzen Pause und einer Zugabe mit zwei Songs war Viertel nach Zehn unter tobendem Applaus Schluss.
Kann allen die Tour wirklich nur ans Herz legen, die das neue Album mochten.
Als ich gesehen hab, dass das Tour im Felsenkeller stattfindet, bin ich erstmal davon ausgegangen, dass es das Naumanns wird. Umso überraschter war ich, dass es tatsächlich der Ballsaal war, und noch überraschter war ich, dass das Konzert etwa eine Woche vorher tatsächlich ausverkauft war. Ich war echt nicht ready dafür, wie schnell der Hype um ihn gewachsen ist.
War seit der Renovierung für mich das erste Konzert im Ballsaal, zuletzt hatte ich da 2024 The Chats gesehen. Der Umbau ist echt gelungen, der größte Teil des Zuschauerbereichs ist jetzt etwa 1,5m tiefer gelegt und hat eine eigene kleine Bar, aussen herum gibt es eine etwa 6-7m breite "Empore". Toiletten jeweils links und rechts von der Bühne an den Enden der Empore, Garderobe in der hinteren Ecke, entzerrt das ganze extrem gut und lässt auch viele Leute von weiter hinten gut sehen. Es hätten zwar bestimmt noch 200 Leute mehr reingepasst, aber ich werde mich nicht beschweren.
Support kam von Kayla Shyx, die ich bis zum Hurricane Announcement nur als Influencerin kannte, die einige meiner jüngeren Freunde mal erwähnt haben. Der Sound war durchwachsen, die Songs fand ich nett, aber sie hat leider sehr wenige davon gespielt. Viel Animation, Ansagen, Sprechchöre und Namedropping. 6 Songs hat sie am Ende gespielt, hätte mir wahrscheinlich besser gefallen wenn sie mehr gesungen statt geredet hätte, aber immerhin macht die Insta Story wo alle ihre ihr Blitzlicht hochhalten was her.
Keine 15 Minuten später stand dann Apsilon auf der Bühne. Die Bühnenshow war recht schlicht gehalten, trotzdem wurde viel rausgeholt und ich glaube ich hab seit langem keine Crowd erlebt, die von vorne bis hinten so mitgegangen ist. Er hat mehr oder weniger alle Hits gespielt, der Ballsaal hat bei jedem Song gebebt und mitgesungen. Einige Songs zum Teil mit Klavier auf der Bühne, bevor er in der Mitte der Show verschwand und mitten in der Crowd vor der Tontechnik auf einer kleinen Bühne wieder auftauchte und von dort 2 oder 3 seiner emotionaleren Lieder präsentierte. Mehrmals gab es zwischen Songs minutenlangen Applaus, ohne das er überhaupt dazu kam ein Wort zu sagen. Nach einer sehr kurzen Pause und einer Zugabe mit zwei Songs war Viertel nach Zehn unter tobendem Applaus Schluss.
Kann allen die Tour wirklich nur ans Herz legen, die das neue Album mochten.
- SammyJankis
- Beiträge: 10277
- Registriert: So 13. Sep 2015, 14:46
Re: Der Konzertbesuchsthread
Ich war am Samstag in Düsseldorf bei Attic Ocean in der Filmwerkstatt. Die Veranstaltung war von der Jugendfilmwerkstatt Düsseldorf organisiert und kostenlos. Neben der Musik wurde einiges an Kunst ausgestellt. Kenne mich in dem Bereich null aus und möchte mir deswegen kein Urteil erlauben. Es war sehr voll, hab mich etwas fehl am Platz gefühlt.
U-I - War ein elektronisches Ambient/Drone Set. Schon bessere Sachen in der Richtung gesehen, aber erstmal nicht so schlimm. Allerdings wurde das ganze gepaart mit Performance Art der Jugendfilmwerkstatt, bei der drei Teilnehmer*innen abwechselnd pseudokluge Sachen ins Mikro gehaucht haben. Das hat mich null abgeholt.
Attic Ocean - Zwei Jahre nicht gesehen. Haben sich gemacht, war der beste Gig, den ich bisher von der Band gesehen habe. Musikalisch und auch gesanglich stimmt da alles. Die Visuals waren zum Teil Kurzvideos, die auf Super 8 gedreht wurden, hatte was von Godspeed You! Black Emperor. Leider wechselten sich die Videos ab mit Farbspielereien, die via Overhead projiziert wurden. Die sahen eher aus wie Kunstprojekt 5. Klasse. Licht und Schatten. Was ich leider noch an der Band kritisieren muss, ist die Aufmachung, denn da ist alles auf groß getrimmt. Abgestimmte Kostüm, Ansagen, Verhalten während der Songs. Alles wirkt einstudiert, nicht echt und greifbar. Das ist für die Größe der Band too much. Trotzdem war es nen gutes Konzert.
U-I - War ein elektronisches Ambient/Drone Set. Schon bessere Sachen in der Richtung gesehen, aber erstmal nicht so schlimm. Allerdings wurde das ganze gepaart mit Performance Art der Jugendfilmwerkstatt, bei der drei Teilnehmer*innen abwechselnd pseudokluge Sachen ins Mikro gehaucht haben. Das hat mich null abgeholt.
Attic Ocean - Zwei Jahre nicht gesehen. Haben sich gemacht, war der beste Gig, den ich bisher von der Band gesehen habe. Musikalisch und auch gesanglich stimmt da alles. Die Visuals waren zum Teil Kurzvideos, die auf Super 8 gedreht wurden, hatte was von Godspeed You! Black Emperor. Leider wechselten sich die Videos ab mit Farbspielereien, die via Overhead projiziert wurden. Die sahen eher aus wie Kunstprojekt 5. Klasse. Licht und Schatten. Was ich leider noch an der Band kritisieren muss, ist die Aufmachung, denn da ist alles auf groß getrimmt. Abgestimmte Kostüm, Ansagen, Verhalten während der Songs. Alles wirkt einstudiert, nicht echt und greifbar. Das ist für die Größe der Band too much. Trotzdem war es nen gutes Konzert.
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