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Der Konzertbesuchsthread

Konzerte, Platten & Musik im TV
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SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Mo 12. Okt 2026, 12:38

Ich war am 11.09. (Freitag) in Bochum bei Bulldoze in der Trompete. Vorher vegane Dürüm gegessen, guter Start in den Abend. War etwas skeptisch bzgl. der Show, aber im Endeffekt doch Lust gehabt und hingegangen. War leerer als erwartet, aber noch genug für eine halbwegs solide Show.

Life Beyond - Ruhrpott Band #1, erst seit 2-3 Jahren aktiv. Spielen auch eher selten oder die Shows fliegen unter meinem Radar. Find den Sound auch recht egal. So Standard NYHC influenced Hardcore der stumpferen Sorte. Vor der Bühne war noch nix los.

Strength - Ruhrpott Band #2. Gibt es schon ewig. Spielen jetzt nach Jahren Pause wieder Shows. Fänds in solchen Situationen in der Regel besser, wenn man dann direkt was Neues startet. Band ist leider ziemlich mies. Richtig öder, pseudoböser Stumpf Sound ohne irgendwelche Finesse. Set hat sich gezogen wie Kaugummi.

Torch - Einzige Band mit Mitgliedern, die jünger waren als ich. Sound war chaotischer, nah am Mathcore. Anders als die vorherigen Bands, aber auch nicht wirklich mein Fall. Zusätzlich sollte niemand "Counting Worms" von Knocked Loose covern. Nehmt doch Bands, die nicht gerade auf ihrem Höhepunkt sind.

Bulldoze - Hatte nach den Supports wenig Hoffnung, dass nun nen gutes Set folgen würde, aber wurde positiv überrascht. Gab harten Mosh und einige Textsichere vor der Bühne. Die Band schafft es mit ihren OG Beatdown Sound auch mehr als nur Breakdowns zu liefern. Könnten sich viele Bands des Genres, vor allem in Deutschland, ne Scheibe von abschneiden. Trotzdem bin ich mit dem Gefühl nach Hause, dass da mehr hätte gehen können in einer anderen Konstellation mit besseren Supports.
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SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Mo 12. Okt 2026, 20:13

Ich war am 12.09. (Samstag) in Wermelskirchen bei Risk It! im AJZ Bahndamm. Tatsächlich noch nie dort gewesen. schönes AJZ. Etwas ärgerlich ist die Stufe genau vor der Bühne, aber das stört wahrscheinlich bei den meisten Shows nicht. Show war gut besucht, gab auch einen Merchflohmarkt, bei dem ich auch fündig geworden bin.

Backwood - Band aus dem Sauerland. Bisher nur auf Flyern gelesen, nun auch mal live gesehen. War Standard Hardcore, nicht besonders spannend. Es war auch noch nichts los.

Maximum Pain - Neue Band mit Leuten mit allerlei Banderfahrung, erste Show. Demo wusste zu gefallen. Klar wird hier nichts neu erfunden, aber wo passiert das schon beim Hardcore. Leider war auch hier noch wenig bis nichts los. Insgesamt solide, Set hätte nen Cover vertragen können.

Crime Dawg - Punkiger Hardcore. Hier war die Stimmung zum ersten Mal besser ohne, dass es zu wild wurde. Das Cro-Mags "World Peace" Cover war wie immer eines des Highlights. Schon besser gesehen, aber hatte im Vorfeld auch nicht damit gerechnet, dass der Abend mehr als solide wird.

Not 4 Me - Spaßband, die nur so 2-3 Shows pro Jahr spielt. Ganze Attitüde inkl. Lyrics ist übertrieben auf Straight Edge gepolt. Gab dann auch durchweg Witze auf Kosten von Non Edgern. Fanden nicht alle in der Crowd lustig, mich haben sie abgeholt. Sound is Fast Straight Edge, weiß zu gefallen. Am Ende gab es noch Coversongs, wobei ich mich gerade nur noch an Floorpunch zum Abschluss erinnere. Für mich Gig des Abends.

Risk It! - Wieder einmal festgestellt, dass ich komplett durch bin mit der Band und nach meinem Gefühl geht es vielen Leuten so. Neues Album kommt nächstes Jahr, Songs klingen wie immer. Bin nach 10-15 Minuten abgehauen. Insgesamt war der Abend nicht mehr als solide. In der Location soll aber in Zukunft mehr gehen, bin gespannt.
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SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Do 15. Okt 2026, 07:49

Ich war am 17.09. (Donnerstag) in Bristol bei Hestia in der Rossi Bar. War an dem Wochenende auf nem Hardcore Fest und bin einen Tag vorher angereist. Da es keine Preshow gab bin hab ich mal geguckt, was es sonst so gibt und bin auf ner Local Show in ner kleinen Bar gelandet. Eintritt 6 Pfund geschenkt. War allerdings traurig leer, vielleicht 20 Zahlende.

Sundaughter - Junge Shoegaze Band. Da saß natürlich noch nicht alles, aber gute Ansätze, Potential ist auf jeden Fall vorhanden. Beste Band des Abends.

Honeyglow - Irgendwo zwischen Indie und Post-Punk. War unglaublich öde. Das Auftreten der Band, die sich augenscheinlich ziemlich cool gefühlt haben, hat es nicht besser gemacht.

Hestia - Weitere Indie Band. Luft war bei der Crowd komplett raus. Ich hatte mittlerweile fiese Kopfschmerzen. Dementsprechend ist der Gig an mir vorbeigegangen.
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Quadrophobia
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Quadrophobia » Fr 16. Okt 2026, 09:16

Ich war gestern bei Makthaverskan auf der Frau Hedi in Hamburg

Das war sicherlich eins der coolsten und surrealsten Konzerte meines Lebens. Das lag vor allem an der Venue. Die Hedi ist eine alte Hafenbarkasse und die Konzerte finden bei laufender Fahrt statt. Das Ganze war also vor nächtlicher Hafenkulisse und Containerschiffbackdrop. Ich glaube ich hatte noch nie so eine krasse Szenerie bei einem Konzert. Dazu ist der Abstand zu "Bühne" - die Instrumente stehen an der längsseite des Schiffs - eigentlich von überall sehr gering. Es war mit 19€ auch einfach brutal günstig, wenn man aktuelle Konzertpreise ansetzt und - Fun Fact - einfach nen Euro günstiger als auf einer normalen Barkasse ne Hafenrundfahrt zu machen. Kleinen Schmunzler gab es noch, weil sich eine Gruppe in die Schlange verirrt hatte, die dachte das wäre die Fähre zum Michael Jackson Musical. Bisschen andere Crowd :D


Support kam von BleachTV aus Hamburg. Musikalisch Faust aufs Auge vor Makthaverskan, Post-Punk/Wave mit ein bisschen stärkerem Einschlag zu letzterem als beim Hauptact. Wirklich cool, mit der Mukke kannst du bei mir nichts falsch machen und wir standen perfekt. Sound auch überraschend gut dafür dass man hier offensichtlich kein richtiges Soundsystem installieren kann. Gefiel.

Makthaverskan hab ich irgendwie noch nie gesehen, obwohl mich die Band spätestens seit dem zweiten Album und noch viel mehr seit meiner Göteborg Zeit begleitet. War sehr weit oben auf meiner Must-See List und in dem Setting wars einfach doppelt cool. Maja Milner hatte ein paar Stimmprobleme aber ansonsten war das von vorne bis hinten fantastisch. Das Konzert war der Tourauftakt, trotzdem saß alles perfekt, die Songs vom neuen Album kamen richtig gut, insbesondere der eher ruhig-tragende "Black Waters", der natürlich extrem vom Ambiente profitiert hat. Nach hinten raus dann alle Hits von s/t 2&3 und da gabs trotz sehr eingeschränktem Platz sogar viel Bewegung im eher älteren Publikum. "This Time" im Schatten von Containerriesen hat auch noch mal krass gehitted. Lediglich beim letzten Song "Asleep" als zweite Zugabe ist die Stimme dann komplett weggebrochen aber das war zu verschmerzen.

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von fipsi » Fr 16. Okt 2026, 09:22

Klingt echt nach einem tollen Erlebnis. Ich habe es auch noch nicht geschafft die Band zu sehen.

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Finn
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Finn » Fr 16. Okt 2026, 09:26

Da schließe ich mich an, klingt ganz fantastisch und ich würde die Band auch gerne mal sehen. Leider nichts in der Nähe dieses Mal. Warte noch auf die Westkust/Agent Blå/Makthaverskan Triple-Header-Show. :grin:

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von fipsi » Fr 16. Okt 2026, 09:35

Finn hat geschrieben: ↑
Fr 16. Okt 2026, 09:26
Da schließe ich mich an, klingt ganz fantastisch und ich würde die Band auch gerne mal sehen. Leider nichts in der Nähe dieses Mal. Warte noch auf die Westkust/Agent Blå/Makthaverskan Triple-Header-Show. :grin:
Westkust müssten dafür erstmal eine Reunion feiern, was ich aber sehr begrüßen würde.

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Quadrophobia » Fr 16. Okt 2026, 09:40

fipsi hat geschrieben: ↑
Fr 16. Okt 2026, 09:35
Finn hat geschrieben: ↑
Fr 16. Okt 2026, 09:26
Da schließe ich mich an, klingt ganz fantastisch und ich würde die Band auch gerne mal sehen. Leider nichts in der Nähe dieses Mal. Warte noch auf die Westkust/Agent Blå/Makthaverskan Triple-Header-Show. :grin:
Westkust müssten dafür erstmal eine Reunion feiern, was ich aber sehr begrüßen würde.
Das Konzert in der Astra Stube (RIP) habe ich damals auch verpasst :grumpy: . Finde die Band ist mir ihrem dreamigen Sound der perfekte Kontrast zu Makthaverskan, würde sehr viel für ne Kombi Show geben

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MairzyDoats
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von MairzyDoats » Fr 16. Okt 2026, 12:25

Ich war gestern zeitgleich auf einem anderen Hamburger Schiff: Babe Haven und Latter haben auf der MS Stubnitz gespielt. Zwei US-Bands jeweils mit ihrer allerersten Europa-Show. Es war eher wie eine Co-Headliner-Show aufgezogen, glaube es ist auch nicht klar, welche Band größer ist, evtl wechseln die auch mal die Reihenfolge. Es war nicht viel los, vielleicht so 80 Leute da, aber die Bands wurden wirklich sehr warm in Europa empfangen vom sonst häufig so reservierten Hamburger Publikum. Ein tl;dr vorweg: Kann sehr empfehlen, da in den anderen Städten hinzugehen, die Tour hat ja gerade erst angefangen. Machen noch Halt in Berlin, Dresden, Hannover, Stuttgart, München und Köln (und natürlich in den Ländern um Deutschland herum).
Ich hatte da tatsächlich einfach durch den Stubnitz Newsletter von erfahren (die hauen da auch manchmal Rabattcodes rein, also Empfehlung) und für 15 Euro dann ein No Brainer.

Latter aus Chicago haben den Anfang gemacht und waren auch der Hauptgrund für meinen Besuch. Noise-Rock mit Post-Punk und so Spoken-Word Anteilen, dabei aber sehr eingängig. Einfach von der ersten Sekunde an einen richtig heftigen Sound hingelegt, der bestens zu dem industriellen Charme des Stubnitz-Innenraums passte. Das Publikum hat diese Energie wunderbar gespiegelt, es wurde viel getanzt und irgendwann auch gemosht. Die Band zeigte sich sehr dankbar für den Tourauftakt. Die Sängerin hat einfach eine richtig krasse und mitreißende Performance hingelegt. Es gipfelte in einem Teil Performance Art, der manchen hier evtl nicht zusagen würde, aber nun. Ich fands sehr gut. Großes Highlight, danach gab es erstmal einen kollektiven Run auf den Merch-Stand. Kann die Audiotree Session der Band empfehlen, um sich ein Bild zu machen.


Ich war schon glücklich, aber Babe Haven haben dann auch nochmal richtig abgeliefert. Die Band beschreibt sich selbst als "High energy queer Punk Band", checke ich, aber mit dem zweiten Album kam da sehr viel Nu Metal mit rein. Auch hier einfach einen krassen Sound auf die Bühne gebracht, das Publikum war von Anfang an dabei, gab durchgehend einen Moshpit. Hat für mich nochmal deutlich besser live funktioniert als auf Platte.

Würde mich nicht wundern, wenn die Bands beide in Europa noch n bisschen größere Wellen schlagen, hoffe ich kann sie bald wieder sehen. Könnte sie mir auch auf dem Amplifire gut vorstellen, auch wenn die Energie da womöglich direkt wieder am Publikum abprallt. Mal schauen. Für mich war der Abend eins der Jahreshighlights und ich kann wie gesagt sehr empfehlen, da für unter 20 Euro mal hinzugehen.
Hallo wie geht willkommen in meiner Signatur. Lass dir hier bitte richtig gut gehen einfach, Käffchen für dich

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Wishkah
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Wishkah » Mo 19. Okt 2026, 07:43

15.10.2026 The Strokes (+ Fat White Family, Alex Cameron), Uber Arena, Berlin

Ich war am Donnerstag bei The Strokes in der Uber Arena in Berlin.

Allzu viele Gelegenheiten hat man nicht, die vermutlich prägendste Band des Indie-Rocks der 2000er hierzulande live zu sehen. Meine beiden bisherigen Konzerte der Band waren Festivalauftritte. Umso mehr habe ich mich auf dieses Solo-Konzert gefreut – auch, wenn die ausverkaufte Uber Arena weit weg vom ursprünglichen Garagenrock-Image ist. Aber gut, die Popularität der Band scheint auch im Jahr 2026 ungebrochen groß zu sein.

Einlass in der Uber Arena war um 18 Uhr. Ich war ein paar Minuten später da. Der Andrang war noch nicht wahnsinnig groß, sodass ich wenige Minuten später schon auf meinem Sitzplatz im schräg-seitlichen Unterrang nah an der Bühne war. Wenn ich die Wahl habe, sitze ich eigentlich immer da. Auch diesmal hat es – trotz der hohen Ticketnachfrage – problemlos geklappt

Die Arena füllte sich langsam. Um 19 Uhr ging es mit dem ersten Support-Act los. Alex Cameron, ein australischer Singer-Songwriter, kam in Begleitung einer Keyboarderin und eines Gitarristen auf die nur spärlich rot-beleuchtete Bühne. Eine halbe Stunde lang gab es dann seine Songs, die mich nicht so wirklich abholen konnten. Gesang über schlichten E-Gitarren-Akkorden. Zwischendurch auch mal ein willkürlich wirkendes Bongo-Solo des Frontmanns, der ansonsten ohne Instrumente auskam. Das lief aber alles eher so im Hintergrund an mir vorbei.

Nach einer kurzen Umbaupause ging es schon um 19:45 Uhr mit dem zweiten Support-Act weiter. Fat White Family, eine britische Post-Punk-Band, die an diesem Abend von einem mir unbekannten Mann und einem kleinen Jungen angekündigt wurde. Grundsätzlich fand ich den Auftritt unterhaltsamer, was sicherlich auch daran lag, dass die Band musikalisch (und auch personell) breiter aufgestellt war als der erste Voract. Umgehauen hat mich das aber auch nicht. Und ich fand es schon fast etwas aufdringlich, dass der Frontmann das Publikum diverse Male darum bat, doch bitte am Merchstand noch etwas Geld da zu lassen, um die Band – und seine 17-jährige Tochter zu Hause ("She's so pure") – zu unterstützen. Aber gut, nach einer Dreiviertelstunde war auch der Teil geschafft.

Die nächste Umbaupause folgte. Mittlerweile war die Arena komplett voll. Das Publikum war alterstechnisch bunt gemischt und erwartungsgemäß sehr international aufgestellt. Laut Zeitplan sollte es um 21 Uhr weitergehen. Ein paar Minuten länger hat es dann aber doch noch gedauert, bis es mit dem Hauptact des Abends weiterging.

Gegen 21:15 Uhr kamen The Strokes endlich auf die Bühne. Als die ersten Töne von "Going Shopping", der ersten Single des aktuellen Albums "Reality Awaits", erklangen, blieb im Unterrang um mich herum kaum jemand sitzen. Die Euphorie war groß. Tatsächlich kam bei mir aber in den ersten Minuten direkt etwas Ernüchterung auf, weil der Sound wirklich nicht gut war. Die Gitarren zu laut, der Gesang von Frontmann Julian Casablancas dafür kaum auszumachen. Das blieb aber zum Glück nicht lange so. "Soma" direkt im Anschluss klang schon viel besser. Und von da an hatte ich dann auch sehr viel Spaß. Das lag natürlich vorrangig an der Musik. Ein Hit nach dem anderen, ergänzt durch einige neue Songs. Das Publikum blieb gut gestimmt und bewegungsfreudig. Vorne im Innenraum sah es aus sicherer Distanz ziemlich wild aus, aber auch in den Rängen waren die Anwesenden sichtlich in Tanzlaune. Bei "Reptilia" brannte zum Beispiel die Hütte. Oder auch bei "Juicebox". Für sehr gute Stimmung sorgte zudem "You Only Live Once", über den ich mich (ohne vorher in die aktuellen Setlisten geguckt zu haben) sehr gefreut habe. Da haben die Gitarristen Albert Hammond Jr. und Nick Valensi auch einfach eine unheimliche Palette an Riffs für die Ewigkeit geschaffen. Letzterer setzt bei dieser Tour übrigens leider aus persönlichen Gründen weiterhin aus und wird durch Steve Schiltz von der New Yorker Indierock-Band Longwave ersetzt. Hätte ich das nicht gewusst, wäre es mir aber zumindest musikalisch nicht aufgefallen.

Frontmann Julian Casablancas blieb an diesem Abend für seine Verhältnisse angenehm zurückhaltend. Da hatte ich ihn bei der einzigen Ausgabe des Tempelhof Sounds in Berlin vor vier Jahren noch ganz anders in Erinnerung, wo ihm der Spagat zwischen Entertainment und Fremdscham nicht immer gelang. An diesem Abend lag der Fokus bei ihm im Liam-Gallagher-Gedächtnislook auf der Musik. Dazu gehörte auch eine spontane Songwriting-Session auf der Bühne, bei der ein neues Gitarrenriff fast zu einer halbwegs ausgearbeiteten Songidee führte.

Im letzten Abschnitt des Abends wurde mit Songs wie "One Way Trigger", "Someday", "Take It or Leave It" und "Last Nite" noch ein richtiges Hit-Feuerwerk gezündet. Das war richtig stark. Ähnlich sah es auch auf der visuellen Ebene aus. Das Bühnenbild sorgte durchgängig für eine angemessene Untermalung. Es gab Videoleinwände, diverse Lichtinstallationen und immer mal wieder sogar ein paar Lasereffekte. The Strokes sind keine Band, bei der ich sowas unbedingt erwarte, aber in dem Rahmen einer großen Arena war das schon passend.

Zum Abschluss gab es eine Zugabe, die mit "New York City Cops" gleich noch einmal alle übrigen Energiereserven bündelte. Es folgte "Threat of Joy". Und als würdiges Finale das atmosphärische "Ode to the Mets". Dann verabschiedete sich die Band nach etwa 105 Minuten Spielzeit in den verdienten Feierabend. Was für ein starker Abend! Eine sehr gut aufgelegte Band, ein euphorisches Publikum, eine runde Setlist... Was will man mehr? Na gut, vielleicht noch einen Song von "Angles". Aber irgendein kleiner Wunsch bleibt ja immer offen. Ich war auf jeden Fall sehr glücklich!

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Baron von Goenn
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Baron von Goenn » Mo 19. Okt 2026, 12:43

Kann ich so unterschreiben, allerdings war die Masse an Handys vor der Bühne schlimm. Habe das so noch nicht erlebt. Teilweise tanzten die Menschen gar nicht, weil sie filmen mussten und man wurde böse angeschaut, wenn man da mal gestört hat. Ultra nervig. Da war das vor 6 Jahren in der Columbiahalle deutlich nicer.

Gestern haben wir dann noch Band of Horses im Astra Kulturhaus mitgenommen. Das war nostalgisch sweet und die Location hat uns richtig gut gefallen (waren zum ersten Mal dort). Der Sound war mittel, aber das war okay so.
Bier ist schmackhaft und ein hervorragendes Getränk.

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Wishkah
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Wishkah » Mo 19. Okt 2026, 21:27

Baron von Goenn hat geschrieben: ↑
Mo 19. Okt 2026, 12:43
Gestern haben wir dann noch Band of Horses im Astra Kulturhaus mitgenommen. Das war nostalgisch sweet und die Location hat uns richtig gut gefallen (waren zum ersten Mal dort). Der Sound war mittel, aber das war okay so.
Das Konzert hatte ich auch lange auf meiner Liste. Habe die Band noch nicht live gesehen und so ein Jubiläumskonzert ist ja eigentlich immer ganz schön. Ich war gestern sogar in Berlin. Da aber am Nachmittag ein anderes Konzert schon so großartig war, hatte ich genug für den Tag und habe dann doch darauf verzichtet. Schade, aber ist eben so.

Stattdessen gab es gestern:

18.10.2026 Ólafur Arnalds, Admiralspalast, Berlin

Wir waren gestern bei Ólafur Arnalds im Admiralspalast in Berlin.

Live hatte es bislang mit dem isländischen Multiinstrumentalisten und mir leider noch nicht geklappt. Zumindest solo, mit seinem Electro-Projekt Kiasmos hatte ich schon zweimal das Vergnügen. Aber ansonsten habe ich von seinen Konzerten in den letzten Jahren zu meinem Ärger immer erst im Nachhinein erfahren. Auch diesmal wäre es fast wieder so gekommen. Zwei Konzerte im Admiralspalast sollte es geben, am Samstag- und am Sonntagabend. Als ich das gesehen habe, waren beide Konzerte aber natürlich schon ausverkauft. Zum Glück war die Nachfrage so groß, dass noch ein zusätzlicher Termin angekündigt wurde, nämlich in Form eines Matinee-Konzertes am Sonntagnachmittag. Und bevor auch hier alle Tickets verkauft waren, habe ich noch schnell zugeschlagen. Irgendwann musste es ja endlich mal klappen.

Wir waren am Sonntag gegen 14 Uhr am Admiralspalast. Da es ausschließlich feste Sitzplätze gab, haben wir ganz gemütlich im Foyer noch ein Getränk zu uns genommen. Der Konzertbeginn war offiziell für 15 Uhr angesetzt. Wir sind ein paar Minuten vorher zu unseren Plätzen gegangen. Erste Reihe auf der rechten Seite des Balkons. Optimale Sicht über das Geschehen.

Der Saal füllte sich erst sehr gemächlich und ab dem ersten Einlassgong immer schneller. Wie üblich bei Konzerten dieser Art, war das Publikum sehr bunt durchmischt. Vom Bandshirt bis zum Anzug war auch kleidungstechnisch alles dabei.

Gegen 15:15 Uhr wurde es dunkel im Saal. Ólafur Arnalds kam alleine auf die Bühne und setzte sich an sein Klavier. Bevor er anfing zu spielen, drehte er eine Glühbirne in eine von der Decke hängende Fassung, die er dann leuchtend über sich pendeln ließ. Ansonsten blieb das Bühnenbild erst einmal recht düster. Die Atmosphäre war geschaffen. Und musikalisch passte sein intimes Klavierspiel in diesem ersten Teil des Nachmittags perfekt dazu.

Die folgenden zwei Stunden waren im Grunde nicht nur ein Konzert, sondern eine künstlerische Performance. Auf der Bühne waren mehrere Stehleinwände aufgebaut, die mit Videoprojektionen bespielt wurden. Hinter den Leinwänden kamen nach und nach mehrere Musikerinnen und Musiker dazu, die die Klaviermelodien von Ólafur Arnalds zu umfassenden Arrangements ausbauten. Dazu gehörten verschiedene Streichinstrumente, Synthesizer und auch ein Schlagzeug. Die Leinwände wurden nach und nach abgebaut, sodass sich im Laufe des Abends ein musikalisches Ensemble um Ólafur Arnalds versammelte. Von den ruhigeren Klavierliedern ging es über bis zu ausufernden Electro-Beats (darunter auch ein Teil von Kiasmos) mit passender Lichtshow, bei denen das ganze Publikum tanzte und sich der Admiralspalast zum Techno-Club verwandelte. Erst ein inszenierter Stromausfall unterbrach die Ekstase schlagartig und brachte wieder Ruhe in den Saal.

Ólafur Arnalds selbst richtete zwischen den Songs immer wieder das Wort an sein Publikum. Das fing schon in der Einleitung an, als er berichtete, wie er solche Ansagen vor seinen Konzerten vorbereiten würde und sich stets Gedanken über die Publikumsreaktionen machen würde – bis er das Mikrofon weglegte und sich überraschend herausstellte, dass die Ansage aufgezeichnet war und entsprechend weiterlief, sodass er die restliche Rede selbst musikalisch am Klavier begleiten konnte. Im späteren Verlauf des Konzertes wurden kurze Videobotschaften von Menschen abgespielt, die über Momente aus ihrem Leben berichteten, die zu schnell vergangen waren. Ólafur Arnalds erzählte von einer Totenwache in Irland, bei der er sich von einem Freund verabschieden musste. Das war schon alles sehr emotional und rundete das Konzerterlebnis in einer besonderen Art und Weise ab.

Zum Ende des Nachmittagskonzerts traten plötzlich zahlreiche Personen vom Saal auf die Bühne, saßen dort erst als zusätzliches Publikum und lauschten dem Geschehen, bis sie später in einem großen Finale selbst als Chor in Erscheinung traten. Wie im Anschluss berichtet wurde, handelte es sich um untereinander fremde Personen, die erst wenige Tage zuvor erstmals gemeinsam musizierten und das dargebotene Lied einübten.

Nach etwa zwei Stunden Spielzeit verließen der Chor sowie die begleitenden Musikerinnen und Musiker die Bühne. Nur Ólafur Arnalds kam zurück, schloss den Kreis mit seiner erneut pendelnden Leuchte und beendete den Abend am Klavier. Die letzten Töne kamen von einer Geige, die verborgen aus dem Hintergrund das Publikum nach diesem großartigen Konzerterlebnis zurück in die Realität führte. Das werde ich auf jeden Fall lange in Erinnerung behalten.

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Flecha
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Flecha » Fr 23. Okt 2026, 17:38

Diese Woche zweimal unterwegs gewesen:

Gestern bei der In League With Satan-Tour von Dimmu Borgir und Behemoth in der Georg-Elser-Halle in Hamburg.

Damit einen weiteren Location-Punkt abgehakt in der Stadt. Bisher hatte es mich in die "neue" Halle auf dem Bunker noch nicht verschlagen. War auch eigentlich gar nicht geplant, denn ursprünglich sollte die Show in der Inselpark-Arena in Wilhelmsburg stattfinden. Diese Art von größeren Metal-Shows waren da in den letzten 2-3 Jahren recht erfolgreich. Kreator hab ich da 2x mit großen Supports wie Lamb of God oder Anthrax gesehen, Sepultura haben dort ihre Abschluss-HH-Show ausverkauft und Machine Head waren dort im Frühjahr. Für die Kapazität von knapp 4.000 wurden hier aber (für satte 80 Euro) offenbar nicht genug Tickets an die Person gebracht. Die Georg-Elser-Halle ist knapp die Hälfe davon mit einer Kapazität von maximal 2.200 laut Website. Dort war es dann auch sehr gut gefüllt, zumindest am Ende. Positiv: Probleme an den Bars (2 waren auf, eine hinten, eine rechts von der Bühne aus - neben dem Merch) gab es keine, musste niemand ewig warten. Garderobe ging neben einer von Menschen besetzten oben auf dem kleinen Rang auch unten bei den WCs/Raucher-Area in Lockern. Die waren recht teuer, haben 8 Euro für einen "großen" Spind zu zweit bezahlt. 2 natürlich nicht mega faltbare Lederjacken (Meddl) und ein kleiner Rucksack mit Laptopn meiner Freundin passten da gerade so rein. Dafür ging es nach dem Konzert mega fix, die wiederzubekommen. Geht alles übers Handy, mit dem man den Locker ab- und aufschließt. Sound war völlig okay, standen jeweils vorn links (auf die Bühne gucken) und bis auf den ersten Dimmu-Song, der noch recht breiig war, ging das echt gut klar. Publikum allgemein wie man das erwartet, aber denke höchstens 60-65% Männer. Das ist bei BM aber häufig so, dass es nicht ganz so eindeutig aufgeteilt ist wie bei Death oder Thrash. Natürlich 3-4 schwierige Patches/Shirts gesehen (Taake, Burzum). Letztere wurden offenbar auch in einer Gigpause kurz angespielt, dann aber sofort ausgemacht. ICh habs nicht erkannt, da nie gehört, aber einer meiner Mitfahrer machte uns direkt drauf aufmerksam. Da hat Spotify entweder den Algorithmus laufen lassen oder man wollte nicht zugeben, die in der Playlist zu haben.

Es ging los mit Dark Funeral, Old School Black Metal aus Schweden. Für mich von den ganzen wirklich alten BM-Eisen aus Skandinavien in den letzten Jahren absolut die solideste und ein großer Grund, warum wir Tickets gekauft haben. Keinerlei Rechts-Ausfälle und bringen auch nach 30 Jahren im Game noch gute neue Musik raus. Leider vom mMn wirklich guten "We Are the Apocalypse" nur ein Song (Let the Devil in, klar). Dafür natürlich auch einer von The Secrets of the Black Arts aus 1996 (der Titletrack). Extremes Geballer, die Blasts sind echt Peak. Stimme dabei immer glasklar raushörbar. Klar ist das alles sehr theatralisch (sind ja alle Bands auf der Tour) und ein bisschen Comic-haft. Aber ich feier es. Gab auch positives Feedback aus der Crowd, wobei es bei Beginn 19 Uhr noch nicht sooo voll war. Aber wann gibt es bei Metalshows auch kein positives Feedback? Mit 30-40 Minuten mir persönlich etwas zu kurz, aber trotzdem sehr gut.

Danach Behemoth, die sich mit Dimmu als Double-Headliner-Act immer abwechseln, wenn ich das richtig verstanden habe. Wahrscheinlich die Band, die ich aus dem Line-Up privat am wenigsten gehört habe, obwohl gerade die früheren Death-Metal-lastigeren Alben mir schon taugen. Live aber immer komplett solide. Sehr choreographierte Show mit 1-2 halben Outfitwechseln, die aber auch sehr viel Ästhetik beinahltet, die ich mag. Statt dem üblichen Pyro gab es Wasserdampf(?), da die Halle jetzt nicht SO wahnsinnig hohe Decken hat. Komplett sinnvoll und reicht mir als Effekt völlig. Publikum war voll drin, auch sehr stark von Sänger Nergal immer wieder eingefordert. Gab Songs von Demigod und zum Abschluss sogar einen von Satanica aus 1999.

Dimmu Borgir schlossen den Abend ab. Hab ich früher extrem viel gehört und das schien vielen anderen so zu gehen. Stimmungs-Peak auf jeden Fall. Ob die neuen Alben sich gut verkaufen, weiß ich gar nicht, aber die Songs davon wurden auch gut abgefeiert. Aber dann wiederum nicht so stark wie die Banger (Mourning Palace, Progenies, Serpentine Offering und so). Hab viele nostalgische Vibes gehabt. Zuletzt hab ich Dimmu Borgir 2007 live gesehen. Damals mit Amon Amarth als Support, die wiederum am Mittwoch in HH die große Arena geheadlint haben. So kann's laufen. Auch hier sehr schönes Bühnenbild. Aber insgesamt weniger Choreographie und Elemente als bei Behemoth. Kurz vor dem Abschluss (Progenies of the Great Apocalypse) kam Nergal noch mal auf die Bühne, um den Venom-Song In League With Satan auf die Bühne. Sehr passend, so heißt ja die Tour! Tribut an Cronos natürlich, der vor nicht allzu langer Zeit gestorben ist. Spannend fand ich, dass die Parts in den Dimmu-Songs, die der schon 2009 aus der Band ausgetretene Bassist/Sänger ICS Vortex gesungen hat, weder innerhalb der Band ersetzt werden, noch ausgespart, noch laut vom Band kommen. Sie werden eingespielt, aber irgendwie mehr als so eine Art Echo (so hab ich das wahrgenommen) und das Publikum wird halt aufgefordert, auch mitzusingen. Finde die hohen Clean-Parts ja mitunter die Higlights und was die Band früher zu einem Standout in der Mainstream-BM-Szene gemacht hat.

--

Am Montag zuvor war ich auf bei Deathchant auf der MS Stubnitz. Ganz andere Veranstaltung. 20 Euro statt 80 Euro, alternative Location statt Mehrzweckhalle und circa 80 Leute statt knapp über 2.000. Konzert aber richtig, richtig gut. Support kam von Grim Rhythm aus Australien. Trio, die punkigen Stoner Rock ohne Gesang machen. Instrumental war das super stark - sehr catchy, aber auch hart. Aber an der einen oder anderen Stelle haben mir da schon Vocals gefehlt, kann ich nicht anders sagen. Muss ich nicht in meine Playlist aufnehmen, würde ich mir live aber als Support wieder angucken. Deathchant selbst haben den Laden komplett auseinander genommen. Musikalisch beschreiben lässt es sich, finde ich, gut mit den Worten einer Freundin, die mit war: The Sword, aber mit Lemmy am Gesang. Metal-lastiger Stoner/Heavy Rock. Hatten viel Spaß und Ehre, dass die Band sehr viele Ansagen Mental-Health-Themen gewidmet haben. Gern wieder.

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von fipsi » Sa 24. Okt 2026, 13:13

Ich war gestern bei Jean-Michel Blais in Berlin. Der kanadische Pianist spielte an dem Tag zwei Sets für die Felt Room-Konzertreihe. Als Location diente ein Raum, der für schätzungsweise 50 Leute Platz auf unbequemen Stühlen bot. Intimer wird es wohl kaum. Ursprünglich hatte ich erwartet, dass er den Abend allein bestreiten wird. Es gab aber noch drei Streicher, die zusätzlich die wunderschönen Gesangsparts übernommen haben. Das war schon sehr beeindruckend. Im Fokus stand das neue Album Mirador, was sehr von der Live-Besetzung profitiert hat. Die Musik ist einfach nur schön und hat einen so positiven Charakter. Zwischen den Songs gab es immer wieder kurze Geschichten zur Entstehung des Albums und seines kreativen Werdeganges. Besonders beeindruckend war eine Ansage, dass man die Geräusche, die von außerhalb des Raumes kamen als Teil des Erlebnisses sehen sollte und nicht als Einschränkung. Ein Konzert lebt eben nicht nur von einer perfekten Umsetzung der Musik, sondern dem drumherum. An diesem Abend hat beides komplett gepasst. Das Publikum hat schön leise zugehört und wurde aber auch immer wieder in Dialoge eingebunden, die diese intime Stimmung besonders gemacht haben. Nach knapp 80 Minuten war einer zufällig gewählten Zugabe Schluss. Wirklich ein toller Abend mit einem sehr tollen und sympathischen Musiker. Es muss nicht immer das größte Konzerthaus der Stadt sein für so ein Highlight, auch wenn er es verdient hätte dort zu spielen. Das Konzert im kommenden März im deutlich größeren Heimathafen behalte ich definitiv im Blick.

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SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Sa 24. Okt 2026, 19:02

Ich war letzte Woche Freitag in Duisburg bei Industry im Stapeltor. Erste Show nach einem Monat gesundheitsbedingter Pause, hat mir schon gefehlt. Eigentlich sollten drei Bands spielen, aber Placid haben kurzfristig abgesagt. Sehr schade. Eintritt 10-15 Euro, es waren so 50-60 Zahlende vor Ort.

Phiz - Dieses Jahr tatsächlich noch nicht gesehen, war selbst etwas überrascht. Könnt jetzt auch nicht sagen, dass die Band sich rar gemacht hat. Show war gut. Die Band fährt diesen punkigen Hardcore Sound ohne Breakdowns, dafür mit viel Hall im Gesang. Speziell, aber weiß zu gefallen. Gab leider wenig Bewegung. Crowd war generell eher ruhig gestimmt. Das Durchschnittsalter allerdings auch recht hoch, also keine große Überraschung. Die Band klappt für mich allerdings auch ohne viel Aktion vor der Bühne. Als Support auch eine passende Wahl, war ne runde Angelegenheit.

Industry - Band aus Berlin, die einen 80er Punk Sound zelebriert. Auch hier gab es keine Bewegung, aber fands auch so passend. War für viele Anwesende augenscheinlich ein Highlight. Ich fands solide, was auch die passende Beschreibung für den Abend ist. Bin in erster Linie froh, dass in Duisburg mal wieder was in die Richtung geht. Hoffe, in der Location kommen weitere Shows.
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