Oh man wie bitter. Die Band verdient sehr viel mehr Aufmerksamkeit. Leider war jetzt keine Show in der Nähe für michRieper hat geschrieben: ↑Mi 15. Apr 2026, 11:34Ich war Ende März bei Tramhaus in Basel im Gannet. Das Gannet ist ein zu einer Konzertlocation und einem Restaurant umgebautes Schiff, das auf dem Trockenen steht. Es gab keinen Support, und die Spielzeit betrug ziemlich genau eine Stunde, was auch gut gepasst hat. Gespielt wurde das komplette Debüt sowie ein paar andere Lieder, darunter auch ein neues. Ich fand das Konzert cool, die Crowd war auch gut dabei, obowohl nur so 25-30 Leute im Publikum waren. Gerne wieder.
Der Konzertbesuchsthread
- Tambourine-Man
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Molotow must stay
Re: Der Konzertbesuchsthread
Ja, ich war auch überrascht. Voran es gelegen hat, das weiß ich nicht. Aber vergangenen Juni spielte die Band in Aarau und in Tagen vor Basel waren sie in Bern und Zürich.Tambourine-Man hat geschrieben: ↑Mi 15. Apr 2026, 11:52Oh man wie bitter. Die Band verdient sehr viel mehr Aufmerksamkeit. Leider war jetzt keine Show in der Nähe für michRieper hat geschrieben: ↑Mi 15. Apr 2026, 11:34Ich war Ende März bei Tramhaus in Basel im Gannet. Das Gannet ist ein zu einer Konzertlocation und einem Restaurant umgebautes Schiff, das auf dem Trockenen steht. Es gab keinen Support, und die Spielzeit betrug ziemlich genau eine Stunde, was auch gut gepasst hat. Gespielt wurde das komplette Debüt sowie ein paar andere Lieder, darunter auch ein neues. Ich fand das Konzert cool, die Crowd war auch gut dabei, obowohl nur so 25-30 Leute im Publikum waren. Gerne wieder.
Vor knapp über einem Jahr war ich in Basel unter anderem bei Jordan Klassen und Nichtseattle und da war jeweils ca. gleich viel los oder sogar eher weniger. Sehr schade.
- NeonGolden
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Ich hab Tramhaus letztes Jahr in Barcelona gesehen und da war ordentlich was los. War aber gemessen an der Größe der Stadt auch ein kleiner Laden, vielleicht 150-200 Leute. Das Konzert war fantastisch und ich finde auch, dass sie mehr Aufmerksamkeit und Publikum verdient hätten.
Re: Der Konzertbesuchsthread
13.04.2026 Big Thief (+ Dylan Meek), Columbiahalle, Berlin
Ich war am Montag bei Big Thief in der Columbiahalle in Berlin.
Bislang war das eine Band, die ich zwar ganz gerne höre, aber auch nicht übermäßig stark verfolge. Live gesehen habe ich sie einmal beim Tempelhof Sounds 2022 in Berlin. Das war ein recht kurzer, ganz schöner Auftritt in der knallenden Nachmittagssonne, der im Nachhinein aber auch nicht dazu geführt hat, das Club-Konzert der Band ein paar Wochen später zu besuchen oder gar zum Solo-Konzert von Frontfrau Adrianne Lenker vor zwei Jahren zu gehen. Nach diesem Konzert muss ich sagen: Hätte ich das mal gemacht!
Einlassbeginn in der Columbiahalle war um 18:30 Uhr. Ich war arbeitsbedingt erst etwa eine halbe Stunde später da. Es hat aber trotzdem noch für einen Platz ganz vorne an der Absperrung auf der rechten Bühnenseite gereicht. Die Halle hat sich allmählich gefüllt. Das Konzert war ausverkauft, es wurde also voll. Um mich herum standen vor allem viele jüngere und weibliche Fans. Das hatte ich gar nicht unbedingt erwartet, aber mit Mitte 30 habe ich den Altersschnitt da vorne auf jeden Fall etwas nach oben gezogen.
Pünktlich um 20 Uhr wurde es dunkel im Saal. Den Abend eröffnete Dylan Meek, ein Singer-Songwriter aus Texas. Eine Dreiviertelstunde lang präsentierte er seine Songs, die sich wohl am besten als Neo-Soul beschreiben lassen. Souliger Gesang und ein Keyboard, mehr gab es nicht. Das fand ich manchmal ganz schön, manchmal aber auch etwas anstrengend. Das Klavierspiel war auf jeden Fall ziemlich gut. Und das Publikum ist mir sehr positiv aufgefallen. Ich würde mal vorsichtig behaupten, dass er musikalisch nicht unbedingt einen Volltreffer bei der Zielgruppe gelandet hat. Trotzdem haben alle Menschen um mich herum sehr aufmerksam zugehört und zwischen den Songs gab es viel Applaus. Eine sehr angenehme Atmosphäre insgesamt. Zum Ende des Auftritts kam noch der Bruder, Buck Meek, besser bekannt als Gitarrist von Big Thief, zur Unterstützung auf die Bühne und die beiden sangen passenderweise zusammen den Song "Brotherhood". Das war ganz schön. Und dann war der Auftritt auch vorbei.
Es gab eine etwas längere Umbaupause. Gegen 21:20 Uhr wurde es endlich wieder dunkel im Saal und Big Thief kamen auf die Bühne. Der Auftritt begann mit "Incomprehensible", einem Song des aktuellen Albums "Double Infinity". Lustigerweise gab es den restlichen Abend lang mit "Los Angeles" nur noch einen weiteren Song des Albums. Der Fokus lag stattdessen auf ganz neuen Songs, die bislang noch gar nicht veröffentlicht wurden. Unkonventionell, aber es hat trotzdem sehr gut funktioniert. Das lag einmal daran, dass diese Songs alle wirklich schön klangen. Und andererseits, weil das Publikum weiterhin unheimlich wertschätzend aufgetreten ist. Ein Rahmen zum Wohlfühlen.
Mit Songs wie "Vampire Empire" und "Simulation Swarm" gab es natürlich auch einige Hits, die euphorisch aufgenommen wurden. Aber eigentlich war es wirklich egal, was gespielt wurde. Es klang alles toll. Das Quartett um Frontfrau Adrianne Lenker war musikalisch großartig. Leise, laut, melodiös, zerbrechlich, krachig, ausufernd. Das volle musikalische Spektrum. Und der Sound war zum Glück auch glasklar und druckvoll.
Zum Ende des regulären Sets gab es mit "Change" noch ein Highlight. Das noch größere Highlight kam dann in der Zugabe, die mit "anything" – eigentlich ein Solo-Song von Adrianne Lenker – eröffnet wurde. Hach, war das wunderschön. Als das ganze Publikum nach einer kurzen Irritation zwischendrin lautstark fast schon im Kanon mitgesungen hat, war das wirklich magisch. Passend zum restlichen Programm wurde das Konzert im Anschluss mit einem weiteren neuen Song beendet. Nach etwa 115 Minuten Spielzeit war dann Schluss.
Insgesamt war das wirklich ein ganz großartiges Konzert. Im Juni gibt es in Deutschland noch weitere Tourdaten. Wäre Hamburg irgendwie zeitlich machbar für mich, würde ich wohl keine Sekunde überlegen. Von daher: Unbedingt hingehen!
Ich war am Montag bei Big Thief in der Columbiahalle in Berlin.
Bislang war das eine Band, die ich zwar ganz gerne höre, aber auch nicht übermäßig stark verfolge. Live gesehen habe ich sie einmal beim Tempelhof Sounds 2022 in Berlin. Das war ein recht kurzer, ganz schöner Auftritt in der knallenden Nachmittagssonne, der im Nachhinein aber auch nicht dazu geführt hat, das Club-Konzert der Band ein paar Wochen später zu besuchen oder gar zum Solo-Konzert von Frontfrau Adrianne Lenker vor zwei Jahren zu gehen. Nach diesem Konzert muss ich sagen: Hätte ich das mal gemacht!
Einlassbeginn in der Columbiahalle war um 18:30 Uhr. Ich war arbeitsbedingt erst etwa eine halbe Stunde später da. Es hat aber trotzdem noch für einen Platz ganz vorne an der Absperrung auf der rechten Bühnenseite gereicht. Die Halle hat sich allmählich gefüllt. Das Konzert war ausverkauft, es wurde also voll. Um mich herum standen vor allem viele jüngere und weibliche Fans. Das hatte ich gar nicht unbedingt erwartet, aber mit Mitte 30 habe ich den Altersschnitt da vorne auf jeden Fall etwas nach oben gezogen.
Pünktlich um 20 Uhr wurde es dunkel im Saal. Den Abend eröffnete Dylan Meek, ein Singer-Songwriter aus Texas. Eine Dreiviertelstunde lang präsentierte er seine Songs, die sich wohl am besten als Neo-Soul beschreiben lassen. Souliger Gesang und ein Keyboard, mehr gab es nicht. Das fand ich manchmal ganz schön, manchmal aber auch etwas anstrengend. Das Klavierspiel war auf jeden Fall ziemlich gut. Und das Publikum ist mir sehr positiv aufgefallen. Ich würde mal vorsichtig behaupten, dass er musikalisch nicht unbedingt einen Volltreffer bei der Zielgruppe gelandet hat. Trotzdem haben alle Menschen um mich herum sehr aufmerksam zugehört und zwischen den Songs gab es viel Applaus. Eine sehr angenehme Atmosphäre insgesamt. Zum Ende des Auftritts kam noch der Bruder, Buck Meek, besser bekannt als Gitarrist von Big Thief, zur Unterstützung auf die Bühne und die beiden sangen passenderweise zusammen den Song "Brotherhood". Das war ganz schön. Und dann war der Auftritt auch vorbei.
Es gab eine etwas längere Umbaupause. Gegen 21:20 Uhr wurde es endlich wieder dunkel im Saal und Big Thief kamen auf die Bühne. Der Auftritt begann mit "Incomprehensible", einem Song des aktuellen Albums "Double Infinity". Lustigerweise gab es den restlichen Abend lang mit "Los Angeles" nur noch einen weiteren Song des Albums. Der Fokus lag stattdessen auf ganz neuen Songs, die bislang noch gar nicht veröffentlicht wurden. Unkonventionell, aber es hat trotzdem sehr gut funktioniert. Das lag einmal daran, dass diese Songs alle wirklich schön klangen. Und andererseits, weil das Publikum weiterhin unheimlich wertschätzend aufgetreten ist. Ein Rahmen zum Wohlfühlen.
Mit Songs wie "Vampire Empire" und "Simulation Swarm" gab es natürlich auch einige Hits, die euphorisch aufgenommen wurden. Aber eigentlich war es wirklich egal, was gespielt wurde. Es klang alles toll. Das Quartett um Frontfrau Adrianne Lenker war musikalisch großartig. Leise, laut, melodiös, zerbrechlich, krachig, ausufernd. Das volle musikalische Spektrum. Und der Sound war zum Glück auch glasklar und druckvoll.
Zum Ende des regulären Sets gab es mit "Change" noch ein Highlight. Das noch größere Highlight kam dann in der Zugabe, die mit "anything" – eigentlich ein Solo-Song von Adrianne Lenker – eröffnet wurde. Hach, war das wunderschön. Als das ganze Publikum nach einer kurzen Irritation zwischendrin lautstark fast schon im Kanon mitgesungen hat, war das wirklich magisch. Passend zum restlichen Programm wurde das Konzert im Anschluss mit einem weiteren neuen Song beendet. Nach etwa 115 Minuten Spielzeit war dann Schluss.
Insgesamt war das wirklich ein ganz großartiges Konzert. Im Juni gibt es in Deutschland noch weitere Tourdaten. Wäre Hamburg irgendwie zeitlich machbar für mich, würde ich wohl keine Sekunde überlegen. Von daher: Unbedingt hingehen!
Re: Der Konzertbesuchsthread
15.04.2026 Paul Simon, Uber Eats Music Hall, Berlin
Ich war vorhin bei Paul Simon in der Uber Eats Music Hall in Berlin.
Die heutige Kategorie: Konzerte von Musikgrößen, die man besucht, um sie einmal live gesehen zu haben, bevor es keine Möglichkeit mehr gibt. Das trifft auf den mittlerweile 84-jährigen Musiker, der neben seiner langen Solo-Karriere vor allem bekannt ist durch das legendäre US-Singer-Songwriter-Duo Simon & Garfunkel, auf jeden Fall zu.
Einlass in der Uber Eats Music Hall war um 18:30 Uhr. Da es ausschließlich feste Sitzplätze gab, bin ich ganz entspannt erst eine Stunde später angekommen. Mein Platz war in der Mitte der ersten Reihe im Oberrang. Eigentlich sitze ich in der Uber Eats Music Hall dort nicht so gerne, weil man so weit oben ist. Die Ticketpreise waren aber so hoch, dass mir alle anderen Preiskategorien zu teuer waren. Und der frontale Blick auf die Bühne ist ja immerhin wirklich ganz gut.
Paul Simon spielt an zwei aufeinanderfolgenden Abenden in Berlin. Beide Konzerte dürften sich – trotz der hohen Ticketpreise – (nahezu) ausverkauft haben. Freie Plätze gab es an diesem ersten Abend zumindest kaum. Der Altersdurchschnitt des Publikums lag dabei sicherlich dichter an Paul Simon als an mir. Der Anteil an internationalen Fans in meinem Umkreis war recht hoch.
Der Konzertbeginn war offiziell für 20 Uhr angesetzt. Etwa zehn Minuten später wurde es dunkel im vollen Saal. Paul Simon und seine zahlreich besetzte Band kamen unter großem Jubel auf die Bühne. Der Abend bestand aus zwei Teilen. In der ersten Hälfte wurde das vor mittlerweile drei Jahren veröffentlichte Album "Seven Psalms" komplett gespielt. Sieben Songs, eine gute halbe Stunde Spielzeit, keine großen Pausen oder Ansagen zwischendurch. Nur die Musik von Paul Simon und seiner Band, gesanglich phasenweise unterstützt von seiner langjährigen Ehefrau Edie Brickell. Im Fokus standen ruhigere, akustische Songs, thematisch recht religiös-spirituell ausgerichtet. Musikalisch war das ein angenehmer Einstieg. Gesanglich merkt man Paul Simon sein hohes Alter schon an. Da sitzt nicht mehr jeder Ton perfekt. Aber in dem Alter überhaupt von Abend zu Abend auf der Bühne zu stehen, durch das Konzert zu führen und gleichzeitig Gitarre zu spielen und zu singen ist schon beeindruckend. Das war alles authentisch und hat sich gut zusammengefügt. Dazu gab es ein passendes, sehr reduziertes Bühnenbild. Lediglich die Songtitel und einige Bilder wurden zwischendurch auf einer Leinwand eingeblendet.
Nach diesem ersten Teil gab es eine etwa 15-minütige Pause, bevor Paul Simon und seine Band wieder auf die Bühne kamen. In der anschließenden zweiten Konzerthälfte wurden dann etliche Hits und Raritäten aus der umfangreichen Diskographie des Musikers gespielt. Die Setlist umfasste Solo-Songs wie "Graceland", "50 Ways to Leave Your Lover" und "Me and Julio Down by the Schoolyard", aber auch Songs wie "Homeward Bound" von Simon & Garfunkel. Während es in der ersten Konzerthälfte noch ruhiger zuging, blühten Band und Publikum in diesem zweiten Teil auf. Die Stimmung war deutlich ausgelassener. Paul Simon brachte zwischendurch immer wieder unterhaltsame Anekdoten zu seinen Songs ein. An die Bitte, auf Fotos und Videoaufnahmen zu verzichten, wurde sich nicht mehr durchgängig gehalten. Insgesamt hielt sich das aber weiterhin in Grenzen und die Atmosphäre war angenehm.
Nach dem regulären Set kam die Band noch einmal für einen Zugabeblock auf die Bühne, der mit "Something So Right" eingeleitet wurde. Danach gab es dann zwei ganz große Hits: Erst "The Boxer" von Simon & Garfunkel, bei dem das ganze Publikum im Refrain lautstark mitsingen konnte. Und als sich die Band danach unter dem verdienten Applaus in den Feierabend verabschiedete, blieb Paul Simon auf der Bühne zurück, um mit "The Sound of Silence" alleine an seiner Gitarre für einen emotionalen Abschied zu sorgen. Im Gegensatz zur unangenehm Pathos-triefenden Coverversion von Disturbed, die mich seit ihrer Veröffentlichung vor einigen Jahren immer noch regelmäßig quält, war das wirklich emotional und ein würdiger Abschluss eines schönen Konzertes.
Nach insgesamt zweieinhalb Stunden Programm war der Abend vorbei und auch Paul Simon verabschiedete sich von der Bühne. Ich hatte auf jeden Fall eine schöne Zeit.
Ich war vorhin bei Paul Simon in der Uber Eats Music Hall in Berlin.
Die heutige Kategorie: Konzerte von Musikgrößen, die man besucht, um sie einmal live gesehen zu haben, bevor es keine Möglichkeit mehr gibt. Das trifft auf den mittlerweile 84-jährigen Musiker, der neben seiner langen Solo-Karriere vor allem bekannt ist durch das legendäre US-Singer-Songwriter-Duo Simon & Garfunkel, auf jeden Fall zu.
Einlass in der Uber Eats Music Hall war um 18:30 Uhr. Da es ausschließlich feste Sitzplätze gab, bin ich ganz entspannt erst eine Stunde später angekommen. Mein Platz war in der Mitte der ersten Reihe im Oberrang. Eigentlich sitze ich in der Uber Eats Music Hall dort nicht so gerne, weil man so weit oben ist. Die Ticketpreise waren aber so hoch, dass mir alle anderen Preiskategorien zu teuer waren. Und der frontale Blick auf die Bühne ist ja immerhin wirklich ganz gut.
Paul Simon spielt an zwei aufeinanderfolgenden Abenden in Berlin. Beide Konzerte dürften sich – trotz der hohen Ticketpreise – (nahezu) ausverkauft haben. Freie Plätze gab es an diesem ersten Abend zumindest kaum. Der Altersdurchschnitt des Publikums lag dabei sicherlich dichter an Paul Simon als an mir. Der Anteil an internationalen Fans in meinem Umkreis war recht hoch.
Der Konzertbeginn war offiziell für 20 Uhr angesetzt. Etwa zehn Minuten später wurde es dunkel im vollen Saal. Paul Simon und seine zahlreich besetzte Band kamen unter großem Jubel auf die Bühne. Der Abend bestand aus zwei Teilen. In der ersten Hälfte wurde das vor mittlerweile drei Jahren veröffentlichte Album "Seven Psalms" komplett gespielt. Sieben Songs, eine gute halbe Stunde Spielzeit, keine großen Pausen oder Ansagen zwischendurch. Nur die Musik von Paul Simon und seiner Band, gesanglich phasenweise unterstützt von seiner langjährigen Ehefrau Edie Brickell. Im Fokus standen ruhigere, akustische Songs, thematisch recht religiös-spirituell ausgerichtet. Musikalisch war das ein angenehmer Einstieg. Gesanglich merkt man Paul Simon sein hohes Alter schon an. Da sitzt nicht mehr jeder Ton perfekt. Aber in dem Alter überhaupt von Abend zu Abend auf der Bühne zu stehen, durch das Konzert zu führen und gleichzeitig Gitarre zu spielen und zu singen ist schon beeindruckend. Das war alles authentisch und hat sich gut zusammengefügt. Dazu gab es ein passendes, sehr reduziertes Bühnenbild. Lediglich die Songtitel und einige Bilder wurden zwischendurch auf einer Leinwand eingeblendet.
Nach diesem ersten Teil gab es eine etwa 15-minütige Pause, bevor Paul Simon und seine Band wieder auf die Bühne kamen. In der anschließenden zweiten Konzerthälfte wurden dann etliche Hits und Raritäten aus der umfangreichen Diskographie des Musikers gespielt. Die Setlist umfasste Solo-Songs wie "Graceland", "50 Ways to Leave Your Lover" und "Me and Julio Down by the Schoolyard", aber auch Songs wie "Homeward Bound" von Simon & Garfunkel. Während es in der ersten Konzerthälfte noch ruhiger zuging, blühten Band und Publikum in diesem zweiten Teil auf. Die Stimmung war deutlich ausgelassener. Paul Simon brachte zwischendurch immer wieder unterhaltsame Anekdoten zu seinen Songs ein. An die Bitte, auf Fotos und Videoaufnahmen zu verzichten, wurde sich nicht mehr durchgängig gehalten. Insgesamt hielt sich das aber weiterhin in Grenzen und die Atmosphäre war angenehm.
Nach dem regulären Set kam die Band noch einmal für einen Zugabeblock auf die Bühne, der mit "Something So Right" eingeleitet wurde. Danach gab es dann zwei ganz große Hits: Erst "The Boxer" von Simon & Garfunkel, bei dem das ganze Publikum im Refrain lautstark mitsingen konnte. Und als sich die Band danach unter dem verdienten Applaus in den Feierabend verabschiedete, blieb Paul Simon auf der Bühne zurück, um mit "The Sound of Silence" alleine an seiner Gitarre für einen emotionalen Abschied zu sorgen. Im Gegensatz zur unangenehm Pathos-triefenden Coverversion von Disturbed, die mich seit ihrer Veröffentlichung vor einigen Jahren immer noch regelmäßig quält, war das wirklich emotional und ein würdiger Abschluss eines schönen Konzertes.
Nach insgesamt zweieinhalb Stunden Programm war der Abend vorbei und auch Paul Simon verabschiedete sich von der Bühne. Ich hatte auf jeden Fall eine schöne Zeit.
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Katzenkraft
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