Ich war gestern in Düsseldorf bei Greh im Linken Zentrum. Bestimmt 8 Jahre nicht mehr dort gewesen. Show war ausverkauft bei 6-15 Euro Eintritt. Crowd leider extrem anstrengend. Gefühlt nur Raucher*innen. Zum Glück hat niemand drinnen geraucht, aber selbst draußen gabs in den Umbaupausen kaum ne Stelle, wo niemand gequalmt hat. Weiße mit Dreads, unlustige Metaller, Menschen, die während der Sets labern, das volle Programm. Zusätzlich diverse Leute, die die Bitten, nicht zu filmen oder Fotos zu machen, ignoriert haben. Das ist nen linker Laden, da gehts halt im Ernstfall auch darum, dass Fotos und damit die örtlichen Gegebenheiten die falschen Leute zu Gesicht bekommen. Aber was juckt es, hauptsache miese Videos machen.
Tristis - Der Grund meines Erscheinens. Black Metal aus NRW fernab von Schmutz. Klasse Band ohne pseudoböse Attitüde. Sound hätte besser sein können, aber ansonsten war es wieder ne gute Sache. Hat Spaß gemacht.
Greh - Slugde/Doom Trio. War in Ordnung und wurde auch gut abgefeiert, aber so ganz gekriegt haben sie mich nicht. Dafür war es auf Dauer der 40 Minuten Spielzeit doch zu eintönig. Dennoch ein grundsolider Abend mit Ende um 21:45 Uhr, das ist in linken Läden selten der Fall.
Der Konzertbesuchsthread
-
OnlineSammyJankis
- Beiträge: 9786
- Registriert: So 13. Sep 2015, 14:46
Re: Der Konzertbesuchsthread
There is panic on the streets
Lastfm
Lastfm
Re: Der Konzertbesuchsthread
06.03.2026 Belle and Sebastian, Metropol, Berlin
Ich war am Freitag bei Belle and Sebastian im Metropol in Berlin.
Mal wieder ein Jubiläumskonzert: 30 Jahre "If You’re Feeling Sinister", das zweite Album der schottischen Indie-Pop-Band. Ursprünglich hatte ich auch ein Ticket für das Konzert am Vorabend, bei dem ebenfalls der 30. Geburtstag des im selben Jahr veröffentlichten Debütalbums "Tigermilk" gefeiert wurde. Das habe ich aber kurzfristig wieder verkauft, weil mir zwei Abende nacheinander in Berlin gerade mit zu viel Stress (und zu wenig Schlaf) verbunden waren. Leider, wie ich nun sagen muss. Denn vorab: Dieses Konzert war großartig!
Ich war etwa eine halbe Stunde vor Einlass am Metropol in Berlin. Eigentlich meide ich den Club lieber, weil mir der schlauchartige Aufbau auf drei Ebenen mit den ganzen Säulen drumherum sichttechnisch nicht so zusagt. Aber diesmal war ich früh genug vor Ort, um nach dem pünktlichen Einlassbeginn um 19 Uhr einen Platz ganz vorne an der rechten Bühnenseite zu ergattern. Damit konnte ich hinter den Punkt "Gute Sicht" schon mal einen Haken setzen.
Das Konzert war ausverkauft. Der Club füllte sich entsprechend schnell. Der Altersdurchschnitt lag eher im höheren Gefilde. Klar, die Band gibt es ja nun auch schon eine ganze Weile und bislang ist der TikTok-Hype ausgeblieben. Ich habe die Zeit bis zum Konzertbeginn genutzt, noch einmal das Geburtstagsalbum "If You’re Feeling Sinister" zu hören. Eine schöne Einstimmung. Tolles Album!
Pünktlich um 20 Uhr wurde es dunkel im mittlerweile dicht gefüllten Saal. Als Support kam die Hamburger Musikerin und Musikjournalistin Sandra Zettpunkt mit ihrem Projekt Music for Your Heart auf die Bühne. Begleitet wurde sie von dem schottischen Gitarristen Raymond McGinley, bekannt durch seine Tätigkeit bei der Band Teenage Fanclub. Eine gute halbe Stunde lang haben die beiden sehr unaufgeregte, melancholisch-verträumte Songs dargeboten. Zwei Gitarren und den überwiegend englischsprachigen Gesang von Sandra Zettpunkt, mehr brauchte es nicht. Musikalisch fand ich das zum Teil ganz schön, auf Dauer aber viel zu eintönig und dahinplätschernd. Spannungsbogen: Fehlanzeige. Neben der Musik gab es noch einige Anekdoten von Sandra Zettpunkt. Unter anderem, dass sie eigentlich schon seit 18 Jahren im Musiker-Ruhestand gewesen sei und sich nur für diese Tourbegleitung zu einem Comeback habe überreden lassen. Eigentlich sei sie mittlerweile vorwiegend als Radiomoderatorin aktiv. Entsprechend nervös sei sie, was auch direkt beim ersten Song zu einem kurzen Blackout bei ihr führte. Passiert! Ich war jedenfalls nicht wahnsinnig traurig, als der Auftritt gegen 20:30 Uhr vorbei war. Dem steigenden Geräuschpegel im Saal nach ging es dem restlichen Publikum offenbar ähnlich.
Es gab eine kurze Umbaupause. Um 21 Uhr wurde es dann wieder dunkel im Saal. Bevor es mit dem Hauptact weiterging, wurde ein einführendes Video zum Jubiläumsalbum abgespielt. Dann kamen Belle and Sebastian auf die Bühne.
Der erste Programmteil des Abends war klar: "If You’re Feeling Sinister" wurde erwartungsgemäß komplett gespielt. Ich muss ja zugeben, dass ich die Band bislang ein wenig unterschätzt habe. Ich mag die Musik, keine Frage, aber vieles lief eher unter dem Label "ganz schön, aber auch etwas seicht" bei mir, sodass ich mich mit der Diskographie noch gar nicht so intensiv beschäftigt habe. Auch dieses Album habe ich eigentlich erst im Zuge des Konzerts so richtig für mich entdeckt. Besser spät als nie! Live war das nämlich wirklich großartig. Schon der Einstieg mit "The Stars of Track and Field" war toll. "Like Dylan in the Movies" war unheimlich intensiv. "Get Me Away from Here, I'm Dying" hat zu lautem Publikumsgesang geführt. Und der Titelsong "If You’re Feeling Sinister" war vermutlich mein Highlight des Abends. Zumindest bis zum letzten Song "Judy and the Dream of Horses", als Frontmann Stuart Murdoch die thematisch passende Pferdemaske ausgepackt hat.
Nach dem Finale des Albums verabschiedete sich die Band kurz von der Bühne. Es lief noch einmal ein Film mit diversen Danksagungen. Dann kam die Band wieder und es ging mit dem zweiten Teil weiter, in dem eine bunte Mischung aus Songs aus der ganzen Diskographie gespielt wurde. Wie schon geschrieben, bin ich nicht so wahnsinnig intensiv mit dem Werk der Band vertraut. Aber ich hatte definitiv eine sehr schöne Zeit. Als zum Ende hin mit "The Boy with the Arab Strap" noch der vermeintlich größte Hit gespielt wurde, durften einige Fans auf die Bühne und ausgelassen mit der Band zusammen tanzen. Eine schöne Sache! Im Anschluss folgte mit "Sleep the Clock Around" ein würdiges Finale. Die Band ließ es sich nicht nehmen, danach noch ein weiteres Mal zurück auf die Bühne zu kommen und nach Fanwünschen zu fragen. Ausgewählt wurde schließlich "Lazy Line Painter Jane". Dann war der Abend nach etwa 110 Minuten Spielzeit wirklich vorbei.
Insgesamt war das ein unheimlich schönes Konzert. Die Band wirkte sehr motiviert und gleichermaßen sympathisch. Das Publikum um mich herum war sehr angenehm. Alle haben friedlich getanzt und mitgesungen. Die Stimmung im Saal war grundsätzlich total harmonisch. Und musikalisch war das alles andere als seicht. Das hat mich emotional schon echt gepackt. Glücklicherweise war der Sound auch sehr stark. Glasklar und druckvoll, trotz der vielen Instrumente. Egal, ob Gitarre, Klavier oder Trompete – jedes Instrument kam zur Geltung.
Nach zwei guten Festivalauftritten vor einigen Jahren war das jetzt mein drittes Konzert von Belle und Sebastian. Und definitiv nicht das letzte, sofern es (hoffentlich zeitnah) wieder eine Gelegenheit geben sollte. Das hat mich dieser tolle Konzertabend auf jeden Fall gelehrt.
Ich war am Freitag bei Belle and Sebastian im Metropol in Berlin.
Mal wieder ein Jubiläumskonzert: 30 Jahre "If You’re Feeling Sinister", das zweite Album der schottischen Indie-Pop-Band. Ursprünglich hatte ich auch ein Ticket für das Konzert am Vorabend, bei dem ebenfalls der 30. Geburtstag des im selben Jahr veröffentlichten Debütalbums "Tigermilk" gefeiert wurde. Das habe ich aber kurzfristig wieder verkauft, weil mir zwei Abende nacheinander in Berlin gerade mit zu viel Stress (und zu wenig Schlaf) verbunden waren. Leider, wie ich nun sagen muss. Denn vorab: Dieses Konzert war großartig!
Ich war etwa eine halbe Stunde vor Einlass am Metropol in Berlin. Eigentlich meide ich den Club lieber, weil mir der schlauchartige Aufbau auf drei Ebenen mit den ganzen Säulen drumherum sichttechnisch nicht so zusagt. Aber diesmal war ich früh genug vor Ort, um nach dem pünktlichen Einlassbeginn um 19 Uhr einen Platz ganz vorne an der rechten Bühnenseite zu ergattern. Damit konnte ich hinter den Punkt "Gute Sicht" schon mal einen Haken setzen.
Das Konzert war ausverkauft. Der Club füllte sich entsprechend schnell. Der Altersdurchschnitt lag eher im höheren Gefilde. Klar, die Band gibt es ja nun auch schon eine ganze Weile und bislang ist der TikTok-Hype ausgeblieben. Ich habe die Zeit bis zum Konzertbeginn genutzt, noch einmal das Geburtstagsalbum "If You’re Feeling Sinister" zu hören. Eine schöne Einstimmung. Tolles Album!
Pünktlich um 20 Uhr wurde es dunkel im mittlerweile dicht gefüllten Saal. Als Support kam die Hamburger Musikerin und Musikjournalistin Sandra Zettpunkt mit ihrem Projekt Music for Your Heart auf die Bühne. Begleitet wurde sie von dem schottischen Gitarristen Raymond McGinley, bekannt durch seine Tätigkeit bei der Band Teenage Fanclub. Eine gute halbe Stunde lang haben die beiden sehr unaufgeregte, melancholisch-verträumte Songs dargeboten. Zwei Gitarren und den überwiegend englischsprachigen Gesang von Sandra Zettpunkt, mehr brauchte es nicht. Musikalisch fand ich das zum Teil ganz schön, auf Dauer aber viel zu eintönig und dahinplätschernd. Spannungsbogen: Fehlanzeige. Neben der Musik gab es noch einige Anekdoten von Sandra Zettpunkt. Unter anderem, dass sie eigentlich schon seit 18 Jahren im Musiker-Ruhestand gewesen sei und sich nur für diese Tourbegleitung zu einem Comeback habe überreden lassen. Eigentlich sei sie mittlerweile vorwiegend als Radiomoderatorin aktiv. Entsprechend nervös sei sie, was auch direkt beim ersten Song zu einem kurzen Blackout bei ihr führte. Passiert! Ich war jedenfalls nicht wahnsinnig traurig, als der Auftritt gegen 20:30 Uhr vorbei war. Dem steigenden Geräuschpegel im Saal nach ging es dem restlichen Publikum offenbar ähnlich.
Es gab eine kurze Umbaupause. Um 21 Uhr wurde es dann wieder dunkel im Saal. Bevor es mit dem Hauptact weiterging, wurde ein einführendes Video zum Jubiläumsalbum abgespielt. Dann kamen Belle and Sebastian auf die Bühne.
Der erste Programmteil des Abends war klar: "If You’re Feeling Sinister" wurde erwartungsgemäß komplett gespielt. Ich muss ja zugeben, dass ich die Band bislang ein wenig unterschätzt habe. Ich mag die Musik, keine Frage, aber vieles lief eher unter dem Label "ganz schön, aber auch etwas seicht" bei mir, sodass ich mich mit der Diskographie noch gar nicht so intensiv beschäftigt habe. Auch dieses Album habe ich eigentlich erst im Zuge des Konzerts so richtig für mich entdeckt. Besser spät als nie! Live war das nämlich wirklich großartig. Schon der Einstieg mit "The Stars of Track and Field" war toll. "Like Dylan in the Movies" war unheimlich intensiv. "Get Me Away from Here, I'm Dying" hat zu lautem Publikumsgesang geführt. Und der Titelsong "If You’re Feeling Sinister" war vermutlich mein Highlight des Abends. Zumindest bis zum letzten Song "Judy and the Dream of Horses", als Frontmann Stuart Murdoch die thematisch passende Pferdemaske ausgepackt hat.
Nach dem Finale des Albums verabschiedete sich die Band kurz von der Bühne. Es lief noch einmal ein Film mit diversen Danksagungen. Dann kam die Band wieder und es ging mit dem zweiten Teil weiter, in dem eine bunte Mischung aus Songs aus der ganzen Diskographie gespielt wurde. Wie schon geschrieben, bin ich nicht so wahnsinnig intensiv mit dem Werk der Band vertraut. Aber ich hatte definitiv eine sehr schöne Zeit. Als zum Ende hin mit "The Boy with the Arab Strap" noch der vermeintlich größte Hit gespielt wurde, durften einige Fans auf die Bühne und ausgelassen mit der Band zusammen tanzen. Eine schöne Sache! Im Anschluss folgte mit "Sleep the Clock Around" ein würdiges Finale. Die Band ließ es sich nicht nehmen, danach noch ein weiteres Mal zurück auf die Bühne zu kommen und nach Fanwünschen zu fragen. Ausgewählt wurde schließlich "Lazy Line Painter Jane". Dann war der Abend nach etwa 110 Minuten Spielzeit wirklich vorbei.
Insgesamt war das ein unheimlich schönes Konzert. Die Band wirkte sehr motiviert und gleichermaßen sympathisch. Das Publikum um mich herum war sehr angenehm. Alle haben friedlich getanzt und mitgesungen. Die Stimmung im Saal war grundsätzlich total harmonisch. Und musikalisch war das alles andere als seicht. Das hat mich emotional schon echt gepackt. Glücklicherweise war der Sound auch sehr stark. Glasklar und druckvoll, trotz der vielen Instrumente. Egal, ob Gitarre, Klavier oder Trompete – jedes Instrument kam zur Geltung.
Nach zwei guten Festivalauftritten vor einigen Jahren war das jetzt mein drittes Konzert von Belle und Sebastian. Und definitiv nicht das letzte, sofern es (hoffentlich zeitnah) wieder eine Gelegenheit geben sollte. Das hat mich dieser tolle Konzertabend auf jeden Fall gelehrt.
Re: Der Konzertbesuchsthread
Die Band wird ja völlig zu Unrecht von vielen als Gute-Laune-Twee-Band belächelt, dabei ist das eine unfassbar vielseitige Band mit richtig guten Lyrics und live ballert es auch definitiv noch mal mehr als auf Platte (insbesondere beim eher laienhaft produzierten Frühwerk). Ich wurde auch erst 2017/2018 von meiner Freudin so richtig in deren Diskographie eingeführt. Für mich ist das ein richtig vielschichtiger Kosmos, in dem man sich gut verlieren kann. Verstärkt wird das dann noch dadurch, dass sie ihre Setlists immer stark variieren und neben wenigen festen Hits (The Boy with the Arab Strap, I'm a Cuckoo) zumindest bei Headline-Shows fast jeder Song aus deren back catalogue gespielt werden kann.Wishkah hat geschrieben: ↑So 8. Mär 2026, 07:55Ich muss ja zugeben, dass ich die Band bislang ein wenig unterschätzt habe. Ich mag die Musik, keine Frage, aber vieles lief eher unter dem Label "ganz schön, aber auch etwas seicht" bei mir, sodass ich mich mit der Diskographie noch gar nicht so intensiv beschäftigt habe.
Ich war bei beiden Konzerten und fand beide absolut großartig. Neben den Liedern beider Jubiläumsalben habe ich mich vor allem über Lord Anthony und If you find yourself caught in love gefreut. Die hätten aber auch gerne den mMn komplett langweiligen Support streichen und ne halbe Stunde länger spielen können
Re: Der Konzertbesuchsthread
07.03.2026 La Dispute (+ Vs Self, Pijn), Fabrik, Hamburg
Ich war gestern bei La Dispute in der Fabrik in Hamburg.
Die letzten beiden Konzerte der Band, die ich besucht habe, waren Jubiläumskonzerte zu den Alben "Wildlife" und "Rooms of the House" in 2023 und 2024 in Berlin. Davor gab es vor etlichen Jahren mal einen Indoor-Festivalauftritt in Hamburg. Diesmal dann also die erste ganz reguläre Solo-Show zu einem aktuellen Album: "No One Was Driving the Car", das mich im vergangenen Jahr mal wieder gut mitgenommen hat. Wie eigentlich immer bei der Band.
Einlass in der Fabrik war um 19 Uhr. Ich war etwa eine halbe Stunde früher da und damit nicht alleine. Vor mir hatten sich schon ein paar Fans vor dem Eingang der Fabrik eingefunden – überwiegend weiblich, einige Jahre jünger als ich und größtenteils schwarz gekleidet mit bunt gefärbten Haaren. Hat mich an die "Emo"-Szene zu meiner Schulzeit im selben Alter erinnert. Da ich keine Lust auf das erwartete Gedränge und die Moshpits in den vorderen Reihen hatte, habe ich mich beim Einlass direkt nach oben auf die Empore begeben und mir einen guten Platz vorne rechts in Bühnennähe gesucht. Gute Sicht mit ausreichend Sicherheitsabstand. Die Fabrik füllte sich. Das Konzert war ausverkauft. Ein Argument mehr für den Platz auf der Empore. Der Saal war schon sehr vollgepackt. Da war ich mit etwas mehr Freiraum am Geländer ganz glücklich.
Um 19:45 Uhr wurde es dunkel im Saal. Es ging mit Pijn aus Manchester los, dem ersten von zwei Supportacts. Es gab eine halbe Stunde lang härteren Post-Rock/-Metal. Gitarre, Bass, Keyboard und Cello, alles rein instrumental. Kein Gesang, keine Ansagen. Das hat mir ziemlich gut gefallen. Eine schöne Mischung aus brachialen Gitarren, interessanten Schlagzeugrhythmen und melancholischen Klavier- und Cellomelodien. Der Auftritt schien beim restlichen Publikum ebenfalls sehr gut anzukommen. Der Applaus war auf jeden Fall lautstark.
Nach einer kurzen Umbaupause ging es um 20:30 Uhr mit dem zweiten Supportact, Vs Self aus Kalifornien, weiter. Diesmal gab es eine halbe Stunde lang Emo/Screamo mit zweistimmigem Gesang, Gitarre und Schlagzeug. Auch das hat mir ganz gut gefallen. Vor allem die Gitarrenmelodien wussten in ihrer Komplexität zu überzeugen und haben eine starke Grundlage für den Auftritt geboten. Das Publikum hat die Band ebenfalls wieder sehr gut aufgenommen.
Nach einer weiteren Umbaupause wurde es gegen 21:15 Uhr wieder dunkel in der mittlerweile komplett gefüllten Fabrik. Ein Intro wurde abgespielt. Dann kamen La Dispute auf die Bühne und legten direkt mit "I Shaved My Head", dem Opener des aktuellen Albums, los. Das Publikum war sofort voll dabei. Es gab viel Bewegung, Moshpits und Crowdsurfing. Ich war froh, mir das Geschehen von oben anschauen zu können und mich auf die Musik zu konzentrieren. Der Fokus des Abends lag erwartungsgemäß auf dem aktuellen Album "No One Was Driving the Car", von dem ein Großteil gespielt wurde. Besonders gut gefallen haben mir davon "Sibling Fistfight at Mom’s Fiftieth / The Un-Sound" und "I Dreamt of a Room With All My Friends I Could Not Get In". Ansonsten gab es auch einige Songs aus der restlichen Diskographie. Gefreut habe ich mich vor allem über die beiden ruhigeren "Woman"-Teile "(reading)" und "(in mirror)", die zu meinen Lieblingssongs der Band gehören. "King Park", der in der Mitte des Sets gespielt wurde, war der gewohnte Kracher und sorgte für lautstarke Euphorie beim textsicheren Publikum.
Sänger Jordan Dreyer war gewohnt durchgängig unterwegs auf der vergleichsweise kleinen Bühne und lieferte zwischendurch auch einige Ansagen zum aktuellen Weltgeschehen. Die restlichen Bandmitglieder traten etwas verhaltener auf. Da stand schon eher die Musik und nicht die Show im Mittelpunkt. Warum der Bassist unbedingt oberkörperfrei auf der Bühne stehen musste, bleibt mir hingegen ein Rätsel. Das brauche ich ja nicht unbedingt.
Zum Ende hin gab es mit "Andria" noch einen Kracher, der das Publikum zu Höchstleistungen brachte. Im Anschluss folgte dann mit dem Titelsong des aktuellen Albums der komplette Gegensatz. Jordan Dreyer und Bandkollege Chad Sterenberg, der zur Abwechslung mit Akustikgitarre ausgestattet war, sorgten nur zu zweit für ein musikalisches Highlight des Abends. Das Zusammenspiel aus ruhigen Gitarrentönen und dem emotionalen Gesang musste nur leider schlagartig abgebrochen werden, weil das Mikrofon plötzlich aussetzte. Schade, aber auch irgendwie ein passendes Ende für den Song. Und zuletzt gab es dann mit "Environmental Catastrophe Film" noch einen der stärksten Songs des aktuellen Albums. Ein würdiger Abschluss.
Um 22:45 Uhr war das Konzert nach ziemlich genau 90 Minuten Spielzeit vorbei. Es war mal wieder ein intensiver Abend einer Band, die es immer wieder schafft, in diesem Genre genau die richtigen Berührungspunkte bei mir zu treffen. Das wird bestimmt nicht das letzte Mal gewesen sein.
Ich war gestern bei La Dispute in der Fabrik in Hamburg.
Die letzten beiden Konzerte der Band, die ich besucht habe, waren Jubiläumskonzerte zu den Alben "Wildlife" und "Rooms of the House" in 2023 und 2024 in Berlin. Davor gab es vor etlichen Jahren mal einen Indoor-Festivalauftritt in Hamburg. Diesmal dann also die erste ganz reguläre Solo-Show zu einem aktuellen Album: "No One Was Driving the Car", das mich im vergangenen Jahr mal wieder gut mitgenommen hat. Wie eigentlich immer bei der Band.
Einlass in der Fabrik war um 19 Uhr. Ich war etwa eine halbe Stunde früher da und damit nicht alleine. Vor mir hatten sich schon ein paar Fans vor dem Eingang der Fabrik eingefunden – überwiegend weiblich, einige Jahre jünger als ich und größtenteils schwarz gekleidet mit bunt gefärbten Haaren. Hat mich an die "Emo"-Szene zu meiner Schulzeit im selben Alter erinnert. Da ich keine Lust auf das erwartete Gedränge und die Moshpits in den vorderen Reihen hatte, habe ich mich beim Einlass direkt nach oben auf die Empore begeben und mir einen guten Platz vorne rechts in Bühnennähe gesucht. Gute Sicht mit ausreichend Sicherheitsabstand. Die Fabrik füllte sich. Das Konzert war ausverkauft. Ein Argument mehr für den Platz auf der Empore. Der Saal war schon sehr vollgepackt. Da war ich mit etwas mehr Freiraum am Geländer ganz glücklich.
Um 19:45 Uhr wurde es dunkel im Saal. Es ging mit Pijn aus Manchester los, dem ersten von zwei Supportacts. Es gab eine halbe Stunde lang härteren Post-Rock/-Metal. Gitarre, Bass, Keyboard und Cello, alles rein instrumental. Kein Gesang, keine Ansagen. Das hat mir ziemlich gut gefallen. Eine schöne Mischung aus brachialen Gitarren, interessanten Schlagzeugrhythmen und melancholischen Klavier- und Cellomelodien. Der Auftritt schien beim restlichen Publikum ebenfalls sehr gut anzukommen. Der Applaus war auf jeden Fall lautstark.
Nach einer kurzen Umbaupause ging es um 20:30 Uhr mit dem zweiten Supportact, Vs Self aus Kalifornien, weiter. Diesmal gab es eine halbe Stunde lang Emo/Screamo mit zweistimmigem Gesang, Gitarre und Schlagzeug. Auch das hat mir ganz gut gefallen. Vor allem die Gitarrenmelodien wussten in ihrer Komplexität zu überzeugen und haben eine starke Grundlage für den Auftritt geboten. Das Publikum hat die Band ebenfalls wieder sehr gut aufgenommen.
Nach einer weiteren Umbaupause wurde es gegen 21:15 Uhr wieder dunkel in der mittlerweile komplett gefüllten Fabrik. Ein Intro wurde abgespielt. Dann kamen La Dispute auf die Bühne und legten direkt mit "I Shaved My Head", dem Opener des aktuellen Albums, los. Das Publikum war sofort voll dabei. Es gab viel Bewegung, Moshpits und Crowdsurfing. Ich war froh, mir das Geschehen von oben anschauen zu können und mich auf die Musik zu konzentrieren. Der Fokus des Abends lag erwartungsgemäß auf dem aktuellen Album "No One Was Driving the Car", von dem ein Großteil gespielt wurde. Besonders gut gefallen haben mir davon "Sibling Fistfight at Mom’s Fiftieth / The Un-Sound" und "I Dreamt of a Room With All My Friends I Could Not Get In". Ansonsten gab es auch einige Songs aus der restlichen Diskographie. Gefreut habe ich mich vor allem über die beiden ruhigeren "Woman"-Teile "(reading)" und "(in mirror)", die zu meinen Lieblingssongs der Band gehören. "King Park", der in der Mitte des Sets gespielt wurde, war der gewohnte Kracher und sorgte für lautstarke Euphorie beim textsicheren Publikum.
Sänger Jordan Dreyer war gewohnt durchgängig unterwegs auf der vergleichsweise kleinen Bühne und lieferte zwischendurch auch einige Ansagen zum aktuellen Weltgeschehen. Die restlichen Bandmitglieder traten etwas verhaltener auf. Da stand schon eher die Musik und nicht die Show im Mittelpunkt. Warum der Bassist unbedingt oberkörperfrei auf der Bühne stehen musste, bleibt mir hingegen ein Rätsel. Das brauche ich ja nicht unbedingt.
Zum Ende hin gab es mit "Andria" noch einen Kracher, der das Publikum zu Höchstleistungen brachte. Im Anschluss folgte dann mit dem Titelsong des aktuellen Albums der komplette Gegensatz. Jordan Dreyer und Bandkollege Chad Sterenberg, der zur Abwechslung mit Akustikgitarre ausgestattet war, sorgten nur zu zweit für ein musikalisches Highlight des Abends. Das Zusammenspiel aus ruhigen Gitarrentönen und dem emotionalen Gesang musste nur leider schlagartig abgebrochen werden, weil das Mikrofon plötzlich aussetzte. Schade, aber auch irgendwie ein passendes Ende für den Song. Und zuletzt gab es dann mit "Environmental Catastrophe Film" noch einen der stärksten Songs des aktuellen Albums. Ein würdiger Abschluss.
Um 22:45 Uhr war das Konzert nach ziemlich genau 90 Minuten Spielzeit vorbei. Es war mal wieder ein intensiver Abend einer Band, die es immer wieder schafft, in diesem Genre genau die richtigen Berührungspunkte bei mir zu treffen. Das wird bestimmt nicht das letzte Mal gewesen sein.
Re: Der Konzertbesuchsthread
War auch da und was soll ich sagen? Bestes Konzert der Band war ich bisher gesehen habe. Einfach Top. Hoffentlich bald wieder.
smi
Respect Existence or Expect Resistance
- Quadrophobia
- Beiträge: 16820
- Registriert: So 13. Sep 2015, 13:15
- Wohnort: Hamburg
- Kontaktdaten:
Re: Der Konzertbesuchsthread
Ich war auch da aber habe leider ein komplett anderes Konzert erlebt. Top Setlist, auch weil mich die Wildlife Sachen nach der Jubiläumstour nicht mehr so reizten, aber ansonsten wars für mich ein absoluter Reinfall. Von sechs Auftritten, die ich bisher von der Band gesehen hab, wars nur nicht der schlechteste weil beim Pirate Satellite damals überhaupt nichts funktionierte.
Pijn fand ich mi ihrem Post-Metal etwas deplatziert, aber durchaus ansprechend, Vs Self war natürlich Faust aufs Auge, auch wenn die klassische Bandbesetzung aus Gesang, Gitarre, Schlagzeug und (checks notes) Tamburin etwas dünner klingt, als vieles was heutzutage im Emo-Kosmos abgeht. Wie Wishkah schon schreibt, hat der Gitarrist das aber weitestgehend mit ziemlich beachtlichen Riffs wettgemacht.
Bei La Dispute fingen die Schwierigkeiten schon direkt an. Der Sound war - wie schon bei der Wildlife Tour - absolut grottig. Ein Ortswechsel zum Mischpult hat das etwas verbessert, trotzdem war der Gesang tief im Mix vergraben. Der Soundmensch wurde auch am laufenden Band drauf hingewiesen, dass man maximal die Hälfte hört, hat es aber erst zur Mitte des Sets hinbekommen, das zu fixen. Mit Woman (Reading) und King Park gabs dann immerhin direkt zwei Highlights, die auch hinten die Stimmung etwas aufgebessert haben. Von da an war es ganz in Ordnung, wenn auch immer noch breiig, bevor es bei "Steve" wieder komplett den Bach runterging. Von da an haben sich die ersten Leute an die Bar oder den Merch zurückgezogen, hinten hat es sich insgesamt gelichtet und es begann ein murrendes Dauergerede. Durch den Schlauch in der Fabrik gabs aber leider auch keinen Platz, sich nach vorne zu bewegen. Das i-Tüpfelchen auf dem gebrauchten Abend war dann der Stromausfall bei "No One Was Driving The Car" einem meiner absoluten Favoriten des neuen Albums, was bei mir kurzzeitig Euphorie ausgelöst hatte, die dann schnell wieder gekillt wurde. Das konnte auch "Environmental Catastrophe Film" nicht mehr geradebiegen, auch wenn der Song natürlich ein sehr würdiger Abschluss war. Jordan Dreyers Ansage gegen Ende war natürlich absolut korrekt, aber irgendein Brite hinter mir hatte mit "Free Palestine" irgendein Problem und es kam zu einer mittleren Pöbelei, sodass ich insgesamt nicht so viel mitbekommen habe, von dem was er sagt (passte zum rest des Abends).
Bin selten so angefressen aus einem Konzert gegangen. Sowas kann im AJZ passieren, es kann auch mal 2-3 Songs mistigen Sound geben, aber bei einem 35€ Konzert einer etablierten Band erwarte ich einfach, dass der Sound irgendwann sitzt.
Pijn fand ich mi ihrem Post-Metal etwas deplatziert, aber durchaus ansprechend, Vs Self war natürlich Faust aufs Auge, auch wenn die klassische Bandbesetzung aus Gesang, Gitarre, Schlagzeug und (checks notes) Tamburin etwas dünner klingt, als vieles was heutzutage im Emo-Kosmos abgeht. Wie Wishkah schon schreibt, hat der Gitarrist das aber weitestgehend mit ziemlich beachtlichen Riffs wettgemacht.
Bei La Dispute fingen die Schwierigkeiten schon direkt an. Der Sound war - wie schon bei der Wildlife Tour - absolut grottig. Ein Ortswechsel zum Mischpult hat das etwas verbessert, trotzdem war der Gesang tief im Mix vergraben. Der Soundmensch wurde auch am laufenden Band drauf hingewiesen, dass man maximal die Hälfte hört, hat es aber erst zur Mitte des Sets hinbekommen, das zu fixen. Mit Woman (Reading) und King Park gabs dann immerhin direkt zwei Highlights, die auch hinten die Stimmung etwas aufgebessert haben. Von da an war es ganz in Ordnung, wenn auch immer noch breiig, bevor es bei "Steve" wieder komplett den Bach runterging. Von da an haben sich die ersten Leute an die Bar oder den Merch zurückgezogen, hinten hat es sich insgesamt gelichtet und es begann ein murrendes Dauergerede. Durch den Schlauch in der Fabrik gabs aber leider auch keinen Platz, sich nach vorne zu bewegen. Das i-Tüpfelchen auf dem gebrauchten Abend war dann der Stromausfall bei "No One Was Driving The Car" einem meiner absoluten Favoriten des neuen Albums, was bei mir kurzzeitig Euphorie ausgelöst hatte, die dann schnell wieder gekillt wurde. Das konnte auch "Environmental Catastrophe Film" nicht mehr geradebiegen, auch wenn der Song natürlich ein sehr würdiger Abschluss war. Jordan Dreyers Ansage gegen Ende war natürlich absolut korrekt, aber irgendein Brite hinter mir hatte mit "Free Palestine" irgendein Problem und es kam zu einer mittleren Pöbelei, sodass ich insgesamt nicht so viel mitbekommen habe, von dem was er sagt (passte zum rest des Abends).
Bin selten so angefressen aus einem Konzert gegangen. Sowas kann im AJZ passieren, es kann auch mal 2-3 Songs mistigen Sound geben, aber bei einem 35€ Konzert einer etablierten Band erwarte ich einfach, dass der Sound irgendwann sitzt.
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: Strummer77 und 17 Gäste