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Live-Rückblick 2025

Konzerte, Platten & Musik im TV
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SammyJankis
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Live-Rückblick 2025

Beitrag von SammyJankis » So 28. Dez 2025, 16:52

Schon wieder ist ein Jahr vorbei. Bei den Alben und Songs haben wir gerade damit angefangen, auf 2025 zurückzublicken und unsere Highlights zu sammeln. Für die meisten von uns neigt sich so langsam aber auch das Konzert-/Festival-Jahr dem Ende entgegen oder ist bereits abgeschlossen. Also sammeln wir doch auch hier unsere Highlights!

Was war euer bestes Konzert in diesem Jahr?
Welcher Act hat euch positiv überrascht, bei dem ihr es vorher gar nicht erwartet hattet oder den ihr vorher gar nicht kanntet?
Welcher Support-Act konnte euch begeistern?
Welcher Auftritt hat euch enttäuscht? Und woran lag es?
Welches Konzert war generell am schlechtesten?
Welcher Act hatte die beeindruckendste Bühnenshow?
Was war der schönste, skurrilste oder verrückteste Live-Moment in diesem Jahr? Wann hattet ihr am meisten Gänsehaut?
Wie sah der beste Festival-Tag aus?
Welches Konzert habt ihr verpasst und bereut es im Nachhinein? Warum wart ihr nicht da?

Jetzt ihr! Gerne weitere Fragen einbringen! :wink:
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SammyJankis
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Re: Live-Rückblick 2025

Beitrag von SammyJankis » Di 30. Dez 2025, 14:00

Ich mach mal den Anfang, meine Lieblingsshows des Jahres:

08.02., twitching tongues, ieper winterfest, ieper (b), joc:
exclusive european show und mit abstand die beste show der band die ich gesehen habe mosh superhart mehrere reihen vor der bühne die alle texte konnten misfits cover

03.03., true fraud, köln, quattro cultura:
rosenmontags mosh opener vielleicht die beste erste show einer band die ich je gesehen habe

14.03., echo chamber, köln, quattro cultura:
der ganze abend war der wahnsinn collateral grand scheme spirit crusher alles abgeliefert aber das echo chamber set war ein anderes level

09.05., existence, glasgow (uk), stereo:
unfest pre show existence ganz klar mit dem set des abends trotz despize hometown show und big boy

10.05., fatal realm, unfest, glasgow (uk), woodside halls:
10 minuten härtester mosh den man sich vorstellen kann sound super fies death metal viel zu hart für die kuttenträger

11.05., crush your soul, unfest, glasgow (uk), woodside halls:
mindforce nebenprojekt erster gig in europa komplett abgeliefert harter mosh singalongs stage dive chaos fliegende mikroständer groß

14.06., have a nice life, outbreak fest, leeds (uk), bec arena:
einfach krass diese band einmal live zu erleben giles corey auch ohne berührungsängste mit der crowd es war beeindruckend

15.06., contention, outbreak fest, leeds (uk), bec arena:
beste show die ich dieses jahr von der band gesehen habe wobei herford und berlin auch top waren freut mich für die band dass sie so positive resonanz bekommt nachdem bei der ersten euro tour nicht viel los war verdient

06.07. all out war, ieperfest, ieper (b), joc:
im endeffekt gleichauf mit dem unfest gig aber wie die crowd hier nach drei tagen nochmal alles gegeben hat war der wahnsinn trotz zwei boxereien in meiner gegend bester gig des wochenendes immer noch härteste band der welt

07.08., high vis, london (uk), number 90 bar:
united & strong pre show als intro das the rival mob intro gecovert später noch the flex alle hits top gig von einer band die so groß ist dass sie das eigentlich nicht mehr machen müsste aber nicht vergessen haben wo sie herkommt

09.08., dynamite, united & strong fest, london (uk), number 90 bar:
show des jahres dirty money intro später the flex cover mit the flex sänger am mic war inside mit feature von dirty money/high vis und cold world sänger dynamite stomp am ende zweimal gespielt völliges chaos

09.08., mindforce, united & strong fest, london (uk), number 90 bar:
großartiger abschluss eines top wochenendes die band liefert live immer ab einziger wermutstropfen war dass ich mit kaputter schulter an der seite stand und miese schmerzen hatte

22.09., wiegedood, essen, turock:
die alben triologie wurde am stück gespielt es war einfach nur beeindruckend beste black metal band im game

01.11., twin killing, halloween mosh, darmstadt, oetinger villa:
neues cover set sowohl straight edge als auch mosh teil waren ein fiebertraum highlight everybody gets hurt goon squad hoffe es gibt eine wiederholung 2026

27.12., true colors, brüssel (b), cobra jaune:
alle mid/end 30er aus belgien hc haben nochmal alles gegeben und dann stehen plötzlich og justice auf der bühne und spielen light in the dark
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hendrik
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Registriert: Mi 30. Sep 2015, 19:31

Re: Live-Rückblick 2025

Beitrag von hendrik » Do 1. Jan 2026, 17:19

Konzerte des Jahres:

1.) TVOD, Nordstadtbraut Hannover
TVOD, oder ausgeschrieben Television Overdose, war für mich das Konzert des Jahres. Es passte einfach alles: Mein Lieblingsladen, welcher gut gefüllt war, top Wetter, so dass man draussen gut abhängen konnte, zudem hatten alle Bock und die Band auch. Starker Auftritt.
TVOD - Carwreck
TVOD - Uniform (Das Video find ich auch ganz lustig)

2.) Sam Fender, Hurricane Festival
Sam Fender wollte ich schon länger mal sehen. Jedes mal, als er für das Hurricane bestätigt war, hatte ich mich gefreut, jedoch wurde ich stets mit einer Absage enttäuscht. Ich war dann doch ein wenig erstaunt, dass es dieses mal nicht so kam. Hier passt wieder alles: Wir in der Truppe hatten Bock, alle anderen um uns herum hatten Bock und Spaß, die Band war gut aufgelegt, das Wetter top, hier kam wirklich einiges zusammen. Anschließend waren wir alle glückseelig. Schön.
Sam Fender - People Watching

3.) Touché Amoré, Trauma Ray, Smile, Fabrik Hamburg
Touché Amoré hab ich schon ein paar mal gesehen, sie waren jedes mal gut. Die Erwartungen waren hoch, aber ich war mir auch sicher nicht enttäuscht zu werden, da sie einfach eine top Liveband sind. So kam es auch. Ebenfalls top waren auch die beiden Supports. Die haben da echt ein Händchen für. Sonst war im Laden eine super Stimmung und alle, mit denen ich da war und die ich getroffen hatte, waren begeistert. Das nächste Konzert ist schon geplant.
Touché Amoré - Goodbye For Now (feat. Julien Baker)

4.) Wiegedood, Treha Sektori, MS Stubnitz Hamburg
Wiegedood haben angekündigt, dass sie ihre Album-Trilogie spielen werden. Dazu noch auf der Stubnitz. Zu meiner Schande war ich zuvor noch nie auf der Stubnitz, auch wenn ich mehrfach gehört hab, dass das die beste Location Hamburgs sei. Folglich ein Pflichttermin. Voract war okay, impossant war vor allem der Bass, der durchs ganze Schiff wummerte. Wiegedood dann wie gewohnt nahezu wortlos. Songs wurden knallhart runtergezockt. Zwichen den Alben gefühlt eine 20 sekündige Pause, dann gings weiter, ehe sie so wortlos, wie sie gekommen waren, von der Bühne verschwinden. Was anderes kann ich mir bei der Musik auch nicht vorstellen und will ich auch nicht. Der Auftritt war ein Brett, das fanden auch alle, mit denen ich da war und die ich dort noch getroffen hab. Top!
Wiegedood - Ontzieling

5.) Tauben, Toshiko Ödland, Nordstadtbraut im Backstage Hannover
Tauben aus Hamburg. Punk, bei dem klar die Verbindung zum Oberpunk Jens Rachut zu erkennen ist. Dazu im Backstage in Hannover, wo ich auch noch nicht zuvor war, organisiert von der Nordstadtbraut. Der eigentliche Laden, Nordstadtbraut, in der Nordstadt von Hannover existiert leider nicht mehr, deswegen werden jetzt in anderen Locations Konzerte veranstaltet. Hier im Backstage fühlte es sich sofort richtig muggelig an. Der Support war gut, Tauben waren großartig. Dazu war der Laden super gefüllt, viele Bekannte gesichter. Allgemein herrschte eine super Stimmung. Toller Abend.
Tauben - Asphaltrose


Konzerte, die ich in 2025 gesehen habe:

MC Müllsaft, Auspuff, Nordstadtbraut Hannover
Hathors, Café Glocksee Hannover
Paul Plut, Nordstadtbraut Hannover
Friso, Soft Loft, Mephisto Hannover
Death Cult 69, Haven, Chaver, Subkultur Hannover
Mogwai, Kathryn Joseph, Große Freiheit 36 Hamburg
Touché Amoré, Trauma Ray, Smile, Fabrik Hamburg
Commuted, Nordstadtbraut Hannover
Neànder, Lorimer Burst, Mephisto Hannover
Jeanny, Nordstadtbraut Hannover
Sofi Paez, Feinkost Lampe Hannover
Yelka, BoN, Nordstadtbraut Hannover
The Hahas and the Blablas, ČudNoReĐe, Nordstadtbraut Hannover
Blvck Hippie, Café Glocksee Hannover
Van Urst, Fluten, Nordstadtbraut Hannover
Vil, Feinkost Lampe Hannover
Turbostaat, Nervous Assistant, Zollhaus Leer
Terry, Wiekmuller, Bertold Bricht, Leon Ladwig, Tobi, Dirk & Dirk, Nordstadtbraut Hannover
Affenmesserkampf, Surreal Fatal, SYFF, Stumpf Hannover
Maz and the Phantasms, Nordstadtbraut Hannover
The Sewer Cats, Alldepends, Nordstadtbraut Hannover
Wohnbau, Nordstadtbraut Hannover
Dekker, Feinkost Lampe Hanonver
Norlys, Feinkost Lampe Hannover
The Owned Up!, Nordstadtbraut Hannover
Deaf Deaf Deaf, Hear Me Out, Café Glocksee Hannover
Tocotronic, Cava, Schlachthof Bremen
Nichtseattle, Tom Taschenmesser, Café Hannover
Gewalt, Plattenbau, Café Glocksee Hannover
Amenra, Year of the Cobra, Uebel & Gefährlich Hamburg
Herrenmagazin, UWE, Bei Chéz Heinz Hannover
Red at Night, Marc-Alan Prince, Nordstadtbraut Hannover
Ultha, Sun Worship, Abest, Unrest, Tristis, breathe//die, Klaue Fest in der Walhalla Braunschweig
The Pighounds, Aka Rinde, Nordstadtbraut Hannover
The Swell Season, The Ocelots, Admiralspalast Berlin
Dustsucker, Koprolith, Nordstadtbraut Hannover
The Lings, Nordstadtbraut Hannover
Niklas Paschburg, Feinkost Lampe Hannover
Heretoir, ryr, Café Glocksee Hannover
Korn, Seven Hours After Violet, ZAG Arena Hannover
King Hannah, Baby Smith, Café Glocksee Hannover
Twisted Teens, Nordstadtbraut Hannover
Television Overdose, Nordstadtbraut Hannover
How Yes No, Nordstadtbraut Hannover
Elektro Strothmann, TABOR - Jugendpastorales Zentrum Hannover
Tom Liwa, Die Hemden, Nordstadtbraut Hannover
Metdog, Distant Relatives, Nordstadtbraut Hannover
La Dispute, TUMMYACHE, Musikzentrum Hannover
Nidare, Bluad, Dreyst, Stumpf Hannover
Valley of the Sun, Ghostones, Café Glocksee Hannover
Teddies Kneipe, Nordstadtbraut Hannover
Paulina Punk Nordstadtbraut Hannover
Mise en Scene, Nordstadtbratut Hannover
TFNRSH, Exdirectory, Nordstadtbraut Hannover
Lorimer Burst, Malstatt, Nordstadtbraut Hannover
Checkpoint, Nordstadtbraut Hannover
Wiegedood, Treha Sektori, MS Stubnitz
Fluppe, Café Glocksee Hannover
Moya Silk, Halbe Katze, Stumpf Hannover
Duesenjaeger, Tag ohne Schatten, Café Glocksee Hannover
Dear Deer, Nordstadtbraut im Bei Chéz Heinz Hannover
Kwoon, MS Stubnitz Hamburg
Curtis Harding, Lie Ning, Große Freiheit 36 Hamburg
Mclusky, Komplize, Indiego Glocksee Hannover
Stonerhead, Okolyt, Nordstadtbraut im Bei Chéz Heinz Hannover
HÆRESIS, Machukha, Winselmutter, Bei Chéz Heinz Hannover
Oh Hiroshima, AUSKLANG, Café Glocksee Hannover
Maz and the Phantasms, Oakfarm, Nordstadtbraut im Bei Chéz Heinz Hannover
Atomic Fruit, Digital Carbs, Nordstadtbraut im Bei Chéz Heinz Hannover
Tauben, Toshiko Ödland, Nordstadtbraut im Backstage Hannover
Blue Zero, Thusproblem, Nordstadtbraut im Bei Chéz Heinz Hannover
Radiohead, Uber Arena Berlin


Hurricane Festival 2025

Fatoni x Edgar Wasser x Juse Ju
Big Special
Thrice
Hot Water Music
Biffy Clyro (halb)
Rise Against
Kalte Liebe x Caiva
The Murder Capital
Jimmy Eat World
Wet Leg
Deftones
Electric Callboy
Sam Fender
The Prodigy (halb)
Sawyer Hill
Amyl & The Sniffers
Parcels


Haldern Pop Festival 2025

NAFT
Ellis.D
Man/Woman/Chainsaw
Joan As Police Woman
WU LYF
Grandbrothers (ein wenig)
Overpass
Marlo Grosshardt (zweidrittel)
Soft Loft
Sylvie Kreusch
Chartreuse
Maruja (halb)
Warhaus
Anika (halb)
Zaho de Sagazan
Bo Ningen
Beaks (ein wenig)
Gurriers
Mên An Tol
Porridge Radio
Patrick Watson (ein wenig)




Ich geh sonst nochmal auf die Fragen ein, die hier als Vorlage im ersten Kommentar geliefert werden...


Was war euer bestes Konzert in diesem Jahr?
-> Siehe oben.

Welcher Act hat euch positiv überrascht, bei dem ihr es vorher gar nicht erwartet hattet oder den ihr vorher gar nicht kanntet?
-> Ach, ich besuch kleine Konzerte oft einfach mit 3min reinhören vorab und dann fahr ich hin oder nicht. Viele Bands kenne ich zuvor nicht, aber sind dann oft super.

Welcher Support-Act konnte euch begeistern?
-> Einige, bspw. alle von Touché Amoré. Für Soft Loft, die Support waren, bin ich zum Konzert, bin dann beim Hauptact, Frisco, nach 5min getürmt. Die Hemden fand ich auch super, Tom Liwa war aber so gar nicht meins.

Welcher Auftritt hat euch enttäuscht? Und woran lag es?
-> Ein wenig enttäuscht war ich von von Anika und Maruja auf dem Haldern Pop.
Anika hatte komische Ansagen gemacht, die ich einfach nicht verstanden hatte. Sie waren einfach so komplett offen gehalten, gingen leicht in den esoterischen Bereich. Damit konnte ich doch leider wenig anfangen.
Auf Maruja hab ich mich am meisten gefreut beim Festival. Das Konzert haben sie soweit auch gut gemacht, allerdings bin ich dann doch nach der Hälfte raus. Sie haben sich klar gegen Israel gestellt, was ich soweit voll okay finde, dass man das Agieren Israels im Gaza-/Palästina-Konflikt und -Krieg nicht gut findet. Allerdings haben die das in einer Heftigkeit und meiner Meinung nach auch Einseitigkeit rüber gebracht, die ich nicht passend fand. Sie hatten schon das Momentum genutzt um Stimmung zu machen. Es hätte mich nicht gewundert, wenn denen noch ein "from the river to the sea" rausgerutscht wäre (was meiner Meinung nach auch nur mit einem Völkermord an den Israelis oder einer Vertreibung klappen würde; das wäre auch nicht besser, als der Agieren Israels im Konflikt/Krieg). Das hat mir die Lust aufs Konzert dann doch genommen.
Sonst waren schon ein paar weitere Acts übers Jahr dabei, die nicht überzeugt haben, aber das war oft kein Weltuntergang oder keine Enttäuschung.

Welches Konzert war generell am schlechtesten?
-> Kann ich nicht wirklich beantworten.

Welcher Act hatte die beeindruckendste Bühnenshow?
-> Radiohead. War aber auch die größte Show, die ich besucht hab.
Ich persönlich mag kleine Konzerte tausendmal lieber. Eine große Show brauch ich gar nicht oder ein großes Bühnenbild. Direkt vor der Bühne stehen, auf der einfach nur ein paar Verstärker stehen und eine Band, die einfach nur Bock hat zu spielen, ist mir doch lieber. Zudem mag ich das Publikum bei großen Shows oft nicht so, da geühlt immer ein paar in der Nähe sind, die Quatschen oder sich anderweitig doof benehmen. Glaub, da gibt's ne Korrelation zwischen Konzertgröße und Deppenanteil. So auch bei Radiohead: Wir standen relativ weit vor der Bühne, 1-2 Reihen schräg hinter uns paar Dudes aus den Niederlanden, die sich gefühlt die ganze Zeit unterhalten haben. Trotz mehrfacher Aufforderung von verschiedenen Personen, kamen die dem kaum der Aufforderung still zu sein nach, teils haben sie auch mit Unverständnis reagiert. Geht gar nicht. Mich persönlich haben sie jetzt nicht sooo sehr genervt, so dass ich das Konzert noch ganz gut genießen konnte. Kurioserweise haben wir die dann noch am Ostbahnhof von Berlin gesehen, im Streitgespräch mit der Polizei. Was da los war, weiß ich nicht, aber ich hab den leichten Verdacht, dass Anecken deren Motto für den Abend war...

Was war der schönste, skurrilste oder verrückteste Live-Moment in diesem Jahr? Wann hattet ihr am meisten Gänsehaut?
-> Die Zugabe von Kwoon im Publikum war schon nice. Dass ich nochmal Falling Slowly von The Swell Season live sehe, hab ich auch über Jahre nicht erwartet, folglich war das auch super schön. Jeanny haben mich wieder mit deren super persönlichen Texten gekriegt. Ach, da gab's schon ein paar tolle Momente...

Wie sah der beste Festival-Tag aus?
-> Ich fand den ersten Tag auf dem Haldern super, da der Camping Platz ein Tag früher geöffnet hatte und man so super entspannt ankommen konnte ohne zu den ersten Band hasten zu müssen.

Welches Konzert habt ihr verpasst und bereut es im Nachhinein? Warum wart ihr nicht da?
-> Ach, auf dem Zettel hab ich immer mehr, als ich sehen kann. Nine Inch Nails hätte ich gerne noch gesehen, Deafheaven, Mono, Pisse, Floodlights, Archive, ... Da ich die aber fast alle (Pisse noch nicht) gesehen hab, ist das aber schon okay so.

Katzenkraft
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Re: Live-Rückblick 2025

Beitrag von Katzenkraft » Fr 2. Jan 2026, 00:41

Was war euer bestes Konzert in diesem Jahr?

1. DEFTONES - Hurricane Festival
Um meinen Festivalbericht hier im Forum zu zitieren:
„Ich war pünktlich vor Konzertbeginn im Moshpit und mit den ersten Klängen von „Be quiet and drive (far away)“ (einem meiner Lieblingssongs, Top 3 mindestens) völlig in diesem Kosmos dieser Band, die es schon seit Ewigkeiten gibt und die ich schon als Teenager in den Neunzigerjahren lieben gelernt habe. Diese Liebe ist in den letzten Jahren etwas abgeflacht, die letzten Alben habe ich nicht mehr intensiv verfolgt und die weirden Aussagen ihres Gitarristen Steph Carpenter (Stichwort Flat Earth) sowie geräuschvolle Besetzungswechsel haben nicht geholfen, daran etwas zu ändern. An diesem Abend alles nebensächlich, Steph war nicht dabei und mein neuntes oder zehntes Konzert der Band sollte eines der besten werden, die ich bis dato erlebt habe. Mit der größte Faktor, sicherlich: Chino Moreno, Frontmann der Band. In den 90ern und frühen 2000ern absolutes Role-Model für mich und auch heute mit 52 Jahren immer noch ein faszinierender Typ auf der Bühne. Vielleicht ist er körperlich (und mglw. auch sonst) in der besten Verfassung seines Lebens. Chino tigert wie eh und je über die Bühne, kreischt, pfaucht, haucht und singt in seiner unverkennbaren Art und Weise, scheint seine Zeit auf der Bühne zu genießen und lächelt (mir auffallend) häufig. Der Rest der Band drängt sich nie in den Vordergrund, scheint aber auch keine schlechte Zeit zu haben. Abe Cunningham an den Drums sowieso weiterhin ein Tier und wie er dann den zweiten Song „My own summer“ einleitet, hat nach wie vor hohen Wiedererkennungswert. Ich habe die Zeit meines Lebens und ohne Zweifel den besten Moment des Festivals, nehme den Moshpit ohne nachzudenken mit, es geht gar nicht anders. Erwartet habe ich all das nicht, wenngleich ich mich sehr über die Buchung der Band, meiner alten Helden, gefreut habe. Auch weil ich finde, dass die Band stilistisch mit ihren diversen Einflüssen besser auf einem Festival wie dem Hurricane aufgehoben ist, als z. B. auf einem reinen Metal-Festival oder Rock am Ring. Nach vielen weiteren Klassikern (Hole in the Earth, Minerva, Change) wird mit „7 Words“ ballertechnisch geschickt abgeschlossen und viele ebenfalls Glücksgefühlige neben mir wünschen sich eine Zugabe, die natürlich nicht kommt. Wenn jemand noch ein Ticket für den 1. Februar in Hamburg zum Originalpreis (oder weniger, hehe) im Innenraum hat, gern Bescheid geben! :smile:

2. HAYDEN PEDIGO - Gretchen, Berlin 12.09.25
Ich verfolge Hayden‘s rein instrumentale Gitarren-One-Man-Show ca. seit Corona und konnte ihn glücklicherweise 2024 bereits in Hamburg sehen. Das hier aber war noch einmal um einiges stärker und vor wesentlich mehr Publikum als in Hamburg, wo vielleicht 50 Leute anwesend waren. An diesem Abend dann um die 300 bis 350 Menschen, auch zur Freude des Künstlers. Mit im Publikum: Max und Max von Die Nerven und Drangsal. Die Musik lässt sich am ehesten assoziieren mit den Soundtracks von NO COUNTRY FOR OLD MEN und BROKEBACK MOUNTAIN, die von Hayden auch als große Einflüsse für seine Songs genannt werden. Beeindruckend sind seine Konzerte mit teilweise zehnminütigen Songs deshalb, weil a) viele Tracks komplex, aber dennoch catchy daherkommen, b) das Gitarrenspiel beeindruckend ist, der Künstler holt wirklich das Maximum aus seinem Instrument heraus, c) die Totenstille und Gespanntheit im Publikum in den ruhigeren Parts und atmosphärischen Pausen seiner Lieder unvergleichlich und berührend sind und d) Hayden sich dabei aber keineswegs als unnahbares Künstlergenie inszeniert, sondern freimütig darüber spricht, was es bedeutet, auf Tour zu sein und wie er zu seinen Songs gekommen ist, häufig gewürzt mit einer Prise Selbstironie. Super Künstler, hätte am liebsten noch ein weiteres Konzert der Tour mitgenommen.

3. MOTHER TONGUE - Knust, Hamburg 26.11.25
Hier nochmal ein Selbstzitat von mir ausm Forum, zur Ankündigung der Tour: „Ich habe die Band in den 2000ern sicher um die 5, 6 Mal gesehen und halte sie für eine der besten Live-Bands, die existieren. Jetzt sind (waren) sie zum ersten Mal seit 9 Jahren wieder hier. Umso unverständlicher, dass das so wenige mitbekommen haben. In einer gerechten Welt würde diese Band in riesigen Hallen spielen und die großen Festivals headlinen. Ich hab gerade nochmal einen Teil der Diskographie durchgehört und kann es nicht fassen, dass diese Band nie fett durchgestartet ist. Gerade das Debütalbum ist ein so fantastisches Stück Musik, so viel Power, so viel Schmerz und dabei trotzdem immer catchy“. Und was ich damals geschrieben habe, hat sich dann auch beim Konzert bewahrheitet, es war fantastisch. Musik und Konzert von einer Dringlichkeit durchzogen, die ich unvergleichlich finde. Das Auftreten der Band sympathisch, enthusiastisch und immer begleitet von einer glaubwürdigen Dankbarkeit für die Menschen, die dem Konzert beiwohnen. Knust war glücklicherweise gut gefüllt, trotz Mittwochabend. Neben all den positiven Vibes auch zeitweise Gefühle der Wehmut bei mir und auf der Bühne bei einer Band, der der wirklich große Erfolg immer verwehrt geblieben ist. Von der Musik leben kann offenbar keiner in der Band, alle sind im Alltag mit anderweitigen Brotjobs beschäftigt; vor allem beim Gitarristen Bryan ist dieser Umstand bei einer Ansage zu spüren, wo er mit brüchiger, stockender Stimme und glasigen Augen von der Vergänglichkeit dieses Konzert-Moments erzählt, denn es ist ungewiss, ob es noch eine weitere Tour geben wird und kann. Top Konzert und ganz viel Liebe für diese Band.

4. FEINE SAHNE FISCHFILET - Rock im Park
Auch hier schamloses Selbstzitat: „ Zu der Band habe ich auf jeden Fall eine ambivalente Haltung, aber tendenziell würde ich mich schon als Fan bezeichnen, war immerhin mein siebtes oder achtes Konzert mit ihr. Wie ich kommt die Band aus Meck-Pomm und ihre geilen und großmäuligen Ansagen in Richtung Faschos und Sympathisanten geben mir immer wieder auf wohltuende Art und Weise das Gefühl, dass die Welt doch noch nicht verloren ist. Gleichzeitig ist Deutschpunk nicht so wirklich meine Musik und die Texte sind mir teilweise zu einfach gehalten, außerdem finde ich Trompeten und Punkrock in der Regel keine gute Kombination. Generell höre ich die Musik der Band zuhause so gut wie nie. Und dennoch trifft die Band und das Charisma von Monchi bei mir einen Nerv und die Euphorie und durchweg positive Stimmung im Publikum ist schon besonders. So auch dieses Mal. Vom ersten Moment an war ich drin und habe mich mitreißen lassen, trotz immer wieder gutem Regen zwischendurch. Es ist auch krass, dass die Band es stetig geschafft hat, ihre Popularität immer weiter zu steigern, sodass ich mir mittlerweile vorstellen kann, dass sie in den nächsten fünf Jahren den Sprung zum Headliner schaffen, vielleicht sogar bei Rock am Ring/Rock im Park. Mein persönlicher Höhepunkt des Konzertes war die Performance von „Haut an Haut“, ein neuer Song der Band über Monchis kürzlich geborene Tochter und vermutlich auch der bis dato ruhigste. Monchi hat sich vor dem Song deshalb auch erklärt und die bandinternen Unsicherheiten erwähnt, ob sie es als laute Punkrock-Band bringen können, ein so emotionales und leises Lied in ihr Set einzubauen. Und während er so erzählte, merkte man schon, wie frisch noch alles ist und wie nah ihm alles geht. Monchi angefasst mit brüchiger Stimme, glasigen Augen und mit zitternden Händen sich am Mikro festklammernd, hab ich so auch noch nicht gesehen. Großen Respekt dafür. Ich dann natürlich auch am Heulen, tat gut. Ein fantastisches Konzert der Band mal wieder“.

5. OLLI SCHULZ - Rock im Park / Hurricane Festival
Auch hier ein fröhliches Copy and Paste von mir 8-) :
„Vermutlich habe ich keinen Act so häufig gesehen wie Olli, denke mal irgendwas mit 15 Konzerten, aber er und ich sind ja auch schon seit 20 Jahren dabei. Und es sind durchgängig Wohlfühl-Konzerte für mich gewesen. Auch nach all den Jahren funktioniert die Mischung aus Untenrum-Humor, alten Hamburg-Geschichten und melancholischer wie gesellschaftskritischer Unterhaltung wunderbar bei mir. Dem Publikum ging es offenbar genauso, beste Stimmung- hab aber tatsächlich auch noch nie ein schlechtes Olli-Konzert erlebt. Olli selbst wirkte allerdings angeschlagen und erzählte davon, dass er sich eigentlich gern Biffy Clyro angesehen hätte, dann aber mit Bauchweh im Tourbus lag. Da die aktuelle Show aber bestens mit der Band eingespielt und durchgeölt ist, hat das kaum merkliche Auswirkungen gehabt und am Ende hatten alle Anwesenden einen prima Abend“.
Auf dem Hurricane „spielte OLLI SCHULZ eines seiner letzten Sommerkonzerte, bevor es vermutlich in eine längere Pause geht. Es war die gleiche Wohlfühl-Show wie bei ROCK IM PARK mit identischen Ansagen und wie immer guter Stimmung im Publikum. Olli kriegt mich immer, ein No-Brainer. Bei „Phase“ dann ein Ausflug mit Mikro durchs Publikum zum ersten Wellenbrecher, bei dem Olli in Euphorie sein beim Willy-Nelson-Konzert in den USA erworbenes Basecap in die Menge warf. Nur kurze Zeit später bemerkte er, dass dies ein großer Fehler war, weil die Sonne weiterhin unbarmherzig von oben herabballerte. So wurde er im Tausch mit einem rosa Glitzer-Cap aus dem Publikum versorgt und spielte das Konzert so zu Ende. Passt schon“.

Sehr sehr gute Konzerte übrigens auch:
*AIR im Hamburger Stadtpark
*THE BURNING HELL in Bremen
*TURNSTILE in der Sporthalle Hamburg
*BLOND in der INSELPARKHALLE Hamburg
*LUCY DACUS auf dem HURRICANE

Welcher Act hat euch positiv überrascht, bei dem ihr es vorher gar nicht erwartet hattet oder den ihr vorher gar nicht kanntet?

Am ehesten trifft das bei mir wohl auf DIE NERVEN bei Rock im Park und ANNENMAYKANTEREIT beim Hurricane zu, wobei die Bands natürlich jede Sau kennt.
DIE NERVEN: „Ursprünglich hatte ich hier vor, nur die Hälfte des Konzertes mitzunehmen, um rechtzeitig zu WEEZER wieder bei der Utopia Stage zu sein. Aber die Band und ihr fantastisches Zusammenspiel haben mich so in den Bann gezogen, dass ich bis zum Ende geblieben bin. Ich fand schon den Soundcheck unterhaltsam, weil sowohl Julian, Max als auch Kevin bei ihren Instrumentenchecks erste Interaktionen mit dem Publikum zugelassen haben. Sowieso alle drei auf ihre Art charismatisch und man merkt einfach total, dass die Band schon mehr als ein Jahrzehnt zusammenspielt. Faszinierende Band, wird mal Zeit für eine ganze Club-Show bei mir“.

ANNENMAYKANTEREIT:
„Die Headline des Abends wurde dann von ANNENMAYKANTEREIT bestritten, die ich trotz Sympathie nicht so wirklich höre. Ich war schon recht müde und hatte mir überlegt, nach vier Songs eventuell zum Zelt zurückzukehren, aber geblieben bin ich bis zum Ende, aus Gründen. Mich hat in den frühen Jahren der Band immer irritiert, dass aus einem so jungen und dünnen Typen wie Henning May eine solche Stimme herauskommen kann und konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es vielleicht auch gekünstelt oder aufgesetzt ist. Vielleicht war ich deshalb immer etwas reserviert der Band gegenüber. Nichtsdestotrotz war es ein beeindruckender und eines Headliners würdiger Auftritt. Besonders hat mir gefallen, wie klassisch akustisch (und damit untypisch im Vergleich zum restlichen Line-up) die Band unterwegs ist, auf ihre Instrumente vertraut und dabei keine oder kaum Backing-Tracks benutzt. Es wirkte so ein bisschen wie ein Lagerfeuer-Konzert oder Chanson-Abend, nur vor 40-50000 Menschen oder gar mehr. Absolut mitreißend auch, wie viele Leute die Texte der Band mitgesungen haben und sowieso im Ganzen eine friedliche und und unaufgeregte Stimmung im Publikum herrschte. Sehr schöner Abschluss des Abends“.

Welcher Support-Act konnte euch begeistern?
Leider wohl nix hängengeblieben…

Welcher Auftritt hat euch enttäuscht? Und woran lag es?
Welches Konzert war generell am schlechtesten?


Beim HURRICANE habe ich es Samstagabend „noch mit THE PRODIGY versucht, aber die Show wusste mich nicht zu erreichen. Der Verlust von Keith Flint ist das eine, aber warum wurden manche Songs bei langen Intros nur an- aber nicht ausgespielt? Maxim‘s fluchlastige Ansprachen des Publikums wirkten ziemlich drüber, wer hat in diesen Zeiten noch Bock, als „Warrior“ oder „Soldier“ bezeichnet zu werden? Hat vielleicht auch das Publikum irritiert, viel Bewegung war von mir nicht zu vernehmen. Am Ende wurde die Show zwanzig Minuten früher beendet, bezeichnend. Ich habe allerdings auch schon vor Corona eine Show der „Band“ auf dem Hurricane mitgenommen und war nicht so recht überzeugt, damals sogar noch mit Keith. Als Teenager war „The Fat of the Land“ ein wichtiges Album für mich und „Breathe“ und „Firestarter“ nach wie vor untötbare Klassiker, aber live wird das wohl in diesem Leben nix mehr zwischen mir und PRODIGY“…

Welcher Act hatte die beeindruckendste Bühnenshow?
Generell ist das nichts, was mich bei Konzerten interessiert, aber bei Rock im Park „habe ich mir noch für etwa vier Songs SLEEP TOKEN angeschaut, einfach nur aus Interesse und ohne wirklich länger reingehört zu haben. Ich wusste von den Masken, nicht aber von dem krassen Bühnenbild, was die Band mitanschleppte. Es wirkte so ein bisschen wie eine in Stein gehauene zweigeschossige Burg, wobei ein vierköpfiger Chor vom zweiten Stockwerk aus gesungen hat und das Schlagzeug im ersten Stock bedient wurde. Mittig, vom Dach der Kulisse der Bühne floss zudem ein Wasserfall (ich glaube, durchgängig) herunter, Kinnlade runter und WTF! Im Ringrocker-Forum hat jemand behauptet, die Band wäre mit 14 Trucks angereist. Klingt unglaublich, aber mit Blick auf diese Ausstattung dann auch wieder nicht“.

Was war der schönste, skurrilste oder verrückteste Live-Moment in diesem Jahr?
Vielleicht während des (wie immer) sehr guten Konzertes von THE BURNING HELL in der SCHULE21 in Bremen, Ende April, als der Frontmann davon erzählte, dass das Konzert ursprünglich im Freien stattfinden sollte (Die SCHULE21 hat sowohl eine Innen- als auch eine Außenbühne). Der Veranstalter hatte sich relativ kurzfristig dazu entschieden, das Konzert nach innen zu verlegen, weil ein Vogel auf der Open-Air-Bühne genistet hat. Abgerundet wird die Geschichte dadurch, dass der Frontmann begeisterter Birdwatcher ist und die Songs sich immer mal wieder um Vögel drehen… :lolol:

Wie sah der beste Festival-Tag aus?
Vielleicht nicht unbedingt der komplette Tag, aber mein Rock im Park-Abschluss am Sonntag mit Olli Schulz, Feine Sahne und K.I.Z. hintereinander weg, war schon wirklich perfekt.

Welches Konzert habt ihr verpasst und bereut es im Nachhinein? Warum wart ihr nicht da?
Radiohead, Berlin wegen eines ein wenig zu ausgeklügeltem Vorverkaufsystems… :thumbsdown:
Außerdem haben Soccer Mommy ihre Deutschlandtour ohne Angabe von Gründen abgesagt :sad:


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