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Die Küche isst nicht nur deko - der Nahrungszufuhrthread

Von Spam bis Gott und die Welt
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akropeter
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Re: Die Küche isst nicht nur deko - der Nahrungszufuhrthread

Beitrag von akropeter » Fr 7. Aug 2020, 17:21

Und viele der Fleischersatzprodukte sind auch für das Klima nicht besser, da sie mit viel Wasser oder auf weitem Weg durch die Lüfte zu uns gelangen.
Hamburg dies, Hamburg das, Hamburg Fachjargon!

mattkru
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Re: Die Küche isst nicht nur deko - der Nahrungszufuhrthread

Beitrag von mattkru » Fr 7. Aug 2020, 17:41

akropeter hat geschrieben:
Fr 7. Aug 2020, 17:21
Und viele der Fleischersatzprodukte sind auch für das Klima nicht besser, da sie mit viel Wasser oder auf weitem Weg durch die Lüfte zu uns gelangen.
Ich denke da gerade an den Avocado-Trend als Umweltsünder.

mattkru
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Re: Die Küche isst nicht nur deko - der Nahrungszufuhrthread

Beitrag von mattkru » Fr 7. Aug 2020, 17:44

Btw.: bei uns im Dorf-Aldi gibt es in der Resteposten-Ecke eine große Anzahl von Jackfruit-Konserven.
Kann man damit irgendwas tolles anfangen?

defpro
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Re: Die Küche isst nicht nur deko - der Nahrungszufuhrthread

Beitrag von defpro » Fr 7. Aug 2020, 18:57

SammyJankis hat geschrieben:
Fr 7. Aug 2020, 17:19
defpro hat geschrieben:
Fr 7. Aug 2020, 17:09
Was man auf jeden Fall bedenken sollte: Viele dieser Fake-Fleisch-Produkte sind auch nicht wirklich gesünder für den Körper und enthalten oft genauso viel (oder sogar noch mehr) Fett, Salz und Zucker wie Fleischprodukte. Es sind eben immer noch stark verarbeitete Lebensmittel. Wenn du also deine Ernährung nicht nur aus ethischen sondern auch aus gesundheitlichen Gründen umstellen möchtest, solltest du das im Hinterkopf behalten.
Das sollte jeder Person klar sein. Deswegen finde ich Aussagen wie "Vegan ist gesund" auch mit Vorbehalt zu genießen. Wenn ich mir jeden Tag 3x Prommes und Ketchup gönne, lebe ich auch vegan. Und wenn ich mir Fertigprodukte gönne, egal ob Fleisch oder fleischlos, ist auch irgendwie klar, dass das nicht der gesündeste Weg ist.
Ich glaube nicht, dass das jeder Person klar ist. War jetzt auch nicht auf Klaus im Konkreten bezogen. Bei Pommes mit Ketchup gebe ich dir recht, aber es gibt genug Produkte, die durch cleveres Marketing und Packaging den falschen Eindruck eines gesunden Lebensmittels erwecken. Nicht jeder studiert bei den Produkten, die im Einkaufswagen landen, ausführlich die Nährwerttabelle und Konzepte wie eine Lebensmittelampel sind ja bislang leider nur freiwillig. Ich bin selbst schon oft genug auf solche Tricks hereingefallen.

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Wishkah
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Re: Die Küche isst nicht nur deko - der Nahrungszufuhrthread

Beitrag von Wishkah » Fr 7. Aug 2020, 19:29

defpro hat geschrieben:
Fr 7. Aug 2020, 17:09
Die Green Cuisine-Produkte von Iglo fand ich bislang aber ziemlich lecker, ganz besonders die (oben nicht ganz so weggekommenen) Hackbällchen, die ich mir seit Corona tatsächlich öfter gegönnt habe.
Da hapert es bei mir tatsächlich vor allem an der Konsistenz. Die waren mir zu weich und sind im Mund gleich auseinandergefallen, das war nicht so meins. Geschmacklich ansonsten aber in Ordnung.

Habe aber auch ein Rezept für selbstgemachte vegetarische Bällchen, das mir einfach sehr viel mehr zusagt. :grin:

Dass man sich vegetarisch und vor allem vegan auch sehr ungesund und unzureichend ernähren kann, ist natürlich richtig.

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Max-Powers
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Re: Die Küche isst nicht nur deko - der Nahrungszufuhrthread

Beitrag von Max-Powers » Sa 8. Aug 2020, 09:52

Noch ein Tipp der mir gerade eingefallen ist: ich habe vor Kurzem in einem Airbnb selbstgemachte vegane Leberwurst auf Bohnenbasis gegessen. Wenn es mir niemand gesagt hätte, hätte ich geglaubt, dass das echte Leberwurst ist. Rezepte dazu findet man im Netz zu Hauf und außer Kidneybohnen und Majoran braucht man eigentlich auch nicht wirklich viel dafür :)
Meine Interessen sind Koks, Prostituierte und Reisen.

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Vanski
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Re: Die Küche isst nicht nur deko - der Nahrungszufuhrthread

Beitrag von Vanski » Sa 8. Aug 2020, 12:08

Ich kaufe Tofu und Soja Schnetzel gerne bei DM.
Soja Schnetzel ist super um es für Bolognese zu verwenden.

Und (Räucher)Tofu packe ich einfach gerne gewürfelt in Currys, zu ner Gemüsepfanne oder zum Ofengemüse.

Von DM find ich auch die Bratwürstchenganz gut.

Ansonsten find ich von den ungesünderen fake Produkten die Schnitzel mit Paprika füllung von Aldi ganz gut.

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Wishkah
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Re: Die Küche isst nicht nur deko - der Nahrungszufuhrthread

Beitrag von Wishkah » Sa 8. Aug 2020, 15:00

Vanski hat geschrieben:
Sa 8. Aug 2020, 12:08
Von DM find ich auch die Bratwürstchenganz gut.
Die kleinen Wiener von DM habe ich auch öfter im Haus, weil die nicht gekühlt werden müssen. Schmecken kalt und gebraten ganz gut.

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nilolium
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Re: Die Küche isst nicht nur deko - der Nahrungszufuhrthread

Beitrag von nilolium » Sa 8. Aug 2020, 16:39

habe in letzter zeit ebenfalls große leidenschaft für sojaschnetzel entwickelt. 10-15 minuten in gemüsebrühe eingeweicht, kurz bissi auspressen und kann mit zwiebeln, kmoblauch, gewürzen und worauf man halt bock hat, sehr schönes geschnetzeltes zaubern. oder wrap-füllung. selbes gilt dann für soja-hack. das hält halt auch ewig :)

mir war defpros anmerkung mit dem gesundheitsfaktor tatsächlich auch gar nicht so bewusst, danke für den denkanstoß!

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Re: Die Küche isst nicht nur deko - der Nahrungszufuhrthread

Beitrag von tOmAtE » Sa 8. Aug 2020, 17:24

Max-Powers hat geschrieben:
Sa 8. Aug 2020, 09:52
Noch ein Tipp der mir gerade eingefallen ist: ich habe vor Kurzem in einem Airbnb selbstgemachte vegane Leberwurst auf Bohnenbasis gegessen. Wenn es mir niemand gesagt hätte, hätte ich geglaubt, dass das echte Leberwurst ist. Rezepte dazu findet man im Netz zu Hauf und außer Kidneybohnen und Majoran braucht man eigentlich auch nicht wirklich viel dafür :)
Aus roten Bohnen lassen sich auch super Burger-Pattys o.ä. machen!
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Wishkah
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Re: Die Küche isst nicht nur deko - der Nahrungszufuhrthread

Beitrag von Wishkah » Sa 8. Aug 2020, 17:31

tOmAtE hat geschrieben:
Sa 8. Aug 2020, 17:24
Aus roten Bohnen lassen sich auch super Burger-Pattys o.ä. machen!
Mein Lieblingsrezept für Bällchen (oder alternativ Burger) aus Kidneybohnen:

Eine Ladung mit 30-40 Bällchen (je nach Größe):

Zutaten:
- eine Dose Kidneybohnen (400 g / 255 g Abtropfgewicht)
- 100 g Paniermehl
- 100 g Streukäse (z. B. Cheddar)
- ein Ei
- 1-2 Zwiebeln
- ggf. 1-3 Knoblauchzehen
- Gewürze (Salz, Pfeffer, Paprika edelsüß, Curry, italienische Kräuter etc.)
- andere Wahlzutaten (Tomatenmark, Saucen, Röstzwiebeln etc.)

Die Kidneybohnen abgießen und kurz mit Wasser abspülen und mit einem Küchentuch abtupfen. In einem Behälter zerdrücken (am besten mit einer Gabel), bis ein grober Brei entstanden ist. Dazu das Paniermehl, den Streukäse und das rohe Ei geben. Zwiebeln und Knoblauch zerkleinern und hinzufügen. Alles mit der Gabel vermengen.

Salz, Pfeffer, ordentlich Paprikapulver und Curry hinzugeben. Andere Gewürze und Wahlzutaten nach Geschmack. Alles mit den Händen gut durchkneten. Kleine Bällchen in den Handflächen formen. In einer Pfanne mit Öl knusprig anbraten. Fertig!

Varianten u. a.:
- Italienisch (mit Tomatenmark, italienischen Kräutern, getrockneten Tomaten)
- BBQ (mit Barbecuesauce, Hot-Dog-Senf, Röstzwiebeln)
- Orientalisch (mit Currypulver, Zimt, Datteln)

So gut!

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Windom Earle
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Re: Die Küche isst nicht nur deko - der Nahrungszufuhrthread

Beitrag von Windom Earle » So 9. Aug 2020, 18:49

mattkru hat geschrieben:
Fr 7. Aug 2020, 17:44
Btw.: bei uns im Dorf-Aldi gibt es in der Resteposten-Ecke eine große Anzahl von Jackfruit-Konserven.
Kann man damit irgendwas tolles anfangen?
Hab ich zweimal gekauft, einmal Curry draus gemacht, einmal „Pulled Pork“ BBQ, beides war lecker. Aber auch hier gilt halt, weder wirklich gesünder als Fleisch noch hats den besten ökologischen Fußabdruck.
Früherer Name: Ja

Blackstar
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Re: Die Küche isst nicht nur deko - der Nahrungszufuhrthread

Beitrag von Blackstar » So 9. Aug 2020, 22:47

Erst einmal grundsätzlich danke für eure Antworten. Habe da einiges rausgezogen, z.b. mal Aldi checken.

Etwas Feedback zu einigen Sachen: Von Mühlen hatte ich jetzt einiges. Fand ich jetzt mittelgut bis mäßig, meiner Freundin hat es gar nicht gepasst. Mortadella/ Leberwurst kommt mir auch im Original nicht auf den Tisch ;)

Was defpro schreibt, geht klar. Natürlich kann paniertes fertiges vegetarisches Irgendwas nur minimal besser sein als fleischliches paniertes Irgendwas. Erstmal geht es mir darum, zu gucken, wie ich zwar dem täglichen Hunger begegne dafür aber nicht unbedingt "direkt" Fleisch benötige. Wenn ich Fleisch sage, mein ich Fleisch in der Kategorie: Preisniveau täglich essen, nicht Restaurantgeilerei mit zwei Sternen, was halt zum Geburtstag mal geht, ansonsten nicht. Eigene Gesundheit ist da erstmal nebensächlich. Wirklich zum in gewisser Weise stärker in die Richtung gehen hat mich persönlich diese Tönniesgeschichte, die einem nochmal vor Augen geführt hat, was man eh schon Jahre wusste, aber dezent ausgeblendet hat.

Fleisch gibt es bei mir eh als Hauptspeise nur 1-2 Mal die Woche und da achten wir jetzt noch mehr darauf, was wir da eigentlich essen.

Suitemeister
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Re: Die Küche isst nicht nur deko - der Nahrungszufuhrthread

Beitrag von Suitemeister » Mo 10. Aug 2020, 08:30

Sojahack ist halt echt der real MVP unter den Fleischersatzprodukten einfach.
Gerade in so Sachen wie Chili oder Bolognese kann man das Hack auch einfach dadurch ersetzen ohne einen wirklichen Geschmacksverlust zu erfahren.
Und: die Mär, dass Soja auch nicht besser sei als Fleisch, ist Humbug. Ohne Gewähr für die genauen Zahlen: über 80% des weltweit angebauten Sojas werden als Tierfutter genutzt. Und bei dieser "Wertschöpfungskette" gehen noch ca. 75% des Nährwertes verloren im Vergleich zum direkten Verzehr.

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Tambourine-Man
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Re: Die Küche isst nicht nur deko - der Nahrungszufuhrthread

Beitrag von Tambourine-Man » Mo 10. Aug 2020, 13:43

Defpros Einwand ist berechtigt, auch wenn ich nicht ganz genau weiß woher diese Denke "vegetarisch = gesund" ursprünglich kommt.
Ich versuche den Anteil der verarbeiteten Fertigsachen auch gering zu halten. Vegetarisches Hack oder Burger-Patties nutze ich nie. Soja-Schnetzel sind schon der shit und bei Burger Patties kann man sich ja auch hervorragend austoben. Ich benutze tatsächlichauch Wishkahs Rezept, wobei ich den Käse in den Patties weglasse.
Wenn es mal schnell gehen muss greife ich gerne mal zum Valess-Schnitzel (die crispy sticks finde ich auch echt gut). Die Alnatura Würtchen gehen auch klar.
Meine Empfehlung sind Cevapcici-Würtchen von der Marke Vegini (im REWE erhältlich). Die sind auf Basis von Erbsen-Protein und haben die Konsistenz von groben Bratwürtchen. Die sind auch Ideal für den Grill!

Zum Thema-Avocado:
Die Avocado steht als Hass-Objekt meiner Meinung nach zu Unrecht derart im Fokus. Vielleicht ist es in Teilen die Ablehnung der foodbloggenden Klischee-Avocado-Esser/innen aus Berlin, ich weiß es nicht, denn so richtig begründet ist er nicht. Der Wasserverbrauch von 1 Kilo Rindfleisch entspricht 10-15 Kilo Avocados (je nach Quelle 1000-1500 l). Ich glaube, ich habe in meinem ganzen Leben noch keine 10 Kilo Avocado gegessen und selbst bei ausgesprochenen Fans der Frucht in meinem Umfeld würde ich sagen, dass das vielleicht der Jahresverbrauch ist, lassen wir es, wenn es hoch kommt, 20 Kilo sein. 1 Kilo Rindfleisch dagegen für den/die geneigte/n Fleischesser/in nix. Ja die Avocado ist umweltschädlich, aber bitte auch die Relationen im Auge behalten. Bananen schlagen da mit fast 1000l je Kilo zu Buche, ebenso wie Pfirsiche und selbst der Apfel kommt noch auf 700l. Irgendwas muss der Mensch schließlich Essen und auch wenn der Verzicht auf Tierisches schon viel einspart, bleibt eben ein gewisser Block immer bestehen (hier schön veranschaulicht: Link).
Was man dagegen bei der Avocado nicht vernachlässigen darf, sind die sozialen Effekte des Anbaus in den jeweiligen Regionen. Denn das Wasser wird einer bestimmten Region stark beansprucht und fehlt dort der lokalen Bevölkerung und der Landwirtschaft zu dessen Versorgung, denn der Exportschlager bringt die fette Kohle. Das Phänomen ist besonders stark ausgeprägt bei plötzlich steigender Nachfrage (siehe auch Quinoa oder zuletzt Jackfruit) und wie bei jeder Rohstoff-Extraktion durch den Westen profitieren davon nur wenige (verkürzte Darstellung des Ganzen, da gibt es noch so viel mehr). Aber das haben viele (damit mein ich nicht direkt dich mattkru, ich weiß es nicht) doch gar nicht auf dem Schirm. Da wird schnell mal gegen die Avocado geschossen, weil man mal gelesen hat, dass die super viel Wasser verbraucht. Nicht falsch, aber irgendwie auch stark verzerrt/verkürzt.
Unterm Strich kannst du deinen Fleischkonsum (also inkl. Schwein und Huhn) in Gewichtsanteilen 1:1 durch Avocados ersetzen und verbrauchst trotzdem weniger, deshalb kann ich das mediale Gebashe nur bedingt nachvollziehen.

@suitemeister Von den 20% die noch verbleiben ist immer noch nur ein kleiner Teil für den direkten Verzehr durch den Menschen bestimmt, der Großteil wird zu Öl/Fett verarbeitet. Das Soja für Schnetzel, Sojola (großer Fan) und Co wird oftmals auch schon in Europa angebaut, gerade das in Bio-Qualität.
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Suitemeister
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Re: Die Küche isst nicht nur deko - der Nahrungszufuhrthread

Beitrag von Suitemeister » Mo 10. Aug 2020, 14:20

Tambourine-Man hat geschrieben:
Mo 10. Aug 2020, 13:43
Zum Thema-Avocado:
Die Avocado steht als Hass-Objekt (...)
I see what you did there... :clown:
Tambourine-Man hat geschrieben:
Mo 10. Aug 2020, 13:43
@suitemeister Von den 20% die noch verbleiben ist immer noch nur ein kleiner Teil für den direkten Verzehr durch den Menschen bestimmt, der Großteil wird zu Öl/Fett verarbeitet. Das Soja für Schnetzel, Sojola (großer Fan) und Co wird oftmals auch schon in Europa angebaut, gerade das in Bio-Qualität.
Danke für die Ergänzung!
Wie gesagt: ich habe den Artikel/die Statistik nicht bei der Hand. War nur als Orientierung gedacht...

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akropeter
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Re: Die Küche isst nicht nur deko - der Nahrungszufuhrthread

Beitrag von akropeter » Mo 10. Aug 2020, 15:45

Alles richtig, aber ich glaube nicht, dass die Avicado beim Sonntagsbrunch jetzt unbedingt ein Rindersteak ersetzt. ;)
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NeonGolden
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Re: Die Küche isst nicht nur deko - der Nahrungszufuhrthread

Beitrag von NeonGolden » Mo 10. Aug 2020, 16:50

Tambourine-Man hat geschrieben:
Mo 10. Aug 2020, 13:43
Zum Thema-Avocado:
[…]Bananen schlagen da mit fast 1000l je Kilo zu Buche, ebenso wie Pfirsiche und selbst der Apfel kommt noch auf 700l. Irgendwas muss der Mensch schließlich Essen und auch wenn der Verzicht auf Tierisches schon viel einspart, bleibt eben ein gewisser Block immer bestehen. […]
Was man dagegen bei der Avocado nicht vernachlässigen darf, sind die sozialen Effekte des Anbaus in den jeweiligen Regionen. Denn das Wasser wird einer bestimmten Region stark beansprucht und fehlt dort der lokalen Bevölkerung und der Landwirtschaft zu dessen Versorgung, denn der Exportschlager bringt die fette Kohle. Das Phänomen ist besonders stark ausgeprägt bei plötzlich steigender Nachfrage (siehe auch Quinoa oder zuletzt Jackfruit) und wie bei jeder Rohstoff-Extraktion durch den Westen profitieren davon nur wenige (verkürzte Darstellung des Ganzen, da gibt es noch so viel mehr). Aber das haben viele (damit mein ich nicht direkt dich mattkru, ich weiß es nicht) doch gar nicht auf dem Schirm. Da wird schnell mal gegen die Avocado geschossen, weil man mal gelesen hat, dass die super viel Wasser verbraucht. Nicht falsch, aber irgendwie auch stark verzerrt/verkürzt.
Unterm Strich kannst du deinen Fleischkonsum (also inkl. Schwein und Huhn) in Gewichtsanteilen 1:1 durch Avocados ersetzen und verbrauchst trotzdem weniger, deshalb kann ich das mediale Gebashe nur bedingt nachvollziehen.
Widersprichst du dir da nicht selbst ein bisschen? Also einerseits zu sagen, dass andere Nahrungsmittel ja auch nicht viel weniger Wasser verbrauchen (Apfel z.B.) und andererseits richtigerweise darauf hinzuweisen, dass dieser Vergleich aufgrund der regionalen Unterschiede eigentlich viel komplizierter und so einfach gar nicht zulässig ist, um dann am Ende doch wieder Äpfel mit Birnen zu vergleichen. :doof:
Ich bin da ganz bei dir, dass sicher einige Leute sehr hysterisch sind, wenn es um vermeintlich "böse" Lebensmittel geht, um dann bei anderen Dingen überhaupt nicht mehr darauf zu achten oder irgendein Gefühl für Verhältnismäßigkeiten zu haben. Und ich bin selbst auch ganz weit weg davon, ein gutes Vorbild in Sachen gesunder und nachhaltiger Ernährung zu sein, daher will ich hier auch ganz bestimmt nicht die Moralkeule schwingen. Aber in Sachen Avocado finde ich das schon sehr nachvollziehbar, wenn man da immer mal wieder auf Problematiken hinweist. Bei uns gibt es bestimmt auch ein bis zwei mal im Monat eine. Aber ganz ohne schlechtes Gewissen landet sie dennoch nicht im Einkaufswagen - was übrigens auch für diverse andere überregionale oder aus sonstigen Gründen problematische Nahrungsmittel gilt.

Deinen Hinweis darauf, den virtuellen Wasserverbrauch einiger Lebensmittel zu überprüfen finde ich übrigens super. So habe ich jetzt erst begriffen, wie übel Kakao (Schokolade) und Kaffee da reinhauen. :oops:

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Re: Die Küche isst nicht nur deko - der Nahrungszufuhrthread

Beitrag von mattkru » Mo 10. Aug 2020, 17:32

Das Problem, was ich bei der Avocado auch sehe: es gibt einfach sehr viel Ausschuss, weil die Frucht so empfindlich ist. Ich denke schon, das die Läden mehr vom Großhandel abnehmen, als sie hinterher verkaufen, weil ihnen sicher bewusst ist, das 20 - 40 % der Ware vom potentiellen Kunden beim Aussuchen zu Tode gedrückt wird.

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Wishkah
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Re: Die Küche isst nicht nur deko - der Nahrungszufuhrthread

Beitrag von Wishkah » Mo 10. Aug 2020, 17:37

mattkru hat geschrieben:
Mo 10. Aug 2020, 17:32
Das Problem, was ich bei der Avocado auch sehe: es gibt einfach sehr viel Ausschuss, weil die Frucht so empfindlich ist. Ich denke schon, das die Läden mehr vom Großhandel abnehmen, als sie hinterher verkaufen, weil ihnen sicher bewusst ist, das 20 - 40 % der Ware vom potentiellen Kunden beim Aussuchen zu Tode gedrückt wird.
Das ist schon echt Wahnsinn, was hier in den Supermärkten nachmittags oft an Bergen von halb zermatschten Avocados rumliegt, von denen trotz Dumping-Preis sicherlich ein Großteil im Müll landet.

Aber natürlich auch kein exklusives Avocado-Problem. :|

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Re: Die Küche isst nicht nur deko - der Nahrungszufuhrthread

Beitrag von mattkru » Mo 10. Aug 2020, 17:46

Wishkah hat geschrieben:
Mo 10. Aug 2020, 17:37
mattkru hat geschrieben:
Mo 10. Aug 2020, 17:32
Das Problem, was ich bei der Avocado auch sehe: es gibt einfach sehr viel Ausschuss, weil die Frucht so empfindlich ist. Ich denke schon, das die Läden mehr vom Großhandel abnehmen, als sie hinterher verkaufen, weil ihnen sicher bewusst ist, das 20 - 40 % der Ware vom potentiellen Kunden beim Aussuchen zu Tode gedrückt wird.
Das ist schon echt Wahnsinn, was hier in den Supermärkten nachmittags oft an Bergen von halb zermatschten Avocados rumliegt, von denen trotz Dumping-Preis sicherlich ein Großteil im Müll landet.

Aber natürlich auch kein exklusives Avocado-Problem. :|
Ja, siehe Tomaten oder Kräutertöpfe. ‚Der Kunde‘ will halt in der Regel eine makellose Qualität bei Obst und Gemüse.

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Re: Die Küche isst nicht nur deko - der Nahrungszufuhrthread

Beitrag von Tambourine-Man » Mo 10. Aug 2020, 18:09

NeonGolden hat geschrieben:
Mo 10. Aug 2020, 16:50
Tambourine-Man hat geschrieben:
Mo 10. Aug 2020, 13:43
Zum Thema-Avocado:
[…].
Widersprichst du dir da nicht selbst ein bisschen? Also einerseits zu sagen, dass andere Nahrungsmittel ja auch nicht viel weniger Wasser verbrauchen (Apfel z.B.) und andererseits richtigerweise darauf hinzuweisen, dass dieser Vergleich aufgrund der regionalen Unterschiede eigentlich viel komplizierter und so einfach gar nicht zulässig ist, um dann am Ende doch wieder Äpfel mit Birnen zu vergleichen. :doof:
Ich bin da ganz bei dir, dass sicher einige Leute sehr hysterisch sind, wenn es um vermeintlich "böse" Lebensmittel geht, um dann bei anderen Dingen überhaupt nicht mehr darauf zu achten oder irgendein Gefühl für Verhältnismäßigkeiten zu haben. Und ich bin selbst auch ganz weit weg davon, ein gutes Vorbild in Sachen gesunder und nachhaltiger Ernährung zu sein, daher will ich hier auch ganz bestimmt nicht die Moralkeule schwingen. Aber in Sachen Avocado finde ich das schon sehr nachvollziehbar, wenn man da immer mal wieder auf Problematiken hinweist. Bei uns gibt es bestimmt auch ein bis zwei mal im Monat eine. Aber ganz ohne schlechtes Gewissen landet sie dennoch nicht im Einkaufswagen - was übrigens auch für diverse andere überregionale oder aus sonstigen Gründen problematische Nahrungsmittel gilt.

Deinen Hinweis darauf, den virtuellen Wasserverbrauch einiger Lebensmittel zu überprüfen finde ich übrigens super. So habe ich jetzt erst begriffen, wie übel Kakao (Schokolade) und Kaffee da reinhauen. :oops:
Ja, das ist widersprüchlich, keine Frage. Ich kann nach virtuellem Wasser gehen und die (immer noch schlechte) Avocado mit anderen Früchten vergleichen, lasse dadurch aber gleichzeitig außen vor, dass 100l virtuelles Wasser in Deutschland weniger problematisch sind als in Regionen, in denen Wasserknappheit herrscht und es durch die exportorientierte Landwirtschaft Verdrängungen gibt. Ich wollte damit nur aufzeigen, dass ich mir dessen bewusst bin.

Das Stichwort Apfel ist aber ein gutes Beispiel. Wwas man alles an Faktoren einbeziehen muss! Alleine die Differenzierung saisonaler Apfel Neuseeland vs nicht-saisonaler Apfel Deutschland. Ich habe schon Studien in beide Richtungen gesehen und immer kommt es auf die verschiedenen Annahmen und Hochrechnungen an, so dass man auch nicht sagen kann, welche davon nun die richtige ist. Mache mir da sehr viele Gedanken zu und versuche dies und das und ab einem gewissen Punkt setzt dann immer die Überforderung ein und dann mach ich einfach irgendwie das was ich für das beste halte...
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Re: Die Küche isst nicht nur deko - der Nahrungszufuhrthread

Beitrag von nilolium » Di 11. Aug 2020, 09:42

Könnt ihr nebenbei bitte alle mal so raushauen, was man tolles mit Linsen anstellen kann? Ich hab Bock und Interesse, was damit zu zaubern, aber irgendwie sehr uninspiriert.

Blackstar
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Re: Die Küche isst nicht nur deko - der Nahrungszufuhrthread

Beitrag von Blackstar » Di 11. Aug 2020, 09:51

nilolium hat geschrieben:
Di 11. Aug 2020, 09:42
Könnt ihr nebenbei bitte alle mal so raushauen, was man tolles mit Linsen anstellen kann? Ich hab Bock und Interesse, was damit zu zaubern, aber irgendwie sehr uninspiriert.
Glaube man kann es an Hühner verfüttern, mehr kann ich mir nicht vorstellen.

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Re: Die Küche isst nicht nur deko - der Nahrungszufuhrthread

Beitrag von mattkru » Di 11. Aug 2020, 09:57

nilolium hat geschrieben:
Di 11. Aug 2020, 09:42
Könnt ihr nebenbei bitte alle mal so raushauen, was man tolles mit Linsen anstellen kann? Ich hab Bock und Interesse, was damit zu zaubern, aber irgendwie sehr uninspiriert.
Beim Chefkoch-App einfach „Linsen“ eingeben?


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