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Zeitgeschehen / Panorama

Von Spam bis Gott und die Welt
Birdie
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Re: Zeitgeschehen / Panorama

Beitrag von Birdie » Di 23. Feb 2021, 15:23

Quadrophobia hat geschrieben:
miwo hat geschrieben:
Di 23. Feb 2021, 13:26
Quadrophobia hat geschrieben:
Di 23. Feb 2021, 13:22
Das will ich gar nicht bestreiten, aber es gibt nach wie vor keine sinnigen Konzepte dafür. Egal wie gut die Kinder in der Schule geschützt werden (könnten), der Weg dahin wird idR im Bus absolviert.
Hä die Eltern fahren die Kids heutzutage doch mit dem SUV einzeln vor die Tafel ins Klassenzimmer?
Die die sich das leisten können ja.

Kitas macht sowieso keinen Unterschied mehr, weil die "Notbetreung" in den meisten Kitas Normalbesetzung ist, weil - oh Wunder - die Eltern arbeiten müssen und es da ja nach wie vor keine Einschränkungen gibt.
Hier bin ich mir nicht so sicher. Ich kann tatsächlich nur von mir und der Kita sprechen in der mein Junior untergebracht ist.
Bei uns war es aber so, dass die Kita - trotz Notbetreuung die jeder in Anspruch nehmen kann (auch ohne Begründung) - die Auslastung bei knapp 18% war.
Mal mehr, mal weniger.

Wie das natürlich deutschlandweit ausgesehen hat, weiß ich nicht. Zumindest hatte ich bei uns das Gefühl, das ein Großteil der Eltern sich ihrer Verantwortung bewusst sind und tatsächlich nur bei keinem Plan B die Notbetreuung in Anspruch genommen haben.

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Quadrophobia
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Re: Zeitgeschehen / Panorama

Beitrag von Quadrophobia » Di 23. Feb 2021, 16:13

Birdie hat geschrieben:
Di 23. Feb 2021, 15:23
Quadrophobia hat geschrieben:
miwo hat geschrieben:
Di 23. Feb 2021, 13:26


Hä die Eltern fahren die Kids heutzutage doch mit dem SUV einzeln vor die Tafel ins Klassenzimmer?
Die die sich das leisten können ja.

Kitas macht sowieso keinen Unterschied mehr, weil die "Notbetreung" in den meisten Kitas Normalbesetzung ist, weil - oh Wunder - die Eltern arbeiten müssen und es da ja nach wie vor keine Einschränkungen gibt.
Hier bin ich mir nicht so sicher. Ich kann tatsächlich nur von mir und der Kita sprechen in der mein Junior untergebracht ist.
Bei uns war es aber so, dass die Kita - trotz Notbetreuung die jeder in Anspruch nehmen kann (auch ohne Begründung) - die Auslastung bei knapp 18% war.
Mal mehr, mal weniger.

Wie das natürlich deutschlandweit ausgesehen hat, weiß ich nicht. Zumindest hatte ich bei uns das Gefühl, das ein Großteil der Eltern sich ihrer Verantwortung bewusst sind und tatsächlich nur bei keinem Plan B die Notbetreuung in Anspruch genommen haben.
Ich glaube das hängt sehr eng mit der sozialen Lage zusammen. Hier sind beide Kitas nahezu vollbesetzt, weil die Eltern keinerlei Chance auf Homeoffice o.ä. haben, dazu kommen viele Alleinerziehende.

Ich sehe allerdings auch grad, dass in meinem Ursrpungspost ein "hier" fehlte. Wollte das nicht verallgemeinern, glaube belastbare Daten dazu gibt es überhaupt nicht. Hier im Viertel ist es nur ein sehr präsentes Thema, weil wir hier schon einen Großausbruch an der Schule direkt nebenan hatten.

Birdie
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Re: Zeitgeschehen / Panorama

Beitrag von Birdie » Di 23. Feb 2021, 16:27

Quadrophobia hat geschrieben:
Birdie hat geschrieben:
Di 23. Feb 2021, 15:23
Quadrophobia hat geschrieben: Die die sich das leisten können ja.

Kitas macht sowieso keinen Unterschied mehr, weil die "Notbetreung" in den meisten Kitas Normalbesetzung ist, weil - oh Wunder - die Eltern arbeiten müssen und es da ja nach wie vor keine Einschränkungen gibt.
Hier bin ich mir nicht so sicher. Ich kann tatsächlich nur von mir und der Kita sprechen in der mein Junior untergebracht ist.
Bei uns war es aber so, dass die Kita - trotz Notbetreuung die jeder in Anspruch nehmen kann (auch ohne Begründung) - die Auslastung bei knapp 18% war.
Mal mehr, mal weniger.

Wie das natürlich deutschlandweit ausgesehen hat, weiß ich nicht. Zumindest hatte ich bei uns das Gefühl, das ein Großteil der Eltern sich ihrer Verantwortung bewusst sind und tatsächlich nur bei keinem Plan B die Notbetreuung in Anspruch genommen haben.
Ich glaube das hängt sehr eng mit der sozialen Lage zusammen. Hier sind beide Kitas nahezu vollbesetzt, weil die Eltern keinerlei Chance auf Homeoffice o.ä. haben, dazu kommen viele Alleinerziehende.

Ich sehe allerdings auch grad, dass in meinem Ursrpungspost ein "hier" fehlte. Wollte das nicht verallgemeinern, glaube belastbare Daten dazu gibt es überhaupt nicht. Hier im Viertel ist es nur ein sehr präsentes Thema, weil wir hier schon einen Großausbruch an der Schule direkt nebenan hatten.
Das zeigt aber auch wieder deutlich, dass es hier sehr schwer ist einen passenden Mittelweg zu finden.

Was für einen Großteil der Leute funktionieren mag, lässt eine andere Gruppe komplett fallen.

Das betrifft aber nicht nur die Kinder. Meine Frau ist selbstständig und was in den Mainstream - Medien kundgetan wird, mit soforthilfen für jeden, ist auch ein schlechter Witz.
Aber hierüber habe ich mich schon genug aufgeregt.
Wir versuchen jetzt das Beste aus der Situation zu machen. Uns ist auch bewusst das es Leute gibt denen die Situation deutlich mehr zusetzt, als uns.

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Re: Zeitgeschehen / Panorama

Beitrag von Stebbie » Di 23. Feb 2021, 19:41

Quadrophobia hat geschrieben:
Di 23. Feb 2021, 16:13
Birdie hat geschrieben:
Di 23. Feb 2021, 15:23
Quadrophobia hat geschrieben:
Die die sich das leisten können ja.

Kitas macht sowieso keinen Unterschied mehr, weil die "Notbetreung" in den meisten Kitas Normalbesetzung ist, weil - oh Wunder - die Eltern arbeiten müssen und es da ja nach wie vor keine Einschränkungen gibt.
Hier bin ich mir nicht so sicher. Ich kann tatsächlich nur von mir und der Kita sprechen in der mein Junior untergebracht ist.
Bei uns war es aber so, dass die Kita - trotz Notbetreuung die jeder in Anspruch nehmen kann (auch ohne Begründung) - die Auslastung bei knapp 18% war.
Mal mehr, mal weniger.

Wie das natürlich deutschlandweit ausgesehen hat, weiß ich nicht. Zumindest hatte ich bei uns das Gefühl, das ein Großteil der Eltern sich ihrer Verantwortung bewusst sind und tatsächlich nur bei keinem Plan B die Notbetreuung in Anspruch genommen haben.
Ich glaube das hängt sehr eng mit der sozialen Lage zusammen. Hier sind beide Kitas nahezu vollbesetzt, weil die Eltern keinerlei Chance auf Homeoffice o.ä. haben, dazu kommen viele Alleinerziehende.

Ich sehe allerdings auch grad, dass in meinem Ursprungspost ein "hier" fehlte. Wollte das nicht verallgemeinern, glaube belastbare Daten dazu gibt es überhaupt nicht. Hier im Viertel ist es nur ein sehr präsentes Thema, weil wir hier schon einen Großausbruch an der Schule direkt nebenan hatten.
Hier in Sachsen, wo es ja auch offiziell nicht eine Notbetreuung, sondern ein erweiterte Regelbetreuung ist, sind um die 80% in der Kita. Es ist mir aber auch ein wenig zu einfach es auf die pure Notwendigkeit zu Arbeiten zu schieben. Auch ohne Arbeit ist eine 24/7-Betreuung der Kinder enorm kräftezehrend und nach mehreren Monaten merkt man in meinem Umfeld doch sehr, dass viele Eltern am Ende ihrer Kräfte sind. Man darf auch nicht unterschätzen, dass Entlastungslösungen wie die Großeltern in vielen Fällen derzeit nicht realisierbar sind.
Daher, so ist es mein Eindruck, freuen sich auch Familien, in denen nicht die große Notwendigkeit zur Arbeit besteht (Arbeitslosigkeit, Selbstständigkeit etc.) darüber, die Kinder in die Kita gegeben zu können, um zumindest ein wenig durchatmen zu können. Da spielt natürlich auch mit rein, dass man merkt, wie sehr die fehlenden Kontakte die Kinder belasten.

Ich will nun auch gar nicht in einen Fatalismus verfallen, der nur einen "seht guten Umgang" oder ein "Versagen" kennt, aber vielleicht wäre es ratsam gewesen die oberste Priorität auf die Offenhaltung der Schulen und Kitas zu legen, was auch eine entsprechende Priorisierung aller Beteiligten bei der Impfung bedeuten würde - dies ginge natürlich zu Lasten der Arbeitswelt und nicht zuletzt der ältesten und am gefährdetsten Bevölkerungsgruppen, so dass ich gerade in Bezug auf letztere auch wieder froh bin, hier keine Entscheidung treffen zu müssen. Nur befürchte ich, dass wir die Folgen noch lange, lange spüren werden.
(c) 26.06.2006

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Re: Zeitgeschehen / Panorama

Beitrag von Karo » Di 23. Feb 2021, 22:37

Birdie hat geschrieben:
Di 23. Feb 2021, 16:27
Wie das natürlich deutschlandweit ausgesehen hat, weiß ich nicht. Zumindest hatte ich bei uns das Gefühl, das ein Großteil der Eltern sich ihrer Verantwortung bewusst sind und tatsächlich nur bei keinem Plan B die Notbetreuung in Anspruch genommen haben.


Thüringen hat Notbetreuung, in der ein Elternteil die Bescheinigung des AGs braucht. Auslastung laut offizieller Zahlen: knapp über 45%.

HomeOffice (beide in leitender Position in Anstellung), HomeKindergardening (2 Typen) und NormalHome. Welche Verantwortung meinst du jetzt genau?

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Re: Zeitgeschehen / Panorama

Beitrag von smi » Mi 24. Feb 2021, 09:11

NeonGolden hat geschrieben:
Di 23. Feb 2021, 14:06
Jede Form von Lockerung ist gut und sinnvoll - manche mehr, manche weniger. Ohne ein nachvollziehbares Konzept, wie ein möglicher Kontrollverlust verhindert werden soll, verpufft jedoch jeglicher Sinn. Vor diesem Hintergrund sehe ich aktuell eigentlich nur flächendeckende Schnelltests als probates Mittel für Schulöffnungen oder sonstige Erleichterungen. Da diese aktuell aber nicht vorhanden sind, verstehe ich nicht, wieso bei (alles andere als geringen) Inzidenzen von 80+ irgendwas öffnet.

Nach meinem Verständnis schwappt gerade unter dem Radar mutationsbedingt die dritte Welle heran und man hat es einfach versäumt, das Infektionsgeschehen ausreichend zu drücken.
Schnelltests... auch so ein Thema, genau wie der AstraZeneca Impfstoff. Über Beide wird immer wieder und wieder negativ berichtet und das brennt sich in die Köpfe.

Schnelltests, sie identifizieren was? Infizierte, die Infektiös sind! Ja, sie erwischen nicht jede Infektion, aber sie erwischen die "Viren-Verteiler". Alle die positiv sind: Quarantäne und PCR! Natürlich sind sie, prinzipbedingt, weniger genau als PCR. Auch die falsch positivrate ist deutlich höher. Aber es kann doch primär nur um eins gehen: Die Infektionsketten zu durchbrechen und die infektiösen Personen aus dem Verkehr ziehen.

AstraZeneca verhindert schwere Verläufe/Krankenhausaufenthalte in sehr hohem Maße (sogar schon nach der 1. Dosis), aber es erkranken noch realtiv viele Personen leicht an Corona (deutlich wirksamer als z.B. die Grippeimpfungen, aber hier ist Biontec und Monderna wirklich effektiver). Es wird aber nur viel über das Erkranken berichtet und was passiert? Der effektive Impfstoff bleibt in den "Regalen" liegen...

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Re: Zeitgeschehen / Panorama

Beitrag von Engholm » Mi 24. Feb 2021, 09:55

Abseits der positiven Effekte mit den milden Verläufen: Dass man bspw. für AstraZeneca zur späteren Auffrischung und Verstärkung noch einen mRNA Impfstoff hinterherschicken kann, ist bislang nur eine Randnotiz. Dafür wird es gerade extrem hochgepuscht, wer alles AstraZeneca nicht will. "Wenn das alle nicht wollen, dann muss ja was dran sein, dass es nicht gut ist" ... "lieber nicht impfen lassen, als den schlechten abbekommen". Viele Medien tun einer sachlichen Aufklärung gerade einen Bärendienst, indem sie lieber auf Clickbait und Negativ-Berichterstattung setzen.

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Re: Zeitgeschehen / Panorama

Beitrag von dattelpalme » Mi 24. Feb 2021, 10:13

Shame on me, aber ich würde auch lieber den Biontech oder Moderna. Liegt aber auch daran, dass bei Autoimmunerkrankungen negative Auswirkungen auf die Entzündungsaktivität bei Astra Zeneca zumindest möglich sind bei mRNA so gar nicht. Zumal die Impfung u.U. sowieso weniger bringen könnte aufgrund bestimmter Medikamente...
Wenn ich Astra Zeneca bekomme, dann ist das aber so. Wollte nur mal einwerfen, dass es durchaus rationale Argumente bei manchen gibt.
„Die Welt geht vor die Hunde Mädchen, traurig aber wahr.“

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Re: Zeitgeschehen / Panorama

Beitrag von smi » Mi 24. Feb 2021, 10:57

Engholm hat geschrieben:
Mi 24. Feb 2021, 09:55
Abseits der positiven Effekte mit den milden Verläufen: Dass man bspw. für AstraZeneca zur späteren Auffrischung und Verstärkung noch einen mRNA Impfstoff hinterherschicken kann, ist bislang nur eine Randnotiz. Dafür wird es gerade extrem hochgepuscht, wer alles AstraZeneca nicht will. "Wenn das alle nicht wollen, dann muss ja was dran sein, dass es nicht gut ist" ... "lieber nicht impfen lassen, als den schlechten abbekommen". Viele Medien tun einer sachlichen Aufklärung gerade einen Bärendienst, indem sie lieber auf Clickbait und Negativ-Berichterstattung setzen.
Ganz genau das meine ich... und das selbe mit den Schnelltests "viel ungenauer als PCR Tests"... ja, aber die ansteckenden und vor allem in ein paar Minuten und nicht innerhalb von Stunden/tagen wie beim PCR.
dattelpalme hat geschrieben:
Mi 24. Feb 2021, 10:13
Shame on me, aber ich würde auch lieber den Biontech oder Moderna. Liegt aber auch daran, dass bei Autoimmunerkrankungen negative Auswirkungen auf die Entzündungsaktivität bei Astra Zeneca zumindest möglich sind bei mRNA so gar nicht. Zumal die Impfung u.U. sowieso weniger bringen könnte aufgrund bestimmter Medikamente...
Wenn ich Astra Zeneca bekomme, dann ist das aber so. Wollte nur mal einwerfen, dass es durchaus rationale Argumente bei manchen gibt.
Natürlich gibt es rationale Gründe und Argumente. Natürlich wirkt Biontech und Moderne, nach derzeitigen Erkenntnissen auch noch besser.

Wenn ich die Wahl hätte, würde ich aufgrund der (noch) geringeren Nebenwirkungen und (noch) besseren Immunaktivität auch die mRNA bevorzugen. Aber im Endeffekt will ich _irgendeinen_ der Impfstoffe. Bis ich allerdings an der Reihe bin gibt es wahrscheinlich noch 2-3 weitere Zulassungen, so wie die Testphasen derzeit aussehen...

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Re: Zeitgeschehen / Panorama

Beitrag von Quadrophobia » Mi 24. Feb 2021, 11:15

Ich finde die AstraZeneca Debatte - wie so viele um Corona - wird völlig falsch geführt. Warum sollten medizinische Kräfte denn nicht auf mRNA bestehen dürfen? Alle die für AZ aktuell in Frage kommen, sollten auch ein Anrecht auf die besten verfügbaren Vakzine haben, sie stehen ja nicht umsonst ganz oben in der Reihenfolge. Zudem sollte grad im medizinischen Bereich Priorität haben, dass auch die Weitergabe gehemmt wird und da sind die Studienergebnisse für Biontech halt am besten.

Die Frage ist nicht, warum Menschen sich nicht mit AstraZeneca impfen lassen, sondern warum die Massen des Impfstoffs, die über sind. dann nicht anderweitig verimpft werden. Die unflexible Bürokratie leistet hier halt einen Bärendienst.

Die Debatte schiebt halt mal wieder die Verantwortung auf die Individualebene und verdeckt halt wieder mal völlig das eigentliche Problem, dass weltweit enorme Todeszahlen in Kauf genommen werden, um private Profite zu schützen. Es ist nicht so, als ob Regierungen keine Instrumente haben, um Konzerne zu zwingen, einen lebenswichtigen Impfstoff freizugeben, sie wollen es nur nicht. Söder hat das ja sogar ins Spiel gebracht, aber anscheinend nur als nicht-funktionierenden Hebel auf dem Impfgipfel.

Selbst wenn man akzeptiert, dass das System eben ist, wie es ist, muss man die Verantwortung da suchen, wo das Debakel mangelnder Impfungen verursacht wurde: In einer unzureichenden Beschaffungspolitik und einer absurden Staatenkonkurrenz.

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Re: Zeitgeschehen / Panorama

Beitrag von Birdie » Mi 24. Feb 2021, 12:03

Karo hat geschrieben:
Birdie hat geschrieben:
Di 23. Feb 2021, 16:27
Wie das natürlich deutschlandweit ausgesehen hat, weiß ich nicht. Zumindest hatte ich bei uns das Gefühl, das ein Großteil der Eltern sich ihrer Verantwortung bewusst sind und tatsächlich nur bei keinem Plan B die Notbetreuung in Anspruch genommen haben.


Thüringen hat Notbetreuung, in der ein Elternteil die Bescheinigung des AGs braucht. Auslastung laut offizieller Zahlen: knapp über 45%.

HomeOffice (beide in leitender Position in Anstellung), HomeKindergardening (2 Typen) und NormalHome. Welche Verantwortung meinst du jetzt genau?
Mit Verantwortung meinte ich Eltern die eigentlich die Möglichkeit hätten, aber das System ausnutzen.

Ich kenne tatsächlich eine Mutter die Hausfrau ist und der Mann berufstätig.

Die hatte ihr Kind für 2 Tage in die notbetreuung gesteckt mit der Begründung sie will in Ruhe die Wohnung putzen...

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Re: Zeitgeschehen / Panorama

Beitrag von Stebbie » Mi 24. Feb 2021, 13:38

Quadrophobia hat geschrieben:Ich finde die AstraZeneca Debatte - wie so viele um Corona - wird völlig falsch geführt. Warum sollten medizinische Kräfte denn nicht auf mRNA bestehen dürfen? Alle die für AZ aktuell in Frage kommen, sollten auch ein Anrecht auf die besten verfügbaren Vakzine haben, sie stehen ja nicht umsonst ganz oben in der Reihenfolge. Zudem sollte grad im medizinischen Bereich Priorität haben, dass auch die Weitergabe gehemmt wird und da sind die Studienergebnisse für Biontech halt am besten.

Die Frage ist nicht, warum Menschen sich nicht mit AstraZeneca impfen lassen, sondern warum die Massen des Impfstoffs, die über sind. dann nicht anderweitig verimpft werden. Die unflexible Bürokratie leistet hier halt einen Bärendienst.

Die Debatte schiebt halt mal wieder die Verantwortung auf die Individualebene und verdeckt halt wieder mal völlig das eigentliche Problem, dass weltweit enorme Todeszahlen in Kauf genommen werden, um private Profite zu schützen. Es ist nicht so, als ob Regierungen keine Instrumente haben, um Konzerne zu zwingen, einen lebenswichtigen Impfstoff freizugeben, sie wollen es nur nicht. Söder hat das ja sogar ins Spiel gebracht, aber anscheinend nur als nicht-funktionierenden Hebel auf dem Impfgipfel.

Selbst wenn man akzeptiert, dass das System eben ist, wie es ist, muss man die Verantwortung da suchen, wo das Debakel mangelnder Impfungen verursacht wurde: In einer unzureichenden Beschaffungspolitik und einer absurden Staatenkonkurrenz.
Hier würde ich nachhaken: was versprichst du dir jetzt von einer Freigabe der Lizenzen? Das wird ja immer wieder gefordert, trotz der Einwände der Branche, die auf die enormen Vorlaufzeiten verweist. BioNTech hat im September eine weitere Produktionsstätte erworben, die erst jetzt beginnen kann, Sanofis wird als Vertragspartner ab Juni liefern können.

Und wo genau siehst du die Fehler in der Beschaffungspolitik, wenn du parallel auf eine absurde Staatenkonkurrenz verweist?

Finde ehrlich gesagt die öffentliche Debatte auch zunehmend anstrengend. Einerseits drehen sich Diskurse wochenlang um Theme, die von Seite der Betroffenen schon längst relativiert wurden, andererseits habe ich zunehmend das Gefühl dass die Probleme von gestern morgen schon als die Lösung angepriesen werden (Hallo, Föderalismus!). Das ist irgendwie sehr ermüdend, die mediale und öffentliche Debatte zu verfolgen. Leider ist auch das Coronavirus-Update mehr oder weniger unhörbar geworden, so dass hier ein wichtiger Kanal zur Sortierung weggefallen ist.
(c) 26.06.2006

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Re: Zeitgeschehen / Panorama

Beitrag von Quadrophobia » Mi 24. Feb 2021, 13:53

Stebbie hat geschrieben:
Mi 24. Feb 2021, 13:38
Quadrophobia hat geschrieben:Ich finde die AstraZeneca Debatte - wie so viele um Corona - wird völlig falsch geführt. Warum sollten medizinische Kräfte denn nicht auf mRNA bestehen dürfen? Alle die für AZ aktuell in Frage kommen, sollten auch ein Anrecht auf die besten verfügbaren Vakzine haben, sie stehen ja nicht umsonst ganz oben in der Reihenfolge. Zudem sollte grad im medizinischen Bereich Priorität haben, dass auch die Weitergabe gehemmt wird und da sind die Studienergebnisse für Biontech halt am besten.

Die Frage ist nicht, warum Menschen sich nicht mit AstraZeneca impfen lassen, sondern warum die Massen des Impfstoffs, die über sind. dann nicht anderweitig verimpft werden. Die unflexible Bürokratie leistet hier halt einen Bärendienst.

Die Debatte schiebt halt mal wieder die Verantwortung auf die Individualebene und verdeckt halt wieder mal völlig das eigentliche Problem, dass weltweit enorme Todeszahlen in Kauf genommen werden, um private Profite zu schützen. Es ist nicht so, als ob Regierungen keine Instrumente haben, um Konzerne zu zwingen, einen lebenswichtigen Impfstoff freizugeben, sie wollen es nur nicht. Söder hat das ja sogar ins Spiel gebracht, aber anscheinend nur als nicht-funktionierenden Hebel auf dem Impfgipfel.

Selbst wenn man akzeptiert, dass das System eben ist, wie es ist, muss man die Verantwortung da suchen, wo das Debakel mangelnder Impfungen verursacht wurde: In einer unzureichenden Beschaffungspolitik und einer absurden Staatenkonkurrenz.
Hier würde ich nachhaken: was versprichst du dir jetzt von einer Freigabe der Lizenzen? Das wird ja immer wieder gefordert, trotz der Einwände der Branche, die auf die enormen Vorlaufzeiten verweist. BioNTech hat im September eine weitere Produktionsstätte erworben, die erst jetzt beginnen kann, Sanofis wird als Vertragspartner ab Juni liefern können.

Und wo genau siehst du die Fehler in der Beschaffungspolitik, wenn du parallel auf eine absurde Staatenkonkurrenz verweist?
Wie, was verspreche ich mir davon? Ist das nicht völlig offensichtlich? Wenn man einen Pharmahersteller zwingt eine Formel freizugeben, kann jede entsprechende Produktionsstätte Generika herstellen. Selbstverständlich geht das nicht von heute auf morgen, aber es geht hier ja auch nicht nur um die Wartezeiten in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt. Wir dürfen halt auch nicht vergessen, dass noch niemand weiß, wie lange die Impfungen wirken und wie viele Dosen gebraucht werden, um nachzuimpfen. Ganz abgesehen davon, dass das die Beschaffung sehr viel billiger macht. Mir ist völlig klar, dass das utopisch ist und das es im Kapitalismus relativ sinnlos ist so eine einzelentscheidung zu treffen, weil sie nicht die strukturellen Probleme löst. Aber das heißt noch lange nicht, dass massive Profite mit Impfungen in Ordnung sind.

Und beim zweiten versteh ich die Frage nicht. Wo widerspricht sich das? Die EU kriegt halt trotz gleicher Verträge von Astra Zeneca massiv weniger Impfstoff als UK und hat gleichzeitig zu wenig bei Biontech und Moderna bestellt.

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Re: Zeitgeschehen / Panorama

Beitrag von Stebbie » Mi 24. Feb 2021, 19:36

Das basiert doch im Grunde auf einer falschen (bzw. nicht überprüfbaren) Aussage seitens AstraZeneca, wurde die letzte Woche dort weithin diskutiert. Den (mittlerweile geleakten) Vertrag hat die Regierung der UK tatsächlich (mWn) erst einen Tag später als die EU unterzeichnet. Man sollte nicht vergessen, dass Staaten wie Israel, das United Kingdom oder auch die USA auch so gut dastehen, weil sie mit ziemlich harten Bandagen eingekauft haben oder auch den Export von Impfstoffen, die im eigenen Land produziert werden, untersagen. Hier rechne ich es der EU, die sicherlich auch Fehler begangen hat oder rückblickend hier und da hätte mehr machen können, nach wie vor hoch an, dass sie eben nicht diese europäische Staatenkonkurrenz wollte, sondern auf eine solide und mit allen Mitgliedern abgestimmte Lösung setzte, damit eben nicht die Bundesrepublik alleine alles aufkauft. Wollen wir jetzt im Lichte der Pandemie wieder zuerst auf uns blicken?

Darüber hinaus ist es doch absurd der EU vorzuwerfen, sie würde den Profit schützen, wenn sie doch während der Verhandlungen den Preis enorm senken konnte. Anfang des Monats, vor bekanntwerden der Verhandlungsdetails, wurde der EU sogar noch vorgeworfen, dass sie im Vergleich zum UK, den USA oder Israel viel zu wenig für die Beschaffung des BioNTech-Impfstoffs ausgegeben habe.

Über die Frage der Verteilung der Einkäufe wurde doch auch hinlänglich gesprochen - hätte, hätte, Fahrradkette. Die Verhandlungen wurden weit vor den Zulassungen geführt, als ja auch noch gar nicht absehbar war, dass die Entwicklung von CureVac/Bayer oder Sanofis/GSK weit länger brauchen würden. Am Ende schaut es so aus, dass jeder bis Ende des Sommers sein Impfgebot erhalten wird. Hätte die jenseits der 1.9 Mrd. bestellten Dosen, die weit mehr als genug sein sollten, mehr bei BioNTech oder Moderna bestellt, dann wäre es angesichts der begrenzten Produktionskapazitäten kaum schneller gegangen, man hätte schlichtweg länger Lieferungen erhalten. Das einzige was geholfen hätte wären mehr Zulassungen verschiedener Impfstoffe. Die gibt es aber nun einmal nicht.
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