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Der Konzertbesuchsthread

Konzerte, Platten & Musik im TV
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glutexo2000
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von glutexo2000 » So 16. Feb 2020, 11:27

Auch ich habe mir das frühe Event des Jahres nicht entgehen lassen: The Strokes in der Berliner Columbiahalle. Wir waren um kurz vor Einlass da, ich war lange nicht mehr so früh auf einem Konzert und habe an einer so langen Schlange angestanden. Altersschnitt lag nach meinem Empfinden recht ausgeglichen zwischen 20-40. Der Einlass verlief problemlos, ebenso alles an der Garderobe, weil wir noch relativ früh waren. Bei Konzertende war das da oben natürlich eine Katastrophe, ein Punkt weshalb ich die Halle eigentlich meide. Die Merch Preise mit Shirts oder Tour Plakat für 35€ dürftig. Bin aber trotzdem beim Plakat schwach geworden, die bekommt man ja seltener noch im Nachhinein.
Support waren Gurr. Abgespeichert unter Instagram-Indie finde ich die Musik langweilig bis nervig und die Live Performances ganz in Ordnung. Ich meine sie haben mit Moby Dick angefangen und haben danach 30 Minuten gespielt. Vor allem in den Ansagen hat man Ihnen ihre Aufregung angemerkt. Dennoch ganz sympathisch. Das Publikum war auch schon ganz gut dabei, man hat die Anspannung allerdings gespürt, dass in wenigen Minuten DIE Band ihrer Jugend spielen wird. Beim letzten ausladenden Song von Gurr ist die eine Sängerin, dessen Stimme ich auf Dauer sehr anstrengend finde und die leider auch immer und überall mitsingt, nochmal ausgerastet und hat sogar einen Stage Dive hingelegt. Ihre Rockstar Performance am Ende habe ich ihr aber irgendwie nicht abgenommen und mir erschien das alles etwas albern. Ansonsten guter Auftritt.
Nach 50 Minuten Pause hat das Warten dann endlich ein Ende. Ich selbst habe die Strokes noch nie gesehen, hatte mich aber schon darauf eingestellt, dass Julian nicht gut drauf sein könnte und ich eher ernüchternd aus der Halle kommen könnte. Völlig falsche Einstellung. Die Band war super aufgelegt, Julian Casablancas mit seiner gewohnten fuck-off Attitude sehr gut gelaunt und mit Bock bei der Sache. Das Publikum war ab dem ersten Ton von Heart in a Cage komplett dabei, die ganze Halle bebte. Selbst beim vermeintlich ruhigeren, zweiten Song You Only Live Once wurde gesprungen und getanzt was das Zeug hält. Bei New York City Cops kam es vor wie ein einziger Pit und ich musste meinen schwer erkämpften Platz vorne doch aufgeben. Weiter hinten war es dann auch ab The Adults Are Talking ein bisschen ruhiger. Über meinen persönlichen Lieblingssong Autonatic Stop habe ich mich sehr gefreut, da er zuletzt nicht immer gespielt wurde. Sowieso ließ die Setlist keine Wünsche übrig. Fans der letzten Alben, wozu ich mich auch zähle, hätten sicher noch gern den ein oder anderen Song von Angles, bzw. Welcome To Japan vom letzten Werk gehört, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Denn mit Reptilia, Last Nite, Hard To Explain, The Modern Age, usw. wurde Hit an Hit gereiht und jeder und jede kam auf ihre Kosten. Die Zugabe ging mit Juicebox nochmal richtig steil, gefolgt von What Ever Happened?, was mich auch sehr positiv überrascht hat. Someday zum Schluss hat den Abend perfekt gemacht und ich denke alle sind zufrieden nach Hause gegangen. 75 Minuten Power und für einige wohl sehr emotionale Momente. Die Stimmung insgesamt war so von Aufregung und Vorfreude aufgeladen, sowas habe ich echt selten erlebt. Da konnte ich auch gut über den eher mäßigen Sound in der Halle hinwegsehen.
Richtig gutes Konzert. Falls noch mehr in Deutschland kommen sollten, bin ich sofort wieder dabei.

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Taksim
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Taksim » So 16. Feb 2020, 18:15

defpro hat geschrieben:
Fr 14. Feb 2020, 17:46
Ich war am letzten Sonntag bei ScHoolboy Q in der Frankfurter Batschkapp. Etwas schade ist es schon, dass die Booker meines geliebten Schlachthofs, die ansonsten natürlich einen großartigen Job machen, so wirklich gar keine Connections zu Bookern von US-Rappern haben. Hier hätte es sich tatsächlich mal besonders angeboten, da ScHoolboy Q sogar in Wiesbaden geboren ist.
Wie witzig :smile:
defpro hat geschrieben:
Fr 14. Feb 2020, 17:46
Support war Q's TDE-Kollege Jay Rock, worüber ich mich besonders gefreut habe, gehört er für mich doch derzeit zu den spannendsten US-Rappern. Der Setlist-Fokus lag stark auf der aktuellen Platte "Redemption", die versucht, aktuelle Trap-Einflüsse mit dem klassischen West-Coast-Sound zu verbinden und das in den meisten Fällen auch ziemlich gut hinbekommt (beste Beispiele die Hit-Single "WIN" oder der Grammy-Gewinner "King's Dead").
So ein Hammertrack :sabber:
Hab das Gefühl, weil der "nur" auf einem Soundtrack war, geht der ein bisschen unter.
defpro hat geschrieben:
Fr 14. Feb 2020, 17:46
Größtes Highlight war auch hier wieder (wie sollte es anders sein) Kendricks "Money Trees". Ein Song für die Ewigkeit! :herzen2:
Wie hat er das dann bei dem und bei "King's Dead" gemacht? Werden die anderen Parts dann von seinen Kollegen gerappt oder kommen die dann vom Band?
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Stebbie
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Stebbie » Mo 17. Feb 2020, 10:07

glutexo2000 hat geschrieben:
So 16. Feb 2020, 11:27
Auch ich habe mir das frühe Event des Jahres nicht entgehen lassen: The Strokes in der Berliner Columbiahalle. Wir waren um kurz vor Einlass da, ich war lange nicht mehr so früh auf einem Konzert und habe an einer so langen Schlange angestanden. Altersschnitt lag nach meinem Empfinden recht ausgeglichen zwischen 20-40. Der Einlass verlief problemlos, ebenso alles an der Garderobe, weil wir noch relativ früh waren. Bei Konzertende war das da oben natürlich eine Katastrophe, ein Punkt weshalb ich die Halle eigentlich meide. Die Merch Preise mit Shirts oder Tour Plakat für 35€ dürftig. Bin aber trotzdem beim Plakat schwach geworden, die bekommt man ja seltener noch im Nachhinein.
Support waren Gurr. Abgespeichert unter Instagram-Indie finde ich die Musik langweilig bis nervig und die Live Performances ganz in Ordnung. Ich meine sie haben mit Moby Dick angefangen und haben danach 30 Minuten gespielt. Vor allem in den Ansagen hat man Ihnen ihre Aufregung angemerkt. Dennoch ganz sympathisch. Das Publikum war auch schon ganz gut dabei, man hat die Anspannung allerdings gespürt, dass in wenigen Minuten DIE Band ihrer Jugend spielen wird. Beim letzten ausladenden Song von Gurr ist die eine Sängerin, dessen Stimme ich auf Dauer sehr anstrengend finde und die leider auch immer und überall mitsingt, nochmal ausgerastet und hat sogar einen Stage Dive hingelegt. Ihre Rockstar Performance am Ende habe ich ihr aber irgendwie nicht abgenommen und mir erschien das alles etwas albern. Ansonsten guter Auftritt.
Nach 50 Minuten Pause hat das Warten dann endlich ein Ende. Ich selbst habe die Strokes noch nie gesehen, hatte mich aber schon darauf eingestellt, dass Julian nicht gut drauf sein könnte und ich eher ernüchternd aus der Halle kommen könnte. Völlig falsche Einstellung. Die Band war super aufgelegt, Julian Casablancas mit seiner gewohnten fuck-off Attitude sehr gut gelaunt und mit Bock bei der Sache. Das Publikum war ab dem ersten Ton von Heart in a Cage komplett dabei, die ganze Halle bebte. Selbst beim vermeintlich ruhigeren, zweiten Song You Only Live Once wurde gesprungen und getanzt was das Zeug hält. Bei New York City Cops kam es vor wie ein einziger Pit und ich musste meinen schwer erkämpften Platz vorne doch aufgeben. Weiter hinten war es dann auch ab The Adults Are Talking ein bisschen ruhiger. Über meinen persönlichen Lieblingssong Autonatic Stop habe ich mich sehr gefreut, da er zuletzt nicht immer gespielt wurde. Sowieso ließ die Setlist keine Wünsche übrig. Fans der letzten Alben, wozu ich mich auch zähle, hätten sicher noch gern den ein oder anderen Song von Angles, bzw. Welcome To Japan vom letzten Werk gehört, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Denn mit Reptilia, Last Nite, Hard To Explain, The Modern Age, usw. wurde Hit an Hit gereiht und jeder und jede kam auf ihre Kosten. Die Zugabe ging mit Juicebox nochmal richtig steil, gefolgt von What Ever Happened?, was mich auch sehr positiv überrascht hat. Someday zum Schluss hat den Abend perfekt gemacht und ich denke alle sind zufrieden nach Hause gegangen. 75 Minuten Power und für einige wohl sehr emotionale Momente. Die Stimmung insgesamt war so von Aufregung und Vorfreude aufgeladen, sowas habe ich echt selten erlebt. Da konnte ich auch gut über den eher mäßigen Sound in der Halle hinwegsehen.
Richtig gutes Konzert. Falls noch mehr in Deutschland kommen sollten, bin ich sofort wieder dabei.
Kann mich dem nur anschließen - meine Erwartungen kreisten auch irgendwo zwischen richtig großer Abend und weirder Abend mit einer launigen Band, die nochmal eincashen will. Ich hab sie ja '06 auf dem Hurricane gesehen und bin daher etwas vorgeprägt.

Aber der Abend hat meine kühnsten Erwartungen übertroffen - dabei fand ich auch Gurr besser als du. Hab die aber auch schon drei mal gesehen und gerade auf dem Haldern Pop im vergangenen Sommer war es ein absolutes Highlight. Für einen Supportgig war es schon sehr gut und vor allem: sehr passend.

Die Wartepause zu den Strokes hat die Stimmung dann aber ein wenig gekillt, auch weil es sehr, sehr voll und eng wurde, weshalb ich mich ein wenig geärgert habe, dass ich nicht auf den Balkon gegangen bin. Aber ich habe es selten so erlebt, dass die Stimmung von fast genervt (ob der langen Wartepause) binnen Sekunden so explodierte, als die ersten Takte von Heart in a Cage gespielt wurden. Binnen Sekunden war die ganze Columbiahalle ein Tollhaus und sollte es auch eigentlich für den gesamten Abend bleiben. Bis weit hinters Soundboard wurde getanzt, gesprungen und textsicher mitgesungen, dass ich mich wieder wie Mitte der 2000er als 20-jähriger gefühlt habe. Ich persönlich finde auch, dass die Band in einer Indoor-Location viel, viel besser funktioniert als auf der Open-Air-Bühne. Natürlich war das Publikum auch eine Menge voller Bros, die sich und ihre Kollegen am Abend selbst gefeiert haben und vor allem die vielen fliegenden Hartplastikbecher fand ich uncool - auch, weil ich immer die Sorge hatte, dass Julian mal von einem getroffen werden könnte. Aber zum Glück scheint nichts passiert zu sein.
Manch einer um mich herum war angesichts der 75 Minuten ein weing enttäuscht, aber mir ist manchmal auch ein stimmiges Konzert lieber als ein langes, und abgesehen von Machu Picchu und Take It Or Leave It haben ich mir eigentlich keinen Song vermiss, weshalb der Abend dann auch das erhoffte Highlight des Jahres wurde - und eigentlich sogar noch etwas mehr.
(c) 26.06.2006

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Quadrophobia
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Quadrophobia » Mo 17. Feb 2020, 10:32

Kann mich allem nur anschließen. War immer noch krank, aber mit Medikamentencocktail und nem Bier ging dann ganz gut. Musste mich nur etwas zurückhalten, hatte aber einen perfekten Platz direkt am Mischpult. Von mir aus, hätten sie jeden Song ihrer Diskographie spielen können, aber die Auswahl war schon ziemlich gut. Vor allem Ire of the World :herzen2:

C-Halle ist natürlich restlos scheiße und die Garderobensituation unverantwortlich, aber selbst das konnte die Stimmung nicht killen.

defpro
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von defpro » Mo 17. Feb 2020, 13:48

Taksim hat geschrieben:
So 16. Feb 2020, 18:15
defpro hat geschrieben:
Fr 14. Feb 2020, 17:46
Support war Q's TDE-Kollege Jay Rock, worüber ich mich besonders gefreut habe, gehört er für mich doch derzeit zu den spannendsten US-Rappern. Der Setlist-Fokus lag stark auf der aktuellen Platte "Redemption", die versucht, aktuelle Trap-Einflüsse mit dem klassischen West-Coast-Sound zu verbinden und das in den meisten Fällen auch ziemlich gut hinbekommt (beste Beispiele die Hit-Single "WIN" oder der Grammy-Gewinner "King's Dead").
So ein Hammertrack :sabber:
Hab das Gefühl, weil der "nur" auf einem Soundtrack war, geht der ein bisschen unter.
Och, der Black Panther-Soundtrack wurde doch eigentlich ganz gut aufgenommen. Q hat mit "X" später auch noch einen Song davon gespielt. "King's Dead" war in gekürzter Fassung (ohne den B-Part mit Kendrick) auch auf der letzten Jay Rock-Platte enthalten.
Taksim hat geschrieben:
So 16. Feb 2020, 18:15
defpro hat geschrieben:
Fr 14. Feb 2020, 17:46
Größtes Highlight war auch hier wieder (wie sollte es anders sein) Kendricks "Money Trees". Ein Song für die Ewigkeit! :herzen2:
Wie hat er das dann bei dem und bei "King's Dead" gemacht? Werden die anderen Parts dann von seinen Kollegen gerappt oder kommen die dann vom Band?
Im Regelfall werden fremde Feature-Parts entweder weggelassen oder laufen im Playback. Ich habe das Gefühl, beim Hip-Hop gelten Texte irgendwie stärker als geistiges Eigentum des jeweiligen Interpreten, sodass es anmaßend wäre, wenn jemand anderes diese Texte rappen würde.
Bei "Money Trees" gab es dementsprechend nur den Jay Rock-Verse und die Kendrick-Hook war Playback, bei "King's Dead" kam der Future-Part auch vom Band. Aber die Leute feiern das trotzdem, das stört also niemanden. Wobei ich auch schon Rap-Konzerte mit komplettem Vollplayback gesehen habe und das auch niemanden gestört hat :lol:

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Taksim
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Taksim » Mo 17. Feb 2020, 14:23

defpro hat geschrieben:
Mo 17. Feb 2020, 13:48
Taksim hat geschrieben:
So 16. Feb 2020, 18:15
defpro hat geschrieben:
Fr 14. Feb 2020, 17:46
Support war Q's TDE-Kollege Jay Rock, worüber ich mich besonders gefreut habe, gehört er für mich doch derzeit zu den spannendsten US-Rappern. Der Setlist-Fokus lag stark auf der aktuellen Platte "Redemption", die versucht, aktuelle Trap-Einflüsse mit dem klassischen West-Coast-Sound zu verbinden und das in den meisten Fällen auch ziemlich gut hinbekommt (beste Beispiele die Hit-Single "WIN" oder der Grammy-Gewinner "King's Dead").
So ein Hammertrack :sabber:
Hab das Gefühl, weil der "nur" auf einem Soundtrack war, geht der ein bisschen unter.
Och, der Black Panther-Soundtrack wurde doch eigentlich ganz gut aufgenommen. Q hat mit "X" später auch noch einen Song davon gespielt. "King's Dead" war in gekürzter Fassung (ohne den B-Part mit Kendrick) auch auf der letzten Jay Rock-Platte enthalten.
Schon, aber es ist dann eben doch kein richtiges Album. Aber gut zu wissen, dass Jay Rock den doch noch auf seine Platte gepackt hat.
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Marc1904
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Marc1904 » Di 18. Feb 2020, 22:04

Ich habe dann letzte Woche mal mein Konzertjahr eingeläutet...and you will know us by the trail of dead in Bielefeld. Hat mir ganz gut gefallen...Nachlese und ein paar Bilder findet man hier:

http://www.gestromt.de/2020/02/16/and-y ... 3-02-2020/

mattkru
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von mattkru » Mi 19. Feb 2020, 06:52

Slipknot spielten gestern in der Westfallenhalle in Dortmund und hatten den mit Abstand miesesten Sound, den ich je auf einem Konzert gehört habe. Selbst jede Punkband früher im Jugendzentrum klang besser als dieser Mist. Ich bin immer noch pissig, das sie für den Preis einem sowas vorgesetzt haben. Irgendwie hatte mir dies das gesamte Konzert komplett kaputt gemacht.

Behemoth als Special Guest fand ich persönlich ziemlich gut; aber das Publikum konnte mit ihnen nichts anfangen, so das quasi keine Stimmung aufkam.

down
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von down » Mi 19. Feb 2020, 11:01

mattkru hat geschrieben:
Mi 19. Feb 2020, 06:52
Slipknot spielten gestern in der Westfallenhalle in Dortmund und hatten den mit Abstand miesesten Sound, den ich je auf einem Konzert gehört habe. Selbst jede Punkband früher im Jugendzentrum klang besser als dieser Mist. Ich bin immer noch pissig, das sie für den Preis einem sowas vorgesetzt haben. Irgendwie hatte mir dies das gesamte Konzert komplett kaputt gemacht.

Behemoth als Special Guest fand ich persönlich ziemlich gut; aber das Publikum konnte mit ihnen nichts anfangen, so das quasi keine Stimmung aufkam.
Ok krass, der Sound war Montag in Berlin auch unglaublich mies! Dachte das war nur da so. Hatte Sitzplätze und man konnte die Songs nur erahnen. Zum Glück die Tickets sehr günstig bei Ebay geschossen, sonst wäre ich echt sauer bei 90 Euro. Aber auch so, war das leider echt kein gutes Konzert.

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von mattkru » Mi 19. Feb 2020, 11:31

down hat geschrieben:
Mi 19. Feb 2020, 11:01
mattkru hat geschrieben:
Mi 19. Feb 2020, 06:52
Slipknot spielten gestern in der Westfallenhalle in Dortmund und hatten den mit Abstand miesesten Sound, den ich je auf einem Konzert gehört habe. Selbst jede Punkband früher im Jugendzentrum klang besser als dieser Mist. Ich bin immer noch pissig, das sie für den Preis einem sowas vorgesetzt haben. Irgendwie hatte mir dies das gesamte Konzert komplett kaputt gemacht.

Behemoth als Special Guest fand ich persönlich ziemlich gut; aber das Publikum konnte mit ihnen nichts anfangen, so das quasi keine Stimmung aufkam.
Ok krass, der Sound war Montag in Berlin auch unglaublich mies! Dachte das war nur da so. Hatte Sitzplätze und man konnte die Songs nur erahnen. Zum Glück die Tickets sehr günstig bei Ebay geschossen, sonst wäre ich echt sauer bei 90 Euro. Aber auch so, war das leider echt kein gutes Konzert.
Der Sound letztes Jahr in Hannover war auch nicht großartig. Aber das gestern ging gar nicht.

Das man Metal im einer Arena wirklich gut abmischen kann, haben letztens Amon Amarth in Oberhausen bewiesen.

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von down » Mi 19. Feb 2020, 11:39

Vor einigen Jahren in Hamburg war es auch vollkommen in Ordnung, keine Ahnung, was da bei dieser Tour los ist. Liest man ja bei diversen Shows, dass es nicht geil ist.

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Flecha
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Flecha » Mi 19. Feb 2020, 11:44

War Sonntag in Hamburg bei Slipknot und der Sound war definitiv schlechter als 2015 an gleicher Stelle. Aber auch nicht so mies, dass es einem das Konzert versaut hätte. Etwas blechern, aber gerade Corey war sehr gut zu hören. Sehr gutes Set (Eyeless :herzen2: ).

Behemoth vorher haben das Publikum etwas gespalten. Viele haben sie definitiv angefeiert, also zumindest im Innenraum. Einige dachten aber auch, dass man da schon kräftig moshen könnte, der zu Beginn geöffnete Pit versandete dann recht schnell. :lol: sicherlich die düsterste Band, die jemals in der Arena gespielt hat.
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NevermindBred
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von NevermindBred » So 23. Feb 2020, 12:00

Marc1904 hat geschrieben:
Di 18. Feb 2020, 22:04
Ich habe dann letzte Woche mal mein Konzertjahr eingeläutet...and you will know us by the trail of dead in Bielefeld. Hat mir ganz gut gefallen...Nachlese und ein paar Bilder findet man hier:

http://www.gestromt.de/2020/02/16/and-y ... 3-02-2020/
Am Freitag war ich bei Trail of Dead in Hamburg. Das Konzert fand im Stage Club statt und war mein erster Besuch dort. An sich eine nette Location, dennoch für Konzerte eher ungewöhnlich. Sympathisch fand ich bereits am Anfang, dass Conrad Keely vor dem Konzert bereits lange am Merch-Stand stand.
Vorband war Henry Alex Foster, der mit fünf Bandmitgliedern fast eine Stunde gespielt hatte und dabei 5 Songs performte. Wir konnten dem ganzen leider nichts abgewinnen. Musikalisch mag das dennoch gepasst haben.
Zu Trail of Dead sind wir direkt nach vorne gegangen. Ich habe die Band nicht wirklich mit einem bestimmten Album entdeckt. Dabei sind Worlds Apart und So Divided (kein Song gespielt) die Alben, die ich am meisten gehört habe. Schon bevor das gute neue Album X:The Godless Void and Other Stories veröffentlicht wurde, hatte ich bereits mein Ticket und wollte Trail of Dead von meiner Must-See-Liste streichen. Ich erinnere mich wie die Band damals als eine der "lautesten Bands" angepriesen wurde und auch hier war es nicht anders. Die Band strahlte jede Menge Spielfreude aus und spielten Songs aus sechs Alben. Dabei waren meine Highlights Worlds Apart sowie Caterwaul und Will You Smile Again?. Das Publikum war super gelaunt, textsicher und feierte ausgiebig, sodass bereits beim dritten Song der erste Moshpit am Start war.

Ein toller Freitagabend, eine klasse Liveband und eine absolute Liveempfehlung. :thumbs:

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von nilolium » Di 25. Feb 2020, 09:16

NevermindBred hat geschrieben:
So 23. Feb 2020, 12:00
Dabei sind Worlds Apart und So Divided [...] die Alben, die ich am meisten gehört habe.
Same here, hat mich aufm BKS deshalb etwas enttäuscht, dass sie nix davon gespielt haben. Sehe nun gerade, dass sie dort dafür das komplette Source Tags & Codes runtergezockt haben.

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Ruby
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Ruby » Do 27. Feb 2020, 15:25

Das Konzert von Algiers in Frankfurt ist auf Bandcamp anzuhören:
https://algierstheband.bandcamp.com/
New live Frankfurt Bandcamp recording up:
"This recording documents one of the most memorable and freeing shows in the band's 5 years of performing together. After a series of negative concert reviews from the previous few nights in the German music press, accusing the band of not being political enough on stage and criticizing their presence, Algiers took the stage in Frankfurt particularly focused and combative. The pinnacle of the set was a one-off performance of 2019's Can The Sub_Bass Speak? A moment that featured singer, Franklin James Fisher, furiously reciting reviews back at the shocked audience while, Tristan Griffin, simultaneously translates line for line into German over the top of free jazz horn. Shortly after, the onstage electronics literally melted down as the set devolved into a frenzied avant-garde piano/sax/drum odyssey. This is Algiers at its most confrontational and at times its most chaotic. A testament to a band that, for at least one night, was untouchable on stage."
Das Konzert war ziemlich experimentell im Gegensatz zu ihrem Konzert in Köln vor zwei Jahren. Aber nicht schlechter, sondern einfach anders. Ich hab bis dahin nichts von schlechten Rezensionen mitbekommen, aber Franklin war ziemlich angepisst.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von hecht0r » Do 27. Feb 2020, 15:38

Der Auftritt in Schorndorf hatte einige negative Reviews. Von der schlechten Sound durch den bandeigenen Tontechniker bis hinzu fehlender Ansagen konnte man da einiges lesen.

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Ruby » Do 27. Feb 2020, 18:35

Sind nicht so die Plappermäulchen, das stimmt wohl. :grin: Finde ich jetzt nicht so dramatisch. Besser so als die ewig gleichen Phrasen. :doof:
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von ArcticMonkey90 » Do 27. Feb 2020, 19:38

Ruby hat geschrieben:
Do 27. Feb 2020, 18:35
Sind nicht so die Plappermäulchen, das stimmt wohl. :grin: Finde ich jetzt nicht so dramatisch. Besser so als die ewig gleichen Phrasen. :doof:
Wenn ich mich richtig erinnere haben Massive Attack in Frankfurt auch kein Wort gesprochen. Nicht mal ein Hallo oder ein Dankeschön am Schluss. Meine Eltern, die selten auf Konzerte gehen hat des auch gestört. Ich wusste ja sie haben große Egos. Bei Algiers fand ich das Konzert damals auch im Zoom sehr gut. Viel geredet hat er damals auch nicht. Es sollte meiner Meinung in erster Linie ums Konzert an sich gehen. Habe auch schon viele Künstler gesehen, wo man genau weiß morgen erzählt er genau das selbe. Glaube das schlimmste war 30secs.

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Ruby » Fr 28. Feb 2020, 16:06

Es war jetzt auch nicht so, dass sie gar nichts gesagt haben. Weder in Köln noch letzte Woche in Frankfurt. :smile:
Terrorkommando Riesling Spätlese

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von defpro » Sa 29. Feb 2020, 02:13

Ruby hat geschrieben:
Fr 28. Feb 2020, 16:06
Es war jetzt auch nicht so, dass sie gar nichts gesagt haben. Weder in Köln noch letzte Woche in Frankfurt. :smile:
Beim Sziget im letzten Jahr gab es auch mehrere Ansagen. Fand ich auch damals sehr gut. Allerdings sind für mich die Texte schon aussagekräftig genug, sodass ich der Band fehlende Ansagen auch nicht negativ ankreiden würde.

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Marc1904 » So 1. Mär 2020, 19:57

NevermindBred hat geschrieben:
So 23. Feb 2020, 12:00
Marc1904 hat geschrieben:
Di 18. Feb 2020, 22:04
Ich habe dann letzte Woche mal mein Konzertjahr eingeläutet...and you will know us by the trail of dead in Bielefeld. Hat mir ganz gut gefallen...Nachlese und ein paar Bilder findet man hier:

http://www.gestromt.de/2020/02/16/and-y ... 3-02-2020/
Am Freitag war ich bei Trail of Dead in Hamburg. Das Konzert fand im Stage Club statt und war mein erster Besuch dort. An sich eine nette Location, dennoch für Konzerte eher ungewöhnlich. Sympathisch fand ich bereits am Anfang, dass Conrad Keely vor dem Konzert bereits lange am Merch-Stand stand.
Vorband war Henry Alex Foster, der mit fünf Bandmitgliedern fast eine Stunde gespielt hatte und dabei 5 Songs performte. Wir konnten dem ganzen leider nichts abgewinnen. Musikalisch mag das dennoch gepasst haben.
Zu Trail of Dead sind wir direkt nach vorne gegangen. Ich habe die Band nicht wirklich mit einem bestimmten Album entdeckt. Dabei sind Worlds Apart und So Divided (kein Song gespielt) die Alben, die ich am meisten gehört habe. Schon bevor das gute neue Album X:The Godless Void and Other Stories veröffentlicht wurde, hatte ich bereits mein Ticket und wollte Trail of Dead von meiner Must-See-Liste streichen. Ich erinnere mich wie die Band damals als eine der "lautesten Bands" angepriesen wurde und auch hier war es nicht anders. Die Band strahlte jede Menge Spielfreude aus und spielten Songs aus sechs Alben. Dabei waren meine Highlights Worlds Apart sowie Caterwaul und Will You Smile Again?. Das Publikum war super gelaunt, textsicher und feierte ausgiebig, sodass bereits beim dritten Song der erste Moshpit am Start war.

Ein toller Freitagabend, eine klasse Liveband und eine absolute Liveempfehlung. :thumbs:
Bielefeld ist ohne Mosh-Pits ausgekommen. Trotz guter Bandleistung war die Stimmung im Publikum doch recht verhalten...zurückhaltende ostwestfälische Höflichkeit.

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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Ruby » So 1. Mär 2020, 20:34

defpro hat geschrieben:
Sa 29. Feb 2020, 02:13
Ruby hat geschrieben:
Fr 28. Feb 2020, 16:06
Es war jetzt auch nicht so, dass sie gar nichts gesagt haben. Weder in Köln noch letzte Woche in Frankfurt. :smile:
Beim Sziget im letzten Jahr gab es auch mehrere Ansagen. Fand ich auch damals sehr gut. Allerdings sind für mich die Texte schon aussagekräftig genug, sodass ich der Band fehlende Ansagen auch nicht negativ ankreiden würde.
Ja, das sehe ich auch so. Mir hat da absolut nichts gefehlt.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von mattkru » Mo 2. Mär 2020, 20:13

Konzertwochenende in Köln

Am Samstag waren wir bei Deichkind in der Lanxess Arena. Geboten wurde zwei Stunden lang eine Mischung aus Kunstperformance, Polit-Demo und Kindergeburtstag. Ich hatte sie zuvor erst nur auf dem Hurricane 2010 gesehen: aus 150 m Entfernung, im Hellen und dann noch viel zu leise. In der Arena war das schon ein ganz anderes Level. Der Sound hatte ziemlich geknallt, war aber sehr klar dabei. Auch die Show war sehr viel aufwendiger gestaltet; jeder Song wurde quasi anders und vor unterschiedlichen Hintergründen/Kulissen performt. Teilweise waren da 15-20 Leute auf der Bühne. Ingesamt war das richtig großes Kino und hatte sehr viel Spaß gemacht.

Am Sonntag ging es dann zu Alice Merton in die ausverkaufte Live Music Hall. Support war Declan J Donovan (bekannt aus dem Radio mit ‚Pieces‘). Meine Frau war total happy, weil sie ihn schon mal sehr gerne sehen wollte; aber die Solo-Gigs ungünstig lagen.
Alice Merton war absolut großartig. Super sympathisch mit einer wirklich sehr guten Live-Band. Man sollte sie nicht auf ‚No Roots‘ reduzieren. Auch viele andere Songs wie ‚Easy‘ oder ‚2 Kids‘ sind live richtig gut.
Ansonsten war das Konzert insofern auch unterhaltsam, weil wir von vielen Mädchen im Alter von 11-15 Jahren umgeben waren, welche wohl anscheinend auf dem ersten Konzert ihres Lebens waren (Frage während des Supports: „Spielt der jetzt den ganzen Abend???“)

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Tambourine-Man
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Tambourine-Man » Mi 4. Mär 2020, 10:03

Auch bei mir gab's gestern Deichkind und zwar in der ÖVB Arena, Bremen.
Tickets gab es - ob durch Corona oder einfach allg. geringe Nachfrage - zum schmalen Taler auf dem Zweitmarkt. Grundsätzlich habe ich es, glaube ich, noch nie erlebt, dass bei einem Männerklo mit 16 (!) Waschbecken so schnell die Seife aus ist. #corona
Deichkind ist bisweilen etwas an mir vorbeigegangen. Bis letztes Jahr konnte ich nur eine halbherzige Auseinandersetzung mit ihrer Diskographie vor Befehl von ganz unten und den Hurricane 2016 Auftritt aus den hinteren Reihen vorweisen. Mit ihrem Spontan-Gig beim RBF und dem neuen Album letztes Jahr haben sie mich aber definitiv gekriegt!
Die erste Hälfte des sets war dann auch sehr wsdd-lastig, während in der zweiten Hälfte dann die Party-Machinerie auf Anschlag gedreht wurde und man kaum mehr zum durchschnaufen kam. Alte Fans werden angesichts der durchchoreographierten Performance Show vielleicht die chaotischen Elemente vermissen, aber ich finde es steht ihnen sehr gut. Unser Geburtstags-Nilo hat eine ordentliche, zweistündige-Party geboten bekommen :herzen2:
Für 30 Euro hat es sich in jedem Fall gelohnt :thumbs:
Zur Halle muss ich sagen, dass ich sie deutlich größer erwartet hätte. Auch im ersten Bereich des geteilten infields hatte man ausgesprochen viel Platz zum tanzen. Insgesamt war auch die Orga wirklich sehr gut. Sound ging auch klar, aber zu Beginn deutlich zu leise, später besser.
Rockin' Scheeßel since 2011

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SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Mi 4. Mär 2020, 10:23

Ich war gestern bei Turnstile in Köln im Gebäude 9. Hatte mir für den Tag extra freigenommen und dann war die Show plötzlich ausverkauft. Crazy, wie viel die Band heutzutage zieht und das auch noch bei dem alles andere als niedrigen Eintrittspreis. Das lag sicherlich nicht an den Supports. War aber im Endeffekt kein allzu großes Problem, noch an Karten zu kommen. Probs an dieser Stelle für das Tour Package. Für Hardcore Verhältnisse war das eine diverse Tour. Jeder Act klang anders.

Glitterer - War am Anfang kein Fan, stehe dem Projekt aber mittlerweile recht positiv gegenüber. War vor allem gespannt darauf, wie das Ganze umgesetzt wird. Ned Russin, dessen bekannteste Band Title Fight ist, stand tatsächlich alleine auf der Bühne. Sound kam komplett vom Band und er hat gesungen. Der Sound könnte hier gut ankommen. Bei einigen Songs hört man noch Title Fight durch, aber bei der Mehrzahl der Songs wird viel mit Synthies gearbeitet. The Cure klingt hier auf jeden Fall durch. Es war zu Beginn etwas weird, einer Person auf der Bühne zuzugucken, aber im Endeffekt war es unterhaltsam. Kam auch bei der Crowd einigermaßen gut an.

One Step Closer - Eine der vielversprechendsten Bands von Triple B Records, die im Moment im Wochentakt geile Veröffentlichungen raushauen. Es gibt im Hardcore Punk im Moment kein besseres Label. Letzte Platte von One Step Closer ist "From Me to You", klare Empfehlung an dieser Stelle. Gab dann natürlich auch eine Vielzahl von Songs der Platte. Im Publikum fanden diese durchaus Zuspruch, nicht überragend viel, aber einige Leute waren durchaus textsicher und vor der Bühne gab es etwas Bewegung. Der Sound ist irgendwo zwischen Turning Point, von denen auch ein Cover gespielt wurde, und Have Heart anzusiedeln und könnte in meinen Augen das nächste große Ding aus dieser Richtung sein, dass auch hier seinen Durchbruch schafft. Die Band ist noch jung, das erste Album kommt dieses Jahr raus. Da geht was. Man kann nur hoffen, dass die Triple B Tour, die bereits auf dem Outbreak Fest bestätigt ist, inklusive der Band auch auf dem Festland stattfindet.

Gag - Das war Geschrammel erster Güte. Fans von NWOBHC und Boston Strangler kamen voll auf ihre Kosten. Insgesamt waren die Crowdreaktionen aber sehr unterschiedlich. Während vor der Bühne durchgehend Side to Sides stattfanden und es ordentliich zur Sache ging, hatte ich bei vielen Leuten das Gefühl, dass sie gar nichts mit der Band anfangen konnten. Ich kann es verstehen, mir selbst hat es aber gut gefallen.

Turnstile - Was soll man sagen, Turnstile im Jahr 2020 sind richtige Rockstars. Wenn der erste Satz des Sängers zum Publikum "I love you" ist, rollen sich mir schon etwas die Zehnägel hoch. Die Band wurde wie gewohnt unfassbar abgefeiert, Singalongs, Stage Dives, Chaos, aber es ist doch etwas anders als früher. Die Band ist gewachsen, die Setlist hat sich stark verändert und auch die Crowd ist anders. Viele Handys. Warum weiß niemand. Hate5six ist vielleicht der beste Konzertvideokanal, den es gibt und dort findet man locker zehn Videos der Band in Top Qualität. Dazu diverse Leute, die die Bühne entern aber unangenehm selbstdarstellerisch lange dort verweilen und zu den Songs tanzen anstatt einfach zu stagediven. Setlisttechnisch viel von der letzten Platte, von den EPs glaube ich drei Songs. "Keep It Moving" inkl. Intro bester Song des Abends mit der größten Eskalation. Kein "Death Grip", was in meinen Augen einem Verbrechen gleichkommt. Dafür werden "Blue by You" und "Moon" gespielt, das ist quasi ein Song. Da kann man guten Gewissens auf einen der beiden verzichten. Viel Gemecker an dieser Stelle. Sicherlich mehr als angebracht. Die Shows sind immer noch cool, aber 2020 ist nicht 2015. Das muss man/ich wohl akzeptieren und im Endeffekt war es damals auch schon absehbar, dass die Band wachsen wird. Ich hatte viel Spaß damals und es sei der Band gegönnt, dass sie erfolgreicher werden. Und die Shows heute sind immer noch alles andere als schlecht.
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