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Rückblick aufs Musikjahr 2020

Konzerte, Platten & Musik im TV
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Taksim
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Re: Rückblick aufs Musikjahr 2020

Beitrag von Taksim » Mo 16. Nov 2020, 13:02

Blackstar hat geschrieben:
Mo 16. Nov 2020, 11:21

Grimes - Miss Anthoprocene
Habe Grimes erst dieses Jahr entdeckt und damit ca. 10, bzw. 5 Jahre nachdem ich sie zwei mal live gesehen habe und kopfschüttelnd weg bin. Lässt man dieses furchtbare Animeimage außen vor sind hier mit "Darkseid", So Heavy I Fell Through the Earth, My Name Is Dark und 4 AEM große Hits.
Unterschrieben.
Gleich mehrere Anwärter auf den Song des Jahres drauf, ist nur als Gesamtwerk etwas unkonstant.
Blackstar hat geschrieben:
Mo 16. Nov 2020, 11:21
Agnes Obel - Myopia
Sehr feiner Kammerpop. "Broken Sleep" ist auch ein großer Song.
Unterschrieben.
Und der ist in der Tat ein Übersong.
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defpro
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Re: Rückblick aufs Musikjahr 2020

Beitrag von defpro » Mo 16. Nov 2020, 16:35

Viele spannende Empfehlungen hier :thumbs: Da werde ich auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren. Mit Blackstar dürfte ich auf jeden Fall einige Überschneidungen haben.

Für eine Liste ist es für mich noch zu früh, aber was dieses Jahr mMn etwas unter dem Radar flog, war die EP-Serie der Dirty Projectors. 4 Stück sind bislang erschienen, die fünfte kommt am Freitag, jede setzt den musikalischen Fokus etwas anders. "Windows Open" ist z. B. Chamber/Folk-Pop, "Flight Tower" Art Pop/R&B, "Super João" Folk mit Bossa Nova-Einflüssen (s. Titelreferenz an João Gilberto) usw. Fand ich eigentlich eine ziemlich spannende Herangehensweise und "Lose Your Love" ist einer meiner persönlichen Hits des Jahres.

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nilolium
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Re: Rückblick aufs Musikjahr 2020

Beitrag von nilolium » Mo 16. Nov 2020, 19:39

Oh schön, dass ich nicht der einzige bin, der das Grimes-Album abfeiert! Sehe es genau wie Klaus!

fipsi
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Re: Rückblick aufs Musikjahr 2020

Beitrag von fipsi » Mo 16. Nov 2020, 20:21

Monkeyson hat geschrieben:
Mo 16. Nov 2020, 12:15
fipsi hat geschrieben:
Sa 14. Nov 2020, 22:26
2020 ist das Jahr des Hyperpops. Dabei handelt es sich aus meiner Sicht mehr um eine musikalische Bewegung als ein Genre. Die Beteiligten verstehen das Internet als große Bühne und haben zudem eine enge Verbindung zur LGBTQ-Clubszene. Charli XCX hat aufgrund ihrer langen Zusammenarbeit mit dem PC Music-Gründer A. G. Cook viel bewegt und hat die Massen für Bubblegum Bass begeistern können. So wurde der Weg für viele weitere Künstlerinnen und musikalische Experimente geebnet.
Ich kannte das auch noch nicht, ist das ein rein weibliches Ding? Und das tatsächliche Genre muss nicht zwingend Bubblegum Bass sein?
Bubblegum Bass ist meist die erste Assoziation. Das liegt wohl daran, dass das PC Music-Label bereits 2015 mit Hi oder Hey QT Aufmerksamkeit erlangen konnte. Zudem waren SOPHIE, Grimes oder Caroline Polachek schon länger dabei die Grenzen zu öffnen. Dabei fällt auf, dass die meisten Songs durch weibliche Vocals definiert sind. Daher sprach ich von Künstlerinnen, weil das ebenso ein sehr offensichtliches Merkmal ist.

Genremäßig lässt sich das ganze eigentlich wenig zusammenfassen, da es so unfassbar viele Einflüsse gibt. Meistens beginnen diese im Pop der 2000er und enden gerne mal bei Grindcore. Mit Rico Nasty wird zum Beispiel auch ein Rap-Act der Bewegung zugeschrieben. Im weiteren Sinne wird auch oftmals das (Cloud) Rap-Kollektiv Drain Gang dem Hyperpop zugeordnet. Viel mehr spielen die Ästhetiken - insbesondere Y2K - als das Soundbild eine Rolle.

Ein paar weiterführende sehr gute Texte, die noch mehr Kontext verschaffen:
How Hyperpop, a Small Spotify Playlist, Grew Into a Big Deal
Skrillex Interviews 100 gecs About the Future of Music
How Hyperpop Gives Trans Artists a Voice

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ThomZorke
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Re: Rückblick aufs Musikjahr 2020

Beitrag von ThomZorke » Mo 16. Nov 2020, 23:00

nilolium hat geschrieben:
Mo 16. Nov 2020, 19:39
Oh schön, dass ich nicht der einzige bin, der das Grimes-Album abfeiert! Sehe es genau wie Klaus!
Hallo.

mattkru
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Re: Rückblick aufs Musikjahr 2020

Beitrag von mattkru » Do 19. Nov 2020, 07:49

@Blackstar: hattest du dir mal Anti-Icon von Ghostemane angehört? Der Trap-Anteil ist mittlerweile in der Minderheit und der Sound geht schon insgesamt mehr in Richtung Antichrist Superstar und The Downward Spiral.

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Taksim
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Re: Rückblick aufs Musikjahr 2020

Beitrag von Taksim » Mo 23. Nov 2020, 13:38

Ein Blick auf meine Entdeckungen und Überraschungen in diesem Jahr.

ÄTNA habe ich schon mehrfach hervorgehoben und ich werde auch nicht müde es zu tun. Die haben für mich absolut das Debüt des Jahres abgeliefert.
Dazu war ich begeistert von einigen neuen weiblichen Stimmen in Person von Jordana, Skott und Skullcrusher. Letztere ist entgegen ihres irreführenden Künstlernamen sehr sanfter Singer/Songwriter-Pop, auf "Day of Snow" auch mal ein Ausflug in Synthpop-Gefilde. Bedroompop mit teils sehr weirden Electronica-Arrangements gibt's bei Katie Dey, ebenfalls ein sehr überzeugendes Debüt.

Überrascht haben mich so wie den Rest der Musikwelt ebenfalls zwei Damen, allerdings ungleich größere Kaliber. Zum einen natürlich Taylor Swifts introvertierter Folkpop-Ausflug mit einer Wagenladung Indiekredibilität. Vor allem wirklich schön zu hören, wie deutlich Aaron Dessners Einfluss auf der Platte zu hören ist. Zum anderen finden sich auch bei Hayley Williams viele tolle Songs, was für mich insofern überraschend ist da ich mit Paramore nie auch nur im Entferntesten was anfangen konnte. Die Platte ist dann insgesamt nur etwas zu lang geraten, den Gesamteindruck stören dann doch ein paar vernachlässigbare Songs und Soundideen die nicht völlig aufgehen.

Die größte Überraschung für mich persönlich kam jedoch erst kürzlich, da ich die EP von Bring me the Horizon ziemlich feier. Im Metal bin ich ja schon nicht so zuhause, aber mit Metalcore konnte man mich immer jagen. Das hinterfrage ich eh schon länger, da hier ja auch einige Bands des Genres Anhänger finden. Mit einigen Namen habe ich mich da auch mehr auseinandergesetzt, Architects zum Beispiel, wo mir zumindest mehr und mehr einleuchtet, was einem daran gefällt. Auf der EP aber mag ich dann aber einige Songs richtig gerne, vor allem zwei wo sich die Überraschungen fortsetzen da die Features auf dem Papier für mich nicht funktionieren dürften. Zum einen killt "Obey" mit Yungblud mit einem Überrefrain, Über-Prechorus und Überbreakdown und dazu dreht "Kingslayer" mit Babymetal so völlig durch, es ist eine wahre Freude. Über die mitreißenden Riffs und Screams packen sie diese Synthie-Line, was schon fast an Pendulum erinnert. Selbst die Linkin Park-Refrains in "Teardrop" mag ich (auch so ne Band mit der ich jetzt mehr und mehr meinen Frieden geschlossen habe).
Hätte nie gedacht, dass mir von denen mal was so gut gefällt. Werde da auch mal ein bisschen weiter reinhören, "Nihilist Blues" mit Grimes mag ich auch schonmal :smile:

Noch ein paar einschlägigere Genre-Beobachtungen:
Was im weitesten Sinne Electro angeht waren für mich die Alben von Baauer, Ivy Lab, Four Tet und Kelly Lee Owens Favoriten. Die ersten beiden gehen nach vorne, die anderen beiden bestechen durch detaillierte Arrangements und viel Atmosphäre. Auf der Grenze zwischen Electronica und Singer/Songwriter ist das Album von Helena Deland ist ebenfalls sehr, sehr schön.
Thema Hip Hop führt mal wieder kein Weg an Run the Jewels vorbei. Ganz klar Rap-Album des Jahres, die Kombination von Knallerbeats, Flow, Lyrics und Features ist einfach unerreicht.
Gab einige Alben mehr mit Potential, aber wie so oft in dem Genre kranken einige an ihrer Länge. Aus den Alben von Eminem oder Busta Rhymes könnte man sehr runde, komplette Platten schnitzen, aber die beiden meinten es mal wieder zu gut. Bei ersterem ist es aber schön, dass er wieder etwas in die Spur kommt und noch so Granaten wie "Godzilla" und "Yah Yah" abliefern kann und bei zweiterem ist es überhaupt schön mal wieder was zu hören. In Sachen Energie und Individualität spielt der Mann immer noch in seiner eigenen Liga, technisch ist das wieder 1A. Viel zu selten taucht er mir in der GOAT-Diskussion auf, der liefert nun auch schon seit über 20 Jahren ab.
Sonst ging viel in Sachen EPs: Anfang des Jahres veröffentlichten Denzel Curry & Kenny Beats ein frühes Highlight, Little Simz ebenso und jüngst erfüllte auch Black Thought die hohen Erwartungen mit einer sehr abwechslungsreichen Sammlung an Tracks.
Zuletzt geändert von Taksim am Di 24. Nov 2020, 11:10, insgesamt 1-mal geändert.
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ckshadow
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Re: Rückblick aufs Musikjahr 2020

Beitrag von ckshadow » Mo 23. Nov 2020, 14:00

Taksim hat geschrieben:
Mo 23. Nov 2020, 13:38

Thema Hip Hop führt mal wieder kein Weg an Run the Jewels vorbei. Ganz klar Rap-Album des Jahres, die Kombination von Knallerbeats, Flow, Lyrics und Features ist einfach unerreicht.
Hast du das neue Album von Aesop Rock schon gehört?

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Monkeyson
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Re: Rückblick aufs Musikjahr 2020

Beitrag von Monkeyson » Mo 23. Nov 2020, 15:08

defpro hat geschrieben:
Mo 16. Nov 2020, 16:35
Viele spannende Empfehlungen hier :thumbs: Da werde ich auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren.
Schon Dwellers of the Deep von Wobbler gehört? Das erste Mal seit The Raven That Refused To Sing, dass ich was aus der Ecke mitbekomme, das mich gleich begeistert. Und jenes mochtest du ja auch sehr!

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Taksim
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Re: Rückblick aufs Musikjahr 2020

Beitrag von Taksim » Mo 23. Nov 2020, 18:45

ckshadow hat geschrieben:
Mo 23. Nov 2020, 14:00
Taksim hat geschrieben:
Mo 23. Nov 2020, 13:38

Thema Hip Hop führt mal wieder kein Weg an Run the Jewels vorbei. Ganz klar Rap-Album des Jahres, die Kombination von Knallerbeats, Flow, Lyrics und Features ist einfach unerreicht.
Hast du das neue Album von Aesop Rock schon gehört?
Nur ein paar Tracks, die klingen aber gut. Nehme ich mir noch ausführlicher vor.
Einen Kollegen habe ich da noch vergessen, der sowohl unter Hip Hop als auch Überraschung fällt: Logic hätte ich so einen Wurf wie No Pressure nämlich nicht mehr zugetraut. Man merkt, dass er noch mal richtig Bock hatte und dazu kommt eine tolle Produktion, die teilweise an den frühen Kanye erinnert. Wenn es wirklich sein Farewell-Album sein sollte, endet seine Rapkarriere mit einem Highlight.

Und noch eine Bemerkung zu dem Genre:
Deutschrap war dieses Jahr (mal wieder) eine Wüste für mich. So gut wie nichts, was mich richtig gekickt hat, was langsam wirklich ein sich verstetigender Trend wird. Das Album von Juse Ju hat ein paar gute Tracks, Chefket ebenso, aber sonst kriegte mich wenig, weder Tracks noch Alben.
Hat da jemand noch Tipps, die mir vlt. entgangen sind, gerade Newcomer?
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Re: Rückblick aufs Musikjahr 2020

Beitrag von mattkru » Mo 23. Nov 2020, 20:24

Taksim hat geschrieben:
Mo 23. Nov 2020, 18:45

Hat da jemand noch Tipps, die mir vlt. entgangen sind, gerade Newcomer?
Sicher nicht jedermanns Fall; aber ich mag es:


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Re: Rückblick aufs Musikjahr 2020

Beitrag von ckshadow » Mo 23. Nov 2020, 21:10

Taksim hat geschrieben:
Mo 23. Nov 2020, 18:45
Und noch eine Bemerkung zu dem Genre:
Deutschrap war dieses Jahr (mal wieder) eine Wüste für mich. So gut wie nichts, was mich richtig gekickt hat, was langsam wirklich ein sich verstetigender Trend wird. Das Album von Juse Ju hat ein paar gute Tracks, Chefket ebenso, aber sonst kriegte mich wenig, weder Tracks noch Alben.
Hat da jemand noch Tipps, die mir vlt. entgangen sind, gerade Newcomer?
Chefket, wegen seiner Aussagen dieses Jahr, leider knirschig zu hören, hab das Einerseits Andererseits Album sehr gemocht + die Identitäter EP.

Prezident Album aus dem Februar :thumbs:

Das Lord Folter Album und Eloquent + Torky Tork wird empfohlen. Dexter Album kommt Freitag noch.

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nilolium
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Re: Rückblick aufs Musikjahr 2020

Beitrag von nilolium » Mo 23. Nov 2020, 22:18

ZM hat mir mehr gefallen als der Vorgänger. Und das Quarantäne-Album der Antilopen Gang war ganz lustig.

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SammyJankis
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Re: Rückblick aufs Musikjahr 2020

Beitrag von SammyJankis » Mo 23. Nov 2020, 22:20

Retrogott & Hulk Hodn haben abgeliefert
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Taksim
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Re: Rückblick aufs Musikjahr 2020

Beitrag von Taksim » Mo 23. Nov 2020, 22:34

Danke für die Tipps, sind vermerkt :thumbs:
ckshadow hat geschrieben:
Mo 23. Nov 2020, 21:10
Chefket, wegen seiner Aussagen dieses Jahr, leider knirschig zu hören, hab das Einerseits Andererseits Album sehr gemocht + die Identitäter EP.
Was habe ich verpasst?
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ckshadow
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Re: Rückblick aufs Musikjahr 2020

Beitrag von ckshadow » Di 24. Nov 2020, 00:00

Taksim hat geschrieben:
Mo 23. Nov 2020, 22:34
Danke für die Tipps, sind vermerkt :thumbs:
ckshadow hat geschrieben:
Mo 23. Nov 2020, 21:10
Chefket, wegen seiner Aussagen dieses Jahr, leider knirschig zu hören, hab das Einerseits Andererseits Album sehr gemocht + die Identitäter EP.
Was habe ich verpasst?
unter anderem seine sehr zaghafte Distanzierung von Naidoo dieses Jahr

Kumpel hat noch paar Namen in Raum geworfen:
Schulter139, Ansu, Vandalismus

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Tambourine-Man
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Re: Rückblick aufs Musikjahr 2020

Beitrag von Tambourine-Man » Di 24. Nov 2020, 08:09

ckshadow hat geschrieben:
Di 24. Nov 2020, 00:00
Kumpel hat noch paar Namen in Raum geworfen:
Schulter139, Ansu, Vandalismus
Okay, jetzt wird's doch wirklich random bei den Namen, oder? :D
Feier ich irgendwie.
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down
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Re: Rückblick aufs Musikjahr 2020

Beitrag von down » Di 24. Nov 2020, 10:49

nilolium hat geschrieben:
Mo 23. Nov 2020, 22:18
ZM hat mir mehr gefallen als der Vorgänger. Und das Quarantäne-Album der Antilopen Gang war ganz lustig.
Apropos Quarantäne-Alben: habt ihr auch das Gefühl, dass die für eine kurze Zeit echt geil sind, aber dann ziemlich schnell ziemlich egal? Oder leben wir/ich grad einfach zu krass im Überfluss von Musik?

Habe die "Quarantäne"-Alben von Madsen und Antilopen hoch und runter gehört und mega gefeiert. Aber interessiert mich grad gefühlt gar nicht mehr. AnnenMayKantereit war mir nach 4 Songs schon völlig egal. Und so lange ist es nun auch nicht her. :doof:

Okay, bei Nothing But Thieves geht es mir nicht so. Aber da dreht sich auch nicht alles um Corona.

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Quadrophobia
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Re: Rückblick aufs Musikjahr 2020

Beitrag von Quadrophobia » Di 24. Nov 2020, 11:05

down hat geschrieben:
Di 24. Nov 2020, 10:49
nilolium hat geschrieben:
Mo 23. Nov 2020, 22:18
ZM hat mir mehr gefallen als der Vorgänger. Und das Quarantäne-Album der Antilopen Gang war ganz lustig.
Apropos Quarantäne-Alben: habt ihr auch das Gefühl, dass die für eine kurze Zeit echt geil sind, aber dann ziemlich schnell ziemlich egal? Oder leben wir/ich grad einfach zu krass im Überfluss von Musik?

Habe die "Quarantäne"-Alben von Madsen und Antilopen hoch und runter gehört und mega gefeiert. Aber interessiert mich grad gefühlt gar nicht mehr. AnnenMayKantereit war mir nach 4 Songs schon völlig egal. Und so lange ist es nun auch nicht her. :doof:

Okay, bei Nothing But Thieves geht es mir nicht so. Aber da dreht sich auch nicht alles um Corona.
Ja absolut. Das AMK Album war wirklich ein Unfall, das die sich getraut haben, das zu veröffentlichen, ist schon beachtlich. Auch bei der Erlend Oye Platte oder bei Charli XCX merkt man, dass der kreative Prozess, der sonst hinter einem Album steht, durch die kurze Zeit in der es geschrieben und aufgenommen wurde, stark verkürzt wird. Da geht einfach die Breite an Ideen Flöten, die ein gutes Album sonst ausmacht. Andererseits kann man sich natürlich auch mal abseits der Verwertungsmaschine etwas ausprobieren, was bei Charli bspw. sehr gut funktioniert.

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Re: Rückblick aufs Musikjahr 2020

Beitrag von mattkru » Di 24. Nov 2020, 11:51

Ich habe keines dieser Alben gehört. Bedeutet Quarantäne-Album, das es textlich primär darum geht oder nur, dass es in der Quarantäne aufgenommen wurde?

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Re: Rückblick aufs Musikjahr 2020

Beitrag von Quadrophobia » Di 24. Nov 2020, 12:00

mattkru hat geschrieben:
Di 24. Nov 2020, 11:51
Ich habe keines dieser Alben gehört. Bedeutet Quarantäne-Album, das es textlich primär darum geht oder nur, dass es in der Quarantäne aufgenommen wurde?
In erster Linie, dass es das ohne Quarantäne nicht gegeben hätte, weil die Künstler*innen sonst getourt hätte o.ä.

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Re: Rückblick aufs Musikjahr 2020

Beitrag von Flecha » Di 24. Nov 2020, 12:01

Die Madsen-Platte würde ich auch unabhängig der Quarantäne weiterhören, denke ich. Einfach musikalisch gut. Bisher ein Top 10 Kandidat für mich. Bei den anderen kann ich es nicht beurteilen.
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Re: Rückblick aufs Musikjahr 2020

Beitrag von defpro » Di 24. Nov 2020, 14:09

Tambourine-Man hat geschrieben:
Di 24. Nov 2020, 08:09
ckshadow hat geschrieben:
Di 24. Nov 2020, 00:00
Kumpel hat noch paar Namen in Raum geworfen:
Schulter139, Ansu, Vandalismus
Okay, jetzt wird's doch wirklich random bei den Namen, oder? :D
Feier ich irgendwie.
Mein Highlight war immer Brudi030 :grin: Wäre auch mal interessant zu analysieren, wann der inflationäre Gebrauch dieser PLZ-Rappernamen begonnen hat. Vielleicht war der Erfolg von Ufo361 da der Dammbrecher. Oder vielleicht sogar schon vorher mit den 257ers? :?
ckshadow hat geschrieben:
Di 24. Nov 2020, 00:00
Taksim hat geschrieben:
Mo 23. Nov 2020, 22:34
ckshadow hat geschrieben:
Mo 23. Nov 2020, 21:10
Chefket, wegen seiner Aussagen dieses Jahr, leider knirschig zu hören, hab das Einerseits Andererseits Album sehr gemocht + die Identitäter EP.
Was habe ich verpasst?
unter anderem seine sehr zaghafte Distanzierung von Naidoo dieses Jahr
Bei Chefket hatte ich nur von einem Twitter-Rundumschlag von 3Plusss mitbekommen, indem er diesem (neben der Xavier-Sache) auch Nähe zu Verschwörungstheorien sowie sexuellen Kontakt mit Minderjährigen unterstellt (Quelle 1 Quelle 2). Generell hat er sich auf Twitter nicht wirklich vorteilhaft präsentiert. Außerdem existiert noch ein Video, auf dem er bei einem Festival-Gig die Crowd beleidigt und verhöhnt, weil sie seinen Auftritt nicht angemessen abfeiern. Also auch eher unangenehm.
Keine Ahnung, ob an den Vorwürfen was dran ist. Ich glaube, bei ihm sitzt der Frust einfach tief, dass es mit der Mucke in der letzten Zeit einfach nicht mehr so läuft und die Zahlen rückläufig sind. Ist aber mMn auch kein Wunder. Er hätte einfach in seiner Sänger/Rapper-Nische bleiben sollen, die er wirklich gut besetzt hat. Stattdessen haut er zusammen mit Samy Deluxe mit dem Projekt Chefbaus eine peinliche Trap-Persiflage raus, nur um ab dem nächsten Album selbst diesen Sound zu bedienen, ohne dass da was Vernünftiges bei rauskommt.

@Taksim: Deutschrap war dieses Jahr wirklich übel. Hab auch kaum was regelmäßig gehört. Auf LP-Länge konnte man sich eigentlich nur Haftbefehl und BHZ geben. Hafti hat einen guten Nachfolger zu "Russisch Roulette" (für mich das beste Deutschrap-Album aller Zeiten) abgeliefert, aber das Momentum von damals ist einfach nicht zu rekonstruieren, sodass für mich persönlich dann doch etwas fehlt. BHZ dagegen machen verballerten Drogenrap. Nix für die Bestenliste, da thematisch sehr einseitig, aber ballert schon gut. Dürfte aber beides vermutlich für dich nix sein. Pöbel MC war eigentlich auch wieder ganz cool, auch wenn mir der Vorgänger besser gefallen hat.
Wenn der Rap etwas anspruchsvoller sein soll, dann kann ich die beiden bereits erwähnten Prezident (Anspieltipps "Jamais-vu" und "Antimidas") sowie Vandalismus aka Destroy Degenhardt aka Degenhardt aka Disko Degenhardt (Anspieltipps "Schrottplatz der Kuscheltiere" [dieses Julia Stone-Sample :mchearth:] und "Maskulina") empfehlen. Habe allerdings beide schon mal in besserer Form gehört. Aus dem gleichen Dunstkreis stammen noch Hinz&Kunz, die auch positiv besprochen wurden, mir aber irgendwie durchgerutscht sind.
Ansonsten kann ich noch die großartige Lance Butters-EP empfehlen, die eine schöne Fortführung der Themen seiner letzten Platte bietet. T9 (Torky Tork & Doz9) und AzudemSK haben auch EPs rausgehauen, zu denen ich bislang noch nicht gekommen bin.

Ansonsten noch zu deiner US-Rap-Auswahl: Sowohl Eminem als auch Busta sind für mich weit von konsistent guten Platten entfernt. Logic müsste ich tatsächlich nochmal hören. Bleibe hier eigentlich bei den Sachen, die ich im Hip-Hop-Thread schon empfohlen hatte: die Jay Electronica/Jay-Z-Kollabo-Platte, alles, an dem Alchemist beteiligt war (Boldy James, Freddie Gibbs, Conway the Machine) und generell der diesjährige Griselda-Output, wobei es in den letzten Monaten dort leider auch etwas in Richtung Quantity>Quality ging. Aesop Rock muss ich noch hören und für RTJ hat mir tatsächlich auch oft die Motivation gefehlt (Schande über mein Haupt). 21 Savage/Metro Boomin und das "Yellow Tape" von Key Glock waren auch beide sehr geil, aber dort wildern wir schon wieder in klassischen Trap-Gefilden.

Was dir vielleicht gefallen könnte, ist "Miles" und Blu & Exile. Schönes Realkeeper-Ding mit hohem Jazz-Rap-Anteil (deutet der Name ja schon an). War glaube ich die Underground-Rap-Platte, die dieses Jahr am meisten Buzz erhalten hat. Ist zwar mit 95 Minuten auch alles andere als kompakt, lässt sich aber wirklich angenehm durchhören.
Monkeyson hat geschrieben:
Mo 23. Nov 2020, 15:08
Schon Dwellers of the Deep von Wobbler gehört? Das erste Mal seit The Raven That Refused To Sing, dass ich was aus der Ecke mitbekomme, das mich gleich begeistert. Und jenes mochtest du ja auch sehr!
Eben mal durchgehört. Da klingt Steven Wilson ja schon sehr stark durch. Werde definitiv noch ein paar Durchläufe wagen :thumbs: Ist zumindest schon mal besser als das, was Herr Wilson aktuell so fabriziert :mrgreen:

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Quadrophobia
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Re: Rückblick aufs Musikjahr 2020

Beitrag von Quadrophobia » Di 24. Nov 2020, 14:51

defpro hat geschrieben:
Di 24. Nov 2020, 14:09
Tambourine-Man hat geschrieben:
Di 24. Nov 2020, 08:09
ckshadow hat geschrieben:
Di 24. Nov 2020, 00:00
Kumpel hat noch paar Namen in Raum geworfen:
Schulter139, Ansu, Vandalismus
Okay, jetzt wird's doch wirklich random bei den Namen, oder? :D
Feier ich irgendwie.
Mein Highlight war immer Brudi030 :grin: Wäre auch mal interessant zu analysieren, wann der inflationäre Gebrauch dieser PLZ-Rappernamen begonnen hat. Vielleicht war der Erfolg von Ufo361 da der Dammbrecher. Oder vielleicht sogar schon vorher mit den 257ers? :?


Also meine lokale Rapcrew war schon 2010 als 39ers/Veddel Streetz "erfolgreich" :lolol:


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Re: Rückblick aufs Musikjahr 2020

Beitrag von Taksim » Di 24. Nov 2020, 15:10

defpro hat geschrieben:
Di 24. Nov 2020, 14:09
@Taksim: Deutschrap war dieses Jahr wirklich übel. Hab auch kaum was regelmäßig gehört. Auf LP-Länge konnte man sich eigentlich nur Haftbefehl und BHZ geben. Hafti hat einen guten Nachfolger zu "Russisch Roulette" (für mich das beste Deutschrap-Album aller Zeiten) abgeliefert, aber das Momentum von damals ist einfach nicht zu rekonstruieren, sodass für mich persönlich dann doch etwas fehlt. BHZ dagegen machen verballerten Drogenrap. Nix für die Bestenliste, da thematisch sehr einseitig, aber ballert schon gut. Dürfte aber beides vermutlich für dich nix sein.
Haftbefehl fand ich ok, halt wieder mächtig produziert und Hafti macht sein Ding rüber. Von BHZ kenne ich jetzt spontan nur "Flasche Luft" aber das fand ich eher nervig.
defpro hat geschrieben:
Di 24. Nov 2020, 14:09
Wenn der Rap etwas anspruchsvoller sein soll, dann kann ich die beiden bereits erwähnten Prezident (Anspieltipps "Jamais-vu" und "Antimidas") sowie Vandalismus aka Destroy Degenhardt aka Degenhardt aka Disko Degenhardt (Anspieltipps "Schrottplatz der Kuscheltiere" [dieses Julia Stone-Sample :mchearth:] und "Maskulina") empfehlen.
Bei denen beiden erkenne ich an, dass da textlich was geht, aber als Gesamtpaket reißt mich das auch selten mit.
defpro hat geschrieben:
Di 24. Nov 2020, 14:09
Ansonsten noch zu deiner US-Rap-Auswahl: Sowohl Eminem als auch Busta sind für mich weit von konsistent guten Platten entfernt.
Gerade bei Eminem aber immerhin eine meilenweite Steigerung zu den letzten beiden Platten. Wie gesagt zu lang und einiges unnötiges ("Stepdad" und ächz "Those Kinda Nights" zum Beispiel) aber eben auch mal wieder ein paar richtig runde Tracks. Die Busta-Platte sprudelt zumindest vor Ideen, wo aber eben auch ein paar Sachen nicht aufgehen. Und erneut haben wir hier ein paar fragwürdige politische Komponenten wie bei Jay Electronica auch schon mit der Farrakhan-Verehrung.
defpro hat geschrieben:
Di 24. Nov 2020, 14:09
Aesop Rock muss ich noch hören und für RTJ hat mir tatsächlich auch oft die Motivation gefehlt (Schande über mein Haupt).

Du ziehst dir gerade im Deutschrap-Bereich das alles rein und dann kamst du ausgerechnet zu der Platte nicht? :lol:
Ist doch dabei auch so knackig mit seinen elf Tracks.
defpro hat geschrieben:
Di 24. Nov 2020, 14:09
Was dir vielleicht gefallen könnte, ist "Miles" und Blu & Exile. Schönes Realkeeper-Ding mit hohem Jazz-Rap-Anteil (deutet der Name ja schon an). War glaube ich die Underground-Rap-Platte, die dieses Jahr am meisten Buzz erhalten hat. Ist zwar mit 95 Minuten auch alles andere als kompakt, lässt sich aber wirklich angenehm durchhören.
Habe ich von gehört, klingt nach einem spannenden Konzept und das Album zusammen mit Oh No von Blu aus dem letzten Jahr mochte ich, aber bei der ging's mir dann wie dir mit RTJ: Für die 95 Minuten hatte mir dann irgendwie der Moment gefehlt und dann kam ich auch wieder drüber hinweg.
"I don't know."


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