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Mein Konzertjahr 2018 - Emotionen und Geschichten von Konzerten und Festivals

Konzerte, Platten & Musik im TV
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fipsi
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Mein Konzertjahr 2018 - Emotionen und Geschichten von Konzerten und Festivals

Beitrag von fipsi » Di 4. Dez 2018, 19:19

Das Jahr neigt sich zu Ende und es gab bestimmt für jeden Konzerte, die dieses Jahr besonders geprägt haben. Wer hat euch besonders berührt? Was waren die größten Überraschungen? Teilt hier doch eure Konzert- und Festivalhighlights des Jahres. :smile:
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Norakete
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Re: Mein Konzertjahr 2018 - Emotionen und Geschichten von Konzerten und Festivals

Beitrag von Norakete » So 16. Dez 2018, 13:37

Dann möchte ich hier gerne mal den Anfang machen und von meinen Highlights berichten :)

1. The Gaslight Anthem - Köln, Palladium
The '59 Sound. In voller Länger. Das alleine würde eigentlich ja schon als Rechtfertigung reichen, aber ein bisschen mehr muss ich schon noch dazu schreiben. Also, The '59 Sound, das zweite Studioalbum der Band, feierte in diesem Jahr 10-jähriges Jubiläum. Da dieses Album schon seit langer Zeit zu meinen absoluten Lieblingsalben gehört, war es für mich ohne zu Zögern klar, dass ich diesen Anlass für einen Besuch in der Wahlheimat nutzen werde. Aber selbst wenn ich nur für das Konzert nach Köln gefahren wäre, hätte sich das schon gelohnt. Denn bei diesem Konzert hat einfach alles gestimmt: die Begleitung, das Publikum, die Band, (der Wein) und natürlich die Lieder. The '59 Sound ist ein Album, das mir schon so unglaublich oft so viele schöne Momente beschert hat. Ein Album, das nicht eine einzige Sekunde langweilig wird, bei dem es nicht einen Song gibt, den ich mal lieber skippen würde. Spontan fällt mir da kein anderes Album ein, von dem ich das behaupten kann. Entsprechend großartig und besonders war natürlich auch dieser Teil des Konzerts und ich glaube, dass es nicht wenigen im Palladium ähnlich ging. Das Publikum war nämlich von Anfang bis Ende auch voll dabei, sowohl beim Tanzen als auch beim Singen, auch wenn beides bei den Temperaturen (Ende Juli + global warming + miese keine Belüftung im Palladium) irgendwann etwas anstrengend wurde. Umrundet wurde das Album-Set dann noch mit einigen Songs von den guten Alben; der Lückenfüller von get hurt erfüllte zum Durchatmen auch seinen womöglich einzigen Zweck. So war es dann letztendlich eigentlich ein perfektes Konzert (passend zum perfekten Album), bei dem mir einfach kein plausibler Grund eingefallen ist, warum es in meinem Ranking nicht ganz oben stehen sollte.


2. Pearl Jam - Rock Werchter / NOS Alive
Sehr lange habe ich darauf gewartet, diese Band endlich einmal live zu sehen. Entsprechend erwartungsvoll stand ich dann also vor der Bühne, als es dann endlich so weit sein sollte. Alle anderen Bands waren an diesem Tag für mich völlig egal, so war ich bei Jack White (Co-Head) dann auch lediglich körperlich anwesend (ich habe wirklich kaum Erinnerungen an dessen Auftritt). Diese Aufregung in der Umbaupause vor PJ, wenn man sich freut wie ein kleines Kind an Weihnachten, das habe ich mittlerweile nur noch bei sehr sehr wenigen Konzerten, zuletzt wohl bei Paul McCartney. Pearl Jam sind eine meiner absoluten Lieblingsbands und gehört zu ganz wenigen (inkl. The Gaslight Anthem), die ich schon seit einigen Jahren höre; ansonsten hat sich mein Musikgeschmack in den letzten 5-10 Jahren ja doch sehr krass verändert. Pearl Jam ist da eine von sehr wenigen Konstanten.
But don't forget the songs
That made you cry
And the songs that saved your life
Yes, you're older now
And you're a clever swine
But they were the only ones who ever stood by you

The Smiths - Rubber Ring
Genau das sind für mich PJ-Songs. Songs wie Black bedeuten mir unheimlich viel, weil sie mir in meinen depressiven Phasen in den vergangen Jahren schon sehr sehr viel geholfen haben. Ich kann kaum beschreiben, wie das dann war, diese Songs live zu hören. Insgesamt habe ich vor diesem Konzert sehr sehr viel erwartet und doch wurden meine Erwartungen stellenweise übertroffen. Wie oben schon angedeutet, durfte ich das ganze eine Woche später beim NOS Alive gleich noch einmal erleben. Eigentlich war in Lissabon dabei auch das bessere Konzert, die Setlist war besser (Better Man als 2. Song wtf, mit Interstellar Overdrive ein für mich besseres Cover als Kick Out The Jam, der letzte Song zsm mit Jack White) und das Publikum war euphorischer, allerdings war das erste Mal PJ dann doch nochmal etwas besonderer, sodass ich dann eigentlich beide erwähnen muss.


3. Idles - Leipzig, UT Connewitz
Diese Band ist bei mir dann doch erstaunlich krass eingeschlagen. Beim Werchter hatte ich sie bereits gesehen, dort war der Slot bzw. die Bühne allerdings etwas undankbar, die Alben kannte ich noch nicht und so hat das Konzert keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ein paar Monate später sah das schon ganz anders aus: das Ticket hatte ich mir schon länger im Voraus wegen des angekündigten Forentreffens gekauft ohne einen Song zu kennen, als es dann soweit war, liefen die beiden Alben allerdings schon in Dauerschleife rauf und runter. Ansonsten kann ich zum Konzert eigentlich nicht viel sagen. Es war eine schöne Gelegenheit, die Band mit ihren eigenen großartigen Lyrics anzuschreien und sich dabei richtig gut gehen zu lassen einfach. Gleichzeitig konnte ich noch einige Forumsuser kennen lernen, wodurch es insgesamt ein runder fantastischer Abend war.


4. A Perfect Circle - Köln, Palladium
Noch so eine Band, auf die ich wirklich sehr lange gewartet habe. Das im Voraus bereits angekündigte Verbot von Handys, Kameras & Co. wurde vor Ort noch einmal von sämtlichen Ordnern, Plakaten und Ansagen bekräftigt, sodass man während des Konzertes tatsächlich kein einziges Smartphone über den Köpfen sah - eine äußerst schöne Abwechslung zu so manch anderen Konzerten. Auch sehr schön war, wie leise das Publikum in den ruhigen Momenten des Sets war - vor allem zu Beginn bei Eat The Elephant und Disillusioned konnte man so sehr gut die Musik auf sich wirken lassen. Das Bühnenbild (Screens, Lichter etc.) wusste ebenfalls sehr zu überzeugen. Mein persönliches Highlight war dann noch The Noose, ein Song, den ich auch schon sehr lange live hören wollte. Generell wurden von den alten Alben mMn fast nur die besten Songs ausgewählt.
Zum Ende des Konzerts wurde ich noch sehr überrascht, als Keenan am Ende des letzten Liedes mal eben kurzerhand das strenge Film- und Handyverbot aufhob - das erschien mir irgendwie etwas inkonsequent, aber nun gut, das konnte ich dann auch verschmerzen.
Oh, ganz vergessen, über eine Sache konnte ich ja wirklich nur lachen: APC haben den Kapitalismus durchgespielt. Damit meine ich jetzt nicht die Ticketpreise, sondern den Merchandise. Aus BWL'ler Sicht ja theoretisch kluk: Dinge wahlweise limitiert und/oder signiert anbieten und dafür Mondpreise verlangen - genius! Highlights: Maynards Biographie signiert 110€, Poster unsigniert 40€, signiert 110€. Ein hässlicher Schal 30€, Hoodie 80€, T-Shirt 35€. :lolol:


5. Turbostaat - Leipzig, Conne Island
Turbostaat nehmen ihr erstes Live-Album auf und spielen dafür mal eben 3 Abende hintereinander im Conne Island. Ich will mich da jetzt gar nicht auf einen Abend festlegen, jeder Abend hatte seine tollen Momente. Turbostaat gehen live einfach immer. Hier hat man gemerkt, dass viele Fans für den Anlass auch mal etwas weitere Anreisewege auf sich genommen haben - so laut singt das Publikum sonst nicht durchgängig mit, das war sehr toll!



Weitere Highlights außerhalb des Rankings
David Byrne - Rock Werchter
Seit diesem Konzert bin ich Talking Heads Fan. Der ganze Auftritt durchchoreografiert, am Ende mehrere Takling Heads Songs, das will ich unbedingt nochmal sehen! :hecheln:
Snow Patrol - NOS Alive
Ohne sich viel reinzuhören kann man dann doch irgendwie fast jeden Song mitsingen. Im Dunkeln, ganz vorne und ohne Bühnenwechsel-Zeitdruck wesentlich besser als beim Werchter. Das war wunderschön.
First Aid Kit - Rock Werchter
Einfach nur :herzen2: beim Pukkelpop letztes Jahr war das eher so "ganz nett", hier war es wunderschön, u.a. auch dank Kate Bush Cover und dem tollen neuen Album (v.a. Fireworks)


Enttäuschung des Jahres
CHVRCHES - NOS Alive
Ich habe mich wirklich sehr auf diese Band gefreut, aber hier kam dann vieles negatives zusammen. Der Slot (bis 4:00 Uhr nachts) war ohnehin schon etwas hart, für mich war das dann an dem Tag aber einfach zu spät. Größter Minuspunkt war allerdings der Sound. Meine Ohrstöpsel hatte ich leider vergessen, dachte aber, dass das bei einem Festival ja kein großes Problem sein kann (Spoiler: war es doch). Nicht nur war die Soundqualität mies, es war auch einfach viiiieeeel zu laut. Bin mit meinen Ohren auch schon ein wenig vorgeschädigt und dadurch empfindlich, aber sorry, das hat einfach keinen Spaß gemacht, sich da die Ohren zerbersten zu lassen. Fazit des Konzerts: richtig wütend. Aber nicht im positiven Sinne. Schade.

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slowdive
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Re: Mein Konzertjahr 2018 - Emotionen und Geschichten von Konzerten und Festivals

Beitrag von slowdive » So 16. Dez 2018, 14:47

Norakete hat geschrieben:
So 16. Dez 2018, 13:37
David Byrne - Rock Werchter
Seit diesem Konzert bin ich Talking Heads Fan.
Sehr löblich!

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fipsi
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Re: Mein Konzertjahr 2018 - Emotionen und Geschichten von Konzerten und Festivals

Beitrag von fipsi » So 16. Dez 2018, 15:04

1. Noga Erez (Appletree Garden)
Hier hat einfach alles gepasst. Das kleine Spiegelzelt sorgte für einen passenden Rahmen und wir waren wirklich ganz nah an der Bühne. Der Sound war überraschend gut und auch das Publikum wusste den Auftritt sehr zu würdigen. Vorne war dann gefühlt auch das halbe Forumscamp, was den Spaß so besonders gemacht hat.

2. The Cure (British Summer Time)
Es hat sich wirklich gelohnt für die Band nach London zu fliegen. Schon das Vorprogramm um Slowdive, The Twilight Sad und Interpol hat perfekt auf den Abend eingestimmt. Dazu gab es bestes Open Air Wetter und die Stimmung war trotz der Größe extrem friedlich.
The Cure haben dann abschließend ziemlich gut abgeliefert. Die Setlist war für mein erstes Konzert der Band perfekt und selbst weiter hinten konnte man den Auftritt sehr genießen. Wirklich ein einmaliges Erlebnis.

3. Anna von Hausswolff (Pop-Kultur Berlin)
Für mich war es das intensivste Konzert des Jahres. Ihr Gesang im Kontrast zu den Teils schweren Instrumentalparts war unglaublich faszinierend und der Spannungsaufbau war extrem fesselnd. Ich habe ein gutes Konzert erwartet, aber das wurde wirklich noch übertroffen.

4. Agar Agar (Pop-Kultur Berlin)
Ich hatte erst meine Zweifel, ob der Auftritt mich überzeugen kann, weil der kleine Club ziemlich voll war. Überraschenderweise war das kein Problem und sorgte für eine ganz besondere Stimmung. Die Musik des Duos lädt nur so zum Tanzen ein und alle versuchten zu tanzen. Zusätzlich gab es ziemlich witzige Showelemente und eine sehr unterhaltsame Sängerin.

5. Idles (Leipzig, UT Connewitz)
Die beste Location, ganz viele Forumsmenschen und eine extrem unterhaltsame Band. Was will man mehr?

weitere große Highlights
Dua Lipa (Mad Cool)
Sofi Tukker (Kosmonaut)
Turbostaat (Leipzig)
Kettcar (Dresden)
The Body (Leipzig)

Acts, die ich so sehr mag, dass ich sie mehrfach angesehen habe
4x Noga Erez (Kosmonaut, Appletree Garden, Pop-Kultur, Reeperbahnfestival)
3x Idles (Kosmonaut, Hamburg, Leipzig)
2x Sofi Tukker (Kosmonaut, Mad Cool)
2x Let's Eat Grandma (Berlin, Hamburg)
2x Turbostaat (Leipzig)
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Tambourine-Man
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Re: Mein Konzertjahr 2018 - Emotionen und Geschichten von Konzerten und Festivals

Beitrag von Tambourine-Man » So 16. Dez 2018, 20:57

Auch ich hab dieses Jahr wieder jede Menge fantastischer Sachen gesehen und liste die Highlights mal kurz auf:

1. Arcade Fire (Hurricane)
Auch wenn ich sie letztes Jahr schon gesehen habe, werde ich einfach nicht müde von den Live-Auftritten dieser Band. Es war mal wieder richtig gut.
2. Car Seat Headrest (Hamburg, Uebel&Gefährlich)
Schwitziges Uebel&Gefährlich an einem heißen Maitag, Nilo mit ner Flasche Maracuja Korn und Car Seat Headrest mit reichlich Songs von Twin Fantasy im Gepäck. Gibt es ein besseres Setup?!?
3. Idles (Hamburg, Knust)
Für mich gab es nur den Hamburg Termin, aber auch der war der Wahnsinn. Ich glaube über die Intensität dieser Live-Auftritte ist auch schon alles gesagt worden und wer noch Fragen hat erkundigt sich einfach mal bei Quadro nach seiner Brille...
Geiles Konzert und geiler Abend mit den Jungs (honorable mention an dieser Stelle: Dr. Dosenbier im Anschluss an den Idles Gig in der roten Flora)
4. Bloc Party (Brüssel, Forest National)
Eine Herzensangelegenheit. Bericht für's Magazin ist in der Pipeline. EDIT: Izz da
5. We Were Promised Jetpacks (Hamburg, Molotow)
Leider, leider erst mein zweites WWPJ, aber es war einfach wieder der Wahnsinn.
6. The National (NOS Alive)
Erstes the National Konzert. Auch so eine Band, die ich ohne dieses Forum nie für mich entdeckt hätte.
7. Typhoon (Hamburg, Knust)
Für mich die Neuentdeckung des Jahres. Sympathische Indie Musiker aus Seattle, die mit ihrem Album Offerings zumindest Anfang des Jahres (zumindest hier im Forum) für Aufsehen gesorgt haben. Sehr schönes Konzert, allerdings mit etwas unschönen Sound-Aussetzern.
8. Nine Inch Nails (NOS Alive)
Im Vorfeld viel zu wenig mit dieser Band beschäftigt. Kam noch von der zweiten Bühne und habe den Auftritt dann eher von hinten verfolgt. Trotzdem war ich total überwältigt von der Energie, die Trent Reznor ausgestrahlt hat.
9. Pearl Jam (NOS Alive)
Dürfen in dieser Auflistung auch nicht fehlen. Klasse Auftritt, allerdings fehlt mir für eine höhere Platzierung einfach ein Großteil ihrer Diskographie.
10. La Vela Puerca (Mar del Plata, Argentinien)
Musikalisch nicht der herausragendste Auftritt des Jahres, aber ein solches Konzert in Argentinien ist einfach ein Erlebnis.

...und noch sehr viele weitere sehr gute Konzerte. Es war ein gutes Jahr :)

Enttäuschungen:
- Die Crowd bei den Japandroids auf dem NOS Alive. Die Band gibt alles und das Publikum weiß nichts damit anzufangen. Traurig.
- Ich beim Noga Erez Konzert beim Rocken am Brocken. So ein komplettes Set in einer der vorderen Reihen im Stehen schlafend zu verbringen ist defintiv eine Kunst.
Zuletzt geändert von Tambourine-Man am Mi 26. Dez 2018, 18:18, insgesamt 2-mal geändert.
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Norakete
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Re: Mein Konzertjahr 2018 - Emotionen und Geschichten von Konzerten und Festivals

Beitrag von Norakete » So 16. Dez 2018, 21:04

Tambourine-Man hat geschrieben:
So 16. Dez 2018, 20:57
Enttäuschungen:
- Die Crowd bei den Japandroids auf dem NOS Alive. Die Band gibt alles und das Publikum weiß nichts damit anzufangen. Traurig.
War auch kurz davor, das noch zu erwähnen. Band und wir drei hatten Bock, alle anderen... irgendwie nicht so sehr :sadno:

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Re: Mein Konzertjahr 2018 - Emotionen und Geschichten von Konzerten und Festivals

Beitrag von Blackstar » So 16. Dez 2018, 23:52

1. Anna von Hausswolff - Pop.Kultur-Festival Berlin

Da hat die zierliche Anna mal eben den Saal aus den Angeln gehoben. Was für ein brachiales, wütendes und gleichzeitig so schönes Set. Sowas intensives habe ich noch nicht erlebt.

2. Nine Inch Nails - Mad Cool Festival Madrid

Wütend. Mein 9. Nine Inch Nails Konzert und wohl das beste. Die Setlist war es gar nicht mal so sehr, sondern einfach die (persönliche) Moshpitaggressivität in den ersten Reihen. Hab heute noch manchmal einen Ohrwurm vom Intro "Somewhat Damaged".

3. Depeche Mode - Mad Cool Festival Madrid

Wenige Minuten zuvor: Tanz dich tot mit Depeche Mode, gilt auch 2018.

4. King Crimson - Admiralspalast Berlin

Drei Stunden Musikgeschichte. Fordernd wie ein dicker Wälzer, gut sie noch gesehen zu haben.

5. Diplo / Eskei83 - Prince Charles Berlin

Normal gar nicht meine Baustelle, aber für einen 5er gucken wir uns das gern mal an und dafür war schon ein sehr feiner Abriss.

6. Amenra - Festsaal Kreuzberg Berlin

Publikum war sehr ätzend, dennoch sind Amenra eine Urgewalt, der man sich vor allem Live nicht entziehen kann.

7. Ben Howard - Mad Cool Madrid

Zwei Mal gesehen dieses Jahr. In der spanischen Abendsonne passte das schon sehr schön zusammen. Einer der wenigen Auftritte dort, wo wirklich einmal Ruhe herrschte. In Berlin war es dann auch gut, aber eben nur "gut" - wie noch so viele andere Konzerte in diesem Jahr.

Enttäuschungen:

Massive Attack in Madrid. Ohne Worte.
Pearl Jam auch beim dritten Mal völlig belanglos.
Wolf Alice - der Lack ist ab.
Chelsea Wolfe - es war nicht wirklich schlecht, aber ich hatte das Gefühl, dass ihre Stimme live zu dünn ist, angesichts des Rest-Sounds.
Jon Hopkins - das neue Album zündet auch live nicht.

defpro
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Re: Mein Konzertjahr 2018 - Emotionen und Geschichten von Konzerten und Festivals

Beitrag von defpro » Mo 24. Dez 2018, 16:43

1. Mono - Kesselhaus, Wiesbaden
Instrumentaler Post-Rock aus Japan. Ich kenne keine Band, die live so eine intensive Atmosphäre erzeugt. Wie sich die Songs langsam bis zum "Ausbruch" hochschrauben... einfach unglaublich. Die im Januar erscheinende neue Platte wird sehnsüchtig von mir erwartet.

2. Amenra - Zoom, Frankfurt
Hatte schon vorher von den großartigen Live-Qualitäten der Band gehört und wurde nicht enttäuscht. Ähnlich wie bei Mono sehr intensiv, auch wenn einen hier die "Wall of Sound" mit voller Breitseite erwischt. Zusammen mit den coolen Visuals und einem Sänger, der 95% des Auftritts dem Publikum den Rücken zukehrt, ein mehr als verdienter zweiter Platz.

3. The Gaslight Anthem (2. Abend) - Palladium, Köln
"The '59 Sound" ist eine meiner meistgehörten Platten und wenn diese in voller Länge dargeboten wird, kann das Konzert per se schon mal nicht schlecht werden. Auch der Rest der Setlist konnte überzeugen und ein sehr redseliger Brian Fallon hat dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt. Der Weg nach Köln hat sich gelohnt.

4. JPEGMAFIA - Mousonturm, Frankfurt
Punktabzug gibt es für die kurze Dauer von nur 40 Minuten. Die hatten es dafür in sich: Peggy stürmt wie vom Dämonen besessen durch den Zuschauerraum und rappt schreit sich die Seele aus dem Leib. Ganz großartig.

5. King Gizzard & The Lizard Wizard - Batschkapp, Frankfurt
Eine bestens aufgelegte Band zelebriert eine 90-minütige Jam-Session ohne Pause.

6. Dave Hause - Ringkirche, Wiesbaden
Ein angenehmes Best-Of-Set, was im Rahmen des wunderschönen Kirchenambientes sehr gut zur Geltung kam.

7. Shacke One - Nachtleben, Frankfurt
Einer der coolsten deutschen Rapper bringt das Nachtleben zum Kochen. Ein Hit jagt den nächsten und die Menge geht komplett steil.

8. Skindred - Graspop Metal Meeting
Am 4. Festivaltag mit mäßiger Motivation zum Auftritt gegangen und wurde komplett weggeblasen. Bestens aufgelegte Band und ein Publikum, welches von der ersten Minute an die letzten Kräfte mobilisieren konnte.

9. Amusement Parks On Fire - schon schön, Mainz
Britischer Shoegaze, mal catchy, mal ausufernd psychedelisch. Es war auf jeden Fall verdammt laut! Noch nie war ich so froh über meinen Gehörtschutz. Und nochmal danke an Quadro für den Tipp!

10. Skepta - Splash!
Der britische MC zündet ein Grime-Feuerwerk nach dem nächsten und das Publikum dankt es ihm mit purer Eskalation. Ein Auftritt, der einfach komplett Spaß gemacht hat.

Honorable Mentions:
Bring Me The Horizon (Jahrhunderthalle, Frankfurt), Denzel Curry (Splash!), Iron Maiden (Graspop Metal Meeting), Karate Andi (Zoom, Frankfurt), Machine Head (Schlachthof, Wiesbaden), Myrkur (Zoom, Frankfurt), Power Trip (Schlachthof, Wiesbaden), Silverstein (Tells Bells Festival), Ski Mask The Slump God (Splash!), The Soft Moon (Kesselhaus, Wiesbaden), Underoath (Kesselhaus, Wiesbaden), Wanda (Schlachthof, Wiesbaden)

hendrik
Beiträge: 184
Registriert: Mi 30. Sep 2015, 19:31

Re: Mein Konzertjahr 2018 - Emotionen und Geschichten von Konzerten und Festivals

Beitrag von hendrik » Mi 26. Dez 2018, 14:56

Konzerte 2018

1. Belgrad, Dikloud, Lux Hannover 2018
2. Fjort, Être, Musikzentrum Hannover 2018
3. We Stood Like Kings, Café Glocksee Hannover 2018
4. Autobahn, Café Glocksee 2018
5. The Menzingers, Pup, Cayetana, Faust Hannover 2018
6. Steven Wilson, Donna Zed, Mehr! Theater Hamburg 2018
7. Poppy Ackroyd, Feinkost Lampe Hannover 2018
8. At The Drive-In, Death From Above 1979, Le Butcherettes, Sporthalle Hamburg 2018
9. Arionce, Kulturpalast Linden Hannover 2018
10. Woman, Lux Hannover 2018
11. Tocotronic, Ilgen-Nur, Capitol Hannover 2018
12. Mammal Hands, Feinkost Lampe Hannover 2018
13. Balmorhea, Maryn Heyne, Cumberland Hannover 2018
14. Wy, Kraków Loves Adana, Haven Hannover 2018
15. Amenra, Myrkur, Uebel und Gefaehrlich Hamburg 2018
16. Raindance Kid, Sofaclub, Kulturpalast Linden Hannover 2018
17. Machine Head, Capitol Hannover 2018
18. Sebastian Plano, Spiegelzelt KunstFestSpiele Herrenhausen Hannover 2018
19. Hysterese, Problem Is You!, Young Season, Stumpf Hannover 2018
20. Manu Delago Handmade, Feinkost Lampe Hannover 2018
21. Max Richter, Die Glocke Bremen 2018
22. Archivist, Icos, Las Cavas Viejas, Morrow, Monachus, Baestien, Alerta Antifascista Deathfest im UJZ Korn Hannover 2018
23. Noga Erez, CeBIT Festival Hannover 2018
24. Xul Zolar, Bergfilm, CeBIT Festival Hannover 2018
25. Chelsea Wolfe, Brutus, Indiego Glocksee Hannover 2018
26. Sojus1, Glocksee Hannover 2018
27. Tinpan Orange, Glocksee Hannover 2018
28. Limp Bizkit, Dog Eat Dog, Swiss Life Hall Hannover 2018
29. Alex Stolze, Anne Müller, Feinkost Lampe Hannover 2018
30. The Wedding Present, Lux Hannover 2018
31. Yegor Zabelov, Feinkost Lampe Hannover 2018
32. Mono, A Storm Of Light, Jo Quail, Tower Bremen 2018
33. Whores, Heads, Mephisto Faust Hannover 2018
34. Rue Royale, Ryan O'Reilly, Feinkost Lampe Hannover 2018
35. Heim, Bawrence Of Aralia, Galeria Lunar goes Underground Hannover 2018
36. The Exploding Boy, On The Floor, SubKultur Hannover 2018
37. Lord Ruby, Into Echoes, Kulturpalast Linden Hanover 2018
38. Listener, Bei Chéz Heinz Hannover 2018
39. Karies, Rote Planeten, Lila Eule Bremen 2018
40. Dream Wife, Lux Hannover 2018
41. Dekker & Lambert, Feinkost Lampe Hannover 2018
42. Belgrad, Rote Planeten, Lagerhaus Bremen 2018
43. Spanish Love Songs, Ducking Punches, Bei Chéz Heinz Hannover 2018
44. Leoniden, Musikzentrum Hannover 2018
45. Svavar Knútur, TAK - Die Kabarett Bühne Hannover 2018

Hurricane 2018

1. Leoniden (ein bisschen)
2. Liedfett (glaub ich, betrunken)
3. Tom Walker (glaub ich)
4. Donots (ein ganz wenig)
5. DMA's
6. Fjørt
7. Jungle (dreiviertel)
8. The Offspring (dreiviertel)
9. London Grammar
10. Thrice
11. Two Door Cinema (halb)
12. Frank Carter & The Rattlesnakes
13. Brian Fallon & the Howling Weather
14. The Vaccines
15. Jain (ein ganz wenig)
16. Mø
17. Beginner (ein wenig)
18. Portugal. The Man
19. The Prodigy (letzte Rest)
20. Touché Amoré
21. NoFX (ein wenig)
22. Angus & Julia Stone
23. Franz Ferdinand (halb)
24. James Bay (ein wenig)
25. Kraftklub (ein ganz wenig)

Haldern 2018

1. Lisa Hannigan & Stargaze (zweidrittel)
2. Nilüfer Yanya (halb)
3. Reverend Beat-Man and the New Wave (ein wenig)
4. Wood River (zweidrittel)
5. Philipp Poisel (ein wenig)
6. Cantus Domus
7. Fabrizio Cammarata
8. Adam French
9. Astronautalis
10. Sampa the Great (halb)
11. Curtis Harding
12. Housewives (ein wenig)
13. Villagers
14. Nils Frahm
15. Protomartyr
16. Love A
17. Jenny Lewis (halb)
18. The Lemon Twigs (ein wenig)
19. Phoebe Bridgers
20. Amyl and the Sniffers
21. Rolling Blackouts Coastel Fever (ein wenig)
22. Schnellertollermeier

Top-Konzerte:
Bisschen schwierig. Von den Konzerten waren viele ganz gut, Amenra und Amyl and the Sniffers stachen ein wenig raus.
1. Amenra: Es ist jedes Mal erneut beeindruckend, welche Intensität und Energie deren Konzerte haben.
2. Amyl and the Sniffers: Abriss im Zelt.
3. Karies: Ich mag sie einfach. Beste Band der Stuttgarter-Schule und auch ihr neues Album weiß zu gefallen.
4. Jungle: Hab mir leider nicht alles angesehen, da ich mir ein wenig noch The Offspring ansehen wollte und mich dort mit dem restlichen Camp treffen wollte. War ein Fehler, da The Offspring schlecht war und das Camp natürlich nicht gefunden wurde
5. Astronautalis: Er macht jedes mal mega Stimmung, super Ansagen und es ist schon verwunderlich, warum er nicht groß durchstartet
6. Sojus1: Von einem guten Freund empfohlen, sonst wären die mir evtl. durchgegangen. Ein wenig skeptisch war ich, wie deren Elektro-Ambient-Zeugs umgesetzt wird, war aber mit Sänger/-in doch sehr gut
7. Sebastian Plano: Neo-Klassik auf dem Cello, ein wenig geloope. Insgesamt sehr stimmig und ein schöner Rahmen drumherum

PastorOfMuppets
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Re: Mein Konzertjahr 2018 - Emotionen und Geschichten von Konzerten und Festivals

Beitrag von PastorOfMuppets » Mo 31. Dez 2018, 16:09

01. The Gaslight Anthem (28.07. / Köln / Palladium)
Die Lieblingsband spielt das absolute Lieblingsalbum am Stück. Das Konzert hatte daher schon vorher sehr gute Chancen auf den Spitzenplatz. Aber was dann in Köln passiert ist, hat nochmal alle Erwartungen übertroffen. Nachdem es in Tilburg am Tag davor ein eifrig mitsingendes, aber sonst recht zurückhaltendes Publikum war, ging es in Köln dafür doppelt bis dreifach ab. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber wirklich das gesamte Palladium hat sich die Seele aus dem Leib gesungen, ist herumgesprungen und hat sich in den Armen gelegen. Gefühlte Temperatur: 42 Grad. Mindestens. Dazu eine Band mit prächtiger Spielfreude und sehr guten Vorbands. Abgerundet wurde der Abend mit einer kleinen Kneipentour von Ringrockern & Friends. Ganz großer Abend.

02. Pearl Jam (14.07. / NOS Alive)
Ich schreibe es hier nicht zum ersten und wahrscheinlich auch nicht zum letzten Mal: Das portugiesische Publikum kann es einfach. Der Auftritt eine Woche zuvor beim Werchter war schon sehr gut (was auch sonst bei PJ), aber in Lissabon war es für mich nochmal deutlich besser. Die Setlist war hier besser (mit Better Man, Cover von Comfortably Numb, Rockin? In The Free World zusammen mit Jack White) und auch 15min länger. Die Band war leider eine Viertelstunde zu spat und hat bei ihrem 2h-Slot somit eh schon überzogen, aber sie hätten sogar noch länger gespielt, wenn sie nicht für die danach noch spielenden MGMT von der Bühne runtergeholt worden wären. Dazu noch das portugiesische Publikum, das fast jeden Gig besser macht als er es anderswo wäre und heraus kommt ein würdiger zweiter Platz.

03. Turbostaat (11.05. / Leipzig / Conne Island)
Meine insgesamt am häufigsten gesehene Band feiert ihren 20. Geburtstag mit mehreren Konzerten und einer daraus entstehenden Liveplatte. Da steht es natürlich außer Frage, dass ich mich nach Leipzig aufmache und dass auch reichlich Ringrocker aus ganz Deutschland dabei sind. Alleine das ist auch wieder die Grundlage für ein grandioses Konzerterlebnis. Der zweite Abend (mein erster Abend) sollte dann das Highlight sein und selbst für Turbostaat-Verhältnisse herausragen. Publikum mit Bock-Level am Anschlag, was man auf den bereits bekannten Songs des Konzerts schon heraushört. Ich warte gespannt auf die Liveplatte. Und das Conne Island ist eine echt schöne Location.

04. Bon Iver (03.11. / Pitchfork Paris)
Es ist wirklich nicht einfach zu bechreiben, wie sich ein Konzert von Bon Iver anfühlt. Die Band um Justin Vernon schafft es, eine ganz spezielle Atmosphäre zu erzeugen. Ansonsten muss man es denke ich selbst erleben, um es nachvollziehen zu können. Das Publikum war hier ziemlich international und ich habe dort u.a. Amerikaner getroffen, die diese Festivalshow als Anlass für einen Paris-Trip genommen haben. Insgesamt war ich auch nach meinem zweiten Konzert von Bon Iver wieder so umgehauen wie beim ersten Mal.

05. Parkway Drive (23.03. / Hambug / Logo)
Die Band ist endgültig in der Headliner-Liga der Metalfestivals angekommen und überzeugt überall mit starken Livequalitäten und einer beeindruckenden Show. Im Rahmen einer kleinen Promotour haben sie jedoch kleine Clubs gespielt und das Logo könnte in der Hinsicht nicht besser passen. Absolute Schweißkalation durch die niedrige Decke (Crowdsurfer müssen sich oben abstützen) und eine Band, die wie immer sehr gut drauf und dankbar für ihre Fans ist.


06. Beatsteaks (07.04. / Bremen / Pier 2)
Die Buletten können es noch. Soundproblemen zum Trotz haben sie zum Tourauftakt mal eben 2,5h und 34 Songs gezockt. Die mit Abstand beste Setlist der Tour und eine Band so sympathisch wie eh und je. Mit einem Arnim als Frontmann läuft es natürlich auch wie ein Länderspiel (also die vor 2018...).

07. Queens Of The Stone Age (13.07. / NOS Alive)
Im Vorfeld war ich mir bei QOTSA nicht ganz sicher, ob sie ein passender Headliner für die ganz großen Festivals wie Rock Werchter oder NOS Alive sind. Nachdem ich sie bei beiden Festivals gesehen habe, kann ich sagen: Sie sind es.

08. Jack Johnson (07.07. / Rock Werchter)
Super sympathischer Typ spielt Gute-Laune-Musik bei 30 Grad und Sonne während man mit dem Camp entspannt im Sand sitzt oder tanzt und die Bar direkt daneben ist. Großartig und typisch Werchter.

09. Arctic Monkeys (12.07. / NOS Alive)
Beim Werchter noch ziemlich neben der Spur und als Abschluss nach fünf Tagen Festival war irgendwie die Luft etwas raus. Fünf Tage später deutlich besser und auch mit geänderter Setlist. Achja, und natürlich die Sache mit dem portugiesischen Publikum?

10. The War On Drugs (21.08. / Hannover / Capitol)
Keine Vorband, kein Schnickschnack. Einfach knapp 2h allerbeste Musik, bei der alle Personen auf der Bühne perfekt harmonieren. Immer wieder gerne.


Weitere Highlights in chronologischer Reihenfolge:
Kettcar (Bremen / Schlachthof)
Steven Wilson / The Killers / Pearl Jam (alle Rock Werchter)
NIN, Snow Patrol und The National (alle NOS Alive)
Aurora (Paris / La Cigale)
Chvrches (Pitchfork Paris)
Casper (Bielefeld / Ringlokschuppen)

down
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Re: Mein Konzertjahr 2018 - Emotionen und Geschichten von Konzerten und Festivals

Beitrag von down » Mo 31. Dez 2018, 16:19

Puh, hab locker um die 40 Konzerte + Festivals gesehen, so richtig kacke ist mir nix im Kopf geblieben. Dafür viel positives:

Parkway Drive, Lido (Berlin)
Turbostaat, Tommy-Weiß-Haus (Berlin)
Wavves + Dune Rats, Cassiopeia (Berlin)
Spanish Love Songs, Cassiopeia (Berlin)
Bloc Party, Columbiahalle (Berlin)
Feine Sahne Fischfilet, Brauhaus (Dessau)
Zugezogen Maskulin, Festsaal Kreuzberg (Berlin)
Arctic Monkeys, Columbiahalle (Berlin) (ja, trotz des scheiß neuen Albums, aber dank der ganzen verrückten Briten!)
City Calm Down, Privatclub (Berlin)
Fall Out Boy, Lido (Berlin)

Entdeckung des Jahres für mich sind auf jeden Fall Spanish Love Songs!

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Johnson
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Re: Mein Konzertjahr 2018 - Emotionen und Geschichten von Konzerten und Festivals

Beitrag von Johnson » Mo 31. Dez 2018, 16:50

Top 5-Konzerte 2018 (ohne Reihenfolge):

To Kill A King (05.03., Nochtspeicher, Hamburg)
Auf das tolle neue Album folgte ein starker Auftritt im Nochtspeicher (zudem nach längerer Zeit endlich mal wieder Wolves gehört) Hat einfach Spaß gemacht - hoffe auf neue Auftritte im neuen Jahr.

Olli Schulz (06.04., Laeiszhalle, Hamburg)
Man hat Herrn Schulz gemerkt, wie sehr er sich auf das Konzert in seiner Heimatstadt gefreut hat. Emotionaler Abend von Anfang bis Ende. Bei "Junge Frau sucht reifen Mann" saß Olli Dittrich am Schlagzeug und Bjarne Mädel sang im Duett mit Olli Schulz - mein persönlicher Lieblingsmoment in meinem Musik-Jahr 2018. :herzen2:

Arcade Fire (24.06., Hurricane Festival, Scheeßel)
Zum vierten Mal live gesehen - und dieser Auftritt übertrifft die drei vorherigen Male. Spielfreude, tolle Stimmung auf der Bühne und im Publikum sowie eine schöne Setlist. Da hat alles gepasst.

Jeff Lynne's ELO (18.09., o2 World, Hamburg)
Gute Setlist, wobei ich ein paar Songs noch vermisst hatte. Licht- und Bühnenshow fantastisch. Der Space-Stil von ELO kam sehr gut rüber.

We Were Promised Jetpacks (23.11., Molotow, Hamburg)
Starker Abriss, die Band macht einfach Spaß. Publikum war trotz einiger Ausnahmen (Gelaber, Selfie-Gefilme) gut drauf.

Der Auftritt von Jose Gonzales & The String Theory (08.10., Laeiszhalle, Hamburg) war auch klasse, ich aber so erkältet, dass ich den Abend nicht ganz genießen konnte. Die Foo Fighters (10.06., Trabrennbahn Bahrenfeld, Hamburg) waren auch nicht schlecht, jedoch zu viele Zuschauer und eine Standard-Setlist, die mich doch etwas unzufrieden zurückließ (Immerhin Dirty Water dabei).

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SammyJankis
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Re: Mein Konzertjahr 2018 - Emotionen und Geschichten von Konzerten und Festivals

Beitrag von SammyJankis » Di 1. Jan 2019, 18:15

Werde nachfolgend auch mal meine Top 10 aufschreiben.

1. Sleep - TivoliVredenburg, Utrecht, Niederlande
Endlich live gesehen und es war großartig. Das Bühnenbild bestand nur aus Boxen und Verstärkern soweit das Auge reicht. Eine Vorband gab es nicht, aber wer hätte sich für die auch interessiert? Beim ersten Gitarrenanschlag hat es mich um ca. zwei Meter nach hinten gedrückt. Ich habe schon lange nicht mehr, wenn überhaupt, eine solche Soundwand abbekommen. Man wurde förmlich erdrückt. Es gab viel vom neuen Album, aber natürlich auch Tracks von der "Holy Mountain". Ich habe schon ewig nicht mehr gejubelt zu Beginn eines Songs, aber bei dem catchy Riff Zu Beginn von "Dragonaut" wäre es beinahe über mich gekommen. Auch wenn sich Matt Pike und Al Cisneros sich nicht mehr ganz grün sind kann ich nichts schlechtes über die Show sagen. Außer, dass "Dopesmoker" nicht komplett gespielt wurde. Aber die 20-25 Minuten, die es gab, waren fantastisch.

2. Amenra - Grote Markt, Diksmuide, Belgien
Es wird dem ein oder anderen hier schon aufgefallen sein, aber ich bin ein ziemlicher Amenra Fanboy. Jede Amenra Show könnte es in die Top 10 schaffen. Die Band liefert immer ab und ich kann jedem nur noch ein weiteres Mal eindringlich empfehlen, jede erreichbare Amenra Show mitzunehmen. Bei all den guten Shows stechen die "Special" Sets immer etwas heraus. Diese werden in der Regel in der Heimat gespielt, aber da es vom Ruhrpott aus bis Belgien nicht allzu weit ist, kann ich zum Glück viel mitnehmen. Die Show fand auf dem Marktplatz von Diksmuide statt, eine kleine Stadt in Westflandern. Die Hinfahrt war stressig und aus drei wurden vier Stunden. Aber es hat sich doppelt und dreifach gelohnt. Ähnlich wie bei Godspeed You! Black Emperor 2017 war auch hier der erste Weltkrieg das Thema und die Show kostenlos.. Nach dem ersten Song gab es eine Performance Einlage eines Künstlers zu der Amenra eher Ambientmusik gespielt haben. Anschließend gab es die üblichen Songs, nur waren dieses Mal die Videos anders. Drei Bildschirme, einen direkt hinter der Bühne, zwei an den Seiten. Es gab verschiedene Videos auf den Screens, aktuelle auf dem mittleren, alte Videos aus der Zeit des ersten Weltkriegs auf den äußeren und diese konnte man immer in Verbindung miteinander setzen. Eine großartige Inszenierung. Vor allem, als bei "Razoreater" Fluchtbewegungen aus dem 1. Weltkrieg gleichzeitig mit erschöpften Flüchtlingen in Booten gezeigt wurden lief es einem schon kalt den Rücken runter.

3. Olafur Arnalds - De Vereeniging, Niederlande
Selten habe ich einen so sympathischen Künstler erlebt. Immer, wenn er sich zwischen seinen Songs an das Publikum richtete, wirkte es natürlich und freundlich. Die Songs an sich wurden begleitet von einigen Streichern, einem Drummer und zwei programmierbaren Pianos. Es war wunderschön und spannend zugleich, ihm bei seiner Arbeit zuzugucken. Dabei hatten auch alle weiteren Musiker auf der Bühne ihre Momente, niemand wurde ausgelassen. Besonders magisch hier das Ende, als Olafur Arnalds einen Song alleine spielte und die Streicher im Flur vor dem eigentlichen Saal spielten und sich davon wegbewegten, sodass die Musik immer leiser und leiser wurde und schlussendlich erstarb. Es war magisch, wie im Anschluss absolute Stille herrschte, da niemand im Publikum diesen Moment zerstören wollte.

4. Henry Rollins - Christuskirche, Bochum
Zwar nicht ein Konzert im eigentlichen Sinne, aber ich packe den Spoken Word Auftritt bzw. die Travel Slide Show mal mit rein. 2,5 Stunden ging es Ganze und es war zu keinem Zeitpunkt langweilig. Henry Rollins schafft es wie kein Zweiter aus seinem Leben zu erzählen und dabei lustige Anekdoten, z.B. wie er mit Jello Biafra von Nick Cave als Bachgrpundsänger auf die Bühne geholt wurde, mit kritischen Äußerungen zu mischen ohne dass es komisch wirkt. Es war sehr interessant und seine Geschichten sind auch abseits von Black Flag/Hardcore/Punk ein Genuss für jeden.

5. Cold World - Moers, Bollwerk
Sicherlich nicht die beste Band und wenn man ehrlich ist, klingt von der besten Platte auch alles gleich. Die Songs sind super einfach aufgebaut und jeder hat an irgendeiner Stelle einen Singalong Part. Dazu ist die Setlist auch immer gleich, aber ganz ehrlich: Das juckt mich kein Bisschen. Wenn ich zu Cold World gehe erwarte ich nur 30 Minuten Eskalation, bei der mindestens ein Mikro den Geist aufgibt und es mindestens einen Moment gibt, bei dem zwei Stage Diver gleichzeitig auf einem landen. So war es auch in Moers. Das pure Chaos, so sollten Hardcore Shows aussehen.

6. Deal With It - Temple of Boom, Leeds, UK
Benefiz Show für ein an Krebs erkranktes HC Kid und die Bands gaben sich für One Time Reunions die Klinke in die Hand. Größtes Highlight waren dabei Deal With It. Rougher Hardcore Sound, bei dem der Laden fast abgerissen wurde. Harter Mosh, Singalongs, gute Ansagen und ein "World Peace" Cover zum Abschluss. Wütend.

7. Disembodied - Sweatfest, Boston Music Rooms, London, UK
Direkt zum Start des Jahres gab es ein großes Highlight in Form eines Indoor Hardcore Festivals. An drei Tagen gab es viele sehr gute Sets, von denen einigen die Top 10 nur knapp verpasst haben. Martyr A.D., Xibalba, Arkangel und Chokehold (wenn auch nicht mit richtigem Sänger) sind hier zu nennen. Den besten Auftritt des Wochenendes lieferten aber Disembodied ab, die zum Glück in der kleineren Location, den Boston Music Rooms, gespielt haben. Harter, völlig chaotischer Sound. Wer Code Orange abfeiert sollte mal ein Ohr riskieren, die Einflüsse sind unverkennbar.

8. Survival - Temple of Boom, Leeds, UK
Selbe Show wie Deal With It, auch eine One Time Reunion. Zum Abschluss des Tages gab die Crowd noch einmal alles und der Aufforderung nach Stage Dives wurde nachgegangen. Der Sänger, der für mich immer so aussieht wie ein Mix aus Hooligan und Schiwegermutters Liebling hatte alle Mühe, das Mikro bei sich zu behalten. Es waren zwar nur knapp über 20 Minuten Spielzeit, aber wer Konzerte nach der Länge beurteilt, hat sowieso die Kontrolle über sein Leben verloren.

9. Mogwai - Traumzeit Festival
Ähnlich wie bei Amenra bin ich auch hier ziemlicher Fanboy. Sicherlich habe ich schon bessere Sets der Band gesehen (Bochum 2009), aber eigentlich hat jede Show ihren Gänsehaut Moment. Die Show war Open Air und trotz hetigen Winden war der Sound gut. "Mogwai fears Satan" als Opener, da hatte die Band schon gewonnen. Wie immer ein schöner Gig. Ein Bisschen Abwechslung in der Setlist fände ich aber gut für die nächsten Male.

10. Fiddlehead - Temple of Boom, Leeds, UK
Man könnt meinen, dass der Temple of Boom meine Lieblingslocation ist. Kurz vor Jahresende gab es die ersten beiden Europa Shows von Fiddlehead. Leeds, der erste Show, war besser als London. Pat Flynn ist ohne Frage einer der besten Frontmänner überhaupt und auch, wenn die Band auf Platte nicht zu meinen Lieblingsacts gehört, war die Show überragend.
Creating chaos that I can't escape
this climate of fear controlling my days


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