defpro hat geschrieben: ↑So 25. Okt 2026, 09:59
Ich finde die im Interview getätigten Aussagen zwar etwas merkwürdig formuliert, aber was mMn inhaltlich dahinter steckt, das finde ich jetzt tatsächlich nicht sonderlich kontrovers, dass es in diesem Thread Erwähnung finden müsste. Dass Shirin David ein mitunter fragwürdiges Feminismus-Verständnis vermittelt und die Marketing-Strategie von Ikkimel (zumindest zu ihren Anfängen; seitdem hab ich sie ehrlicherweise nicht mehr wirklich verfolgt) zu großen Teilen auf kalkulierter, meme-optimierter Provokation beruht, das sind doch jetzt beides keine nischigen hot takes, oder?
Man könnte natürlich noch anmerken, dass hier (neben den Onkelz) ausgerechnet zwei Künstlerinnen ihr Fett wegkriegen und keine ihrer zahlreichen männlichen Kollegen.
Ich finde das ist halt so ein bisschen der Knackpunkt an der Sache. Auch die Onkelz im gleichen Kontext Ikkimel gegenüber zu stellen und das beides faschistoid zu nennen, finde ich schon sehr doll. Es ist halt so ein typisches Phänomen, dass man es in Anbetracht von weiblichen Künstlerinnen dann plötzlich doch nicht mehr so mit der Freiheit der Kunst, Überspitzungen und satirischen Texten hat, die aber für eine lange Liste von männlichen Künstlern gilt.
Ich war auch nicht begeistert von Shirin Davids drittem Album, aber ausgerechnet dem dann so einen Platz einzuräumen, anstatt hunderte Baustellen der Musikbranche zu beackern, wo zB einfach Täter auf der Bühne stehen, finde ich immer sehr bezeichnend.
Es ist mir aber gleichzeitig auch recht egal und nichts, wofür man jetzt Bilderbuch canceln muss, aber das Muster das er hier bedient ist schon ein Klassiker.
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