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Der Konzertbesuchsthread

Konzerte, Platten & Musik im TV
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SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » So 2. Aug 2026, 22:51

Ich war am Freitag in Berlin bei Wreckage im Obergeschoss Hell. Bin mit Deutschlandticket hin, was natürlich eher mäßig geklappt hat, aber war im Endeffekt pünktlich. Weiter Weg, aber ich hab Urlaub und hatte Lust. Der Laden befindet sich Bisschen versteckt in Neuköln, keine Ahnung, wie offiziell das Ganze ist. Adresse geht auf jeden Fall nur auf Anfrage raus. Obergeschoss im Namen ist keine Untertreibung. Dritter Stock, unfassbar warm, natürlich war es auch noch komplett voll bei 15-20 Euro Eintritt. Sauerstoff war Mangelware. Crowd in Berlin ist deutlich diverser als in NRW, wo eigentlich nur Hardcore Kids am Start sind.

Blanket Hill - Band aus Luxemburg, haben zwei tage vorher beim Wacken gespielt und nun halt aufm Rückweg in Berlin. Hab die Band vor 2-3 Jahren in Bielefeld gesehen, aber viel hängen geblieben ist nicht. Also recht unbedarft reingegangen. War 08/15 Hardcore, nicht schlecht, aber einfach egal. Ansagen waren so, wie es eine Wacken Crowd wahrscheinlich cool findet. Viele Aufforderungen, viel Gelobe, bisschen zu dick aufgetragen. Hätte ich alles nicht gebraucht, kamen aber beim Rest der Crowd halbwegs gut an.

Echo Chamber - Letzte Woche ne Promo mit zwei neuen Songs rausgebracht, die auch beide gespielt wurden. Klangen live gut. Ansonsten die üblichen Tracks von der Demo und der 7 Inch plus ein Bastards Cover. Sound ohne jeden Zweifel top, weiterhin beste Hardcore Band in Deutschland. Crowd war merkwürdig. Klar, gab ein Bisschen Mosh, aber auch viele Pogoversuche. Teilweise mit Bierflaschen in der Hand. Ein Vorgehen, welches in NRW direkt zu Stress führen würde, aber hier schien es ganz normal. War nen guter Gig, aber natürlich in Köln schon besser gesehen.

Wreckage - Erste Gig in Europa, Band ist bei Scheme Records, was abseits der großen Label eine sehr guten Ruf hat. Die droppen in einer Tour coolen Stuff. Sound ist schnell, vor allem die neueren Sachen recht melodisch. Dennoch genug Platz für Mosh und Side to Sides. Crowd war ähnlich wie bei Echo Chamber. Natürlich inkl. Bierflaschen vor der Bühne. Zusätzlich zu viele Fotograf*innen. Wenn da bei nem 150 Leute Gig sechs Personen mit Kameras im Raum sind, ist das einfach nur noch lächerlich. Größter Clown auf jeden Fall der Dude, der sich mehrfach direkt vor der Bühne oder in den Pit gestellt hat und dann Schiss um seinen Stuff hatte. Lass es einfach bleiben! Ansonsten war es ein guter erster Gig hier. Macht Lust auf mehr in der nächsten Woche. Gucke das Tour Package noch dreimal und die anderen Gigs sollten besser werden. Insgesamt warmer, aber guter Abend.
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fipsi
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von fipsi » Mo 3. Aug 2026, 08:15

Ich war gestern bei Nick Cave & The Bad Seeds in Dresden. Das ausverkaufte Konzert fand am Elbufer mit dem schönen Blick auf die Altstadt statt. Ich weiß nicht, wann ich zuletzt auf einem so großen Solokonzert war. Das Ticket habe ich geschenkt bekommen und wann sieht man mal so was namhaftes fast direkt vor der Haustür? Schnell habe ich gemerkt, warum mich vieles an der Größe nervt (besonders die Menschen). Ab 18 Uhr war bereits Einlass und wir waren kurz vor 19 Uhr da. Der Innenraum war da schon komplett gefüllt, also geguckt ob es weiter hinten auf den Erhöhungen Plätze gibt. Dort haben sich viele wie deutsche Touris am Strand breit gemacht, also wurde erstmal noch auf einer Wiese gewartet bis zum Beginn. Mitarbeiter haben dann darauf hingewiesen, dass man auf den Erhöhungen durchrutschen soll und in zwei Reihen stehen kann. Das hat zu einer hohen Eskalation bei den Besuchern gesorgt, die seit zwei Stunden ihre Liege verteidigt haben. So gab es einige nervige Diskussionen und zum zweiten Song habe ich kurz nach 20 Uhr einen guten Platz gefunden (dachte ich).

Der Einstieg war dann durch das Drumherum und einen fehlenden Support etwas zäh. Zum Glück gab es dann relativ früh im Set mit O Children, Tupelo und Carnage die ersten Highlights direkt hintereinander und ich bin gut reingekommen. Nick Cave war wie immer fleißig an der ersten Reihe unterwegs und konnte mit kleinen Späßen das Publikum für sich gewinnen. Der Mann hat schon echt enorm viel Charisma.
Es folgte dann ein Set, was sehr nah an der aktuellen Sommertour war. Trotzdem gab es immer wieder Situationen, die das ganze individuell gemacht haben. So hat er zum Beispiel Wild God vergessen und dann später im Zugabenblock gespielt. Leider gab es auch während des Konzerts immer wieder Auseinandersetzungen im Publikum und wenig überraschend gingen sie von älteren Männern in Dynamo oder Rammstein Shirts aus. Das hat echt immer wieder mal den Fluss gestört und habe ich in dem Ausmaß noch nie erlebt. Keine Ahnung, ob das mittlerweile Normalität ist oder eher eine Ausnahme. Zum Glück gab es nach dem wunderschön aufgebauten Hollywood noch einen Zugabenblock mit einigen Überraschungen. Skeleton Tree hat sehr zu meiner Freude die Premiere bei der Tour gefeiert. Nach über 2,5 Stunden gab es den klassischen Abschluss von Nick Cave allein am Piano mit Into My Arms. Das war schon ein sehr gutes Konzert, aber leider kein ganz großes Highlight. Da freue ich mich eher wieder auf kleinere Clubkonzerte.

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Wishkah
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Wishkah » Mo 3. Aug 2026, 10:02

fipsi hat geschrieben:
Mo 3. Aug 2026, 08:15
Ich war gestern bei Nick Cave & The Bad Seeds in Dresden.
Wir waren zufällig letztes Wochenende in Dresden und da hatte ich erst gesehen, dass Nick Cave da auch spielt. Schade, die Kulisse am Elbufer ist ja wirklich schön. Ein Wochenende früher und ich hätte das auf jeden Fall mitgenommen.

defpro
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von defpro » Mo 3. Aug 2026, 12:59

Flecha hat geschrieben:
Fr 31. Jul 2026, 17:12
Ich war, wie circa 10 andere (Ex-)Foristen, am 21. Juli im Bremer Tower bei High Vis und Militarie Gun.

[...]

Das stellte sich als gar nicht so blöd heraus (wenn man nicht auf Bewegung aus war), weil es hinten bei beiden Acts doch relativ eng wurde für alle, die etwas später dazukamen. Gerade bei Militarie Gun guckten einige quasi durch die Tür rein, was wirklich blöd ist. Kann aber nur daran gelegen haben, dass es in der Mitte Leute gab, die halt nicht aufgerückt sind, weil es das Problem bei High Vis nicht mehr gab. Erstere haben ein launiges Set gespielt. Ich mag den Sound schon gern und für einen Support- oder Festivalslot würde mich das immer vor die Bühne bewegen. Aber ich kann gleichzeitig irgendwie nachvollziehen, warum sie hierzulande nicht so richtig durchstarten, weil es sich doch so sehr zwischen Pop Punk und Hardcore (von der Attitüde her hauptsächlich) bewegt, dass es irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes ist. Der Sänger hat, obwohl es doch ordentlich Bewegung vorn gab, 1-2-mal gesagt, dass hier ja sowieso niemand die Songs kennt. Hat wohl niemand laut mitgesungen.
[...]
Spannender Bericht (der von Sammy natürlich auch). Ich hätte im Vorfeld nämlich überhaupt nicht einschätzen können, welche der beiden Bands hierzulande größer ist. In den USA sind Militarie Gun ja ziemlich gehypt und mit dem letzten Album sind sie ja (leider) noch ein gutes Stück softer und gefälliger geworden (wozu auch passt, dass dessen erste Single ja ursprünglich für Doja Cat geschrieben wurde :doof: ). Aber dann scheint die Entwicklung der Band hierzulande wohl nicht ganz so glatt zu verlaufen wie drüben.

Klingt aber nach einem echt schönen Paket. Schade, dass wirklich gar nix hier in der Nähe stattfand, aber vermutlich war logistisch durch die ganzen Festivalauftritte nicht mehr drin.

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SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » So 16. Aug 2026, 20:48

Ich war letzte Woche Montag in Düsseldorf bei Neolithic im Jugendkulturcafe Franzmann zum Start der besten Showwoche des Jahres. Selbst wenn ich alle Shows, die ich geguckt habe, geskippt hätte, wäre das Alternativprogramm immer noch top gewesen. Diese Show hätte nen paar Zahlende mehr gut vertragen können, aber bei ~35 Grad rauskommen unter der Woche ist schon ein Kampf. Der Raum entpuppte sich leider auch als ziemliche Sauna. Selbst dauerhaftes Lüften zwischen den Sets hat kaum was gebracht.

Misled - Junge Band aus Belgien, wo die Szene momentan einen ordentlichen Aufschwung erlebt. Sehr cool. Waren zusammen mit Listed auf kurzer Tour. Sound geht Richtung Leeway oder, wenn man aktuellere Bands nennen will, early-Higher Power. Hat einen guten Groove, Härte geht nicht verloren. Hab die Band dieses Jahr bereits einige Male gesehen und hier hat es vollständig geklickt. Rest der Crowd war auch von Anfang an gut dabei. Gab harten Mosh. The Icemen Cover hat den Gig abgerundet.

Listed - Die zweite, junge belgische Band des Abends. Nachdem sich der Sound sich zu Beginn stark an Floorpunch ausgerichtet hat, wird es nach meinem Gefühl etwas härter. Unsicher, ob ich die alte Ausrichtung nicht etwas cooler fand. War auf jeden Fall das erste Mal, dass mir Misled besser gefallen haben. Als Cover gab es "Death Grip" von Turnstile. Der halbe Raum war textsicher. Unsicher, ob es schon an der Zeit ist, die Band zu covern, aber is natürlich ne sichere Angelegenheit. Setniveau war weiterhin hoch.

Infinite Wisdom - Letztes Jahr in Brighton zum ersten Mal gesehen und für gut befunden. War echt happy als die Tour mit Neolithic announced wurde. Sound ist Leeway Worship, noch stärker als bei Misled. Los ging es mit "Clobberin Time" von Sick of it All. Der Tod Lou Kollers sorgt momentan völlig zurecht für eine Vielzahl an Covern der Band. Ist meiner Meinung nach eine schöne Art, einem Musiker zu gedenken. Danach gab es dann eigene Songs, wie bereits gesagt leicht Crossover angehaucht im Stile von Leeway. Von denen gab es auch noch ein Cover. Vom Sound her für mich der beste Gig des Abends. Da hat alles gestimmt. Crowd weiterhin stark.

Neolithic - Hardcore mit starkem Metal Einfluss, zum ersten Mal in Europa. Hier kam das Leeway Cover als Intro. Temperaturen waren zu diesem Zeitpunkt jenseits von Gut und Böse im Raum und die Crowd ziemlich im Eimer. Dennoch hat es die Band geschafft, das Ruder nochmal rumzureißen und die Leute mitzunehmen. Gab weiterhin fiesen Mosh. Zusätzlich gab es in den Pausen zwischen den Songs einige politische Ansagen der Frontperson. Manche Bands spulen das ja eher runter, aber hier hatte ich das Gefühl, dass es der Band wirklich wichtig war, sich klar zu positionieren. Zum Ende hin wurde dann nochmal gezaubert. Als Outro gab es die Intros von "Symbolic" von Death into "Resist" von All Out War, besser kannste keine Show zu Ende bringen. War ein super Start in die Woche.
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SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Mo 17. Aug 2026, 08:41

Ich war am 04.08. (Dienstag) in Darmstadt bei Echo Chamber in der Oetinger Villa. Nach Berlin die zweite Show der Tour, die ich mitgenommen habe. Fahrt hat wie üblich gedauert, war aber ereignislos. Vor Ort war es gut gefüllt für ne Show unter der Woche. Schätze so 120-150 Leute. Bei dem Line Up auch absolut verständlich.

World Instinct - Die Locals haben den Anfang gemacht. Sound ist stark Youth Crew beeinflusst. Gut mir Side to Sides, eher mäßig für Mosh. Crowd war teilweise drin. Gab mit "Friends Like You" noch ein Sick of it All Cover, war cool. Sicherlich schon besser gesehen, aber als erste von vier Bands auf einen Dienstag Abend war es ne runde Sache. Solider Beginn.

Mortal Form - Eine von zwei verbliebenen, relevanten Mannheim Bands. Sound spart nicht an Ausflügen in Richtung Metal. Merauder sind sicherlich ein guter Vergleich. Im Gegensatz zum Opener also eine Band für Mosh. War dahingehend auch mehr los. Fazit ist ähnlich wie bei World Instinct. Nicht die beste Show, die ich von der Band gesehen habe, aber rundum gelungen.

Wreckage - Im Gegensatz zu Berlin haben Wreckage und Echo Chamber die Plätze auf dem Billing getauscht. Ich weiß nicht, wie die Bands das ausgemacht haben, aber habe im Vorfeld gehofft, dass in Darmstadt und Düsseldorf Echo Chamber den Abend abschließen, weil das die "Hometown" Shows sind und bei den Amis als letzter Act die Luft raus sein könnte. Ich nehme schon mal vorweg, dass es ne gute Entscheidung war. Das Set war besser als in Berlin. Der Sound hat erstaunlich viel Melodisches zu bieten. Könnte von den Scheme Hardcore Bands die sein, die hier am ehesten auf Liebe stoßen könnte. Gab im Gegensatz zu Berlin mehr Leute, die textsicher waren. Insgesamt nen gutes Set, aber weiterhin mit Luft nach oben.

Echo Chamber - Mit Abstand das beste Set des Abends. Man merkt einfach, dass die Band in Deutschland mindestens eine Stufe über allen anderen steht. Es mag Bands geben, die auf größeren Bühnen stehen und dahingehend erfolgreicher sind, aber das ist nicht das Ziel der Band. Setlist war die vergleichbar zu Berlin, nur ohne das Cover, aber inkl. der beiden neuen Songs. Die fallen natürlich momentan noch etwas ab im Vergleich zum Rest, aber Texte müssen erstmal gelernt werden. Alle anderen Tracks, insbesondere die der Demo wurden gewohnt heftig abgefeiert. War ein top Set, wobei ich mir sicher war, dass Düsseldorf am nächsten Tag das Ganze noch überbieten würde. Für 15 Euro aufn Dienstag war es ne klasse Show. Darmstadt ist immer ne Reise Wert.
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SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Sa 22. Aug 2026, 15:31

Ich war am 05.08. (Mittwoch) in Düsseldorf bei Echo Chamber im Kulturschlachthof. Von allen Shows der Tour war ich hier von Beginn an überzeugt, dass es die beste werden würde. Als dann noch bekannt gegeben wurde, dass die Show im kleineren Raum der Location stattfindet, stiegen die Erwartungen nochmal an. Also aufgrund der kleinen Location früh vor Ort gewesen. Es war ausverkauft bei 15-20 Euro Eintritt und sehr voll. Perfekte Ausgangslage.

Meat Shield - Haben mich auf dem Cakewalk positiv überrascht und dieser Gig hat das Ganze sogar noch übertroffen. Natürlich auch bedingt durch den kleinen Raum. Gab die übliche Setlist inkl. Infest und Bulldoze Cover. Mosh war hart, Textsicherheit gegeben. Klasse Start in den Abend.

Big Iron - Sound a la Mental, ging los mit nem Outburst Cover. Danach die Songs der Demo. Crowd Reactions waren krass. Sänger würde das ein oder andere Mal begraben. Klar, nicht der beste Sound in dem Winzladen, aber juckt. Gab auch durchweg Side to Sides bei vier Meter Raumbreite. War ein komplettes Chaos Set. Dafür geh ich zum Hardcore. Ein neuer Track wurde auch gespielt, klang auch gut. Zum Abschluss dann noch ein weiteres Cover: "Light in the Dark" von Justice, es war insane. Auf jeder normalen Show easy Set des Abends, aber es war kein normaler Abend.

Wreckage - Mittlerweile dritte Show der Band, war vergleichbar mit Darmstadt von den Reaktionen. Die Band hatte zwischen Big Iron und Echo Chamber einen schweren Stand. Auf der anderen Seite war es die einzig logische Position, denn als letzte Band wäre die Luft glaube ich komplett raus gewesen. Dennoch gab es etwas Mosh, paar Textsichere. Der Sound gefällt mir mit seinen wohl dosierten melodischen Einflüssen weiterhin gut. Man hat aber einfach gemerkt, dass viele Leute vor dem Abschluss etwas Erholung brauchten.

Echo Chamber - Ich hab mittlerweile 20+ Shows der Band gesehen und da waren einige magische dabei. Beide Rosenmontagsmosh Sets oder das Set während der Collateral Show letztes Jahr. Aber das hier könnte die beste Show gewesen sein, die ich bisher von der Band gesehen habe. Setlist wie gehabt, nur das Cover, welches in Berlin gespielt wurde, wurde gegen "Intermission" von der Demo getauscht, Instrumental Track, gab dort auch den härtesten Mosh des Abends. Set war ein Fiebertraum. Das Chaos, welches bei Big Iron herrschte, wurde noch übertroffen. Eine Hardcore Show, wie man sie sich nur wünschen kann. Hab leider ne Rippenprellung davon mitgenommen, aber so ist es halt. Ich weiß nicht mal genau, wie und wann das passiert ist. Dafür war zu viel Chaos vor der Bühne. Höhepunkt war "All That Is Solid" als Closer, bei dem mit Mühe und Not verhindert wurde, dass die Crowd in die Drums fällt. Easy eines der besten Sets des Jahres der besten deutschen Hardcore Band. Und wohl auch die beste Show, die ich bisher im Kulturschlachthof gesehen habe. Bin so happy wie selten nach Hause.
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SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Mo 24. Aug 2026, 18:19

Ich war am 06.08. (Donnerstag) in Köln bei der Hammer & Nails Preshow in den Abenteuerhallen Kalk. Das Hammer & Nails fand dieses Jahr zum vierten Mal statt und zum zweiten Mal gab es eine Preshow. Im Gegensatz zur Hauptveranstaltung fand diese in den Abenteuerhallen statt und nicht outdoor. Falls man ein Ticket für die Hauptveranstaltung hatte war die Show kostenlos, ansonsten lag der Preis bei nem schmalen 10er. Dadurch, dass auch gleichzeitig noch Skate/BMX Betrieb war, ist es schwer zu sagen, wie viele Leute am Start waren, aber auf jeden Fall über 100. Es haben fünf statt wie auf dem Flyer angegeben vier Bands gespielt.

Game of Life - Der nicht angekündigte Act. Die Band hat zum Großteil die gleichen Member wie 7 Swords, die im Anschluss gespielt haben. Bot sich also an. Set war wie schon die erste Show in der Niehler Freiheit sehr cool. Lockin Out Sound, perfekt für Side to Sides. Gab auch wieder das Jaguarz Cover. Crowd war auch von Anfang an voll dabei. Guter Start.

7 Swords - Mit Abstand härteste Band des Abends. Da wurde der Mosh zelebriert. Am Pit lebte man auf jeden Fall gefährlich. Der Sound, generell superhart, war auch besser als bei der Show in Düsseldorf. Die Band macht sich, spielt regelmäßig live, das zahlt sich aus. Zum Abschluss gab es wieder das All Out War Cover. War wild.

Preemptive Strike - Boston end 00s/early 10s Sound a la No Tolerance. Kein Song länger als 90 Sekunden und doch ist am Ende alles gesagt. Schon besser gesehen, aber die Band funktioniert in meinen Augen auch besser in kleinen packed Venues. Hier war es etwas zu groß. Dennoch guter Auftritt.

Exan - Haben die Woche davor ihre neue EP rausgehauen. Die Art Hardcore, bei der die Produktion so klingen muss, als hätte man es im Wohnzimmer aufgenommen. Alles ein bisschen dreckig und kratzig. Würde so auch gut nach UK passen. Die Band hat trotz kurzem Bestehen ihre eigenen Sound gefunden und das wird auch vom Publikum honoriert. War wie immer in letzter Zeit ein gelungener Gig.

Big Iron - Am Vortag erst in Düsseldorf gesehen. Setlist war exakt gleich inkl. Outburst und Justice Cover. War für mich der beste Gig des Abends, kam aber nicht ganz an Düsseldorf ran. Kann man aber auch nicht erwarten, die Düsseldorf Show war magisch. Sowas passiert nicht immer. Da muss man ehrlich zu sich und den Bands sein. Dennoch top Set und für 10 Euro ein Abend mit einem Preis-Leistungs-Verhältnis, von dem 99% der Konzertbranche nur träumen kann.
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olli77
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von olli77 » Di 25. Aug 2026, 10:40

Ich war im letzten halben Jahr auf ein paar Konzerte.
Vielleicht finde ich mal die Zeit und die Erinnerungen und schreibe was darüber.

Am vergangenen Samstag war ich bei Thomas D & The KBCS im E-Werk Erlangen.
Thomas D ist ja schon länger auch mal auf Solopfaden unterwegs und geht nun mit der neuen Platte Neocortex und den Musikern von The KBCS, eine deutsche Instrumental-Jazz-Band aus Hamburg auf Tour.
Das E-Werk war leider für die Künstler, aber Gott sei Dank für die Crowd, nur zu 2/3 gefüllt, was zu einem ziemlich intimen Rahmen über das gesamte Konzert hinweg führte.
Die Alterspanne der Besucher ging von 16-60 würde ich mal behaupten.
Thomas D spielte die ganze Bandbreite seiner Solo-Alben, aber z.B. auch KRIEGER, welches er mit den Fantastischen 4 damals herausgebracht hat. Viel Interaktion mit dem Publikum und der typische Sprechgesang.
Die Musiker verstanden allesamt ihr Handwerk und hatte jeweils großartige Soli mit im Gepäck.

Insgesamt ein toller und entspannter samstäglicher Konzert Abend

Druschi
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von Druschi » Mi 26. Aug 2026, 01:24

The Whitest Boy Alive haben in Potsdam seit 14 Jahren mal wieder in Deutschland gespielt und es war so schön <3

defpro
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von defpro » Fr 28. Aug 2026, 15:01

Ich war am 19.08. im Wiesbadener Kesselhaus bei Deafheaven. Es war mein zweites Konzert der Band nach 2017 an gleicher Stelle. Etwas verwundert war ich schon, dass Deafheaven nach 9 Jahren immer noch nicht dem kleinen Kesselhaus entwachsen sind, aber irgendwie scheint sich die positive mediale Berichterstattung zu "Sunbather", "New Bermuda" und eben jetzt auch "Lonely People With Power" noch nicht ganz in größeren Crowds zu äußern. Immerhin war der Gig diesmal weit im Vorfeld ausverkauft und da das Konzert eines meiner meisterwarteten des Jahres war, hatte ich mir natürlich bereits zum VVK-Start ein Ticket gesichert... Zumindest dachte ich dies, weshalb sich eine gewisse Panik breit machte, als sich ca. 1h vor Einlass besagtes Ticket nicht auffinden ließ. In meinem Konzertkalender war ein "Ticket gekauft"-Merker hinterlegt, aber weder in meinem Mailpostfach noch in den Kundenkonten sämtlicher gängiger Ticketportale sowie meinem Online-Banking war auch nur ein Hinweis darauf zu finden, dass tatsächlich eine Ticketbestellung von mir getätigt wurde. Da ich bereits zwei Tage zuvor versucht hatte, für einen Bekannten (der letztendlich abgesprungen ist) ein Ticket auf Kleinanzeigen zu organisieren, wusste ich, wie hoch die Nachfrage und wie gering die Wahrscheinlichkeit ist, so spontan noch irgendwo etwas abzugreifen. Tatsächlich wurden auf Kleinanzeigen noch exakt 2 Tickets verkauft, die Anzeige wurde vor 35 Minuten eingestellt und die Tickets waren tatsächlich noch zu haben. Zwar wich der Name des Kleinanzeigen-Kontos von der PayPal-Mailadresse ab, auf die ich das Geld schicken musste (eigentlich eine klare red flag), aber ich war verzweifelt und musste den einzigen Strohhalm greifen, der mir gereicht wurde. Und tatsächlich hatte ich Glück: Kein Scam, das Ticket war echt und ich habe sogar noch etwas unter OP bezahlt. Was für ein Wechselbad der Gefühle. :doof: Tausend Dank an die liebe Verkäuferin, die mir den Abend gerettet hat! Sowas darf mir wirklich nie wieder passieren. Für so einen Stress bin ich nicht gemacht.

Support waren Show Me the Body aus NYC. Die Band spielt einen Mix aus Hardcore mit Noise-Elementen und vereinzelten Einflüssen aus Sludge und Hip-Hop. Zudem ist anstatt einer klassischen Lead-Gitarre ein Banjo zu finden, wo natürlich viel Distortion draufgeklatscht wird. Namentlich ist mir das Trio schon länger ein Begriff, wirklich reingehört hatte ich bei denen zum ersten mal auf dem 2024-Kollabo-Album "CORPUS II", wo u. a. Zulu, High Vis und King Yosef gefeatured wurden (Konzept vergleichbar zur DISCO-Serie von HEALTH). Gespielt wurde davon letztendlich nichts. Dafür lag der Fokus der Show ganz klar auf dem diesjährigen Album "Alone Together". Ich habe mich aus Gründen in diesem Jahr nicht so intensiv mit Neuerscheinungen beschäftigt, aber von den Platten, mit denen ich mich auseinander gesetzt habe, ist diese Platte bislang eines der klaren Highlights. Von daher war ich sehr gespannt, wie die Crowd diesen Sound annimmt, der sich doch schon stark von Deafheaven abgrenzt. Meine Bedenken waren (wie auch schon 2017, als der Support von Youth Code kam) überflüssig. Die Leute hatten richtig Bock, es gab viel Applaus, nach ein paar Songs hat sich ein kleiner Pit gebildet und bei einem älteren Song gab es sogar ein paar Side to Sides. Klar hätte das in so einem kleinen Raum ohne Barriere auch noch viel wilder ausfallen können, aber ich denke, die Band war zufrieden. Gab auch einige textsichere Fans, beim letzten Song ist der Sänger auch ab in die Menge und hat vorher das Mic abgegeben. Gab also doch schon ein paar Funken der Hardcore-Vibes, von denen sonst vorrangig Sammy hier berichtet.

Deafheaven waren im Anschluss das erhoffte Highlight. Der Fokus lag natürlich auf der großartigen letztjährigen Platte, die abgesehen von zwei Songs (kein "Heathen" :sad: ) komplett gespielt wurde. Für mich hat die Band hier mit ihrem Songwriting nochmal einen großen Schritt nach vorne gemacht. Ich würde es als ihr bislang bestes Album bezeichnen; eine Rückkehr zum Kern-Sound, aber ergänzt um vielschichtige Einflüsse der eher unbeliebteren Alben 4 und 5, die auch live vollständig ausgespart wurden. Ergänzt wurde der Auftritt durch das tolle "Brought to the Water" sowie zwei Songs des Durchbruchsalbums "Sunbather". Letztere fand ich sogar im direkten Vergleich etwas schwächer als den Rest, auch wenn mir hier sicherlich viele Fans widersprechen würden. Das Publikum war ab der ersten Sekunde gebannt mit dabei, hin und wieder wurden auch mal kleinere Pits aufgemacht.
Spannend zu beobachten fand ich auch die veränderte Bühnenpräsenz im Vergleich zu 2017. Sänger George Clarke war ja schon immer der Aktivposten der Band und auch nie um eine große Geste verlegen, während der Rest der Band sich damals eher statisch im Hintergrund hielt. Das hat sich mittlerweile deutlich verändert. Man merkt, dass sich alle nun auf der Bühne wesentlich wohler fühlen, noch mehr die Connection zur Crowd suchen, das Publikum noch mehr animieren, sprich der Performance-Aspekt deutlich stärker im Vordergrund steht (zu erwähnen wäre hier auch die sehr stimmige Lightshow). Ich könnte mir vorstellen, dass hiervon nicht jede:r begeistert ist und manche eine zurückgenommenere Liveshow bevorzugen würden, die der Musik noch mehr Raum gibt. Für mich dagegen hätte diese Entwicklung nicht besser verlaufen können. Die ganze Live-Erfahrung wurde dadurch wesentlich intensiver und mitreißender, die Wechsel zwischen Blastbeat-Ausbrüchen und ruhigeren Shoegaze-Parts noch stimmiger, auch 10-Minüter rauschten nur so vorbei und die 80-85 Minuten vergingen wie im Flug. Kurzum war das für mich (wenn ich gerade nichts vergesse) sicherlich das bisherige Live-Highlight des Jahres!

Witzig fand ich auch, dass ich drei Tage nach dem Konzert ganz plötzlich Lust hatte, den Film "Magnolia" von Paul Thomas Anderson zu schauen. Hab den das letzte Mal wahrscheinlich mit 18 oder so gesehen. Die Assoziation mit dem gleichnamigen Deafheaven-Song ist mir dann auch erst hinterher aufgefallen. Schon lustig, welche Gedankensprünge das Hirn manchmal macht.


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