Der Konzertbesuchsthread
Re: Der Konzertbesuchsthread
07.06.2026 Massive Attack (+ 47Soul), Zitadelle Spandau, Berlin
Ich war gestern bei Massive Attack in der Zitadelle Spandau in Berlin.
Bislang hatte ich die Trip-Hop-Pioniere aus Bristol, UK, einmal live gesehen, nämlich mit einem Late-Night-Headliner-Auftritt beim Hurricane Festival 2010. Lange ist es her. Zu dem Zeitpunkt war es sicherlich einer der besten live erlebten Auftritte in meiner noch relativ jungen Konzerthistorie. Insbesondere die visuelle Aufmachung in Verbindung mit der Darstellung politischer Botschaften hat mich damals beeindruckt. Musikalisch war das sowieso über jeden Zweifel erhaben. Entsprechend habe ich mir immer gewünscht, dieses Erlebnis noch einmal zu wiederholen. Das hat in den vergangenen 16 Jahren nur leider nicht geklappt...
Letztes Jahr sollte es dann endlich so weit sein. Ein Konzert in der Zitadelle Spandau in Berlin war angesetzt und die Vorfreude war groß. Am Tag des Konzerts kam leider die kurzfristige Absage. Das kommt bei der Band ja durchaus häufiger mal vor. Für den zweiten Versuch in diesem Jahr habe ich mir trotzdem wieder ein Ticket gekauft. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Dass der Auftritt beim Primavera Sound am vergangenen Donnerstag aufgrund eines Unwetters kurzfristig abgesagt werden musste, war für ein Open-Air-Konzert nicht der beste Vorbote. Dass ich gestern in die Bahn nach Berlin gestiegen bin und in dem Moment ein ordentliches Gewitter anfing, beruhigte die Sorgen nicht unbedingt. Aber zum Glück haben sich diese nicht bewahrheitet.
Der Einlass in der ausverkauften Zitadelle war für 17 Uhr angesetzt. Genau zu der Zeit kam ich auch an und war damit längst nicht der einzige Konzertbesucher. Es war schon gut was los auf dem Vorplatz. Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen übrigens. Gegen 17:20 Uhr wurden die Schleusen geöffnet. Ich habe einen Platz ganz vorne an der Absperrung auf der rechten Bühnenseite eingenommen. Von dem zu erwartenden visuellen Spektakel wollte ich ja was sehen.
Eigentlich war der Konzertbeginn für 19 Uhr angekündigt gewesen. Bis dahin hatte sich das Gelände der Zitadelle auch sehr gut gefüllt. Tatsächlich ging es aber erst gegen 19:40 Uhr los. Den Abend eröffneten 47Soul, ein Shamstep-Duo aus Jordanien/Palästina, das mittlerweile in London ansässig ist. Musikalisch hat mir das nicht so wahnsinnig viel gegeben. Elektronische Beats, Synthesizer, dazu eine E-Gitarre und abwechselnd arabischer und englischer (Sprech-)Gesang. Das Publikum um mich herum hat den Auftritt ganz positiv aufgenommen. Es wurde viel getanzt. Das lag aber auch an der politischen Botschaft, die noch vor der Musik im Fokus stand: Für den Widerstand und gegen die Unterdrückung, vor allem bezogen auf Israel. Für mich stellte sich dabei die Frage, worum es eigentlich gehen sollte. Bin ich auf einem Konzert mit politischer Botschaft oder auf einer politischen Veranstaltung mit musikalischer Begleitung? Diese Frage sollte sich auch später beim Hauptact noch stellen. Nach einer guten halben Stunde war dann jedenfalls Schluss.
Es gab eine Umbaupause. Aufgrund der in der Zitadelle üblichen Curfew hatte ich eigentlich gehofft, dass die Pause nicht ganz so lange dauern würde. Es war ja mittlerweile schon etwas später. Meine Hoffnung war aber leider vergebens. Es hat die übliche halbe Stunde gedauert.
Um 20:40 Uhr ging es weiter. Auf der großen Videoleinwand wurde ein kurzer informativer Einspieler zu Marwan Barghouti abgespielt. Ein palästinensischer Politiker, der sich seit 2004 in lebenslanger Haft in Israel befindet. Der Einspieler endete mit der Bitte an das Berliner Publikum, dessen Sohn Arab Barghouti zu begrüßen. Dieser wurde dann von Robert "3D" Del Naja und Grant "Daddy G" Marshall, den beiden Kernmitgliedern von Massive Attack, auf die Bühne begleitet und durfte einige einführende Worte an die Menge richten, die mit "Free Palestine"-Rufen des Publikums einhergingen. Die politische Richtung des Abends war klar vorgegeben. Keine Überraschung, wenn man die Band und ihr politisches Engagement kennt.
Das eigentliche Konzert begann dann direkt im Anschluss mit "In My Mind", einem stimmlich verzerrten Cover von Gigi D'Agostino, das den Abend musikalisch einrahmen sollte. Bei ihrem einzigen Deutschlandkonzert in diesem Kalenderjahr präsentierte die Band dann eine Werkschau ihrer umfassenden Diskographie. Nach "Risingson", einem Song des wohl bekanntesten Albums "Mezzanine", wurden nacheinander erst die schottische Sängerin Elizabeth Fraser für "Black Milk" und dann der mittlerweile etwas in die Jahre gekommene Horace Andy für "Girl I Love You" unter großem Jubel auf der Bühne begrüßt. Ein richtig starker Einstieg.
Musikalisch gesehen war der Abend wirklich toll. Der Gesang war manchmal etwas zu leise, ansonsten war der Sound sehr nuanciert und vor allem druckvoll. Bei der Songauswahl stand das erwähnte Meisterwerk "Mezzanine" im Fokus. Wie sehr ich mich auf die Musik konzentrieren konnte, hing jedoch auch von den begleitenden Videos auf der großen Leinwand ab. Dort war nämlich ein Potpourri an politischen Inhalten zu sehen. Aufnahmen aus Kriegsgebieten, politische Machthaber und Unterdrücker, der Umgang mit Verschwörungstheorien, Überwachung, historische Entwicklungen in verschiedenen Ländern und eine nicht endende Auflistung aller möglichen Statistiken und Zahlen. Das hat häufig zum Nachdenken angeregt, war mir teilweise aber auch etwas zu plakativ und einfach. Die Botschaften waren dabei komplett auf Deutsch gehalten, wobei in der Übersetzung auch nicht immer alles funktioniert hat. Und woher die ganzen Informationen stammten, blieb für mich weitestgehend unklar. Vielleicht habe ich die Quellenangaben übersehen.
Das Konzert als solches hat mir am besten gefallen, wenn die Musik im Vordergrund stand und die Videoleinwand für eine passende visuelle Untermalung genutzt wurde. Das war zum Beispiel bei "Angel" mit Horace Andy der Fall. Oder bei dem großen Hit "Unfinished Sympathy", der mit der Sängerin Deborah Miller dargeboten wurde. Zusammen mit der Lichtshow war das schon wirklich eine beeindruckende Vorstellung. Auf "Levels", ein Cover des verstorbenen schwedischen DJs Avicii, hätte ich musikalisch verzichten können. Dafür gab es danach noch ein Highlight, als Elizabeth Fraser noch einmal für "Group Four" auf die Bühne kam, das mit dem eingangs erwähnten "In My Mind" abgeschlossen wurde. Gegen 22:20 Uhr, wenige Minuten vor der Curfew, wurde das Konzert dann mit "Teardrop" beendet. Ein Song für die Ewigkeit, wie im Original auf dem Album auch hier gesungen von Elizabeth Fraser. Ein großartiges Finale und ein würdiger Abschluss.
Insgesamt bin ich noch etwas zwiegespalten. Musikalisch war der Abend unheimlich schön. Die Songs von Massive Attack bleiben auch nach über 30 Jahren zeitlose Klassiker. Und wenn live dann noch der Original-Gesang von Elizabeth Fraser oder Horace Andy dargeboten wird, ist das schon sehr besonders. Auch mit dem politischen Aktionismus kann ich grundsätzlich leben. Ist ja nun auch nicht so, als wäre das eine Überraschung gewesen. Ganz im Gegenteil, das gehört mittlerweile untrennbar zur Band dazu. Ich weiß nur nicht, ob mir das in einigen Momenten nicht zu einfach dargestellt wird. Es gibt so komplexe politische Inhalte und Fragestellungen, bei denen es mir schwerfällt, wenn mir als Konzertbesucher eine abschließende Antwort schwarz auf weiß im Video zu einem Song aufgedrückt wird. Manchmal funktioniert das vielleicht. An einigen Stellen fühle ich mich dabei nicht so wohl. Insbesondere dann, wenn politische Botschaften – so richtig sie auch sein mögen – zu quasi inhaltsleeren Mitgröhlparolen verkommen.
Ich denke auf jeden Fall weiter darüber nach und genieße währenddessen die Musik. Wenn das das Ziel des Konzerts war, wurde die Mission erfüllt.
Ich war gestern bei Massive Attack in der Zitadelle Spandau in Berlin.
Bislang hatte ich die Trip-Hop-Pioniere aus Bristol, UK, einmal live gesehen, nämlich mit einem Late-Night-Headliner-Auftritt beim Hurricane Festival 2010. Lange ist es her. Zu dem Zeitpunkt war es sicherlich einer der besten live erlebten Auftritte in meiner noch relativ jungen Konzerthistorie. Insbesondere die visuelle Aufmachung in Verbindung mit der Darstellung politischer Botschaften hat mich damals beeindruckt. Musikalisch war das sowieso über jeden Zweifel erhaben. Entsprechend habe ich mir immer gewünscht, dieses Erlebnis noch einmal zu wiederholen. Das hat in den vergangenen 16 Jahren nur leider nicht geklappt...
Letztes Jahr sollte es dann endlich so weit sein. Ein Konzert in der Zitadelle Spandau in Berlin war angesetzt und die Vorfreude war groß. Am Tag des Konzerts kam leider die kurzfristige Absage. Das kommt bei der Band ja durchaus häufiger mal vor. Für den zweiten Versuch in diesem Jahr habe ich mir trotzdem wieder ein Ticket gekauft. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Dass der Auftritt beim Primavera Sound am vergangenen Donnerstag aufgrund eines Unwetters kurzfristig abgesagt werden musste, war für ein Open-Air-Konzert nicht der beste Vorbote. Dass ich gestern in die Bahn nach Berlin gestiegen bin und in dem Moment ein ordentliches Gewitter anfing, beruhigte die Sorgen nicht unbedingt. Aber zum Glück haben sich diese nicht bewahrheitet.
Der Einlass in der ausverkauften Zitadelle war für 17 Uhr angesetzt. Genau zu der Zeit kam ich auch an und war damit längst nicht der einzige Konzertbesucher. Es war schon gut was los auf dem Vorplatz. Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen übrigens. Gegen 17:20 Uhr wurden die Schleusen geöffnet. Ich habe einen Platz ganz vorne an der Absperrung auf der rechten Bühnenseite eingenommen. Von dem zu erwartenden visuellen Spektakel wollte ich ja was sehen.
Eigentlich war der Konzertbeginn für 19 Uhr angekündigt gewesen. Bis dahin hatte sich das Gelände der Zitadelle auch sehr gut gefüllt. Tatsächlich ging es aber erst gegen 19:40 Uhr los. Den Abend eröffneten 47Soul, ein Shamstep-Duo aus Jordanien/Palästina, das mittlerweile in London ansässig ist. Musikalisch hat mir das nicht so wahnsinnig viel gegeben. Elektronische Beats, Synthesizer, dazu eine E-Gitarre und abwechselnd arabischer und englischer (Sprech-)Gesang. Das Publikum um mich herum hat den Auftritt ganz positiv aufgenommen. Es wurde viel getanzt. Das lag aber auch an der politischen Botschaft, die noch vor der Musik im Fokus stand: Für den Widerstand und gegen die Unterdrückung, vor allem bezogen auf Israel. Für mich stellte sich dabei die Frage, worum es eigentlich gehen sollte. Bin ich auf einem Konzert mit politischer Botschaft oder auf einer politischen Veranstaltung mit musikalischer Begleitung? Diese Frage sollte sich auch später beim Hauptact noch stellen. Nach einer guten halben Stunde war dann jedenfalls Schluss.
Es gab eine Umbaupause. Aufgrund der in der Zitadelle üblichen Curfew hatte ich eigentlich gehofft, dass die Pause nicht ganz so lange dauern würde. Es war ja mittlerweile schon etwas später. Meine Hoffnung war aber leider vergebens. Es hat die übliche halbe Stunde gedauert.
Um 20:40 Uhr ging es weiter. Auf der großen Videoleinwand wurde ein kurzer informativer Einspieler zu Marwan Barghouti abgespielt. Ein palästinensischer Politiker, der sich seit 2004 in lebenslanger Haft in Israel befindet. Der Einspieler endete mit der Bitte an das Berliner Publikum, dessen Sohn Arab Barghouti zu begrüßen. Dieser wurde dann von Robert "3D" Del Naja und Grant "Daddy G" Marshall, den beiden Kernmitgliedern von Massive Attack, auf die Bühne begleitet und durfte einige einführende Worte an die Menge richten, die mit "Free Palestine"-Rufen des Publikums einhergingen. Die politische Richtung des Abends war klar vorgegeben. Keine Überraschung, wenn man die Band und ihr politisches Engagement kennt.
Das eigentliche Konzert begann dann direkt im Anschluss mit "In My Mind", einem stimmlich verzerrten Cover von Gigi D'Agostino, das den Abend musikalisch einrahmen sollte. Bei ihrem einzigen Deutschlandkonzert in diesem Kalenderjahr präsentierte die Band dann eine Werkschau ihrer umfassenden Diskographie. Nach "Risingson", einem Song des wohl bekanntesten Albums "Mezzanine", wurden nacheinander erst die schottische Sängerin Elizabeth Fraser für "Black Milk" und dann der mittlerweile etwas in die Jahre gekommene Horace Andy für "Girl I Love You" unter großem Jubel auf der Bühne begrüßt. Ein richtig starker Einstieg.
Musikalisch gesehen war der Abend wirklich toll. Der Gesang war manchmal etwas zu leise, ansonsten war der Sound sehr nuanciert und vor allem druckvoll. Bei der Songauswahl stand das erwähnte Meisterwerk "Mezzanine" im Fokus. Wie sehr ich mich auf die Musik konzentrieren konnte, hing jedoch auch von den begleitenden Videos auf der großen Leinwand ab. Dort war nämlich ein Potpourri an politischen Inhalten zu sehen. Aufnahmen aus Kriegsgebieten, politische Machthaber und Unterdrücker, der Umgang mit Verschwörungstheorien, Überwachung, historische Entwicklungen in verschiedenen Ländern und eine nicht endende Auflistung aller möglichen Statistiken und Zahlen. Das hat häufig zum Nachdenken angeregt, war mir teilweise aber auch etwas zu plakativ und einfach. Die Botschaften waren dabei komplett auf Deutsch gehalten, wobei in der Übersetzung auch nicht immer alles funktioniert hat. Und woher die ganzen Informationen stammten, blieb für mich weitestgehend unklar. Vielleicht habe ich die Quellenangaben übersehen.
Das Konzert als solches hat mir am besten gefallen, wenn die Musik im Vordergrund stand und die Videoleinwand für eine passende visuelle Untermalung genutzt wurde. Das war zum Beispiel bei "Angel" mit Horace Andy der Fall. Oder bei dem großen Hit "Unfinished Sympathy", der mit der Sängerin Deborah Miller dargeboten wurde. Zusammen mit der Lichtshow war das schon wirklich eine beeindruckende Vorstellung. Auf "Levels", ein Cover des verstorbenen schwedischen DJs Avicii, hätte ich musikalisch verzichten können. Dafür gab es danach noch ein Highlight, als Elizabeth Fraser noch einmal für "Group Four" auf die Bühne kam, das mit dem eingangs erwähnten "In My Mind" abgeschlossen wurde. Gegen 22:20 Uhr, wenige Minuten vor der Curfew, wurde das Konzert dann mit "Teardrop" beendet. Ein Song für die Ewigkeit, wie im Original auf dem Album auch hier gesungen von Elizabeth Fraser. Ein großartiges Finale und ein würdiger Abschluss.
Insgesamt bin ich noch etwas zwiegespalten. Musikalisch war der Abend unheimlich schön. Die Songs von Massive Attack bleiben auch nach über 30 Jahren zeitlose Klassiker. Und wenn live dann noch der Original-Gesang von Elizabeth Fraser oder Horace Andy dargeboten wird, ist das schon sehr besonders. Auch mit dem politischen Aktionismus kann ich grundsätzlich leben. Ist ja nun auch nicht so, als wäre das eine Überraschung gewesen. Ganz im Gegenteil, das gehört mittlerweile untrennbar zur Band dazu. Ich weiß nur nicht, ob mir das in einigen Momenten nicht zu einfach dargestellt wird. Es gibt so komplexe politische Inhalte und Fragestellungen, bei denen es mir schwerfällt, wenn mir als Konzertbesucher eine abschließende Antwort schwarz auf weiß im Video zu einem Song aufgedrückt wird. Manchmal funktioniert das vielleicht. An einigen Stellen fühle ich mich dabei nicht so wohl. Insbesondere dann, wenn politische Botschaften – so richtig sie auch sein mögen – zu quasi inhaltsleeren Mitgröhlparolen verkommen.
Ich denke auf jeden Fall weiter darüber nach und genieße währenddessen die Musik. Wenn das das Ziel des Konzerts war, wurde die Mission erfüllt.
- SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Ich war am 30.05. (Samstag) in Köln bei Angel CCAA im North Brigade e.V. Skatepark. Hab erstmal ein Bisschen gebraucht, um den Skatepark zu finden, da eine Adresse angegeben war, die mich zu einem Gebäude der Berufsfeuerwehr Köln geführt hat, aber dann intuitiv den Skater*innen in Punkshirts gefolgt. Wetter war gut, reger Betrieb im Skatepark. Dadurch auch viele Kinder vor der Bühne, denen es hoffentlich gefallen hat. Eintritt auf Spendenbasis. Bühne stand nicht optimal, aber passt schon. Gab zusätzlich zur Show noch eine kleine Austellung zu einem Bildband mit Fotos der NYHC Szene aus den 80ern, was interessant.
Chemical Threat - Gab das übliche Set. Crowd bestand natürlich nicht aus den üblichen HC Kids, sondern auch viele Leute am Start, die zufällig an dem Tag im Skatepark waren. Gab wenig bis keine Bewegung. Klar, ist an dieser Stelle schwer zu bewerten, aber mein Gefühl, dass die Luft etwas raus ist, bleibt. Dennoch mag ich den Sound.
Angel CCAA - Haben bessere Reaktionen bekommen als Chemical Threat. Gab etwas Bewegung, aber alles im Rahmen. Für den Ort und die Crowd war alles cool. Man kann auch nicht jede Woche die wildesten Showstraße erwarten. Ceremony Cover haben allerdings zu wenige gecheckt. Ende war kurz nach 9, entspannter Abend.
Chemical Threat - Gab das übliche Set. Crowd bestand natürlich nicht aus den üblichen HC Kids, sondern auch viele Leute am Start, die zufällig an dem Tag im Skatepark waren. Gab wenig bis keine Bewegung. Klar, ist an dieser Stelle schwer zu bewerten, aber mein Gefühl, dass die Luft etwas raus ist, bleibt. Dennoch mag ich den Sound.
Angel CCAA - Haben bessere Reaktionen bekommen als Chemical Threat. Gab etwas Bewegung, aber alles im Rahmen. Für den Ort und die Crowd war alles cool. Man kann auch nicht jede Woche die wildesten Showstraße erwarten. Ceremony Cover haben allerdings zu wenige gecheckt. Ende war kurz nach 9, entspannter Abend.
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- SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Ich war am 31.05. (Sonntag) in Tongeren, Belgien, bei Fools Die im Jongerencentrum Hal P. Kleines belgisches Städtchen hinter Lüttich, vom Ruhrgebiet aus gut zu erreichen. Show ging um 15 Uhr los, also perfekt für einen kleinen Nachmittagstrip. Location hab ich vor 7-8 Jahren schon mal besucht, modernes Jugendzentrum wie so oft in Benelux. 40 Zahlende bei 15 Euro Eintritt, hätten mehr sein dürfen.
Misled - Eine von zwei jungen, belgischen Bands, die momentan gut rumkommen. Ist guter Hardcore ohne viel Schnickschnack. Songstrukturen passen, gut moshbar. War trotz 15 Uhr schon gut was los. Solider Start.
Life Turns Cold - Es wurde härter, aber nicht unbedingt besser. War keinesfalls schlecht, aber fands auf Dauer etwas eintönig. Mosh wurde härter, vor allem beim Billy Club Sandwich Cover. Wie gesagt, nicht zu 100 Prozent meins, aber immer noch solide.
Escape - Belgische Band, die nach längerer Pause jetzt wieder am Start ist. Gibt sogar ne neue EP. Sound ist stark an Arkangel orientiert. Sänger hat passend dazu auch ne hohe Shoutstimme. Leider war er ziemlich heiser, aber hat sich den Umständen entsprechend wacker geschlagen. Mosh weiterhin hart. Hat mir gut gefallen. Dürfen gerne mal in NRW spielen.
Fools Die - Helsinki Hardcore, superhart, fiese Breakdowns. Stimmung war nochmal nen Bisschen wilder als bei den Supports. Fands tatsächlich sogar besser als letztes Jahr beim Unfest, wo die Bühne einfach nen Bisschen groß war. Zum Abschluss gab es Cover, zuerst Stout und im Anschluss Surge of Fury. Letzteres is natürlich Crowd Pleasing Deluxe, aber die Leute sind völlig eskaliert. Ein wildes Ende für einen wilden Nachmittag. War um 20 Uhr wieder Zuhause. Jeder Sonntag sollte so ablaufen.
Misled - Eine von zwei jungen, belgischen Bands, die momentan gut rumkommen. Ist guter Hardcore ohne viel Schnickschnack. Songstrukturen passen, gut moshbar. War trotz 15 Uhr schon gut was los. Solider Start.
Life Turns Cold - Es wurde härter, aber nicht unbedingt besser. War keinesfalls schlecht, aber fands auf Dauer etwas eintönig. Mosh wurde härter, vor allem beim Billy Club Sandwich Cover. Wie gesagt, nicht zu 100 Prozent meins, aber immer noch solide.
Escape - Belgische Band, die nach längerer Pause jetzt wieder am Start ist. Gibt sogar ne neue EP. Sound ist stark an Arkangel orientiert. Sänger hat passend dazu auch ne hohe Shoutstimme. Leider war er ziemlich heiser, aber hat sich den Umständen entsprechend wacker geschlagen. Mosh weiterhin hart. Hat mir gut gefallen. Dürfen gerne mal in NRW spielen.
Fools Die - Helsinki Hardcore, superhart, fiese Breakdowns. Stimmung war nochmal nen Bisschen wilder als bei den Supports. Fands tatsächlich sogar besser als letztes Jahr beim Unfest, wo die Bühne einfach nen Bisschen groß war. Zum Abschluss gab es Cover, zuerst Stout und im Anschluss Surge of Fury. Letzteres is natürlich Crowd Pleasing Deluxe, aber die Leute sind völlig eskaliert. Ein wildes Ende für einen wilden Nachmittag. War um 20 Uhr wieder Zuhause. Jeder Sonntag sollte so ablaufen.
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Ich war letzte Woche Donnerstag in Herford bei Merauder im FlaFla. Show war seit Monaten ausverkauft, aber wie so oft wurden kurz vorher zig Tickets verscherbelt. Will nicht wissen, wie viele im Endeffekt verfallen sind. War trotzdem extrem voll. Etwas überraschend für mich war, dass Merauder beim Merch nur Cash genommen haben als wären sie deutsche Gastornom*innen. Hatte ich schon ewig nicht mehr.
Once and for All - Bester Gig des Abends. Gleiche Setlist wie in Düsseldorf und Berlin. Alle Songs gespielt plus das Madball Cover. Sound ist hart, gab Mosh, paar Singalongs, aber schon etwas ruhiger als bei den letzten beiden Shows. Dennoch an sich starkes Set.
Born Hanged - Band aus Süddeutschland. Kenn Leute, die die feiern, hab mich aber nie damit beschäftigt. War gespannt und wurde etwas enttäuscht. Sound ist metallisch, aber dann gibst ultraatumpfe Breakdowns. Aber nicht raffiniert kombiniert, sondern es passt nicht zusammen. Kann ich mir besser vernünftige Crust oder Powerviolence Bands geben. Paar Leute haben es gefeiert, aber war schon weniger los als beim Opener.
Hard Lessons - Toursupport von Merauder. Es war random Hardcore, super öde. Hat auch augenscheinlich niemanden gejuckt. Bin nach der Hälfte raus. Das war nix.
Merauder - Meine Erwartungen waren nicht allzu hoch. Es war im Endeffekt okay, aber schon ernüchternd. Sound war in Ordnung und die "Masterkiller" Songs sind Meisterwerke. Vor allem das Ende mit "Masterkiller", "Life is Pain" und "Time Ends" nacheinander war groß. Da war natürlich auch am meisten los. Gab allerdings auch einige Filler in der Setlist. Dem Sänger merkt man sein Alter und seinen Konsum an. Ansagen waren auch durchweg unangenehm. Schon etwas Fremdscham. Beim nächsten Mal einfach nicht reden und die "Masterkiller" komplett spielen, reicht völlig.
Once and for All - Bester Gig des Abends. Gleiche Setlist wie in Düsseldorf und Berlin. Alle Songs gespielt plus das Madball Cover. Sound ist hart, gab Mosh, paar Singalongs, aber schon etwas ruhiger als bei den letzten beiden Shows. Dennoch an sich starkes Set.
Born Hanged - Band aus Süddeutschland. Kenn Leute, die die feiern, hab mich aber nie damit beschäftigt. War gespannt und wurde etwas enttäuscht. Sound ist metallisch, aber dann gibst ultraatumpfe Breakdowns. Aber nicht raffiniert kombiniert, sondern es passt nicht zusammen. Kann ich mir besser vernünftige Crust oder Powerviolence Bands geben. Paar Leute haben es gefeiert, aber war schon weniger los als beim Opener.
Hard Lessons - Toursupport von Merauder. Es war random Hardcore, super öde. Hat auch augenscheinlich niemanden gejuckt. Bin nach der Hälfte raus. Das war nix.
Merauder - Meine Erwartungen waren nicht allzu hoch. Es war im Endeffekt okay, aber schon ernüchternd. Sound war in Ordnung und die "Masterkiller" Songs sind Meisterwerke. Vor allem das Ende mit "Masterkiller", "Life is Pain" und "Time Ends" nacheinander war groß. Da war natürlich auch am meisten los. Gab allerdings auch einige Filler in der Setlist. Dem Sänger merkt man sein Alter und seinen Konsum an. Ansagen waren auch durchweg unangenehm. Schon etwas Fremdscham. Beim nächsten Mal einfach nicht reden und die "Masterkiller" komplett spielen, reicht völlig.
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Ich war am Dienstag im ausverkauften Logo bei Judge. Kumpel von mir ist eigentlich bei Rap eher komplett im Thema, steht aber auch auf Oldschool-Hardcore. Ansonsten kannte ich im Publikum, das fast durchgängig älter als ich (36) war, fast niemanden. Das hat mich schon überrascht. Hab gerade nicht auf der Uhr, ob parallel etwas stattgefunden hat oder einfach Overkill diesen Monat generell. War mit rund 35 Euro (meine ich, Ticketkauf ist schon so lange her und er hat das gemacht) aber auch nicht unbedingt günstig im Vergleich. Was kosten so Shows von Merauder, Integrity, Cro-Mags oder Konsorten (ich weiß, nicht alles dieselbe Ära), @SammyJankis?
Ausverkauftes Logo ist jedenfalls immer so eine Sache, gerade wenn der übliche Halbkreis vor der Bühne auch noch freigehalten wird. Haben allerdings nach dem Opener gute Plätze gefunden Mitte zwischen den Säulen gefunden und sind da geblieben. Dem Laden und den Bands ist es natürlich zu gönnen. Erste Band war Ash Return aus Niedersachsen. Irgendwie generischer Hardcore mit teilweise Iron-Maiden-artigen Riffs und vielen "Bro-Hymn"-Mitsing-Parts. Sänger, der etwas jünger war als die Vatis (sie hatten alle diesen Vibe, wie zB Kettcar auch, ist nicht despektierlich gemeint) an den Instrumenten mit sympathischen Ansagen zu Mental Health u.a. Gig ging aber sonst eher an mir vorüber. Also war ganz nett, aber wird nicht in Erinnerung bleiben. Gab ein paar Leute, die vorn alles gegeben haben. Hatte das Gefühl, dass es womöglich Freunde der Band waren, was ja auch gar nicht negativ ist. Etwas mehr als 30 Minuten fand ich auch etwas zu lang.
Zweite Band war mein persönliches Highlight tatsächlich: Xiao aus Stockholm, die Hardcore mit Power Violence vermengen. Der Sound ist deutlich moderner als der der anderen beiden Bands und hat Leute auch zu Two Step, Side to Side und den ersten Stagedives eingeladen. Die Jüngeren im Publikum, die auch äußerlich eher wie Gängeviertel-Besucher aussahen als der Großteil des Publikums, waren da vorneweg. Rund 20 Minuten Chaos. Die Sängerin mit krasser Energie. Hat mir gut gefallen. Die Power-Violence-lastigeren Songs find ich noch etwas stärker.
Judge selbst haben ein kompromissloses 45-Minuten-Set gespielt. Ich kenne mich mit der Diskographie der Vegan Straight Edge Legenden jetzt nicht wahnsinnig gut aus, aber die "Bringin' It Down" von 1989 wurde fast komplett gespielt, genau wie die "New York Crew" EP von 1988 - inklusive des Blitz-Covers Warriors als Abschluss des Sets. Dazu gab es noch ein Sick of it All-Cover, das Lou Koller gewidmet wurde, der erneut an Krebs erkrankt ist. Sehe jetzt gerade erst, dass die ja auch gar nicht so viele Veröffentlichungen mehr haben.
Es gab eigentlich durchgängig Bewegung vor der Bühne, allerdings neben Stagedives und ein paar Crowdsurfern aufgrund der Platzsituation (zu Judge wurde es auch vor eng) eher ein härterer Push Pit. Da haben sich auch einige Oldies aus dem Publikum nicht zweimal bitten lassen. Der Sänger ist - im Vergleich zum unglaublich drahtigen Gitarristen - nicht mehr sooo gut in Form, hat mit seiner Stimme aber die 45 Minuten gut durchgehalten. Wurde aus der Crowd viel mitgeshoutet, aber habe zumindest nicht gesehen, dass er das Mikro oft einer anderen Person direkt gegeben hätte. Ansagen waren auch durchweg stabil.
Würde das Geld (außer für Xiao) nicht unbedingt noch mal investieren, aber so kann man so eine Legende auch mal abhaken. Hatte schon einen guten Abend und dass es um 22:15 bereits zu Ende war, fand ich auch gut.
Ausverkauftes Logo ist jedenfalls immer so eine Sache, gerade wenn der übliche Halbkreis vor der Bühne auch noch freigehalten wird. Haben allerdings nach dem Opener gute Plätze gefunden Mitte zwischen den Säulen gefunden und sind da geblieben. Dem Laden und den Bands ist es natürlich zu gönnen. Erste Band war Ash Return aus Niedersachsen. Irgendwie generischer Hardcore mit teilweise Iron-Maiden-artigen Riffs und vielen "Bro-Hymn"-Mitsing-Parts. Sänger, der etwas jünger war als die Vatis (sie hatten alle diesen Vibe, wie zB Kettcar auch, ist nicht despektierlich gemeint) an den Instrumenten mit sympathischen Ansagen zu Mental Health u.a. Gig ging aber sonst eher an mir vorüber. Also war ganz nett, aber wird nicht in Erinnerung bleiben. Gab ein paar Leute, die vorn alles gegeben haben. Hatte das Gefühl, dass es womöglich Freunde der Band waren, was ja auch gar nicht negativ ist. Etwas mehr als 30 Minuten fand ich auch etwas zu lang.
Zweite Band war mein persönliches Highlight tatsächlich: Xiao aus Stockholm, die Hardcore mit Power Violence vermengen. Der Sound ist deutlich moderner als der der anderen beiden Bands und hat Leute auch zu Two Step, Side to Side und den ersten Stagedives eingeladen. Die Jüngeren im Publikum, die auch äußerlich eher wie Gängeviertel-Besucher aussahen als der Großteil des Publikums, waren da vorneweg. Rund 20 Minuten Chaos. Die Sängerin mit krasser Energie. Hat mir gut gefallen. Die Power-Violence-lastigeren Songs find ich noch etwas stärker.
Judge selbst haben ein kompromissloses 45-Minuten-Set gespielt. Ich kenne mich mit der Diskographie der Vegan Straight Edge Legenden jetzt nicht wahnsinnig gut aus, aber die "Bringin' It Down" von 1989 wurde fast komplett gespielt, genau wie die "New York Crew" EP von 1988 - inklusive des Blitz-Covers Warriors als Abschluss des Sets. Dazu gab es noch ein Sick of it All-Cover, das Lou Koller gewidmet wurde, der erneut an Krebs erkrankt ist. Sehe jetzt gerade erst, dass die ja auch gar nicht so viele Veröffentlichungen mehr haben.
Würde das Geld (außer für Xiao) nicht unbedingt noch mal investieren, aber so kann man so eine Legende auch mal abhaken. Hatte schon einen guten Abend und dass es um 22:15 bereits zu Ende war, fand ich auch gut.
Re: Der Konzertbesuchsthread
Ich war gestern Abend bei Grace Ives in Berlin. Das Konzert fand auf dem Gelände der Kulturbrauerei im Frannz statt. Bei der Ankunft im Club sah es aus als ob eher ein trauriger Abend wird, da nur wenige Besucher vor Ort waren. Wahrscheinlich ahnten viele, dass der Support von Fanny nicht besonders gut wird. Für 20 Minuten gab es temporeichen Hyperpop mit deutschsprachigen Gesang. Ich habe mir oft gewünscht die Lyrics nicht zu verstehen. Dazu standen unmotiviert zwei Typen vor einem Laptop. Das wirkte alles nicht wirklich stimmig, aber half die Stärken von Grace Ives danach noch umso mehr zu betonen.
Ihr Album Girlfriend ist für mich das bisher beste Pop-Album des Jahres und der Auftritt hat das nur unterstrichen. Es sammeln sich so viele Hits darauf, die nochmal ganz anders live den Club mit dem euphorischen Sound belebt haben. Grund dafür war auch die musikalische Begleitung, die nicht einfach aus einem Backingtrack bestand. Gerade das Schlagzeug konnte eine neue Dynamik in die Songs bringen. Dadurch konnte man nochmal ganz andere Songs neben den offensichtlichen Hits wie Fire 2 oder Stupid Bitches lieben lernen. Der Club war dann auch sehr gut gefüllt und wies einen überraschend hohen Altersschnitt auf. Das liegt wahrscheinlich daran, dass sie keine komplette Newcomerin ist und auch ältere Songs wie Lullaby zur Freude vieler
Besucher gespielt wurden. Ich habe den Eindruck erst jetzt hat sie so richtig ihren Sound gefunden und so eine noch größere Zielgruppe. Ich bin auch gespannt, welchen Einfluss die kommenden Supportslots bei Olivia Rodrigo und Gracie Abrams auf ihre weitere Karriere haben. Musikalisch und von der Energie her passt sie dann doch eher in Clubs als Arenen. Ihr ganzes Auftreten lebt von ihrer wirklich authentischen Art mit der sichtlichen Freude über die Reaktion aus dem Publikum. Diese Nähe wird man nur schwer erreichen in den riesigen Arenen. Ich gönne ihr aber jeden Erfolg und bin sehr froh sie nochmal in diesem Rahmen gesehen zu haben. In knapp einer Stunde wurde hier wirklich alles geboten, was ich an Live-Musik liebe. Das dürfte wirklich eines der Jahreshighlights gewesen sein.
Ihr Album Girlfriend ist für mich das bisher beste Pop-Album des Jahres und der Auftritt hat das nur unterstrichen. Es sammeln sich so viele Hits darauf, die nochmal ganz anders live den Club mit dem euphorischen Sound belebt haben. Grund dafür war auch die musikalische Begleitung, die nicht einfach aus einem Backingtrack bestand. Gerade das Schlagzeug konnte eine neue Dynamik in die Songs bringen. Dadurch konnte man nochmal ganz andere Songs neben den offensichtlichen Hits wie Fire 2 oder Stupid Bitches lieben lernen. Der Club war dann auch sehr gut gefüllt und wies einen überraschend hohen Altersschnitt auf. Das liegt wahrscheinlich daran, dass sie keine komplette Newcomerin ist und auch ältere Songs wie Lullaby zur Freude vieler
Besucher gespielt wurden. Ich habe den Eindruck erst jetzt hat sie so richtig ihren Sound gefunden und so eine noch größere Zielgruppe. Ich bin auch gespannt, welchen Einfluss die kommenden Supportslots bei Olivia Rodrigo und Gracie Abrams auf ihre weitere Karriere haben. Musikalisch und von der Energie her passt sie dann doch eher in Clubs als Arenen. Ihr ganzes Auftreten lebt von ihrer wirklich authentischen Art mit der sichtlichen Freude über die Reaktion aus dem Publikum. Diese Nähe wird man nur schwer erreichen in den riesigen Arenen. Ich gönne ihr aber jeden Erfolg und bin sehr froh sie nochmal in diesem Rahmen gesehen zu haben. In knapp einer Stunde wurde hier wirklich alles geboten, was ich an Live-Musik liebe. Das dürfte wirklich eines der Jahreshighlights gewesen sein.
Re: Der Konzertbesuchsthread
Doppelpack von letzter Woche, morgen oder Mittwoch dann noch ein Doppelpack von Sonntag/Montag...
Donnerstag war ich recht spontan beim Konzert von Soilent Green und Black Tusk im Hamburger Hafenklang. Vor allem wegen Ersteren, die ich so in der Hypephase der ganzen Stoner/Sludge-Sache Anfang der 2010er Jahre recht oft gesehen habe. Gab da auch Hafenklang-Abende, die man noch mit denen an der Bar verbracht hat, damals noch mit dem Bassisten Jonathan Athon, der 2014 bei einem Motorradunfall ums Leben gekommen ist und dessen Asche die Band vor dem Hafenklang in der Elbe verstreut hat. War auf der Bühne eine imposante Erscheinung und, so der Eindruck damals, ein echt lieber Kerl.
Black Tusk waren diesmal allerdings im Vorprogramm der NOLA-... weiß nicht, ob man Legenden sagen kann, aber die Band war auf jeden Fall recht lange dabei. 45 Minuten-Gig und wie damals gut direkt ins Gesicht rein mit ihrem Stoner/Sludge/Punk-Mix. Hafenklang war moderat gefüllt, vielleicht 80 Leute. Dafür, dass das Genre seine besten Tage hinter sich hat, war das schon ok, glaube ich. Die Anwesenden dafür größtenteils bei beiden Gigs gut dabei. Gab zwar keine Pits, aber doch enthusiastische Reaktionen. Apropos Enthusiasmus: Der Sänger von Soilent Green war der begeistertste Sänger, den ich seit irgendwann mal Orange Goblin gesehen habe. Nach jedem Song mit fast der kompletten ersten und zweiten Reihe abgeklatscht, danach am Merch noch mit allen länger unterhalten und zwischendurch mit Ansagen wie gut ihm die Tour tut und so. Die Band war seit 2009/2010 rum im ewigen Hiatus. Glaube, einige Bandmitglieder in der Zeit mit anderen NOLA-Bands unterwegs gewesen, u.a. EyeHateGod. Kannte vorher nur den Namen und hab mir die Musik erst am Konzerttag angehört. Richtig fieses Geballer, irgendwo zwischen Grindcore und Sludge mit gelegentlichen Ausflügen in rhythmische Stonerparts. Hat Spaß gemacht und war gut, dass ich spontan hin bin.
Am Freitag dann in die Quarterpipe zum Emo/Hardcore-Abend unter der Flagge von Speedway und Feels Like Heaven. Die Show war ausverkauft (Karten nur an der Tür), also rund 100 Leute vor Ort, inkl. der, wie es aussah, schwedischen Freundesgruppe der Band, die ja 3 selbe Mitglieder an Bass etc hat - und natürlich @Johnson sowie @MairzyDoats
. Opener kam von Thrufall aus Düsseldorf. Härteste Band des Abends, fand es einen soliden Auftritt. 4-5 Leute haben vor der Bühne die Luft getreten und es gab Side-to-Sides. Aber sonst hielt sich das Publikum noch merklich zurück. Danach kamen Phantom Bay aus Bremen, die mit ihrem Hardcore/Emo/Alternative Rock-Mix schon einen krassen Kontrast gebildet haben. War voll vor der Bühne und die Band wurde auf jeden Fall gut aufgenommen, wirklich auf Bewegung ist die Band ja aber nicht ausgerichtet. Nun zum zweiten Mal gesehen und ich mag die Musik an sich ganz gern, aber an dem Abend hat es mich nicht sooo wirklich gekickt. Wir standen auch oben am Geländer und sind erst danach zu meinem Highlight, Feels Like Heaven, runter. Hab die Platte auch mitgenommen. Der Gig war fantastisch, rund 25 Minuten ganz viel Energie und Gefühle. Gab viel Bewegung vor der Bühne und euphorische Reaktionen. Eine richtig schöne Entdeckung, für die ich mich bei @SammyJankis und @Finn bedanken möchte. Speedway selbst dann, da eine Freundin den Zug kriegen musste, auch wieder von oben geschaut. Sound deutlich hardcoriger als bei Feels Like Heaven, haben extrem viel Energie ausgestrahlt und von oben konnte man dann auch die Menge vor der Bühne noch ein bisschen besser beobachten. Für die ebenfalls 20-30 Minuten war noch mal richtig Alarm angesagt. Alles in allem ein sehr runder Abend in einer coolen Location mit guten Leuten.
Donnerstag war ich recht spontan beim Konzert von Soilent Green und Black Tusk im Hamburger Hafenklang. Vor allem wegen Ersteren, die ich so in der Hypephase der ganzen Stoner/Sludge-Sache Anfang der 2010er Jahre recht oft gesehen habe. Gab da auch Hafenklang-Abende, die man noch mit denen an der Bar verbracht hat, damals noch mit dem Bassisten Jonathan Athon, der 2014 bei einem Motorradunfall ums Leben gekommen ist und dessen Asche die Band vor dem Hafenklang in der Elbe verstreut hat. War auf der Bühne eine imposante Erscheinung und, so der Eindruck damals, ein echt lieber Kerl.
Black Tusk waren diesmal allerdings im Vorprogramm der NOLA-... weiß nicht, ob man Legenden sagen kann, aber die Band war auf jeden Fall recht lange dabei. 45 Minuten-Gig und wie damals gut direkt ins Gesicht rein mit ihrem Stoner/Sludge/Punk-Mix. Hafenklang war moderat gefüllt, vielleicht 80 Leute. Dafür, dass das Genre seine besten Tage hinter sich hat, war das schon ok, glaube ich. Die Anwesenden dafür größtenteils bei beiden Gigs gut dabei. Gab zwar keine Pits, aber doch enthusiastische Reaktionen. Apropos Enthusiasmus: Der Sänger von Soilent Green war der begeistertste Sänger, den ich seit irgendwann mal Orange Goblin gesehen habe. Nach jedem Song mit fast der kompletten ersten und zweiten Reihe abgeklatscht, danach am Merch noch mit allen länger unterhalten und zwischendurch mit Ansagen wie gut ihm die Tour tut und so. Die Band war seit 2009/2010 rum im ewigen Hiatus. Glaube, einige Bandmitglieder in der Zeit mit anderen NOLA-Bands unterwegs gewesen, u.a. EyeHateGod. Kannte vorher nur den Namen und hab mir die Musik erst am Konzerttag angehört. Richtig fieses Geballer, irgendwo zwischen Grindcore und Sludge mit gelegentlichen Ausflügen in rhythmische Stonerparts. Hat Spaß gemacht und war gut, dass ich spontan hin bin.
Am Freitag dann in die Quarterpipe zum Emo/Hardcore-Abend unter der Flagge von Speedway und Feels Like Heaven. Die Show war ausverkauft (Karten nur an der Tür), also rund 100 Leute vor Ort, inkl. der, wie es aussah, schwedischen Freundesgruppe der Band, die ja 3 selbe Mitglieder an Bass etc hat - und natürlich @Johnson sowie @MairzyDoats
Zuletzt geändert von Flecha am Mo 15. Jun 2026, 12:27, insgesamt 1-mal geändert.
- SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Ich war letzten Woche Montag in Essen bei Judge im Turock. 35 Euro wären happig, aber habs dann doch gezahlt. Zur Preisfrage: Ich besuche zu wenig der ganz großen HC Acts, um das gut bewerten zu können, aber habe schon das Gefühl, dass es jetzt ein normaler Preis ist. Merauder hat nur knapp über 20 Euro gekostet, aber erstens sind Merauder kleiner als Judge und zweitens ist der Vergleich schwierig, da das eine DIY Veranstalter*innen waren und das andere nicht. Man kann schon ganz gut sehen, dass da noch Geld draufgeschlagen wird, wenn die Show von jemandem gebucht wird, bei dem auch was hängenbleiben muss. Naja, zurück zur Show, Turock war gut gefüllt. Durchschnittsalter Ü40, max 10-15 Leute am Start, die ich regelmäßig auf kleinen Shows sehe, spricht Bände.
Strength - Es gibt momentan unglaublich viele gute Bands aus Deutschland. Dementsprechend beeindruckend ist es, dass mit Ausnahme von Frankfurt nur miese Local Supports gebucht wurden für die Tour. Hier wars auch super mau. Band gibst schon seit 25 Jahren oder so. Haben aber 8-10 Jahre Pause gemacht und sind jetzt zurück. Sound irgendwo zwischen Rykers und Beatdown, nicht gut. Hätte man sich sparen können.
XIAO - Die schwedische Band ist Toursupport von Judge. Schweden Hardcore ist bekanntlich momentan nen großes Ding, aber von allen Bands, die regelmäßig rüberkommen, sind XIAO die unpassendste als Judge Support und leider auch die, die mir am wenigsten gefallen. Heißt aber nicht, dass sie schlecht sind. Sound ist stark an Powerviolence angelehnt. Wenn man nur für den Hauptact gekommen ist, sicherlich ein stressiger Sound als Support. Gab einige Leute, die sich bewegt haben. Alles in dem Rahmen, den ich erwartet habe.
Judge - War im Endeffekt auch so, wie ich es erwartet habe. Band hat fast alles von "Bringing It Down" und "New York Crew" gespielt plus Sick of It All und Blitz Cover. Gab Singalongs, paar Stage Dives, nichts Übertriebenes, aber für nen Montag wars cool. Mike Judge ist einfach mittlerweile sehr statisch, aber gut. Wäre ich mit um die 60 wahrscheinlich auch. Im Pit wurde man sich nicht einig bzgl Pogo oder Mosh. Gab dann auch fast ne Schlägerei bei "New York Crew", keine Ahnung, was da wieder genau los war. Eine weitere Frage, die sich mir gestellt hat, ist, was sich Leute dabei denken, sich mitten in den Pit zu stellen und ihre Mittelfinger zu heben. Du bist Ü50, lass das bitte. Es ist nur unangenehm. Aber auch mit solchen Ausfällen habe ich vorher gerechnet. Ich würde wohl nochmal hingehen, aber das hängt auch stark vom Support ab.
Strength - Es gibt momentan unglaublich viele gute Bands aus Deutschland. Dementsprechend beeindruckend ist es, dass mit Ausnahme von Frankfurt nur miese Local Supports gebucht wurden für die Tour. Hier wars auch super mau. Band gibst schon seit 25 Jahren oder so. Haben aber 8-10 Jahre Pause gemacht und sind jetzt zurück. Sound irgendwo zwischen Rykers und Beatdown, nicht gut. Hätte man sich sparen können.
XIAO - Die schwedische Band ist Toursupport von Judge. Schweden Hardcore ist bekanntlich momentan nen großes Ding, aber von allen Bands, die regelmäßig rüberkommen, sind XIAO die unpassendste als Judge Support und leider auch die, die mir am wenigsten gefallen. Heißt aber nicht, dass sie schlecht sind. Sound ist stark an Powerviolence angelehnt. Wenn man nur für den Hauptact gekommen ist, sicherlich ein stressiger Sound als Support. Gab einige Leute, die sich bewegt haben. Alles in dem Rahmen, den ich erwartet habe.
Judge - War im Endeffekt auch so, wie ich es erwartet habe. Band hat fast alles von "Bringing It Down" und "New York Crew" gespielt plus Sick of It All und Blitz Cover. Gab Singalongs, paar Stage Dives, nichts Übertriebenes, aber für nen Montag wars cool. Mike Judge ist einfach mittlerweile sehr statisch, aber gut. Wäre ich mit um die 60 wahrscheinlich auch. Im Pit wurde man sich nicht einig bzgl Pogo oder Mosh. Gab dann auch fast ne Schlägerei bei "New York Crew", keine Ahnung, was da wieder genau los war. Eine weitere Frage, die sich mir gestellt hat, ist, was sich Leute dabei denken, sich mitten in den Pit zu stellen und ihre Mittelfinger zu heben. Du bist Ü50, lass das bitte. Es ist nur unangenehm. Aber auch mit solchen Ausfällen habe ich vorher gerechnet. Ich würde wohl nochmal hingehen, aber das hängt auch stark vom Support ab.
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- SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Ich war am Dienstag in Köln bei Texas is the Reason im Club Volta. War ein Geschenk für meine Frau, war also primär als Begleitung dabei. Location war voll, Crowd etwas jünger als bei Judge, aber immer noch alt.
Last Days of April - Band kommt aus Schweden. War ruhiger Emo/Indie, haben ihre halbe Stunde bekommen. Sänger hatte ne klasse Stimme, aber mehr ist bei mir nicht hängengeblieben. Ist so vor sich hingeplätschert.
Texas is the Reason - Ich kenne die bekanntesten Songs, aber würde mich nicht als Fan bezeichnen. Fand es war ein grundsolides Konzert. 75 Minuten für derlei Musik auch angemessen. War aber etwas von der Crowd enttäuscht. Hatte im Vorfeld irgendwie damit gerechnet, dass gleich im vorderen Bereich die Hölle los wäre, wenn man schon mal die seltene Gelegenheit hat, die Band zu sehen. Aber es blieb alles ruhig, es wurde mitgesungen, aber alles gediegen. Dafür viel Filmerei. War insgesamt nen runder Abend. Meine Frau hatte auch ne gute Zeit. Das ist die Hauptsache.
Last Days of April - Band kommt aus Schweden. War ruhiger Emo/Indie, haben ihre halbe Stunde bekommen. Sänger hatte ne klasse Stimme, aber mehr ist bei mir nicht hängengeblieben. Ist so vor sich hingeplätschert.
Texas is the Reason - Ich kenne die bekanntesten Songs, aber würde mich nicht als Fan bezeichnen. Fand es war ein grundsolides Konzert. 75 Minuten für derlei Musik auch angemessen. War aber etwas von der Crowd enttäuscht. Hatte im Vorfeld irgendwie damit gerechnet, dass gleich im vorderen Bereich die Hölle los wäre, wenn man schon mal die seltene Gelegenheit hat, die Band zu sehen. Aber es blieb alles ruhig, es wurde mitgesungen, aber alles gediegen. Dafür viel Filmerei. War insgesamt nen runder Abend. Meine Frau hatte auch ne gute Zeit. Das ist die Hauptsache.
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Ich war gestern bei Touche Amore in der Hamburger Fabrik.
Anders als La Dispute drei Monate zuvor, die ich Größentechnisch ähnlich einordnen würde, war es dieses Mal weit von ausverkauft entfernt, was sehr angenehm war. Hat mich zunächst überrascht, dann aber festgestellt, dass es heute tatsächlich noch mal 10€ teurer war. Ich hab Tickets über den Zweitmarkt gekriegt, aber kann bei 45 Tacken jeden verstehen, der da passen muss.
Programm war das zehnte Jubiläum von Stage Four, dass die Band endgültig auch außerhalb der HC Crowd bekanntgemacht hat. Unbedingt gebraucht hätte ich das nicht, denn auf der ursprünglichen Tour damals, gab es eigentlich schon fast alles und von Alben-in-Reihenfolge spielen bin ich bei dieser Mukke nicht so großer Fan. So ein Liveset hat imho einfach einen komplett anderen Flow, aber dazu mehr.
Support waren Greet Death und der Hauptgrund, warum ich mir das trotz sehr harter Woche und Sonntagabendmüdigkeit nicht entgehen lassen konnte. Die Band hat 2020 ein fantastisches und letztes Jahr ein sehr gutes Album rausgebracht, war aber noch nie in Europa, das hier war also ihr erstes Mal in HH. Der Sound ist Emo-Shoegaze mit gelegentlichen Grunge anleihen, fliegen aber trotz des Shoegaze Hypes mMn stark unter dem Radar. Zweistimmiger Gesang, brachiale Gitarrenwände und - bei den vielen "neuen" Shoegaze Bands meiner Ansicht nach immer die größte Baustelle - sehr gutes Songwriting. Nach dem etwas sperrigen "Country Girl" als Opener, kam die Wall of Sound der älteren Tracks auch durchaus gut im Publikum an, anfangs wars da noch sehr verhalten, gegen Ende hab ich aber durchaus sehr viel Wohlwollen wahrgenommen. Gerade als Support mit einer etwas abweichenden Stilrichtung hat man es im unterkühlten Hamburg oft nicht leicht, das scheint denen aber nicht viel ausgemacht zu haben. Sehr starker Auftritt, der nur durch die etwas cringigen Ansagen zu Alkoholkonsum, Blink 182 und Halsey etwas in Mitleidenscahft gezogen wurde. Edgy und unnötig, aber war auch eher Hintergrundrauschen
Touche Amore selbst haben dann logischerweise mit Stage Four Front to Back gestartet. Das Album ist natürlich nach wie vor Bockstark, ist aber auch imho dasjenige, was am stärksten guten SOund braucht, der anfangs noch nicht zu 100% saß. Weiß auch echt nicht wie viele Jahre Stimme Jeremy Bolm noch in sich hat. Ansonsten war der Teil des Sets genau das, was man erwartet hat, nochmal dringlicher und emotionaler als auf Platte und flankiert von sehr wholesomen Ansagen zum Thema Trauer und co. Kathartischer Pit, alles wie es sein sollte, auch wenn ich mich da inzwischen raushalte, nicht zuletzt wegen der etwas optimistischen Stagediver. Weil nach hinten dann doch viel Platz zum ausweichen war, war vorne nicht immer die notwendige Dichte gegeben, damit die inder Luft bleiben, ein paar mal wurde es ziemlich knapp. Dann mini-Pause und noch mal ca. 20-25 Minuten Songs der letzten Platten plus die üblichen Highlights. Da ich die letzte Tour ausgelassen hab, war das meiste davon für mich neu, merke aber auch, dass ich nicht mehr 100% mit den Songs connecte auch wenn ich die Alben an sich stark finde. Auf Fanwunsch gab es nboch "Limelight" kudos an Nick Steinhardt an der Stelle, dass er den Manchester Orchestra Part stimmlich perfekt hinbekommen hat.
Merchpreise für aktuelle Verhältnisse total im Rahmen, insgesamt bin ich froh dagewesen zu sein, werd aber persönlich wohl nicht mehr an die ekstatischen Auftritte zu "Parting the Sea" oder "Is survived by" anschließen können.
Anders als La Dispute drei Monate zuvor, die ich Größentechnisch ähnlich einordnen würde, war es dieses Mal weit von ausverkauft entfernt, was sehr angenehm war. Hat mich zunächst überrascht, dann aber festgestellt, dass es heute tatsächlich noch mal 10€ teurer war. Ich hab Tickets über den Zweitmarkt gekriegt, aber kann bei 45 Tacken jeden verstehen, der da passen muss.
Programm war das zehnte Jubiläum von Stage Four, dass die Band endgültig auch außerhalb der HC Crowd bekanntgemacht hat. Unbedingt gebraucht hätte ich das nicht, denn auf der ursprünglichen Tour damals, gab es eigentlich schon fast alles und von Alben-in-Reihenfolge spielen bin ich bei dieser Mukke nicht so großer Fan. So ein Liveset hat imho einfach einen komplett anderen Flow, aber dazu mehr.
Support waren Greet Death und der Hauptgrund, warum ich mir das trotz sehr harter Woche und Sonntagabendmüdigkeit nicht entgehen lassen konnte. Die Band hat 2020 ein fantastisches und letztes Jahr ein sehr gutes Album rausgebracht, war aber noch nie in Europa, das hier war also ihr erstes Mal in HH. Der Sound ist Emo-Shoegaze mit gelegentlichen Grunge anleihen, fliegen aber trotz des Shoegaze Hypes mMn stark unter dem Radar. Zweistimmiger Gesang, brachiale Gitarrenwände und - bei den vielen "neuen" Shoegaze Bands meiner Ansicht nach immer die größte Baustelle - sehr gutes Songwriting. Nach dem etwas sperrigen "Country Girl" als Opener, kam die Wall of Sound der älteren Tracks auch durchaus gut im Publikum an, anfangs wars da noch sehr verhalten, gegen Ende hab ich aber durchaus sehr viel Wohlwollen wahrgenommen. Gerade als Support mit einer etwas abweichenden Stilrichtung hat man es im unterkühlten Hamburg oft nicht leicht, das scheint denen aber nicht viel ausgemacht zu haben. Sehr starker Auftritt, der nur durch die etwas cringigen Ansagen zu Alkoholkonsum, Blink 182 und Halsey etwas in Mitleidenscahft gezogen wurde. Edgy und unnötig, aber war auch eher Hintergrundrauschen
Touche Amore selbst haben dann logischerweise mit Stage Four Front to Back gestartet. Das Album ist natürlich nach wie vor Bockstark, ist aber auch imho dasjenige, was am stärksten guten SOund braucht, der anfangs noch nicht zu 100% saß. Weiß auch echt nicht wie viele Jahre Stimme Jeremy Bolm noch in sich hat. Ansonsten war der Teil des Sets genau das, was man erwartet hat, nochmal dringlicher und emotionaler als auf Platte und flankiert von sehr wholesomen Ansagen zum Thema Trauer und co. Kathartischer Pit, alles wie es sein sollte, auch wenn ich mich da inzwischen raushalte, nicht zuletzt wegen der etwas optimistischen Stagediver. Weil nach hinten dann doch viel Platz zum ausweichen war, war vorne nicht immer die notwendige Dichte gegeben, damit die inder Luft bleiben, ein paar mal wurde es ziemlich knapp. Dann mini-Pause und noch mal ca. 20-25 Minuten Songs der letzten Platten plus die üblichen Highlights. Da ich die letzte Tour ausgelassen hab, war das meiste davon für mich neu, merke aber auch, dass ich nicht mehr 100% mit den Songs connecte auch wenn ich die Alben an sich stark finde. Auf Fanwunsch gab es nboch "Limelight" kudos an Nick Steinhardt an der Stelle, dass er den Manchester Orchestra Part stimmlich perfekt hinbekommen hat.
Merchpreise für aktuelle Verhältnisse total im Rahmen, insgesamt bin ich froh dagewesen zu sein, werd aber persönlich wohl nicht mehr an die ekstatischen Auftritte zu "Parting the Sea" oder "Is survived by" anschließen können.
Re: Der Konzertbesuchsthread
Bezüglich Touché Amoré schließe ich mich Quadro größtenteils an, vor allem in Bezug auf Greet Death und das Besucher*innen-Aufkommen in der Fabrik. Stage Four ist trotz aller emotionalen Tiefe, die ich absolut respektiere und wo ich Jeremy Bolms Ansagen beim Konzert jetzt am Sonntag auch sehr stark fand, bei weitem nicht mein Lieblingsalbum der Band. Das gesagt: natürlich auf sehr hohem Niveau. Ich mag es sehr gern und die ersten drei Songs sind einfach krasse Banger. Aber Parting the Sea und Is Survived By sind auch meine Favoriten und dass es nur zwei Songs vom ersteren gab und von zweiterem gar keinen, ein kleiner Wermutstropfen. ABER: Ich finds echt krass, was für eine emotionale (positive) Intensität, die Band während ihrer Auftritte erzeugt. Ich war den Tag eigentlich, da Samstag bei einer Hochzeit gewesen und dort lange wach, komplett fertig, aber als die ersten Takte von Flowers and You kamen, war ich komplett drin. Hat mir wieder unheimlich großen Spaß gemacht, mitzusingen, mitzutanzen und die rund 75 Minuten emotionale Katharsis zu erleben. Auch, wenn es in den letzten Jahren jetzt doch einige HH-Gigs waren und die Tickets ja nicht günstiger werden... ich würde es wieder tun.
Gestern gab es noch ein bisschen Millennial Nostalgia in der Inselpark Arena bei Breaking Benjamin. Ich hatte die Band erstmals 2016 im Docks gesehen, das war damals ein guter Auftritt, wenn man den Post-Grunge/Nu-Metal-Mix mag. Hätte mir jetzt selbst nicht unbedingt wieder ein Ticket gekauft, aber war ein Geburtstagsgeschenk, von daher. Ist halt so eine Band, die ich mit 14 viel gehört hab und die haben, auch wenn ich es immer nicht so auf der Uhr hab, schon ziemlich viele Hits. Gute Songwriter für eingängige Rockmusik. Was mich überrascht hat: Trotz deutlich größerer Arena war es bereits im VVK ausverkauft. Diesmal auch wirklich ohne TikTok-Hype, denn Gen Z hab ich so gut wie gar nicht gesehen in der Halle. Es gab eine Vorband, die wir aber verpasst haben. Auf der Website der Arena stand dann abends nicht mal mehr deren Name
egal. Breaking Benjamin haben gut 90 Minuten gespielt, 18 Songs und zwar volles Best-of. Wobei es mit Something Wicket und Awaken auch zwei neue Songs gab. Die haben sich aber jetzt nicht wirklich vom Rest des Sets abgehoben. Fokus lag natürlich auf der Phobia-Platte mit dem Überhit The Diary of Jane, der auch als Abschluss gespielt wurde. War eine runde Sache, das Publikum auch voll drin und hat frenetisch mitgesungen.
Gestern gab es noch ein bisschen Millennial Nostalgia in der Inselpark Arena bei Breaking Benjamin. Ich hatte die Band erstmals 2016 im Docks gesehen, das war damals ein guter Auftritt, wenn man den Post-Grunge/Nu-Metal-Mix mag. Hätte mir jetzt selbst nicht unbedingt wieder ein Ticket gekauft, aber war ein Geburtstagsgeschenk, von daher. Ist halt so eine Band, die ich mit 14 viel gehört hab und die haben, auch wenn ich es immer nicht so auf der Uhr hab, schon ziemlich viele Hits. Gute Songwriter für eingängige Rockmusik. Was mich überrascht hat: Trotz deutlich größerer Arena war es bereits im VVK ausverkauft. Diesmal auch wirklich ohne TikTok-Hype, denn Gen Z hab ich so gut wie gar nicht gesehen in der Halle. Es gab eine Vorband, die wir aber verpasst haben. Auf der Website der Arena stand dann abends nicht mal mehr deren Name
Re: Der Konzertbesuchsthread
Hayley Williams (Poolen, CPH)
Ich war gestern bei Hayley Williams. Das Poolen ist etwas abseits auf einer Halbinsel, erreichbar nur über eine einzige Straße (oder Busfähre), daher ist das jetzt nicht unbedingt mein Lieblingsladen, aber im Prinzip eine coole Halle mit nettem Außenbereich, ich hatte hier bereits Lord Huron gesehen. Beim Reinkommen musste man sich direkt durch die Merchschlange quetschen, die sich einmal durch den gesamten Innenbereich, nunja, schlängelte, daher habe ich mir Merch nicht mal angeschaut.
Los ging es pünktlich mit Water From Your Eyes und das hat wahrscheinlich die Hälfte der Konzertgäste verstört. Das war noch noisiger als auf Platte und Rachel Brown, die mir mittlerweile als Interviewerin für Stereogum deutlich präsenter ist, hatte kaum Stimme. Daher war der Auftritt leider mehr schlecht als recht, aber immerhin unterhaltsam. Rachel hat auch die ganze Zeit was erzählt, aber zwischen den Songs haben sie dann auch lautes Gepolter eingespielt, sodass ich eigentlich nichts verstanden habe. War weird, aber musste schmunzeln.
Hayley legte dann gegen 21:00 los und hatte 90 Minuten das Publikum komplett unter Kontrolle. Das Bühnenbild war ganz nett mit verdeckten "Straßenlaternen" und einigen schönen Projektionen. Band wurde vorgestellt, aber war schon die Hayley Williams Show. Man merkt einfach, dass sie schon 20 Jahre auf der Bühne steht, das war souverän, das war cool, das war charmant (1-2 kleine Verspieler waren drin) und die Songs sind größtenteils auch einfach gut. Dass Simmer nicht gespielt wurde, fand ich frech, aber wie der Laden in Euphorie bei Parachute als Ende der Zugabe versunken ist, war auf jeden Fall ein toller Schlusspunkt. Hat sich gelohnt!
Ich war gestern bei Hayley Williams. Das Poolen ist etwas abseits auf einer Halbinsel, erreichbar nur über eine einzige Straße (oder Busfähre), daher ist das jetzt nicht unbedingt mein Lieblingsladen, aber im Prinzip eine coole Halle mit nettem Außenbereich, ich hatte hier bereits Lord Huron gesehen. Beim Reinkommen musste man sich direkt durch die Merchschlange quetschen, die sich einmal durch den gesamten Innenbereich, nunja, schlängelte, daher habe ich mir Merch nicht mal angeschaut.
Los ging es pünktlich mit Water From Your Eyes und das hat wahrscheinlich die Hälfte der Konzertgäste verstört. Das war noch noisiger als auf Platte und Rachel Brown, die mir mittlerweile als Interviewerin für Stereogum deutlich präsenter ist, hatte kaum Stimme. Daher war der Auftritt leider mehr schlecht als recht, aber immerhin unterhaltsam. Rachel hat auch die ganze Zeit was erzählt, aber zwischen den Songs haben sie dann auch lautes Gepolter eingespielt, sodass ich eigentlich nichts verstanden habe. War weird, aber musste schmunzeln.
Hayley legte dann gegen 21:00 los und hatte 90 Minuten das Publikum komplett unter Kontrolle. Das Bühnenbild war ganz nett mit verdeckten "Straßenlaternen" und einigen schönen Projektionen. Band wurde vorgestellt, aber war schon die Hayley Williams Show. Man merkt einfach, dass sie schon 20 Jahre auf der Bühne steht, das war souverän, das war cool, das war charmant (1-2 kleine Verspieler waren drin) und die Songs sind größtenteils auch einfach gut. Dass Simmer nicht gespielt wurde, fand ich frech, aber wie der Laden in Euphorie bei Parachute als Ende der Zugabe versunken ist, war auf jeden Fall ein toller Schlusspunkt. Hat sich gelohnt!
- glutexo2000
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Klingt toll. NeidFinn hat geschrieben:Hayley Williams (Poolen, CPH)
Ich war gestern bei Hayley Williams. Das Poolen ist etwas abseits auf einer Halbinsel, erreichbar nur über eine einzige Straße (oder Busfähre), daher ist das jetzt nicht unbedingt mein Lieblingsladen, aber im Prinzip eine coole Halle mit nettem Außenbereich, ich hatte hier bereits Lord Huron gesehen. Beim Reinkommen musste man sich direkt durch die Merchschlange quetschen, die sich einmal durch den gesamten Innenbereich, nunja, schlängelte, daher habe ich mir Merch nicht mal angeschaut.
Los ging es pünktlich mit Water From Your Eyes und das hat wahrscheinlich die Hälfte der Konzertgäste verstört. Das war noch noisiger als auf Platte und Rachel Brown, die mir mittlerweile als Interviewerin für Stereogum deutlich präsenter ist, hatte kaum Stimme. Daher war der Auftritt leider mehr schlecht als recht, aber immerhin unterhaltsam. Rachel hat auch die ganze Zeit was erzählt, aber zwischen den Songs haben sie dann auch lautes Gepolter eingespielt, sodass ich eigentlich nichts verstanden habe. War weird, aber musste schmunzeln.
Hayley legte dann gegen 21:00 los und hatte 90 Minuten das Publikum komplett unter Kontrolle. Das Bühnenbild war ganz nett mit verdeckten "Straßenlaternen" und einigen schönen Projektionen. Band wurde vorgestellt, aber war schon die Hayley Williams Show. Man merkt einfach, dass sie schon 20 Jahre auf der Bühne steht, das war souverän, das war cool, das war charmant (1-2 kleine Verspieler waren drin) und die Songs sind größtenteils auch einfach gut. Dass Simmer nicht gespielt wurde, fand ich frech, aber wie der Laden in Euphorie bei Parachute als Ende der Zugabe versunken ist, war auf jeden Fall ein toller Schlusspunkt. Hat sich gelohnt!
- SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Ich war am Donnerstag in Köln bei Westside Gunn in der Essigfabrik. Hatte bis zum Ende Angst, dass die Tour abgesagt wird, aber er war da. Es gab Early Bird Tickets für 56 Euro, danach dann 73 Euro. Für die Location ein übertriebener Preis. Hab dann auch den VVK links liegen lassen und kurz vorher auf dem Zweitmarkt zugeschlagen. Beginn laut Internet 20 Uhr, war so um 19:20 Uhr vor Ort, 150 Meter Schlange, noch kein Einlass. Der war dann erst um 20 Uhr und 300-400 Meter Schlange. Entspannt. Show war nicht ausverkauft, aber viel dürfte nicht gefehlt haben. Natürlich hat es während der Warterei angefangen zu regnen und als ich da so nass in der Schlange stand, vor mir eine Person mit Cap mit Aufschrift "I Love Toxic People" und natürlich irgendwer in der Nähe gekifft hat, hab ich kurz an meiner Existenz gezweifelt. Einlass ging dann zum Glück zügig. In der Location wurde selbstverständlich weitergekifft. Meine Sachen haben gestunken wie nach einem Abend im AZ Wuppertal. Die Experience, die man für US Hip Hop in Kauf nehmen muss.
DJ Rellyrell - Der typische DJ, der nen paar Beats spielt und im späteren Verlauf versucht, die Crowd etwas einzuheizen. Braucht ich nicht, aber es tut auch nicht weh.
Feed the Family - Vier Dudes, Sound passend zu Griselda. War für den wirklichen Einstieg ganz in Ordnung. Wofür man allerdings zu viert ist hat sich mir nicht erschlossen.
Brother Tom Sos - Deutlich seichtere Beats, entspannterer Sound. Zwischendurch wurde auch mal Gesang eingestreut. Nicht ganz mein Sound, aber für das, was es war, auch vollkommen in Ordnung. Der letzte Song beinhaltete ein Feature von Westside Gunn, zu dem dieser auch die Bühne betrat, sodass es einen fließenden Übergang zum Hauptact des Abends gab.
Westside Gunn - US Hip-Hop abseits von den Riesenacts ist für mich immer verbunden mit der Angst, dass irgendwer kein Bock hat, zu stoned ist, einen zwei Stunden warten lässt, etc.. Das war bei Westside Gunn alles nicht der Fall. Wobei ich das Gefühl hatte, dass Smoke DZA, der Backup war, vorher nen Bisschen zu viel geraucht hatte. Aber bei 10 Leuten, die sonst noch auf der Bühne standen, hatte immer auch nen Anderer nen Mic inner Hand, also isset nicht so negativ aufgefallen. Westside Gunn hat abgeliefert, ohne Halbplayback, klang live auch top mit seiner hohen, markanten Stimme. Setlist ließ für mich keine Wünsche offen. Er meinte selbst, dass er auf jeden Fall wiederkommt, weil bei der Menge an Alben, die er hat, nächstes Mal andere Songs spielt. Songs waren natürlich begleitet von Addlib-Overkill, aber ohne wäre ich auch enttäuscht gewesen. Crowd war auch voll drin. Klar es wurde sowohl auf als auch vor der Bühne weiter mies viel gekifft. Muss man leider in Kauf nehmen. Etwas weird ist immer der Teil, bei dem sich Leute während eines Songs mitgenommene Platten unterschreiben lassen. Fühle ich null. Davon ab allerdings eine rundum gelungene Show. 80 Minuten Spielzeit waren auch in Ordnung. Natürlich schade, dass Benny the Butcher erst am Wochenende in UK mit am Start war, aber man kann nicht alles haben. Ich hatte ne gute Zeit und würde auch nochmal hin.
DJ Rellyrell - Der typische DJ, der nen paar Beats spielt und im späteren Verlauf versucht, die Crowd etwas einzuheizen. Braucht ich nicht, aber es tut auch nicht weh.
Feed the Family - Vier Dudes, Sound passend zu Griselda. War für den wirklichen Einstieg ganz in Ordnung. Wofür man allerdings zu viert ist hat sich mir nicht erschlossen.
Brother Tom Sos - Deutlich seichtere Beats, entspannterer Sound. Zwischendurch wurde auch mal Gesang eingestreut. Nicht ganz mein Sound, aber für das, was es war, auch vollkommen in Ordnung. Der letzte Song beinhaltete ein Feature von Westside Gunn, zu dem dieser auch die Bühne betrat, sodass es einen fließenden Übergang zum Hauptact des Abends gab.
Westside Gunn - US Hip-Hop abseits von den Riesenacts ist für mich immer verbunden mit der Angst, dass irgendwer kein Bock hat, zu stoned ist, einen zwei Stunden warten lässt, etc.. Das war bei Westside Gunn alles nicht der Fall. Wobei ich das Gefühl hatte, dass Smoke DZA, der Backup war, vorher nen Bisschen zu viel geraucht hatte. Aber bei 10 Leuten, die sonst noch auf der Bühne standen, hatte immer auch nen Anderer nen Mic inner Hand, also isset nicht so negativ aufgefallen. Westside Gunn hat abgeliefert, ohne Halbplayback, klang live auch top mit seiner hohen, markanten Stimme. Setlist ließ für mich keine Wünsche offen. Er meinte selbst, dass er auf jeden Fall wiederkommt, weil bei der Menge an Alben, die er hat, nächstes Mal andere Songs spielt. Songs waren natürlich begleitet von Addlib-Overkill, aber ohne wäre ich auch enttäuscht gewesen. Crowd war auch voll drin. Klar es wurde sowohl auf als auch vor der Bühne weiter mies viel gekifft. Muss man leider in Kauf nehmen. Etwas weird ist immer der Teil, bei dem sich Leute während eines Songs mitgenommene Platten unterschreiben lassen. Fühle ich null. Davon ab allerdings eine rundum gelungene Show. 80 Minuten Spielzeit waren auch in Ordnung. Natürlich schade, dass Benny the Butcher erst am Wochenende in UK mit am Start war, aber man kann nicht alles haben. Ich hatte ne gute Zeit und würde auch nochmal hin.
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Ich war gestern bei Basement im zakk. Habe die Band bislang nur einmal beim undankbaren 12:00 Uhr slot auf der Hauptbühne des Hurricanes gesehen und daher sofort bei Ankündigung zugeschlagen. Konzert war auch weit im Voraus ausverkauft. Das zakk war bei den Temperaturen auch eine gute Adresse. Es ist nicht so vollgestopft und verteilte sich ganz gut, Luft war den Umständen entsprechend auch voll okay.
An dieser Stelle könnte man abermals bedauern, dass Fiddlehead den Support für das restliche tour leg übernehmen, aber sei's drum, für uns gab's Glare. Vierköpfige Band aus Texas, die sehr melodisch, fast schon post-rockig daher kam. Die ruhigere Einleitung des Abends kam mir aber nicht ungelegen.
Basement gingen dann mit Time Waster, dem Opener vom aktuellen Album, direkt in die Vollen. Das Publikum brauchte noch etwas Animation des Sängers, aber dann war der Großteil auch in Bewegung. Was der Plan der Bier-Connaisseure mittig, 2m vor der Bühne war, wird wohl ihr Geheimnis bleiben. Vierter Song dann Covet; Spoiled direkt hinterher. Nice. Stimmung blieb erfreulicherweise hoch und auch die neuen Songs wurden ganz gut gefeiert. Mag die Platte auch. Zum Ende dann nochmal Altbekanntes von Colourmeinkindness. Mit 55 Minuten Nettospielzeit (denn Ansagen gab es gefühlt keine) absolut weltmeisterschaftliches Niveau. Aufbau der Setlist war für mich astrein, ich bin sehr happy nach hause
An dieser Stelle könnte man abermals bedauern, dass Fiddlehead den Support für das restliche tour leg übernehmen, aber sei's drum, für uns gab's Glare. Vierköpfige Band aus Texas, die sehr melodisch, fast schon post-rockig daher kam. Die ruhigere Einleitung des Abends kam mir aber nicht ungelegen.
Basement gingen dann mit Time Waster, dem Opener vom aktuellen Album, direkt in die Vollen. Das Publikum brauchte noch etwas Animation des Sängers, aber dann war der Großteil auch in Bewegung. Was der Plan der Bier-Connaisseure mittig, 2m vor der Bühne war, wird wohl ihr Geheimnis bleiben. Vierter Song dann Covet; Spoiled direkt hinterher. Nice. Stimmung blieb erfreulicherweise hoch und auch die neuen Songs wurden ganz gut gefeiert. Mag die Platte auch. Zum Ende dann nochmal Altbekanntes von Colourmeinkindness. Mit 55 Minuten Nettospielzeit (denn Ansagen gab es gefühlt keine) absolut weltmeisterschaftliches Niveau. Aufbau der Setlist war für mich astrein, ich bin sehr happy nach hause
Zuletzt geändert von Tambourine-Man am Do 18. Jun 2026, 18:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Nie klang gewaltfreie Kommunikation eines Ärgernisses schönerTambourine-Man hat geschrieben: ↑Do 18. Jun 2026, 18:31Was der Plan der Bier-Connaisseur mittig, 2m vor der Bühne war, wird wohl ihr Geheimnis bleiben.
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Ich war am Freitag in Essen bei Slope. Location hieß Der Raum. War noch nie dort. Läuft wohl über einen Verein, der dort primär Ausstellungen und ab und an mal Elektroabende veranstaltet. War klein, zu klein für alle Leute, die da waren, aber man konnte dank großen Fenstern auch von außen gucken. Vor der Show, ebenfalls kostenlos, gabs noch Bratwürste für lau.
Slope - Die Band hat an dem Tag eine neue Single veröffentlicht und zur Feier des Tages ein kleines Set gespielt. Gab einen Mix aus der kompletten Discographie. Der neue Track wurde auch gespielt, leider ist das Intro gar nicht meins. Generell hat die Band mich verloren mit dem, was seit der Pandemie gemacht wird. Show war aber okay. Bisschen Mosh, viel Pogo. Textsicherheit war nur bei den alten Tracks gegeben. Leider paar anstrengende Leute am Start, aber die kommen halt mit dem Bandwachstum automatisch. Setlänge so 20-25 Minuten. War ein solider Abend.
Slope - Die Band hat an dem Tag eine neue Single veröffentlicht und zur Feier des Tages ein kleines Set gespielt. Gab einen Mix aus der kompletten Discographie. Der neue Track wurde auch gespielt, leider ist das Intro gar nicht meins. Generell hat die Band mich verloren mit dem, was seit der Pandemie gemacht wird. Show war aber okay. Bisschen Mosh, viel Pogo. Textsicherheit war nur bei den alten Tracks gegeben. Leider paar anstrengende Leute am Start, aber die kommen halt mit dem Bandwachstum automatisch. Setlänge so 20-25 Minuten. War ein solider Abend.
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Ich war am Dienstag in Düsseldorf bei Basement im Zakk. Show war zügig ausverkauft und ich stand ohne Ticket da, weil ich noch warten wollte, ob gleichzeitig was Cooleres is. Naja, musste dann noch einige Tickets besorgen für Freund*innen, mein Side Hustle. Aber hat alles gut geklappt, alle waren am Ende versorgt. Location war ziemlich überfüllt und frische Luft bei dem Wetter Mangelware. Es gab ne Barriere, erster großer Letdown. Keine Ahnung warum. Hab die Band in der Location schon barrierefrei gesehen. Crowd mittlerweile einfach ne Average Festival Crowd. Natürlich bleibt da viel Biertrinken nicht aus. Auf der rechten Seite der Bühne war es aber einigermaßen okay, man könnte gut stehen ohne allzu großen Stress.
Glare - Junge Shoegaze Band, bedienen genau den Sound, der momentan angesagt ist. Sound hätte besser sein können. Ansonsten wars ein solides Set, bisschen Härte, bisschen Träumerei. Halbe Stunde Spielzeit war auch in Ordnung. Passen in meinen Augen auch vor Basement, runde Sache.
Basement - Es ging pünktlich um 21 Uhr auf die Bühne. Opener war ein neuer Song. Spannend, hab sie glaube ich noch nie mit was anderem als "Whole" eröffnen sehen. Im Anschluss natürlich auch viel von der neuen Platte. Songs gefielen mir live besser. Crowd war trotz Barriere gut dabei. Hat aber natürlich viel Flair gekostet. So gab es nur vereinzelte Crowdsurfer*innen und Pogo. Die Band hat trotz ihrem etwas verträumten Emo Soundy noch genug Hardcore Connection, dass sie Chaos verdient hätte. So wars halt den Umständen entsprechend wie schon beim letzten Mal in Köln das Maximum, was man rausholen konnte. Bei der Auswahl der Song merkt man, worauf die Leute steil gehen. Klar, paar Sachen von der "Promise Everything" zünden, aber man könnte auch einfach alles ab der Platte in die Tonne kloppen und nur noch Stuff bis zur "colourmeinkindness" spielen, die Shows wären besser. Spielzeit 50-55 Minuten, find ich für den Sound vollkommen in Ordnung und bei 16-17 Songs wurde eigentlich auch alles gesagt. Man wollte sicherlich den Beginn von England nicht verpassen. Ich würde mir die Jungs definitiv nochmal angucken, aber es hängt auf jeden Fall vom Support ab. Hab die Band allerdings auch oft genug gesehen, sodass ich die gewachsenen Shows ohne Probleme auslassen kann. Sei ihnen gegönnt.
Glare - Junge Shoegaze Band, bedienen genau den Sound, der momentan angesagt ist. Sound hätte besser sein können. Ansonsten wars ein solides Set, bisschen Härte, bisschen Träumerei. Halbe Stunde Spielzeit war auch in Ordnung. Passen in meinen Augen auch vor Basement, runde Sache.
Basement - Es ging pünktlich um 21 Uhr auf die Bühne. Opener war ein neuer Song. Spannend, hab sie glaube ich noch nie mit was anderem als "Whole" eröffnen sehen. Im Anschluss natürlich auch viel von der neuen Platte. Songs gefielen mir live besser. Crowd war trotz Barriere gut dabei. Hat aber natürlich viel Flair gekostet. So gab es nur vereinzelte Crowdsurfer*innen und Pogo. Die Band hat trotz ihrem etwas verträumten Emo Soundy noch genug Hardcore Connection, dass sie Chaos verdient hätte. So wars halt den Umständen entsprechend wie schon beim letzten Mal in Köln das Maximum, was man rausholen konnte. Bei der Auswahl der Song merkt man, worauf die Leute steil gehen. Klar, paar Sachen von der "Promise Everything" zünden, aber man könnte auch einfach alles ab der Platte in die Tonne kloppen und nur noch Stuff bis zur "colourmeinkindness" spielen, die Shows wären besser. Spielzeit 50-55 Minuten, find ich für den Sound vollkommen in Ordnung und bei 16-17 Songs wurde eigentlich auch alles gesagt. Man wollte sicherlich den Beginn von England nicht verpassen. Ich würde mir die Jungs definitiv nochmal angucken, aber es hängt auf jeden Fall vom Support ab. Hab die Band allerdings auch oft genug gesehen, sodass ich die gewachsenen Shows ohne Probleme auslassen kann. Sei ihnen gegönnt.
Alles nur, damit Fiddlehead ne exclusive Show auf diesem Quatsch Festival in Dresden spielen, bei dem die Veranstalter (absicht nicht gegendert) sich auf Insta auf zunehmend unangenehme Weise selbst abfeiern. Es ist so nervig.Tambourine-Man hat geschrieben: ↑Do 18. Jun 2026, 18:31An dieser Stelle könnte man abermals bedauern, dass Fiddlehead den Support für das restliche tour leg übernehmen
Zuletzt geändert von SammyJankis am Fr 19. Jun 2026, 12:37, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Tambourine-Man hat geschrieben: ↑Do 18. Jun 2026, 18:31Das zakk war bei den Temperaturen auch eine gute Adresse. Es ist nicht so vollgestopft und verteilte sich ganz gut, Luft war den Umständen entsprechend auch voll okay.
Einigt euch mal.SammyJankis hat geschrieben: ↑Fr 19. Jun 2026, 12:33Location war ziemlich überfüllt und frische Luft bei dem Wetter Mangelware.
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Es ist, meines Wissens nach, niemand umgekipptSuitemeister hat geschrieben: ↑Fr 19. Jun 2026, 12:36Tambourine-Man hat geschrieben: ↑Do 18. Jun 2026, 18:31Das zakk war bei den Temperaturen auch eine gute Adresse. Es ist nicht so vollgestopft und verteilte sich ganz gut, Luft war den Umständen entsprechend auch voll okay.Einigt euch mal.SammyJankis hat geschrieben: ↑Fr 19. Jun 2026, 12:33Location war ziemlich überfüllt und frische Luft bei dem Wetter Mangelware.![]()
Das ist bei dem Wetter doch ein Erfolg!
Fand es wirklich nicht zu voll. Zwischen Support und Hauptact konnte man zB noch ganz easy auf Klo. Vielleicht verkehre ich aber auch nur zu viel in schlauchigen Läden (looking at you Ü&G)
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Ich muss auch noch einen Bericht nachreichen.
15.06.2026 Hayley Williams (+ Water from Your Eyes), Tempodrom, Berlin
Ich war am Montag bei Hayley Williams im Tempodrom in Berlin.
Vor mittlerweile über 15 Jahren habe ich mir Paramore mal auf dem Hurricane Festival angesehen, weil ich den Soundtrack-Song "Decode" ganz gerne mochte. Dabei habe ich die "Twilight"-Filme bis heute nie gesehen. Abgesehen davon hatte ich die Band aber als eher belanglosen Emo-Poprock abgetan, der gut in den damaligen Zeitgeist gepasst hat. In den letzten zehn Jahren wurden mit "After Laughter" und "This Is Why" dann zwei Alben der Hauptband veröffentlicht, die mir sehr viel mehr zugesagt haben. Auch die beiden Solo-Alben von Frontfrau Hayley Williams, die während der Corona-Pandemie herausgekommen sind, fand ich sehr gut. Und ebenfalls das vor knapp einem Jahr veröffentlichte und immer noch aktuelle Album "Ego Death at a Bachelorette Party", das sehr eingängige Melodien zu bieten hat, kam gut bei mir an. Als die Ankündigung zu dieser ersten Solo-Tour von Hayley Williams mit dem Konzert in Berlin kam, war klar, dass ich mich um ein Ticket bemühen würde. In meiner Vorstellung sollte mich ein Konzert mit einer bunten Mischung aus der Solo-Diskographie und vielleicht auch dem einen oder anderen Paramore-Hit erwarten. Vorab kann ich schon berichten: Das war (leider) nicht der Fall.
Der Einlass im Tempodrom war für 18:30 Uhr angesetzt. Ich war etwa eine Dreiviertelstunde früher vor Ort. In der knallenden Nachmittagssonne hatte sich schon eine unheimlich große Menge an wartenden Menschen auf dem Vorplatz vor der an ein Zirkuszelt erinnernden Veranstaltungsstätte versammelt. Viele davon weiblich und der U20-Fraktion angehörend. Die auf etlichen Handrücken sichtbaren Edding-Nummerierungen erinnerten mich an Konzerte von Phoebe Bridgers oder boygenius und weckten damit böse Vorahnungen, was den potenziellen Nervfaktor des jungen Publikums anging. Glücklicherweise stand ich weit genug hinten in der Schlange, um wenig davon mitzubekommen. Und aufgrund der zahlreichen parallelen Eingänge des Tempodroms ist die Wirkung dieser selbstorganisierten Einlassreihenfolge sowieso recht gering. Als der Einlass pünktlich um 18:30 Uhr losging, habe ich dann auch relativ problemlos einen Platz ganz vorne an der Absperrung zur Bühne auf der linken Seite bekommen. Sehr gute Sicht, nah dran am Geschehen und trotzdem nicht ganz im Mittelpunkt. So mag ich das ja am liebsten.
Der Tempodrom füllte sich in den folgenden eineinhalb Stunden. Das Konzert war ausverkauft. Manege und Ränge waren also dicht besetzt.
Um 20 Uhr wurde es dunkel im Saal und Water from Your Eyes kamen auf die Bühne. Das US-amerikanische Quartett präsentierte eine gute halbe Stunde lang einen eher experimentellem Art-Rock mit elektronischen Elementen. Rachel Brown, zuständig für den Gesang, kündigte gleich zu Beginn an, dass sie ihre Stimme verloren hatte. Die Heiserkeit war auch deutlich hörbar. Trotzdem hat mir der Auftritt ganz gut gefallen. Insbesondere die Leadgitarre wusste zu überzeugen. Das war musikalisch teilweise ziemlich wild und ich kann mir gut vorstellen, dass einige Menschen im Publikum von dem Auftritt eher irritiert waren – aber ich würde mir das durchaus noch einmal anschauen. Dann gerne mit erholter Stimme, wobei sich selbst das gar nicht wahnsinnig negativ auf den Auftritt auswirkte. Phasenweise klang der Gesang gar nicht verkehrt.
Es folgte eine Umbaupause. Der Saal war mittlerweile komplett voll. Trotzdem war es ganz vorne noch recht angenehm und nicht zu eng. Die Securityleute waren zudem bemüht, das Publikum in den vorderen Reihen mit ausreichend Wasser zu versorgen.
Um 21 Uhr wurde es dann abermals dunkel im Tempodrom. Ein Intro wurde abgespielt. Das mit diversen Vorhängen und Lichtelementen dekorierte Bühnenbild begann zu leuchten. Dann kamen Hayley Williams und ihre Band auf die Bühne und legten los. Der Abend stand ganz im Fokus des aktuellen Albums "Ego Death at a Bachelorette Party". Ich hatte ja anfangs bereits berichtet, dass ich ursprünglich andere Hoffnungen hatte. Da es nicht das erste Konzert der Tour war, wusste ich allerdings, dass tatsächlich ausschließlich Songs dieses Albums gespielt werden sollten – mit Ausnahme eines Covers von Nina Simone. Songs der ersten beiden Alben oder gar von Paramore gab es nicht. Da ich das Album gerne mag, war das grundsätzlich auch in Ordnung für mich. Über Songs wie "Simmer", "Roses/Lotus/Violet/Iris" oder vielleicht sogar "Hard Times" hätte ich mich trotzdem sehr gefreut. Vielleicht ja bei der nächsten Tour...
Ansonsten war es ein sehr gutes Konzert. Hayley Williams hatte sichtlich Freude. Ihre Band war ebenfalls gut drauf. Songs wie "Glum", "Love Me Different" oder "Disappearing Man" haben live viel Spaß gemacht und das ganze Publikum zum Mitsingen gebracht. Das war übrigens gar nicht so anstrengend wie befürchtet. Zumindest um mich herum gab es kaum Selbstdarstellerei, sondern eine ganz angenehme Euphorie. Der Sound war solide, wobei ich ihn im Tempodrom auch schon klarer erlebt habe. Vor allem der Gesang war mir mit etwas zu viel Hall unterlegt. Das Bühnenbild war ganz schön. Eigentlich hat alles gepasst. Komplett emotional mitgenommen hat mich das Konzert trotzdem nicht. Warum das so ist, kann ich gar nicht wirklich sagen. Es lag sicherlich nicht allein an "Discovery Channel", mit dem die Zugabe eröffnet wurde. Den von der Bloodhound Gang geliehenen Refrain aus "The Bad Touch" fand ich vor 25 Jahren schon schrecklich nervig. Aber mit "Parachute" hatte das Konzert nach gut 90 Minuten Spielzeit dann immerhin einen sehr starken Abschluss.
Insgesamt hatte ich einen sehr gelungenen Konzertabend. Das ganz große Highlight war es nicht. Dafür war mir der Fokus auf das aktuelle Album vielleicht etwas zu groß und die Show zu glatt. Ähnlich ging es mir vor zwei Jahren zum Beispiel auch bei Olivia Rodrigo – wobei dort das Kindergarten-Publikum sehr viel anstrengender war. Aber trotzdem hatte ich viel Spaß und würde auch die nächste Gelegenheit mitnehmen. Solo oder Paramore, gerne mit bunt gemischtem Programm!
15.06.2026 Hayley Williams (+ Water from Your Eyes), Tempodrom, Berlin
Ich war am Montag bei Hayley Williams im Tempodrom in Berlin.
Vor mittlerweile über 15 Jahren habe ich mir Paramore mal auf dem Hurricane Festival angesehen, weil ich den Soundtrack-Song "Decode" ganz gerne mochte. Dabei habe ich die "Twilight"-Filme bis heute nie gesehen. Abgesehen davon hatte ich die Band aber als eher belanglosen Emo-Poprock abgetan, der gut in den damaligen Zeitgeist gepasst hat. In den letzten zehn Jahren wurden mit "After Laughter" und "This Is Why" dann zwei Alben der Hauptband veröffentlicht, die mir sehr viel mehr zugesagt haben. Auch die beiden Solo-Alben von Frontfrau Hayley Williams, die während der Corona-Pandemie herausgekommen sind, fand ich sehr gut. Und ebenfalls das vor knapp einem Jahr veröffentlichte und immer noch aktuelle Album "Ego Death at a Bachelorette Party", das sehr eingängige Melodien zu bieten hat, kam gut bei mir an. Als die Ankündigung zu dieser ersten Solo-Tour von Hayley Williams mit dem Konzert in Berlin kam, war klar, dass ich mich um ein Ticket bemühen würde. In meiner Vorstellung sollte mich ein Konzert mit einer bunten Mischung aus der Solo-Diskographie und vielleicht auch dem einen oder anderen Paramore-Hit erwarten. Vorab kann ich schon berichten: Das war (leider) nicht der Fall.
Der Einlass im Tempodrom war für 18:30 Uhr angesetzt. Ich war etwa eine Dreiviertelstunde früher vor Ort. In der knallenden Nachmittagssonne hatte sich schon eine unheimlich große Menge an wartenden Menschen auf dem Vorplatz vor der an ein Zirkuszelt erinnernden Veranstaltungsstätte versammelt. Viele davon weiblich und der U20-Fraktion angehörend. Die auf etlichen Handrücken sichtbaren Edding-Nummerierungen erinnerten mich an Konzerte von Phoebe Bridgers oder boygenius und weckten damit böse Vorahnungen, was den potenziellen Nervfaktor des jungen Publikums anging. Glücklicherweise stand ich weit genug hinten in der Schlange, um wenig davon mitzubekommen. Und aufgrund der zahlreichen parallelen Eingänge des Tempodroms ist die Wirkung dieser selbstorganisierten Einlassreihenfolge sowieso recht gering. Als der Einlass pünktlich um 18:30 Uhr losging, habe ich dann auch relativ problemlos einen Platz ganz vorne an der Absperrung zur Bühne auf der linken Seite bekommen. Sehr gute Sicht, nah dran am Geschehen und trotzdem nicht ganz im Mittelpunkt. So mag ich das ja am liebsten.
Der Tempodrom füllte sich in den folgenden eineinhalb Stunden. Das Konzert war ausverkauft. Manege und Ränge waren also dicht besetzt.
Um 20 Uhr wurde es dunkel im Saal und Water from Your Eyes kamen auf die Bühne. Das US-amerikanische Quartett präsentierte eine gute halbe Stunde lang einen eher experimentellem Art-Rock mit elektronischen Elementen. Rachel Brown, zuständig für den Gesang, kündigte gleich zu Beginn an, dass sie ihre Stimme verloren hatte. Die Heiserkeit war auch deutlich hörbar. Trotzdem hat mir der Auftritt ganz gut gefallen. Insbesondere die Leadgitarre wusste zu überzeugen. Das war musikalisch teilweise ziemlich wild und ich kann mir gut vorstellen, dass einige Menschen im Publikum von dem Auftritt eher irritiert waren – aber ich würde mir das durchaus noch einmal anschauen. Dann gerne mit erholter Stimme, wobei sich selbst das gar nicht wahnsinnig negativ auf den Auftritt auswirkte. Phasenweise klang der Gesang gar nicht verkehrt.
Es folgte eine Umbaupause. Der Saal war mittlerweile komplett voll. Trotzdem war es ganz vorne noch recht angenehm und nicht zu eng. Die Securityleute waren zudem bemüht, das Publikum in den vorderen Reihen mit ausreichend Wasser zu versorgen.
Um 21 Uhr wurde es dann abermals dunkel im Tempodrom. Ein Intro wurde abgespielt. Das mit diversen Vorhängen und Lichtelementen dekorierte Bühnenbild begann zu leuchten. Dann kamen Hayley Williams und ihre Band auf die Bühne und legten los. Der Abend stand ganz im Fokus des aktuellen Albums "Ego Death at a Bachelorette Party". Ich hatte ja anfangs bereits berichtet, dass ich ursprünglich andere Hoffnungen hatte. Da es nicht das erste Konzert der Tour war, wusste ich allerdings, dass tatsächlich ausschließlich Songs dieses Albums gespielt werden sollten – mit Ausnahme eines Covers von Nina Simone. Songs der ersten beiden Alben oder gar von Paramore gab es nicht. Da ich das Album gerne mag, war das grundsätzlich auch in Ordnung für mich. Über Songs wie "Simmer", "Roses/Lotus/Violet/Iris" oder vielleicht sogar "Hard Times" hätte ich mich trotzdem sehr gefreut. Vielleicht ja bei der nächsten Tour...
Ansonsten war es ein sehr gutes Konzert. Hayley Williams hatte sichtlich Freude. Ihre Band war ebenfalls gut drauf. Songs wie "Glum", "Love Me Different" oder "Disappearing Man" haben live viel Spaß gemacht und das ganze Publikum zum Mitsingen gebracht. Das war übrigens gar nicht so anstrengend wie befürchtet. Zumindest um mich herum gab es kaum Selbstdarstellerei, sondern eine ganz angenehme Euphorie. Der Sound war solide, wobei ich ihn im Tempodrom auch schon klarer erlebt habe. Vor allem der Gesang war mir mit etwas zu viel Hall unterlegt. Das Bühnenbild war ganz schön. Eigentlich hat alles gepasst. Komplett emotional mitgenommen hat mich das Konzert trotzdem nicht. Warum das so ist, kann ich gar nicht wirklich sagen. Es lag sicherlich nicht allein an "Discovery Channel", mit dem die Zugabe eröffnet wurde. Den von der Bloodhound Gang geliehenen Refrain aus "The Bad Touch" fand ich vor 25 Jahren schon schrecklich nervig. Aber mit "Parachute" hatte das Konzert nach gut 90 Minuten Spielzeit dann immerhin einen sehr starken Abschluss.
Insgesamt hatte ich einen sehr gelungenen Konzertabend. Das ganz große Highlight war es nicht. Dafür war mir der Fokus auf das aktuelle Album vielleicht etwas zu groß und die Show zu glatt. Ähnlich ging es mir vor zwei Jahren zum Beispiel auch bei Olivia Rodrigo – wobei dort das Kindergarten-Publikum sehr viel anstrengender war. Aber trotzdem hatte ich viel Spaß und würde auch die nächste Gelegenheit mitnehmen. Solo oder Paramore, gerne mit bunt gemischtem Programm!
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Ich denke auch, dass wir einfach abseits dieser Show in verschiedenen Welten leben und da andere Ansprüche haben.Tambourine-Man hat geschrieben: ↑Fr 19. Jun 2026, 13:25Es ist, meines Wissens nach, niemand umgekipptSuitemeister hat geschrieben: ↑Fr 19. Jun 2026, 12:36Tambourine-Man hat geschrieben: ↑Do 18. Jun 2026, 18:31Das zakk war bei den Temperaturen auch eine gute Adresse. Es ist nicht so vollgestopft und verteilte sich ganz gut, Luft war den Umständen entsprechend auch voll okay.Einigt euch mal.SammyJankis hat geschrieben: ↑Fr 19. Jun 2026, 12:33Location war ziemlich überfüllt und frische Luft bei dem Wetter Mangelware.![]()
Das ist bei dem Wetter doch ein Erfolg!
Fand es wirklich nicht zu voll. Zwischen Support und Hauptact konnte man zB noch ganz easy auf Klo. Vielleicht verkehre ich aber auch nur zu viel in schlauchigen Läden (looking at you Ü&G)
Nochmal On-Topic:
Ich war gestern in Darmstadt bei Chemical Threat in der Oetinger Villa. Eigentlich sollten Combust spielen, aber die hingen irgendwo in den Staaten am Flughafen fest und so kam gestern Vormittag die Absage. Naturlich ernüchternd, aber hab die Band dieses Jahr schon gesehen und guck sie noch mindestens zweimal, passt schon. Die Show fand trotzdem statt und war kurzerhand kostenlos. Kleine Story zur Ticketrückerstattung. Es gab mit der Absage die Meldung, dass alle VVK Tickets zurückerstattet werden. Ich hatte innerhalb weniger Stunden mein Geld zurück. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, was so alles möglich ist, wenn einem als Veranstalter*in was an den Leuten liegt und man eben nicht wie bei den Großkonzernen wie Zahlschweine behandelt wird. Als wären die dazu nicht in der Lage. Show war dann natürlich leerer, aber schätze so 50-60 Leute waren am Start. Oetinger Villa weiterhin mit Abstand beste Location in Deutschland.
Spiderweb - Zweite Show der Band. Demo kommt über STTW und der punkige Hardcore Sound passt wunderbar zum Label. Sänger stimmlich noch etwas schwach. Brauch noch nen paar Shows. Band hat ohne Frage Potential.
Fierce - Erste Mal außerhalb von NRW gesehen. Set war nicht ganz rund, aber Band is auch noch frisch, keine fünf Shows. Gibt schlimmeres. Gab mit Foundation ein neues Cover, wobei der gute Part ausgelassen wurde. Beim nächsten Mal bitte komplett spielen. War insgesamt natürlich kein Vergleich zu Düsseldorf und Köln, aber man kann als junge Band auch nicht erwarten, dass jede Show so abläuft wie vor der Hometown Crowd.
Chemical Threat - Hab ja gesagt, dass ich das Gefühl habe, dass bei der Band die Luft etwas raus ist. Bei diesem Gig hatte ich das Gefühl nicht. Es war richtig viel los. Viel Bewegung, durchweg Side to Sides. Leute hatten merklich Bock. Sänger hat auch weniger Textstellen ausgelassen als sonst. War für mich das beste Set der angekündigten.
Preemptive Strike - Gab noch ein kurzes Secret Set. 3-4 Songs inkl. Confront Cover. War zum Abschluss nochmal eine schöne Überraschung. Auch eine Band, die vom Sound her perfekt in den Laden passt. Trotz nur 5 Minuten die besten Reaktionen des Abends. Versöhnlicher Abschluss. Ende war um kurz nach 9, super entspannt. Lange Fahrt hat sich trotz der Combust Absage gelohnt.
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Re: Der Konzertbesuchsthread
Off-topic
Total! War auch nicht im Sinne von "Ich habe Recht, weil..." gemeintSammyJankis hat geschrieben: ↑Fr 19. Jun 2026, 14:14Ich denke auch, dass wir einfach abseits dieser Show in verschiedenen Welten leben und da andere Ansprüche haben.
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