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Der Konzertbesuchsthread

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SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Mo 26. Jan 2026, 19:34

Ich war am Samstag in London bei Cold World in der Number 90 Bar. Letzten August an gleicher Stelle das United & Strong Fest besucht und gedacht, dass Cold World der perfekte Headliner für 2026 wären. Dazu wird es wohl nicht kommen. Gab vier UK Shows, drei davon mit High Vis. Zwei meiner absoluten Lieblingsbands. Also zugeschlagen und einen Tag in London verbracht. Viel und lecker gegessen, viel Irn Bru getrunken, alles wie immer. Start der Show war 19:15 Uhr, fünf Bands und ein Billing, welches dieses Jahr nur noch schwer getopt werden kann. Show natürlich ausverkauft. Viele Almans am Start.

Cannonball - Januar noch nicht vorbei und ich hab die Band schon dreimal gesehen. Allerdings immer in schwierigen Kontexten. Genauso wie bei den Force of Denial Abschiedsshows war es auch am Samstag so, dass die Crowd für andere Acts am Start war. Gab etwas Bewegung, paar Leute textsicher, aber das wars auch schon. War okay, konnte es auch niemandem verübeln, dass Kräfte gespart wurden.

Despize - Mit Abstand härteste Band des Abends. Dementsprechend wild war der Mosh. Da wurden keine Gefangenen gemacht. Dennoch technisch versierter Act. Ist alles andere als stumpfes Gebolze. Band schien auch ne gute Zeit zu haben. War stark. Klar, in Glasgow schon besser gesehen, aber Hometown Show zum Vergleich ranzuziehen ist einfach nicht fair.

Dynamite - Es war nicht so krass wie auf dem United & Strong, aber wieder mal eine Untermalung, dass sich auf diese Band momentan ganz UK einigen kann. Singalongs noch und nöcher, viele Stage Diver. Einfach ein rundum gelungenes Chaos. Features von The Flex, High Vis und Cold World durften nicht fehlen. Bis zum eigentlichen Closer "Dynamite Stomp" wurde vom Iron Age Intro abgesehen kein Song gecovert. Dann wurden Drummer und Sänger gewechselt, beide OG Dirty Money Leute (sprich der High Vis Sänger) und es wurde wie schon so oft das Dirty Money Intro gespielt. Ich hatte aber dadurch, dass es ma Ende und mit zwei OG Leuten war, eine kleine Hoffnung, dass es nicht beim Intro bleiben würde und so kam es auch. Es wurde "Dirty Money" gespielt, mit Graham am Mic, zum ersten Mal seit 10 Jahren. Völlige Ekstase im Raum, das komplette Chaos. Auch mich hat es trotz weiterhin vorhandener Rücken-/Brustprobleme vor die Bühne verschlagen, die Schmerzen wurden in Kauf genommen. Sicherlich unvernünftig, aber muss auch sagen, dass ich lange nicht mehr so euphorisch war und es so sehr gefühlt habe wie in diesem Moment. Es gibt immer besondere Shows oder Momente, in der Regel sind diese aber erwartbar. Bei Force of Denial war klar, dass die Shows krass werden würden. Das hier im Gegenzug kam unangekündigt, hat mich vollständig mitgenommen. Ganz viel Liebe für Dynamite und Dirty Money.

High Vis - Keine großen Änderungen zu Antwerpen am Montag, aber der Vibe war besser. Kleinere Bühne ist schöner und intensiver. Halbe Raum konnte die Lyrics. Ansonsten das übliche Treiben auf der Bühne. Ich liebe die Band, die Texte sind ehrlich, traurig, kann viel nachvollziehen. Der Sänger in seinen Ansagen genauso ehrlich und authentisch. Probs an die Band, die in UK safe vor dreimal so viel Leuten spielen könnte, dass sie das immer wieder machen. High Vis werden immer eine Hardcore Band sein, egal wie sie genretechnisch eingeordnet werden. Beste Band im Game momentan, nur Liebe.

Cold World - Das letzte Mal Ende 2022 gesehen, auch in London, aber andere Location. Die Gig am Samstag war der bessere. Es war das vollkommende Chaos. Setlist ist eh immer gleich. Die "Ice Grillz" wird fast komplett gespielt. Danach noch die Hits von der "Dedicated" und mit "Real Deal" ein Song vom letzten Album. Mehr brauch ich nicht. Als nach dem Opener vor dem kommenden Song "Can it be so simple" der Raum das Introskit vom Band laut mitgesungen hat, war der Vibe klar darauf ausgerichtet, dass hier kein Stein auf dem anderen bleibt. Völliges Stage Dive Chaos und bei jedem Singalong Part türmten sich die Leute vor dem Sänger. Intensiver geht es nicht. Highlights mag ich gar nicht ausmachen. Es gibt 1-2 Songs, die von den Reaktionen etwas abfallen. Aber selbst da passiert so viel, das würde jede andere Band glücklich machen. Es ist und bleibt eine der besten Hardcore Bands ever, für die ich überall hinreisen würde. Es hat sich mal wieder voll und ganz gelohnt. Schade, dass ich mich am Montag verletzt habe und mich so zurückhalten musste. Dennoch magischer Abend. Für 20 Pfund, dafür krieg ich bei Harry Styles nen Parkticket.
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smi
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von smi » Mo 26. Jan 2026, 19:52

Stimme ich so zu. Sind bei Featooth hätte nenn Tick lauter und vor allem druckvoller sein können. Sonst ein guter Abend.

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SammyJankis
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Mi 28. Jan 2026, 08:02

Ich war gestern in Köln bei Tortoise in der Kantine. Preis lag bei 40 Euro. Es ist echt krass welche Preise mittlerweile schon in Locations bis 1000 Leuten aufgerufen werden. 1-2 Tage vorher nen Ticket für ein für mich akzeptablen Preis geschossen. Keine Ahnung, ob ich OP gezahlt hätte. Show war dennoch gut gefühlt. Durchschnittsalter jenseits der 40. Gab keinen Support. Kam mir entgegen, weil ich echt im Arsch war und schnell wieder nach Hause wollte.

Tortoise - Eine der wenigen Post-Rock Bands, die ich noch nie gesehen haben. Allerdings nicht meine liebste. Die Gitarre rückt hier stark in den Hintergrund. Dafür ist Drumming bzw Spielen von Xylophon sehr präsent, teilweise auch durch mehrere Mitglieder gleichzeitig. Ist als Sound schon unique und cool anzusehen. Muss aber sagen, dass mir da teilweise die Gitarrenmelodien und Ausbrüche fehlen. Es wurde viel von der neuen Platte gespielt, der Rest wurde einigermaßen gleichmäßig abgedeckt mit etwas Fokus auf "TNT". Hätte gerne mehr von der Platte sein dürfen. War insgesamt schön, die Band mal gesehen zu haben, aber nochmal muss ich nicht hingehen.
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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von olli77 » Fr 30. Jan 2026, 13:33

Mal was ganz anderes.

Ich war letzte Woche bei Simon & Jan im E-Werk Erlangen

Ich habe das Liedermacher Duo, welches seit 2010 schon mit etlichen Preisen ausgestattet wurde, noch nie live, sondern nur auf YouTube oder im TV gesehen.

Die beiden klasse Gitarristen hatten zwar etwas Mühe mit ihren ironischen und kritischen Texten die Franken in Erlangen aus der Reserve zu locken.
Spätestens mit ihrem größten Erfolg, dem Cover von "Krawall & Remmidemmi" von Deichkind, war die Stimmung richtig gut.


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Re: Der Konzertbesuchsthread

Beitrag von SammyJankis » Fr 30. Jan 2026, 22:41

Ich war gerade in Hengelo in den Niederlanden bei Killing Me Softly im Innocent. Die Band und Crowquill spielen einen Weekender rund um das morgige Inferno Fest in Ieper, welches ein Top Line Up hat. Aber eine andere Show geht vor. Also nach Hengelo gefahren, ist auch deutlich kürzer als nach Ieper. Leider die erste Band wegen Stau verpasst, aber war mir nicht so wichtig. Erstes Highlight direkt nach der Ankunft noch am Auto auf eine dicke, zutrauliche Katze gestoßen, die uns 200 Meter Richtung Venue begleitet hat. Wir waren eine Gang. Ich hoffe, es geht ihr gut. Show war ausverkauft. Hätte ich nicht mit gerechnet, aber sehr cool.

Premonition - Junge Band aus Belgien, haben abgeliefert. Haben mit einem Madball "Set It Off" Cover das Set eröffnet, bei welchem im Vergleich zu den eigenen Tracks wenig ging. Wenn bei deinem Set die Leute heftiger auf deine Songs steilgehen als auf "Set It Off" läuft es gut für dich als junge Band. Gab harten Mosh, viele Leute darüber hinaus textsicher. Band orientiert sich merklich am Sound der Glasgow Bands, aber das is ja nichts Schlechtes. Gute 20 Minuten. Neben Listed das Beste, was momentan aus Belgien kommt.

Crowquill - Junge UK Band, letztes Jahr zum ersten Mal was via The Coming Strife Recorda gedropt. War auch die erste Show auf dem Festland. Mathcore, der trotzdem nicht an harten Breakdowns gespart hat. Technisch beeindruckend, vor allem, da der Gitarrist aussah wie 16. Gab noch ein Norma Jean Cover. Crowd war nach ruhigen Beginn dabei. Gab harten Mosh, schon fies zum Teil. Dennoch wurde auf der Dude im Rollstuhl am Bühnenrand aufgepasst. Sollte so sein.

Killing Me Softly - Leeds Metalcore, von den kleinen UK Metalcore Acts auf jeden Fall die mit dem größten Hype. Schon zurecht. So sollte Metalcore klingen. Einzig der Gesang ist gewöhnungsbedürftig und es würde mich nicht wundern, wenn sich der Sänger so die Stimme zerstört, naja. Technisch top, Breakdowns hart. Mosh ebenfalls. Klar, in UK schon mal besser gesehen, aber war nen gutes Set und für 14 Euro nen Top Abend.
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