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Overrated Albums/Bands Diskussionsthread

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Flecha
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Re: Overrated Albums/Bands Diskussionsthread

Beitrag von Flecha » Mi 25. Jan 2023, 16:53

SammyJankis hat geschrieben:
Mi 25. Jan 2023, 12:32
Flecha hat geschrieben:
Mi 25. Jan 2023, 12:30
1x den Konsens hier abholen.

Mittlerweile: Rammstein
Schon immer

Ganze ehrlich, Rammstein ohne Feuer wären max Support von Unheilig.
Bis inklusive "Reise, Reise" hab ich die Alben schon recht gern gehört (und mag die Songs auch jetzt noch), kann aber auch sein, dass ich darüber jetzt anders denken würde, käme ich erst jetzt mit ihnen in Berührung.
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mattkru
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Re: Overrated Albums/Bands Diskussionsthread

Beitrag von mattkru » Mi 25. Jan 2023, 16:58

Flecha hat geschrieben:
Mi 25. Jan 2023, 16:53
SammyJankis hat geschrieben:
Mi 25. Jan 2023, 12:32
Flecha hat geschrieben:
Mi 25. Jan 2023, 12:30
1x den Konsens hier abholen.

Mittlerweile: Rammstein
Schon immer

Ganze ehrlich, Rammstein ohne Feuer wären max Support von Unheilig.
Bis inklusive "Reise, Reise" hab ich die Alben schon recht gern gehört (und mag die Songs auch jetzt noch), kann aber auch sein, dass ich darüber jetzt anders denken würde, käme ich erst jetzt mit ihnen in Berührung.
Die letzten beiden Alben sind für mich die besten seit ‚Mutter‘.

defpro
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Re: Overrated Albums/Bands Diskussionsthread

Beitrag von defpro » Mi 25. Jan 2023, 20:32

Bloodflood hat geschrieben:
Mi 25. Jan 2023, 11:05
Beyoncé & Frank Ocean
Das sind auch schöne Picks. Wobei ich bei Frank immerhin einige Songs der "channel ORANGE" gerne mag. Aber das Level, auf dem beide Artists abgefeiert werden, konnte ich auch noch nie so ganz nachvollziehen.

Würde auch noch Childish Gambino ergänzen.

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slowdive
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Re: Overrated Albums/Bands Diskussionsthread

Beitrag von slowdive » Mi 25. Jan 2023, 20:48

defpro hat geschrieben:
Mi 25. Jan 2023, 20:32
Bloodflood hat geschrieben:
Mi 25. Jan 2023, 11:05
Frank Ocean
Das sind auch schöne Picks. Wobei ich bei Frank immerhin einige Songs der "channel ORANGE" gerne mag.
thread bitte jetzt schließen für forumsfrieden :evil:

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Wishkah
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Re: Overrated Albums/Bands Diskussionsthread

Beitrag von Wishkah » Mi 25. Jan 2023, 21:33

Bei Taylor Swift bin ich dabei. 8-)
Rieper hat geschrieben:
Mi 25. Jan 2023, 09:18
7Ostrich hat geschrieben:
Di 24. Jan 2023, 23:26
boygenius
!
Das irritiert mich hingegen. Da gibt es doch nur eine kleine EP und ein paar Vorab-Singles für das Debütalbum, was soll da groß überbewertet werden? :grin:

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Finn
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Re: Overrated Albums/Bands Diskussionsthread

Beitrag von Finn » Mi 25. Jan 2023, 22:04

defpro hat geschrieben:
Mi 25. Jan 2023, 20:32
Bloodflood hat geschrieben:
Mi 25. Jan 2023, 11:05
Beyoncé & Frank Ocean
Das sind auch schöne Picks. Wobei ich bei Frank immerhin einige Songs der "channel ORANGE" gerne mag. Aber das Level, auf dem beide Artists abgefeiert werden, konnte ich auch noch nie so ganz nachvollziehen.
Bei Beyoncé höre ich auch nicht, was sie so viel besser macht als andere außer dicke Produktion. Ich hab's echt viel versucht mit Frank Ocean, aber außer dem unfassbar geilen Pyramids wollte ich da keinen Song (dass da zu viele unfertige Skizzen in seinem Repertoire sind, ist ein anderes Thema) nochmal hören.

Ich komme mal mit Tame Impala und Vampire Weekend um die Ecke. Die ersten sind einfach so Produzentenmucke ohne gutes Songwriting (bzw. ein guter Song pro Album rutscht dann doch mal rein) und letztere klingen einfach...leer. Ist für mich schwierig zu beschreiben, aber das macht gar nichts mit mir. Die hier bereits schon genannte St. Vincent passt auch irgendwie in die Liste, das ist mir zu gewollt nach Strange Mercy.

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Monkeyson
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Re: Overrated Albums/Bands Diskussionsthread

Beitrag von Monkeyson » Do 26. Jan 2023, 11:46

Finn hat geschrieben:
Mi 25. Jan 2023, 22:04
Ich komme mal mit Tame Impala und Vampire Weekend um die Ecke. Die ersten sind einfach so Produzentenmucke ohne gutes Songwriting (bzw. ein guter Song pro Album rutscht dann doch mal rein) und letztere klingen einfach...leer.
Bei Tame Impala gehe ich mit, aber wie Vampire Weekend für dich "leer" klingen können, kann ich nicht nachvollziehen.
Ganz im Gegenteil ist deren Musik doch eigentlich voll von verschiedensten Einflüssen, zig Instrumenten, variabler Stimmgewalt?
Muss natürlich nicht bei dir zünden, gewiss.

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Re: Overrated Albums/Bands Diskussionsthread

Beitrag von Baron von Goenn » Do 26. Jan 2023, 18:36

Overrated in Person = Radiohead. Finde einfach (fast) alles hört sich so unsagbar scheiße an.

Ansonsten gehe ich auch bei den Foo Fighters mit. Den Hype nie verstanden und live auf Festivals immer gemieden.

Schmeiße nochmal:

- U2
- The Weekend
- Ye
- Hosen
und die Ärzte in die Runde.
Bier ist schmackhaft und ein hervorragendes Getränk.

Rieper
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Re: Overrated Albums/Bands Diskussionsthread

Beitrag von Rieper » Do 26. Jan 2023, 19:40

Baron von Goenn hat geschrieben:
Do 26. Jan 2023, 18:36
Overrated in Person = Radiohead. Finde einfach (fast) alles hört sich so unsagbar scheiße an.

- U2
und die Ärzte in die Runde.
Radiohead finde ich nicht scheiße. Aber für mich hört sich vieles gleich an. Klar, die späteren Sachen klingen anders, als das Zeug aus den 90ern. Aber die späteren Alben klingen für mich alle ähnlich anstrengend. Und auch insgesamt gibt es kein Album der Band, welches mich umhaut. Live fand ich sie ganz cool. Aber nur das eine Mal gesehen und das reicht auch. Daher für mich auch overrated.

U2 sowieso, genau wie Die Ärzte.

boygenius: Ich fand sie ziemlich hyped. Ich mag Phoebe Bridgers und Lucy Dacus. Mit Julien Baker kann ich gar nichts anfangen. Auch live fand ich sie eher anstrengend und unsympathisch und das schwingt dann halt auch mit. Hoffe, dass ich trotzdem hier im Forum bleiben darf. :oops:

Zu Vampire Weekend: Eine unglaublich tolle und wandelbare Band. Live ebenfalls super.

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7Ostrich
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Re: Overrated Albums/Bands Diskussionsthread

Beitrag von 7Ostrich » Do 26. Jan 2023, 20:08

Monkeyson hat geschrieben:
Do 26. Jan 2023, 11:46
Finn hat geschrieben:
Mi 25. Jan 2023, 22:04
Ich komme mal mit Tame Impala und Vampire Weekend um die Ecke. Die ersten sind einfach so Produzentenmucke ohne gutes Songwriting (bzw. ein guter Song pro Album rutscht dann doch mal rein) und letztere klingen einfach...leer.
Bei Tame Impala gehe ich mit, aber wie Vampire Weekend für dich "leer" klingen können, kann ich nicht nachvollziehen.
Ganz im Gegenteil ist deren Musik doch eigentlich voll von verschiedensten Einflüssen, zig Instrumenten, variabler Stimmgewalt?
Muss natürlich nicht bei dir zünden, gewiss.
!!!
Letztes Album war echt nicht so super, aber ansonsten definitiv eine der spannenderen Indie Bands da draußen
Christmas-King 2020

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Re: Overrated Albums/Bands Diskussionsthread

Beitrag von Quadrophobia » Do 26. Jan 2023, 21:24

Ja Foo Fighters auf jeden Fall. Dieser kult um Dave Grohl ist so anstrengend, der ist die Langeweile in Person. Keine schlechte Band, aber auch nicht annähernd die „wichtige“ Rockband, als die sie oft gesehen werde

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SammyJankis
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Re: Overrated Albums/Bands Diskussionsthread

Beitrag von SammyJankis » Fr 27. Jan 2023, 09:45

Turbostaat und alle Kopien wie Pascow, Heisskalt, Love A und wie sie alle heißen
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Monkeyson
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Re: Overrated Albums/Bands Diskussionsthread

Beitrag von Monkeyson » Fr 27. Jan 2023, 09:57

Love A sind schrecklich. Aber overrated?

mattkru
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Re: Overrated Albums/Bands Diskussionsthread

Beitrag von mattkru » Fr 27. Jan 2023, 10:09

Paul Kalkbrenner

Er hat zwar ein gutes Gespür für Sounddesign und Harmonien; aber viele Trackstrukturen sind viel zu repetitiv und einfallslos.

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Taksim
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Re: Overrated Albums/Bands Diskussionsthread

Beitrag von Taksim » Fr 27. Jan 2023, 12:48

Monkeyson hat geschrieben:
Di 24. Jan 2023, 21:35
Kendrick Lamar und Kanye West. Ersterer hat immerhin ne coole Albumhälfte mit Damn, sonst haben beide ein paar verstreute gute Songs, aber beherrschen den Diskurs. Ich kann da schlicht keinen besonderen eigenen Stil erkennen, stehe dafür aber auch zu wenig auf Jazz und Gelaber in Skits (ersterer). Stimmlich beide okay, aber bei Weitem nicht mit dem Wiedererkennungswert mancher 90er / 00er Ikonen wie Q-Tip, Snoop, Jay-Z, Eminem...

Wahrscheinlich erzählen die beide was Superkluges (bei Kanye bezweifle ich das), haben ne interessante Persona aufgebaut (Kendrick auch?) oder verstanden das Amalgamieren von Hip Hop mit aktuellen Trends, die an mir vorbeigezogen sind, keine Ahnung.

Ich wertschätze, was sie treiben, von daher nur subjektiv overrated, nicht objektiv.
Die beiden stachen aus dem Hip Hop-Genre raus wie wahrscheinlich niemand sonst in den letzten 15 Jahren. Der eine textlich-konzeptionell, der andere bezüglich Sound und Produktion.

Kendrick pusht das Genre mit komplexen Narrativen, rauer Authentizität und vielen ungewöhnlich introspektiven Einsichten. Seine Intonation und Performance ist dazu ziemlich einmalig, mit verschiedenen Inflektionen, mal zurückgenommener, mal nach vorne, mal einfach völlig weird. Dazu hat er natürlich auch eine sehr experimentierfreudige Herangehensweise an seine Beats, wodurch jedes Album einen distinkten Charakter hat. Bei allem Anspruch und Komplexität kann er aber auch straighte Banger, die aber trotzdem häufig gut durchdachte Botschaft transportieren und technisch ausgefeilt sind.

Kanye West hat mit seinen ersten zwei Alben (und auch später, und auch für andere Künstler) sein ganz eigenen Brand an Soulsampling kreiert, das super einflussreich war. Lohnt sich sehr, ein paar Sample Breakdowns von seinen Beats anzugucken. Wie er mit Vocal Chops umgeht ist ziemlich einmalig. Er wusste es auch immer Pop und Rap miteinander zu verbinden, woran schon so viele gescheitert sind. Sein viertes wurde interessanterweise zu seiner Zeit ziemlich kritisch gesehen, aber stellte sich als eines seiner einflussreichsten Projekte heraus. Die Art von emotionalen, Autotune-getriebenen Rap bestimmte einen Großteil des Sounds der 2010er. Dann kam sein Magnum Opus „My Beautiful Dark Twisted Fantasy“ mit noch mehr wilden Sample Ideen, ausschweifenden Tracks, irren Features (wofür er auch ein gutes Händchen hat, er inspiriert seine Featuregäste häufig zu Karrierehighlights) und ganz verschiedenen Sounds. Mit „Yeezus“ gab es dann den nächsten radikalen Bruch mit harter Industrial und Electro-Produktion, die abermals viele auf dem falschen Fuß erwischte, aber für mich immer noch sein stärkstes Werk ist.
Raptechnisch gibt es natürlich bessere, aber eine Zeit lang hatte er ein sehr gutes Gespür für Sounds, Trends und Hits.

Bei ein paar seiner Alben, vor allem den frühen, erkenne ich aber wieder eine Krankheit die das Hip Hop Genre plagt wie kaum ein anderes: sie sind einfach zu lang. Das führt mich zu den zwei Größen, die mich weiter völlig kalt lassen:
Biggie und Tupac

Ihre Alben sind ebenfalls viel zu lang, mit viel zu vielen Füllern und dazu einigen Beats, die mich ratlos zurücklassen. Vor allem, dass sich zwischen den härteren Gangster Nummern immer so schnulzige Soul-Instrumentals schleichen, kann ich überhaupt nicht verstehen.
Technisch finde ich beide ebenso nicht so herausragend. Biggies Flow ist fürs meiste sogar recht anstrengend, während ich Tupacs Intensität schon noch etwas abgewinnen kann. Aber was komplexe Reime und Finesse in der Sprache angeht gab es zu der Zeit doch ganz andere. Dass die beiden so unantastbar Nummer als eins und Nummer zwei des Genres gelten (Reihenfolge je nach Präferenz) und in wirklich jeder Top 5-Liste auftauchen kann ich weiter nicht nachvollziehen.

Aber hier kann ich anerkennen: I’m the problem, it’s me.
Gerade so viele Rapper, die ich schätze, verehren sie wie Götter. Ihr Einfluss ist unbestreitbar. Sie haben ja auch beide eine Reihe Songs, die ich mag. Aber auf Albumlänge dreht sich das doch alles ein bisschen im Kreis.
Monkeyson hat geschrieben:
Di 24. Jan 2023, 23:08
moltisanti hat geschrieben:
Di 24. Jan 2023, 23:04
Monkeyson hat geschrieben:
Di 24. Jan 2023, 22:13


Die sind doch total stilprägend und Pioniere an der elektronischen Front. Selbst wenn man die nicht hören mag, kann man ja nicht deren Einflüsse auf zig spätere Musikys negieren.
Und das macht Kraftwerk zu der einen Band, die objektiv nicht overrated ist? Also genreübergreifend noch vor den Beatles oder meinetwegen Künstlern wie Elvis, Buddy Holly, Chuck Berry, ... ? War bspw. Jean-Michel Jarre nicht auch total stilprägend und Pionier an der elektronischen Front? Dass Kraftwerk sehr einflussreich waren, bestreite ich nicht.
Ach so meinst du das. Die eine Band, auf die das zutrifft, ist das für mich nicht, da müsstest du noch mal glutexo fragen.
Könnte mir vorstellen, dass der das auch so meinte, dass er andere wie Jarre ebenso gelten lässt.

Im Sinne von: Wenn es eine Band unter den bislang genannten gibt...

Noch vor den Beatles, kann man drüber streiten. Warum nicht?
Aber dass die hier auftauchen, hat ck ja auch noch nicht unterfüttert.
Nur weil ein Künstler einflussreich ist, heißt es nicht, dass man automatisch mitgeht, völlig klar. Das kann ich bei Kraftwerk ein Stück weit verstehen. Aber gerade in Deutschland sind sie sowas von underrated. Sie haben eine ganze Sparte Musik begründet. Auch da hoffe ich, dass man das anerkennen kann, auch wenn man mit der Musik vielleicht nichts anfangen kann (ähnlich wie bei den Beatles).
"I don't know."

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Re: Overrated Albums/Bands Diskussionsthread

Beitrag von defpro » Fr 27. Jan 2023, 15:21

Taksim hat geschrieben:
Fr 27. Jan 2023, 12:48
Bei ein paar seiner Alben, vor allem den frühen, erkenne ich aber wieder eine Krankheit die das Hip Hop Genre plagt wie kaum ein anderes: sie sind einfach zu lang. Das führt mich zu den zwei Größen, die mich weiter völlig kalt lassen:
Biggie und Tupac

Ihre Alben sind ebenfalls viel zu lang, mit viel zu vielen Füllern und dazu einigen Beats, die mich ratlos zurücklassen. Vor allem, dass sich zwischen den härteren Gangster Nummern immer so schnulzige Soul-Instrumentals schleichen, kann ich überhaupt nicht verstehen.
Bei 2Pac stimme ich zu, sehe es bei Biggie zumindest bezogen auf "Ready to Die" definitiv anders. Finde die Platte zwar auch zu lange, wie eigentlich jede Platte, die die 60 Minuten deutlich überschreitet. Bis auf das Intro und das Sex-Interlude ist aber eigentlich kein überflüssiger Song drauf. Ob es davon jetzt jeden einzelnen auf der Platte gebraucht hätte, kann angezweifelt werden, aber für mich sind das alles richtig gute Titel. Finde auch die Instrumentals nicht schnulzig. Vom Sound muss man ja auch gewisse Kontraste umsetzen, um die Platte spannend zu gestalten. Vielleicht beziehen sich deine Soul-Instrumentals auch eher auf 2Pac oder "Life After Death" (letztere ist definitiv zu lang).
Muss bei 2Pac zugeben, dass ich da abseits der "All Eyez on Me" auch nie so stark eingestiegen bin, die als Doppelalbum natürlich auch direkt deine These untermauert. "The College Dropout" ist mir auch zu lang, bei "Late Registration" geht es noch gerade so. Bei Nas ist die "Illmatic" neben der hohen Songqualität vor allem so gut, weil sie eben so komprimiert ist, was er bei seinen Nachfolgeplatten leider auch ziemlich schnell aufgegeben hat.

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Re: Overrated Albums/Bands Diskussionsthread

Beitrag von Stebbie » Fr 27. Jan 2023, 15:39

Quadrophobia hat geschrieben:
Do 26. Jan 2023, 21:24
Ja Foo Fighters auf jeden Fall. Dieser kult um Dave Grohl ist so anstrengend, der ist die Langeweile in Person. Keine schlechte Band, aber auch nicht annähernd die „wichtige“ Rockband, als die sie oft gesehen werde
Die Foo Fighters sind für mich eher ein Beispiel für eine enorm frustrierende Band. Toller Backkatalog, eine im Grunde total charismatische Band, die ähnlich wie Pearl Jam wunderbar mit dem Publikum interagieren und ganz spezifische Stimmungen kreieren könnte - aber dann spielen die fast jedes Konzert vollkommen professionell ihre geskriptete Show ab. Da wird einfach soviel Potential verschenkt.

Ob sie overrated sind? Keine Ahnung. Sie machen in jedem Fall sehr, sehr, sehr vielen Leuten sehr viel Spaß und das soll Musik ja am Ende des Tages.
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Re: Overrated Albums/Bands Diskussionsthread

Beitrag von Taksim » Fr 27. Jan 2023, 19:43

defpro hat geschrieben:
Fr 27. Jan 2023, 15:21
Taksim hat geschrieben:
Fr 27. Jan 2023, 12:48
Bei ein paar seiner Alben, vor allem den frühen, erkenne ich aber wieder eine Krankheit die das Hip Hop Genre plagt wie kaum ein anderes: sie sind einfach zu lang. Das führt mich zu den zwei Größen, die mich weiter völlig kalt lassen:
Biggie und Tupac

Ihre Alben sind ebenfalls viel zu lang, mit viel zu vielen Füllern und dazu einigen Beats, die mich ratlos zurücklassen. Vor allem, dass sich zwischen den härteren Gangster Nummern immer so schnulzige Soul-Instrumentals schleichen, kann ich überhaupt nicht verstehen.
Bei 2Pac stimme ich zu, sehe es bei Biggie zumindest bezogen auf "Ready to Die" definitiv anders. Finde die Platte zwar auch zu lange, wie eigentlich jede Platte, die die 60 Minuten deutlich überschreitet. Bis auf das Intro und das Sex-Interlude ist aber eigentlich kein überflüssiger Song drauf. Ob es davon jetzt jeden einzelnen auf der Platte gebraucht hätte, kann angezweifelt werden, aber für mich sind das alles richtig gute Titel. Finde auch die Instrumentals nicht schnulzig. Vom Sound muss man ja auch gewisse Kontraste umsetzen, um die Platte spannend zu gestalten. Vielleicht beziehen sich deine Soul-Instrumentals auch eher auf 2Pac oder "Life After Death" (letztere ist definitiv zu lang).
"Ready to Die" auf jeden Fall besser als "Life after Death" (da sind die schnulzigen Sachen drauf, stimmt schon) und ja, die Beats sind solide, aber auch viele nicht besonders spannend. Aber insgesamt ist die kerniger, Biggie auch hungriger.
defpro hat geschrieben:
Fr 27. Jan 2023, 15:21
Muss bei 2Pac zugeben, dass ich da abseits der "All Eyez on Me" auch nie so stark eingestiegen bin, die als Doppelalbum natürlich auch direkt deine These untermauert. "The College Dropout" ist mir auch zu lang, bei "Late Registration" geht es noch gerade so. Bei Nas ist die "Illmatic" neben der hohen Songqualität vor allem so gut, weil sie eben so komprimiert ist, was er bei seinen Nachfolgeplatten leider auch ziemlich schnell aufgegeben hat.
Super tief bin ich bei Tupac auch nicht drin, die Hits mag ich sogar fast alle, aber sobald ich mich mehr mit den Alben beschäftige, zieht mich da extrem wenig. Und das ist in sich schon kein gutes Zeichen. Bei "All Eyez on Me" vor allem, auch hier teilweise ganz merkwürdige Instrumentals und Hooks.

"Illmatic" ist das Paradebespiel für ein Album auf den Punkt, aber wenn ich drüber nachdenke gilt das auch für so viele andere meiner Lieblings-Hip Hop-Platten: Run the Jewels 2, Daytona, Yeezus...beziehunsweise wenn sie länger sind ist es umso bemerkenswerter, dass alles sitzt, wie bei The Marshall Mathers LP, Ill Communication oder It Takes a Nation of Millions (bei letzterer mit ein, zwei Abstrichen vielleicht).
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smi
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Re: Overrated Albums/Bands Diskussionsthread

Beitrag von smi » Sa 28. Jan 2023, 20:01

Metallica ist auch so ein Phänomen, was komplett an mit vorbei geht. Auch glaube ich, das es für viele einfach nur eine Nostalgie Band ist.

smi
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Noch Tiere konsumiert gehört
Geteert und dann gefedert
Vor die Schlachtbank transportiert"

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Monkeyson
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Re: Overrated Albums/Bands Diskussionsthread

Beitrag von Monkeyson » So 29. Jan 2023, 00:12

Taksim hat geschrieben:
Fr 27. Jan 2023, 12:48
Monkeyson hat geschrieben:
Di 24. Jan 2023, 21:35
Kendrick Lamar und Kanye West. Ersterer hat immerhin ne coole Albumhälfte mit Damn, sonst haben beide ein paar verstreute gute Songs, aber beherrschen den Diskurs. Ich kann da schlicht keinen besonderen eigenen Stil erkennen, stehe dafür aber auch zu wenig auf Jazz und Gelaber in Skits (ersterer). Stimmlich beide okay, aber bei Weitem nicht mit dem Wiedererkennungswert mancher 90er / 00er Ikonen wie Q-Tip, Snoop, Jay-Z, Eminem...

Wahrscheinlich erzählen die beide was Superkluges (bei Kanye bezweifle ich das), haben ne interessante Persona aufgebaut (Kendrick auch?) oder verstanden das Amalgamieren von Hip Hop mit aktuellen Trends, die an mir vorbeigezogen sind, keine Ahnung.

Ich wertschätze, was sie treiben, von daher nur subjektiv overrated, nicht objektiv.
Die beiden stachen aus dem Hip Hop-Genre raus wie wahrscheinlich niemand sonst in den letzten 15 Jahren. Der eine textlich-konzeptionell, der andere bezüglich Sound und Produktion.

Kendrick pusht das Genre mit komplexen Narrativen, rauer Authentizität und vielen ungewöhnlich introspektiven Einsichten. Seine Intonation und Performance ist dazu ziemlich einmalig, mit verschiedenen Inflektionen, mal zurückgenommener, mal nach vorne, mal einfach völlig weird. Dazu hat er natürlich auch eine sehr experimentierfreudige Herangehensweise an seine Beats, wodurch jedes Album einen distinkten Charakter hat. Bei allem Anspruch und Komplexität kann er aber auch straighte Banger, die aber trotzdem häufig gut durchdachte Botschaft transportieren und technisch ausgefeilt sind.

Kanye West hat mit seinen ersten zwei Alben (und auch später, und auch für andere Künstler) sein ganz eigenen Brand an Soulsampling kreiert, das super einflussreich war. Lohnt sich sehr, ein paar Sample Breakdowns von seinen Beats anzugucken. Wie er mit Vocal Chops umgeht ist ziemlich einmalig. Er wusste es auch immer Pop und Rap miteinander zu verbinden, woran schon so viele gescheitert sind. Sein viertes wurde interessanterweise zu seiner Zeit ziemlich kritisch gesehen, aber stellte sich als eines seiner einflussreichsten Projekte heraus. Die Art von emotionalen, Autotune-getriebenen Rap bestimmte einen Großteil des Sounds der 2010er. Dann kam sein Magnum Opus „My Beautiful Dark Twisted Fantasy“ mit noch mehr wilden Sample Ideen, ausschweifenden Tracks, irren Features (wofür er auch ein gutes Händchen hat, er inspiriert seine Featuregäste häufig zu Karrierehighlights) und ganz verschiedenen Sounds. Mit „Yeezus“ gab es dann den nächsten radikalen Bruch mit harter Industrial und Electro-Produktion, die abermals viele auf dem falschen Fuß erwischte, aber für mich immer noch sein stärkstes Werk ist.
Raptechnisch gibt es natürlich bessere, aber eine Zeit lang hatte er ein sehr gutes Gespür für Sounds, Trends und Hits.

Bei ein paar seiner Alben, vor allem den frühen, erkenne ich aber wieder eine Krankheit die das Hip Hop Genre plagt wie kaum ein anderes: sie sind einfach zu lang.
Danke für deine Ausführungen! Sehr interessant, denen gehe ich später mal nach.


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