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Festivalberichte

Rieper
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Re: Festivalberichte

Beitrag von Rieper » Di 22. Nov 2022, 21:23

Schöner Bericht. Slowdive und Tess Parks an einem Tag wäre für mich auch schon ein Grund für ein Tagesticket gewesen.

mattkru
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Re: Festivalberichte

Beitrag von mattkru » Do 5. Jan 2023, 07:23

Kleiner Nachtrag zum M‘era Luna. Ich hatte den Bericht damals im August für Festivals United geschrieben:


Nach vier Jahren war ich mal wieder auf dem M‘era Luna. Eine Tageskarte für den Samstag reichte mir. Den Sonntag fand ich nicht ganz so interessant und so konnten wir auch nachts noch zurückfahren.

Wir waren gegen 13 Uhr auf dem Gelände und es war gut, dass wir uns auf dem Weg doch noch Sonnencreme gekauft hatten; weil statt des angesagten ‚bewölkten Himmel‘ gab es doch recht starken Sonnenschein.

Das Gelände war etwas anders gestaltet als sonst. Die Clubstage befand sich nicht mehr im Flugzeughangar, sondern es gab jetzt eine zweite Open Air Bühne. Auch die Händlermeile wurde versetzt, so das im Endeffekt das Gelände weitläufiger und weniger beengt war.

Zu den gesehenen Bands:

Ost+Front
Ich hatte mir nur dir zweite Hälfte des Sets angetan, um bereits langsam zu einem guten Platz vor der Hauptbühne vorzudringen. So sehr ich Rammstein liebe, so dermaßen furchtbar finde ich die meisten anderen NDH Bands. Und Ost+Front kann man bereits allein wegen des Namens kacke finden.
Man konnte durchaus schon mit dem Kopf mitnicken und der Sound und die spielerischen Fähigkeiten waren auch ordentlich; trotzdem war das meiste einfach eine uninspirierte Kopie mit Tendenz zum Fremdschämen.

Lacrimas Profundere
Megaherz (eine weitere schlimme NDH Band) mussten aufgrund von Corona-Fällen in der Band und Crew ihren Auftritt absagen und Lacrimas Profundere sind spontan eingesprungen. Geboten wurde eine coole Mischung aus Sleaze / Dark Rock und softem Melodic Death Metal. Und Julian Larre ist einfach ein ziemlich cooler und charismatischer Frontmann.

Lord of the Lost
Sie spielten nicht in ihrer regulären Bandbesetzung sondern in der akustischen Ensembleversion mit ingesamt 12 Musikern. So hatte ich sie bereits dieses Jahr in Wuppertal gesehen und es war eines der absolut besten Konzerte meines Lebens. Der Auftritt auf dem M‘era Luna kam wie zu erwarten nicht ganz ran. Die wunderschön beleuchtete Historische Stadthalle war für diese Art Musik einfach stimmungsvoller als eine Festivalbühne bei hellem Sonnenschein. Mittlerweile hatten wir uns auch bis in die zweite Reihe vorgekämpft und hatten somit beste Sicht. Die Setlist war super und es macht einfach nur unfassbar viel Spaß, sich diese sympathische Band anzugucken.

The Mission
Klassischer Gothic Rock mit psychedelic Einflüssen, welcher mir sehr gut gefallen hat. Frontmann und Sänger Wayne Hussey wirkte zwar etwas angetrunken; hat aber trotzdem gut abgeliefert. ‚Tower of Strength‘ ist mit seinen 8 Minuten auch ein echter Übersong.

Blutengel
Ist halt schon recht kommerzieller Düster-Pop. Hat aber live viel Spaß gemacht. Nur die ‚Performance-Kunst‘ der zusätzlichen Damen auf der Bühne wirkte teilweise etwas lächerlich.

Nitzer Ebb
Frontmann Douglas McCarthy ist weiterhin gesundheitlich angeschlagen und war abwesend und somit hat Bon Harris (sonst eher im Hintergrund) den Lead Gesang übernommen wie bereits vor einigen Wochen beim Hellfest. Und ich muss sagen: das hat er schon ziemlich ordentlich gemacht.
Tausendsassa Daniel Myer (selbst noch mit seinem Hauptprojekt Haujobb zwei Stunden vorher auf der zweiten Bühne) half an den E-Drums aus. Der Sound war geil basslastig und es gab (wie oft bei EBM) auch einen kleinen Moshpit. Außerdem wurde es endlich dunkel und die Beleuchtung kam mal richtig zum Einsatz.

Das Festival inklusive Publikum ist einfach super entspannt und zivilisiert und ich werde sicherlich noch öfters hinfahren. Allein die teilweise extrem aufwändigen Outfits und Kostüme vieler Besucher sind schon fast die Reise wert. Das ‚Sehen und gesehen werden‘ ist halt ein besonderer Aspekt dieses Festivals.

Einzige Kritikpunkte:
- Preise für Essen und Trinken sind mittlerweile absurd.
- Kein Bodycheck der Security.

Außerdem hatte ich wegen des dichten Zeitplans leider keine Zeit gefunden, über die Händlermeile und den Mittelaltermarkt zu gehen.
The fact that there's a highway to hell, but only a stairway to heaven says a lot about anticipated traffic numbers.

Rieper
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Re: Festivalberichte

Beitrag von Rieper » Do 5. Jan 2023, 08:13

mattkru hat geschrieben:
Do 5. Jan 2023, 07:23

Einzige Kritikpunkte:
- Kein Bodycheck der Security.
Ich war 2022 auf zwei Festivals, einem Clubfestival und einigen Konzerten. Es gab nirgendwo einen Bodycheck der Security. Teilweise gar keine Security vor dem Eingang. Es sind nur meine Eindrücke, aber das war vor der Pandemie doch deutlich anders. Ich kann natürlich nur von meinen Festival- und Konzertbesuchen hier berichten. Vielleicht ist es woanders ja anders.

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Declan_de_Barra
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Re: Festivalberichte

Beitrag von Declan_de_Barra » Do 5. Jan 2023, 11:39

Habe bei Festivals und Konzerten auch sehr wenig Körperkontrollen wahrgenommen. Finde das bei den Veranstaltungen bei denen ich war aber auch okay und für mich persönlich natürlich auch gut.

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SammyJankis
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Re: Festivalberichte

Beitrag von SammyJankis » Mo 10. Apr 2023, 19:27

Ich war am Samstag auf dem Culthe Fest in Münster. Eine Veranstaltung, die ich jedes Jahr seit Bestehen auf dem Schirm habe, aber bisher nie geschafft hinzugehen. Nun also endlich mal auf die Reihe bekommen, auch wenns nur ein Tag war, aber der Sonntag war terminlich leider nicht möglich. Die Veranstaltung findet auf dem Sputnikhallen Gelände statt, wobei auch das Sputnik Cafe und das Triptychon bespielt werden. Für das leibliche Wohl wurde auch gesorgt. Generell war der Tag wirklich astrein organisiert, der Zeitplan wurde exakt eingehalten, die zehnminütigen Pausen zwischen den Sets haben auch beim Bühnenwechsel keine Hektik aufkommen lassen. Die Veranstaltung war auch gut besucht, soweit ich das beurteilen kann. Neben den musikalischen Acts gab es eine Lesung mit Musikuntermalung. Nicht mein Fall, aber an sich eine feine Idee. Außerdem gab es einen extra Raum, in dem verschiedene Künstler*innen ihre Designs ausgestellt und verkauft haben. Alles sehr cool so weit, es wird sich an allen Ecken und Ende Mühe gegeben.

Friisk – Atmosphärischer Black Metal und in meinen Augen ein guter Start in den Tag. Der Gesang hat mir an der ein oder anderen Stelle nicht ganz so gut gefallen, aber insgesamt war es eine runde Sache.

No Sun Rises – Erste Band des Tages, die ich schon mal gesehen hatte, ist allerdings auch schon einige Jahre her. Hatte es unter „okay, aber nichts Weltbewegendes“ abgespeichert. Muss meine Meinung diesbezüglich etwas revidieren. War ein astreiner Black Metal Gig. Leider zu Beginn mit eher mauem Sound, aber spätestens ab Song drei konnte man sich darüber auch nicht beschweren.

Maud the Moth – Bester Gig des Tages. Eine Dame am Keyboard, es wurde vor allem zu Beginn sehr viel geloopt. Neben dem Gesangslooping wurden auch allerlei Kleinigkeiten ergänzt, beispielsweise das Zerknüllen einer Papiertüte. Find ich immer sehr spannend zu beobachten, ist einfach beeindruckend, wie eine Person allein nach und nach einen recht komplexen Sound erzeugt. Zum Ende des Sets spielte sie dann primär ohne viel Looping und sang. Auch diese Songs kamen sehr gut rüber, beeindruckende Stimme. Hatte vorher von der Frau noch nie gehört, werde da aber am Ball bleiben. Würde in meinen Augen wie die Faust aufs Auge vor Emma Ruth Rundle und Konsorten passen.

Deathrite – Vor so 5-6 Jahren einige Male gesehen, seitdem aus den Augen verloren, keine Ahnung warum. Sind ihrem Death Metal Sound mit leichten Crust Anleihen treu geblieben. War cool, aber irgendwie hat es mich nicht so gepackt wie damals. Hatte es besser in Erinnerung. Naja, sind in 1,5 Wochen Support von Downfall of Gaia, vielleicht gibt es dort eine zweite Chance.

Yovel – An sich war es ein interessanter Aufbau mit den Schwarz-Weiß Videos im Hintergrund. Feier ich in der Regel. Der Sound hat mich allerdings nicht abgeholt. Okayer Black Metal, wobei mir vor allem der Gesang nicht zugesagt hat. Bin dann auch nach 20 Minuten raus und habe mir eine Falafel gegönnt.

The Devil’s Trade – Würde das am ehesten als düsteren Folk beschreiben. Ein Herr mit Acoustic-Gitarre. Sehr schöne Stimme, hat das (viel zu kleine) Publikum vor der Bühne komplett in seinen Bann gezogen. Wunderbarer Gig mit guten Ansagen. Überhaupt muss ich an dieser Stelle mal sagen, dass die beiden Gigs im Triptychon, also diesen hier und Maud the Moth, eine wohltuende Abwechslung waren. Nichts gegen guten Black Metal, aber wenn ich die Wahl hab, mir zehn gute Black Metal Bands am Stück anzugucken oder zwischendurch mal bei solchen Acts abschalten zu können, dann wähle ich die letztere Variante.

Sun of the Sleepless – Atmosphärischer Black Metal. Hatte vor allem während der ersten Hälfte seinen Längen. Hätte einfach ein Bisschen mehr Druck vertragen können. In der zweiten Hälfte wurde es besser, aber mich haben andere Acts an diesem Tag doch deutlich mehr überzeugt.

Dawn Ray’d – Auch länger nicht mehr gesehen. Bin Fan der Band seit sie mir vor Jahren im AZ Mülheim über den Weg gelaufen sind. Am Samstag war es vielleicht der beste Gig, den ich von der Band gesehen habe. Der Sound ist mächtig und fies, das Screaming on Point und der Einsatz der Violine gerade so, dass es für mich nicht zu sehr in Folk-Gefilde abdriftet. Das Sputnik Cafe platzte auch aus allen Nähten und die Crowd hat die Band gut abgefeiert. Klasse.

Ultha – Gewohnt guter Gig und mit 75 Minuten Spielzeit auch ziemlich lang. Mit der Band macht man einfach nichts falsch, ganz klar eine der besten Sachen, die man im deutschen Black Metal zu Gesicht bekommen kann. Ich war zwar schon ziemlich erledigt, aber wurde trotzdem vollkommen überzeugt. Hoffentlich nicht der letzte Gig der Band für mich dieses Jahr, aber auf dem Vendetta Fest im Oktober sind sie ja schon bestätigt und ich sollte auch mal wieder die Jahresabschlussshow in Köln mitnehmen.

Insgesamt war es ein astreiner Tag für mich. Es ist deutlich spürbar, dass den Zahlenden hier auf vielerlei Ebenen etwas geboten werden soll, viel Liebe zum Detail. Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr mal beide Tage mitnehmen kann. Muss endlich mal sein.
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SammyJankis
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Re: Festivalberichte

Beitrag von SammyJankis » Mi 19. Apr 2023, 21:52

Ich war am Freitag und Samstag auf dem Northern Unfest in Glasgow. Donnerstag morgens ging es los, Hinreise verlief ohne Probleme, waren gegen 12 Uhr in Glasgow. Unsere Unterkunft war auch vollkommen in Ordnung und dafür preisgünstig. Die Zeit abseits der Shows haben wir mit Sightseeing und Essen verbracht. Hatten dabei auch ziemlich Glück mit der Restaurant Wahl. Haben wirklich unglaublich gut vegan gegessen. Das Wetter war auch lächerlich gut und am Ende bin ich sogar mit einem leichten Sonnenbrand nach Hause gefahren. Die Location war ursprünglich ein Club namens The Flying Duck, welcher auch recht zügig ausverkauft wurde. Es wurde dann in das Maryhill Community Centre verlegt. Der Laden war eine der entspanntesten Locations, die ich je besucht habe. Im Endeffekt war es sowas wie ein Gemeindezentrum, der eigentliche Konzertraum hatte auch eine Orgel und sehr viele Sitzplätze. Es war unglaublich entspannt. Dazu eine niedrige Bühne, perfekt. Es gab dort kein Getränkeausschank. Dafür durfte man aber abgesehen von Alkohol alles an Essen und Trinken mit reinnehmen, wonach einem lieb war. Der Tesco auf der gegenüberliegenden Straßenseite hatte auf jeden Fall schon schlechtere Tage.

Freitag ging es um 17:40 Uhr mit den Bands los, sieben Stück an der Zahl. Der Einlass zog sich ein wenig, aber im Endeffekt sind glaube ich alle reingekommen, bevor es losging. Der Samstag war für mich persönlich der bessere Tag, aber auch der Freitag hatte einiges zu bieten.

Demonstration of Power – Waren mir bisher nur bekannt von der aktuellen Split mit Seed of Pain. Alle Mitglieder hatten Masken im Stil des berühmten Congress Albumcovers auf. Dementsprechend stark war auch der Sound an H8000 angelehnt. Die Masken wurden aber zügig abgelegt. Im Endeffekt war nach der ersten Minute des Gigs klar, dass es dieses Wochenende durchgehend auf sehr heftigen Mosh hinauslaufen wird. Die Crowd hatte ziemlich Bock und für einen Opener war die Hölle los. Guter Beginn, leider wird es durch den Brexit immer schwerer, dass solche Acts auch mal rüberkommen aufs Festland.

Punitive Damage – Erste Band aus Nordamerika, spielten den letzten Gig ihrer kleinen UK-Tour. Die Band hatte einen etwas schweren Stand, weil der Sound eher punkig daherkam und wenig moshlastig. Es gab allerdings trotzdem nach und nach etwas Bewegung. War kein schlechter Gig, aber sicherlich der mit den wenigsten Zuschauerreaktionen des Wochenendes.

Pest Control – Großartig und technisch sicherlich die beste Band des Tages. Keine Band ist so nah an Power Trip dran, was die Verbindung von Hardcore und Thrash angeht. Die Riffs werden einem nur so um die Ohren gepfeffert. Die werden safe ihren Weg gehen und auch im Metal Anklang finden. Alles andere wäre traurig. Der Gig war auch astrein, besser als letztes Jahr in London. Mein Favorit am Freitag.

Mourning – Genauso wie Pest Control letztes Jahr im Rahmen der Cold World Show in London gesehen. Nun zum zweiten Mal und es war auch hier besser. Die Band hat Heimvorteil und der stark moshlastige Metalcore Sound sorgte dafür, dass die Crowd komplett steil ging. Technisch auch alles andere als schlecht. Ich bin echt happy, dass die Band dieses Jahr zum ersten Mal aufs Festland kommt. Habe so Bock auf weitere Gigs.

Blood Sermon – Pro Tag spielte eine Band aus Schweden, die sich natürlich auch Mitglieder geteilt haben. Die heutige Band waren eher im metallischen Hardcore Bereich einzuordnen. Passte natürlich wunderbar nach Mourning. Im Endeffekt ging es so weiter wie vorher. Ultraharter Mosh und Chaos. Band hat mir deutlich besser gefallen als damals auf der Tour mit Existence in Köln. Probs noch an den T.S. Warspite Sänger für das beste Feature des Wochenendes.

Revulsion – Letzte Show der Band und es war viel besser als die Male zuvor, die ich über die Jahre hinweg gesehen habe. Der Sound ist nochmal ne Ecke moshlastiger im Vergleich zu Mourning und hier wurde wohl für den Freitag der Höhepunkt erreicht, was die Bewegung anging. Gab auch diverse Singalongs. War sicherlich ein würdiger Abschluss für die Band.

Gridiron – Die erste von zwei US Bands mit exklusiven Gigs und die Menge war heiß. Erster Gig in Europa überhaupt. Der Sound ist recht stumpfer Hardcore, der Sänger rapt mehr als dass er shoutet, hat aber nen guten Flow. Die Band verbindet wirklich sehr gut Mosh und Singalongs. Dementsprechend war es auch sehr chaotisch vor der Bühne. Ist sicherlich nicht meine Lieblingsband, aber die machen ihr Ding wirklich gut und sind in meinen Augen noch etwas grooviger als vergleichbare Acts wie Never Ending Game oder Pain of Truth. Ein Feature des Mindforce Sängers gab es auch. Würdiger erster Tagesabschluss.


Samstag ging es schon um 16 Uhr los, denn statt sieben standen dieses Mal zehn Bands auf dem Programm.

Malignant Methods – Die erste von vielen Bands mit ähnlichem Sound. Wütender, moshlastiger Hardcore, sodass auch wie schon an Tag 1 von Anfang an ordentlich was los war. Guter Start.

T.S. Warspite – Neue Band des Payday Sängers. Die Platte, die letztes Jahr rauskam, habe ich ziemlich gefeiert. War dementsprechend gespannt, da noch nie gesehen. Es war cool, aber ähnlich wie bei Punitive Damage ein Bisschen fehl am Platz. Trotzdem ging etwas vor der Bühne und ein paar Textsichere fanden sich auch vor der Bühne ein. Der Sound ist auf jeden Fall ziemlich groovig, passt besser zum Damage Is Done in London. Hab letztens irgendwo etwas von Festland Shows im August gelesen, hoffe das stimmt.

Hellbound – Siehe Malignant Methods, wobei es ein wenig ausgefeilter war. Wütender Sound, fieser Gesang, harter Mosh. Das Rad wird nicht neu erfunden, aber es waren gute 20 Minuten.

Nothin‘ but Enemies – Der Sound wurde noch einen Ticken stumpfer, der Mosh noch einen Ticken härter. War auch nen rundes Ding.

Speedway – Die zweite schwedische Band des Wochenendes. Bereits letztes Jahr in Siegen gesehen, dieses Mal war es deutlich besser. Hatte auch aufgrund des eher groovigen, wenig moshlastigen Sounds Bedenken, ob die Band funktionieren würde, aber es war cool. Viele Side to Sides, viele 2-Steps. Hat Spaß gemacht.

Last Wishes – Stumpfste Band des Wochenendes, mit Abstand. Absolut stumpfer Beatdown und der gewalttätigste Mosh des Wochenendes. Das war schon ziemlich übel. Naja, hatte aus sicherer Entfernung seinen Unterhaltungswert. Was allerdings gar nicht unterhaltsam war, war das Cover des One Life Crew Intros. So ein unangenehmes Edgelord „Oo wir covern die rassistische HC Band“ Ding brauch ich echt nicht.

Despize – Es blieb bei ziemlich hartem Sound, aber technisch wurde hier einiges mehr geboten. Das war für Hardcore Verhältnisse technisch ordentlich. Durch den Heimbonus war natürlich auch ne Menge los. Bin froh, die Band endlich mal live gesehen zu haben. Wiederholung im Juni in Belgien.

The Flex – Wieder hatte ich Bedenken, ob die Band aufgrund ihren ziemlich roughen, punkigen Sounds ohne drölf Breakdowns pro Song funktioniert, aber es war das absolute Chaos vor der Bühne im positiven Sinne. Singalongs, Side to Sides, bei dem der Großteil der Leute sich hat mitreißen lassen. War vielleicht der beste Act der Band, den ich bisher gesehen habe. Freu mich auch immer die Band zu sehen. Der Sänger wirkt so sympathisch und hat immer sichtlich Spaß. Astreines Ding.

Age of Apocalypse – Ich war richtig hyped auf den Gig und wurde nicht enttäuscht. Zum ersten Mal in Europa, nur für vier Shows in UK. Technisch auf jeden Fall auf einem anderen Level als die meisten anderen Acts des Tages, da steckt einiges hinter. Dazu der an Life of Agony erinnernde Gesang des Frontmanns, sehr hohe Stimme. Ich war gespannt, ob er das live so rüberbringen kann wie auf Platte, aber wirklich jeder Ton hat gesessen. Neben den größten Hits der Discographie gab es auch noch ein Stigmata Cover. Der Mosh vor der Bühne war wieder beängstigend hart. Insgesamt ein super Gig, hat mich wirklich gefreut die Band zu sehen. Bin mir auch unsicher, ob die in Deutschland funktionieren würden.

Mindforce – Letztes Jahr aufm Ieperfest gesehen, war gut, aber ich hätte mehr erwartet. Nun also der zweite Europa Gig. Es lag schon Spannung in der Luft. Erster Song der Titeltrack der letzten LP „New Lords“, direkt Eskalation, Singalongs, weiterhin massiver Mosh, Side to Sides, durchweg Chaos. Die Songs der neuen Platte kamen durchweg gut an, aber was bei den älteren Tracks los war, war nicht von dieser Welt. Bei „Destroyer“ und „Nightmare“ hatte der Sänger Mühe, nicht von der Crowd bei den Singalongs begraben zu werden. Es herrschte ein Ausnahmezustand vor und auf der Bühne, wie ich ihn selten erlebt habe. Müsste sich die Hardcore Szene auf die Band der letzten fünf Jahre einigen wären es wohl Mindforce. Alle hatten Bock und jede Person findet das, was sie liebt. Egal ob harter Mosh, Singalongs vor der Bühne, Stage Dives oder einfach nur gucken und den metallastigen Riffs lauschen. Ich habe mich auch zum einzigen Mal an diesem Wochenende etwas bewegt, kommt nicht oft vor. Letzter Song natürlich „Excalibur“, dieses Mal mit Feature des Gridiron Sängers, der das Mikro nach 30 Sekunden in die Crowd schmiss. Generell waren die Mics überall in der Crowd, völliges Chaos, klar sitzt hier kein Ton mehr, aber wen juckt es, dafür geh ich zu den Shows. 10/10 Gig, da waren sich wohl alle Leute vor Ort einig. Es war magisch.

Insgesamt war es ein wunderbares Wochenende. Ich hoffe, dass das nicht ein einmaliges Ding war und es sich als Alternative zum mittlerweile riesigen Outbreak Fest etabliert. Der Preis war mit 40 Pfund für die zwei Tage auch sehr fair, wenn man bedenkt, dass zwei Acts extra eingeflogen wurden. Vielleicht das beste Wochenende, was ich je in UK verbracht habe.
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SammyJankis
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Re: Festivalberichte

Beitrag von SammyJankis » So 23. Apr 2023, 15:38

Ich war gestern auf dem Roadburn Festival in Tilburg, mein dritter Tagesbesuch nach 2016 und 2022. Für ein Wochenende reicht es zeitlich nie und finanziell ist es auch alles andere als günstig. Der Samstag war für mich auch der beste Tag, wobei ich schon gerne „Sunbather in Full“ von Deafheaven am Donnerstag und den Secret Gig von Have a Nice Life am Freitag gesehen hätte, aber man kann nicht alles haben. Hinfahrt verlief ohne Vorkommnisse, Parkplatz im Parkhaus für 14 Euro Tagestarif ist auch in Ordnung. Bändchen geholt und ab gings. An den Locations hat sich im Vergleich zu letztem Jahr nicht viel geändert. Bei den kleinen Locations muss man manchmal früher da sein, um reinzukommen, aber selbst, wenn es nicht funktioniert, gibt es doch immer ne gute Alternative. Gegessen habe ich nichts, Proviant habe ich mitgebracht. Dementsprechend kann ich wenig zum Food Court sagen.

Pupil Slicer – Erste Band des Tages, miesester Sound des Tages. Da stimmte vor allem zu Beginn des Sets gar nichts. Klang einfach nur scheiße. Gegen Ende wurde es besser, aber war immer noch weit weg von einem guten Klang. Viel zu lauter Bass und Schlagzeug. Die Gitarren gingen unter. An sich ist der Mathcore Sound wirklich mitreißend und sie konnten mich trotzdem auch teilweise erreichen, aber es war schon ein ärgerlicher Start in den Tag. Generell war Sound ist dieser Location, The Engine Room, als einziger nicht gut. Naja, wird nicht das letzte Mal sein, dass ich die Band sehe und solange behalte ich den fantastischen Gig vom Arctangent letztes Jahr in Erinnerung.

KEN Mode – Der erste von einigen sehr guten Gigs an diesem Tag. Anstrengender Sound, aber es war klasse. Sound ist schwer einzuordnen. Irgendwo zwischen Noise Rock und Sludge, viele Tempowechsel, ziemliches Chaos. Zwischen kommt auch ein Saxophon zum Einsatz, was es nicht einfach macht, das Ganze zu verarbeiten. Meine Mitfahrer*innen und ich waren aber alle voll drin. Und der Sound in dieser Location war deutlich besser

Duma & Deafkids – Nur 20 Minuten reingeguckt, da ein angekündigtes Secret Set meinen Plan etwas durcheinandergeworfen hat. Es war interessant, aber anstrengend. Eine von den vielen Kollaborationen, die man so vielleicht nur auf dem Festival sieht und welche sicherlich ein Grund sind, warum das Roadburn so beliebt ist. Das Licht ist der großen Halle war gedämmt, in Rot gehalten. Auf der Bühne Perkussion Sounds, sehr langsame Aufbauten, viele Samples und ein ziemlich angepisst schreiender Sänger. Quasi unmöglich genretechnisch einzuordnen. War eine Erfahrung.

Nicole Dollanganger – Sollte eigentlich nur eine Show am Sonntag spielen. Nun gab sie sich aber in einem der kleineren Läden die Ehre. Reinkommen war erstaunlicherweise kein großes Problem. Erste Europa Show, davon erzähl ich noch meinen Kindern. Begleitet von zwei Dudes am Bass und Gitarre kam sie auf die Bühne. Ihr Gesang ist wirklich astrein, da kann sich niemand beschweren, richtig schöne Stimme. Was mich etwas gestört hat, war, dass Background Gesang vom Band kam. Das hätte sie nicht gebraucht. Glaube ohne das Ganze wäre es noch ne Ecke besser rübergekommen. Würde ihr aber solo auf jeden Fall nochmal eine Chance geben. War keinesfalls ein schlechter Gig.

Chat Pile – Ähnlich wie bei KEN Mode ist es auch hier ein wilder Mix aus Noise, Sludge, etwas Punk. Sicherlich nicht ganz so chaotisch wie KEN Mode, es geht gemächlicher zur Sache. Der Sänger ist dabei die Person, auf die sich alles konzentriert und auch, wenn es soundtechnisch sicherlich Bands an diesem Tag gab, die mir besser gefallen haben, muss ich sagen, dass der Sänger mit Abstand die lustigste Person war, die auf der Bühne stand. Die Ansagen waren durchweg unterhaltsam, keinesfalls gezwungen. Das hat Spaß gemacht.

Kathryn Joseph – Eine Dame am Keyboard. Generell sind Solokünstlerinnen auf diesem Festival stark vertreten. Feine Sache. Der Auftritt war für mich eher zur Überbrückung, aber es hat mich leider auch nicht wirklich mitgerissen. Außerdem waren die Crowd Pleasing Ansagen etwas too much.

High Vis – Endlich, endlich gesehen. Letztes Jahr Karten für Antwerpen gehabt, erste Festland Show, musste ich aufgrund von familiären Verpflichtungen abgeben. Start mit „0151“, man merkt direkt, dass das Hardcore Kid noch in dem Sänger steckt, wenn er wild auf der Bühne rumspringt. Der Sound war weit entfernt von perfekt, aber deutlich besser als bei Pupil Slicer. Die Songs kamen generell härter rüber als auf Platte. Bin echt nicht into Post-Punk, aber hier mach ich ne Ausnahme. Ich war auch sehr gespannt, wie die Crowd auf die eher ungewöhnliche Buchung reagiert und wurde positiv überrascht. Durchgehend offener Pit, viele Textsichere und ein Herr auf der Bühne, der sich irgendwann nicht mehr zurückhalten konnte und gestagedived ist. Es war ein klasse Gig mit meinem Highlight „Trauma Bond“. Hoffe, ich krieg es irgendwie hin, den Ieperfest Tag mit der Band mitzunehmen, um sie einmal vor einer Hardcore Crowd zu sehen.

Candy – Haben die „Heaven In Hell“ komplett gespielt, was aufgrund der verstärkten Industrial Einflüsse auch ganz gut auf die Roadburn Bühne passt. Bin eigentlich größerer Fan der „Candy Says“ und der „Good to Feel“, muss aber sagen, dass der Gig trotz riesiger Bühne und Absperrung der beste war, den ich bisher von der Band gesehen habe. Sound war top, die Samples kommen richtig krass und sorgen für noch mehr musikalisches Chaos als eh schon herrscht. Die Crowd war sicherlich etwas verwirrt, dass nach 25 Minuten auf einem 40 Minuten Slot schon Schluss war, aber was solls. Kurz, aber geil. Werden gleich in Essen nochmal ausgecheckt.

Backxwash – Einzige miese Überschneidung des Tages für mich mit Cave In, die sich meine Begleiter*innen angeguckt haben. Nach ihren Aussagen zu Folge habe ich die richtige Wahl getroffen. 45 Minuten ziemlicher Abriss in Form von Industrial Hip-Hop. Die Beats kamen sehr gefährlich und die Dame hatte die Crowd voll unter Kontrolle. Auch schön zu sehen, dass mittlerweile selbst Hip-Hop beim Roadburn funktioniert, wenn man bedenkt, wie eng dieses Festival mal an Stoner/Sluge gekuppelt war. Gefällt mir so auch deutlich besser. Ho99o9 dann gerne nächstes Jahr.

Giles Corey – Das Nebenprojekt von Dan Barrett von Have a Nice Life. Ging in Richtung Folk und Shoegaze. Er war Zentrum einer recht großen Band mit einem Jack Black Lookalike am Bass. Hat ne wirklich schöne Stimme. Es war schon cool, aber für die Uhrzeit mit den eher ruhigen Klängen ein kleiner Downer. Die sonst immer prall gefüllt Halle war recht leer. Könnte allerdings auch an den gleichzeitig spielenden Boy Harsher gelegen haben.

Show Me the Body – Letzter Act des Tages, gab vorher ziemlich Stress zwischen dem Lichttechniker und dem Sänger, bei dem der Sänger sich wie ein ziemliches Arschloch verhalten hat. Show war dann allerdings ziemlich geil. Noise meets Hardcore, viele Samples, der Sänger mit Banjo, komplettes Chaos auf der Bühne. Einen großen Pit gabs auch. Klasse Abschluss für mich. In zwei Wochen in Bochum nochmal.

Insgesamt war es glaube ich der beste meiner drei Roadburn Tagesbesuche, auch, wenn ich dort schon bessere Einzelsets gesehen habe. Gerne nächstes Jahr wieder. Eines Tagesausflug lohnt sich eigentlich immer.
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Quadrophobia
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Re: Festivalberichte

Beitrag von Quadrophobia » Mo 24. Apr 2023, 08:54

Klingt nach nem Astreinen Tag, ich hätte da wahrscheinlich auch echt Spaß gehabt. Have a Nice Life sollen endlich mal wieder ne richtige Tour spielen :sad:

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Re: Festivalberichte

Beitrag von real_tarantino » Mo 24. Apr 2023, 19:39

Roadburn hat mir auch viel Spaß gemacht an dem Samstag. Einziges Manko war die Hall of Fame mit 250Kapazität wo es um 16Uhr einfach eine Viertelstunde vor Beginn eine 60m Schlange gab, als eine Menge Leute inkl. mir Deathless Void sehen wollen. Hat dann leider nicht geklappt. Sonst astrein, mal ganz von den arschteuren Getränken abgesehen.
Favoriten:
Chat Pile
Candy
High Vis
KEN Mode, endlich zum 1. Mal live gesehen.
Show Me the Body

Enttäuschungen:
Wie oben beschrieben nur der Sound bei Pupil Slicer und Deathless Void nicht gesehen zu haben
Nicht ganz mein Sound:
Cave In

Wünsche für Roadburn 2024:

Igorrr
IDLES
Conjurer
Holy Fawn
Rolo Tomassi
Botch
Heriot
Gatecreeper
Area4: 2011, 2012
Dunk!: 2018
Hurricane: 2013
Ieperfest: 2014, 2019
Rock am Ring: 2012, 2014, 2015
Rock Werchter: 2013, 2019
'Your touch divine. I see distance in your eyes'

https://www.last.fm/user/LoneMalvo

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SammyJankis
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Re: Festivalberichte

Beitrag von SammyJankis » So 28. Mai 2023, 09:35

Ich war gestern auf dem Festival der Jugend in Köln. Die Veranstaltung ging über zwei Tage und wird von der SDAJ organisiert. Ich war nur gestern da. Gab natürlich auch allerlei Workshops und Infostände, aber ich war nur für die Acts da wie wohl ein Großteil des Publikums. Durchschnittsalter war auch sehr jung. Die Veranstaltung war abgesehen von Camping kostenlos. Getränkepreise waren sehr günstig, Essen gab es auch, aber ich habs nicht ausgecheckt

Juicy Süß & MC Smook – Gab ein Best Of aus gemeinsamen und Solosongs der beiden. Die Crowd war auf jeden Fall drin. Ich fands auch ganz solide. Die beiden sind sicherlich nicht die besten Rapper, aber es hat durchaus Unterhaltungswert. Allerdings war die Stimme von Juicy Süß komplett im Eimer, er krächzte ziemlich stark. Sollte seine Stimme vielleicht die nächsten Tage schonen.

42 – Waren mir vorher nicht bekannt. Rapcrew aus Köln. War weniger auf Spaß angelegt und eher klassischer Rap von der Straße würde ich sagen. Hatten natürlich die Crowd hinter sich. Da waren einige Textsichere am Start und der Pit war auch durchgehend offen. Was mich gestört hat, ist die Tatsache, dass die Mics oft leiser waren als das Playback. Also Halbplayback ist ja normal beim Rap, aber ich würde schon gerne live primär die Leute hören und nicht das Band.

Lgoony – Startet natürlich mit seinem imo besten Song „Lobby“ als ich noch in der Getränkeschlange stand. Naja, kann passieren. Hab nicht den kompletten Gig gesehen, aber es war definitiv das Tageshighlights für mich. Auch, was die restlichen Crowdreactions angeht kann man davon sprechen. Klar, kein Vergleich zum Sologig vor ein paar Jahren in Köln, aber immer noch ne feine Sache. Hab auch das Gefühl, dass der große Hype schon ein Weilchen vorbei ist. Die Leute hatten trotzdem Spaß. Es gab, soweit ich das beurteilen kann, einen soliden Mix aus älteren und neueren Songs. Leider ist wohl gegen Ende des Sets die Technik ausgefallen, aber da war ich schon aufm Rückweg. Generell war es ein netter Tag mit gutem Hangout und schönem Wetter.
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Baltimore
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Re: Festivalberichte

Beitrag von Baltimore » So 28. Mai 2023, 11:06

SammyJankis hat geschrieben:
So 28. Mai 2023, 09:35
Ich war gestern auf dem Festival der Jugend in Köln. Die Veranstaltung ging über zwei Tage und wird von der SDAJ organisiert. Ich war nur gestern da. Gab natürlich auch allerlei Workshops und Infostände, aber ich war nur für die Acts da wie wohl ein Großteil des Publikums. Durchschnittsalter war auch sehr jung. Die Veranstaltung war abgesehen von Camping kostenlos. Getränkepreise waren sehr günstig, Essen gab es auch, aber ich habs nicht ausgecheckt

Juicy Süß & MC Smook – Gab ein Best Of aus gemeinsamen und Solosongs der beiden. Die Crowd war auf jeden Fall drin. Ich fands auch ganz solide. Die beiden sind sicherlich nicht die besten Rapper, aber es hat durchaus Unterhaltungswert. Allerdings war die Stimme von Juicy Süß komplett im Eimer, er krächzte ziemlich stark. Sollte seine Stimme vielleicht die nächsten Tage schonen.

42 – Waren mir vorher nicht bekannt. Rapcrew aus Köln. War weniger auf Spaß angelegt und eher klassischer Rap von der Straße würde ich sagen. Hatten natürlich die Crowd hinter sich. Da waren einige Textsichere am Start und der Pit war auch durchgehend offen. Was mich gestört hat, ist die Tatsache, dass die Mics oft leiser waren als das Playback. Also Halbplayback ist ja normal beim Rap, aber ich würde schon gerne live primär die Leute hören und nicht das Band.

Lgoony – Startet natürlich mit seinem imo besten Song „Lobby“ als ich noch in der Getränkeschlange stand. Naja, kann passieren. Hab nicht den kompletten Gig gesehen, aber es war definitiv das Tageshighlights für mich. Auch, was die restlichen Crowdreactions angeht kann man davon sprechen. Klar, kein Vergleich zum Sologig vor ein paar Jahren in Köln, aber immer noch ne feine Sache. Hab auch das Gefühl, dass der große Hype schon ein Weilchen vorbei ist. Die Leute hatten trotzdem Spaß. Es gab, soweit ich das beurteilen kann, einen soliden Mix aus älteren und neueren Songs. Leider ist wohl gegen Ende des Sets die Technik ausgefallen, aber da war ich schon aufm Rückweg. Generell war es ein netter Tag mit gutem Hangout und schönem Wetter.
Da hätte ich glaube ich sehr viel Spaß gehabt. :herzen2: Hatte die Umbenennung von Juicy Gay in Juicy Süß gar nicht mitbekommen. Hatte mich Donnerstag beim Haiyti-Konzert gerade erst gefragt, was der im Moment macht.
808s und nichts fühl'n, alles, was ich kenn
Jeden Sonntagmorgen in der Kirche verbrenn'n
Für 'n paar Schmetterlinge an 'nem grauen Tag
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Baltimore
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Re: Festivalberichte

Beitrag von Baltimore » So 28. Mai 2023, 11:06

SammyJankis hat geschrieben:
So 28. Mai 2023, 09:35
Ich war gestern auf dem Festival der Jugend in Köln. Die Veranstaltung ging über zwei Tage und wird von der SDAJ organisiert. Ich war nur gestern da. Gab natürlich auch allerlei Workshops und Infostände, aber ich war nur für die Acts da wie wohl ein Großteil des Publikums. Durchschnittsalter war auch sehr jung. Die Veranstaltung war abgesehen von Camping kostenlos. Getränkepreise waren sehr günstig, Essen gab es auch, aber ich habs nicht ausgecheckt

Juicy Süß & MC Smook – Gab ein Best Of aus gemeinsamen und Solosongs der beiden. Die Crowd war auf jeden Fall drin. Ich fands auch ganz solide. Die beiden sind sicherlich nicht die besten Rapper, aber es hat durchaus Unterhaltungswert. Allerdings war die Stimme von Juicy Süß komplett im Eimer, er krächzte ziemlich stark. Sollte seine Stimme vielleicht die nächsten Tage schonen.

42 – Waren mir vorher nicht bekannt. Rapcrew aus Köln. War weniger auf Spaß angelegt und eher klassischer Rap von der Straße würde ich sagen. Hatten natürlich die Crowd hinter sich. Da waren einige Textsichere am Start und der Pit war auch durchgehend offen. Was mich gestört hat, ist die Tatsache, dass die Mics oft leiser waren als das Playback. Also Halbplayback ist ja normal beim Rap, aber ich würde schon gerne live primär die Leute hören und nicht das Band.

Lgoony – Startet natürlich mit seinem imo besten Song „Lobby“ als ich noch in der Getränkeschlange stand. Naja, kann passieren. Hab nicht den kompletten Gig gesehen, aber es war definitiv das Tageshighlights für mich. Auch, was die restlichen Crowdreactions angeht kann man davon sprechen. Klar, kein Vergleich zum Sologig vor ein paar Jahren in Köln, aber immer noch ne feine Sache. Hab auch das Gefühl, dass der große Hype schon ein Weilchen vorbei ist. Die Leute hatten trotzdem Spaß. Es gab, soweit ich das beurteilen kann, einen soliden Mix aus älteren und neueren Songs. Leider ist wohl gegen Ende des Sets die Technik ausgefallen, aber da war ich schon aufm Rückweg. Generell war es ein netter Tag mit gutem Hangout und schönem Wetter.
Da hätte ich glaube ich sehr viel Spaß gehabt. :herzen2: Hatte die Umbenennung von Juicy Gay in Juicy Süß gar nicht mitbekommen. Hatte mich Donnerstag beim Haiyti-Konzert gerade erst gefragt, was der im Moment macht.
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Re: Festivalberichte

Beitrag von SammyJankis » So 28. Mai 2023, 11:08

Baltimore hat geschrieben:
So 28. Mai 2023, 11:06
Da hätte ich glaube ich sehr viel Spaß gehabt. :herzen2: Hatte die Umbenennung von Juicy Gay in Juicy Süß gar nicht mitbekommen. Hatte mich Donnerstag beim Haiyti-Konzert gerade erst gefragt, was der im Moment macht.
Der hat, soweit ich das mitbekommen habe, dahingehend auch nach Kritik etwas reflektiert und erkannt, dass es irgendwie wenig lustig ist sich Gay zu nennen, wenn man nicht gay ist.
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Re: Festivalberichte

Beitrag von mattkru » Di 30. Mai 2023, 10:47

SammyJankis hat geschrieben:
So 28. Mai 2023, 11:08
Baltimore hat geschrieben:
So 28. Mai 2023, 11:06
Da hätte ich glaube ich sehr viel Spaß gehabt. :herzen2: Hatte die Umbenennung von Juicy Gay in Juicy Süß gar nicht mitbekommen. Hatte mich Donnerstag beim Haiyti-Konzert gerade erst gefragt, was der im Moment macht.
Der hat, soweit ich das mitbekommen habe, dahingehend auch nach Kritik etwas reflektiert und erkannt, dass es irgendwie wenig lustig ist sich Gay zu nennen, wenn man nicht gay ist.
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Da sich ‚Juice‘ so ähnlich anhört wie ‚Jews‘ musste ich gerade sofort an den antisemitischen Propaganda-Film ‚Jud Süß‘ denken.
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Re: Festivalberichte

Beitrag von Shizune » Di 30. Mai 2023, 13:47

mattkru hat geschrieben:
Di 30. Mai 2023, 10:47
SammyJankis hat geschrieben:
So 28. Mai 2023, 11:08
Baltimore hat geschrieben:
So 28. Mai 2023, 11:06
Da hätte ich glaube ich sehr viel Spaß gehabt. :herzen2: Hatte die Umbenennung von Juicy Gay in Juicy Süß gar nicht mitbekommen. Hatte mich Donnerstag beim Haiyti-Konzert gerade erst gefragt, was der im Moment macht.
Der hat, soweit ich das mitbekommen habe, dahingehend auch nach Kritik etwas reflektiert und erkannt, dass es irgendwie wenig lustig ist sich Gay zu nennen, wenn man nicht gay ist.
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Da sich ‚Juice‘ so ähnlich anhört wie ‚Jews‘ musste ich gerade sofort an den antisemitischen Propaganda-Film ‚Jud Süß‘ denken.
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Re: Festivalberichte

Beitrag von Rieper » Di 30. Mai 2023, 23:38

Wie war denn das Immergut Festival? Es steht seit vielen Jahren auf meiner Liste, hat bislang leider noch nicht gepasst.

Ich habe gelesen, dass ca. 3500 Leute dort waren, vor Corona waren es wohl um die 5000. Ich hoffe, dass das keine negativen Auswirkungen haben wird.

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Re: Festivalberichte

Beitrag von nilolium » Di 30. Mai 2023, 23:53

Hammer, wieder. Perfektes Wetter (ausser die arschkalten Nächte), super Line Up, die allertollste Stimmung auf und vor der Bühne, bei den Secus, im Team, einfach überall nur Grinsegesichter. Beste Leute überall. Und SO entspannt!
Mückenplage war hart.
Habens wieder nicht zum See geschafft.
Kam mir auch nie so richtig voll vor, ziemlich schade.
Aber nächstes Datum steht ja schon - 30.05. - 01.06., also wieder DO bis SA.
Wenn ich die Tage mal Zeit hab, schreib ich etwas mehr, muss gerade noch Fotos prozessieren :)

Ein bisschen detaillierter: Freitag war schöner Kickoff mit Martin Kohlstedt und Die Nerven, wo gut was los war. Besonders letztere haben geballert wie immer und es war eine Mischung ein bisschen beängstigend aber auch wunderbar, dass es keinen Wellenbrecher gab. So wild sollte kein Gig des Festivals mehr werden. Maddin ist zuvor richtig in seiner Musik versunken. toll. Das Immergut DJ Team hat im Anschluss daran auch schön eingestimmt, auf alles, was kommt -- bis auf die wahnsinnig kalte Nacht. Die meisten waren aber eh gut angezündet. Absolut bemerkenswert, wie friedlich und besoffen so ein Festival gleichzeitig sein kann. Echt eine Stimmung wie im Bilderbuch der guten Laune. Hat aber auch sicher viel am Wetter zu tun - strahlender Sonnenschein am ersten Tag und - Spoileralarm - auch die beiden Tage danach. Aber ohne, dass man sich zu Tode geschwitzt hat. Für Pfeffislushi war's aber doch warm genug :) Ich vergaß noch: Am Nachmittag des ersten Tages gab's Bingo und Quiz. Zu gewinnen gab's Tickets für 2024. Dick! Hat Laune gemacht.

Irgendwie haben wir es nie so wirklich vor 17:00 aufs Gelände geschafft, weil wir entweder die Vornacht verarbeitet haben, entspannt was am Camp getrunken, für alle gekocht, Businesspläne geschmiedet, mit den Nachbarn gegaukelt oder unser Gehöft neu gestaltet haben...irgendwas ist ja immer. El Hotzo war ein schöner Beginn am Samstag, dem "ersten richtigen" Tag; aber seine Sätze waren immer so lang, das konnte ich im Katerkopf irgendwie schwer prozessieren. Heftig, wie viele Leute er aber gezogen hat. Uche Yara dann mein erster Act auf der großen Bühne. Nach zwei Songs kam ich richtig rein. Toll, wie viel Verve die ganze Band ausstrahlt. Sollte man sich mal anschauen, sie ist ja gut unterwegs aktuell - und das ohne Album wohlgemerkt. Schöner, verspielter, und sehr versierter Indie. Ron Gallo dann von etwas weiter weg gesehen, war okay. Zündet sicher eher im Club. Für solch trockenen Rock n Roll war das Wetter zu schön. Zimmer 90 waren freundlich und tanzbar, aber mir irgendwie zu...harmlos. Aber auch hier: So schön zu sehen, wie sich alle gefreut haben. (Besonders krass, wie viele Fans die band schon hat. Hab mich richtig alt gefühlt) Generell gabs das ganze Wochenenende wie oben schon angedeutet echt nur fröhliche Gesichter zu sehen; besonders schön ist das natürlich, wenn man sie auch auf der Bühne sieht. Bands, die sich zu ernst nehmen, können soo schrecklich sein. Hallo Royal Blood an dieser Stelle. Ebenfalls zauberhaft: selten habe ich so nice mit den Secus gebondet.

Wo war ich? Ach ja, der Headliner am Freitag: Casper ist komplett wie von der Tarantel gestochen über die Bühne geflitzt, es hat unfassbar Spaß gemacht. Man muss noch nicht mal irgendeinen Song kennen. Allein wie er das alles fühlt... macht so Spaß anzuschauen. War tatsächlich mein erstes "richtiges" Mal, zuvor nur drei mal 2010/2011 so nebenbei mitbekommen, um den Hype mitzunehmen. Das hier ist ne andere Liga gewesen! Paulwetz später richtige Überraschung gewesen. Echt guter Elektropop im Stil von Apparat/Moderat. Tanzbar und mit Druck aufm Kessel. Klasse und hoffentlich nicht mein letztes Mal! Später haben noch 2girls1club Elektrosause draussen gespielt, bis die Sonne oben stand, während im Discozelt Indiedisco von drei verschiedenen Festivals (ATG, Skandlös, JvM) kuratiert wurde. Schön, dass die kleinen Festivals sich die Hand geben und sich gegenseitig pushen. Die Party ging sogar noch nach offiziellem Ende in der Morgensonne am Lemonaid Stand weiter. Muss man lieben! Man sagt sich, ich hätte einen Song von Oasis mitgesungen, aber das ist wohl nur ein Gerücht.

Schade, dass am Sonntag dann die Unlearn Patriarchy Lesung ausfiel. War dann die vierte kurzfristige Absage, echt bitter. Also erst zu fuffifufzich wieder aufs Gelände, die in der schönsten Abendsonne das Publikum verzaubert hat. Wer sie auf Platte mag, wird sie auch live lieben. Wer nicht, der wohl eher nicht, haha. Betterov und Edwin Rosen kann ich jetzt endlich auseinanderhalten: Während ersterer Act irgendwie null hängengeblieben ist, hat sich letzterer mit seinem frech-charmanten Grinsen komplett in mein Herz gespielt. Tolle Songs, dufter Typ. Und er brauchte nicht mal ne Band, nur seinen Bass. Etwas anders sah es bei Caroline Rose im Zelt aus. Ebenfalls sehr charismatisch, aber mit großem Ensemble im Rücken. Trotzdem irgendwie ernüchternd. War nicht direkt langweilig, aber hat nicht geklickt. Da lag die Messlatte nach dem RBF Gig wohl zu hoch. Ähnliche Zustände bei Orbit: Hab ich mir etwas mehr erhofft. Die haben wohl in Zeitlupe gespielt? Vielleicht war ich auch auf nem anderen Level, aber mich hats eher ermüdet. Also schnell zu Dina Summer und Sofia Kourtesis, die wieder mit freshen Beats auf Gaspedal gedrückt haben und die (leider echt etwas kleine) Feiermeute angestachelt haben. War n echt toller Abschluss eines wieder mal viel zu schönen Festivals! Hoffentlich macht es sich nicht zu sehr bemerkbar, dass nur so wenig Leute kamen. Es wäre zu schade um dieses absolute Kleinod.

Edit: Ausdruck, Ergänzungen

Hier noch paar Bilder:
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Shizune
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Re: Festivalberichte

Beitrag von Shizune » Mo 5. Jun 2023, 16:53

Ich war mit meiner Freundin und meinem besten Freund auf dem Münchner Grey Scale Festival. Das Tagesfestival hatte alles geboten, was derzeit im Coödwave/Darkwave/Post Punk Bereich Rang und Namen hat.

Beginn war um 17 Uhr, aber leider hat der Timetable zu keiner Zeit so richtig gestimmt, weshalb die Umbaupausen immer sehr willkürlich lang oder kurz wirkten.

Die erste Band haben wir leider verpasst, kamen erst zu Harsh Symmetry. Im besten Sinne spooky 80s mit Synthies, die entfernt an Italopop erinnerten. Mega Tanzbar. Die Menge war nur sehr verhalten und die Halle halbleer.

Die nächste Band Rue Oberkampf haben wir bewusst geskippt, um Essen zu gehen und kamen passend zu Selofan zurück. Ich muss sagen, da war ein wenig der Wurm drin. Denn auch hier sprang der Funke nicht über. Joanna klang etwas schwach auf der Brust und auch hier sprang der Funke nicht über.

Als nächstes kam mein Tages-Highlight: endlich hab ich es geschafft, Lebanon Hanover live zusehen! Aber auch hier: anfangs gab es Soundprobleme, denn Larissas Mikrofon übersteuerte ständig und es gab eklige Echos. Ab der Hälfte des Sets hatte sich das gefangen und ab hier kamen auch nur noch Hits. Von Gallowdance über Du Scrollst bis zu Come Kali Come (den ich absolut nicht erwartet habe) war alles dabei. Die Menge war tanzwütig und einige haben mitgesungen. Ich dachte, das wäre das höchste der Gefühle. Und ich würde falsch liegen.

Nach einer Umbaupause donnerte ein Intro durch die Halle, dass Molchat Doma als Headliner ankündigte. Wir suchten uns einen guten Platz in der Mitte und was soll ich sagen? Ich kannte die Band, mag die Songs, aber so ganz haben sie nie bei mir gezündet. Bis jetzt. Denn das, was die drei Herren aus Belarus auf die Bühne gestellt haben, war wirklich anders wild. Die Band hatte Bock, es gab Kim Ansagen, zwei neue Songs und die Menge tobte! Es war, als ob das ganze Publikum das Vorgeplänkel nur ertragen hätte, um jetzt komplett durchzudrehen. Es wurde überall getanzt, gesungen, gejubelt und geklatscht. Viele waren textsicher und sangen aus voller Kehle mit. Wie Ich am Rande mitbekommen habe, war das wohl das einzige Konzert in Mitteleuropa bei dieser Tour und es kamen echt einige Leute aus Tschechien, Norddeutschland oder noch weiter her, um die Post Punk Kombo zu sehen. Es war wirklich ein grandioser Abschluss mit einem Set, dass sowohl alt und neu zu vereinen wusste.
Wenn ihr die Chance habt, Molchat Doma mal live zu sehen: macht es! Es lohnt sich allemal!

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Flecha
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Re: Festivalberichte

Beitrag von Flecha » Mo 5. Jun 2023, 17:15

Shizune hat geschrieben:
Mo 5. Jun 2023, 16:53
Die nächste Band Rue Oberkampf haben wir bewusst geskippt, um Essen zu gehen
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Re: Festivalberichte

Beitrag von slowdive » Di 6. Jun 2023, 15:45

War mal wieder beim Primavera Sound in Barcelona. :smile:

Rieper
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Re: Festivalberichte

Beitrag von Rieper » Di 6. Jun 2023, 18:54

Habe es interessiert gelesen, auch vielen Dank für die Ausführlichkeit. Irgendwann möchte ich auch mal nach Barcelona, damit ich mir auch mal eine abschließende Meinung bilden kann. Klingt schon mal besser als das was ich 2022 dazu gelesen habe. Ich habe auch immer wieder Efestivals quer gelesen, es klang schon gut zum Großteil.

Eine Frage: Haben sich die Veranstalter:inenn zu Wort gemeldet? Also in Bezug auf die weniger verkauften Tickets? Das ist ja schon erheblich weniger. Um die Finanzierung muss sich wohl niemand Sorgen machen, sonst würden sie sicher nicht immer weiter expandieren. Und die weniger verkauften Tickets zeigen sich ja bei vielen Festivals und Konzerten. Lowlands oder Glasto bieten da eine Ausnahme (sicher gibt es noch mehr). Ich bin gespannt, ob das 2024 wieder nach oben geht oder sich da ein Trend zeigen wird.

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Re: Festivalberichte

Beitrag von slowdive » Di 6. Jun 2023, 19:04

Rieper hat geschrieben:
Di 6. Jun 2023, 18:54
Habe es interessiert gelesen, auch vielen Dank für die Ausführlichkeit. Irgendwann möchte ich auch mal nach Barcelona, damit ich mir auch mal eine abschließende Meinung bilden kann. Klingt schon mal besser als das was ich 2022 dazu gelesen habe. Ich habe auch immer wieder Efestivals quer gelesen, es klang schon gut zum Großteil.

Eine Frage: Haben sich die Veranstalter:inenn zu Wort gemeldet? Also in Bezug auf die weniger verkauften Tickets? Das ist ja schon erheblich weniger. Um die Finanzierung muss sich wohl niemand Sorgen machen, sonst würden sie sicher nicht immer weiter expandieren. Und die weniger verkauften Tickets zeigen sich ja bei vielen Festivals und Konzerten. Lowlands oder Glasto bieten da eine Ausnahme (sicher gibt es noch mehr). Ich bin gespannt, ob das 2024 wieder nach oben geht oder sich da ein Trend zeigen wird.
Sie haben wohl gesagt, dass das den Kalkulationen entsprochen hat und sie zufrieden sind (finde die Quelle gerade nicht mehr). Aber was sollen sie auch sonst sagen? :grin:

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SammyJankis
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Re: Festivalberichte

Beitrag von SammyJankis » So 11. Jun 2023, 16:08

Ich war gestern beim Revelation Fest im JC De Klinker im belgischen Aarschot. Es war die fünfte und letzte Ausgabe des Festivals. Schade, aber die Veranstalter*innen haben kommuniziert, dass sie ziemlich viel minus gemacht haben und es nicht mehr zu stemmen ist. Schätze gestern haben auch 80 Zahlende gefehlt. Hätte voller sein können. Die Orga war allerdings top. Nur die Umbaupausen etwas zu lang geplant. Ende war so gegen viertel vor 12, hätte bei einem etwas strafferen Zeitplan bestimmt 1,5 h früher enden können. Naja, kann man verschmerzen. Ansonsten alles cool, veganes Essen, Distros, das Übliche. Leider war es tagsüber einfach viel zu heiß, sodass vor allem auf der kleineren Outdoorstage trotz Zeltüberdachung wenig Bewegung herschte, weil es einfach nur unangenehm warm war.

Game Changer - Sind kurzfristig aufs Billing gerutscht durch die Absage von Vamachara. Natürlich objektiv ein kleinerer Ersatz, aber innerhalb einer Woche erwartet niemand Wunderdinge und ich war ganz glücklich, die Band endlich mal sehen zu können. Game Changer sind die neue Band des xViciousx und Animal Club Sängers, die beide aufhören. Soundtechnisch eher in Richtung H8000, passt auch vom gutturalen Gesang. War musikalisch ein solider Gig. Vor der Bühne ging noch nichts, aber gut, was will man bei Band 2 von 14 erwarten?

Swell - Recht neue Band aus den Niederlanden, bisher nur auf Flyern gelesen. Sound ging so in Richtung Slope, war aber bei Weitem nicht so ausgereift. Dazu hat der Sänger leider ziemlich viel clean gesungen, was er nicht gut konnte. Außerdem gab es mit "Destroyer" ein Mindforce Cover. Irgendwie ist Bands covern, die gerade aktuell sind, weird, ähnlich wie bei Knocked Loose Covern. Lieber was Älteres aussuchen.

Peace of Mind - Schon oft gesehen, nie mit warm geworden. Der Sound ist immer irgendwie okay, aber ich hab jedes Mal das Gefühl, dass man noch seinen Sound sucht und den aktuellen Trends hinterherläuft. Vor der Bühne war abgesehen vom letzten Song weiterhin nichts los.

Despize - Kein Vergleich zum Northern Unfest, aber damit habe ich auch nicht gerechnet. Der Hardcore/Metalcore Sound natürlich weitehrin ultrahart. Es gab auch ordentlich Mosh, aber man hat der Band angemerkt, dass sie gerne noch mehr gesehen hätte. Zu dem Zeitpunkt war es allerdings auch so heiß, dass jede Bewegung einen Schweißausbruch zur Folge hatte. Konnte jede Person der Crowd verstehen, die sich nicht bewegt hat.

Worst Doubt - Hier war richtig was los und es is echt schön, dass die Band aus Frankreich so viel Support bekommt. Der Hardcore Sound is hier ebenfalls sehr hart, der Mosh natürlich auch. Die Band ist im Moment auf Tour zusammen mit One King Down, Shutdown und No Turning Back und hat von allen vier Bands am Besten abgeliefert. Fun Fact an dieser Stelle. Der etatmäßige Drummer der Band, der allerdings oft nicht live zocken kann, ist auch Drummer bei Perturbator.

Mourning - Sind im Endeffekt eine technich bessere Version von Despize. Soundtechnisch also wirklich astrein. Leider war die Crowd zu diesem Zeitpunkt mehr mit Trinken und sich Abkühlen beschäftigt und hat primär nur verfolgt. Das fanden die UKler gar nicht so toll und haben ihr Set nach fünf Songs beendet. Denke auch kürzer als geplant. Ob das dann die richtige Reaktion ist, naja.

Simulakra - Zum ersten Mal in Europa, mega wütender Sound. Hier war die Crowd plötzlich da, der Mosh hart und allgemein die Hölle los. Bei Mosh Bands aus den Staaten ist es immer irgendwie ein Glücksspiel, ob die gut angenommen werden in Europa, aber hier lief es wunderbar. Eines der besten Sets des Tages.

Mindwar - Kein Vergleich zur Release Show letzte Woche, aber es war immer noch ein guter Gig. Der leicht metallische Hardcore Sound kommt immer noch wütend rüber. Es gab vor der Bühne einiges an Bewegung, ein paar Singalongs. War vollkommen in Ordnung.

Shutdown - Das war mein Tiefpunkt. Eine alte NYHC Band, viel Pathos in den Ansagen. Der Sound war okay, aber mehr auch nicht. Es hat gefühlt niemanden interessiert. Trauriges Set, welches auch das Warzone Cover nicht mehr retten konnte.

Redemption Denied - Ewig nicht gesehen. Waren vor zehn Jahren das für Benelux, was heute Mindwar sind. Danach wurde es allerdings bis auf vereinzelte Gigs still. Gig war im Endeffekt okay, Sound klingt weiterhin wie early Hatebreed. Aber man merkt einfach, dass die Zeiten der Band vorbei sind.

One King Down - Hardcore/Metalcore Mix, technisch eine feine Sache, aber auf die Crowd hat es sich nicht übertragen. Von 1-2 Leuten abgesehen, die es richtig gefühlt haben, gab es keine Bewegung. Sehr schade für die Band.

No Turning Back - Nicht komplett geguckt, den Anfang verpasst. Die zweite Hälfte des Sets bestand aber nur als alten Songs, die mir bekannt sind, was mich positiv gestimmt hat. Gibt einige neuere Songs, die oft gespielt werden, die ich schrecklich finde. Generell aber wieder mal spannend, wie viel vor der Bühne los war. Die Band ist im Endeffekt eine europäische Light Version von Terror. Jeder Mensch, der sich einigermaßen mit Hardcore beschäftigt, sollte sich an dieser Band in den letzten zehn Jahren sattgesehen haben. Nehme mich da nicht aus. Dennoch gab es ordentlich Mosh und Singalongs vor der Bühne. Hätte ich in der Form nicht mit gerechnet.

No Warning - Habe wenig erwartet, aber war dann doch ein wildes Set. Die "Ill Blood", die zum 20 jährigen Jubiläum komplett gespielt wurde, ist eine meiner Lieblingsplatten. Man muss allerdings auch sagen, dass bei normalen Shows in der Vergangenheit auch 80 % von der Platte kamen. Wirklich viel ändert sich also nicht. Es kamen die 1-2 Filler Songs dazu, die fast jede Platte hat. War nett, die mal zu hören, mehr aber auch nicht. Bei den Hits der Platte war natürlich die Hölle los. Hartes Mosh, Stage Dives, Chaos. War ein schöner Tagesabschluss eines guten Festivaltages, der alleridngs nicht überragend war.
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Johnny Drama
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Re: Festivalberichte

Beitrag von Johnny Drama » Mo 12. Jun 2023, 21:01

Ich war gestern beim Best Kept Secret in den Niederlanden. Für mich war es das erste Mal in Tilburg und es hat mir sehr gut gefallen. Das Gelände ist liebevoll gestaltet, es gibt viele Bühnen und generell viel zu entdecken. Die Konzerte auf der Hauptbühne kann man im angrenzenden See verfolgen, bei dem sonnigen Wetter war das sehr willkommen. Das Publikum ist sehr entspannt und deutlich durchmischter als auf den meisten deutschen Festivals.

Negativ aufgefallen sind mir nur der Staub, gegen den man wohl nichts machen kann und die Becher für nicht alkoholische Getränke. Die Becher sind winzig, vielleicht 0,2l minus Eiswürfel. Die größeren Becher werden nur für Bier verwendet. Die Preise sind gefühlt nochmal 20 Prozent höher als in Deutschland, dafür waren Trinkwasser und auch Sonnencreme überall gratis verfügbar.

In den Tag gestartet bin ich mit Kurt Vile, war ganz nett, aber richtig gepackt hat er mich nicht. Deshalb ging es schnell weiter auf die große Zeltbühne zu Japanese Breakfest. Die Frontfrau hat eine wahnsinns Austrahlung, nach starkem Beginn hat mich der Auftritt allerdings eher ermüdet. Ich kannte vorher nur 2, 3 Songs, das meiste hört sich für mich leider ziemlich gleich an. Im Vorbeigehen an der Barackenbühne gab es einen Blick auf den neuen Weltrekord, wie viele Holländer auf 50 m² passen, De Staat wollte anscheinend jeder außer uns sehen. Weiter ging es auf die kleinere Zeltbühne zu Alvvays die live deutlich roher klingen. Die Leute haben es hart gefeiert, auch mir hat es ganz gut gefallen, ich bin mit deren Diskographie allerdings null vertraut.

Anschließend ging es noch kurz zu Christine And The Queens. Wie immer eine super Performance, trotzdem ging es weiter ins Zelt um einen guten Platz für The Mars Volta zu sichern. Der Auftritt hat mich komplett abgeholt, der Sound war sehr gut, Cedric ist stimmlich tatsächlich besser als bei den Auftritten vor 15-20 Jahren und hat inzwischen sogar Lust mit dem Publikum zu interagieren :doof: Wer nach Berlin zum Konzert fährt, darf sich freuen. Die Setlist bestand aus 6 Songs, 5 davon von den ersten beiden Alben. Leider ist wegen der kurzen Spielzeit "Son Et Lumiere" / "Inertiatic Esp" geopfert worden, in Südamerika war es noch in der Setlist.

Kurz erfrischt und ab zum kleinen Zelt zu The Comet Is Coming Starke Performance und nach ruhigem Beginn im Publikum sind immer mehr Leute ins Zelt gekommen und es wurde eine richtige Party. Props an die Krückenfrau in der ersten Reihe! Beim Rückweg zur zweiten Zeltbühne haben wir noch 20 Minuten Aphex Twin mitgenommen. Kranke Produktion, aber 1,5 Stunden bräuchte ich das eher nicht. Den Abschluss bildeten Röyksopp im Zelt. Ich hatte mich sehr darauf gefreut, leider war ich ziemlich durch vom langen Tag. Das und die Aussicht auf 2,5 Stunden Rückreise und eine kurze Nacht haben dann zu einem relativ schnellen Abgang geführt. Generell war es ein toller Tag, auch wenn die Kosten natürlich happig sind, wenn man Tagesticket, Parkticket und die Preise auf dem Gelände zusammenrechnet.

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Re: Festivalberichte

Beitrag von SammyJankis » Sa 17. Jun 2023, 12:16

Ich war an den letzten beiden Tagen auf dem Sommerkult, dem Sommerfest der HHU Düsseldorf. Es gab zwar an beiden Tagen auch nettes Alternativprogramm was Shows angeht, aber habs vorgezogen, dort nen Bisschen abzuhängen, auch, wenn mir kein Act zugesagt hat. Das Sicherheitskonzept muss unglaublich streng sein. Es gab an beiden Tagen Einlassstopp, obwohl auf dem Parkplatz des Geschehens locker noch 2000 Leute Platz gefunden hätten. Sehr unangenehm war leider wie auch schon letztes Jahr die Moderation. Da gibt es auch zum Teil sinnvolle Ansagen und Infos, aber der überwiegende Teil ist peinliche Cringe-Scheiße. Naja, hab an beiden Tagen jeweils zwei Acts gesehen.


Donnerstag:

Nand - Das war nicht mein Ding, aber ich kann schon verstehen, warum gefühlt 99 % der Anwesenden steil gegangen sind. Recht angenehm zu hörender, tanzbarer Elektro mit deutschen Texten. Wie mir mitgeteilt wurde hat der Herr gerade seine erste Tour ausverkauft und schon einen gewissen Hype zu haben. Wirkte auch durchaus sympathisch und seine zwischenzeitlichen Trompeteneinlagen haben den Sound etwas aufgelockert. Spielzeit war mit fast 90 Minuten auch sehr lang.

Pablo Bozzi - Ein DJ, fand es total egal, hab nach 20 Minuten den Heimweg angetreten.


Freitag:

Die toten Crackhuren im Kofferraum - Ein Sound irgendwo zwischen Hip-Hop und Elektro, hat mich an K.I.Z. erinnert. Gute Ansagen, Songs haben mich aber eher kaltgelassen. Wurden aber auch gut abgefeiert.

Justin Tinderdate - Der Name hat mich angezogen. War nen Techno-DJ, der ab und an große Hits der 90er/00er Jahre gesampelt hat. War ganz unterhaltsam. Würdiger Abschluss.
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