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Festivalberichte

Alien Brody
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Re: Festivalberichte

Beitrag von Alien Brody » Di 22. Sep 2026, 18:55

7Ostrich hat geschrieben: ↑
So 20. Sep 2026, 23:11
Ich war traditionellerweise Do-Fr auf dem RBF 2026 und habe folgende Acts gesehen:

Donnerstag:
  • Nastyjoe (Stage 15): Etwas düsterer Indie Rock im ehemaligen Drafthouse. Fand ich anfangs ok, in der zweiten Hälfte hat sich das dann noch einmal gesteigert und ich fand es dann doch ziemlich cool. Kann man im Auge behalten.
  • Jewls (Pooca Bar): RBF heißt auch immer, neue Orte zu entdecken, die Pooca Bar war einer davon. Die Band hat einige coole Lieder, die Sängerin hatte versucht, das Publikum zum mitmachen zu animieren, was mal mehr, mal weniger gut funktioniert hat. War aber souverän gemacht und fand ich nicht knirschig. Kann man sich auch gut noch mal geben. Musikalisch ähnlicher Vibe wie Nastyjoe, vielleicht etwas poppiger.
  • New Constellations (Knust): Jetzt wurde es klar poppiger. Das Duo war total sympathisch und die Musik hat mir größtenteils gut gefallen, an manchen Stellen dann aber doch etwas verloren. War Indie Pop mit Synthie und funky Gitarrenarbeit.
  • Gans (Molotow): Einlass war erstaunlich unproblematisch. Etwas stumpfe post-punkige Musik, teils mit Techno Beats, teils mit Querflöte. War mir manchmal etwas zu quatschig, zum moshen aber natürlich gut geeignet.
Freitag:
  • Ditter (25 Club): Hat mir sehr gut gefallen. Indie Pop, der mir ähnliche Vibes gibt wie Confidence Man, Fcukers oder Sleigh Bells, wenn auch nicht ganz so abgedreht und etwas rock-orientierter. Werde ich auf alle Fälle im Auge behalten!
  • too many tabs (Imperial Theater): Klar kann man darüber streiten, ob das RBF unbedingt Live Podcasts von solch doch schon sehr etablierten Podcats veranstalten muss. Aber gleichzeitig finde ich es schön, die Möglichkeit zu haben, auch mal so etwas anzuschauen und ich hatte eine super Zeit. Es wurden die tabs zu Wise Guys und zum Perfekten Dinner (was tbh mehr eine Nacherzählung einer bestimmten Folge und kein echtes rabbit hole war) geschlossen.
  • Chinese American Bear (Mojo): Aufgrund einiger ärgerlicher Überschneidungen (White Flowers vs. Django Django vs. Taroug vs. Falafel essen) erst eine größere Pause gehabt und dann zeitig beim Mojo angestellt, wodurch wir Premium-Plätze für Chinese American Bear hatten. Und das hat super Spaß gemacht! Sehr gut tanzbarer Indie Pop, der mit seinem Sound, der an Foster The People, The Marías oder auch MGMT erinnert, sicherlich nicht das Rad neu erfindet, aber einfach live super Spaß macht. Auch super sympathische Band.
  • Lime Garden (Docks): Hatte ich auf dem Maifeld Derby und auf dem Dockville schon einmal gesehen. Solider Indie Rock, der mich aber leider nicht ganz packt abgesehen vom Hit Clockwork.
  • ALT BLK ERA (Betty): Spaßige härtere Band mit Einflüssen aus härterer Rock- bis Metalmusik und drum n bass. Leider war der Sound für mich nicht druckvoll genug, insbesondere die Gitarre fand ich zu leise. Gemosht wurde aber nach einer gewissen Auftauzeit dann doch.
  • Fat Dog (Docks): Zurück ins Docks, um mir die doch etwas stumpfe Musik von Fat Dog zu geben. Das Publikum ging gut mit, ich fand es auf Dauer etwas anstrengend. @MairzyDoats hat es recht trefflich als Mischung aus Idles und Meute beschrieben.
Samstag:
  • Ninon (Spielbude XL): Den Samstag hab ich eher entspannt angehen lassen und leider ließ mir auch der Timetable keine allzu große Wahl. Ich wollte unbedingt in die Elphi, wodurch man zwangsläufig einiges verpasst und gleichzeitig spielten auch die meisten interesssanten Sachen erst später. Immerhin zwei interessante Acts haben dann aber doch zeitlich gepasst. Ninon machen Indie Pop mit einer etwas düsteren, dramatischen Atmosphäre, womit man mich ganz gut kriegt. Vor dem Auftritt wurde das Musikvideo zum Lied "Family Dinner" präsentiert. Dieses klang deutlich elektronischer als die übrigen Lieder und fand ich spannend!
  • Modern Woman (Nochtspeicher): Das war mein musikalisches Highlight, Post-irgendwas, düster, Geige, Saxophon, alles dabei. Empfehlung fürs Forum!
  • Anna von Hausswolff (Elphi): Auch hier hat so ziemlich alles gepasst. Der düstere Sound hat in majestätischer Wucht die Elphi erzittert und die Lichtshow blitzte wie ein Unwetter am Nachthimmel oder tauchte die Orgelpfeifen in ein verwunschenes Grün. Sonst war ich nach Elphi-Konzerten hinsichtlich des Sounds immer ein bisschen verhalten, aber hier war es wirklich perfekt. Mein einziger Kritikpunkt wäre, dass die Spielzeit leider nicht voll ausgenutzt wurde. Mindestens Aging Young Woman hätte ich noch gerne gehört. Wäre auch ein ganz guter Kontrast gewesen, denn abgesehen von The Whole Woman, das ich live noch 1000x schöner finde als auf Platte, gab es kaum Verschnaufspausen von den dröhnenden Epen, die zum besten gegeben wurden.
Zu dem Festival selbst kann ich eigentlich nichts Neues sagen. Hat wieder Spaß gemacht, habe viele bekannte Gesichter gesehen (tatsächlich war ich nur auf 2 Konzerten alleine) und habe auch bei meinem fünften Festivalbesuch nicht die Situation gehabt, dass ich irgendwo nicht mehr reinkam. Liegt vermutlich daran, dass ich in aller Regel nicht allzu knapp plane und manche Sachen dann zugunsten weniger Stress bereits im Vorfeld opfere (dieses Jahr z.B. Django Django). Schade nur, dass es dieses Mal bei mir leider gar keine Zeit dafür gab, ein Kiok-Bierchen gemeinschaftlich wegzucornern. Tatsächlich war es am Ende mein erstes komplett alk-freies RBF, das finde ich auch eigentlich gar nicht mal so verkehrt. Ich hoffe, wir werden auch zukünftig viele weitere schöne Ausgaben von dem Festival noch erleben dürfen.
Da hatten wir genau eine Überschneidung :) Sind dir bei New Constellations auch die Ohren weggeflogen? Fand's sehr heftig, vor allem die Vocals in den Höhen :screck:

Anna von Hauswolff hatte ich mich total drauf gefreut, aber dann kam eine Verabredung mit Stars, Metric und Broken Social Scene dazwischen ... Hat sie echt die Orgel in der Elbphilharmonie gespielt? Hab das Ding noch nie in Aktion erlebt ...

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7Ostrich
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Re: Festivalberichte

Beitrag von 7Ostrich » Do 24. Sep 2026, 11:26

@Alien Brody den Soundcheck fand ich super laut, beim Konzert hatte ich dann Gehörschutz drin, daher hab ich da keine Probleme gehabt.
Ja, sie hat die Hausorgel gespielt. Die hat einen extra Spieltisch für die Bühne, der dann wsl mit Midi oder so die Orgel anspielt, die ja an der Seite bisschen weiter weg ist. War schon sehr cool, aber durch den mächtigen Sound der ganzen Band konnte man auch nicht immer ausmachen, was davon die Orgel ist.
Ich bin hier nicht zufällig, ich kenn mich aus

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Alien Brody
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Re: Festivalberichte

Beitrag von Alien Brody » Fr 25. Sep 2026, 00:05

7Ostrich hat geschrieben: ↑
Do 24. Sep 2026, 11:26
@Alien Brody den Soundcheck fand ich super laut, beim Konzert hatte ich dann Gehörschutz drin, daher hab ich da keine Probleme gehabt.
Ja, sie hat die Hausorgel gespielt. Die hat einen extra Spieltisch für die Bühne, der dann wsl mit Midi oder so die Orgel anspielt, die ja an der Seite bisschen weiter weg ist. War schon sehr cool, aber durch den mächtigen Sound der ganzen Band konnte man auch nicht immer ausmachen, was davon die Orgel ist.
Klingt mega! Wär ich gern dabei gewesen ...

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SammyJankis
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Re: Festivalberichte

Beitrag von SammyJankis » Fr 9. Okt 2026, 11:16

Ich war am 27. und 28.08 (Donnerstag & Freitag) auf dem Hit the City Fest in Eindhoven in den Niederlanden. Es ist im Endeffekt aufgezogen wie das Reeperbahnfestival, also Shows in vielen Locations in der Innenstadt von Eindhoven. Allerdings ist diese Veranstaltung kostenlos und an zwei Tagen gab es Acts, für die sich der Ausflug gelohnt hat.


Donnerstag:

Donnerstag war die Opening Night, bei der nur eine Location bespielt wurde, das Effennaar. Dies ist auch die größte Location, die genutzt wird. Kapazität liegt so bei 1000-1200 würde ich schätzen. Es war natürlich brechend voll, was angesichts der Acts auch kein Wunder war. War ein bunter Mix aus Leuten, die offensichtlich für bestimmte Bands vor Ort waren, und Leuten, die dank kostenlosen Eintritt einfach nen netten Abend mit Musik verbringen wollten.

Croithe - Band aus Irland. Sound ging so in Richtung Indie/Post-Punk. Hier und da waren auch Shoegaze Einflüsse bemerkbar. Gute Unterhaltung. War für die erste von drei Bands ein runder Beginn. Leider war die Crowd sehr unruhig. Viel Bewegung für Bier holen etc.. Hatte damit allerdings auch im Vorfeld gerechnet. Haben uns nach dem Gig Plätze auf der Empore gesucht, was deutlich angenehmer war.

Deadletter - Wieder Post-Punk, aber dieses Mal mit stärkeren Wave Einflüssen. Fands alles andere als spannend und die Bühnenpräsenz auch etwas zu dick aufgetragen. Zusätzlich gab es fast eine Stunde Spielzeit, womit ich nicht gerechnet hatte. Gut für die Band, die bei der Crowd allgemein gut ankam, schlecht für mich.

High Vis - Der Grund meiner Anwesenheit, zur Zeit einfach ohne jeden Zweifel eine der besten Bands. Gab eine vergleichbare Setlist zu Essen im Juli. Weiterhin wird nichts außen vor gelassen anstatt dass die aktuelle Platte wie so oft den Hauptteil einnimmt. Crowd war für eine kostenlose Show auf einer solchen Veranstaltung nach etwas gemächlicherem Start auch voll dabei. Allerdings hat man schon gemerkt, dass einige Leute nicht mit dem gerechnet haben, was auf und vor der Bühne so los war. Dementsprechend endete gefühlt jeder Stage Dive, der nach außen und nicht in die Mitte ging, damit, dass ein oder mehrere Leute am Boden lagen. Wirkte aber nicht so als wär was Ernstes passiert. Insgesamt natürlich schon besser gesehen, aber keine Band macht mir momentan so viel Spaß. War hier auch nicht anders und dass es nicht an die UK Shows in kleinem Rahmen rankommt ist auch vollkommen okay.


Freitag:

Im Endeffekt für eine Band hingefahren. Durch wenig Zeit an dem Tag auch erst spät aus Duisburg losgekommen. Sind dann im Endeffekt nach Ankunft direkt zur Location, Café the Jack, kleine Rockkneipe mit Bühne. Bis kurz vor Showgebinn war es sauleer, hat sich dann aber noch gut gefüllt.

Crouch - Mittlerweile schon einige Male gesehen und die Band liefert jedes Mal ab. Sound war zu Beginn nicht so gut und auch die Stimme des Sängers wirkte etwas angeschlagen. Ansonsten wurde wieder der neuen Platte viel Raum gegeben. Sehr straighter Sludge, viele Tempowechsel. Die Band hat schon für das Genre einen recht markanten Sound. Kann allen nur einen Showbesuch empfehlen.

Danach noch erfolglos versucht, bei ner anderen Band reinzukommen und in Anbetracht der Tatsache, dass es bis zur nächsten für mich spannenden Band 1,5 Stunden Zeit waren, entspannt den Heimweg angetreten.


Fazit:

Veranstaltung ist absolut zu empfehlen. Habe mir auch mal die Line Ups der letzten Jahre angeguckt und es gab durchweg interessante Acts. Bei Gelegenheit und passenden Acts gerne wieder.
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