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von Quadrophobia » So 16. Aug 2026, 22:51
Ich war vergangenen Freitag beim Dockville
Tl;Dr: ich hatte einen schönen Tag, aber im Vergleich zu früher, ist wirklich vieles schlechter geworden (ein bisschen was aber auch besser)
Was das organisatorische betrifft, hat das Festival sehr starke Abstriche im Vergleich zu meinem letzten Mal - 2019 - gemacht. Es gibt den Shuttle nur noch für den Rückweg und auch erst ab 23:00 und er ist jetzt kostenpflichtig. Ausserdem muss man dafür trotzdem ca. den halben weg laufen. Der Campingplatz ist nicht mehr unmittelbar ans Gelände angeschlossen, was viele der Camper merklich blöd fanden. Und zuletzt wurde die Bühnen neu geordnet, die drittgrößte (Maschinenraum) gestrichen und ins Butterland verlegt, wo dafür die tolle Holzkonstruktionsbühne weggefallen ist (die steht nocj aber hinter der 0815 Bühne). Alles in allem merkt man auch über die Verkürzung - die mir persönlich sogar ganz gut passt - hinaus, dass erhebliche Einschnitte nötig waren. Auf der positiven Seite: Awareness ist gut umgesetzt und die Klosituatuon - früher wirklich oft angespannt ohne Ende - war sehr relaxed.
Was das Booking angeht: es wurde dann doch recht offensichtlich, dass es so einfach nicht funktioniert. Wenn es Samstag noch aus irgendeinem Grund erheblich voller war, kann da eigentlich niemand mit zufrieden sein. Es war zu keinem Zeitpunkt trotz kleinerem Gelände und trotz weniger Bühnen irgendwo voll. Selbst bei einem Act wie Blond, wo man eigentlich perfekten Fit mit der Zielgruppe erwartet, war es lediglich so voll wie früher am frühen Abend. Da muss man sich dann auch ernsthaft fragen, warum jemand 90€ für ein (Tages)ticket zahlen soll, um die zu sehen, wenn sie mit wenigen Monaten Abstand in drei Kilometern Luftlinie eine 4000er Venue spielen, was übrigens für die gesamte Spitze des Line Ups galt. Nächstes Jahr hat man immerhin nicht mehr das gleiche Datum wie die Skandi Festivals, weil man muss hier sehr offensichtlich wieder internationaler werden.
Wir waren gegen 15:30 am Gelände mit dem ersten Top: Schatten. Thermometer war bei 34 Grad und keine Wolke am Himmel. Absolut brutal. Zum Glück gab es genug Wasserstellen, wer wollte, konnte sich auch etwas beregnen lassen, dafür war ein tanktruxk aufgestellt.
Musikalisch haben wir mit Young Pepp losgelegt, eher unfreiwillig weil er nah am Schatten gespielt hat. Der ist 18 und hat mehrmals angekündigt, viele der Songs schon mit 13 geschrieben zu haben und so klangen sie halt auch. Trotzdem hab ich Respekt davor, sich in dem alter auf be Bühne zu stellen, auch wenns recht austauschbar war.
Im Anschluss gabs Schluma, deutscher Indie bei GHVC gesigned. Spaßig aber vielleicht ein bisschen zu viel Fokus auf leicht-ironische Ansagen. Nach der hälfte rüber zu
Wednesday weil wir einen guten Platz wollten. Das war die einfachste Aufgabe des Tages, vor der Bühne stand niemand dank sengender Sonne. Das änderte sich dann auch erst mit den ersten Tönen. Absolut astreines Set, auch insbesondere weil die genauso fett in der Sonne stehen mussten wie wir. Fokus gabz klar auf der neuen Platte, daraus gabs alle Hits plus bull believer. Einzig Wasp als Closer finde ich immer etwas fehl am platz aber das bleibt Randnotiz. vorne bei uns waren auch ca. 30 leute die wie wir eindeutig vor allem für diese Band da waren. Haben auch nen guten Turnout erzielt für den undankbaren Slot.
Danach musste erst mal im Wald Kraft getankt werden, man konnte von dort aber sowohl Drews Pegahorn als auch Deki Alem gut hören, beide irgendwie post punkig, erstere eher Bloc Party, letztere eher Wu-Lu. Beides cool, aber nichts nachhaltig hängen geblieben. Kann man aber sicher mehr mir vorwerfen als denen
Kurzer Abstecher zu Miami Lenz, tanzbar und der Crowd nach zu urteilen kam gut an. Wir wollten aber lieber Richtung Nest zu Afar, „Krautwave“ der hier sicher auch ein paar Fans hätte. Für meine Begriffe etwas zahm, aber sehr schön sphärisch und träumerisch mit 35 Minuten auch recht kurzweilig. Leider gabs danach ne erhebliche Lücke, weil weder Blond noch Von Wegen Lisbeth (Hate geht raus an dieser stelle) mich zu mehr bringen als Bühnenwechsel, leider gestaltete es sich so, dass sie Parallel spielten und somit kaum ein Teil des Geländes verschont blieb (kein Hate an Blond, aber musikalisch kann ich die einfach nicht).
Versöhnlicher Abschluss aber mit La securite aus Montreal, richtig nices Art Rock set, mehrstimmig, rotzig, mehrsprachig, sehr coole Leute, sehr groovige Songs, erinnerte an vieles von Arcade Fire bis L‘Impatrice. Die Gitarristin hatte Geburtstag, das wurde auch lieb gefeiert. Die waren ein Top Abschluss und bleiben auf meiner Watchlist.
Insgesamt ein guter Festival Tag, der aber vermutlich in den Jahren vorm Kind, in denen ich 3-4 Festivals pro Jahr mitnehmen konnte, nur mittelmäßig abschneiden würde. Ich habe trotzdem ein early Bird für 2027 gekauft, weil ich trotz aller Kritik möchte, dass es mit diesem Festival weitergeht