Wollte gerade schreiben, dass das Krach am Bach ja auch in seine letzte Ausgabe geht, aber dann fiel mir wieder ein, dass es ja zwei davon gibt. Du redest vermutlich vom Stoner Festival und nicht vom Punk Festival?MairzyDoats hat geschrieben: ↑Di 30. Jun 2026, 13:17Glaube das Problem der sterbenden Festivals wird noch unterschätzt. Gut möglich, dass zu wenig Leute hingehen, aber auch wenn du dein Festival heute ausverkaufst ist das kein Garant dafür, dass sich das rechnet. Und das gilt auch für große Festivals.
Die beiden simplen gemeinsamen Nenner von allen Festivals aktuell sind so wie ich es mitbekommen habe: extrem gestiegene Künstler*innen-Gagen und extrem gestiegene Produktionskosten seit Corona. Beim Immergut gab es wohl auch einen Talk dazu (ich war nicht da, shame on me, habe nur davon gehört) wo zB darüber gesprochen wurde, dass allein sowas wie Toiletten sauber halten ein großer Kostenpunkt ist für so ein kleines Festival.
Und seit Leute weniger auf Festivals gehen, um Sachen kennenzulernen, weil das ja der Streaming-Algorithmus übernimmt, bekommen Festivals auch keinen Freundschaftspreis mehr dafür. (So zumindest die Theorie) Ganz abgesehen davon natürlich, dass das Touren für die Künstler*innen natürlich auch viel teurer geworden ist und die froh sein können, da nicht mit Verlusten rauszugehen. Also die nehmen die hohen Gagen idR auch nicht aus Geldgeilheit. Ich Finde das sieht man auch daran, dass Festivals auf die Taktik gehen, ihr Programm zu verkleinern, wie zB das Dockville oder das Maifeld Derby. Die Alternative wäre womöglich, Tickets zu Preisen anzubieten, die niemand mehr bezahlen will/kann. Vielleicht ist das auch der Grund, dass man nix mehr aus dem RBF Line Up kennt, weil man die bekannten Namen für so ein Showcase-Festival nicht zum Showcase-Preis bekommt.
Ein spannendes Gegenbeispiel ist das Krach Am Bach, das jedes Jahr seine Gewinne spendet (20.000€ im Jahr 2025) Dadurch dass es aber auch ein Benefiz-Festival ist, wo viele Leute einfach nur für ein Ticket mit anpacken, fallen wahrscheinlich sehr viele Personalkosten weg.
Mich würden schwindende Besucher*innen-Zahlen von Festivals schon interessieren und wie das einschlägt, ich glaube aber, dass die genannten Kosten für kleine Festivals einfach nicht zu stemmen sind.
Festivals 2026
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Re: Festivals 2026
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Re: Festivals 2026
Ja genau. Auch komplett vergessen, dass es zwei davon gibt.Quadrophobia hat geschrieben: ↑Di 30. Jun 2026, 13:48Wollte gerade schreiben, dass das Krach am Bach ja auch in seine letzte Ausgabe geht, aber dann fiel mir wieder ein, dass es ja zwei davon gibt. Du redest vermutlich vom Stoner Festival und nicht vom Punk Festival?
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Re: Festivals 2026
Ich kann ja nur von mir und meinem persönlichen Umfeld sprechen, aber ich weiß nicht, ob diese Theorie so zutreffend ist. Seitdem ich bzw. wir auf Festivals gehen (2006), werden die Festivals schon primär danach ausgesucht, was man im Lineup kennt und gerne sehen möchte. Wenn man dann zusätzlich noch neue Sachen entdecken konnte, war das die Kirsche auf der Sahne und führte dann meistens zu dem internen Gütesiegel "die haben gutes Booking, da bleiben wir mal dran". Es war aber seltenst eine Quelle für Neuentdeckungen. Neue Musik gibt es in meinem Umfeld durch aktives Reinhören aufgrund von Rezensionen, Blogs, dieses Forum und Empfehlungen von Freunden. Da hat sich in den letzten 20 Jahren quasi nichts geändert.MairzyDoats hat geschrieben: ↑Di 30. Jun 2026, 13:17Und seit Leute weniger auf Festivals gehen, um Sachen kennenzulernen, weil das ja der Streaming-Algorithmus übernimmt, bekommen Festivals auch keinen Freundschaftspreis mehr dafür. (So zumindest die Theorie)
Aber klar, wir sind auch eine andere Generation und heute läuft das wahrscheinlich für viele anders.
Einen Freundschaftspreis in dem Sinne habe ich aber noch nie gezahlt. Würde ich aber machen, wenn das offen kommuniziert wird und nicht stattdessen irgendwelche Veränderungen im Konzept vorgenommen werden, die im Endeffekt die Qualität mindern.
Die Entwicklung, dass Festivals dazu übergehen ihre Lineups wieder zu verkleinern, betrachte ich als absoluten Gewinn und begrüße ich sehr. Ich verstehe nicht, warum relativ kleine Festivals wie das Appletree unbedingt drei oder vier(?) Bühnen haben müssen. Lieber ein gut kuratierstes Lineup auf zwei Bühnen mit abwechselnder Bespielung als vier Bühnen um auch ja jeden Geschmack bedienen zu können und damit am Ende die Qualität des Lineups komplett zu verwässern oder den Preis extrem zu steigern.MairzyDoats hat geschrieben: ↑Di 30. Jun 2026, 13:17Ich Finde das sieht man auch daran, dass Festivals auf die Taktik gehen, ihr Programm zu verkleinern, wie zB das Dockville oder das Maifeld Derby. Die Alternative wäre womöglich, Tickets zu Preisen anzubieten, die niemand mehr bezahlen will/kann. Vielleicht ist das auch der Grund, dass man nix mehr aus dem RBF Line Up kennt, weil man die bekannten Namen für so ein Showcase-Festival nicht zum Showcase-Preis bekommt.
Re: Festivals 2026
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Ein kleines ehrenamtliches Festival in Südost-Niedersachsen. Ich war letztes Jahr schon da und es war wirklich schön. Zwei Tage inkl. Camping sind mit 34,50 € auch mehr als fair.
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Re: Festivals 2026
Glaube das war ungeschickt ausgedrückt. (war aber auch ein Gedanke, der wohl im besagten Talk geäußert wurde, nicht von mir) Würde auch nicht sagen, dass auf Festivals gehen um Bands kennenzulernen eine primäre Motivation für Besucher*innen ist, sondern ein Nebeneffekt, der sich aus so einem Line Up ergibt, der wiederum für Künstler*innen reizvoll ist. Wenn man gerade nix zu gucken hat, guckt man sich halt was anderes an oder hört sich vorab ins Line Up rein und lernt dadurch neue Bands kennen. Und für diesen guten Nebeneffekt haben Bands in der Vergangenheit weniger Gage bei Festivals verlangt, aber diese Zeit ist wohl passé. Wie gesagt, nicht mein Gedanke, dafür hab ich auch zu wenig Einblick.NeonGolden hat geschrieben: ↑Mi 1. Jul 2026, 10:11Ich kann ja nur von mir und meinem persönlichen Umfeld sprechen, aber ich weiß nicht, ob diese Theorie so zutreffend ist. Seitdem ich bzw. wir auf Festivals gehen (2006), werden die Festivals schon primär danach ausgesucht, was man im Lineup kennt und gerne sehen möchte. Wenn man dann zusätzlich noch neue Sachen entdecken konnte, war das die Kirsche auf der Sahne und führte dann meistens zu dem internen Gütesiegel "die haben gutes Booking, da bleiben wir mal dran". Es war aber seltenst eine Quelle für Neuentdeckungen. Neue Musik gibt es in meinem Umfeld durch aktives Reinhören aufgrund von Rezensionen, Blogs, dieses Forum und Empfehlungen von Freunden. Da hat sich in den letzten 20 Jahren quasi nichts geändert.
Sehe ich auch so, kann mir auch vorstellen dass ein Festival ohne Überschneidungen für Künstler*innen auch ein Stück weit reizvoller ist.NeonGolden hat geschrieben: ↑Mi 1. Jul 2026, 10:11Die Entwicklung, dass Festivals dazu übergehen ihre Lineups wieder zu verkleinern, betrachte ich als absoluten Gewinn und begrüße ich sehr. Ich verstehe nicht, warum relativ kleine Festivals wie das Appletree unbedingt drei oder vier(?) Bühnen haben müssen. Lieber ein gut kuratierstes Lineup auf zwei Bühnen mit abwechselnder Bespielung als vier Bühnen um auch ja jeden Geschmack bedienen zu können und damit am Ende die Qualität des Lineups komplett zu verwässern oder den Preis extrem zu steigern.
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Re: Festivals 2026
Gehe ich auch voll mit, empfinde ein kleineres Programm auch als Gewinn - es sei denn, die Bühnen haben einen konkreten Mehrwert, der noch einmal ein ganz anderen Raum eröffnet und nicht einfach nur ein weiterer Programmpunkt ist.
Ich glaube auch nicht, dass das "Entdecken" eine wirklich dominante Motivation ist, zugleich kann ich mir aber vorstellen, dass der Ruf als Festival der Stars von morgen ein wirklich guter USP sein kann. Das erfordert natürlich eine wirklich konstant gute Kuratierung und Netzwerkarbeit, was vermutlich einfach viel wichtiger werden wird, um sich auf dem schwerer werdenden Markt behaupten zu können. Manchen gelingt es aber durchaus - gerade das End of the Road ist da ja gut unterwegs.
Ich hatte mir die Tage des öfteren die Frage stellt, ob es vielleicht auch einfach notwendig wird, dass man hauptberufliche Geschäftsführungen einsetzt, die sich dann um die strategische Entwicklung des Festivals und Communitybuilding (vor Ort und in der Szene) kümmert.
Weiß jemand, wie es da hier aussieht?
Ich glaube auch nicht, dass das "Entdecken" eine wirklich dominante Motivation ist, zugleich kann ich mir aber vorstellen, dass der Ruf als Festival der Stars von morgen ein wirklich guter USP sein kann. Das erfordert natürlich eine wirklich konstant gute Kuratierung und Netzwerkarbeit, was vermutlich einfach viel wichtiger werden wird, um sich auf dem schwerer werdenden Markt behaupten zu können. Manchen gelingt es aber durchaus - gerade das End of the Road ist da ja gut unterwegs.
Ich hatte mir die Tage des öfteren die Frage stellt, ob es vielleicht auch einfach notwendig wird, dass man hauptberufliche Geschäftsführungen einsetzt, die sich dann um die strategische Entwicklung des Festivals und Communitybuilding (vor Ort und in der Szene) kümmert.
Weiß jemand, wie es da hier aussieht?
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Re: Festivals 2026
Passend zur Diskussion hat sich der NDR auch etwas mit dem Thema Kleine Festivals in der Krise: Darum kämpfen sie ums Überleben beschäftigt. Der Fokus liegt komplett auf S-H und unter anderem auf den Beispielen die @Stebbie auch schon erwähnt hat (Skandaløs, Wilwarin).
Bin immer noch sehr traurig über das aus des Wilwarin. War seit 2014 jedes Jahr dort und hab Zeiten erlebt als es im Frühjahr bereits ausverkauft war. Und jetzt waren es 1900 verkaufte Tickets im April bei kalkulierten 4000..
War immer ne wilde Mischung vom Programm her, aber hatte in meiner Wahrnehmung lange ein sehr treues Stammpublikum. Die Gerüchte über einen potenziellen Ausfall des Festivals 2026 geisterten aber auch schon während der 2025er Edition übers Festival, also kams auch nicht komplett überraschend. Traurig ists trotzdem.
Bin immer noch sehr traurig über das aus des Wilwarin. War seit 2014 jedes Jahr dort und hab Zeiten erlebt als es im Frühjahr bereits ausverkauft war. Und jetzt waren es 1900 verkaufte Tickets im April bei kalkulierten 4000..
War immer ne wilde Mischung vom Programm her, aber hatte in meiner Wahrnehmung lange ein sehr treues Stammpublikum. Die Gerüchte über einen potenziellen Ausfall des Festivals 2026 geisterten aber auch schon während der 2025er Edition übers Festival, also kams auch nicht komplett überraschend. Traurig ists trotzdem.
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